J.S.Bach - Sonaten & Partiten für Violine solo (BWV 1001-1006)
Rachmaninov (27.04.2006, 19:16): "Nicht Bach sondern Meer sollte er heissen ........."
So huldigte L.v.B. seinen "Vorgänger" J.S.Bach und das nach meiner Meinung absolut zurecht.
Bach's Werk für die Violine solo gehört sicherlich nicht nur für die Violinenliteratur mit zu den größten Werken überhaupt, sondern sie stellen aus meiner Sicht eine der größten Kompositionen in der Musik überhaupt dar.
BWV 1001: Sonata #1 BWV 1002: Partita #1
BWV 1003: Sonata #2 BWV 1004: Partita #2
BWV 1005: Sonata #3 BWV 1006: Partita #3
Die Sonaten folgen dem Formschema langsam - schnell - lansam. Die Partiten sind im Gegensatz dazu höchst unterschiedlich und einegständiger in ihrer Gestalltung.
Bach's Zielsetzung war es mit diesen Werken das "maximal Machbare" für das Instrument und die Musik zu erreichen.
Er formulierte ja selber:"Es muss alles möglich zu machen seyn....."
Die Faszination dieser Werke leitet sich für mich allerdings nicht nur aus der reinen technischen Schwierigkeit dieser Werke ab, sondern insb. und sogar wesentlich stärker aus der intellektionellen Auseinandersetzung mit diesen Werken. Dies gilt für mich ganz besonders für unsere heutige Zeit wo doch durch eine intensive Weiterentwicklung der Spieltechnik keinem Geiger von Weltklasse alleine die technischen Schwierigkeiten aufhalten können diese Werke zu spielen.
Dennoch steht für mich fundamental fest:
Für jeden Geiger stellt diese Werksammlung eine Herausforderung und "Messlatte" dar, die er sich stellen MUSS!
Nach und nach werde ich die mir vorliegenden Aufnahmen hier vorstellen und besprechen!
Rachmaninov (27.04.2006, 22:01): Original von nikolaus Als erstes habe ich mir die Aufnahme von Christian Tetzlaff zugelegt, der unter den Bedingungen eines Vergleichshörens bei Saturn für meinen Geschmack ganz knapp vor Nathan Milstein lag.
Die Tetzlaff Aufnahme habe ich vor einiger Zeit auch einmal gehört, fand sie aber wenig überzeugend insb. im Vergleich zu Milstein!
Zusätzlich habe ich mir (ohne Probehören) die Neuaufnahme von Gidon Kremer gegönnt.
Davon hatte ich die Partita #2 gehört und so ganz habe ich mich (noch) nicht mit dieser "Sichtweise" einigen können, aber mal sehen....
Gruß
nubar (28.04.2006, 00:01): Hallo,
ich persönlich lerne diese wunderschönen Werke noch kennen und besitze deshalb auch nur zwei Aufnahme: Szeryng und der späte Milstein.
Der Erstgenannte hat für mich den etwas klassischeren Ansatz, während Letzterer eher durch die tiefe Verinnerlichung der Stücke eines alten, erfahrenen Meisters besticht. Und da beide sehr gut spielen, sehe ich keinen Anlass, mir eine weitere Aufnahme zuzulegen, auch wenn Fischer hochgelobt und ausgezeichnet ist, der neuen Kremer-Einspielung dasselbe widerfährt und auch die Hahn-Auswahl sehr gute Kritiken erhalten hat. Und Grumiaux gilt ja auch als eine der legendären Aufnahmen.
Ganong (28.04.2006, 11:26): Lieber nubar , ich stimme absolut überein mit Di r: H. Szeryng und N. Milstein . Müsste ich mich für eine GA entscheiden , so zöge ich die Szerynginterpretation wegen der Partiten vor . Ich kenne als GA bis heute keine Alternative zu beiden . Grüsse , Frank
AcomA (28.04.2006, 22:52): hallo,
kennengelernt habe ich diese werke zur zeit der 10. klasse auf LP mit henryk szeryng (DG). aber meine favoriten sind der rangfolge nach:
milstein (spätere aufn., DG)
mintz (DG)
kremer (philips)
accardo (philips), für viele wohl unerwartet !
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8283946.jpg
ich halte die spätere einspielung milsteins für top of the top. erstaunlich auch der immer noch sehr substanzielle ton des nahezu 80jährigen ! seine bogenführung war sowieso legendär.
gruß, siamak :)
Rachmaninov (29.04.2006, 12:10): N. Milstein's Einspielung der Werke für Violine solo ist nicht zu unrecht von einigen von euch bereits genannt worden.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8283946.jpg
Milstein war als Kind ein kleiner "brutaler" Kerl der gerne auch mal Schläge verteilte und seine Mutter ZWANG ihn Geige zu lernen um die Aggressionen des kleinen Milstein's in den Griff zu bekommen.
Immer wenn ich Milstein höre, auch in dieser Aufnahme höre ich diesen "Charakterzug" Milsteins raus.
Seine grandiose Technik und der so entstandene typische Milstein"klang" passen einfach zu diesen Werken Bach's.
Eine der sicherlich besten Aufnahmen dieser Werke :down
satie (29.04.2006, 12:20): Liebe Forianer, ich frage mich, da ihr euch ziemlich einig zu sein scheint, ob es denn nicht auch gute Aufnahmen von Barock-Spezialisten gibt. Die von euch erwähnten Interpreten spielen ja nicht sehr ... naja... sagen wir mal, so, dass es der eingeschworenen Barockfetischistengemeinde behagen würde. Da ich selber auch nur die Perlman-Aufnahme habe (sein Geigenton ist für mich nach wie vor unerreicht, auch wenn die Interpretation mitunter halt schon etwas plüschig daherkommt...), frage ich nun euch, ob es auch einige quasi "historisch korrektere" Aufnahmen der Barockspezialisten wie etwa Holloway gibt. Ich habe da bisher nichts gefunden (habe auch noch nicht so sehr gesucht...). Wie siehts aus?
Satie
Rachmaninov (29.04.2006, 12:33): Original von Satie Liebe Forianer, ich frage mich, da ihr euch ziemlich einig zu sein scheint, ob es denn nicht auch gute Aufnahmen von Barock-Spezialisten gibt. Die von euch erwähnten Interpreten spielen ja nicht sehr ... naja... sagen wir mal, so, dass es der eingeschworenen Barockfetischistengemeinde behagen würde. Da ich selber auch nur die Perlman-Aufnahme habe (sein Geigenton ist für mich nach wie vor unerreicht, auch wenn die Interpretation mitunter halt schon etwas plüschig daherkommt...), frage ich nun euch, ob es auch einige quasi "historisch korrektere" Aufnahmen der Barockspezialisten wie etwa Holloway gibt. Ich habe da bisher nichts gefunden (habe auch noch nicht so sehr gesucht...). Wie siehts aus?
Satie
Rachel Podger spielt eine Barock Violine und es gibt eine Aufnahme von ihr, die ich nicht gehört habe.
Sigiswald Kuijken spielte glaube ich auch auf einem historischen Instrument diese Werke ein! Bin mir aber nicht sicher!
Zelenka (29.04.2006, 12:38): Original von Satie Liebe Forianer, ich frage mich, da ihr euch ziemlich einig zu sein scheint, ob es denn nicht auch gute Aufnahmen von Barock-Spezialisten gibt. Die von euch erwähnten Interpreten spielen ja nicht sehr ... naja... sagen wir mal, so, dass es der eingeschworenen Barockfetischistengemeinde behagen würde. Da ich selber auch nur die Perlman-Aufnahme habe (sein Geigenton ist für mich nach wie vor unerreicht, auch wenn die Interpretation mitunter halt schon etwas plüschig daherkommt...), frage ich nun euch, ob es auch einige quasi "historisch korrektere" Aufnahmen der Barockspezialisten wie etwa Holloway gibt. Ich habe da bisher nichts gefunden (habe auch noch nicht so sehr gesucht...). Wie siehts aus?
Satie
Aufnahmen von Bachs Sonaten und Partiten für Solovioline auf historischem Instrument scheinen nicht überreichlich zu sein. Mir fallen im Moment Sigiswald Kuijken (Deutsche Harmonia Mundi), Elizabeth Wallfisch auf Hyperion und Monica Huggett auf Virgin Classics ein. Wallfisch kann man getrost vergessen, während die beiden anderen durchaus sehr diskutabel sind, auch wenn hier hier zuweilen etwas unsauber und neben den Noten gespielt wird. Kuijken habe ich mal besessen, aber in einem Anflug von Zorn abgetoßen - wg. Intonationsmängeln. Leider gefällt mir Milstein einfach besser, und ich bin eigentlich jemand, der historische Instrumente vorziehen würde.
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (30.04.2006, 19:52): Hallo,
ein paar Worte zu Julia Fischers Aufnahme der Sonatas & Partitas!
Ein erecht gute Aufnahme, die jedeoch nach meiner Meinung nicht an die ganz großen Aufnahmen ran reicht.
Irgendwie fehlt da doch ein wenig an Lebenserfahrung (mit Bach) und so spielt sie zwar sauber aber doch ohne eine stark ausgeprägte persönliche Note.
Aber wie schreibt sie in ihrem eigenen Vorwort:
".......Die vorliegende Aufnahme stellt den Abschnitt einer musikalischen Reise dar, die keineswegs zu Ende ist. ....."
Mal gespannt wie sie in vielelicht 20 Jahren spielen wird ....... :cool
Zelenka (30.04.2006, 20:10): Original von Rachmaninov
Ein recht gute Aufnahme, die jedoch nach meiner Meinung nicht an die ganz großen Aufnahmen ran reicht.
Irgendwie fehlt da doch ein wenig an Lebenserfahrung (mit Bach) und so spielt sie zwar sauber aber doch ohne eine stark ausgeprägte persönliche Note.
Aber wie schreibt sie in ihrem eigenen Vorwort:
".......Die vorliegende Aufnahme stellt den Abschnitt einer musikalischen Reise dar, die keineswegs zu Ende ist. ....."
Mal gespannt wie sie in vielelicht 20 Jahren spielen wird ....... :cool
Die Mitfahrgelegenheit am Anfang der langen Reise ist allerdings nicht ganz billig ... :D
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (02.05.2006, 20:24): E. Ysaye war ein großer Geigenpädagoge der franco-belgischen Geigenschule und legte größten Wert auf das technische Rüstzeug seiner Schüler.
So dürfte auch eben dies Alfred Dubois, ehemaliger Schüler Ysaye, und Lehrer Grumiaux eben die am Brüssler Konservatorium seinen Schülern vermittelt haben.
Und so gestallte dann A. Grumiaux auch mit profunder Technik eine elegante und ausdrucksstarke Deutung der Werke für Violine solo.
Ohne Zweifel, eine der besten Aufnahmen überhaupt!
Walter (02.05.2006, 20:33): Hallo, ich habe da noch eine ganz interessante Aufnahme der Sonaten und Partiten:
Hier spielt Rudolf Gähler mit einem Rundbogen. Durch die Form des Bogens ist es ihm möglich mehr als zwei Saiten gleichzeitig zu spielen! Dies entspricht wohl ehr der Spielweise die zu Bachs Zeiten üblich war. Die technischen Schwierigkeiten werden dadurch von Gähler viel leichter gemeistert. :leb
Obwohl mich die Aufnahme vom künstelerischen Ausdruck nicht so fesseln kann, wie die vorher genannten, so fasziniert mich doch, dass plötzlich eine gewisse Leichtigkeit im Spiel Gählers erkennbar wird.
Kennt jemand von Euch die Aufnahme?
Walter
Cosima (14.05.2006, 14:37): Hallo,
Nathan Milstein – ich kenne nur diese eine Einspielung, bin mir aber ziemlich sicher, dass Milstein nicht zu toppen sein wird. Er spielt perfekt, kraftvoll, elegant und doch emotional. Ich meine, dass diese Aufnahme wirkliche Größe besitzt, die Bach in jeder Hinsicht gerecht wird!
Gruß, Cosima
Rachmaninov (14.05.2006, 21:59): Hallo,
natürlich hat auch J. Heifetz diese Werke für die Violine solo eingespielt.
Man möchte sagen typisch Heifetz. Perfektes Geigenspiel, etwas "unterkühlt" aber halt auf eine gewisse Art unerreicht und vollkommen eigenständig und vielleicht die technisch sauberste Einspielung überhaupt.
Allerdings nicht so edel wie ein Grumiaux oder so ergreifend beseelt wie Milstein, aber auf andere Weise grandios. Diese hörbare "Mühlelosigkeit" hat etwas faszinierendes, jedenfalls für mich!
ab (23.05.2006, 17:51): Mich wundert, dass die Aufnahme von Shlomo Mintz nicht genannt wurde. Technisch allemal den genannten weit überlegen, zeichnet sein Spiel das aus, was ich zu seiner Aufnahme des Beethoven Violinkonzerts gesagt habe. Auch kommt ihr das zu, was Cosima über Milstein geschrieben hat. Ferner handelt es sich um keine romantisierende Aufnahme wie bei Milstein. Schließlich hat er einen ganz eigenen Ton gefunden, was seinen Bach von allen anderen der Aufnahmen unterscheidet.
Natürlich ist dieses Spiel - wenn auch nicht romantisierend - so sicherlich auch nicht das, was einmal in diesem Forum als "historisch-informiert" bezeichnet worden ist. Wenn ich mich recht entsinne, dann hat diese Platte nach ihrer Erscheinung besonders polarisiert, sie ist das, was Frank sinngemäß über das Brahms Violinkonzert geschrieben hat: entweder man liebt sie, oder man lehnt sie rundweg ab.
Ich halte sie für eine der faszinierendsten Aufnahmen überhaupt und in ihrer musikalische Tiefe für singulär - dabei mag ich eigentlich Mintz gar nicht. Dennoch habe ich mir diese Aufnahme gekauft.
Meine Lieblingsplatte ist übrignens immer noch von Grumiaux.
Technisch ganz grässlich finde ich die Rupferei Gidon Kremers bei Philips, wiewohl ich einzelene Sätze heiß und innig liebe! Die Neuaufnahme bei ECM scheint mir extrem im Sinne des barocken Manierismus (im besten Sinne) - also - entgegen vieler Kritiker - für besonders geglückt. (Ich hab bisher kein Geld dafür gefunden) Ein Musiker von Ausnahmegröße!
Was historisch informiertes Spiel betrifft so hat mir noch am Besten Rachel Podger (ChannelClassics) gefallen, kaufen würde ich sie indes nicht, im Konzert ist sie auch viel besser. (Nebenbei: eimal erlebte ich Simon Standage mit Bachs Sonaten mit Cembalo im Konzert: das war eine Frechheit: Schlampigstes Buchstabieren und liebloses aneinander Vorbeiüben.)
ab (23.05.2006, 17:54): Wer kennt eigentlich noch von Schneiderhan die Patita2 mit Rundbogen? Das sollte man einmal gehört haben!
ab (23.05.2006, 17:56): Original von Rachmaninov Original von Satie Sigiswald Kuijken spielte glaube ich auch auf einem historischen Instrument diese Werke ein! Bin mir aber nicht sicher!
Spielte nicht auch sein Bruder die Cello-Solo-Suiten auf der Bratsche ein?
Zelenka (23.05.2006, 18:12): Original von ab Wer kennt eigentlich noch von Schneiderhan die Patita2 mit Rundbogen? Das sollte man einmal gehört haben!
Sie ist in dieser schönen Box enthalten (obwohl kein "concerto recording"), ich kenne sie und bedauere, daß Schneiderhan nicht den ganzen Bach für Solo-Geige aufgenommen hat:
Jeremias (05.12.2006, 14:22): Ich habe mir auf Empfehlung die bei ECM erschienene Einspielung mti John Holloway bestellt und werde Euch berichten! Oder kennt jemand von Euch die Aufnahme sogar schon?
Rachmaninov (05.12.2006, 14:24): Original von Jeremias Ich habe mir auf Empfehlung die bei ECM erschienene Einspielung mti John Holloway bestellt und werde Euch berichten! Oder kennt jemand von Euch die Aufnahme sogar schon?
Naja, die Beschreibung bei Amazon ist nicht gerade überwältigend! Aber so etwas ist ja imemr nur eine Meinung.
R
Rachmaninov (11.01.2007, 22:09): Soben hörte ich ich die Partita #3 mit Hilary Hahn seit sehr sehr lange Zeit nochmals.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8205647.jpg
Gerade läuft der Anfang der Partita #2
Es ist schon erstaunlich wie die junge Hilary Hahn bei ihrer ersten Aufnahme aufgespielt hat. Unbekümmert, sich ihrer Mittel sicher, vielleicht noch nicht die nötige Reife dem Alter nach aber mit entsprechenden Intelekt.
Man kann nur hoffen, daß sie jetzt nach einem Prozeß der "Reife" sich irgendwann einmal einer vollständigen Aufnahme des Werkes zuwendet!
Ganong (12.01.2007, 17:56): Lieber R. ,
Hilary H a h n hat diese Partita mehrfach im Konzert gespielt und auch persönlich erläutert .
Überraschend sind sicherlich die recht langsamen Tempi ; vor allem in der Chaconne . Es wird sicherlich vielen Hörern der komposition die Brillianz fehlen .
Ich empfehle daher auch aus geigentechnischen Gründen zum Vergleich zu hören :
Szeryng : LP / CD ( Philips ) Szeryng : CD ( Konzertmitschnitt , London ; TESTAMENT ) Milstein : DGG Grumiaux : LP / CD ( Philips ) Mullova : CD ( ich weiss nicht , ob es von V.M. nicht auch einen Konzertmitschnitt gegeben hat ; ich würde diesen gerade bei Frau Mullova immer bevorzugen . ) Francescatti : LP / CD ( rec. c.a 1950 ) .
Anregen möchte ich , ob Anne - Sophie Mutter als Bach - Interpretin uns etwas zu sagen hat . W e r kennt sich hier im Forum aus ?
Viele Grüsse ,
Frank
Tangua (26.06.2007, 10:55): Puh, das wird schwierig. Ich befasse mich gerade mit diesen Werken und besitze noch gar keine Aufnahme. Habe mich jetzt durch diverse Rezensionen, Foren etc. gelesen und es kristalisieren sich mehrere Favoriten heraus: Grummiaux Milstein Perlman Mintz Eigentlich war mein eindeutiger Favorit schon Milstein, aber insbesondere Perlman und Mintz lassen mich doch schwanken. Hoffentlich habe ich bald mal die Gelegenheit, sie im Vergleich zu hören.
satie (26.06.2007, 13:05): Original von Rachmaninov Original von Jeremias Ich habe mir auf Empfehlung die bei ECM erschienene Einspielung mti John Holloway bestellt und werde Euch berichten! Oder kennt jemand von Euch die Aufnahme sogar schon?
Naja, die Beschreibung bei Amazon ist nicht gerade überwältigend! Aber so etwas ist ja imemr nur eine Meinung.
R
Da Jeremas noch nichts berichtet hat: ich hatte große Hoffnung, dass dies eine gute Aufnahme wird, da ich ja schon gefragt hatte, welche Aufnahmen mit Barock-Experten es eigentlich gibt. Leider treffen die Äußerungen der beiden Rezensenten bei Amazon ins Schwarze. Der Geigenton ist tatsächlich über die Maße aufgemotzt, zu viel Hall, zu laut. Und die Intonation, die ich gerade für wichtig halte bei historisch orienierten Aufnahmen, lässt mitunter sehr zu wünschen übrig. Da neige ich dann doch weit eher zu einem lupenrein, wenn auch temperiert intonierenden Perlman. Ichhabe Holloway live scho weit besser gehört, vielleicht ist der technische Grad diese Werke für ihn doch etwas zu hoch, um auch noch rein intonieren zu können (bzw. mitteltönig, wie es üblich wäre bei Bach). Schade, schade...
S A T I E
Tangua (05.07.2007, 12:45): Ergänzung: Hatte vergangenen Samstag bei Saturn die Gelegenheit, Grumiaux, Milstein, Szeryng, Perlman und Heifetz zu vergleichen, noch dazu recht ausführlich (keine 30-Sekunden-Grenze) und mit gutem Kopfhörer. Danach meine Reihenfolge: Perlman (gekauft :down) Szeryng Grumiaux Milstein Heifetz (außer Wertung, da historisch)
Mintz hätte mich noch interessiert, aber ich wollte nicht warten...
Jeremias (05.07.2007, 16:19): Kennt jemand von Euch die Klaviertranskriptionen von Godowsky?Was haltet Ihr von ihnen? Eine Alternative oder eine "Todsünde", diese Originale umzuschreiben?
Tangua (12.07.2007, 17:38): Typisch, jetzt gibt es die Mintz-Einspielung bei 2001 für 9,99 Euro. Ob ich noch eine...?
AcomA (13.07.2007, 00:44): lieber Jeremias,
du wirst dich erinnern, dass wir scherbakov in düsseldorf mit einer dieser bearbeitungen live hörten. großes klavierspiel ! meinalter freund bezeichnete diese werke als verbrechen ! 'sollen wir etwa vor gott treten!'
gruß, siamak :)
Rachmaninov (27.04.2006, 19:16): "Nicht Bach sondern Meer sollte er heissen ........."
So huldigte L.v.B. seinen "Vorgänger" J.S.Bach und das nach meiner Meinung absolut zurecht.
Bach's Werk für die Violine solo gehört sicherlich nicht nur für die Violinenliteratur mit zu den größten Werken überhaupt, sondern sie stellen aus meiner Sicht eine der größten Kompositionen in der Musik überhaupt dar.
BWV 1001: Sonata #1 BWV 1002: Partita #1
BWV 1003: Sonata #2 BWV 1004: Partita #2
BWV 1005: Sonata #3 BWV 1006: Partita #3
Die Sonaten folgen dem Formschema langsam - schnell - lansam. Die Partiten sind im Gegensatz dazu höchst unterschiedlich und einegständiger in ihrer Gestalltung.
Bach's Zielsetzung war es mit diesen Werken das "maximal Machbare" für das Instrument und die Musik zu erreichen.
Er formulierte ja selber:"Es muss alles möglich zu machen seyn....."
Die Faszination dieser Werke leitet sich für mich allerdings nicht nur aus der reinen technischen Schwierigkeit dieser Werke ab, sondern insb. und sogar wesentlich stärker aus der intellektionellen Auseinandersetzung mit diesen Werken. Dies gilt für mich ganz besonders für unsere heutige Zeit wo doch durch eine intensive Weiterentwicklung der Spieltechnik keinem Geiger von Weltklasse alleine die technischen Schwierigkeiten aufhalten können diese Werke zu spielen.
Dennoch steht für mich fundamental fest:
Für jeden Geiger stellt diese Werksammlung eine Herausforderung und "Messlatte" dar, die er sich stellen MUSS!
Nach und nach werde ich die mir vorliegenden Aufnahmen hier vorstellen und besprechen!
Rachmaninov (27.04.2006, 21:09): Okay, unterhalte ich mich zunächst einmal mit mir. Solange mich dabei keiner sieht geht es ja noch :rofl
Die mir vorliegenden Aufnahmen:
Grumiaux Milstein Heifetz Fischer Hahn (Auszüge)
nikolaus (27.04.2006, 21:56): Big eye is watching you! :cool
Ich will mich mal einklinken:
Als erstes habe ich mir die Aufnahme von Christian Tetzlaff zugelegt, der unter den Bedingungen eines Vergleichshörens bei Saturn für meinen Geschmack ganz knapp vor Nathan Milstein lag. Zusätzlich habe ich mir (ohne Probehören) die Neuaufnahme von Gidon Kremer gegönnt. Beide gefallen mir auf ihre Weise gut.
Mir ist klar, daß es interpretatorisch sicher noch bessere Aufnahmen geben mag, vor allem die älteren/"klassischen". Aber aus irgendeinem Grund, dessen ich mir aber nicht sicher bin, tendiere ich generell zu neueren Aufnahmen.
Gruß, Nikolaus.
Rolf Scheiwiller (28.04.2006, 11:01): Original von nubar Hallo,
ich persönlich lerne diese wunderschönen Werke noch kennen und besitze deshalb auch nur zwei Aufnahme: Szeryng und der späte Milstein.
Der Erstgenannte hat für mich den etwas klassischeren Ansatz, während Letzterer eher durch die tiefe Verinnerlichung der Stücke eines alten, erfahrenen Meisters besticht. Und da beide sehr gut spielen, sehe ich keinen Anlass, mir eine weitere Aufnahme zuzulegen, auch wenn Fischer hochgelobt und ausgezeichnet ist, der neuen Kremer-Einspielung dasselbe widerfährt und auch die Hahn-Auswahl sehr gute Kritiken erhalten hat. Und Grumiaux gilt ja auch als eine der legendären Aufnahmen.
Hallo nubar.
Zwei Aufnahmen sind eine mehr als ich habe.
Meine ist schon viele Jahre alt. 1988 erschienen. Auf EMI.
Itzhak Perlman spielt. Eingespielt 1986 und 87.
Die dritte Partita ist mir die liebste.
Gruss.
R.
Ganong (28.04.2006, 11:26): Lieber nubar , ich stimme absolut überein mit Di r: H. Szeryng und N. Milstein . Müsste ich mich für eine GA entscheiden , so zöge ich die Szerynginterpretation wegen der Partiten vor . Ich kenne als GA bis heute keine Alternative zu beiden . Grüsse , Frank
AcomA (28.04.2006, 22:52): hallo,
kennengelernt habe ich diese werke zur zeit der 10. klasse auf LP mit henryk szeryng (DG). aber meine favoriten sind der rangfolge nach:
milstein (spätere aufn., DG)
mintz (DG)
kremer (philips)
accardo (philips), für viele wohl unerwartet !
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8283946.jpg
ich halte die spätere einspielung milsteins für top of the top. erstaunlich auch der immer noch sehr substanzielle ton des nahezu 80jährigen ! seine bogenführung war sowieso legendär.
gruß, siamak :)
Rachmaninov (29.04.2006, 12:10): N. Milstein's Einspielung der Werke für Violine solo ist nicht zu unrecht von einigen von euch bereits genannt worden.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8283946.jpg
Milstein war als Kind ein kleiner "brutaler" Kerl der gerne auch mal Schläge verteilte und seine Mutter ZWANG ihn Geige zu lernen um die Aggressionen des kleinen Milstein's in den Griff zu bekommen.
Immer wenn ich Milstein höre, auch in dieser Aufnahme höre ich diesen "Charakterzug" Milsteins raus.
Seine grandiose Technik und der so entstandene typische Milstein"klang" passen einfach zu diesen Werken Bach's.
Eine der sicherlich besten Aufnahmen dieser Werke :down
satie (29.04.2006, 12:20): Liebe Forianer, ich frage mich, da ihr euch ziemlich einig zu sein scheint, ob es denn nicht auch gute Aufnahmen von Barock-Spezialisten gibt. Die von euch erwähnten Interpreten spielen ja nicht sehr ... naja... sagen wir mal, so, dass es der eingeschworenen Barockfetischistengemeinde behagen würde. Da ich selber auch nur die Perlman-Aufnahme habe (sein Geigenton ist für mich nach wie vor unerreicht, auch wenn die Interpretation mitunter halt schon etwas plüschig daherkommt...), frage ich nun euch, ob es auch einige quasi "historisch korrektere" Aufnahmen der Barockspezialisten wie etwa Holloway gibt. Ich habe da bisher nichts gefunden (habe auch noch nicht so sehr gesucht...). Wie siehts aus?
Satie
Rachmaninov (29.04.2006, 12:33): Original von Satie Liebe Forianer, ich frage mich, da ihr euch ziemlich einig zu sein scheint, ob es denn nicht auch gute Aufnahmen von Barock-Spezialisten gibt. Die von euch erwähnten Interpreten spielen ja nicht sehr ... naja... sagen wir mal, so, dass es der eingeschworenen Barockfetischistengemeinde behagen würde. Da ich selber auch nur die Perlman-Aufnahme habe (sein Geigenton ist für mich nach wie vor unerreicht, auch wenn die Interpretation mitunter halt schon etwas plüschig daherkommt...), frage ich nun euch, ob es auch einige quasi "historisch korrektere" Aufnahmen der Barockspezialisten wie etwa Holloway gibt. Ich habe da bisher nichts gefunden (habe auch noch nicht so sehr gesucht...). Wie siehts aus?
Satie
Rachel Podger spielt eine Barock Violine und es gibt eine Aufnahme von ihr, die ich nicht gehört habe.
Sigiswald Kuijken spielte glaube ich auch auf einem historischen Instrument diese Werke ein! Bin mir aber nicht sicher!
Zelenka (29.04.2006, 12:38): Original von Satie Liebe Forianer, ich frage mich, da ihr euch ziemlich einig zu sein scheint, ob es denn nicht auch gute Aufnahmen von Barock-Spezialisten gibt. Die von euch erwähnten Interpreten spielen ja nicht sehr ... naja... sagen wir mal, so, dass es der eingeschworenen Barockfetischistengemeinde behagen würde. Da ich selber auch nur die Perlman-Aufnahme habe (sein Geigenton ist für mich nach wie vor unerreicht, auch wenn die Interpretation mitunter halt schon etwas plüschig daherkommt...), frage ich nun euch, ob es auch einige quasi "historisch korrektere" Aufnahmen der Barockspezialisten wie etwa Holloway gibt. Ich habe da bisher nichts gefunden (habe auch noch nicht so sehr gesucht...). Wie siehts aus?
Satie
Aufnahmen von Bachs Sonaten und Partiten für Solovioline auf historischem Instrument scheinen nicht überreichlich zu sein. Mir fallen im Moment Sigiswald Kuijken (Deutsche Harmonia Mundi), Elizabeth Wallfisch auf Hyperion und Monica Huggett auf Virgin Classics ein. Wallfisch kann man getrost vergessen, während die beiden anderen durchaus sehr diskutabel sind, auch wenn hier hier zuweilen etwas unsauber und neben den Noten gespielt wird. Kuijken habe ich mal besessen, aber in einem Anflug von Zorn abgetoßen - wg. Intonationsmängeln. Leider gefällt mir Milstein einfach besser, und ich bin eigentlich jemand, der historische Instrumente vorziehen würde.
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (30.04.2006, 19:52): Hallo,
ein paar Worte zu Julia Fischers Aufnahme der Sonatas & Partitas!
Ein erecht gute Aufnahme, die jedeoch nach meiner Meinung nicht an die ganz großen Aufnahmen ran reicht.
Irgendwie fehlt da doch ein wenig an Lebenserfahrung (mit Bach) und so spielt sie zwar sauber aber doch ohne eine stark ausgeprägte persönliche Note.
Aber wie schreibt sie in ihrem eigenen Vorwort:
".......Die vorliegende Aufnahme stellt den Abschnitt einer musikalischen Reise dar, die keineswegs zu Ende ist. ....."
Mal gespannt wie sie in vielelicht 20 Jahren spielen wird ....... :cool
Zelenka (30.04.2006, 20:10): Original von Rachmaninov
Ein recht gute Aufnahme, die jedoch nach meiner Meinung nicht an die ganz großen Aufnahmen ran reicht.
Irgendwie fehlt da doch ein wenig an Lebenserfahrung (mit Bach) und so spielt sie zwar sauber aber doch ohne eine stark ausgeprägte persönliche Note.
Aber wie schreibt sie in ihrem eigenen Vorwort:
".......Die vorliegende Aufnahme stellt den Abschnitt einer musikalischen Reise dar, die keineswegs zu Ende ist. ....."
Mal gespannt wie sie in vielelicht 20 Jahren spielen wird ....... :cool
Die Mitfahrgelegenheit am Anfang der langen Reise ist allerdings nicht ganz billig ... :D
Gruß,
Zelenka
Rachmaninov (02.05.2006, 20:24): E. Ysaye war ein großer Geigenpädagoge der franco-belgischen Geigenschule und legte größten Wert auf das technische Rüstzeug seiner Schüler.
So dürfte auch eben dies Alfred Dubois, ehemaliger Schüler Ysaye, und Lehrer Grumiaux eben die am Brüssler Konservatorium seinen Schülern vermittelt haben.
Und so gestallte dann A. Grumiaux auch mit profunder Technik eine elegante und ausdrucksstarke Deutung der Werke für Violine solo.
Ohne Zweifel, eine der besten Aufnahmen überhaupt!
Walter (02.05.2006, 20:33): Hallo, ich habe da noch eine ganz interessante Aufnahme der Sonaten und Partiten:
Hier spielt Rudolf Gähler mit einem Rundbogen. Durch die Form des Bogens ist es ihm möglich mehr als zwei Saiten gleichzeitig zu spielen! Dies entspricht wohl ehr der Spielweise die zu Bachs Zeiten üblich war. Die technischen Schwierigkeiten werden dadurch von Gähler viel leichter gemeistert. :leb
Obwohl mich die Aufnahme vom künstelerischen Ausdruck nicht so fesseln kann, wie die vorher genannten, so fasziniert mich doch, dass plötzlich eine gewisse Leichtigkeit im Spiel Gählers erkennbar wird.
Kennt jemand von Euch die Aufnahme?
Walter
Cosima (14.05.2006, 14:37): Hallo,
Nathan Milstein – ich kenne nur diese eine Einspielung, bin mir aber ziemlich sicher, dass Milstein nicht zu toppen sein wird. Er spielt perfekt, kraftvoll, elegant und doch emotional. Ich meine, dass diese Aufnahme wirkliche Größe besitzt, die Bach in jeder Hinsicht gerecht wird!
Gruß, Cosima
Rachmaninov (14.05.2006, 21:59): Hallo,
natürlich hat auch J. Heifetz diese Werke für die Violine solo eingespielt.
Man möchte sagen typisch Heifetz. Perfektes Geigenspiel, etwas "unterkühlt" aber halt auf eine gewisse Art unerreicht und vollkommen eigenständig und vielleicht die technisch sauberste Einspielung überhaupt.
Allerdings nicht so edel wie ein Grumiaux oder so ergreifend beseelt wie Milstein, aber auf andere Weise grandios. Diese hörbare "Mühlelosigkeit" hat etwas faszinierendes, jedenfalls für mich!
ab (23.05.2006, 17:51): Mich wundert, dass die Aufnahme von Shlomo Mintz nicht genannt wurde. Technisch allemal den genannten weit überlegen, zeichnet sein Spiel das aus, was ich zu seiner Aufnahme des Beethoven Violinkonzerts gesagt habe. Auch kommt ihr das zu, was Cosima über Milstein geschrieben hat. Ferner handelt es sich um keine romantisierende Aufnahme wie bei Milstein. Schließlich hat er einen ganz eigenen Ton gefunden, was seinen Bach von allen anderen der Aufnahmen unterscheidet.
Natürlich ist dieses Spiel - wenn auch nicht romantisierend - so sicherlich auch nicht das, was einmal in diesem Forum als "historisch-informiert" bezeichnet worden ist. Wenn ich mich recht entsinne, dann hat diese Platte nach ihrer Erscheinung besonders polarisiert, sie ist das, was Frank sinngemäß über das Brahms Violinkonzert geschrieben hat: entweder man liebt sie, oder man lehnt sie rundweg ab.
Ich halte sie für eine der faszinierendsten Aufnahmen überhaupt und in ihrer musikalische Tiefe für singulär - dabei mag ich eigentlich Mintz gar nicht. Dennoch habe ich mir diese Aufnahme gekauft.
Meine Lieblingsplatte ist übrignens immer noch von Grumiaux.
Technisch ganz grässlich finde ich die Rupferei Gidon Kremers bei Philips, wiewohl ich einzelene Sätze heiß und innig liebe! Die Neuaufnahme bei ECM scheint mir extrem im Sinne des barocken Manierismus (im besten Sinne) - also - entgegen vieler Kritiker - für besonders geglückt. (Ich hab bisher kein Geld dafür gefunden) Ein Musiker von Ausnahmegröße!
Was historisch informiertes Spiel betrifft so hat mir noch am Besten Rachel Podger (ChannelClassics) gefallen, kaufen würde ich sie indes nicht, im Konzert ist sie auch viel besser. (Nebenbei: eimal erlebte ich Simon Standage mit Bachs Sonaten mit Cembalo im Konzert: das war eine Frechheit: Schlampigstes Buchstabieren und liebloses aneinander Vorbeiüben.)
ab (23.05.2006, 17:54): Wer kennt eigentlich noch von Schneiderhan die Patita2 mit Rundbogen? Das sollte man einmal gehört haben!
ab (23.05.2006, 17:56): Original von Rachmaninov Original von Satie Sigiswald Kuijken spielte glaube ich auch auf einem historischen Instrument diese Werke ein! Bin mir aber nicht sicher!
Spielte nicht auch sein Bruder die Cello-Solo-Suiten auf der Bratsche ein?
Zelenka (23.05.2006, 18:12): Original von ab Wer kennt eigentlich noch von Schneiderhan die Patita2 mit Rundbogen? Das sollte man einmal gehört haben!
Sie ist in dieser schönen Box enthalten (obwohl kein "concerto recording"), ich kenne sie und bedauere, daß Schneiderhan nicht den ganzen Bach für Solo-Geige aufgenommen hat:
Jeremias (05.12.2006, 14:22): Ich habe mir auf Empfehlung die bei ECM erschienene Einspielung mti John Holloway bestellt und werde Euch berichten! Oder kennt jemand von Euch die Aufnahme sogar schon?
Rachmaninov (05.12.2006, 14:24): Original von Jeremias Ich habe mir auf Empfehlung die bei ECM erschienene Einspielung mti John Holloway bestellt und werde Euch berichten! Oder kennt jemand von Euch die Aufnahme sogar schon?
Naja, die Beschreibung bei Amazon ist nicht gerade überwältigend! Aber so etwas ist ja imemr nur eine Meinung.
R
Rachmaninov (11.01.2007, 22:09): Soben hörte ich ich die Partita #3 mit Hilary Hahn seit sehr sehr lange Zeit nochmals.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8205647.jpg
Gerade läuft der Anfang der Partita #2
Es ist schon erstaunlich wie die junge Hilary Hahn bei ihrer ersten Aufnahme aufgespielt hat. Unbekümmert, sich ihrer Mittel sicher, vielleicht noch nicht die nötige Reife dem Alter nach aber mit entsprechenden Intelekt.
Man kann nur hoffen, daß sie jetzt nach einem Prozeß der "Reife" sich irgendwann einmal einer vollständigen Aufnahme des Werkes zuwendet!
Ganong (12.01.2007, 17:56): Lieber R. ,
Hilary H a h n hat diese Partita mehrfach im Konzert gespielt und auch persönlich erläutert .
Überraschend sind sicherlich die recht langsamen Tempi ; vor allem in der Chaconne . Es wird sicherlich vielen Hörern der komposition die Brillianz fehlen .
Ich empfehle daher auch aus geigentechnischen Gründen zum Vergleich zu hören :
Szeryng : LP / CD ( Philips ) Szeryng : CD ( Konzertmitschnitt , London ; TESTAMENT ) Milstein : DGG Grumiaux : LP / CD ( Philips ) Mullova : CD ( ich weiss nicht , ob es von V.M. nicht auch einen Konzertmitschnitt gegeben hat ; ich würde diesen gerade bei Frau Mullova immer bevorzugen . ) Francescatti : LP / CD ( rec. c.a 1950 ) .
Anregen möchte ich , ob Anne - Sophie Mutter als Bach - Interpretin uns etwas zu sagen hat . W e r kennt sich hier im Forum aus ?
Viele Grüsse ,
Frank
Tangua (26.06.2007, 10:55): Puh, das wird schwierig. Ich befasse mich gerade mit diesen Werken und besitze noch gar keine Aufnahme. Habe mich jetzt durch diverse Rezensionen, Foren etc. gelesen und es kristalisieren sich mehrere Favoriten heraus: Grummiaux Milstein Perlman Mintz Eigentlich war mein eindeutiger Favorit schon Milstein, aber insbesondere Perlman und Mintz lassen mich doch schwanken. Hoffentlich habe ich bald mal die Gelegenheit, sie im Vergleich zu hören.
satie (26.06.2007, 13:05): Original von Rachmaninov Original von Jeremias Ich habe mir auf Empfehlung die bei ECM erschienene Einspielung mti John Holloway bestellt und werde Euch berichten! Oder kennt jemand von Euch die Aufnahme sogar schon?
Naja, die Beschreibung bei Amazon ist nicht gerade überwältigend! Aber so etwas ist ja imemr nur eine Meinung.
R
Da Jeremas noch nichts berichtet hat: ich hatte große Hoffnung, dass dies eine gute Aufnahme wird, da ich ja schon gefragt hatte, welche Aufnahmen mit Barock-Experten es eigentlich gibt. Leider treffen die Äußerungen der beiden Rezensenten bei Amazon ins Schwarze. Der Geigenton ist tatsächlich über die Maße aufgemotzt, zu viel Hall, zu laut. Und die Intonation, die ich gerade für wichtig halte bei historisch orienierten Aufnahmen, lässt mitunter sehr zu wünschen übrig. Da neige ich dann doch weit eher zu einem lupenrein, wenn auch temperiert intonierenden Perlman. Ichhabe Holloway live scho weit besser gehört, vielleicht ist der technische Grad diese Werke für ihn doch etwas zu hoch, um auch noch rein intonieren zu können (bzw. mitteltönig, wie es üblich wäre bei Bach). Schade, schade...
S A T I E
Tangua (05.07.2007, 12:45): Ergänzung: Hatte vergangenen Samstag bei Saturn die Gelegenheit, Grumiaux, Milstein, Szeryng, Perlman und Heifetz zu vergleichen, noch dazu recht ausführlich (keine 30-Sekunden-Grenze) und mit gutem Kopfhörer. Danach meine Reihenfolge: Perlman (gekauft :down) Szeryng Grumiaux Milstein Heifetz (außer Wertung, da historisch)
Mintz hätte mich noch interessiert, aber ich wollte nicht warten...
Jeremias (05.07.2007, 16:19): Kennt jemand von Euch die Klaviertranskriptionen von Godowsky?Was haltet Ihr von ihnen? Eine Alternative oder eine "Todsünde", diese Originale umzuschreiben?
Tangua (12.07.2007, 17:38): Typisch, jetzt gibt es die Mintz-Einspielung bei 2001 für 9,99 Euro. Ob ich noch eine...?
AcomA (13.07.2007, 00:44): lieber Jeremias,
du wirst dich erinnern, dass wir scherbakov in düsseldorf mit einer dieser bearbeitungen live hörten. großes klavierspiel ! meinalter freund bezeichnete diese werke als verbrechen ! 'sollen wir etwa vor gott treten!'
gruß, siamak :)
nikolaus (21.03.2009, 22:38): Heute habe ich kurz in diese 'reingehört:
Ich hätte sie sogar beinahe mitgenommen, wollte aber erste noch einmal meine beiden Aufnahmen mit Kremer (ECM) und Tetzlaff (die frühere) hören.
Mullova spielt auf Darmsaiten mit einem Barockbogen (das kann sogar ich hören).
Gerade höre ich Kremer, und die Unterschiede können kaum grösser sein. Kremer spielt phasenweise nervenaufreibend extrovertiert, teilweise ruppig, dann wieder zum niederknien erhaben und schön - eine regelrechte Achterbahn. Mullova wirkt dagegen deutlich introvertierter, runder irgendwie auch wärmer (trotz des etwas halligen Klangs (ich habe vergessen, wo sie aufgenommen wurde)). Sie erscheint mir eine gute Ergänzung zu Kremer zu sein, aber erst nochmal Tetzlaff hören...
Nikolaus.
Rachmaninov (22.03.2009, 08:22): Original von nikolaus Heute habe ich kurz in diese 'reingehört:
Ich hätte sie sogar beinahe mitgenommen, wollte aber erste noch einmal meine beiden Aufnahmen mit Kremer (ECM) und Tetzlaff (die frühere) hören.
Mullova spielt auf Darmsaiten mit einem Barockbogen (das kann sogar ich hören).
Gerade höre ich Kremer, und die Unterschiede können kaum grösser sein. Kremer spielt phasenweise nervenaufreibend extrovertiert, teilweise ruppig, dann wieder zum niederknien erhaben und schön - eine regelrechte Achterbahn. Mullova wirkt dagegen deutlich introvertierter, runder irgendwie auch wärmer (trotz des etwas halligen Klangs (ich habe vergessen, wo sie aufgenommen wurde)). Sie erscheint mir eine gute Ergänzung zu Kremer zu sein, aber erst nochmal Tetzlaff hören...
Nikolaus.
..... und Grumiaux ..... und Milstein ..... und Heifetz :ignore
Poztupimi (22.03.2009, 11:13): Original von nikolaus Heute habe ich kurz in diese 'reingehört:
Ich hätte sie sogar beinahe mitgenommen, wollte aber erste noch einmal meine beiden Aufnahmen mit Kremer (ECM) und Tetzlaff (die frühere) hören.
Mullova spielt auf Darmsaiten mit einem Barockbogen (das kann sogar ich hören).
Gerade höre ich Kremer, und die Unterschiede können kaum grösser sein. Kremer spielt phasenweise nervenaufreibend extrovertiert, teilweise ruppig, dann wieder zum niederknien erhaben und schön - eine regelrechte Achterbahn. Mullova wirkt dagegen deutlich introvertierter, runder irgendwie auch wärmer (trotz des etwas halligen Klangs (ich habe vergessen, wo sie aufgenommen wurde)). Sie erscheint mir eine gute Ergänzung zu Kremer zu sein, aber erst nochmal Tetzlaff hören...
Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
ich hatte gestern auch die Gelegenheit, reinzuhören, leider war meine Zeit begrenzt und auf meinem Gedankenzettel standen noch einige andere CDs (Arpeggione-Sonate, Zehetmair-Mozart, Znaider-Brahms etc.; Bücher habe ich mir fast völlig verkniffen).
Ich kann Deinen Eindruck von Mullova ganz gut nachvollziehen, und ich denke mal, ich werde sie mir wohl auch noch zulegen, wenn ich in diverse andere Aufnahmen aus meiner Sammlung reingehört habe (Kremer 2x, Szeryng, Perlman, Grumiaux, Fischer, Heifetz – liegt mir bei den Solowerken von Bach bisher überhaupt nicht –, Podger, van Dael – habe ich als eher schwache Aufnahme auf Darmseiten mit Barockbogen in Erinnerung – und Vegh – LPs, beim letzten Hören vor 2 Jahren als eher grausig empfunden) Deine Beschreibung der Kremer-Aufnahme triftt meines Erachtens auch gut, ich muß dazu mal 2007 was geschrieben haben, notiert habe ich mir, daß er mir in der 2005er Aufnahme zwar schroffer und deutlich akzentuerter, aber gleichzeitig auch gelassener als in seiner 1980er Aufnahme vorkommt. Kennst Du die ältere Aufnahme? Von den beiden Aufnahmen mit Tetzlaff kenn ich nur vom kurzen Reinhören die von 2007. Wenn ich mich recht erinnere, hat sie mir im Großen und Ganzen gut gefallen, es hatten bisher nur andere – meist noch nicht in meinem Besitz befindliche – Werke Priorität.
Viele Grüße, Wolfgang
Rachmaninov (22.03.2009, 11:51): Original von Poztupimi Original von nikolaus Heute habe ich kurz in diese 'reingehört:
Ich hätte sie sogar beinahe mitgenommen, wollte aber erste noch einmal meine beiden Aufnahmen mit Kremer (ECM) und Tetzlaff (die frühere) hören.
Mullova spielt auf Darmsaiten mit einem Barockbogen (das kann sogar ich hören).
Gerade höre ich Kremer, und die Unterschiede können kaum grösser sein. Kremer spielt phasenweise nervenaufreibend extrovertiert, teilweise ruppig, dann wieder zum niederknien erhaben und schön - eine regelrechte Achterbahn. Mullova wirkt dagegen deutlich introvertierter, runder irgendwie auch wärmer (trotz des etwas halligen Klangs (ich habe vergessen, wo sie aufgenommen wurde)). Sie erscheint mir eine gute Ergänzung zu Kremer zu sein, aber erst nochmal Tetzlaff hören...
Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
ich hatte gestern auch die Gelegenheit, reinzuhören, leider war meine Zeit begrenzt und auf meinem Gedankenzettel standen noch einige andere CDs (Arpeggione-Sonate, Zehetmair-Mozart, Znaider-Brahms etc.; Bücher habe ich mir fast völlig verkniffen).
Ich kann Deinen Eindruck von Mullova ganz gut nachvollziehen, und ich denke mal, ich werde sie mir wohl auch noch zulegen, wenn ich in diverse andere Aufnahmen aus meiner Sammlung reingehört habe (Kremer 2x, Szeryng, Perlman, Grumiaux, Fischer, Heifetz – liegt mir bei den Solowerken von Bach bisher überhaupt nicht –, Podger, van Dael – habe ich als eher schwache Aufnahme auf Darmseiten mit Barockbogen in Erinnerung – und Vegh – LPs, beim letzten Hören vor 2 Jahren als eher grausig empfunden) Deine Beschreibung der Kremer-Aufnahme triftt meines Erachtens auch gut, ich muß dazu mal 2007 was geschrieben haben, notiert habe ich mir, daß er mir in der 2005er Aufnahme zwar schroffer und deutlich akzentuerter, aber gleichzeitig auch gelassener als in seiner 1980er Aufnahme vorkommt. Kennst Du die ältere Aufnahme? Von den beiden Aufnahmen mit Tetzlaff kenn ich nur vom kurzen Reinhören die von 2007. Wenn ich mich recht erinnere, hat sie mir im Großen und Ganzen gut gefallen, es hatten bisher nur andere – meist noch nicht in meinem Besitz befindliche – Werke Priorität.
Viele Grüße, Wolfgang
Mullova ist eine klasse Geigerin mit einem tollen Ton. Ihre Bach Aufnahmen sind soweit ich mich erinner alle sehr gut. Die Darmsaiten und der Bogen sind reizvoll. Aber ob ich eine weiter Aufnahme des Werks kaufen werde glaube ich derzeit eher nicht..... Der Bestand hat andere Lücken und ich derzeit andere Interessen.
Poztupimi (22.03.2009, 12:05): Original von Rachmaninov Der Bestand hat andere Lücken und ich derzeit andere Interessen.
Ein Satz, den ich für mich im ersten Teil ohne Weiteres unterschreiben muß. Allerdings gibt es einige wenige Werke, bei denen ich dann eine Ausnahme mache, und dazu gehören neben dem einen oder anderen Violinkonzert eben auch die Sonaten und Partiten (vielleicht – aber nur vielleicht – würde ich sogar die Anschaffung einer Kennedy-Aufnahme in Erwägung ziehen :D).
Grüße, Wolfgang
Rachmaninov (22.03.2009, 12:09): Original von Poztupimi Original von Rachmaninov Der Bestand hat andere Lücken und ich derzeit andere Interessen.
Ein Satz, den ich für mich im ersten Teil ohne Weiteres unterschreiben muß. Allerdings gibt es einige wenige Werke, bei denen ich dann eine Ausnahme mache, und dazu gehören neben dem einen oder anderen Violinkonzert eben auch die Sonaten und Partiten (vielleicht – aber nur vielleicht – würde ich sogar die Anschaffung einer Kennedy-Aufnahme in Erwägung ziehen :D).
Grüße, Wolfgang
:D
nikolaus (22.03.2009, 19:58): @ Wolfgang
:beer
Die ältere Kremer-Aufnahme kenne ich nicht. Würdest Du sie als extremer als die neuere beschreiben?
Ich weiss nicht woran es liegt, aber die Cello-Suiten höre ich wesentlich häufiger als die Violinsonaten/-partiten. Deshalb wollte ich auch erstmal meinen überschaubaren Bestand durchhören...
Gruß, Nikolaus.
Poztupimi (25.03.2009, 21:14): Original von nikolaus @ Wolfgang
:beer
Die ältere Kremer-Aufnahme kenne ich nicht. Würdest Du sie als extremer als die neuere beschreiben?
Ich weiss nicht woran es liegt, aber die Cello-Suiten höre ich wesentlich häufiger als die Violinsonaten/-partiten. Deshalb wollte ich auch erstmal meinen überschaubaren Bestand durchhören...
Gruß, Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
man – in diesem Fall ich – sollte doch genauer lesen, was man mal so geschrieben hat (oben hatte ich noch ... in der 2005er Aufnahme zwar schroffer und deutlich akzentuierter ... geschrieben).
Zur Kremer-Aufnahme von 1980/81 hatte ich mir folgendes notiert:
... die Aufnahme von 1980 ist nicht nur auf der Papierform insgesamt schneller, auch in den einzelnen Sätzen legt er teilweise ein deutlich schärferes Tempo vor, er spielt noch deutlich akzentuierter und wirkt dadurch alles in allem sehr schroff und kantig. Was bei der jüngeren Aufnahme auch noch hin und wieder rauskommt, aber insgesamt wirkt es irgendwie "gelassener" auf mich, weniger bemüht. Vielleicht trägt auch der deutliche Hall der jüngeren Aufnahme zu diesem Eindruck mit bei, die alte Aufnahme klingt eher "trocken" und ohne jeden Hall.
Da bleibt also nichts übrig, als endlich mal wieder in beide Aufnahmen reinzuhören. Wenn ich also die diversen anderen CDs vom Stapel gehört habe, nehme ich sie mir vor. Ich werde mich dann hier wieder melden.
Viele Grüße, Wolfgang
ab (09.04.2009, 13:46): Original von nikolaus Die ältere Kremer-Aufnahme kenne ich nicht.
Ich habe sie zuhause und höre sie mir wegen des sehr spitzen und ruppigen Tons fast nie mehr an, obwohl ich seine Art der Musikalistät eigentlich schätze. Am besten gefällt mir noch die erste Partita. :hello
Poztupimi (30.08.2010, 17:22): Dieser Neuzugang läuft bei mir jetzt, Sonate & Partita Nr. 1 sind gerade verklungen:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41xDVvwOYfL._SL500_AA300_.jpg Johann Sebastian Bach (1685-1750) Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001 – 1006 Sergey Khachatryan (Lord Newlands Stradivari 1702)
Mein Eindruck:
An seinen technischen Fähigkeiten hatte ich bisher keinen Zweifel, dies bestätigt er mE auch bei dieser Aufnahme. Sehr direkt aufgenommen (klingt teilweise so, als hätten sie das Mikro unmittelbar vor seinem Gesicht über dem Steg oder so aufgehängt, jedenfalls bekommt man insbesondere bei den langsamen Sätzen jedes Schnaufen und auch sonstige Lautäußerungen (besonders stark z. B. bei der Allemande der h-moll-Sonate) mit.
Wenn man keine keine historisch informierte Interpretation erwartet – ich in diesem Fall eher nicht –, ist diese Aufnahme natürlich keine Enttäuschung: alte Schule was dynamische Gestaltung und Linienführung betrifft, eher mit Grumiaux, Perlman oder Kremers erster Aufnahme bei Philps zu vergleichen als z. B. mit der von Isabelle Faust (Fischer oder Kremers spätere Aufnahme müsste ich noch mal einlegen). Da wo es geht, schwelgt er in schönstem Vibrato, da wo auch die Altvorderen eher sparsam damit umgegangen sind, tut er dies dann auch (z. B. 1. Double der h-moll-Sonate)
Also sicher was für die Freunde großer voluminöser Geigentöne, dann aber meines Erachtens keine schlechte Wahl. Mir trägt er manchmal doch etwas zu dick auf, aber das ist halt Geschmackssache.
Grüße, Wolfgang
Rachmaninov (22.10.2011, 11:11): Original von Poztupimi Dieser Neuzugang läuft bei mir jetzt, Sonate & Partita Nr. 1 sind gerade verklungen:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41xDVvwOYfL._SL500_AA300_.jpg Johann Sebastian Bach (1685-1750) Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001 – 1006 Sergey Khachatryan (Lord Newlands Stradivari 1702)
Mein Eindruck:
An seinen technischen Fähigkeiten hatte ich bisher keinen Zweifel, dies bestätigt er mE auch bei dieser Aufnahme. Sehr direkt aufgenommen (klingt teilweise so, als hätten sie das Mikro unmittelbar vor seinem Gesicht über dem Steg oder so aufgehängt, jedenfalls bekommt man insbesondere bei den langsamen Sätzen jedes Schnaufen und auch sonstige Lautäußerungen (besonders stark z. B. bei der Allemande der h-moll-Sonate) mit.
Wenn man keine keine historisch informierte Interpretation erwartet – ich in diesem Fall eher nicht –, ist diese Aufnahme natürlich keine Enttäuschung: alte Schule was dynamische Gestaltung und Linienführung betrifft, eher mit Grumiaux, Perlman oder Kremers erster Aufnahme bei Philps zu vergleichen als z. B. mit der von Isabelle Faust (Fischer oder Kremers spätere Aufnahme müsste ich noch mal einlegen). Da wo es geht, schwelgt er in schönstem Vibrato, da wo auch die Altvorderen eher sparsam damit umgegangen sind, tut er dies dann auch (z. B. 1. Double der h-moll-Sonate)
Also sicher was für die Freunde großer voluminöser Geigentöne, dann aber meines Erachtens keine schlechte Wahl. Mir trägt er manchmal doch etwas zu dick auf, aber das ist halt Geschmackssache.
Grüße, Wolfgang
Hallo Wolfgang, sehr treffende Beschreibung. Hatte auch Gelegenheit in die Aufnahme reinzuhören und muss sehr positiv hervorheben, dass es eine sehr eigenständige Sichtweise eines immerhin erst 25 jährigen Geigers ist. Da kommen weder Gedanken ein Heifetz, Kremer, Milstein, Grumiaux oder so hoch.
Der "Junge" ist bereits einer der ganz großem und ein wunderbarer Musiker.
Für mich der Geiger aktuell!
Mal gespannt wie in z.B. 25 Jahren seine Sichtweise ist.
:times10
Nordolf (24.10.2011, 17:23): Original von Rachmaninov
Hallo Wolfgang, sehr treffende Beschreibung. Hatte auch Gelegenheit in die Aufnahme reinzuhören und muss sehr positiv hervorheben, dass es eine sehr eigenständige Sichtweise eines immerhin erst 25 jährigen Geigers ist. Da kommen weder Gedanken ein Heifetz, Kremer, Milstein, Grumiaux oder so hoch.
Der "Junge" ist bereits einer der ganz großem und ein wunderbarer Musiker.
Für mich der Geiger aktuell!
Mal gespannt wie in z.B. 25 Jahren seine Sichtweise ist.
:times10
Ich kann Wolfgang und Rachmaninov nur zustimmen: - diese Doppel-CD ist ein lohnenswerter Kauf. "Voluminöser Geigenton" - wie Wolfgang schreibt - trifft es ziemlich genau. Ich bin sicherlich kein Experte für diese Werke Bachs, aber die intensive Spielart Khachatryans gefällt mir außerordentlich gut.