J. Brahms: Violinkonzert in D-dur op.77 "Konzert gegen die Violine"

Rachmaninov (03.04.2006, 16:40):
Hallo Forianer,

heute, am Todestag von Johannes Brahms, starte ich diesen Thread zu seinem Violinenkonzert.
Das Konzert hat die klassische Dreisätzigkeit (schnell - langsam - schnell) weisst aber einen, was die Dauer angeht, einen ausgedehnten Kopfsatz auf (allegro non troppo).


Aufgrund der Tatsache, daß Brahms das "Miteinander" zwischen Soloinstrument und Orchester suchte, und dadurch bedingt dem Solisten "wenig" Möglichkeiten gibt sich als "Virtuose" zu präsentieren bekam das Werk recht schnell den wenig erfreulichen Beinamen "Konzert gegen die Violine"! Es handelt sich erfreulicherweise um ein sinfonisches Violinenkonzert!

Widmungsträger des Konzerts war der Geigenvirtuose J. Joachim (wie auch bei Dvorak), der erheblichen Anteil un Einfluß auf den Solopart des Konzertes ausübte und ausüben durfte. Dennoch klagte J. Joachim aufgrund zahlreicher Doppelgriffe noch zur Uraufführung am 1.1.1879 über "wirklich ungewohnte Schwierigkeiten"
Davon ist natürlich aufgrund zahlreicher Änderungen in der Technik des Geigenspiels nichts mehr zu merken und wir können uns über zahlreiche großartige Aufnahmen des Konzerts erfreuen :tongue:
Rolf Scheiwiller (03.04.2006, 18:55):
@ Rachmaninov.

Das Violinkonzert ist eines der ganz wenigen Werke die ich von Brahms kenne und immer gern höre.

Sinfonien keine,aber die Haydn-Variat. und das 1.Klav. Konzert



Vom Violinkonzert habe ich mehrere Aufnahmen.

Perlman-Giulini EMI

Shlomo Mintz - Dirigentenname entfallen.

Oistrach - Klemperer EMI ( eine Seltenheit. Klemperer dirigiert ein franz. Orchester ! )

Francescatti-Eugene Ormandy ( meine liebste ) CBS

Rolf.
Zelenka (03.04.2006, 19:25):
Dann zeige ich auch, was ich habe:

Kulenkampff, BPO, Schmidt-Isserstedt ADD Pearl GEMMCD9466
G. Neveu, Philharmonia O, Dobrowen ADD Dutton CDBP9710
Schneiderhan, BPO, van Kempen AAD DG Original Masters 002894775263
D. Oistrakh, Staatskapelle Dresden, Konwitschny ADD DG Centenary Collection 4590162
Heifetz, Chicago Symphony O, Reiner ADD RCA Victor Red Seal 9026617422
D. Oistrakh, Moscow Philharmonic O, Kondrashin ADD RCA Red Seal Artists of the Century 74321729142
Szeryng, Royal Concertgebouw O, Haitink ADD Philips Trio 4732672
Zehetmair, Cleveland O, Dohnányi DDD Teldec Digital Experience 4509914432
Kremer, Concertgebouw O, Harnoncourt DDD Teldec 0630131372
Barton, Chicago Symphony O, Kalmar DDD Cedille CDR90000068

Die Aufnahme mit Barton habe ich nur, weil ich das gekoppelte Joachim-Konzert kennenlernen wollte. Meine Lieblingsaufnahme ist im Moment die mit Ginette Neveu. Temperament, Disziplin, Technik - alles ist da. Kulenkampff, Schneiderhan und Oistrakh (Konwitschny) folgen. Heifetz und Reiner gebricht es etwas an Emotion. Von Szeryng gibt es eine bessere Version mit Monteux. Oistrakh soll mit Klemperer am besten sein ... Ich kenne die Aufnahme nicht, weil ich um Klemperer nach Möglichkeit einen großen Bogen mache. (Ja, ich weiß, das sollte ich nicht tun.) Zu Zehetmair und Kremer fällt mir im Moment nichts ein. Ich müßte die Aufnahmen endlich mal wiederhören.

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (03.04.2006, 19:35):
Hallo,

was Aufnahmen angeht habe ich natürlich auch einiges im Schrank::

Hilary Hahn
V. Mullova
Milstein
Heifetz
Shaham (Abbado)
Neveu

Werde noch berichten!

Vor einiger Zeit sah ich auch eine Fernsehübertragung aus Kiel mit Julia Fischer und dem Brahms Konzert op.77. Durchaus sehr ansprechende Leistung.
Rachmaninov (14.04.2006, 15:04):
Mit den Berliner Philharmomnikern an ihrer Seite geleitet von Abbado gelingt Mullova mit ihrem typischen, etwas "rauhigen" Geigenton eine gute bis sehr gute Aufnahme des Brahms Konzertes.
Die Berliner erweisen ihren Ruf als Klangkörper der Spitzenklasse alle Ehren.



Der wesentliche Reiz dieser Aufnahme ist der Umsatnd das es sich um einen Live Mitschnitt handelt.

Allerdings gibt es IMO noch eindringlichere Aufnahmen, die ich persönlich im Zweifelsfall vorziehn würde. (muß ich aber glücklicherweise nicht)

Interpretation: 8
Klang: 8

Allerdings ist es wohl selbst für 9,99€ eher ein "Witz" das nur das eine Konzert auf den Aufnahme drauf ist..... :S
Ganong (15.04.2006, 18:09):
Liebe Freunde des Brahms Violinkonzerte s!
An kaum einem Konzert scheiden sich die geister offensichtlich dermassen ( im quantitaviven Sinn ) wie derart ( im qualitativen Sinn ) .
ich denke entweder jemand mag das Werk oder nicht .
Die von Rachgmaninov erwähnte Aufnahme mit dem damals in jeder Hinsicht ein Paar Muulova / Abbado und dem sich selbst übertreffenden Berliner Klangkörper ist tatsächlich ein Livemitschnitt und nicht nachträglich aus mehreren Konzerten zusammengeschnitten .
Viktoria Mullova geigt wie selten einfach grossartig . Man mag ihren ganz persönlichen Ton ja nicht unbedingt als das Optimum empfinden , aber hier ist sie bei Brahms am richtigen Komponisten .

Hinweisen möchte ich auf meine schon früher einmal besprochene Aufnahme mit Efrem Zimbalist ( ihn hat mein Grossvater in seinen Jahren in Boston und New York mehrfach erleben können ) mit Serge Koussevitzky u n d
die Aufnahme von den Salzburger Festspielen mit Zino Francecatti und Mitropoulos .
Grüsse , Frank
Jascha Horenstein (17.04.2006, 18:30):
Lieber Frank,

ich kenne die Aufnahme mit Zimbalist nicht, wohl aber jene von Koussevitzky mit dem noch jungen Heifetz. Eine, meiner Meinung nach, sehr außergewöhnliche Aufnahme. Herr Heifetz pflegte später nicht mehr so achtvoll auf seine Begleitung zu achten.

Dein Großvater kannte noch Effrem Zimbalist? Meiner hatte privaten Umgang mit Henryk Szeryng. Gleichwohl keinen musikalischen.

Liebe Grüße
Jascha
Cosima (17.04.2006, 18:42):
Original von Jascha Horenstein
wohl aber jene von Koussevitzky mit dem noch jungen Heifetz. Eine, meiner Meinung nach, sehr außergewöhnliche Aufnahme. Herr Heifetz pflegte später nicht mehr so achtvoll auf seine Begleitung zu achten.


Lieber Jascha,

unter diesem Gesichtspunkt muss ich sie mir tatsächlich noch einmal anhören!

Ansonsten steht für mich die Heifetz-Aufnahme unter Reiner gleichrangig neben der Oistrakh-Szell-Einspielung. An letzterer gefällt mir besonders die interessante Kombination aus Oistrakhs warmem und vollem Geigenton und Szells eher strengem Dirigat.

Gruß, Cosima
Ganong (18.04.2006, 17:40):
Lieber Jasch a,
j a, so ist bzw. war es . mein grossvater lebte ab 1909 / 1910 ganbz überwiegend in New York für über 30 jahre . Da bei seinen Eltern sehr viel Hausmusik gespielt wurde ( mein Grossvater und ein brudder als geiger ) war sein Interesse sehr früh und lebenslang für die klassiche Musik einfach "da" .
Grüsse , Frank
fohlenfanatiker (18.04.2006, 18:53):
Hallo Brahmsfreunde,
ich besitze das Violinkonzert in folgenden Interpretationen:

Kremer/Harnoncourt - nicht schlecht aber für mich verzichtbar;

Kremer/Bernstein - Kremers Geigenton geht mir nicht sehr unter die Haut, aber Bernsteins Dirigat ist vorzüglich, ein Werk für Geige UND Orchester, das Orchester begleitet nicht nur den Solisten sondern "ist auch nocht da"

Oistrach/Klemperer - sehr schön, gewaltig, leider zieht der Dirigent im letzten Satz, wo doch eigentlich die Post abgeht und der Zuhörer am liebsten zum Tanzen aufspringen würde, die Handbremse, das find ich bei Bernstein besser, aber ansonsten eine sehr gute Interpretation

H. Hahn/Marriner - wunderschöner Geigenton, sehr "sinnlich" gespielt,typisch Hahn eben, nur leider beschränkt sich der Dirigent mit dem Orchester mehr darauf, das Soloinstrument zu begleiten als auch noch mehr aus dem Orchester herauszuholen, das ist wiederum bei Bernstein besser

Heifetz/Reiner - so sehr ich auch den Geigenton von Heifetz mag, ja sogar liebe, der Ton ist einmalig und ich habe noch nie was Vergleichbares gehört, so spielt er mir leider dieses schöne Konzert zu schnell, wie oben schon angedeutet, eilt er dem Orchester manchmal etwas davon :( sodass es für mich auch nicht die absolute Referenzaufnahme sein kann

Heifetz/Koussevitzky - aus 1939, ich seh es auch so, er hält sich besser an das vorgegebene Tempo, spielt wie gewohnt virtuos aber die Klangqualität ist so "historisch" dass es für mich auch nicht die Referenz sein kann.

Oistrach/Konwitschny - 1954, Mono Staatskapelle Dresden, DDR-Aufnahme. Toll gespielt, aber auch hier, leider zu schlechte Tonqualität.

Was ist nun für mich die Referenz? Keine Ahnung, die perfekte Aufnahme habe ich nicht, dafür aber viele "fast perfekte"

Ich liebe dieses Konzert, muss aber aufpassen, es nicht "leid zu hören", das passiert mir manchmal bei Stücken, die ich besonders liebe.
martin (18.04.2006, 20:49):
Meine Güte,

ich bin ja hier immer geradezu erschlagen, was ihr hier alle für riesige Archive von Aufnahmen aufzuweisen habt.

Ich habe neben meiner Aufnahme von Brilliant noch die Aufnahme mit Anne Sophie Mutter und den Berliner Philharmoniker unter Karajan. Hat die mal jemand gehört?

Ansonsten, wie schrieb Fohlenfanatiker

Ich liebe dieses Konzert, muss aber aufpassen, es nicht "leid zu hören", das passiert mir manchmal bei Stücken, die ich besonders liebe.

Das sehe ich auch so. In dieser Gefahr befinde ich mich allerdings nicht, weil ich bestimmte "Evergreens" wirklich ganz gezielt auch nur wirklich selten höre.

Gruß Martin
nikolaus (18.04.2006, 22:04):
Hallo Carola!

Magst du Gidon Kremer generell nicht so gerne oder nur seine Brahms-Interpretation?

Die Aufnahme mit A.-S. Mutter kenne ich leider nicht, aber ich kann sie mir als sehr schön vorstellen.

Ich besitze nur eine Aufnahme:

http://www.deutschegrammophon.com/imgs/s150x150/4695292.jpg

Ich hatte dieselbe Konstellation als live-Konzert im Fernsehen gesehen und war zu Tränen gerührt. Auf der CD kommt es nicht ganz so gut "rüber", deshalb suche ich noch nach DER Alternativen.

Vielleicht doch die Mutter?

Gruss, Nikolaus.
nubar (18.04.2006, 22:16):
Hallo an alle,

ich besitze von diesem Konzert lediglich die Oistrakh/Konwitschny-Einspielung und habe mir bis jetzt noch keine weitere Aufnahme zugelegt, da ich bis jetzt noch keinen richtigen zugang zu diesem Werk habe.
Wenn ich mir jetzt noch eine Aufnahme zulegen sollte, würde ich entweder die Mullova, Vengerov, Neveu oder Szeryng nehmen, desssen Aufnahme als referenzverdächtiger Geheimtip (ähnlich wie bei Tschaikowsky) gehandelt wird.
Da die Taschen aber Zur Zeit nicht sonderlich gefüllt sind, bleibt es erst mal nur bei Wünschen.

MfG
nubar
Carola (18.04.2006, 22:52):
Original von nikolaus
Hallo Carola!

Magst du Gidon Kremer generell nicht so gerne oder nur seine Brahms-Interpretation?

Gruss, Nikolaus.

Hallo Nikolaus,

ich kenne sonst nichts von Gidon Kremer. Zweite Chancen gibt´s bei mir nicht. :D

Mit Gruß von Carola
fohlenfanatiker (18.04.2006, 23:24):
Hallo Carola,
die von dir genannte Aufnahme mit Mutter/Karajan habe ich noch vergessen, die habe ich auch, genauso wie von dir abgebildet, also mit Mendellsohn kombiniert. Ich habe sie nur lange nicht mehr gehört, vielleicht ist sie ja die gesuchte Referenzaufnahme. Du bist sicher nicht allein damit, wenn du sie magst. Ich habe in Erinnerung, dass sie mir damals auch wirklich gut gefallen hat. Wie schon an anderer Stelle erwähnt,ich schätze und mag Frau Mutter durchaus.
Mime (19.04.2006, 09:39):
Hallo miteinander,

hört euch das Brahms-Violinkonzert mal mit Julia Fischer an,da sehen manche der vorgenannten Interpreten recht alt aus.
Julia ist 23 und trägt neuerdings den Titel einer Musikprofessorin.Sie wird ab nächstem Semester an der Musikhochschule Frankfurt /M eine Geigenklasse unterrichten.Glückwunsch und Respekt! :engel
Rachmaninov (19.04.2006, 19:36):
Original von Mime
Hallo miteinander,

hört euch das Brahms-Violinkonzert mal mit Julia Fischer an,da sehen manche der vorgenannten Interpreten recht alt aus.

@Mime,
das entspricht meinem Eindruck der TV Übertragung aus Kiel mit J. Fischer mit genau diesem Konzert.

R
fohlenfanatiker (19.04.2006, 20:00):
Hallo Mimehört euch das Brahms-Violinkonzert mal mit Julia Fischer an,da sehen manche der vorgenannten Interpreten recht alt aus.
Das ist ja angesichts des Lebensalters von 23 Jahren auch kein Wunder :D
Rachmaninov (21.05.2006, 14:24):
Also,

die Aufnahme Hefertz / Reiner finde ich insgesamt doch rehct gut. Der einmailge Geigenton von Heifetz ist einfach etwas ganz besonderes und er begeistert mich einfach immer und immer wieder.

Allerdings kann ich auch verstehen das diese Aufnahme einem etwas "emotionslos" vorkommt wie es Zelenka äußerte.

Auch der Vorwurf von Fohlenfanatiker ist nachvollziehbar. Heifetz spielt schnell!

Aber dennoch, für mich ein tolle Aufnahe.
ab (23.05.2006, 13:16):
Original von Ganong
Hinweisen möchte ich auf die Aufnahme von den Salzburger Festspielen mit Zino Francecatti und Mitropoulos .
Grüsse , Frank

Danke für diesen Tipp! Bei Brahms kenne ich nämlich noch immer keine einzige Aufnahmen, die mich wirklich zufriedenstellt, leider.
AcomA (23.05.2006, 13:54):
hallo, insbesondere Carola,

also IMO sollte man immer eine zweite chance geben ! sonst dürfte ich keinen assistenzarztkollegen mehr operieren lassen ! wenn dieses statement nicht als kleiner 'witz' gedacht ist, dann halt ich ihn für problematisch.

ausgerechnet kremer nur ein einziges mal gehört zu haben, undzwar mit dem brahmsschen violinkonzert unter harnoncourt. diese platte ist aufnahmetechnisch schlecht, der geiger ist irgendwo 'im' orchester. das einzig gute an der aufnahme: enescus kadenz !

zu was gidon kremer fähig ist, das hört man in diesem konzert mit den wiener philh. unter leonard bernstein (DG, live-mitschnitt). diese aufnahme gehört IMO zu den 'top-five'-interpretationen dieses konzertes, die ich hörte. gidon kremers ton ist nicht süß, aber voll, sehr modulationsfähig, blitzsaubere intonation. und eine extreme innenspannung und energie wird hier in dem konzert geschaffen. der finalsatz, rhapsodisch, rhthmisch gespannt. phantastico ! kremer spielte als kadenz ein präludium per violino solo von max reger, schon die entdeckung und auswahl dieses stückes sind genial ! ich kann natürlich niemanden zu kremer zwingen, aber wer diese interpretation nicht hören will, der ist selbst dran schuld !

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5830266.jpg

gruß, siamak :engel
ab (23.05.2006, 15:16):
Was Kremer/Harnoncourt und Brahms betrifft, so sollte man das überwältigende Spiel von Clemens Hagen beim gekoppelten Doppel-Konzert nicht unerwähnt lassen: einzigartig! Dies rechtfertigt den Kauf dieser DC allemal (gleichgültig, wie Kremer und Harnoncourt dort mit diesem Cellisten harmonieren! - was sie übrigens beim Doppelkonzert beide besser tun als gemeinsam beim Violinkonzert.)
Rachmaninov (04.07.2006, 11:36):
Nachdem ich gerade die Aufnahme von H. Hahn hörte viel mir auf, daß ich hier noch gar nichts dazu geschrieben habe.

IMO ist die Aufnahme des Brahms Violinenkonzert die bisher beste Aufnahme, die Hiliary Hahn vorgelegt hat.



Ein vorzügliche Aufnahme bei der nicht nur Hahn's vorzügliche Technik auffällig ist sondern ebenso ihre Fährigkeit zu gestallten.

Dazu eine sehr gut geleitete Academy of St. MArtins in the Fields.

Ein der top Aufnahmen in meinem Bestand. Klanglich top!
Zelenka (06.08.2006, 17:55):
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4877604.jpg

Weiter oben hatte nikolaus die Kombination Shaham/BPO/Abbado nicht zu Tränen rühren können. Ich selbst möchte in diesem Konzert nicht unbedingt zerfließen, und ein schmalziges Agagio, wie ich es im letzten Monat von Zehetmair in London hören mußte, ist nicht in meinem Sinne. Mir gefällt Shahams ganz leicht heiserer Geigenton ungemein, gegen die Begleitung ist nichts einzuwenden. Es kommt überhaupt nicht zum Vorsichhindümpeln im zweiten Satz. Auch sonst wird recht flott aufgespielt. Insgesamt ziemlich sicher die beste Version der letzten Zeit. Aber das haben andere auch schon gesagt (z.B. http://www.classicstoday.com/review.asp?ReviewNum=5944). Oder Le Monde de la Musique.

:times10

Zelenka
Ganong (11.08.2006, 16:27):
Liebe Freunde und Skeptiker dieses Violinkonzerts!

Nathan Milstein , kein kleiner Name unter den Interpreten dieses Konzertes , hatte mit uns allen hier im Forum eines gemeinsam :
1. Er erstellt selbst "Rankings" seiner bevorzugten Musikwerke u n d

2. Er gehörte bezüglich der Bedeutung a l l e r Konzerte von Johannes Brahms zu den Skeptikern ( nota bene ! ) .

In seinem "Violinkonzertranking" hat er es ein wenig mürrisch mit allen seinen Einwänden dann auf Platz 3 gesetzt ( hinter das von Beethoven und das von Mendelssohn - Bartholdy ).

Am Rande : Die EMI-Aufnahme des Beethovenkonzertes leidet aus meiner Hörweise unter Milsteins eigenen Kadenzen . Schade . Die interessantere Aufnahme von ihm ist auch musikalisch die bei BBC Legends !

Milstein hatte trotz seiner vorzüglichen ( Referenz-) Aufnahme des Brahms Doppelkonzertes sein Leben lang Einwände gegen Brahms' Musik . Obwohl er die letzte Violinsonate herrlich gespielt hat .

Eine zweite Aufnahme mit Fournier hat er rundweg abgelehnt , weil er Brahms eben nicht eigentlich möge .

M e i n e Lieblingsaufnahmen des Violinkonzertes sind :

- H. Szeryng / Pierre Monteux u n d

- Zino Francescatti / D. Mitropoulos .

Grüsse ,
Frank

PS.: es geht nicht nur mir so , dass das Brahms Violinkonzert am häufigsten (!) unter meiner sammlung der VK vorkommt . Wie ist dies bei Euch ? F.
Telramund (11.08.2006, 19:14):
Original von Ganong
PS.: es geht nicht nur mir so , dass das Brahms Violinkonzert am häufigsten (!) unter meiner sammlung der VK vorkommt . Wie ist dies bei Euch ? F.

Bei mir ist es nicht ganz so. Das Brahms VK besitze ich neunmal, dasjenige von Beethoven kommt einmal mehr in meiner Sammlung vor.
ab (11.08.2006, 21:04):
Original von Ganong


M e i n e Lieblingsaufnahmen des Violinkonzertes sind :

- H. Szeryng / Pierre Monteux u n d

- Zino Francescatti / D. Mitropoulos .

Grüsse ,
Frank

PS.: es geht nicht nur mir so , dass das Brahms Violinkonzert am häufigsten (!) unter meiner sammlung der VK vorkommt . Wie ist dies bei Euch ? F.

Lieber Frank,

danke für diese Hinweise, denn ich suche immer noch nach eine Lieblingsaufnahme. Ich finde das Konzert nämlich grandios; keine der Einspielungen aber, die ich bislang gehört habe. Selbst Neuveu, die ich ja bei Sibelius so überwältigend finde, gefällt mir nicht hinreichend.
Meinst Du bei Francescatti den Orfeo-Mitschnitt von Salzburg? Bei Szeryning kenne ich jene mit Dorati, die ich enttäuschend finde. Ist diese von Dir empfohlene inzwischen die bei RCA?
Cosima (11.08.2006, 22:33):
Original von Ganong
PS.: es geht nicht nur mir so , dass das Brahms Violinkonzert am häufigsten (!) unter meiner sammlung der VK vorkommt . Wie ist dies bei Euch ? F.

Lieber Frank,

schön, wieder etwas von Dir zu lesen!

Bei mir rangieren Beethoven und Sibelius mit ihren Violinkonzerten noch vor Brahms. Wobei ich eben feststellte, dass ich insgesamt nur eine eher geringe Auswahl an verschiedenen Werken dieser Musikgattung besitze.

Gruß, Cosima
Zelenka (12.08.2006, 12:10):
Original von Telramund
Original von Ganong
PS.: es geht nicht nur mir so , dass das Brahms Violinkonzert am häufigsten (!) unter meiner sammlung der VK vorkommt . Wie ist dies bei Euch ? F.

Bei mir ist es nicht ganz so. Das Brahms VK besitze ich neunmal, dasjenige von Beethoven kommt einmal mehr in meiner Sammlung vor.

Bei mir trennen sich Beethoven und Brahms 13:13 unentschieden.

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (25.02.2007, 20:27):
Also mir geföllt die Aufnahme mit Milstein richtig gut. Würde sie nicht als DIE Referenz bezeichnen aber durchaus eine Empfehlung insb. durch die Kopplung mit dem Beethovenkonzert auf dieser Aufnahme.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3944264.jpg

Der "rauhe" und eher "schroffe" Geigenton Milsteins passt IMO wunderbar zum Konzert von Brahms.
Ganong (27.04.2007, 17:32):
Lieber R. ,

um die nächste Frage direkt zu beantworten :

Absolute Refernzaufnahme ist die mit

Henryk Szeryng und Pierre Monteux !

Grüsse ,

Frank
ab (02.05.2007, 12:09):
Original von Ganong
Absolute Refernzaufnahme ist die mit

Henryk Szeryng und Pierre Monteux !


Lieber Frank,

ist das jene unter Monteux mit dem London SO von 1958 (RCA)? Oder gibt es da mehrere ?

Danke!
daniel5993 (02.05.2007, 13:08):
Hallo

Szernyng unter Haitink!

Meine absolute Lieblingsaufnahme vom Violinkonzert von Brahms ist ebenfalls die von Henryk Szeryng gespielte! Dirigent ist da Bernhard Haitink. Aus der Serie "Große Komponisten und Ihre Musik"!
Ich dachte ich hör nicht richtig, als ich das Konzert hörte! Nirgens geht bei diesem Brahms-Konzert mehr die Post ab!

Gruß
daniel
Amadé (02.05.2007, 16:34):
Hallo,
ich erlaube mir mich einzuschalten. Meines Wissens gibt es nur die beiden kommerziellen Aufnahmen mit Szeryng. Die mit Pierre Monteux ist zweifellos eine Spitzenaufnahme, ob dies die Referenzeinspielung ist, will ich nicht bestätigen, ich mag das Wort nicht, damit wird, auch in seriösen Publikationen, viel Schindluder getrieben. Brahms sagte einmal:Je preiser gekrönt, desto durcher gefallen! Gerade beim Brahmskonzert können mehrere Wege überzeugen. Die spätere Aufnahme mit Haitink ist ca 1'30'' langsamer, nach meinem Geschmack etwas gepflegte Langeweile, auch wenn sie besser klingt.

Gruß Amadé
Rachmaninov (02.07.2007, 20:53):
Original von Zelenka
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4877604.jpg

Weiter oben hatte nikolaus die Kombination Shaham/BPO/Abbado nicht zu Tränen rühren können. Ich selbst möchte in diesem Konzert nicht unbedingt zerfließen, und ein schmalziges Agagio, wie ich es im letzten Monat von Zehetmair in London hören mußte, ist nicht in meinem Sinne. Mir gefällt Shahams ganz leicht heiserer Geigenton ungemein, gegen die Begleitung ist nichts einzuwenden. Es kommt überhaupt nicht zum Vorsichhindümpeln im zweiten Satz. Auch sonst wird recht flott aufgespielt. Insgesamt ziemlich sicher die beste Version der letzten Zeit. Aber das haben andere auch schon gesagt (z.B. http://www.classicstoday.com/review.asp?ReviewNum=5944). Oder Le Monde de la Musique.

:times10

Zelenka

Hier stimme ich zu! Sicherlich eine der besten Aufnahmen der letzten Zeit, oder sicherlich eine der besten Aufnahmen überhaupt. Brilliantes Virtuoses Geigenspiel ohne jegliche Mätzchen. Technische Perfektion, die nicht als zur Schaustellung und Selbstzweck verkommt, sondern zu einer Spitzenaufnahme sondersgleichen führt.
Und wer Zweifel hat das Shaham mit seinem Geigenton auch tiefes Gefühl vermittelt, der sollte sich den 2. Satz genauer anhören! :down
Hoch interessant wie unterschiedlich Abbado hier dirigiert im vergleich zur Mullova Aufnahme. Übrigens auf hohem Niveau, daher ganz klar....

:times10
Poztupimi (02.07.2007, 23:34):
Original von Rachmaninov

Hier stimme ich zu! Sicherlich eine der besten Aufnahmen der letzten Zeit, oder sicherlich eine der besten Aufnahmen überhaupt. Brilliantes Virtuoses Geigenspiel ohne jegliche Mätzchen. Technische Perfektion, die nicht als zur Schaustellung und Selbstzweck verkommt, sondern zu einer Spitzenaufnahme sondersgleichen führt.
Und wer Zweifel hat das Shaham mit seinem Geigenton auch tiefes Gefühl vermittelt, der sollte sich den 2. Satz genauer anhören! :down
Hoch interessant wie unterschiedlich Abbado hier dirigiert im vergleich zur Mullova Aufnahme. Übrigens auf hohem Niveau, daher ganz klar....

:times10

Als Freund dieses Werkes werde ich bei Gelegenheit mal ausgiebig in die CD reinhören.
Ich schätze die Aufnahme mit Mullova sehr (auch wenn ich mich beim beim Kauf vor vielen Jahren über den hohen Preis für knapp 40 Minuten geärgert habe), ebenso wie die schon weiter oben erwähnte mit H. Hahn.
Zu meinen Fovoriten zählt nach wie vor außerdem Perlman/Giulini.
Wenn ich dazu komme, werde ich mich mal wieder intensiver mit meinen Aufnahmen beschäftigen und sehen, ob mir was Schreibenswertes dazu einfällt.

Einen schönen Abend noch,
Wolfgang
Rachmaninov (03.07.2007, 10:34):
Original von Poztupimi

Als Freund dieses Werkes werde ich bei Gelegenheit mal ausgiebig in die CD reinhören.
Ich schätze die Aufnahme mit Mullova sehr (auch wenn ich mich beim beim Kauf vor vielen Jahren über den hohen Preis für knapp 40 Minuten geärgert habe), ebenso wie die schon weiter oben erwähnte mit H. Hahn.
Zu meinen Fovoriten zählt nach wie vor außerdem Perlman/Giulini.
Wenn ich dazu komme, werde ich mich mal wieder intensiver mit meinen Aufnahmen beschäftigen und sehen, ob mir was Schreibenswertes dazu einfällt.

Einen schönen Abend noch,
Wolfgang

@Wolfgang,

solltest Du Dir unbedingt anhören. Unterscheidet sich aber deutlich von der Mullova Aufnahme!
MirkoA (09.07.2007, 22:29):
Hallo,

ich finde aus heutiger Sicht, dass das Konzert gar nicht "gegen" die Geige geschrieben wurde. Damals waren die Hörer sicher anderes gewohnt, aber die Komponisten haben gerade zu dieser Zeit etwas "umgedacht". Neue große Konzerte heute berühmter Künstler kamen daher oft ebenso wenig an (auch Schumann und Tschaikowski-D-Dur) wie etwas später Bruckner-Sinfonien. Beides ist heute als die große Kunst anerkannt... gut, das Schumann-Konzert immernoch nicht ;-)
Allein schon, weil Brahms D-Dur in den Musikhochschulen rauf und runter gegeigt wird, kann man es IMHO in heutiger Zeit kaum als Konzert "gegen" die Violine bezeichnen.

Achja: Meine Lieblingsaufnahmen davon:
Christian Ferras mit ... weiß nicht mehr - Der hat Ton! :engel
und die vielzitierte Hahn-Aufnahme mit Marriner. Wobei mir da die Studioarbeit der Techniker nicht so gelungen scheint. Dafür bringt die Frau das Konzert live genauso rüber! Gehört in Berlin unter Kent Nagano.

Überhaupt nicht mag ich die Einspielung der Mullova.

vg mirko
Rachmaninov (10.07.2007, 07:40):
Original von MirkoA
Hallo,

ich finde aus heutiger Sicht, dass das Konzert gar nicht "gegen" die Geige geschrieben wurde.


@Mirko,

aus heutiger Zeit sind für die großen Geiger auch, aufgrund zahlreicher Änderungen und Erkenntisse, die Paganinikonzerte auch nicht "unspielbar"!.
Hier hat sich sicherlich einiges gewandelt und der Titel "gegen" die Violine passt heute wohl kaum noch! Es war auch eher ein historischer Bezug!


Überhaupt nicht mag ich die Einspielung der Mullova.

vg mirko

Was genau magst Du bei Mullova nicht?

Ansonsten: herzliches Willkommen! :hello
MirkoA (10.07.2007, 08:21):
Original von Rachmaninov


Überhaupt nicht mag ich die Einspielung der Mullova.

vg mirko

Was genau magst Du bei Mullova nicht?


Das Timbre entspricht nicht meinen Vorstellungen. Das geht mir manchmal richtig auf den Wecker ;)
Darum mache ich um Mullova lieber wieder einen Bogen.
Also nicht zum Verwechseln: Geige spielen kann sie schon :J Ist nur einfach nicht mein Ding.

vg
mirko
Rachmaninov (10.07.2007, 10:35):
Original von MirkoA
Das Timbre entspricht nicht meinen Vorstellungen. Das geht mir manchmal richtig auf den Wecker ;)
Darum mache ich um Mullova lieber wieder einen Bogen.
Also nicht zum Verwechseln: Geige spielen kann sie schon :J Ist nur einfach nicht mein Ding.

vg
mirko

@Mirko,

mir persönlich gefällt ihr Timbre beim Brahms Konzert sehr gut :D
AcomA (12.07.2007, 13:32):
hallo,

ich würde nun auch mal gerne etwas zum brahms-konzert äußern. als werk hat es mich früh begeistert. die aufnahme, mit der ich es erstmals vernahm klingt immer noch nach. ich bewerte die aufnahmen, die ich kenne folgendermaßen:

top of the top:

nathan milstein (berl. philh, jochum, DG)
gidon kremer (wiener philh., bernstein, DG)
david oistrach (RTSI, Nussio)
christian ferras (berl. Philh., karajan, DG)

top:

pinchas zukerman (CSO, barenboim, DG)
gil shaham (berl. philh., abbado, DG)

moderate:

itzhak perlman (CSO, giulini, EMI)
gidon kremer (CG amsterdam, harnoncourt, teldec)

mehr fällt mir zur zeit aus dem kopfe nicht ein.

gruß, siamak :engel
Rachmaninov (13.05.2008, 18:07):
Eben hörte ich ie 1951 Aufnahme einer Live-Aufnahme mit J. Heifetz und dem Philharmonic Symphony Orchestra unter G. Szell.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0017685110122.jpg

Irgendwie vom Orchster her typisch Szell. Gut durch organisiert.

Es ist schon erstaunlich. Heifetz spielt live wie im Studio. Was ein grandioser Musiker er doch war ....

Leider ist der Klang dann doch eher mäßig und es gibt mit Heifetz bessere Aufnahmen des Konzerts, so dass ich diese eher dem ambitionierten Sammler empfehlen würde :wink
jünter (05.01.2009, 10:09):
Es gibt eine Aufnahme mit D. Oistrach und dem Cleveland SO unter G. Szell von 1969, die in der EMI-GROC-Reihe erschienen ist

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0724356797321.jpg

und die hier seltsamerweise noch nicht genannt wurde.

Wer kennt sie und kann sagen, was davon zu halten ist?
Schlecht kann sie bei den Beteiligten eigentlich nicht sein!
Heike (05.01.2009, 20:40):
Hallo,
in den nächsten Tagen soll eine Aufnahme des Violinkonzertes (+ Doppelkonzertes) mit Vadim Repin rauskommen - die wird bestimmt auch spannend!

Heike
Rachmaninov (05.01.2009, 20:48):
@Heike,

ein wenig skeptisch bin ich schon wenn ich lese mit wem Repin dies Aufnahme gemacht hat: Riccardo Chailly

Sein "erdiger" Ton, wie ihn, so glaube ich Nordolf einst charakterisierte, passt sehr gut zum Werk.
Besitze davon einen Radio-Mitschnitt älteren Datums.
Amadé (05.01.2009, 21:17):
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0724356797321.jpg

Hallo jünter,
es ist nicht seine beste Interpretation dieses Werkes, sie braucht sich jedoch nicht vor anderen verstecken. Sie entstand drei Jahre vor seinem Tode. Wenn du schon Oistrach mit KLemperer oder Konwitschny hast, würde ich mir einen Kauf allerdings überlegen, auch wenn Szell die beste Orchesterleistung beisteuert.

Gruß Amadé
teleton (06.01.2009, 11:11):
Liebe Brahms-Freunde,

es gibt sicher viele große Aufnahmen des Brahms-Violinlonzertes.
ACOMA hat schon einige genannt.

Aber nur GANGGONG hat sie erwähnt - das ist auch meine Referenzaufnahme:
Lieber R. ,
um die nächste Frage direkt zu beantworten :

Absolute Refernzaufnahme ist die mit

Henryk Szeryng und Pierre Monteux !

Grüsse ,
Frank

Die RCA-Aufnahme von 1958 mit Szeryng/Monteux und dem LSO ist wirklich atemberaubend.
Zudem hat die Aufnahme und ihr Remastering eine Klangtechnik, die ohne das man es auf derm CD-Cover lesen würde, nie vermuten läßt, das die Aufnahme schon so alt ist - sie klingt sehr gut und natürlich.
Die Violine ist körperhaft präsent und gar nicht quäkig (wie so mache VC-Aufnahmen).

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51R9FY8647L._SL500_AA240_.jpg
RCA, 1958, ADD
Hier in der SACD-Version.
Ich besitze die RCA-CD-Version, die in Deutschland derzeit nicht erhältlich ist (habe sie aus NL):
Das ist eine RCA-Doppel-CD, die das Tschaikowsky-VC und Lalo Sym.Espagnole mit Szeryng in ebenfalls umwerfenden Interpretationen enthält.

:) Interessant auch das die Aufnahme Szeryng/Haiting (Philips) laut Daniel so toll sein soll (diese kenne ich noch nicht).
Daniel schreibt:
"Da geht die Post ab, wie bei keiner anderen Aufnahme."
Mich würde interessieren, welcher Unterschied zwischen Haitink und Monteux besteht.
Schon seltsam
denn Haitink habe ich allgemein als "nicht so feurigen Dirigenten" im Hinterkopf.
Die Aufnahme gibt es preiswert als Eloquence-CD.


Eine weitere Aufnahme, die ich ebenfalls sehr schätze ist:
Kremer/Bernstein (DG, 1983, DDD),
die in allen Belangen referenzwürdiges mitbringt.


Die von jünter und amade angesprochene Oistrach/Szell-Aufnahme ist sicher auch ein Edelstein.
Ich habe das Doppelkonzert mit Oistrach/Rostropowitsch/Szell (EMI) - eine Jahrhundertaufnahme.


Mutter/Karajan (DG)
Von dieser gesamten DG-VC-5CD-Box habe ich mich getrennt, als ich mal ein Geburtstagsgeschenk brauchte.
Diese Aufnahmen sind nicht schlecht, aber meine Überlegung war - - - Warum diese CD´s stehen lassen, wenn man mit Szeryng und Kremer doch um so viel lohnenderes zur Verfügung hat.
Der Beschenkte hat heute noch viel Freude mit dieser DG-Box, was mich ebenfalls freut. Er kann ja auch mit meinem Geschenk und ASM zufrieden sein.
Dr. Schön (06.01.2009, 11:51):
Das ist auch so ein Werk, wo ich meine Referenzaufnahme(n) noch suche. Ich weiß auch ob des großen Angebotes immer nicht so recht, was ich als nächstes antesten sollte...

Für den Hausgebrauch besitze ich Heifetz/Reiner, die ich schon sehr gut finde, aber in Tempofragen scheinen sich die beiden etwas uneins zu sein.

Ich kenne noch Aufnahmen mit Francescatti und Mullhova, die für mich auf höherem Niveau nichts wirklich besonderes waren.

Mit der romantisch schönen Aufnahme von Perlman/Giulini habe ich das Werk einst kennengelert.

Ginette Neveu überzeugt mich, anders als beim gekoppelten Sibelius Konzert, nicht völlig absolut.

Szeryng/Monteux wurde schon öfters mal positiv erwähnt, vielleicht teste ich es irgendwann mal an. Shaham/Abbado könnte auch noch interessant sein.

Naja, ich warte schon länger darauf, dass es mich mal wieder mit Brahms packt und dann bohre ich da weiter.

Mit dem VK von Beethoven gehts mir etwas ähnlich. Vielleicht mag ich einfach die Geige nicht so sehr.
jünter (06.01.2009, 15:21):
Da habe ich diesem Thread ja unverhofft zu einer kleinen Renaissance verholfen mit meiner Frage zu der Oistrach/Szell-Aufnahme!

Da ich mit Oistrach/Klemperer die - trotz des hier zu „unfeurigen“ dritten Satzes - insgesamt bessere Version schon habe, werde ich wohl auf einen Kauf verzichten.

Und da bekanntlich viele Wege nach Rom führen: Die Mullova/Abbado-Aufnahme hat auch was und steht schon auf meiner Wunschliste. Die Einspielung der VKe von Sibelius und Tschaikowsky mit Frau M./Ozawa (Philips) finde ich nämlich auch erstklassig.

Auf Repin/Chailly bin ich auch gespannt, und die von Daniel so gelobte Szeryng/Haitink wird noch getestet.

Und um zum Schluss meines Beitrages noch eine weitere „Sau durchs Dorf zu treiben“:

Kennt jemand diese Oistrach-Liveaufnahme mit Kubelik von 1967?

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4011790719122.jpg

Grüße, jünter
jünter (07.01.2009, 08:53):
Kennt jemand diese Oistrach-Liveaufnahme mit Kubelik von 1967?

Korrektur: Es muss natürlich - wie auf dem Cover zu sehen - Szeryng/Kubelik heissen.
jünter (13.01.2009, 16:05):
@ alle "Brahmanen"

Bevor ich mich selbst auf den Weg zu Dussmann mache (meine Neugier hat gewonnen):

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947774709.jpg

Hatte schon jemand Gelegenheit zu einer ausführlichen Hörprobe dieser letzten Freitag erschienenen Aufnahme oder hat die CD schon gekauft?

Grüße, jünter
kreisler (13.01.2009, 19:39):
Ich habe ein sehr eindrucksvolles Konzert mit Julia Fischer in London gehört, in dem sie dieses Konzert zum besten gab.

In dem Konzert habe ich das Werk erst wirklich lieben gelernt.
Dulcamara (14.01.2009, 12:19):
Original von jünter
@ alle "Brahmanen"

Bevor ich mich selbst auf den Weg zu Dussmann mache (meine Neugier hat gewonnen):

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947774709.jpg

Hatte schon jemand Gelegenheit zu einer ausführlichen Hörprobe dieser letzten Freitag erschienenen Aufnahme oder hat die CD schon gekauft?

Grüße, jünter

Ich habe die Aufnahme am Wochenende auf der DG-Webseite als Download erworben und mir gefällt sie sehr gut. Repin spielt das Ganze sehr, sehr ausdrucksvoll und melodisch. Könnte aber sein, dass das Konzert einigen fast schon zu süßlich gespielt ist. Gegen die Violine passiert hier jedenfalls nichts. Das Gewandhausorchester unter Chailly ist zudem in Höchstform. Die Klangqualität ist sehr hoch. Einschränkend muss ich aber anmerken, dass ich beileibe kein Experte in Sachen von Brahms Violinkonzert (und allgemeiner Violinkonzerte) bin und auch nur wenige andere Einspielungen kenne, die mir aber alle weniger gefallen haben (Hilary Hahn, Julia Fischer, Gidon Kremer und Thomas Zehetmair). Zum Doppelkonzert kann ich nichts sagen, das habe ich nur einmal nebenher gehört.

Erste Reviews gibt es zum Beispiel bei der Times Online und bei kulturnews.de.
jünter (14.01.2009, 13:52):
@ Dulcamara:

Schönen Dank für die Antwort! Mir persönlich reicht Deine Charakterisierung der Aufnahme für einen "Blindkauf" vollkommen aus (wobei ich eine gewisse positive Voreingenommenheit in Sachen Repin bei mir nicht ausschliessen kann).

Gruß, jünter
Rachmaninov (19.01.2009, 19:45):
heute auf OE1 Radio den ersten Satz der neuen Repin Aufnahme gehört.

Er spielt übrigends die Heifetz Kadenz, was eher seltener ist!
Gamaheh (21.01.2009, 00:23):
Für die Digitalisierten unter Euch:

Auf ZDF-Theaterkanal die Gelegenheit, hintereinander weg zwei Interpretationen dieses Werks zu hören (und zu sehen):

Samstag, 24. Januar 2009
Donnerstag, 29. Januar 2009
9.00 Johannes Brahms: Violinkonzert D-Dur op.77
Leonard Bernstein dirigiert die Wiener Philharmoniker
Solist: Gidon Kremer
Musikvereinssaal Wien, 1982

9.45 Meisterwerke der klassischen Musik
20-teilige Reihe von Angelika Stiehler und Martin Feil
15. Johannes Brahms: Violinkonzert
Claudio Abbado dirigiert die Berliner Philharmoniker
Solist: Gil Shaham
Deutschland 2007
Erstausstrahlung

Beides auch noch am Mittwoch, 21.1. und Mittwoch, 28.1., jeweils um 14 Uhr bzw. 14h45.

Grüße,
Gamaheh
Rachmaninov (30.03.2009, 20:04):
Vadim Repin, Gewandhausorchester Leipzig, Riccardo Chailly

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947774709.jpg

Jetzt habe ich mir diese Aufnahme doch einige male angehört, bin wirklich ein freund von Repin's Spiel und doch mag mich die Aufnahme nicht wirklich zwingend überzeugen.
Repin spielt mit viel Gefühl, aber so richtig tief emotional bewegt mich sein spiel nicht, nicht so wie bei einem Radiomitschnitt des Konzerts von vor vielen Jahren. Mir fehlt die "Emotionaledurchdringung".
Irgendwie klingt es mir dann doch zu sehr nach kontrollierter Emotion. Dies mag aber auch am Dirigat von Chailly liegen. Kommt mir fast zu vor als steure er immer gerade zu auf ein "highlight" hin als wolle es sagen" 1...2...3...Knaller" und weiter geht es.

Die Aufnahme ist jetzt wahrlich keine schlechte, aber einen nachhaltigen Eindruck hinterlließ sie bei mir bisher leider nicht.
Amadé (30.03.2009, 20:41):
Hallo Forianer,

so schön auch Repin spielt, die Aufnahme ist aufnahmetechnisch nicht ganz geglückt. Das Orchester tritt dem Solisten immer als Block entgegen, die Durchhörbarkeit und Tiefenstaffelung ist nicht so wie man sie sich von einer Aufnahme von heute wünscht. Wenn das Orchester allein spielt, ist der Klang mehr auf die Oberstimmen gerichtet, Bässe und Mittelstimmen müssen den Kürzeren ziehen. Gibt es keine guten Tonmeister mehr?

Grüße Amadé
kreisler (30.03.2009, 20:44):
@rachmaninov

Weil ich vorhin im "Was höre ich gerade"-Thread geschrieben habe, ich hätte noch keine Aufnahme für mich gefunden:

Ich kenne Menuhin (aus der Zeit-Edition) und Neveu.

Beides sind sicher besondere und in sich großartige Aufnahmen, aber die von Neveu ist leider schon sehr alt (was mich normalerweise nicht so stört wie hier), aber ich mag ihr spiel sehr gern, und Meuhin, bei allem Respekt, scheint das Konzert eher zu "meistern" als zu interpretiern. Auch wenn dass auch wieder etwas für sich hat.

Kurz um: ich suche eine halbwegs "normale" aber dennoch wirklich großartige Aufnahme. Hier tendiere ich stark zu Milstein in der Great-Recordings Serie.

bis jetzt konnte ich mich aber irgendwie noch nicht zu einem Kauf durchringen....

Viele Grüße,
Kreisler
ab (30.03.2009, 23:36):
Original von Amadé
Hallo Forianer,

so schön auch Repin spielt, die Aufnahme ist aufnahmetechnisch nicht ganz geglückt. Das Orchester tritt dem Solisten immer als Block entgegen, die Durchhörbarkeit und Tiefenstaffelung ist nicht so wie man sie sich von einer Aufnahme von heute wünscht. Wenn das Orchester allein spielt, ist der Klang mehr auf die Oberstimmen gerichtet, Bässe und Mittelstimmen müssen den Kürzeren ziehen. Gibt es keine guten Tonmeister mehr?

Grüße Amadé

.. und das in der wunderbar durchsichtigen Akkustik des Gewandhauses... :S


Ich hatte ja jüngst im Radio zu dieser Aufnahme blind zugeschaltet und wähnte im dumpfen Klang eine Aufnahme aus den 60ern! (...soviel auch zum musealen Zugang Repins). Er hat mich aber die Aufnahme gespannt verfolgen lassen und ich war höchst gespannt, zu erfahren, wer einen solch bezwingenden Brahms spielen würde.
Rachmaninov (31.03.2009, 08:51):
Original von kreisler
@rachmaninov

Weil ich vorhin im "Was höre ich gerade"-Thread geschrieben habe, ich hätte noch keine Aufnahme für mich gefunden:

Ich kenne Menuhin (aus der Zeit-Edition) und Neveu.

Beides sind sicher besondere und in sich großartige Aufnahmen, aber die von Neveu ist leider schon sehr alt (was mich normalerweise nicht so stört wie hier), aber ich mag ihr spiel sehr gern, und Meuhin, bei allem Respekt, scheint das Konzert eher zu "meistern" als zu interpretiern. Auch wenn dass auch wieder etwas für sich hat.

Kurz um: ich suche eine halbwegs "normale" aber dennoch wirklich großartige Aufnahme. Hier tendiere ich stark zu Milstein in der Great-Recordings Serie.

bis jetzt konnte ich mich aber irgendwie noch nicht zu einem Kauf durchringen....

Viele Grüße,
Kreisler

@Kreisler,

Milstein's Aufnahme aus der EMI Reihe ist IMHO sehr gelungen und ebenso das beethovenkonzert auf dieser Aufnahme.
Ebenso sehr empfehlenswert ist Heifetz.
Aus der neueren Zeit hat mich Shaham, Mullova (beide mit Abbado) sehr angesprochen und die beste Aufnahme von H. Hahn ist ihrer Aufnahme des Brahms VK's.
Cetay (inaktiv) (31.03.2009, 10:48):
Original von Rachmaninov
Aus der neueren Zeit hat mich Shaham, Mullova (beide mit Abbado) sehr angesprochen und die beste Aufnahme von H. Hahn ist ihrer Aufnahme des Brahms VK's.

Für mich ist das auch die beste der neueren Aufnahmen des VKs, allerdings weit weg von meiner Wunschvorstellung. Da mir auch die "museale" Herangehensweise bei diesem Konzert überhaupt nicht zusagt, geht es mir ebenfalls so, dass ich die Aufnahme für mich noch nicht gefunden habe. Am besten gefällt mir Kennedy. :ignore
Rachmaninov (31.03.2009, 11:26):
Original von Dox Orkh
Original von Rachmaninov
Aus der neueren Zeit hat mich Shaham, Mullova (beide mit Abbado) sehr angesprochen und die beste Aufnahme von H. Hahn ist ihrer Aufnahme des Brahms VK's.

Für mich ist das auch die beste der neueren Aufnahmen des VKs, allerdings weit weg von meiner Wunschvorstellung. Da mir auch die "museale" Herangehensweise bei diesem Konzert überhaupt nicht zusagt, geht es mir ebenfalls so, dass ich die Aufnahme für mich noch nicht gefunden habe. Am besten gefällt mir Kennedy. :ignore

kennst Du die Milstein Aufnahme?
ab (31.03.2009, 11:26):
Original von Dox Orkh
Da mir auch die "museale" Herangehensweise bei diesem Konzert überhaupt nicht zusagt, geht es mir ebenfalls so, dass ich die Aufnahme für mich noch nicht gefunden habe.

willkommen im Club!
teleton (31.03.2009, 12:14):
Original von daniel5993
Hallo

Szernyng unter Haitink!

Meine absolute Lieblingsaufnahme vom Violinkonzert von Brahms ist ebenfalls die von Henryk Szeryng gespielte! Dirigent ist da Bernhard Haitink. Aus der Serie "Große Komponisten und Ihre Musik"!
Ich dachte ich hör nicht richtig, als ich das Konzert hörte! Nirgens geht bei diesem Brahms-Konzert mehr die Post ab!

Gruß
daniel

*** Szeryng liebte dieses Konzert Zeit seines Lebens und hinterließ offenbar mindestens drei große Aufnahmen:

Szeryng/ Monteux (RCA, 1958) - mein bisheriger Favorit und zufällig meine erste LP-Aufnahme als bestmöglichert Einstieg. Besser habe ich das VC nie wieder gehört; heute habe ich diese fabelhafte Aufnahme auch auf RCA-CD.
:wink Da geht es mir keinsfalls so, dass ich noch keine Aufnahme gefunden hätte.

Szeryng / Kubelik (Orfeo, 1967)

Szeryng / Haitink (Philips, 1973)
Dank Daniels aufmunternder Worte habe ich diese ELOQUENCE-CD gerade für unglaubliche 1,89€ bestellt. Glücklicherweise ist dieser Thread wieder aktuell, sodaß ich an meine Bestellabsicht erinnert wurde.
:leb Das will ich hören, wie bei Szeryng und Haitink (den ich eigendlich als einen ruhigeren Vertretzer in der Klassik kennen gelernt habe) die "POST abgeht".

@Daniel, kennst Du inzwischen auch die Monteux-RCA-Aufnahme ?
Cetay (inaktiv) (31.03.2009, 15:40):
Original von Rachmaninov

kennst Du die Milstein Aufnahme?
Ich hatte sie mal geliehen ohne dass ein bleibender Eindruck zurückgeblieben wäre - das ist aber schon eine ganze Weile her.

Es gibt eine Live-Aufnahme mit Neveu, die besser sein soll als die bekannte Studioeinspielung. Kennt die jemand?

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/5060028040728.jpg
Cetay (inaktiv) (31.03.2009, 22:51):
Heute habe ich einen intuitven Spontankauf getätigt - wissend, dass man mit diesem Dirigenten schwerlich etwas falsch machen kann.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4022143955852.jpg
Gioconda de Vito, RIAS SO, Ferenc Fricsay

Der erste Eindruck im Auto: WOW!
Sehr emotional -die ganze Palette zwischen inniger Sanglichkeit und aggressiver Attacke abdeckend- aber nie schwülstig. Und was für ein gewaltiger Orchesterpart und was für eine Verzahnung von Solistin und Orchester. :down
Mal sehen, ob sich dieser durchweg postive Eindruck beim Nachhören in Ruhe verfestigt.
ab (31.03.2009, 23:34):
Original von Dox Orkh
Es gibt eine Live-Aufnahme mit Neveu, die besser sein soll als die bekannte Studioeinspielung. Kennt die jemand?


Ja, diese vom 03.05.1946 ist in der billigen Documents-3-CD-Ausgabe enthalten:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4011222235237.jpg

Beethoven: Violinkonzert op. 61
Sibelius: Violinkonzert op. 47
Brahms: Violinkonzert op. 77
Chausson: Poeme für Violine & Orchester op. 25
Strauss: Sonate für Violine & Klavier op. 18
Suk: 4 Stücke op. 17
Ravel: Piece en Forme de Habanera;Tzigane
Cetay (inaktiv) (01.04.2009, 07:53):
Original von ab
Ja, diese vom 03.05.1946 ist in der billigen Documents-3-CD-Ausgabe enthalten:

:thanks Ich denke, das muß 1948 heissen? Dann wäre es in der Tat die Gesuchte.
pyrrhon (01.04.2009, 08:10):
Original von Dox Orkh
Original von ab
Ja, diese vom 03.05.1946 ist in der billigen Documents-3-CD-Ausgabe enthalten:

:thanks Ich denke, das muß 1948 heissen? Dann wäre es in der Tat die Gesuchte.

Guckst Du: http://www.musicandarts.com/1208_New_Class.html

CD-0837(2) GINETTE NEVEU- 1949 CONCERT PERFORMANCES: Beethoven: Violin Concerto in D, Op. 61 Southwest German Radio Orchestra (Baden-Baden), cond. Hans Rosbaud (rec. Sept. 1949); Ravel: Tzigane for Violin and Orchestra Philharmonic-Symphony Orchestra of New York, cond. Charles Munch (rec. 2 Jan. 1949); Brahms: Violin Concerto in D, Op. 77 The Hague Residentie Orchestra, cond. Antal Dorati (rec. 10 June 1949); Chausson: Poème for Violin and Orchestra, Op. 25 Philharmonic-Symphony Orchestra of New York, cond. Charles Munch (rec. 2 Jan. 1949). 2 CDs; orig. released in 1994; new digital restoration in 2008. AAD; 54:50 & 57:08 UPC# 0-17685-083723.

(Bild des Covers)

Ist allerdings auch nicht 1948, sondern 1949 aufgenommen worden.
Cetay (inaktiv) (01.04.2009, 12:02):
Original von pyrrhon
CD-0837(2) GINETTE NEVEU- 1949 CONCERT PERFORMANCES: Beethoven: Violin Concerto in D, Op. 61 Southwest German Radio Orchestra (Baden-Baden), cond. Hans Rosbaud (rec. Sept. 1949);

Das ist dann noch eine weitere Aufnahme. Die hier Hochgelobte vom 03.05.48, ist mit Schmidt-Isserstedt am Pult.
ab (01.04.2009, 16:33):
Original von Dox Orkh
Original von ab
Ja, diese vom 03.05.1946 ist in der billigen Documents-3-CD-Ausgabe enthalten:

:thanks Ich denke, das muß 1948 heissen? Dann wäre es in der Tat die Gesuchte.

Sorry, ja 1948 mit dem Sinfonieorchester des Nordeutschen Rundfunks, aus Hamburg live.
Rachmaninov (01.04.2009, 19:35):
Original von Dox Orkh
Heute habe ich einen intuitven Spontankauf getätigt - wissend, dass man mit diesem Dirigenten schwerlich etwas falsch machen kann.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4022143955852.jpg
Gioconda de Vito, RIAS SO, Ferenc Fricsay

Der erste Eindruck im Auto: WOW!
Sehr emotional -die ganze Palette zwischen inniger Sanglichkeit und aggressiver Attacke abdeckend- aber nie schwülstig. Und was für ein gewaltiger Orchesterpart und was für eine Verzahnung von Solistin und Orchester. :down

DAS ist SEINE ganz große Kunst!
ab (02.04.2009, 10:09):
Original von Dox Orkh
Es gibt eine Live-Aufnahme mit Neveu, die besser sein soll als die bekannte Studioeinspielung.


Welche ist denn die "bekannte Studioeinspielung"?
Die mit dem Philharmonia Orchestra, unter Issay Dobrowen von 1946?
Oder aber die mit The Hague Residentie Orchestra, unter Antal Dorati vom 10.6.1949? Ich kenne beide nicht.

:hello
Cetay (inaktiv) (02.04.2009, 11:54):
Original von ab
Original von Dox Orkh
Es gibt eine Live-Aufnahme mit Neveu, die besser sein soll als die bekannte Studioeinspielung.


Welche ist denn die "bekannte Studioeinspielung"?
Die mit dem Philharmonia Orchestra, unter Issay Dobrowen von 1946?
Oder aber die mit The Hague Residentie Orchestra, unter Antal Dorati vom 10.6.1949? Ich kenne beide nicht.

:hello

Ich meine die 46er Aufnahme mit Dobrowen, die unlängst von EMI in der Great Artist of the Century Serie wieder aufgelegt wurde (mit Kopfschmerzen verursachendem Remastering; deshalb sofort wieder verkauft).
ab (02.04.2009, 12:12):
Original von Dox Orkh
Ich meine die 46er Aufnahme mit Dobrowen, die unlängst von EMI in der Great Artist of the Century Serie wieder aufgelegt wurde (mit Kopfschmerzen verursachendem Remastering; deshalb sofort wieder verkauft).

Dasselbe gibts doch klanglich besser und zum wohl selben Preis bei Dutton!
ab (02.04.2009, 16:19):
Neu erschienen: Nikolaj Znaider und Valery Gergiev mit Sound der Wiener Philharmoniker. Wers mag...

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51CuCJTMKjL._SL500_AA240_.jpg
Amadé (02.04.2009, 21:42):
Liebe Brahms-Freunde,
die hier diskutierten Aufnahmen von op.77 mit Ginette Neveu haben alle Stärken und Schwächen. Die Schwächen liegen zunächst einmal eindeutig im Bereich der Aufnahme- und Wiedergabetechnik, die kurz nach dem 2. Weltkrieg noch in den Kinderschuhen steckten. Das hört man vor allem der EMI-Aufnahme von 1946 mit dem gerade ins Leben gerufenen Philharmonia-Orchestra an, trotzdem klingt sie präsent. Interpretatorisch kann sie jedoch den beiden späteren Paroli bieten, wird sie doch von dem russischen Dirigenten Issay Dobrowen geleitet, keineswegs in no-name, wie wir meinen wollen. Dobrowen war immerhin ein Mitarbeiter von Fritz Busch (!) in seiner Dresdner Zeit. Er leitet das Orchester an zu konzentriertem, eher zielgerichteten, weniger romantisch-schwelgendem Musizieren, die Tempi sind flüssig, wenig aufgeweicht.
Die Hamburger live-Aufnahme mit Hans Schmidt-Isserstedt wurde auf Band mitgeschnitten, damit entfällt das Rauschen der Schellackplatten. Tonmeister war wahrscheinlich Friedrich Schnapp, der kurz vor Kriegsende von Berlin nach Hamburg wechselte und im NWDR arbeitete. Schnapp hat in den 40er Jahren die Konzerte Furtwänglers in der Alten Philharmonie aufgenommen. Die Hamburger Aufnahme ist der Zeit entsprechend durchsichtig. Schmidt-Isserstedt pflegte damals einen romantischen Interpretationsansatz mit langsameren, flexiblen, aber stellenweise auch etwas breiten Tempi. Hier steht die Solo- Exposition des 1. Satzes etwas mehr unter Spannung als bei der EMI-Aufnahme.
Dann gibt es noch die Aufnahme vom 2. Jan.1949 aus Den Haag mit dem dortigen Residenz Orchester unter der Leitung von Antal Dorati (Music&Arts), ein Konzertmitschnitt, der, wie damals vom holländischen Rundfunk üblich, auf Acetatplatten archiviert wurde. Deshalb müssen ständiges Knistern und Rauschen in Kauf genommen werden, Freunde historisch wertvoller Aufnahmen stört das nicht so sehr, den Normalhörer umso mehr. G.Neveu kann man jedoch at her best bewundern, ihr Geigenton ist sehr gut eingefangen, sehr präsent. Dorati erscheint hier mehr als Begleiter denn als Gestalter. Dem letzten Satz fehlt etwas Feuer.
Eine eindeutige Empfehlung für die eine oder andere Aufnahme fällt mir recht schwer.
Hier noch die Laufzeiten:
Dobrowen: 21'40-9'10-7'48
Schmidt-Iss: 22'11-9'39-7'56
Dorati: 22'32-9'21-8'19

Grüße Amadé
teleton (22.04.2009, 11:00):
Original von teleton
Original von daniel5993
Hallo

Szernyng unter Haitink!

Meine absolute Lieblingsaufnahme vom Violinkonzert von Brahms ist ebenfalls die von Henryk Szeryng gespielte! Dirigent ist da Bernhard Haitink. Aus der Serie "Große Komponisten und Ihre Musik"!
Ich dachte ich hör nicht richtig, als ich das Konzert hörte! Nirgens geht bei diesem Brahms-Konzert mehr die Post ab!

Gruß
daniel

* Szeryng liebte dieses Konzert Zeit seines Lebens und hinterließ offenbar mindestens drei große Aufnahmen:

Szeryng/ Monteux (RCA, 1958) - mein bisheriger Favorit und zufällig meine erste LP-Aufnahme als bestmöglichert Einstieg. Besser habe ich das VC nie wieder gehört; heute habe ich diese fabelhafte Aufnahme auch auf RCA-CD.
:wink Da geht es mir keinsfalls so, dass ich noch keine Aufnahme gefunden hätte.

Szeryng / Kubelik (Orfeo, 1967)

Szeryng / Haitink (Philips, 1973)
Dank Daniels aufmunternder Worte habe ich diese ELOQUENCE-CD gerade für unglaubliche 1,89€ bestellt. Glücklicherweise ist dieser Thread wieder aktuell, sodaß ich an meine Bestellabsicht erinnert wurde.
:leb Das will ich hören, wie bei Szeryng und Haitink (den ich eigendlich als einen ruhigeren Vertretzer in der Klassik kennen gelernt habe) die "POST abgeht".

@Daniel, kennst Du inzwischen auch die Monteux-RCA-Aufnahme ?

Lieber Daniel,

vor meinem Osterurlaub traf bei mir die von Dir als "Postabgehende Interpretation" des Brahms-VC empfohlen wurde.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028946466520.jpg
Philips, 1974, ADD

Ich hatte mir einen langen Text überlegt, denn ich aber aus Zeitgründen nicht schreiben konnte - heute in kürzerer Form:

Schon die ungewöhnlich langen Spielzeiten beim VC 23:18 - 09:26 - 08:32 riefen bei mir Verwunderung aus. Dabei soll "die Post abgehen" ???
Das Hörergebnis gestaltet sich dann so, das ich vergeblich auf "postabgehendes" wartete. Haitink gestaltet den Orchesterpart sauber, normal ohne Exesse, etwas hausbacken. Nicht anders als man es von ihm erwartet und so wie man Haitink kennt.
Szeryng zieht entsprechend mit und spielt einen TOP-Violinpart dazu.
Nichts weiter Aufregendes - einfach normal.
* Meine alte TOP referenzwürdige Aufnahme mit Szeryng/Monteux (RCA, 1958, ADD) bringt da doch etlich mehr Schwung ins Spiel 22:05 - 09:15 - 8:00 und gehört nach wie vor zu meinen Favoriten. Diese ist auch trotz des Alters klangtechnisch nicht schlechter.


:thanks Ich möchte mich aber trotzdem bei Dir bedanken, denn bei den Hördurchgängen und Vergleichen habe ich zu meiner weiteren Favoritenaufnahmen Kremer / WPO / Bernstein (DG, 1983, DDD) zurückgefunden 22:06 - 08:52 - 07:21 - - - Ja - da geht tatsächlich die Post ab (besonders im letzten Satz)!
:down Man, ist das ne Aufnahme.
Cetay (inaktiv) (06.06.2009, 14:13):
Original von Rachmaninov
Nachdem ich gerade die Aufnahme von H. Hahn hörte viel mir auf, daß ich hier noch gar nichts dazu geschrieben habe.

IMO ist die Aufnahme des Brahms Violinenkonzert die bisher beste Aufnahme, die Hiliary Hahn vorgelegt hat.



Ein vorzügliche Aufnahme bei der nicht nur Hahn's vorzügliche Technik auffällig ist sondern ebenso ihre Fährigkeit zu gestallten.

Dazu eine sehr gut geleitete Academy of St. MArtins in the Fields.

Ein der top Aufnahmen in meinem Bestand. Klanglich top!

Wer diese Aufnahme noch nicht kennt, kann dies in voller Länge hier bei last.fm (legal, kostenlos, ohne Anmeldung) nachholen.
teleton (07.06.2009, 12:08):
Hallo Dox,

:thanks ich bin Deiner dankenswerten Empfehlung nachgegangen und habe mir gerade das Brahms-VC mit H.Hahn angehört.

Hilary spielt das Brahms - Konzert, wie nicht anders zu erwarten war wirklich perfekt, sodaß ich Rachmaninov´s Aussage, dass es ihre vielleicht beste Aufnahme ist, nachvollziehen könnte.
Hilary empfindet das VC sehr romantisch und schön und ist weniger auf Virtuosität bedacht - das ist halt Geschmackssache. Auch die Spielzeiten 23:12 - 9:29 - 7:21(3.Satz ist OK) zeugen von dieser abgeklärteren Sichtweise - das ist mir für meinen Geschmack (bes.im 1.Satz) zu langsam - das sind ähnliche Zeiten wie in daniels Favoritenaufnahme Haiting/Szeryng (Philips), der er "Postabgang" bescheinigte, die dann überraschend doch mit weniger Feuer ausgestattet war.

Auch rein orchestral fehlt mir bei Marriner mit seiner Academy in dieser SONY-Aufnahme der große Brahms - Ton. Das Orchester klingt wie ein aufgeweichter Brahms, dann die wunderbare Hilary darüber.


*** Bei meinen Favoriten Bernstein/Kremer (DG) und Monteux/Szeryng (RCA) finde ich den sinfonischen Brahms beim VC weitaus angemessener interpretiert und damit diese Aufnahmen ungleich spannender, ja zündender. Beide Solisten passen sich dem großorchestralen Brahms-Ton an, indem sie hochvirtos das Brahms - VC darbieten. Das kann mich dann wirklich begeistern.
daniel5993 (07.06.2009, 23:03):
Guten Abend teleton (Wolfgang),

erst heut Abend hab ich deine weiteren Beiträge zu diesem Violinkonzert gelesen und auch erst die Fragen wahrgenommen, welche du an mich gestellt hast. Mein Beitrag zu Szeryng/Haitink ist bereits 2 Jahre alt. Zu der Zeit hatte ich nur 2 Aufnahmen, Menuhin/Furtwängler und Szeryng/Haitink. Im Gegensatz zu Menuhin, konnte ich damals mit Echtheit und unübertrieben sagen, dass bei Szeryng die Post abgeht. In der Zwischenzeit habe ich noch viele weitere Aufnahmen gekauft, jedoch nie gehört. Jetzt komme ich auf sieben Aufnahmen, 4 davon sind noch verschweißt (kein Scherz! Und soviel zu meinem Kaufverhalten :ignore). Aber unter diesen Aufnahmen ist immer noch nicht Szeryng/Monteux, welche bereits Amade gelobt hatte, wenn ich mich nicht irre. Diese genannte Aufnahme möchte ich auch unbedingt mal hören und vielleicht sogar eines Tages mein Eigen nennen. Ich möchte in den nächsten Tagen einmal alle Aufnahmen in Ruhe hören und werde mich dann hier wieder sehen lassen.

Heut Abend beginne ich gleich mal mit Kremer/Bernstein....

Grüße
Daniel
Amadé (07.06.2009, 23:14):

Original von Daniel
Heut Abend beginne ich gleich mal mit Kremer/Bernstein....

... und dann (endlich) Szeryng mit Monteux nachlegen ! ! ! ! :leb

Gute Nacht
Amadé
Cetay (inaktiv) (08.06.2009, 11:32):
Original von teleton
Hallo Dox,

:thanks ich bin Deiner dankenswerten Empfehlung nachgegangen und habe mir gerade das Brahms-VC mit H.Hahn angehört.

Hilary spielt das Brahms - Konzert, wie nicht anders zu erwarten war wirklich perfekt, sodaß ich Rachmaninov´s Aussage, dass es ihre vielleicht beste Aufnahme ist, nachvollziehen könnte.
Hilary empfindet das VC sehr romantisch und schön und ist weniger auf Virtuosität bedacht - das ist halt Geschmackssache. Auch die Spielzeiten 23:12 - 9:29 - 7:21(3.Satz ist OK) zeugen von dieser abgeklärteren Sichtweise - das ist mir für meinen Geschmack (bes.im 1.Satz) zu langsam
(...)
Auch rein orchestral fehlt mir bei Marriner mit seiner Academy in dieser SONY-Aufnahme der große Brahms - Ton. Das Orchester klingt wie ein aufgeweichter Brahms, dann die wunderbare Hilary darüber.


Mit dieser Einschätzung stimme ich überein. Hilary Hahn hat (auch bei anderen Konzerten) ihre großen Momente, wenn sie sich über dem Orchester schwebend aussingen kann - das berührt dann aber auch bis tief ins Innerste.
Dem sinfonischen Brahms Konzert bekommt in meinen Ohren eine echte Verzahnung und dramatische Interaktion zwischen Solist und Orchester deutlich besser und dafür ist mir Marriners Ansatz dann zu pauschal und Hahns Spielweise zu "brav".
In diesem Zusammenhang will ich nachdrücklich auf die bereits von mir angesprochene Aufnahme zurückkommen, die das oben vermisste in Perfektion bietet:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4022143955852.jpg
Gioconda de Vito, RIAS SO, Ferenc Fricsay

Der erste Eindruck im Auto: WOW!
Sehr emotional -die ganze Palette zwischen inniger Sanglichkeit und aggressiver Attacke abdeckend- aber nie schwülstig. Und was für ein gewaltiger Orchesterpart und was für eine Verzahnung von Solistin und Orchester. :down
Mal sehen, ob sich dieser durchweg postive Eindruck beim Nachhören in Ruhe verfestigt.

Ich lasse das nach vielfachem Hören genau so stehen. Das ist eine grandiose Darbietung, die von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Dass die Solistin Jahrzehnte lang an ihrem Part gefeilt hat, hört man der Aufnahme nicht an; die ausgeklügelte Phrasierung wird mit manchmal improvisatorisch anmutender Spontaneität vermittelt. Es ist herausragend, wie Fricsay darauf reagiert und vor allem rhythmische Details herausschält, auf die man in anderen Aufnahmen schon sehr genau hören muss.
De Vito, die in den 50-ern in einem Atemzug mit Yehudi Menuhin und Isaac Stern genannt wurde, scheint heute nur noch wenig bekannt zu sein. Das mag damit zusammenhängen, dass sie Ihre Karriere früh beendet hat und nur ein sehr begrenztes Repertoire spielte. Sie gilt als ausgesprochene Brahms-Spezialistin und diese CD zeigt warum. Das ist die mit Abstand beste Einspielung, die ich bislang gehört habe. Leider kann ich sie nicht im Vergleich zu der Szeryng/Monteux Aufnahme einschätzen - und das wird sich bei den aktuellen gepfefferten Preisen leider nicht ändern. :S
daniel5993 (08.06.2009, 22:58):
Original von Amadé

Original von Daniel
Heut Abend beginne ich gleich mal mit Kremer/Bernstein....

... und dann (endlich) Szeryng mit Monteux nachlegen ! ! ! ! :leb


Original von Dox
Leider kann ich sie nicht im Vergleich zu der Szeryng/Monteux Aufnahme einschätzen - und das wird sich bei den aktuellen gepfefferten Preisen leider nicht ändern.

Guten Abend Amade, Dox

Ganz in meinem Sinne Dox! Mondpreise, ob JPC oder Amazon, unter 30 € nicht zu haben und daher vorerst auch für mich unerschwinglich. Bei solchen Preisen kriege ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich zuschlage! Was also tun, als warten?!

Grüße
Daniel
kreisler (10.06.2009, 10:46):
Ich liebe das Konzert sehr und würde gerne mal meine Erfahrungen hier einbringen:

gehört habe ich: (teils besitze ich oder meine Eltern die Aufnahme, teils hab ich sie auch nur einmal gehört):


Menuhin/Kempe

Mit ihr und diesem großen Geiger habe ich das Konzert kennengelernt. Menuhin hat Schwierigkeiten mit dem Part (und der extrem guten, aber auch extrem schweren Kadenz von Fritz Kreisler). Jedenfalls klingt es so und hatte ich immer das Gefühl, er würde dadurch wenig gestallten. Viele der neueren Geiger, die das locker herunterspielen, spielen aber auch über vieles Hinweg, sosehr sie auch versuchen ihren Ton etc. zu "gestalten", tuen sich bei Menuhin ganz andere Abgründe auf. Ich mag diesen Menschen unglaublich gerne.

Szeryng/Haitink

Eine Aufnahme, die mich beim ersten hören gefesselt hat, da sie einfach so klar, eindeutig ist. Wie so oft bei solchen Aufnahmen fehlt ihr aber dann in meinen Augen das gewisse etwas wegen dem ich die Aufnahme umbedingt öfter anhören will

Neveu/Dobrowen

Mit dieser Geigerin habe ich das Violinkonzert auch erst so richtig lieben gelernt. Eine grandiose Aufnahme: ungleich dramatisch und das ganze Konzert als ein ganzes Auffassend! Leider etwas alt, aber das stört mich persönlich nicht. Neveus spiel ist nicht umbedingt nur schön - auch wenn es das durchaus sein kann- sondern manchmal auch ganz unverhüllt spitz. Vielleicht meine Lieblingsaufnahme!
Auf jeden Fall hat sie das gewisse Etwas...

Mutter/Karajan

Ähnlich perfekt wie die mit Szeryng. Jedoch auf eine andere karajanige Weise: Mehr Klangschön als wirklich lyrisch, dabei Präziese bis zum geht nicht mehr. Man kann schon sagen: so gehört sichs. Und man sollte durchaus einige Vorurteile gegen die beiden hinter sich liegen lassen und diese Aufnahme geniessen.

Francescatti/Mitropoulus

Dürfte ich eigentlich gar nicht erwähnen, da ich sie nur einmal kurz (neben der Szering-Aufnahme) gehört habe. Einige Kommentare dazu weiter oben machen mich aber wieder neugierig auf die Aufname, an die ich mich nicht mehr wirklich erinnern kann. Ich war nur erst etwas von Francescatti´s Ton enttäusch, aber das war sicherlich nur ein erster Eindruck...

Kremer/Bernstein

Ich muss gestehen, ich mag Kremers Stil nicht und deshalb war auch diese Aufnahme relativ schnell bei mir untendurch. Ich empfinde sein Spiel (auch musikalisch) immer als etwas spröde.
Aber leider hat mich hier auch Bernstein etwas enttäuscht, der versucht, seinen Part gewaltig aufzublähen, was mir aber schnell langweilig wird (was eigentlich bei diesem Dirigenten nicht sehr schnell passiert).

Perlman/Giulini

Diese Aufnahme hat mich beim ersten hören vollkommen überzeugt. Komischerweise musste ich mich dann beim wiederholten hören erst an die Eigenheiten Giulinis im Orchester gewöhnen (recht langsame Einspielung). Perlman passt dazu und spielt sehr schön, und nicht nur oberflächlich.

Hahn/Marriner

Hier hat mich die Orchesterleitung so enttäuscht, dass ich die Aufnahme nicht gekauft habe. Hilary Hahn spiel tsicher nicht schlecht, dafür ict sie zu gut, aber Marriner war wirklich langweilig!

Ich hatte ein Wunderbares Live-Erlebnis mit dem Konzert in der Royal-Albert-Hall. Und zwar mit Julia Fischer. Ihr technisch unglaubliches, durch geistige Geschlossenheit archektonisch anmutendes und dabie mit großem Ausdruck verbundene Spiel überwältigte voll und ganz. Ich befürchte nur, dass die CD- Aufnahme (die übrigens recht teuer ist und ein furchtbares Cover hat - pentatone :ignore) nicht ganz an das Live-Erlebnis herankommt.

Umbedingt- und schon seit längerem, will ich mir Milstein zulegen, da ich mich von der Aufnahme geigerisch ganz viel erwarte...

Liebe Grüße,
Kreisler
Cetay (inaktiv) (13.06.2009, 19:16):
Noch ein paar Hörgelegenheiten auf last.fm (nur mit allen Sätzen in voller Länge):

Fischer/Kreizberg, Zehetmair/Zehetmair, Kreisler/Barbirolli, Haendel/Müller-Krayh, Menuhin/Furtwängler, Kennedy/Tennstedt, Strauss/Saccani, Perlman/Giulini, Kogan/Eliasberg, Schmied/Mandeal, Perlman/Barenboim, Zimbalist/Koussevitzky, Busch/Steinberg, Milstein/Monteux, Oistrakh/Klemperer, Salerno-Sonnenberg/de Waart, Neveu/Dobroven, Ughi/Sawallisch, Heifetz/Reiner, Little/Handley

Fehlt nur noch jemand, der freiwillig den Interpretationsvergleich übernimmt. :J
Cetay (inaktiv) (14.06.2009, 18:57):
Nachdem das Projekt gestartet ist, habe ich die Suche verfeinert und noch einiges gefunden:

Oistrakh/Kondrashin, Schneiderhahn/Böhm, Kremer/Karajan, Sitkovetsky/Marriner, Milstein/Fistoulari, Menuhin/Kempe, Oistrakh/Szell, Kreisler/Blech, Cardenes/Hobson, Olivera/Schwarz, Schneider/Talich

Nichts zu machen ist bei Szeryng, da gibt es keine der drei im Thread genannten Aufnahmen. Von den jüngeren Einspielungen wird vor allem die mit Rachel Barton (da zwingt die Neugierde wohl zum investieren :cool) schmerzlich vermisst. Auch Tetzlaff/Dausgaard fehlen leider.
Heike (14.06.2009, 19:20):
Uiii, danke für deine Mühe, das ergibt ja tagesfüllende Beschäftigungen!
Heike
Amadé (14.06.2009, 20:16):
Hallo Dox,

das ist ja unwahrscheinlich toll mit dem Link, lieferst Du auch die Zeit zum Hören mit? Da muss ich mich in Ruhe hineinknien.

Gruß Amadé :thanks
nikolaus (02.01.2010, 14:39):
Gerade habe ich im Radio den dritten Satz des Violinkonzertes gehört mit Maxim Vengerov als Solisten unter Daniel Barenboim mit den Chicagoern.

Kennt jemand die Aufnahme?

Ich fand diesen Satz sehr exzentrisch gespielt, sehr gewöhnungsbedürftig.

Um ihn nicht gleich zu verdammen: täuscht mein Eindruck? ist das ganze Konzert so?

Nikolaus :thanks
Amadé (03.01.2010, 21:41):
LIeber Nikolaus,

Du meinst sicher diese Aufnahme:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/317YZTFMDXL._SL500_AA240_.jpg

Vengerovs Spiel ist nicht immer schlackenlos, das kann im Konzert passieren, einige Passagen säuselt er so in den Raum, sein Spiel kann ich hier kaum männlich nennen. Im ersten Satz trägt er seine eigene Kadenz vor.
Der von Barenboim zu verantwortende Orchesterklang ist meist klobig, im Tutti Oberstimmen-betont. Barenboim dirigiert Teile, Abschnitte - diese Gefahr besteht in diesem Konzert- und nicht das Ganze, immer hat man den Eindruck, der Solist gebe die Marschrichtung vor, nicht der Dirigent, was in op.77 aber sein muss. Die Tempi sind aufgeweicht, teilweise verschleppt, an Monteux, Szell oder Konwitschny darf man da gar nicht denken.
Es handelt sich um einen Konzertmitschnitt, nach dem Hören der CD fragt man sich jedoch, musste er auf CD erscheinen? Hier muss von einem Bärendienst für das Werk und die Interpreten gesprochen werden.

Grüße Amadé
nikolaus (03.01.2010, 22:30):
Danke, Amadé!

Das deckt sich ungefähr mit meinem Eindruck, wobei in dem Ausschnitt, den ich gehört habe, Barenboim bei mir nicht so schlecht wegkommt :ignore

Nikolaus.
nikolaus (29.01.2010, 21:08):
Mir war nicht bekannt, dass es vom Violinkonzert auch eine Fassung als Klavierkonzert (Klavierkonzert Nr. 3?) gibt, jedenfalls habe ich davon in der aktuellen gramophone (im Laden) gelesen.

Es gibt davon jetzt eine Einspielung mit Déjan Lazic.

Weiss jemand etwas davon?

Nikolaus.

P.S.: Ich habe im Netz danach gesucht und nichts gefunden. Habe ich falsch gelesen?
Gamaheh (29.01.2010, 21:19):
Lieber Nikolaus,

mir war das auch nicht bekannt, und kein Wunder: Die Bearbeitung stammt von dem Pianisten, und die Uraufführung war erst im Oktober letzten Jahres; sieh mal hier.

Viele Grüße,
Gamaheh
nikolaus (29.01.2010, 21:24):
Danke!

Allerdings gibt mir das zu denken: ich habe den Artikel zwar nur überflogen, aber dass mein Englisch offenbar so schlecht ist, dass mir diese Information entgangen ist...

Hm, ich weiss aber nicht, was ich von dieser Bearbeitung halten soll. Müsste ich mir wirklich mal anhören...

Gruß, Nikolaus.
ab (29.01.2010, 23:31):
Sie wird erst kommenden Monat bei Channel Classics erscheinen; es war aber bereits im Radio (dank einer Livesendung durch einen Gast, der sie mithatte) ein Satz daraus zu hören. Mich hat das angeregt, meinen postiven Eindruck (beim Nebenbeihören) unbedingt überprüfen zu wollen...

Mich hat das (halben Ohrs) schlicht überzeugt!
:hello
ab (07.02.2010, 19:37):
Peter Cossé schreibt hier dazu:

Ein Hinweis zum faszinierenden Problemkreis Violinkonzert-Verfrachtung in Richtung Klavierkonzert sei an dieser Stelle erlaubt. Seit neuestem ist Dejan Lazic’ Transkription des Brahms-Violinkonzerts (op. 77) im Handel. Ein für mein tolerantes Empfinden gelungenes, ja wegweisendes Experiment, dessen Ergebnis eine kühne Behauptung seitens der Channel Classics-Produzenten rechtens erscheinen lässt, nämlich: es handelte sich nun um das dritte Klavierkonzert von Brahms (CCS SA 29410).
ab (21.03.2010, 12:34):
Hier wird sie verbal besser besprochen, als dann in Punkten bewertet.
Amadé (28.05.2012, 12:13):
Gestern Abend sendete der NdR eine Aufnahme des sogenannten 3.Klavierkonzerts von Brahms, eine Bearbeitung nach dem Violinkonzert D-dur op.77 durch den Pianisten Dejan Lazic, der auch selbst am Flügel saß, Simone Young begleitete mit den Hamburger Philharmonikern.
Obwohl Brahms kein Geiger war, hat er doch sein Violinkonzert (mit Unterstüzung von J.Joachim) so eingerichtet, dass der Solo-Part immer „oben schwimmt“, immer als Hauptstimme wahrgenommen wird. Die Transkription des Violinparts auf das Klavier klammert in dieser Bearbeitung gerade dies aus, die Klavierstimme klingt wie gehemmt, als könne sie ihre ureigenen Satzoptionen, das Lagenspiel, das ein anderes ist als bei der Geige, den Umfang des Flügels gerade in den Randbereichen nicht zur Geltung bringen. Das Klavier kann sich nicht „freischwimmen“, es klebt zu sehr an den Noten der Solo-Violine, dies hätte bei der Transkription unbedingt berücksichtigt (=geändert) werden müssen. Ein Dialog auf Augenhöhe findet hier nicht statt. Ganz besonders treten die Mängel in der Solokadenz zutage, in der der Pianist unbedingt nach den Möglichkeiten seines Instruments agieren müsste, dies bedeutet jedoch, dass sich der Bearbeiter die Freiheit nehmen muss, im Sinne von und mit Material des Komponisten etwas Eigenständiges zu schaffen, das vermisse ich hier gänzlich. Diese Bearbeitung von Lazic ist interessant und hat dem Pianisten auch viel Arbeit gekostet, kann m.E. jedoch aus den genannten Gründen nicht als zusätzliches (3.) Klavierkonzert reüssieren, man muss es wohl als Experiment ansehen. Es mehrmals zu hören, verspüre ich jedoch kein Verlangen.

Grüße Amadé
abendroth (10.02.2013, 01:30):
http://www.citedelamusique.tv/Concert/0999096/orchestre-philharmonique-de-radio-france-markus-stenz-lisa-batiashvili-johannes-brahms-gustav-mahler.html

Lisa Batiashvili spielt das Brahmskonzert (nicht mit Thieleman! zum Glück!)
Nicolas_Aine (11.10.2018, 22:53):
interessanterweise taucht hier einer der ganz großen Solisten gar nicht auf (soweit ich ihn nicht überlesen habe): Isaac Stern. Kürzlich habe ich eine seiner wohl drei Einspielungen erworben, nämlich die mit Mehta und NY Phil, in dieser Box:



Stern gefällt mir hier außerordentlich gut. Ein recht gerader Klang mit vielen Farben, er bewegt sich und steht in den genau richtigen Momenten, wirklich toll. Leider macht das Orchester das ganze etwas kaputt. Da ist eigentlich nur ein großer Klangbrei unter dem Solisten.

Kennt hier jemand zufällig eine der beiden anderen Einspielungen mit Stern und weiß, ob das da besser ist?
Cavaradossi (12.10.2018, 08:44):
Lieber Nicolas Aine,

ich kenne leider die Einspielung Stern/Mehta nicht, deshalb kann ich sie nicht beurteilen, aber in meiner Sammlung habe ich folgende Ausgabe:

Leider gibt es weder auf der Hülle noch der CD eine genaue Angabe des Aufnahmedatums, aber ich hatte diese Version bereits auf LP und würde sagen, das ist eine frühe Stereoproduktion von 1959/1960. Künstlerisch finde ich Sterns Interpretation ganz großartig, und auch klangtechnisch ist die Aufnahme trotz des Alters gut durchhörbar. Leichtes Rauschen muß man aber in Kauf nehmen. Das ebenfalls enthaltene Doppelkonzert mit Stern/Rose ist gleichfalls von hoher Qualität.

Es gibt wohl noch eine frühere Aufnahme des Brahms-Konzerts mit Isaac Stern, das muß aber eine Mono-Aufnahme sein. Die ist mir unbekannt.

LG, Cavaradossi
Cavaradossi (12.10.2018, 09:34):
Hallo, Nicolas_Aine,

ich habe nach dem Frühstück noch ein wenig recherchiert und bin dabei auch auf eine weitere Aufnahme des Brahms-Konzertes gestoßen:

Sie entstand im November 1951, mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Leitung von Sir Thomas Beecham. In dieser Fassung ist sie wohl vergriffen, aber es gibt die Aufnahme bei Amazon in einer preiswerten 10 CD-Box:

Über die klangliche Beschaffenheit kann ich nichts sagen, da ich sie nicht kenne, aber die beiden Namen Stern und Beecham verbürgen eigentlich eine hohe künstlerische Übereinstimmung und Qualität. Das Aufnahmejahr 1951 deutet auf einen ordentlichen Monoklang hin.

Zu der Ausgabe Stern/Ormandy (CBS/Sony) kann ich noch hinzufügen, daß der Dirigent häufig mit Stern gearbeitet hat. Beide verband eine künstlerische Freundschaft. Im übrigen scheint die Aufnahme doch etwas jünger als von mir angenommen, ein Rezensent bei Amazon nennt als Produktionsjahr 1964. Auf LP wurde sie u.a. auch in einer Sonderauflage "Stern in China" veröffentlicht, aber da gibt es keinen direkten Zusammenhang, denn Stern bereiste China erst nach 1970. Die Aufnahme wurde in Philadelphia aufgezeichnet.

Ich hoffe, daß ich Dir mit diesen spärlichen Informationen ein wenig weiterhelfen konnte.

Gruß, Cavaradossi
Amadé (12.10.2018, 09:36):
Ihr Lieben,

zu Sterns Interpretation des Brahms-Konzertes siehe meine Homepage:

http://www.klassik-prisma.de/Brahms%20Violinkonzert.htm

Gruß Amadé
Cavaradossi (12.10.2018, 10:59):
Vielen Dank, Amadé, für Deinen Hinweis.
Natürlich kenne ich Deine Homepage "klassik-Prisma", aber heute früh hatte ich daran gar nicht gedacht.
Da war doch meine erste Annahme richtig, daß die CBS-Aufnahme Stern/Ormandy aus 1959 stammt. Wie gesagt, die beiden anderen kenne ich nicht, aber bei der Version mit Beecham war ich mir ziemlich sicher, daß sie künstlerisch auf hohem Niveau ist. Das bestätigt ja auch Deine Einschätzung im klassik-Prisma.

Gruß, Cavaradossi
Nicolas_Aine (12.10.2018, 23:46):
Hallo Ihr beiden,

vielen Dank für Eure Antworten. Die beiden anderen Aufnahmen mit Ormandy / Philadelphia bzw. Beecham / RPO hatte ich auch schon recherchiert, allerdings wollte ich, bevor ich dann die 16. Einspielung in mein Regal stelle, nochmal nachfragen :D Dann setze ich mal Stern / Ormandy auf die Liste.