Ich meine diese pianistische Leistung eines erwa 9jährigen Knaben! - Hoffentlich darf er noch Kind sein! - Ich bewundere ihn nur, wenn er freiwillig diese Leistung bringt!
Pianistische Grüße,
Kantate :wink
satie (13.09.2008, 10:36): Also, nur weil er manuell in der Lage ist, ein Haydn-Konzert zu spielen, muss man ihn noch nicht bedauern... Zumindest kann man sagen, dass alle großen Pianisten (na gut, fast alle) in diesem Alter weit besser gespielt haben müssen, sei es in technischer, sicherlich aber in musikalischer Hinsicht. Hier nämlich sieht man es wieder einmal überdeutlich, dass der Schüler sehr wahrscheinlich nur spielt, was ihm seine Lehrerin gezeigt hat, und zwar genau so, wie sie es ihm gezeigt hat. Von eigenem Ausdruck ist überhaupt keine Rede, ja, über weite Strecken spielt er so hölzern, dass ich angesichts dieses rein circensischen Aktes gewiss nicht in Begeisterung verfallen werde. Das Stück ist technisch nicht so schwer (vorausgesetzt, man will die Trennung vornehmen, was ich normalerweise nicht tue), also kann er es irgendwie spielen. Musikalisch ist er ihm gewiss noch nicht gewachsen (na gut, die Amis denken wohl, ein bisschen Haydn, das kann ein Kind schon machen, ist eh anspruchslose Musik. Dass dem nicht so ist, wird hoffentlich klar sein). Insofern ist hier jedweder Wunderking-Alarm nicht nötig.
Kantate (13.09.2008, 13:19): Satie, darf ich denn fragen, ob du in diesem Alter diesen Schwierigkeitsgrad gespielt hast? - Ich denke, mit 9 Jahren kann man sich nur erst einmal auf seine Lehrkraft verlassen. Die eigene Interpretation wird sich erst noch entwickeln, denke ich. Ich finde das für dieses Alter durchaus eine Glanzleistung, auch wenn einige Stellen noch holprig klingen. Der Unterschied zwischen dem Spiel der Lehrkraft und dem des Kindes ist freilich zu hören, allein im Anschlag! Aber ein Kompliment hat der Junge durchaus verdient.
Hier empfinde ich mehr Selbständigkeit. Aber das Mädchen ist ja auch älter!
Freundliche Grüße,
Kantate :wink
EinTon (14.09.2008, 03:13): Satie hat folgendes geschrieben:
na gut, die Amis denken wohl, ein bisschen Haydn, das kann ein Kind schon machen.
Der Bub kommt doch aus Asien (Phillippinen, wenn ich richtig sehe), und da werden so oder so schon die Babys auf Leistung getrimmt http://www.sequencer.de/synthesizer/images/smiles/icon_cool.gif:
satie (14.09.2008, 12:42): Original von Kantate Satie, darf ich denn fragen, ob du in diesem Alter diesen Schwierigkeitsgrad gespielt hast? - Ich denke, mit 9 Jahren kann man sich nur erst einmal auf seine Lehrkraft verlassen. Die eigene Interpretation wird sich erst noch entwickeln, denke ich. Ich finde das für dieses Alter durchaus eine Glanzleistung, auch wenn einige Stellen noch holprig klingen. Der Unterschied zwischen dem Spiel der Lehrkraft und dem des Kindes ist freilich zu hören, allein im Anschlag! Aber ein Kompliment hat der Junge durchaus verdient.
Hier empfinde ich mehr Selbständigkeit. Aber das Mädchen ist ja auch älter!
Freundliche Grüße,
Kantate :wink
Liebe Kantate, was ich in diesem Alter gespielt habe? Na, Räuber und Gendarm. Nein, es ist völlig unerheblich, was ich gespielt habe in diesem Alter (Klavier jedenfalls noch gar nicht). Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ein Kind, wenn es früh beginnt, manuell durchaus in diesem Alter eben so einen Haydn spielen kann. Exceptionelle Wunderkinder spielen aber ganz anderes, und sie spielen es besser. Mir scheint dieser Junge einfach kein Exempel für ein Wunderkind zu sein. Mich stört auch ein wenig, dass immer gleich vermutet wird, die Kinder hätten dann tagein tagaus nur sklavisch hinter dem Flügel zu hocken, denn das ist einfach ein Cliché.
Herzlich, S A T I E
Rachmaninov (14.09.2008, 13:25): Original von EinTon
Der Bub kommt doch aus Asien (Phillippinen, wenn ich richtig sehe), und da werden so oder so schon die Babys auf Leistung getrimmt
Oh Gott, was sind den das für Klischees?
Kantate (14.09.2008, 14:20): Lieber Satie,
mir gefällt, dass du wenigstens ehrlich bist mit "Räuber und Gendarm"! Aber meinst du nicht, dass es beim Zuhörer einen besseren Eindruck macht, einen "leichteren" Haydn zu spielen, als einen schweren Rachmaninov? Haydns Musik ist doch zumindest leichter zu verstehen, zumal für ein Kind, als die meisten anderen Komponisten. Insofern halte ich ihn für Kinder sehr geegnet!
Ein "Wunderkind" isr dieser Knabe in meinem Sinne nicht, wenn er mehrere Stunden am Tag am Klavier sitzt, ob freiwillig oder unter Druck.
Aber was ist ein "Wunderkind"? - Ein KInd, das innerhalb kurzer Zeit ein Klavierstück mit perfektem Anschlag und perfekter Interpretation vorspielen kann? - Und was heißt "innerhalb kurzer Zeit"? - Vielleicht 30 Minuten am Tag, 4 Wochen lang, ein Haydn dieses Schwierigkeitsgrades? - Schwer zu definieren!
Schöne Sonntagsgrüße,
Kantate :wink
Rachmaninov (14.09.2008, 15:15): Original von Satie Also, nur weil er manuell in der Lage ist, ein Haydn-Konzert zu spielen, muss man ihn noch nicht bedauern... Zumindest kann man sagen, dass alle großen Pianisten (na gut, fast alle) in diesem Alter weit besser gespielt haben müssen, sei es in technischer, sicherlich aber in musikalischer Hinsicht.
Ich denke auch das man ich Russland um ans Konservatorium zum kommen bereits in diesem Alter reifer sein muss um überhaupt weitere Föderung und entsprechende Lehrer zu bekommen.
Ich gehe davon aus, dass es viele dutzend junge Menschen die so klimpern können, ohne jemals Pianist werden zu können.
satie (14.09.2008, 16:18): Original von Kantate Lieber Satie,
mir gefällt, dass du wenigstens ehrlich bist mit "Räuber und Gendarm"! Aber meinst du nicht, dass es beim Zuhörer einen besseren Eindruck macht, einen "leichteren" Haydn zu spielen, als einen schweren Rachmaninov? Haydns Musik ist doch zumindest leichter zu verstehen, zumal für ein Kind, als die meisten anderen Komponisten. Insofern halte ich ihn für Kinder sehr geegnet!
Ein "Wunderkind" isr dieser Knabe in meinem Sinne nicht, wenn er mehrere Stunden am Tag am Klavier sitzt, ob freiwillig oder unter Druck.
Aber was ist ein "Wunderkind"? - Ein KInd, das innerhalb kurzer Zeit ein Klavierstück mit perfektem Anschlag und perfekter Interpretation vorspielen kann? - Und was heißt "innerhalb kurzer Zeit"? - Vielleicht 30 Minuten am Tag, 4 Wochen lang, ein Haydn dieses Schwierigkeitsgrades? - Schwer zu definieren!
Schöne Sonntagsgrüße,
Kantate :wink
Liebe Kantate, ich verstehe nicht ganz, was die Bemerkung soll, dass ich "wenigstens diesbezüglich ehrlich" sei. Um die musikalischen Leistungen anderer beurteilen zu können, ist es ja wohl nicht erforderlich, dass ich mit 9 so gespielt habe wie der Junge dort, oder? Oder was wolltest Du mir damit sagen?? Wenn es nicht um die Wunderkindfrage ging, worum ging es denn dann? Ob es "normal" ist oder nicht, dass ein 9jähriger Haydn spielt, scheint mir dann müßig. Irgendwas macht jeder 9jährige, und wenn er damit nun öffentlich auftritt, dann macht er das eben. Was ist dann an Klavierspiel weniger normal als an Modellbau oder Fußball? Nicht mehr normal ist es erst dann, wenn es eben das altersgemäße zu einem gewissen Grad übersteigt. Und genau das ist hier meiner Ansicht nicht unbedingt gegeben. Sicher können die meisten 9jährigen in diesem Alter überhaupt nicht Klavier spielen, na und? Dafür kann der Junge eben manch anderes nicht. Meine Güte, ich fasse es nicht, dass ich hier überhaupt so viel deswegen schreibe... Dass Haydn leichter zu verstehen sei als sonst was ist genau jenes Cliché, welches ich ansprach. Er ist überhaupt nicht leichter zu verstehen. Was bitte gibt überhaupt zu dieser Annahme Anlass?
S A T I E
Sarastro (14.09.2008, 21:57): Na ja, auch wenn Hugo Hua und Co. keine Wunderkinder und nicht unbedingt die großen Stars von morgen sind - einen gewissen Respekt dürfen wir dem Knirps schon zollen und hoffen, daß er sich erstens noch ein wenig weiterentwickelt und zweitens auch wirkliche Freude an Musik hat! Dann braucht man ihn auch nicht zu bedauern. Es muß auch nicht jeder vor großem Publikum auftreten, es ist meines Erachtens schon viel gewonnen, wenn der Knabe mit seinem Spiel sich selbst und ein paar seiner Mitmenschen erfreuen kann - ohne Schielen auf die große Karriere. Aber wer weiß, wahrscheinlich spekulieren Lehrerin und Verwandte mehr auf Ruhm, Geld und Ehre als der Bub selbst!
@Satie: Ich freue mich, daß Du bekräftigst, daß Haydn eben nicht so "leicht" zu verstehen ist, wie das immer wieder so gern behauptet wird, auch wenn gerade seine Klavierkonzerte (ich kenne sie nur vom Hören und habe die Noten dazu nicht) spieltechnisch zweifellos - interpretatorisch aber doch wohl auch - "leichter" sind als etwa die Mozarts oder auch als Haydns eigene späte Klaviertrios oder seine letzte Klaviersonate in Es-Dur.
Herzliche Grüße, Sarastro
Rachmaninov (15.09.2008, 19:06): Ich denke wenn man wie die ganz großen Instrumentalisten es schafft in einem derartigen Alter eine ENtwicklung einzuschlagen, die mit 10-12 Jahren zu ersten beachtenswerten Auftritten führt, dann kann man voller Achtung aufhorchen.
Kantate (16.09.2008, 17:19): Das meine ich auch! - :wink