Indiana Jones - Filmbesprechungen

Hosenrolle1 (05.06.2016, 16:14):
Jäger des verlorenen Schatzes

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In den goldenen 90er Jahren hatte ich das Glück, die drei Indiana Jones Filme auf Kaufkassette ungekürzt zu sehen, denn speziell der zweite Teil wurde und wird im Fernsehen ständig gekürzt. Aber dazu später mehr.
Beginnen möchte ich wieder mit einer kurzen Zusammenfassung der Handlung und dem Hinweis, dass sie Spoiler enthält.


Handlung:

Das Jahr 1936. Indiana Jones, ein Professor für Archäologie, sucht im peruanischen Dschungel nach einer wertvollen goldenen Figur einer Gottheit. Nach vielen überstandenen Gefahren, die von Giftpfeilen, einem Heer von Taranteln und einem gigantischen Felsblock reichen, wird ihm die Figur aber von seinem ewigen Widersacher, dem französischen Archäologen Belloq, wieder abgenommen.
Zurück in den USA bekommt Jones von zwei Bundesagenten die Information, dass die Nazis in Ägypten die untergegangene Stadt Tanis gefunden haben, jene Stadt, in der die Bundeslade vermutet wird. Die Bundeslade ist die Truhe, in der die zehn Gebote, die Moses vom Berg brachte, aufbewahrt wurden. Hitler hat großes Interesse daran, denn es heißt, eine Armee, die sie vor sich herträgt, sei unbesiegbar. Indy wird beauftragt, die Lade vor den Nazis zu finden und nach Amerika zu bringen.
Er reist zunächst nach Nepal zu seiner Jugendliebe Marion, die ein wichtiges Medaillon hat, mit dessen Hilfe man die Lade finden kann. Hier kommt es zu einer ersten Konfrontation mit Nazischergen. Die beiden reisen weiter nach Kairo, wo Indy nach weiteren Konfrontationen die Lade findet. Es entbrennt nun ein Kampf darum, ständig wechselt das Artefakt den Besitzer, bis sie schlussendlich doch in die Hand der Nazis und Belloq gerät, der sie auf einer Insel, auf einem Berg öffnen möchte, ehe sie nach Berlin gebracht wird. Indiana Jones und Marion sind Gefangene und sehen dabei zu. Als die Lade geöffnet wird, gibt es ein Inferno, das alle Beteiligten tötet – außer Indy und Marion, da die beiden die ganze Zeit die Augen geschlossen hielten.
Die Lade wird in die USA gebracht, es heißt, Spitzenleute arbeiten an der Erforschung – doch die letzte Einstellung zeigt, dass sie in eine Kiste gesperrt wird, und in einer riesigen Lagerhalle unter zigtausenden anderen Kisten verstaut wird.


Eigentlich heißt der Film „Raiders of the Lost Ark“, bzw. in der deutschen Fassung „Jäger des verlorenen Schatzes“. Da die beiden Nachfolger jedoch jeweils „Indiana Jones und …“ im Titel trugen, hat man das leider auch für den ersten Teil übernommen, und „Indiana Jones and the Raiders of the Lost Ark“ gemacht. Indy ist zwar ganz klar die Hauptfigur und der Held der Geschichte, aber der ursprüngliche Titel deutet an, dass es mehrere interessierte Parteien gibt, die nach diesem Schatz jagen, und Indy ist nur einer davon.

Dennoch: der Film ist für mich einer der besten Action- und Abenteuerfilme, wenn nicht der Beste, denn er hat eine ausgewogene Mischung aus allen möglichen Elementen: er ist lustig, actionreich, brutal, romantisch, mystisch, gruselig.

Er ist von auflockerndem Humor durchsetzt, und stellt all seine Unwahrscheinlichkeiten vergnügt zur Schau. Eine Szene ist berühmt geworden, und sie erntet auch heute noch große Lacher: nachdem Jones erfolgreich gegen mehrere arabische Killer gewehrt hat, steht er einem riesigen Krieger gegenüber, der als Vorbereitung zum Kampf seinen Säbel herumschwingt. Jones zieht einfach seinen Revolver und erschießt ihn.

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Actionreich ist er ebenfalls, es gibt massenweise Stunts, die vor laufender Kamera ausgeführt wurden, und im Gegensatz zu heutigen Actionfilmen gibt es kein hektisches Schnitt-Staccato. Er hat eigentlich alles, was man sich von einem solchen Abenteuerfilm wünscht: eine heitere Freiluftstimmung, das Reisen in verschiedene Länder, exotische Schauplätze, uralte Tempel mit tödlichen Fallen, usw. usw.

Der Film ist auch ziemlich brutal und nicht gerade zimperlich: da wird einem brennendem Schergen blutig in den Kopf geschossen, da wird ein anderer Nazi von einem Flugzeugpropeller geschreddert, da werden Leute aufgespießt, und am heftigsten ist wohl die Szene, als die Nazis die Bundeslade öffnen und den göttlichen Zorn in Form von gespenstischen Wesen auf sich ziehen, die die Gesichter einschmelzen und die Köpfe in Stücke reißen. All diese Dinge werden genau gezeigt; in den meisten TV-Ausstrahlungen fehlte früher jedoch nur die Propeller-Szene, die Szene, in der ein Soldat überfahren wird, sowie das Öffnen der Bundeslade.

Ein für diese Art von Filmen wichtiger Punkt sind die obligatorischen Mumien, die unvermittelt von irgendwoher auftauchen, was auch sehr spaßig inszeniert ist.

Auch sehr schön ist das Mystische gelungen: zu Beginn sehen wir ein historisches Bild der Bundeslade, wie sie vor Jahrtausenden benutzt wurde. Wir hören ihre Geschichte, sehen sie aber lange Zeit nicht. Erst sehr viel später bekommen wir sie zu Gesicht, aber erst ganz am Ende wird sie auch geöffnet, und wir werden Zeuge dessen, was passiert, wenn man das tut. Wie ich schon in meinem Ghostbusters-Review erwähnte, mag ich solche Geschichten, die von lange zurückliegenden Dingen handeln.


Ähnliche Filme, die später kamen, waren meist zu lustig, dafür zu wenig actionreich und zu zimperlich, andere waren vielleicht voller Action, aber zu ernst, zu unlustig. Aber dieser Film hat eine perfekte Balance aus allem.
Die ganze Geschichte basiert auf den amerikanischen Abenteuer-Comics der 30er Jahre, die von den Kindern verschlungen wurden, aber auch von den Kinoserien der damaligen Zeit, wo jede Folge mit einem Cliffhanger endete: der Held in einer tödlichen Falle – kommt nächste Woche wieder, dann seht ihr, wie es weitergeht!

In Übereinstimmung mit dem Genre sind die Figuren natürlich alles andere als dreidimensional gezeichnet. Der Held ist der Held, der von einem Cliffhanger in den nächsten stürzt und jedesmal wundersamerweise entkommt, die Bösen sind einfach die Bösen, die sadistischen Widerlinge.

Dennoch ist Fords Jones keine übertrieben muskulöse Figur, sondern hat auch seine schwachen Seiten. Wenn er an der Uni gekämmt und im Anzug Archäologie lehrt, dann merkt er gar nicht, dass der Großteil der weiblichen Studenten nur wegen IHM dort ist. Da wirkt er eher schüchtern. Sobald er aber Lederjacke, Hut und Peitsche hat, ist er der starke Abenteurer, und meistert alle Gefahren.

Interessant ist auch Indys Freundin Marion; anders als in manchen klassischen Abenteuergeschichten ist sie keine schwache Frau, die ständig gerettet werden muss, sondern durchaus hitzköpfig und trinkfest.
Was diesen Film aber von den damaligen Kinoserien unterscheidet ist, dass es hier keine billigen Pappkulissen gibt, dass hier nicht alles deutlich sichtbar im Studio gedreht wurde. Die Effekte sind besser, die Stunts sind besser, und die Schauplätze sind (bis auf ganz wenige Ausnahmen) alle echt.

Für die Szene, in der Indy und Marion in der mit Schlangen vollgestopften Kammer eingeschlossen sind, in der die Bundeslade war, wurden tatsächlich fast 10.000 Schlangen, darunter auch giftige Kobras, hergeschafft – heute würde man mit Computern tricksen.

Die Effekte sind für die damalige Zeit wirklich gelungen, und sie sind meiner Meinung nach gut gealtert. Das größte Effektspektakel findet sowieso erst am Ende statt. Die Geister, die in der Luft herumfliegen, waren in Wirklichkeit Stofffetzen, die man an Stöcke gebunden und in einem Wassertank, der entsprechend beleuchtet wurde, geschwenkt hat. Das Ergebnis sieht erstaunlich gut aus! Die Szene, in der das Gesicht eines Obernazis eingeschmolzen wird, wurde ebenfalls per Hand gemacht: man hatte einen Totenkopf, um den herum man mehrere Schichten Wachs (oder etwas Ähnliches) modelliert hat, bis es so aussah wie der Schauspieler. Dann filmte man, wie diese Schichten nach und nach schmolzen, um es dann im Zeitraffer wiederzugeben. Mir gefällt der Einfallsreichtum, mit dem man solche Szenen damals realisierte!

Unbedingt erwähnenswert ist natürlich auch die Musik von John Williams!
Die meisten werden den „Raiders March“ natürlich zumindest vom Hören her kennen, aber von dieser Nummer einmal abgesehen, gefällt mir sein Score hier wirklich sehr gut.

Ich möchte an dieser Stelle aus dem Buch "Klassiker der Filmmusik" (Reclam, ISBN 978-3-15-018621-3, S. 227ff. ) zitieren, das es besser beschreiben kann:

Maßgeblichen Anteil am erfolg dieser Filme hatte der Komponist John Williams, der bei seinen opulenten Scores (absoluter Musikanteil zwischen 80 und 90 Prozent) auf ein großes Symphonieorchester zurückgreift und stilistisch die Tradition der "Goldenen Ära" der 1930er bis 1940er Jahre wiederaufleben lässt.

Über den Wechsel des Tempos, der Instrumentation, des Tongeschlechts oder der Rhythmik ist Williams in der Lage, den Ausdruckscharakter des Leitmotivs grundlegend zu verändern und der jeweiligen Situation anzupassen. (...) Im Gegensatz zu den plakativen Leitmotiven bösen Ausdrucks, die Williams Indys eindimensional gezeichneten Widersachern zuordnet, werden seine weiblichen wie männlichen Gefährten ähnlich akribisch wie der Held selbst leitmotivisch begleitet. Gleiches gilt für die zentralen Gegenstände von unermesslichem Wert. In Jäger des verlorenen Schatzes ist es das Thema der Lade, das im Verlauf des Films stetig an Präsenz und Erhabenheit gewinnt, die insbesondere durch den Einsatz von Chören manifestiert wird, und einen diabolischen Ausdruck annimmt, als man diese öffnet.


„Jäger des verlorenen Schatzes“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, bei den Abenteuerfilmen ist er meine Nummer 1.




LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (05.06.2016, 16:17):
Indiana Jones und der Tempel des Todes

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1984, vier Jahre nach dem ersten Teil, kam eine Fortsetzung ins Kino, die aber zeitlich vor dem ersten spielt, obwohl Harrison Ford sichtlich älter geworden war.
Hier wieder die Handlung:


Handlung:

Das Jahr 1935. In einem Nachtclub in Shanghai trifft Indiana Jones mit einem Haufen Ganoven zusammen. Er entkommt einem Handgemenge nur knapp, mit der amerikanischen Nachtclubsängerin Willie sowie den chinesischen Jungen Short Round im Schlepptau reisen sie mit dem Flugzeug davon, das allerdings aufgrund einer Intrige abstürzt, so dass das Trio gezwungen ist, mit einem aufblasbaren Boot aus dem abstürzenden Flugzeug zu springen. Nach einer wilden Flussfahrt werden sie von einem indischen Schamanen begrüßt, der sie in ihr Dort führt. Dort herrscht bittere Armut, die Felder sind zerstört, man verhungert, da ein heiliger Sankara-Stein von den bösen Bewohnern des Pankot-Palastes gestohlen wurde. Und nicht nur das: auch sämtliche Kinder des Dorfes wurden geraubt. Indy begibt sich nun mitsamt Willie und Short Round zu diesem Palast, und finden dort einen geheimen Zugang zu einer riesigen unterirdischen Höhle, in dem ein Ritual zelebriert wird, wobei einem Menschenopfer vom Hohepriester Mola Ram bei lebendigem Leib das Herz herausgerissen wird, bevor es in eine Lavagrube gesenkt wird. Dort entdecken sie auch, dass die geraubten Kinder als Sklaven in einem Bergwerk gehalten werden, um weitere Sankara-Steine zu finden. Nachdem Indy, Willie und Short Round nach einem Haufen Schwierigkeiten (Indy wird zeitweilig zu dem bösen Glauben bekehrt, Short Round zu den Sklaven zum Steineklopfen geschickt und Willie immer wieder in die Feuergrube hinabgesenkt) die Kinder befreien können, flüchten sie mit Grubenwägen aus dem Bergwerk ins Freie. Dort wartet Mola Ram auf sie, und es kommt zum Showdown auf einer alten morschen Hängebrücke, bei dem Mola Ram den Kürzeren zieht und in den Mäulern hungriger Krokodilen sein Ende findet. Indy bringt dem Dorf, in dem plötzlich wieder alles wächst und gedeiht, den Sankara-Stein sowie die Kinder zurück.



Der zweite Teil hat – so ehrlich muss ich sein – im Gegensatz zum Vorgänger, starke Schwächen, insgesamt gesehen aber mag ich den Film dennoch sehr.
Die Hauptschwäche sind für mich die beiden Begleiter von Indy. Die Frau reagiert auf alles, was ihr passiert, mit viel Kreischen und Schreien und ist einfach nervig – da war Marion im ersten Teil wesentlich besser!
Auch der Junge, Short Round, nervt eigentlich die meiste Zeit, wenngleich nicht so sehr wie die Frau. Ich nehme stark an, dass man ihn nur eingebaut hat als Identifikationsfigur für die jüngeren Zuschauer, aber naja.

Eine weitere Schwäche ist wohl, dass der zweite Teil die meiste Zeit über nicht die heitere Freiluftstimmung des ersten Teils hat, sondern stark nach Studioproduktion aussieht.
Und auch der Humor kommt leider sehr oft mit dem Holzhammer daher.

Das sind meine Hauptkritikpunkte, ansonsten finde ich den Film gelungen.
Für den zweiten Teil wurde alles stark hochgeschraubt: die Action, die Lautstärke, das Tempo, die Gewalt, und es gibt tatsächlich, im Gegensatz zum ersten Teil, keinen einzigen ruhigen Moment im gesamten Film – ständig passiert irgendetwas Aufregendes, und man kommt nicht zur Ruhe.
Der Film stand auch ziemlich in der Kritik wegen dem erheblichen Maß an okkulter Grausamkeit, überhaupt wegen der dargestellten Gewaltszenen.

Die wahrscheinlich am meisten Anstoß erregende Szene ist die, als einem Menschenopfer das Herz herausgerissen wird. Dann wird es in eine Grube gesenkt, wo es langsam und schreiend in Großaufnahme verbrennt, während der Hohepriester das noch schlagende und ebenfalls brennende Herz in der Hand hält. Diese Szene wird auch meistens in den TV-Ausstrahlungen gekürzt.

Aber auch sonst ist die Gewalt schon ziemlich hart: kleine Kinder werden gepeitscht, Brustkörbe eingedrückt, jemand wird in einer riesigen Walze zermahlen, mit Voodoo Puppen gefoltert, usw. usw.

Deswegen wurde 1984 auch eine neue Alterseinstufung in den USA eingeführt, nämlich PG-13. Dieser Film war dafür verantwortlich.

Dass der Film für seine Gewalt kritisiert wird kann ich ein bisschen verstehen, jedoch muss man auch darauf hinweisen, dass auch der erste Teil und der dritte nie ein großes Interesse daran hatten, brutale Todesszenen in den Köpfen der Zuschauer stattfinden zu lassen, sondern alles genau zu zeigen.

Ganz und gar überragend ist aber die Grubenwagen-Szene! Auf Grundlange dieser Szene gab (gibt?) es in Disneyland Paris die „Temple of Doom“ Achterbahn, mit der ich 1996 gefahren bin. Die ganze Sequenz ist ein Wahnsinn, herrlich geschnitten, tempo- und actionreich. Auch wenn man den zweiten Teil nicht mag – diese Szene, diese wilde Verfolgungsjagd muss man einfach gesehen haben.

Auch die Musik ist wieder gelungen, der Raiders March darf natürlich auch hier nicht fehlen, vielleicht eine der besten Nummern ist hier der Track "Slave Children´s Crusade".

Auch hier wieder ein Zitat aus "Klassiker der Filmmusik":

Ebenso sorgfältig gestaltet Williams die musikalische Beschreibung der Handlungsorte, wobei das Exotische des jeweiligen Landes über die Integration traditioneller Instrumente und weltmusikalische Anklänge verdeutlicht wird. So greift Williams besipielsweise in Indiana Jones und der Tempel des Todes auf asiatische Musik mit ihrer Pentatonik zurück, ehe er in Indien die Sitar erklingen lässt. Neben solchen landestypischen musikalischen Kennzeichnungen werden auch die einzelnen Räume, in denen sich der Held bewegt, sorgfältig auskomponiert. Im ersten Teil sind es verwunschene Figuren, die das Unvertraute des Urwaldes und das Teuflische der Höhle unterstreichen, während mit Hilfe von Choreinsatz, Blechbläsern und Streichern eine erhabene Klangkulisse erzeugt wird, die den Kartenraum und die Ruhestätte der Lade als heilige Orte ausweist. Generell lässt sich beobachten, dass Williams bei der Schilderung unvertrauter, bedrohlicher Räume seine spätromantische Klangsprache zugunsten einer modernen aufgibt. Dissonante und atonalte Klangkulissen, wie sie speziell im Horrorfilm anzutreffen sind, sollen beim Zuschauer gleichermaßen Unbehagen und Schauer auslösen.


Insgesamt mag ich den Film einfach gerne, weil er so wie die anderen beiden Teile richtiges 80er Jahre Kino ist, das auch ein bisschen härter sein durfte. Besonders die Effekte haben diesen 80er Jahre Charme, der mir gefällt.

Zusammengefasst ist der Film für mich der zweitliebstee aus der Reihe, auch wenn er nicht diese perfekte Balance aus dem ersten Teil erreicht: er ist wohl etwas zu düster geraten, Action Horror dominieren, wirklicher Humor ist quasi gar nicht vorhanden, Romantik ebenfalls nicht, und es fehlt das mystische, gruselige aus dem ersten Teil.




LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (05.06.2016, 16:18):
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

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1989 kam der dritte und bis dahin letzte Teil heraus. Und wieder die Handlung:

Handlung:

1912: wir erleben den jungen Indiana Jones bei einem seiner ersten Abenteuer, in dessen Verlauf er zu seinem Markenzeichen, dem Hut sowie der Lederpeitsche kommt.

1938: Indiana Jones wird von Donovan, einem reichen Kerl mit Vorliebe für alle möglichen Kostbarkeiten, darüber informiert, dass sein Vater, Henry Jones sr., bei einer Expedition in Venedig verschwunden ist. Die Expedition hatte den Auftrag, den heiligen Gral zu finden, da man bei Ausgrabungen eine halb zerstörte Steintafel fand, die wertvolle Hinweise auf den Aufenthaltsort des Kelches, den Jesus beim letzten Abendmahl verwendete und in dem sein Blut vom Kreuz aufgefangen wurde, gibt.
Indy reist nach Venedig um nach seinem Vater zu suchen, trifft dort auf Dr. Elsa Schneider, findet dort allerdings mit ihr gemeinsam in den Katakomben in einem Grab die vollständige Version der Steintafel und erfährt, dass sein Vater in einem Schloss an der deutsch-österreichischen Grenze festgehalten wird. Nachdem er ihn von dort befreit hat, wollen sie sich aufmachen, den Gral zu suchen, und so gibt es einen Wettlauf mit den Nazis, denn es heißt, wer aus dem Gral trinkt, wird unsterblich sein. Am Ende finden sie den Raum, in dem ein Ordensritter schon seit hunderten von Jahren wacht. Donovan, der sich im Verlauf der Geschichte als böse herausgestellt hat, trinkt in seiner Gier aus dem falschen Kelch und fängt an im Zeitraffer lebendig zu altern und zu verwesen. Indy sucht den richtigen Kelch heraus. Doch der Ritter weist darauf hin, dass die Unsterblichkeit dann aufhört, wenn man den Tempel verlässt, in dem der Gral versteckt war. Als Dr. Schneider es dennoch versucht, gibt es ein Erdbeben, der Tempel beginnt einzustürzen, Dr. Schneider kommt um, Indy und seine Freunde können sich retten und reiten davon.


Der dritte Teil hat, nach der indischen Sekte aus Teil 2, wieder die Nazis als Hauptgegner. Es wird wieder in der Welt herumgebummelt, und die Schauplätze sind wieder echt. Sean Connery als Indys Vater ist sehr witzig, und gibt den schrulligen Professor sehr überzeugend.

In diesem Film stellt sich Indys Flamme bald als böse heraus, wenngleich sie (ähnlich wie Belloq in Teil 1) mit den Nazis nur zusammenarbeitet, um an den Gral zu kommen, und am Ende sorgt sie dafür, dass der böse Donovan aus dem falschen Gral trinkt. Indys Begleiter ist in diesem Fall also Connery.

Was mich bei diesem Film aber doch stört ist, dass Spielberg hier sein Lieblingsthema, nämlich Väter und Söhne, eingebaut hat, und das finde ich nervig, denn die Actionszenen sind zwar aufregend gemacht, aber es sind insgesamt doch viel weniger als in den beiden Vorgängerfilmen, und auch bei der Gewalt hat man sich deutlich zurückgenommen – der Film ist ab 12 freigegeben, die Vorgänger ab 16. Auch hier finde ich, dass die Balance nicht mehr so gut stimmt: war der zweite Teil hauptsächlich actionreich, ist der dritte Teil hauptsächlich komisch. Was mir auch fehlt ist das Gruselige, das das verlorengegangene Artefakt umgibt. Die Bundeslade war zu jeder Zeit gefährlich, man wusste um die zerstörerischen Kräfte, die sie besitzt.

Der Gral hingegen nicht, und seine Wirkung hält, wie man am Ende erfährt, sowieso nur, wenn man in besagtem Tempel bleibt, während die Lade in den falschen Händen durchaus gefährlich wäre. Gefährlich sind hier eigentlich nur die falschen Gräle:

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Für mich ist dieser Film der Schwächste Teil der Trilogie, denn obwohl Teil 2 ebenfalls Schwächen hatte, war er doch voller Action und Abenteuer.
Der Sounddesigner des Films bekam 1990 den Oscar für den besten Toneffektschnitt, und ich kann nur empfehlen, ihn sich auf einer 5.1 Anlage anzuhören. Besonders beeindruckend ist die Szene, in der Indy und seine Begleiter auf einer Anhöhe sitzen, während unten in der Entfernung der riesige Panzer vorbeifährt. Indy meint „Die können uns nicht sehen, wir sind weit außerhalb der Schussweite“, und wie zur Antwort schießt der Panzer in ihre Richtung, das Geschütz verfehlt nur knapp sein Ziel und detoniert hinter ihnen auf einer Felswand.

Hört man in 5.1, knallt die Detonation nicht nur entsprechend laut und wuchtig, nein, man hört sogar, wie das Geschoss von vorne immer näher kommt und über einen hinwegfliegt – man hat den Eindruck, als fliege das Teil wirklich durch das Zimmer, und man bekommt einen Eindruck, wie es für Indy gewesen sein muss! Es gibt genügend Filme, wo sich das Einschalten der 5.1 Anlage nicht wirklich lohnt, aber hier ist das nicht der Fall.

Ursprünglich sollte der Film „Indiana Jones and the holy grail“ heißen, jedoch war der Titel schon für den Monty Python Film „Monty Python and the holy grail“ vergeben.

Zusammenfassend ein weiterer guter und sehenswerter Indy-Film, der viel Spaß macht, auch wenn er speziell an den ersten Teil nicht ganz heranreicht.




LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (05.06.2016, 16:19):
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

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Dieser Film ist ein Schmarrn von vorne bis hinten und eine Beleidigung für jeden Indy-Fan.




LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (05.06.2016, 16:20):
Indiana Jones - DVDs und Bücher


2005 habe ich mir diese DVD Box gekauft:

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Hier hat man wirklich alles richtig gemacht: in einem dicken, stabilen, liebevoll gestalteten Schuber mit Prägedruck stecken vier DVDs; die drei Filme sowie eine Bonus DVD.
Die Filme selbst wurden sorgfältig Bild für Bild restauriert, sie sind ebenfalls alle ungeschnitten, und dadurch, dass man das ganze Bonusmaterial auf eine 4. DVD gepackt hat, und auf den Scheiben nur der jeweilige Film enthalten ist, fällt die Kompression auch nicht so stark aus, so dass das Bild auch auf einem HD-Fernseher und einem Blu-ray Player immer noch ansprechend aussieht. Auch die Hüllen der DVDs wurden schön hergerichtet. Schade ist, dass nur der englische Ton in 5.1 vorliegt, aber damit kann ich leben, da ich die Filme sowieso nur im Original schaue.
Die vierte DVD bietet zu jedem Film ein eigenes Making of, auch mit für diese Box gedrehten neuen Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur, und zahlreiche Featurettes, die sich mit den Spezialeffekten, der Musik etc. befassen. Daneben natürlich auch die Kinotrailer.
Jedoch eine Warnung: die englische Version der Box ist stark geschnitten!

Außerdem habe ich mir vor mehreren Jahren dieses Buch gekauft, drei Romane in einem Band:

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Natürlich keine hochstehende Literatur, aber für Fans auf jeden Fall lesenswert, denn die Bücher wurden nach den originalen Drehbüchern geschrieben und enthalten daher auch Szenen, die im fertigen Film entweder gekürzt, geschnitten oder auch gar nicht gedreht wurden. Diese Szenen sind keine Erfindungen des Autors, sondern waren ursprünglich geplant.
Ein ärgerliches Beispiel: im Buch besucht Indy in Ägypten einen Imam, der die Inschrift auf dem Medaillon vorliest; da heißt es, dass jeder, der die Kraft der Lade freisetzt und sie erblickt, stirbt. Daran erinnert sich Indy am Ende, und schließt die Augen.
Im Film fehlt diese Szene, und man fragt sich doch, wieso Indy plötzlich sagt „Schließ deine Augen, egal was passiert!“.

Ich habe gesehen, dass es die drei Romane auch von anderen Autoren gibt; die werde ich mir noch zulegen und bin gespannt, wie unterschiedlich sie ausfallen.




LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (05.06.2016, 20:20):
Würde man sich nur einen der Soundtracks kaufen wollen, ich würde diesen hier empfehlen:



https://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/Indiana-Jones-And-The-The-Temple-Of-Doom/hnum/2447192

Bei JPC gibt es auch gute Hörproben, als Anspieltipp empfehle ich den schon erwähnten "Slave Children´s Crusade"!




LG,
Hosenrolle1
Keith M. C. (08.06.2016, 10:37):
Lieber Hosenrolle1,

ich halte den dritten Teil der Indy-Reihe für den stärksten und meine, dass der 4. Teil ebenfalls sehr spannend ist und eine gelungene Fortsetzung darstellt.

Die Szene aus dem 1. Teil, die Du oben aufzeigst - das ungleiche Duell - hat mir immer sehr gut gefallen...cool.

Bis dann.
Hosenrolle1 (08.06.2016, 14:10):
Original von Keith M. C.
ich halte den dritten Teil der Indy-Reihe für den stärksten

Wieso das? Wegen Connery?

Ich habe mir den Film witzigerweise diese Nacht noch einmal im Original angesehen, mir fehlten irgendwie die vielen Cliffhanger-Situationen aus den ersten beiden Teilen.

Bei allen Schwächen finde ich den zweiten Teil auch deshalb so toll, weil er sehr exotisch ist, ein Dschungel, ein böser Tempel, ständig Abenteuer und Action.

Im dritten Teil sehe ich schon viel eher Spielberg, und weniger Indiana Jones, da wird dann über Vater-Sohn Beziehungen gesprochen, was irgendwie so gar nicht zu diesem Genre passt, wo die Charaktere eigentlich eindimensional gezeichnet sind.

Eine witzige Stelle ist die, wo Jones und Dr. Schneider in den Katakomben herumgehen und auf der Wand das Bild der Bundeslade sehen; Williams lässt hier wieder das Leitmotiv der Lade aus dem 1. Teil erklingen, und es entspinnt sich folgender witziger Dialog:

Dr. Schneider: "Das hier kenne ich nicht"
Jones: "Das ist die Bundeslade"
Dr. Schneider: "Sind Sie sicher?"
Jones: "Ganz sicher"


Einer der Gründe, wieso ich mir den Film ungern auf Deutsch ansehe, sind auch Übersetzungsfehler, oder mutwillige Änderungen.

Als die beiden Jones gefangen sind auf Schloss Brunwald, küsst Elsa den gefesselten Indy und sagt zu ihm auf Englisch "So sagen wir in Österreich auf Wiedersehen", worauf der Nazi-Soldat vor ihn tritt und sagt "Und jetzt zeige ich Ihnen wie man in Deutschland Auf Wiedersehen sagt" und ihm eine donnert.

In der deutschen Fassung sagt er "Und jetzt zeige ich Ihnen wie man bei der SS auf Wiedersehen sagt". Aus "Deutschland" hat man "SS" gemacht. Was eigentlich fast schon wieder komisch ist, denn in den vielen IJ-Videospielen, die in Deutschland erschienen sind, wurden nicht nur sämtliche Hakenkreuze entfernt, sondern das Wort "Nazi" wurde ebenfalls entfernt, und aus "The Nazis" wurde oft "Die Deutschen" gemacht, wie man hier sieht:

http://www.schnittberichte.com/www/SBs/4152/textuncut.jpg http://www.schnittberichte.com/www/SBs/4152/textcut.jpg

Auch erhobene Arme zum Hitlergruß wurden rausgenommen, und auch Textzensuren gibt es. So wird aus "Heil Hitler" plötzlich "Die Hand zum Gruße":

Und aus "Herr Göring" wird plötzlich "General Hering(!)"

http://www.schnittberichte.com/www/SBs/4152/heringuncut.jpg http://www.schnittberichte.com/www/SBs/4152/heringcut.jpg

Hinweis: Alle in diesen Bildern gezeigten Handlungen mit nationalsozialistischem Hintergrund dienen ausschließlich zur Dokumentierung der Zensur!


und meine, dass der 4. Teil ebenfalls sehr spannend ist und eine gelungene Fortsetzung darstellt.

Ja, der vierte Teil ... an dem gibt es für mich so viel auszusetzen, ich sage nur die wichtigsten Dinge, die mir einfallen:

Der Hauptkritikpunkt ist für mich der übertrieben starke Einsatz von CGI, das man auch deutlich als solches identifizieren kann. Allein diese Idee mit den Murmeltieren. Oder die Szene wo sich Shia LaBeuf mit vielen Affen über Lianen schwingt. Oder das Alien ganz am Schluss ... das sieht für mich eher aus wie ein Computerspiel.

Die ganze Autoverfolgungsjagd im Dschungel ist unecht - dass es besser geht, zeigt z.B. die Autoverfolgung in Teil 1, mit echten Stunts und echten Autos, in Tunesien gedreht.

Auch die Handlung ist irgendwie unnötig verworren in meinen Augen.

Auffallend ist irgendwie auch, dass man sich bei der Gewalt drastisch zurückgehalten hat. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin kein "Gewaltfreak" oder sowas, aber zu dieser Reihe gehörten neben der Action und dem Humor auch immer solche Dinge.
Die einzige harte Szene, die mir einfällt, ist die, wo dieser russische Obermotz von einer Herde von Ameisen gefressen wird. Cate Blanchett löst sich am Ende eigentlich nur einfach auf, während die Hauptbösewichte in den anderen Filmen immer ein drastischeres Ende fanden.

Die einzige Szene, wo für mich ein "Indy-Feeling" aufkam war die, als sie in diese Kammer kommen, wo die seit hunderten von Jahren begrabenen Forscher liegen, oder vielmehr sitzen, und sie auch den Kristallschädel finden. Das fand ich spannend gemacht - unterirdische Gänge, Dinge, die vor vielen hundert Jahren passiert sind und die man noch heute sieht, usw.


Es gibt ein paar witzige Szenen, aber ansonsten ist das kein IJ Film für mich, weil er zu künstlich aussieht, wie die meisten Actionfilme von heute auch, während die alten Teile handgemacht waren.





LG,
Hosenrolle1
Keith M. C. (09.06.2016, 13:47):
Lieber Hosenrolle1,

3. Teil:
1.
Ja, auch wegen S. Connery. Die Dialoge zwischen Vater und "Junior" sind gut. (Aber der für mich stärkste Gag war die Szene über Marcus Brody...hat überall Freunde, spricht x Sprachen und taucht unter...(o. s. ä.)).
2.
Der Prolog mit R. Phoenix ist ebenfalls stark.
3.
Die Story ist auch aufgrund der Ortswechsel bes. gegenüber dem 2. Teil abwechslungsreicher.
4.
Der 3. Teil enthält neben einer guten Portion Spannung, wesentlich mehr Humor als die anderen Teile.
5.
Bestimmte Ideen - z. B. die 3. Prüfungen - sind mit mehr Überraschungseffekt ausgestattet, als in den zwei vorangegangenen Teilen.
...



4. Teil:
Mit verstärkter Computeranimation o. ä. muss man heutzutage bei derartigen Filmen wohl rechnen. Schlimmer bzgl. des "filmtechnischen Bruchs" fand ich die 3. Fortsetzungen von Star Wars...sehr schlimm.

Die Story war zwar sehr phantasievoll, aber nicht mehr bzw. abwegiger, als im 1. und 3. Teil der Indy-Reihe.
...

Bis dann.
Hosenrolle1 (09.06.2016, 14:36):
Danke für die interessante Antwort :)

Ich gehe mal auf einzelne Punkte ein:

Original von Keith M. C.
Ja, auch wegen S. Connery. Die Dialoge zwischen Vater und "Junior" sind gut. (Aber der für mich stärkste Gag war die Szene über Marcus Brody...hat überall Freunde, spricht x Sprachen und taucht unter...(o. s. ä.)).

Ah, weiß schon: er spricht ein Dutzend Sprachen, hat überall Freunde, kennt alle lokalen Sitten und Gebräuche, er wird untertauchen, verschwinden, sie werden ihn nie wiedersehen, und mit etwas Glück hat er den Gral bereits.

Und später fragt Connery "Du sagtest doch, Brody taucht unter", worauf Indy meint "Soll das ein Witz sein? Du kennst ihn doch, der hat sich schon mal in seinem eigenen Museum verlaufen."

Mir gefällt auch der Gag, wo Indy im Klassenzimmer sagt "Wir suchen nicht nach Schätzen auf alten Landkarten, und noch nie hat irgendwo ein X eine Stelle markiert", um dann in der Bücherei das X zu finden und zu sagen "Das X markiert die Stelle".



Der 3. Teil enthält neben einer guten Portion Spannung, wesentlich mehr Humor als die anderen Teile.

Was den Humor betrifft gebe ich dir Recht, aber ich finde doch, dass es zuviel Humor und "Gefühl" gibt, während andere Dinge wie die Action vernachlässigt wurden. Die Balance aus allen Dingen, die noch im ersten Teil vorhanden war, ist weg. Der zweite war zu düster, zu brutal, der dritte dafür das genaue Gegenteil - aber beide haben diese Balance nicht mehr, finde ich.

Spannend ... mir gefällt die Szene, wenn Indy an der Wand diese Bilder sieht vom Gral, oder von dieser unsichtbaren Brücke, über die einer geht, während andere herunterfallen. Das baut, wie in Teil 1, schon eine irgendwie fast gruselige Atmosphäre auf ... auch wieder das, was mir so gefällt, diese Dinge, die vor Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden passiert sind, zuerst auf alten Bildern zu sehen, und am Ende in Echt.

Witzig ist ja eigentlich, dass die unsichtbare Brücke entmystifiziert wird durch diesen Kameraschwenk, und man merkt, dass da keine Magie dahinter steckt, sondern nur ein optischer Trick :D


Bestimmte Ideen - z. B. die 3. Prüfungen - sind mit mehr Überraschungseffekt ausgestattet, als in den zwei vorangegangenen Teilen.

Wie meinst du das genau?


Mit verstärkter Computeranimation o. ä. muss man heutzutage bei derartigen Filmen wohl rechnen.

Absolut ... ich habe mir heute das Making of des dritten Teils angesehen, und da schwärmt Spielberg tatsächlich davon, wie toll das ist, wenn alles handgemacht ist, wenn keine Computereffekte eingesetzt wurden, wenn die besten Leute aus allen möglichen Abteilungen zusammenarbeiten. Und dann benutzt er CGI noch und nöcher, und hatte auch kein Problem damit, E.T. völlig zu verunstalten und die Puppe durch eine CGI Figur auszutauschen, auch wenn er das später wieder rückgängig gemacht hat.

Ich meine, es gibt in den IJ Filmen auch Effekte, die einfach nicht mehr gut aussehen heute, etwa im dritten Teil, als man Donovan von hinten sieht und seine Haare plötzlich immer länger werden. Da merkt man schon sehr deutlich, dass das eine Puppe ist. Aber andere Szenen wie die Geister aus Teil 1 sehen, wie ich finde, immer noch beeindruckend aus, eben weil sie "echt" sind, und nicht digital erzeugt.


Schlimmer bzgl. des "filmtechnischen Bruchs" fand ich die 3. Fortsetzungen von Star Wars...sehr schlimm.

Du meinst, die Prequels mit Liam Neeson etc.? Ja, das war tricktechnische Reizüberflutung at it´s best. Alles war glattgebügelt und unecht. Die alten Filme hingegen hatten durchaus einen "dreckigeren" Look. Wenn man sich z.B. das "Auto" von Luke Skywalker anschaut, das hat teilweise rostige Stellen, ist also kein superfuturistisches animiertes Fahrzeug.
Hoffentlich hat dir "The Force Awakens" gefallen.




LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (09.06.2016, 22:26):
Mir ist noch ein wichtiger Punkt eingefallen, den ich bei Teil 2 am besten finde.

Im ersten Teil sind es die Bösen im Grunde selbst, die sich zugrunde richten. Natürlich besteht Indy manche Kämpfe, aber die Lade wäre auch ohne ihn dort aufgemacht worden, mit dem selben Ergebnis.

In Teil 3 ist es mehr oder weniger auch das Böse selbst, das sich richtet. Donovan stirbt, weil er aus dem falschen Gral trinkt, und die Frau stirbt, weil sie lieber den Gral wollte, als gerettet zu werden.

Im zweiten Teil aber bekämpft Indy selbst alle Bösewichte, einen nach dem anderen, und sorgt dafür, dass die Kinder befreit werden und die böse Sekte ihr wohlverdientes Ende findet. Die Bösen richten sich nicht sozusagen wegen ihrer Gier selbst, sondern werden aktiv von Indy besiegt.





LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (13.06.2016, 17:13):
Die erste Blu-ray ist leider eine Enttäuschung, denn die Szenen laufen alle irgendwie heller ab, und sind auch "gelber" als davor.


Als Indiana Jones eingeschlossen ist in dem Raum, wo die Bundeslade war, scheint eigentlich kein Licht. Auf der DVD sah die Wand deswegen auch grau aus, auf der BD ist sie plötzlich hell, obwohl da keine Sonne scheint.


http://b8.is.pp.ru/p/partituren/3/48730663vtB.jpg http://b8.is.pp.ru/p/partituren/0/48730640CQT.jpg


Hier auch wieder viel zu hell das Licht:

http://b8.is.pp.ru/p/partituren/6/48730666Cfl.jpg http://b8.is.pp.ru/p/partituren/8/48730668xQz.jpg

Bei den beiden Fortsetzungen sind DVD und Blu-ray identisch.




LG,
Hosenrolle1