Jauchzet! Frohlocket! - Der musikalische Adventskalender 2010

Rideamus (28.11.2010, 12:16):
Liebe Ratefreunde,

manche haben sich schon vor Monaten ausdrücklich darauf gefreut, also stelle ich auch diesmal wieder ein Adventsrätsel ein. Diesmal geht es nicht nur um Ensembles, sondern um Gesangsstücke aus allen möglichen Gattungen, also Opern, die natürlich wieder die große Mehrheit bilden, und mindestens je eine Operette, ein Musical, ein Oratorium, eine Kantate, ein Lied etc. Gregorianische Gesänge kommen aber keine vor, versprochen.

Das Thema ist im Titel des Rätsels angesprochen. Saisongerecht geht es um Gesangsstücke, die auf hohem Niveau Freude, Glück, Zufriedenheit oder ähnliche Emotionen ausdrücken. Dazu gibt es natürlich vielfältige Anlässe, nicht nur weihnachtliche, die aber sicher auch eine Rolle spielen werden, Diesmal werden also nicht nur Werke gesucht, sondern ganz konkrete Stücke, Nummern, Arien o.ä. Als unverbesserlicher Phrasendrescher habe ich mich entschlossen, in den Fragen die Titelzeilen dieser Stücke zu paraphrasieren und diese ggf. mit weiteren Anmerkungen zu ergänzen um Verwechslungen zu vermeiden, die gerade bei dem Thema oft vorkommen können.

Die Spielregeln sind dieselben wie zuvor, aber ich erläutere sie gerne noch einmal für alle, die erst jetzt zu unserer Rätselgemeinde stoßen. Beginnend mit der Nacht zum Mittwoch werde ich bis zum 24. jeden Tag eine neue Frage einstellen. Wenn Ihr eine Lösung zu dieser Frage (oder einer beliebigen früheren aus diesem Rätsel) habt, schickt sie mir bitte per PN oder notfalls per Email an Rideamus@email.de. Ich werde wie immer versuchen, diese Vorschläge zeitnah zu bestätigen (oder auch nicht, je nachdem). Wenn Ihr die Bestätigung bekommen habt, gebt bitte Euren Mitratern einen Tipp. Dabei greife ich gerne einen Vorschlag aus den Reaktionen auf das letzte Rätsel auf und belohne jeden öffentlich gegebenen Tipp mit einem Extrapunkt – allerdings nur mit einem pro Frage. Da sich die Suche nach Extrapunkten beim letzten Mal als sehr beliebt erwiesen hat, gibt es auch diesmal bei den meisten Fragen bis zu drei Extrapunkte, wenn Ihr mir drei oder mehr Werke der Gattung nennt, die in den jeweiligen Fragen angesprochen werden. Ich hoffe, dass dabei viele Anregungen für künftige Threads heraus kommen.

Wie zuvor, werde ich auch diesmal das Rätsel sowohl im capriccio-kulturforum.de als auch in das-klassikforum.de laufen lassen, die beide öffentlich einsehbar sind, so dass jeder, der will, alle Tipps mitbekommen kann. Eure Tipps solltet Ihr bitte aber konsequent nur in einem der beiden Foren veröffentlichen, da ich sonst bei der Zählung zu leicht durcheinander komme. Apropos: erfahrungsgemäß passieren bei der Zählung immer kleine Fehler, weil ich die PN nicht alle zur Überprüfung aufheben kann. Ich rate also jedem, dem sein Punktestand wichtig ist, sich seine eigenen Punkte zu notieren, damit Ihr mich bei Bedarf korrigieren könnt.

Eine vollständige Lösung besteht aus folgenden Angaben.
- die gesuchte Nummer (Arie, Lied etc.)
- ggf. das Werk, aus dem sie stammt
- der Komponist des Werkes. Diese drei Informationen bringen zusammen einen Punkt. Ein Tipp zur richtigen Lösung bringt einen weiteren.

- der gesuchte Lösungsbuchstabe. Richtig aneinandergereiht, ergeben die Lösungsbuchstaben eine sehr bekannte Paraphrase des Rätseltitels. Das richtige Lösungswort gibt einen weiteren Punkt.


Die für die Extrapunkte jeweils gefragten Beispiele gehören nicht zur richtigen Lösung, gehen aber in die Gesamtwertung ein. Das Rätsel ist jedoch auch dann vollständig gelöst, wenn "nur" alle Fragen richtig beantwortet werden und das Lösungswort stimmt.

Ausnahmsweise stelle ich meine erste Frage schon am heutigen Ersten Advent, denn ein 25. Buchstabe wird für das vollständige Lösungswort gebraucht. Die Frage, die ich im Anschluss an diese Einführung einstellen werde, ist also sozusagen die „nullte“ dieses Adventskalenders. Sie zählt aber wie alle anderen Fragen mit, d. h. einschließlich des Lösungsbuchstabens und der Extrapunkte für einen Tipp und die korrekte Antwort. Aber die Antwort ist ohnehin sehr leicht, wie ich allgemein glaube, dass dieses Rätsel eines meiner leichtesten sein dürfte. Schließlich ist ja jetzt Weihnachtszeit.

Abschließend möchte ich mich noch bei Peter Brixius bedanken, der sich wieder bereit erklärt hat, für den Fall mit Fragen und der Betreuung der Antworten einzuspringen, dass ich aus irgend einem Grund ausfallen sollte. Zur Zeit erwarte ich das nicht, aber man kann ja nie wissen. Nun bleibt mir nur noch, auf eine zahlreiche Beteiligung zu hoffen und Euch allen viel Spaß bei diesem Adventsrätsel sowie eine so fröhliche wie besinnliche, vor allem aber friedliche und gesunde Adventszeit zu wünschen.

:hello Rideamus
Rideamus (28.11.2010, 12:22):
Hier nun die soeben angekündigte Vorabfrage:

"Weihnacht! Weihnacht!" probt hier ein Kinderchor gleich zu Beginn. Später wird er das Lied singen.

Gesucht wird der Doppelbuchstabe im Nachnamen des Komponisten. Zum Auftakt gibt es bis zu fünf Punkte für die Nennung weiterer musikalischer Bühnenwerke, in denen Weihnachten eine Rolle spielt.

Antworten, wie gesagt, bitte nur per PN oder Email. Die Tipps dürfen aber nach der Bestätigung der Lösung hier eingestellt werden, solange sie nicht explizit die Lösung verraten.

:hello Rideamus
Heike (28.11.2010, 23:19):
Ich freue mich besonders nach diesem unerfreulichen Arbeitssonntag zum Tagesabschluss noch so eine schöne Beschäftigung vorzufinden!!

Also mein Tipp zu Frage 0:
Ich habe erst unlängst einen Film vorgestellt, der sich genau dieser Geschichte widmet.
Heike
Emotione (29.11.2010, 00:47):
Mein Tipp zur Frage 0 wäre:

Mehrere eigene und fremde biographische Ereignisse sind hier zu einer fiktiven Geschichte verwoben, die den Autor der Vorlage schlagartig zu einer europäischen Berühmtheit machte.

:hello

Emotione
Rideamus (29.11.2010, 04:43):
Na, das war doch ein fulminanter Auftakt. Von allen Beteiligten am letzten Rätsel hat sich bereits die Hälfte zurück gemeldet und in beiden Foren zusammen schon geschlagene 57 Punkte eingefahren. Eine/r hat sogar das Unglaubliche geschafft und allein auf der Basis meiner Beschreibung den Lösungsspruch geknackt. Wahrscheinlich muss ich die Rätsel demnächst einstellen, weil ich sie für Euch nicht mehr schwer genug machen kann. :S

Der erste Lösungsbuchstabe ist also:
0 = S

In der Nacht zum Mittwoch erscheint dann die nächste bzw. eigentlich erste Frage, wie angekündigt, denn jeder ordentliche Adventskalender beginnt natürlich erst am 1.12.. In der Zwischenzeit dürfen aber gerne noch Weitere und noch weitere Neue hinzu stoßen, die beim letzten Mal nicht dabei waren.

Mit den besten Wünschen für die erste Adventswoche

:hello Riddleamus
Fairy Queen (29.11.2010, 08:32):
Lieber Riddle, keine Sorge, es gibt in den Foren auch noch soclhe Exemplare wie mich(aussterbende Spezies????), für die die Fragen oft viel zu schwieirg sind und die erstmal einen Riesen-Holzhammer-Tipp brauchen, um die Lösung zu finden. Wenn du gar zu frustiriert bist von diesen unglaublichen Cracks, die immer gleich Alles wissen, gedenke freundlich uns Armen im Râstelgeiste!!!! :D
Mein Tipp: das Werk ist lebensgefährlich und die Vorlage hazt tatsächlich etliche Menschen das Leben gekostet.

Die neueste Produktion auf einer intenationalen Bühne zeigte dabei eine besonders schöne Leich! :I

F.Q.
miranda (30.11.2010, 01:33):
Eine der Personen, die den Dichter der literarischen Vorlage des Werks inspirierten, trägt die für drei Weltreligionen heiligste Stadt als Familiennamen.
Rideamus (30.11.2010, 07:54):
Weiß jemand, ob der Sänger mit demselben Städtenamen die Partie mal gesungen hat? Immerhin liegt sie in seinem Fach.

Und noch eine Anmerkung:
Einige von Euch haben Lachenmanns DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN genannt. Ich war zunächst geneigt, das anzuerkennen, weil der Geist des Märchens durchaus weihnachtlich ist und der Schauplatz ein Weihnachtsmarkt sein könnte, bekam dann aber Zweifel. Meines begrenzten Wissens spielt das Andersen-Märchen unspezifisch im kaltern Winter, und Lachenmann hat sein Stück ausdrücklich in der weniger weihnachtlichen Sylvesternacht angesiedelt. Zum Glück haben alle, die Lachenmann genannt haben, ohnehin mehr als drei Nominierungen, so dass die Statistik so oder so unberührt bleibt.

Es gibt aber (mindestens) noch eine weitere Vertonung, die heuer 113 Jahre alt wurde. Weiß jemand zufällig mit Sicherheit, ob Weihnachten in dieser Fassung explizit eine Rolle spielt? Die Auskunft wäre mir einen weiteren Extrapunkt wert.

EDIT: was für ein Service! Schon nach eine halbe Stunde nach Einstellung dieser Frage wurde der zusätzliche Extrapunkt per Email verdient. Die andere Vertonung spielt tatsächlich am Weihnachtsabend. Ich habe daraufhin mal eben bei Andersen nachgelesen, und auch da erleuchtet ein Streichholz einen wunderschönen, wenn auch fantasierten Weihnachtsbaum. Wer also den Komponisten der anderen Vertonung nennt, kann einen Punkt verdienen, und die bisherigen Nennungen des Lachenmann lasse ich auch gelten, zumal sie gar nicht nötig waren. Künftig gilt der Lachenmann aber nicht mehr.

:hello Riddleamus
Severina (30.11.2010, 23:30):
Bei diesem Werk erstaunt mich immer wieder, wie lange man mit einer Kugel im Leib noch singen kann :D

lg Sevi :hello
Rideamus (01.12.2010, 00:24):
Kommen wir zur Frage Nr. 1 und beginnen gleich mit einem Happy End. Konkret suchen wir ein bekanntes Jubelduett, welches das Thema unseres Rätsels merkwürdigerweise anonymisiert

Gesucht werden, wie immer, das Werk und sein Komponist sowie für das Lösungswort der fünfte Buchstabe des Werktitels. Bis zu drei Extrapunkte kann verdienen, wer mindestens drei weitere Werke nennt, in denen sich eine Frau als Mann verkleidet (Hosenrollen, in denen Frauen ganz normale Männer darstellen und singen, gelten nicht)

:hello Riddleamus
Armin70 (01.12.2010, 09:44):
Noch ein kleiner Tipp zur "nullten" Frage:
Der gesuchte Komponist schrieb auch einen berühmt gewordenen "Schmachtfetzen" für Violine, der aus einer anderen Oper von ihm stammt.

Ein Tipp zur 1. Frage:
Die gesuchte Oper hatte in der Urfassung einen anderen Namen und einen Akt mehr als in der Endfassung und das mit dem Jubel griff der Komponist in einem Spätwerk noch einmal auf.
Severina (01.12.2010, 12:40):
Mein Tipp zur Frage 1:

Zu dieser Oper gibt es vier Ouvertüren, besonders bekannt ist die, welche mit dem Namen einer Hauptperson in Verbindung gebracht wird.

lg Sevi :hello
Rideamus (02.12.2010, 00:40):
So, jetzt wird es etwas schwieriger, denn wir wechseln das Genre.

2. Wenn eine Frau bei Hofe von morgens bis abends glücklich ist, kann sie nur einen Gedanken haben. Ungewöhnlich ist, dass sie genau das auch sagt.

Gesucht wird der letzte oder drittletzte Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es hier für Nummern (d.h. Arien, Duette, Ensembles etc.), in denen wörtlich von Glück die Rede ist, egal in welcher Sprache, solange es nicht um Unglück geht.

:hello Riddleamus
Rideamus (02.12.2010, 07:18):
Nach den ersten Reaktionen muss ich ergänzen: bitte nehmt die Fragen sehr wörtlich, sonst stimmt die Lösung nicht.

Gefragt ist nicht nach allgemeinen Glückszuständen, sondern nach der Verwendung des Wortes. Das gilt für die Hauptfrage, die Suche nach dem Lösungsbuchstaben und die Extrapunkte.

Tut mir Leid, dass ich mich da wohl missverständlich ausgedrückt habe.

:S Riddleamus
Emotione (02.12.2010, 08:52):
Noch ein verspäteter Tipp zur Frage 1),
zu der jedoch vermutlich keiner mehr benötigt wird.

Irgendwo las ich einmal in einem Essay folgenden Satz, der sinngemäß lautete:
"Das Werk beginnt wie eine Wiener Spieloper und rast dann wie eine Rakete direkt in das universelle Ideendrama."

:hello

Emotione
Emotione (02.12.2010, 10:47):
zu 2)

Die Frau, die in dem Werk vom Glück singt, hatte in der Realität wenig Grund hierfür. Ob sie sang, ist auch nicht überliefert. Die Nachwelt erfreute sie vielmehr durch eine expressive Beschäftigung in einem anderen Genre.

Gustaf Gründgens und Hilde Hildebrand sind bei der Suche nach dem Werk eine gute Adresse.

:hello

Emotione
Severina (02.12.2010, 13:52):
Du liebes Lottchen, diese Frage war gar nicht mein Fall, dabei hatte ich ihn zuerst schwer im Verdacht, aber seine Madame spielt nur dort, wo auch gesuchte flotte Heldin ihr ganztägiges Glück besingt, die ich ohne Emotiones Tipp nie gefunden hätte, da hätte ich eher in der Lotterie gewonnen und könnte jetzt ein Lotterleben führen, und wer mich jetzt für komplott gaga hält, ist ein Falott!!!!

lg Sevi :hello
Fairy Queen (02.12.2010, 15:01):
:rofl :rofl :rofl
Liebe Sevi , das ist oberköstlich und nciht zu toppen.
Ich gebe aber trotzdem Tipps zu 1 und 2 ab, denn ohne tipps hâtte ich hier niemals irgendwas erraten.

1) Sonderlich fidel ist diese Oper nicht- trotz des Happy End voll namenloser Freude. Der Komponist war auch alles Andere als ein "Komiker" und ich frage mich, warum er überhaupt ein Werk für's Musiktheater geschrieben hat?

2) Da kann man nur dank Emotiones bzw jetztauch Sevis Tipps drauf kommen. Wie Emotione allerdings dieses Rätsel gelöst hat, weiss der Geier!

Dass jemand diesen Stoff für dieses Genre benutzen kônnte, wâre mi alleiner im Traum nciht eingefallen.Die Protagonistin war eine Heirats-Exilantin wie ich. Und da es damals noch kein internet gab hat sie eben ein anderes Medium gehegt und gepflegt und es darin zu grosser Meisterschaft gebracht. einer ihre aussprüche war:" Madame sein ist ein elendes Handwerk" Gotsseidank haben sich die Zeiten geändert, denn heute kann das ganz amüsant sein.... :D :engel.
Armin70 (02.12.2010, 16:09):
Zu 2):
Der gesuchte Komponist, dieser Dingsbums, hatte eine Tochter, die eine bekannte Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin war.

P.S.:
Von dem gesuchten Komponisten hörte ich neulich im Radio ein schönes virtuoses Klavierkonzert, das in einer nicht ganz so gewöhnlichen Tonart komponiert ist.
Heike (02.12.2010, 16:14):
zu 1
Was das Duett angeht: Auch Robert Schumann hatte eine besondere Beziehung zu einer Gestalt gleichen Namens, wie der eine Beteiligte.
Heike
Rideamus (03.12.2010, 00:14):
Bleiben wir am französischen Königshof, kehren aber zur Oper zurück, allerdings einer ziemlich unbekannten:

3. Auch Erinnerungen an Kindheitstage können glücklich machen, vor allem wenn man bei Hofe jetzt unglücklich ist. Jedenfalls verkündet das ein Herold.

Hier wird der letzte Buchstabe des Werktitels gesucht. Für bis zu drei Extrapunkte können weitere Stücke oder Arien genannt werden, in denen jemand seine Kindheit oder Jugend verklärt.

:hello Riddleamus
Heike (03.12.2010, 00:31):
Tipp zu 2
Der Vorname des Komponisten ist auch der Vorname eines schon gestorbenen TV-Verbrecherjägers und der 2. Vorname von Sudel-Ede.
Heike
miranda (03.12.2010, 01:41):
Durch den Einfluss der Zensur unter der reaktionären Regierung Metternich musste das Libretto die literarische Vorlage verwässern, doch die Musik hielt sich an das Original!
Emotione (03.12.2010, 10:09):
Tipp zu 3

Freunden des Tanztheaters ist der heute weitgehend in Vergessenheit geratene Komponist letzt e n d l ich kein Unbekannter.

:hello

Emotione
Rideamus (03.12.2010, 12:14):
Original von Emotione
Tipp zu 3

Freunden des Tanztheaters ist der heute weitgehend in Vergessenheit geratene Komponist letzt e n d l ich kein Unbekannter.

:hello

Emotione

Vor allem solchen, die nicht auf ihre Töchter aufpassen :ignore

Kenner des Komponisten wissen: Zampa no.
Der welsche Titel dieses Nachfolgewerkes bezeichnet heute ein Nobelrestaurant, zur Zeit der Bartholomäusnacht aber eine Lover's Lane, wo auch gerne Duelle ausgetragen wurden.
:hello Riddleamus
Fairy Queen (03.12.2010, 14:24):
Ich habe wohl zu gut auf meine Tochter aufgepasst, denn ich habe keinen blassesten Schimmer. ?( ?( ?( Au secours!

F.Q.
Severina (03.12.2010, 14:36):
Mein Schimmer wurde leider noch nicht bestätigt, aber selbst wenn's richtig schimmert: Ich kenne weder den Komponisten, noch das Werk, das war eine echte Detektivarbeit mit Tante Google an meiner Seite!

Tipps folgen, sobald ich meine Bestätigung habe! :D

lg Sevi :hello
Heike (03.12.2010, 14:38):
Tipp zu 3
Der Komponist, bzw. der Herr mittelalterlicher Bote, war auch ein Virtuose auf dem Klavier und der Violine!
Heike
Severina (03.12.2010, 16:08):
Original von Fairy Queen
Ich habe wohl zu gut auf meine Tochter aufgepasst, denn ich habe keinen blassesten Schimmer. ?( ?( ?( Au secours!

F.Q.

Dann wärst Du aber eine ziemlich unbrauchbare Vorlage für die Hüpferlinge :D! Das gesuchte Werk kenne ich überhaupt nicht, aber Riddle hat seine Rätselfragen diesmal besonders raffiniert gestrickt - nicht jeder ist das, wonach er auf den ersten Blick aussieht!!! (Oder anders gesagt: Nicht jeder, der Sänger heißt, singt auch wirklich!!!)

lg Sevi :hello
Armin70 (03.12.2010, 19:44):
Tipp zu 3.):
Dieser komponierende "Bote" wirkte ein Jahr, bevor die gesuchte Oper entstand, an einem Gemeinschaftsprojekt mit an dem auch andere bekannte Zeitgenossen mitarbeiteten.
Rideamus (04.12.2010, 00:29):
Und weiter geht's, wie beim Dominospiel, wo ein Stein den nächsten umwirft, aber nur, wenn man nahe genug am vorigen dran bleibt. Auch die Frage ist schwer, hat aber Esprit:

4. Eine gute Angelegenheit wird hier gefeiert, und zwar auf eine Weise, die gut in das Ensemblerätsel des letzten Advent gepasst hätte.

Wieder suchen wir einen Doppelbuchstaben, nämlich den des Substantivs im Titel der gesuchten Nummer sowie, wie immer den Titel und Komponiten des Werkes, zu dem sie gehört. Extrapunkte gibt es diesmal für die Nennung weiterer musikalischer Bühnenwerke mit Maskenfesten

:hello Riddleamus
miranda (04.12.2010, 01:06):
Zu 2:

Die Titelfigur soll in ihrer Jugend, vom Vater fast beim heimlichen Essen ertappt, eine Schüssel mit Specksalat aus einem Fenster des Schlosses ihrer Kindheit geworfen haben, das heute noch von Touristenscharen besucht wird.

Zu 3:

Nicht jeder Herold dient feudalen Herrschaften; dieser hatte laut "Morgenblatt für die gebildeten Stände" von 1832 revolutionäre Studenten unter seinem Premierenpublikum, die die "Marseillaise" zu hören verlangten...
Severina (04.12.2010, 10:26):
Wer bei der Frage vier schwarz sieht, liegt damit goldrichtig!!
lg Sevi :hello
Rideamus (04.12.2010, 10:46):
Man sollte aber die weißen Punkte nicht übersehen, auch wenn die auf dem Kostüm eher selten sind. :W

Bei der Gelegenheit gebe ich mal ein Update der ersten fünf bereits gefundenen Buchstaben für das Lösungswort:

0 - S
1 - L
2 - E
3 - S
4 - F

Und noch eine Nachricht zur nullten Frage:

wegen der Aktualität des Themas weihnachtliche Bühnenwerke, die vielleicht noch den einen oder anderen Tipp für ein Weihnachtsgeschenk hervor bringen, möchte ich am Wochenende die Extras veröffentlichen, die Ihr dazu gefunden habt. Wer also noch Punkte für zusätzliche musikalische Bühnenwerke mit weihnachtlichen Themen sammeln möchte, möge dies bitte heute noch tun, da ich nach der Veröffentlichung natürlich nur noch Titel akzeptieren kann, die da nicht genannt wurden.

Ich danke für Euer Verständnis

:hello Rideamus
Fairy Queen (04.12.2010, 17:09):
Bei Frage vier bin ich weiterhin so ratlos wie gestern bie frage drei und hoffe auf gute Tipps!
Zur 3: eine Zumutung, diese Frage! Der Komponist war ja noch relativ leicht zu finden, so unbekannt er auch ist, aber danach kommt nur der weiter, der sich im internationalen detektivischen Internet-Suchen auskennt und mindestens eine Fremdsprache kann. Ich glaube der riddle ist es einfach leid dass Ratecracks wie Emotione und Co immer glech alles rausfinden und das Lösungswort schon vorab knacken. diesmal ist das wohl etwas für die ausgefuchtesten Rater.
Ich habe keinen tipp zur 3, ausser vielleicht den : das Werk findet man am ehesten auf der frz. Wiese, zu ganz finsteren und blutspritzenden Zeiten in der Geschichte dieses Landes, von denen im Titel aber nichts gesagt wird. Von der Wiese allerdings schon...... :ignore
F.Q.
Armin70 (04.12.2010, 17:25):
Zu 4.:

Ich habe zwar noch keine Bestätigung von Rideamus aber wage dennoch mal einen Tipp und hoffe, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne:

Der gesuchte Komponist zu 4. schrieb eine Oper, vielleicht seine bekannteste (ist nicht die gesuchte), in der eine weibliche Figur nichts zu singen hat.

P.S.: Beim Italiener esse ich gerne die "Pizza diavolo"...
Severina (04.12.2010, 17:27):
Liebe Fairy,
verglichen mit der 3, die mich auch in den Wahnsinn getrieben hat, empfinde ich die 4 als Kinderspiel!
Ich würde sagen, spiel mit Deinem lieben Mann eine Partie Domino, vozugsweise mit schwarzen Steinen, und den Rest schafft Dein Esprit :wink! (Riddle bevorzugt Dich eh immer, was die Sprache betrifft, während ich ames unwelshes Wesen mir die Finger im Dictionaire wund blättern muss X( )

lg Sevi :hello
Armin70 (04.12.2010, 19:19):
Zu 4.:
Als Nachtisch zur Pizza diavolo esse ich in dieser Jahreszeit ganz gerne Dominosteine.
Heike (04.12.2010, 23:48):
Tipp zu 4
Ein schwarzer Mantel beim Maskenball macht noch keine Domina, führt aber zur Verliebtheit.
Rideamus (05.12.2010, 00:02):
Nektar und Ambrosia sind nicht die Hauptnahrung in dem Land, in dem das nächste gefragte Werk komponiert wurde, aber anscheinend liebt man es dort lieber süß als sauer, weshalb man aus den Zitronen der Vorlage Orangen machte. Unser Jubelthema klingt an in einer im Wortsinne halsbrecherischen Arie dieses Werkes, wo jemand behauptet, die Elfenkönigin und dann noch blond zu sein.

Gesucht wird diesmal der letzte oder drittletzte Buchstabe des Operntitels sowie der Titel der Jubelarie. Extrapunkte gibt es für die Nennung von je einer Bravourarie aus drei Jahrhunderten für Frauenstimmen nebst einer besonders vorbildlichen Interpretin der jeweiligen Arie

:hello Riddleamus
miranda (05.12.2010, 02:48):
ckhlvhjvjg hgc fxf gh ,h hjhbjhbhvmg vgvhgvhbjhvgvb b
Waldi (05.12.2010, 08:18):
Hm, klingt wie der Text einer Bravourarie, bei der man sich todsicher den Hals bricht.
Rideamus (05.12.2010, 08:45):
Dabei war das erst der Tipp zum Dominospiel Nr. 4

Ich fürchte, Miranda, Du überforderst unser Ratevermögen.

:hello Riddleamus
Waldi (05.12.2010, 11:28):
Liebe Fairy,

Siehst Du bei Frage 4 noch immer schwarz oder schon schwarz?

Wenn nötig, belle ich weitere Hinweise

:hello Waldi
Severina (05.12.2010, 13:23):
Tipp zu Nr.5:

Diesmal stand ich etwas auf der Leitung, weil man Feenköniginnen eigentlich in anderen Regionen vermutet, dabei hätten mich die Zitronen doch gleich auf das Land nicht nur meiner Sehnsucht verweisen müssen.
Dem Komponisten waren offensichtlich nur die Besten gut genug, wenn's um literarische Vorlagen ging, obwohl er im konkreten Fall nicht bei Shakespeare nachschlug!

lg Sevi :hello
Heike (05.12.2010, 14:01):
Nr 5
In der Titelfigur nimmt die Sehnsucht nach einem Land Gestalt an, das man auf kulinarischem Gebiet mit Pizza, Pesto und Tiramisu verbindet.
Heike
Fairy Queen (05.12.2010, 14:03):
Lieber Waldi, du kannst deine charmanten Nothilfe- Stimmbänder einstweilen schonen(mein nächster blackout kommt aber bestimmt!!!), bei der 4 haben mir die guten Tipps geholfen und die 5 wusste ich auf Anhieb und ohne jeden Tipp, da ich mich mit besagter Dame sozuagen aus Alter- ego- Gründen bestens auskenne.(so meine Lösung denn stimmt...) Übrigens nimmt die Frankophilie des Riddlemasters langsam erschreckende Ausmasse an! Wenn der so weiter macht wird er zum Ehrenmitglied der Academie française erklärt- wegen besonderer Verdienste im Ausland um rarissime frz. Bühnenwerke.
Das schonmal als Tipp vorab. :D :engel
F.Q. , aber nicht blond!
Armin70 (05.12.2010, 15:30):
Nr. 5:
Der gleichen literarischen Vorlage bediente sich ein großer romantischer Komponist, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiert.
Severina (05.12.2010, 16:06):
Original von Armin70
Nr. 5:
Der gleichen literarischen Vorlage bediente sich ein großer romantischer Komponist, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiert.

Ja, ja, der geheime Rat spricht sich herum :wink!

lg Sevi :hello
Rideamus (06.12.2010, 00:03):
Wenn jemand fern der Heimat jemanden trifft, den sie/er einmal im Land der Barcarolen geliebt hat und jetzt erst feststellt, wer sie/er wirklich ist, dann ist das nicht unbedingt ein Grund zum Feiern, aber in diesem Land liebt man Feste so sehr, dass man sie feiert, wie sie fallen und sie sogar als Instrumentalstücke bekannt werden können.

Gesucht wird neben dem Komponisten und Werktitel der zweite Buchstabe des einzigen Substantivs im Titel. Ihr könnt auch den zweiten Buchstaben des Landes nehmen, in dem das Werk spielt.
Bis zu drei Extrapunkte gibt es für die Nennung von weiteren Werken der Orchesterliteratur, die ursprünglich in Bühnenwerken gesungen wurden.

Tut mir Leid, dass ich nichts Passendes zum Nikolaustag fand, aber selbst Nikolaus Harnoncourt kam nie näher an das gesuchte Werk heran als bis Offenbach.

Aber das soll die Freude an diesem Tag nicht mindern. Ich wünsche Euch allen einen wohlgesonnenen Nikolaus.

:hello Riddleamus
Rideamus (06.12.2010, 10:20):
Liebe Ratefreunde,

wie es scheint, hat der Nikolaus die Säcke vertauscht und eine zu schwere Frage mitgebracht. Nach eingehender Beratung mit ihm ziehe ich die Frage zurück und stelle hier die alternative Frage, die besser zur Jahreszeit passt:

Hochqualifizierte Migranten fragen eine Frau, ob sie ein Kind gesehen hätte. Sie denkt, die Frage gälte ihrem behinderten Sohn, der ihnen schließlich den Weg zu dem eigentlich gemeinten Kind weisen und vermutlich seine Behinderung verlieren wird.

Gesucht werden der Werktitel und der letzte Buchstabe des Vornamens des Komponisten. Da dieses Werk auch ein instrumentales Teil enthält, bleibt die Frage nach instrumentalen Stücken, die ursprünglich gesungen wurden, als Extrafrage erhalten.

Natürlich zählen auch richtige Antworten auf die ursprüngliche Frage.

Tut mir Leid für die Notwendigkeit der Änderung.

:hello Riddleamus im Auftrag des Nikolaus
Severina (06.12.2010, 11:06):
Naja, mir wäre die vorige Frage lieber gewesen, bei dieser steh ich noch mehr auf der Leitung.... Klingt irgendwie nach Weihnachtsgeschichte, aber da bin ich nicht so firm :S

lg Sevi :hello
Rideamus (06.12.2010, 11:15):
Liebe Sevi,

wie schon gesagt: natürlich zählen auch richtige Antworten auf die ursprüngliche Frage, aber nur per PN, denn ich weiß noch nicht, ob, wann und wie ich die auflöse oder noch einmal in leichterer Form variiere.

:hello Rideamus
Armin70 (06.12.2010, 11:36):
Ein Tipp zum Türchen Nr. 6 (alternative Frage):

Ein Namensvetter des gesuchten Komponisten war mal Fussball-Nationaltrainer einer südamerikanischen Nationalmannschaft.
Armin70 (06.12.2010, 17:10):
Noch ein Tipp zu 6. (alternative Frage):

Die gesuchte Oper, der gesuchte Komponiste schrieb übrigens selbst das Libretto, wurde als erstes Werk seiner Gattung für ein damals noch recht junges Kommunikations-Medium geschrieben. Ein berühmter und legendärer Dirigent lobte den Komponisten für dieses Werk.
pavel (06.12.2010, 17:39):
Severina,
diese Oper war 1980 (gemeinsam mit einer zweiten des selben Komponisten) im Spielplan der Wr.Staatsoper.
Heike (06.12.2010, 20:47):
Tipp zu 6 (alternativ)
Das Werk wurde an einem Heiligen Abend uraufgeführt, zu einer Zeit, als man noch schwarz-weiß fern sah.
Heike
Rideamus (07.12.2010, 00:25):
Nach dem Fehlstart der Nummer 6 kehre ich zur einfachen Frage zurück und hätte gerne das Gegenstück zur Nr. 5

7. Ein vermeintlicher Spion preist einen des Feierns würdigen Tag in den buchstäblich höchsten Tönen

Diesmal suchen wir den Anfangsbuchstaben des Komponistennachnamens, sowie je eine Bravourarie aus einem anderen Jahrhundert für Männerstimmen mit Nennung eines vorbildlichen Interpreten der jeweiligen Arien.

:hello Rideamus
miranda (07.12.2010, 01:13):
zu Frage 4:

Vielleicht singen die ja von einem Skandal um ein Kindermädchen???

zu Frage 5:

Beim Kauf von Batterien kommt einem der Name dieses Bühnenwerks unweigerlich vor Augen...

Entschuldigt und ignoriert bitte den kryptischen Text des letzten Tipps.
Fairy Queen (07.12.2010, 08:39):
?( ?( ?( ?( ?( ?(
Ich weiss nur noch gar ncihts. 1980 lebte ich auch schon TV los und ein Gegenstück zur Nummer 5???? Gleicher Komponist oder gleiches Sujet????Oder gleicher "Librettist"?
Ratelose Grüsse von F.Q.
pavel (07.12.2010, 09:01):
Liebe Fairy Queen,
"Gegenstück" wohl wegen der Bravourarien ...
Aber den Tiroler Jodler kennst du bestimmt !
Heike (07.12.2010, 09:53):
Tipp zu Nummer 7:
Es hat zwar nichts mit kegeln zu tun, aber wenn Mann "alle neune" schafft, dürfte er in ddie erste Liga aufsteigen!
Heike
Severina (07.12.2010, 10:06):
Tipp zu 7:

Mit Adoptivtöchtern hat man's nicht leicht, selbst bei multiplizierten Vätern, und wenn dann noch eine falsche Tante ins Spiel kommt und ein fescher Älpler von seinen Hormonen geplagt wird, wird's überhaupt kompliziert.

lg Sevi :hello
Fairy Queen (07.12.2010, 11:35):
Ich glaube , so langsam klinget etwas bei mir...... das Werk erlebte vor nicht allzu langer Zeit eine ziemlich spektakuläre Revival mit einigen Star der heutigen Sängerszene- oder?

Salut à la France!
F.Q.

Leider ist Rideamus Posteingang voll und ich kann ihm meine Lösung nciht schicken.
Rideamus (07.12.2010, 12:09):
Liebe Fairy,

mit Gegenstück meinte ich in der Tat die männliche Bravourarie im Kontrast zur weiblichen von Nr. 5.

Ich möchte übrigens wetten, dass Du die Werke von Nr. 6 (Alternative) und Nr. 7 kennst. Zumindest weißt Du von ihnen, aber die heutige hast Du ziemlich sicher auch schon gehört.

Den Deserteur würde ich nicht ganz so ernst nehmen. Wichtig ist eher das Milieu, in dem das Werk spielt, und zwar in beiden Originalsprachen.

Aber ich sehe gerade, dass Du die Lösung wahrscheinlich schon hast. Meinen Postordner werde ich gleich aufräumen, aber für solche Notfälle gibt es immer noch die Adresse Rideamus@email.de

:hello Riddleamus
Armin70 (07.12.2010, 19:39):
Zu 7.:
Der betreffende Komponist hatte auch was mit Elixieren zu tun.
Severina (07.12.2010, 19:41):
Original von Fairy Queen
Ich glaube , so langsam klinget etwas bei mir...... das Werk erlebte vor nicht allzu langer Zeit eine ziemlich spektakuläre Revival mit einigen Star der heutigen Sängerszene- oder?

Salut à la France!
F.Q.

Jo, das kann man so sagen :down, und der gallische Hahn krähte wohlwollend dazu!

lg Sevi :hello
miranda (07.12.2010, 23:17):
zu Frage 6:

Die Titelfigur kommt überraschenderweise in einem klassischen Wiener Lied vor: "I muass wieder ...................... in Grinzing sein"....

zu Frage 7:

Uniformierte kommen meist auf andere Weise zu Nachwuchs, aber in diesem Werk geht es anständig zu!
Rideamus (08.12.2010, 00:11):
Bei Festen kann man immer feste essen, sobald es zu Tische geht. Wenn das Essen gut war und zudem nichts gekostet hat, kann einem direkt (schon wieder) zum Jodeln zumute sein.

Muss ich noch sagen, dass mindestens Komponist und Werktitel wesentliche Bestandteile einer richtigen Antwort sind? Ansonsten geht es wieder um einen Doppelbuchstaben, und zwar in der Ortsbeschreibung des Titels. Und natürlich werden hier Extrapunkte für weitere Musikstücke ums Essen vergeben.

:hello Riddleamus
Emotione (08.12.2010, 11:20):
Köttbullar meets Feijoada bei Foie gras.

:hello

Emotione
Armin70 (08.12.2010, 16:11):
Tipp zum 8. Türchen:

Alter Schwede da gehts ganz schön ab. In dem gesuchten Werk kommt auch eine ziemlich lustige-schräge Witwe vor (ist aber nicht die Glawari). Brasilianer kommen auch vor. Ziemlich Multi-Kulti. Passend zur damaligen Weltausstellung.
Heike (08.12.2010, 20:07):
Tipp zu 8
Der Komponist spielte als Cellist mit Pianisten wie Anton Rubinstein, Franz Liszt und Felix Mendelssohn.
Heike
Severina (08.12.2010, 20:35):
Dass Riddles Rätsel offenbar ohne diesen Komponisten nicht auskommen, ist offensichtlich, wobei ich es offen lasse, ob diese Offenbarung bei allen auf offene Ohren stößt, für mich ist es jedenfalls ganz offenkundig. So, jetzt habe ich bei meiner Offenherzigkeit wohl genug offene Anspielungen hinterlassen :D :D :D

lg Sevi :hello
EinTon (08.12.2010, 21:37):
Original von Rideamus
aber für solche Notfälle gibt es immer noch die Adresse


!!!!!


Lieber Rideamus:

Ich würde keine Emailadressen - zumindest nicht meine Haupt-Emailadresse im Netz veröffentlichen - das kann von "spezialisierten" Suchmaschinen gefunden werden, und dann kriegst Du jede Menge Spam...


Schönen Gruß Dir,

Normann
Rideamus (09.12.2010, 00:10):
Wir bleiben beim Essen oder jedenfalls bei einer lobenden Beschreibung eines solchen köstlich erquickenden Erlebnisses durch zwei Vertreter einander nahe stehender und deshalb gerne auch verfeindeter Berufsstände in einem Werk, das die meisten dem Titel nach gut, sonst aber gar nicht kennen. Was schade ist.

Gesucht wird der Doppelbuchstabe in einem der Nachnamen des Komponisten. Außerdem gibt es hier Extrapunkte Musikstücke um Getränke

:hello Riddleamus
Armin70 (09.12.2010, 06:02):
Zu Türchen Nr. 9:

Der betreffende Komponist komponierte einige Werke, die zu ein und derselben Gattung gehören, über Verwandlungen, die ein antiker Poet verfasste. Da geht es u. a. um die Transformationen von Landwirten zu Amphibien...
Rideamus (09.12.2010, 07:33):
Die bisherigen Vorschläge waren zwar alle richtig, haben aber auch einen Lapsus in meiner Erinnerung aufgedeckt, denn bei dem gesuchten Stück geht es nicht mehr ums Essen sondern eher die Zeit danach. Deshalb formuliere ich die Frage um:

Wir kommen zu einer lobenden Beschreibung des köstlich erquickenden Gefühls bei einem Glas Wein am Abend. Prägend für das Milieu sind zwei Vertreter einander nahe stehender und deshalb gerne auch verfeindeter Berufsstände in einem Werk, das die meisten dem Titel nach gut, sonst aber gar nicht kennen. Was schade ist.

Gesucht wird der Doppelbuchstabe in einem der Nachnamen des Komponisten. Außerdem gibt es hier Extrapunkte für die Nennung von Musikstücken um Getränke

:hello Riddleamus
Emotione (09.12.2010, 09:13):
Die Vertreter der beiden Stände werfen sich gegenseitig berufliche Unfähigkeit vor, geplante Entführungen sind allesamt zum Scheitern verurteilt, der invalide Verlierer in der Geschichte nimmt die Sache mit Humor, er tröstet sich mit dem gewissen Specifikum. Victoria!

:hello

Emotione
Heike (09.12.2010, 14:21):
Tipp zu 9
Der Berliner würde über den Komponisten sagen: "Ditt is ja 'n doller Name, fast so schön wie bei Dittsche"
Rideamus (09.12.2010, 14:29):
... und auf der Autobahn von Berlin nach München fährt man an dittem "Dorf" vorbei.

:hello Rideamus
Rideamus (10.12.2010, 00:35):
Kommen wir zu einem anderen Grund zu feiern, der Liebe. In diesem besonders hübschen Auftrittslied berichtet eine Frau von einer Liebe auf den ersten Blick, der ihr Herz sofort zum Schlagen brachte. Zu dumm, dass sie eine Bürgerliche ist.

Diesmal suchen wir den zweiten Buchstaben des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung weiterer musikalischer Werke, die denselben Nachnamen führen wie die Heldin des Werkes - egal, in welcher Schreibung oder Sprache, ob weiblöich oder männlich.

:hello Riddleamus
Heike (10.12.2010, 13:50):
Tipp zu 10:
"Dero Herr Sohn haben ein Aug auf meine Tochter; meine Tochter ist zu schlecht zu Dero Herrn Sohnes Frau, aber zu Dero Herrn Sohnes Hure ist meine Tochter zu kostbar, und damit basta! - Ich heiße **."
Severina (10.12.2010, 14:38):
Tipp zu 10:

... und nicht einmal anständige Limonade kann das Mädl zubereiten! Die ihre schmeckt schal, kein Wunder, dass der amante da nachwürzen muss.

lg Sevi :hello
Armin70 (10.12.2010, 16:26):
Tipp zu 10:

Es gibt auch "von Einem" anderen Komponisten eine Vertonung der gleichen schillernden literarischen Vorlage...
Rideamus (10.12.2010, 16:32):
Aus gegebenem Anlass möchte ich zum Thema Extrapunkte präzisieren:

Meine Frage gilt tatsächlich dem Nachnamen der Hauptfigur, der in einem Musikstück des klassischen Kanons im weitesten Sinne eine Rolle spielt, sei es als Name oder Beruf, auf deutsch oder in einer anderen Sprache.

Gälte die Frage also einem Herrn Barbier, wäre auch ein Musikstück mit einem Friseur eine richtige Lösung, wobei es nicht wesentlich ist, ob der im Titel explizit genannt wird, solange er eine wichtige Rolle im Textzusammenhang spielt. Ein Komponist oder Autor namens Barbier wäre also nicht genug.

:hello Riddleamus
Rideamus (11.12.2010, 05:52):
Heute mal etwas aus einer gefürchteten Gattung, dafür aber mit einem Hauch von wärmeren Temperaturen:

Hier freut man sich im Land der Barcarolen darüber, wie entzückend es ist, zu zwei'n allein zu sein. Die Sprache ist allerdings für ein Gondellied ungewöhnlich

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistenvornamens. Außerdem sammeln wir hier Barcarolen und Gondellieder für bis zu drei Extrapunkte

:hello Riddleamus
Emotione (11.12.2010, 14:02):
Der Eine gründete seinen Ruf als Komponist auf Sakralmusik, der Andere war als Schriftsteller, Illustrator und Dramatiker bekannt, bevor sie als Team unter einem Doppelnamen zum Begriff wurden.

:hello

Emotione
Heike (11.12.2010, 16:07):
Tipp zu 11
Der Komponist wurde hier schon öfter verrätselt; meist in Kombination mit senem Textschreiber.
P.s. Die titelgebende Berufsbezeichnung dürfte in La Serenissima überproportional vertreten sein.
Severina (11.12.2010, 16:19):
Tipp zu 11:

Reichlich ungewöhnlich für diese Berufsgruppe ist allerdings der rasante soziale Aufstieg, auch wenn nur einer von ihnen tatsächlich edler Abstammung ist.

lg Sevi :hello
Armin70 (11.12.2010, 16:25):
Tipp zu Nr. 11:

Der gesuchte Komponist sagte später, dass seine Begnung mit Rossini bei ihm die Liebe zur Bühne entfachte. So komponierte er u. a. Bühnenwerke über einen schwarzen Ritter, einen sagenhaften König und so eine Art Vorläufer von "Piraten der Karibik"...
miranda (11.12.2010, 21:31):
zu 8:

Trotz des Jodelns sind weit und breit keine eisigen Höhen in Sicht...nur sehr bescheidene Hügel.

zu 9:

Kein Wunder, dass Vertreter dieser Stände den Weingenuss propagieren - das bringt Kunden.....
Rideamus (11.12.2010, 23:05):
Weil's gestern später wurde, kommt das neue Türchen, mit dem die erste Hälfte geschafft wäre, heute etwas früher:

Das Geschehen spielt südöstlich des Kompositionsortes, die berühmte Vorlage wurde nördlich davon geschrieben. Thema ist eine jungfräuliche Nacht, die es nicht mehr lange bleiben wird, denn so junge Leute können ja nie abwarten.

Gesucht wird hier der dritte Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung weiterer Vertonungen desselben Stoffes.

:hello Riddleamus
Heike (11.12.2010, 23:54):
sorry das sollte ien PN werden, schnell gelöscht
Severina (12.12.2010, 00:14):
Original von Heike
sorry das sollte ien PN werden, schnell gelöscht

Schaaaade! :D

lg Sevi :hello
Heike (12.12.2010, 11:21):
Tipp zu 12
Der Komponist wurde (vorher) mit der Vertonung eines weiteren großen Klassikers bekannt, welcher in Deutschland oft unter einem Mädchennamen gespielt wird.
Heike
Armin70 (12.12.2010, 14:43):
Tipp zu 12:

Der gesuchte Komponist wurde posthum zum Filmkomponist als ein berühmter Meisterregisseur eine seiner Kompositionen als Titelmelodie zu einer US-Fernsehserie verwendete.
Severina (12.12.2010, 20:05):
Tipp zu 12:

Wenn man ornithologisch nicht ganz sattelfest ist, kann das zu so mancher nächtlichen Verwirrung führen!

lg Sevi :hello
Heike (12.12.2010, 23:47):
noch ein Tipp zu 12
Ha, da hab ich doch heute tatsächlich passend zum Rätsel eine der Stoffvertonungen (nicht die gesuchte) in der Berliner Philharmonie gehört (und dabei an Riddleamus gedacht) :)
Heike
P.s ich wusste gar nicht, dass die ihre Programme nach Riddles Rätseltag ausrichten :leb
Rideamus (12.12.2010, 23:48):
Eine unendlich ekstatische Nacht kann einem auch wie eine trunkene vorkommen, und trotzdem lässt sich hinreißend davon schwärmen

Wir suchen diesmal den zweiten Buchstaben der Anfangszeile des gesuchten Musikstückes (nicht des Werktitels). Auch hier gibt es bis zu drei Extrapunkte, und zwar für die Nominierungen von weiteren musikalischen Bühnenwerken über die Tragödie, mit der dieses Werk beginnt, oder ihre Folgen.

:hello Riddleamus

Achtung: morgen bin ich den halben Tag unterwegs, also bitte nicht ungeduldig werden, wenn die Rückmeldungen dauern
miranda (13.12.2010, 00:34):
zu 10:

Dieser Familienname bezeichnet einen der ältesten Berufe in ackerbauenden Gesellschaften mit Arbeitsteilung.

zu 11:

Kann man gleichzeitig allein und zusammen sein? Bei hingerissenen Sängern ist alles möglich!

zu 12:

Bei dieser fremdsprachigen Nummer denkt man unwillkürlich an eine nur schwer zu reparierende, früher fast unaussprechliche Sache.
Fairy Queen (13.12.2010, 10:21):
Ich hinke mal wieder total hinterher, aber will meine Tipps trotzdem loswerden:

Nummer 10: Depuis le jours ist das Wandern der Schönen Lust. (ein gesungenes Enigma zum Werktitel)

Nummer 11: Den Berufsstand der den Titel ausmacht, gibt es nur in einer einzigen Stadt und wer die in seinem Leben noch nciht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Sie ist nämlich, und hier irrt Asterix!, in Wahrheit dei erstaunlichste Stadt des Universums.

Bei der 12 schwant mir auch was, zur heutigen Frage hab ich noch keine Idee und bei 6 und 9 hatte ich keine Zeit, mich um die Lösung zu kûmmern.

F.Q.
Heike (13.12.2010, 14:15):
Tipp zu 13
„Also bestand er auch jene Gefahr, mit Kühnheit und Gleichmut, In dem gezimmerten *, worin wir Fürsten der Griechen Alle saßen, und Tod und Verderben gen Ilion brachten.“ (4. Gesang, Vers 271ff)
Armin70 (13.12.2010, 14:16):
Tipp zu Nr. 13:

Die gesuchte Oper ist so lang, dass sie zu Lebzeiten des Komponisten nur teilweise aufgeführt wurde und erst 21 Jahre nach seinem Tod fand die erste vollständige Aufführung statt.
Rideamus (13.12.2010, 14:36):
Die angebliche Überlänge war aber nur eine Ausrede. Meyerbeers Erfolgsopern zu der Zeit waren auch nicht kürzer. Die - sehr widerwillig vorgenommene, aber bis heute tradierte - Zweiteilung erfolgte, damit der Komponist wenigstens den zweiten Teil seinesr Komposition noch selbst hören konnte, wenn auch in einem anderen Theater als geplant.

:hello Rideamus
Severina (13.12.2010, 17:14):
Tipp zu 13:

Das Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde, wenn man aber andere Körperteile zweckentfremdet, wird ganz rasch ein großes Unglück daraus - eines, das Künstler aler Sparten quer durch die Jahrhunderte angeregt hat!!

lg Sevi :hello
Fairy Queen (13.12.2010, 19:06):
Liebe Sevi, also mit dem Tipps gibst du mir noch mehr Râtsel auf als die Frage ?( ?( ?(
Welche Körperteile kann man denn zum Reiten so zweckentfremden, dass sie ein Unglück werden???Iich denke gerade an eine Mischung aus Yoga und Zirkus zu Pferde, aber mir fällt keinerlei Oper/Operette etc dazu ein.

Dafür hab ich die 12 erraten (was bei Heikes Holzhammer, den ich aber erst NACHHER gesehen haben) nicht mehr schwierig sein sollte.
Mein Tipp dazu: ganz heisse bzw naturalistische und selbst auf heutigen Opernbühnen gewagte Datstellung mit einem Traumpaar der Opernszene, dessen bessere Hälfte leider derzeit ausser Gefecht gesetzt ist- ob die andere Hälfte daran ein bisschen mitschuldig ist, fragen sich nur böse Klatschmäuler.
Heike (13.12.2010, 19:08):
zu 13, liebe Fairy, wie ich schon schrieb:
In dem gezimmerten *, worin wir Fürsten der Griechen Alle saßen ...

Wenn du noch zu andren Fragen Tipps brauchst, sag Bescheid!
Heike
Severina (13.12.2010, 20:45):
Liebe Fairy,

im speziellen Fall wird nicht geritten, sondern gesessen, und zwar nicht auf, sondern...... Siehe Heike!!!!
Und im Übrigen ist das ein Lieblingsduett von Dir!!!!!!!!

lg Sevi :hello
Rideamus (14.12.2010, 00:01):
Das exquisite Erlebnis dauert oft länger als die eine kostbare Stunde, die in diesem (viel kürzeren) Lied, nach dem wir den bisher so oft besuchten Sprachraum verlassen werden, so angemessen besungen wird, aber wir fragen nur nach dieser.

Der Name des Komponisten dieses kostbaren Kunstliedes hat trotz seiner Einsilbigkeit zweimal denselben Buchstaben. Das ist der, den wir suchen. Je einen Extraunkt gibt es für die Nennung von weiteren Liedern desselben Komponisten.

:hello Riddleamus
Fairy Queen (14.12.2010, 09:16):
Liebe Sevi, da stand ich mal wieder mächtigst auf der Leitung schäm! Ja, das ist eines meiner Lieblingsduette und das Werk kommt eigentlich in jedem Rätsel vor- eine gemeinsame Liebe von Rideamus und mir. Wobei ich sagen muss, dass ich diese Liebe durch ihn bzw seine Mission in Sachen..... gefunden habe.
Die Nummer 14 flog mir dagegen schon vor dem ersten Hahnenschrei auf Anhieb zu und das ist wahrlich kein Wunder! Das Stück ist ein Wunderwerk, ein Miniaturbijoux, das ich gar nicht genug loben kann und das auch bereits in meiner Forenvergangenheit ausgiebigst und u.A. in Vergleichstudien und mit missionarischem Eifer getan habe. Das war wirklich MEINE Frage! :engel
Severina (14.12.2010, 11:17):
Der Hahn war auch in Wien zu hören, allerdings hatte er hier Mühe, das richtige Körnchen zu finden, weil sich der Wiener Verwandte mit der welschen Zunge schwer tut :S
Aber Dank der Missionarin aus Lille und ihrer schon vor Monaten geleisteten musikalischen Entwicklungshilfe konnte ich auch dieseNUss knacken!

lg Sevi :hello
Armin70 (14.12.2010, 14:46):
Tipp zu Nr. 14:

Zwar noch nicht bestätigt aber ich denke, aufgrund der bisherigen Hinweise müsste es eindeutig sein: Der "Hahnenschrei" ist auch bis zu mir durchgedrungen. Gesucht ist ein Komponist, der u. a. Kommandant der Ehrenlegion und Operndirektor war (Mahler ist es nicht...). Geboren wurde er übrigens in einem Land im Süden der "Neuen Welt".
Fairy Queen (14.12.2010, 15:01):
Ich würde ja zu gerne einen Link setzen, denn bei youtube gibt es eine Aufnahme dieses Stücks, wo der Komponist eine von ihm als ideal erwählte Sängerin selbst am Klavier begleitet. Celestement! :engel :engel :engel
Falls jemand noch missioniert werden muss: ich habe mindestens 10 Versionen des Stücks. :hello
Heike (14.12.2010, 15:10):
Tipp zu 14
Der Text zu dem Lied stammt von einem Lyriker, dessen unglückliche Affäre von Agnieszka Holland verfilmt wurde.
Rideamus (15.12.2010, 00:18):
In einer Stunde süßesten Entzückens kann man sich sogar in nicht mehr lebendigen Sprachen dem Trauten in höchsten Tönen hingeben.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des zweiten Wortes im Titel des gesuchten Werkes.

Extrapunkte gibt es heute für die Nennung von Werken, die Komponisten in einer Sprache gefertigt haben, in der sie nicht aufgewachsen sind.

:hello Riddleamus
Rideamus (15.12.2010, 00:53):
Zur Vermeidung weiterer Missverständnisse bei der Frage nach den Extras: gemeint sind ausschließlich musikalische Bühnenwerke, und um einer Inflation von Nennungen vorzubeugen, möchte ich auch Kompositionen in den gängigen Opernsprachen italienisch und französisch ausschließen.

:hello Riddleamus
Armin70 (15.12.2010, 05:54):
Tipp zu Nr. 15:

Der gesuchte Komponist hatte eine Vorliebe für alte Sprachen und heimatliche Dialekte und so vertonte er in solchen Sprachen viele seiner Vokalwerke.
Heike (15.12.2010, 11:13):
Tipp zu 15
Der Eingangschor des Werkes ist ziemlich populär und auch häufig in der Werbung und bei Sportevents zu hören.
Heike
Fairy Queen (15.12.2010, 17:06):
Zum Text dr 15 kann man nur sagen: du lieber(gesottener) Schwan! Wenn man das alles wortwörtlich übersetzt, muss man dieses Werk für unter 18 jährige verbieten. Gut, dass kaum noch einer diese Sprache kann. :hello
miranda (15.12.2010, 22:42):
zu 13:

Die Dame in dieser Nummer singt bei einem anderen Komponisten und in einer anderen Sprache herzzerreißend, man möge sich an sie erinnern, doch ihr Schicksal vergessen.

zu 14:

Der Komponist zeigt in seinem Namen schon die Ambivalenz, die ihm auch im Privatleben zu schaffen machte: immer irgendwie dazwischen.
Severina (15.12.2010, 23:39):
Nr. 15:

Den Namen des Komponisten habe ich täglich vor Augen, wenn ich den Fernseher einschalte, nur dass er mir mehr Vergnügen bereitet!!

lg Sevi :hello
Heike (15.12.2010, 23:45):
@Sevi
*ichlachmichschlapp*, (hast du nicht kürzlich über die Ösis und PISA berichtet?)
Heike
Rideamus (16.12.2010, 00:07):
Liebe verführt bekanntlich nicht zwangsläufig zur Logik. So wünscht sich hier eine unverhofft Geliebte, dass ihre Freunde sie gerade jetzt sehen könnten, obwohl der Moment, bei realistischem Licht besehen, nicht unbedingt der beste dafür ist. In der Version, in der eine amerikanische Schauspielerin das singt, ist es aber harmlos, denn das Eigentliche nicht zu zeigen und trotzdem deutlich zu machen, hat der geniale Regisseur gut gelöst.

Diesmal suchen wir - neben Werktitel und Komponisten - den ersten Buchstaben des Werktitels.Je einen Extrapunkt kriegt jede/r, die bzw. der Titel, Regisseur und Hauptdarstellerin der Vorlage dieses musikalischen Bühnenwerkes nennt.

:hello Riddleamus
Rideamus (16.12.2010, 11:20):
Die angesprochene Schauspielerin hat nicht nur singend und tanzend in zwei Musicalverfilmungen mitgewirkt, darunter die hier gefragte. In einem sehr bekannten Film um eine Dame mit dem gleichen fraglichen (bzw. fragwürdigen) Beruf wie in der Vorlage zu dem gefragten Werk hatte sie trotz einer Musicalvorlage nur einen Tanz und zwei Worte zu singen (dis donc), weil sonst alle Musiknummern gestrichen wurden, die man sonst hätte übersetzen müssen.

Daneben hatte sie aber auch in zwei besonders guten Filmen mitgespielt, die Vorlagen für spätere Musicals wurden. Eines davon hatte Versprechungen im Titel und eines eine Wippe. Und schließlich spielte sie noch in einem ganz anderen Werk über eine Opernverfilmung eine sehr bekannte japanische Vertreterin eines ähnlichen Berufsstandes wie dem hier angesprochenen.

Wer kann für zwei weitere Extrapunkte alle sechs Werke mit ihren Vorlagen nennen? Bitte erst einmal nur per PN

:hello Rideamus
Severina (16.12.2010, 12:01):
Au weia, das klingt verflixt nach Musical :( :( :( Und Hinweise auf Filme sind für einen Kinomuffel wie mich natürlich vergebliche Liebesmüh...

lg Sevi, ziemlich ratlos :I
Rideamus (16.12.2010, 12:24):
Liebe Sevi,

ich fürchte, da hast Du Recht, denn das ist eine meiner berüchtigten Bildungsfragen, aber die Schauspielerin kennst Du bestimmt, und wahrscheinlich mindestens zwei der Filme der Zusatzfrage.

Über die Schauspielerin kommt man bei YouTube auf einen Clip, der zwei der genannten Titel verbindet. Einer davon ist der gesuchte.

Es geht auch anders, denn fast alle sogenannten Paraphrasen meiner Fragen sind Übersetzungen. und wenn man die Originalsprache richtig identifiziert, findet man ganz schnell den Songtitel. Der Rest ist "gewusst wo", wie z.B. gerade ausgeführt.

:hello Riddleamus
Waldi (16.12.2010, 14:19):
Liebe Sevi,

Auch Kinomuffel kennen diese, auch wegen ihres Hangs zum Esoterischen geläufige, Schauspielerin, die mehrfach mit einem ganz berühmten Regisseur zusammengearbeitet hat (den die Wiener auch als einen der ihren beanspruchen). Der hat als Drehbuchautor begonnen (und z.B. mit Erich Kästner zusammengerabeitet). Zu seinen berühmten Protagonisten gehören außerdem u.a. Audrey Hepburn, Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Jack Lemmon. Avanti, avanti zur Lösung, die mit etwas Süßem zu tun hat (probier's doch in der Sprache des Kaugummis oder auch in der Sprache der Liebe)!

Wenn nötig, helfen wir Dir auch weiter.

Liebe Grüße
Waldi
Severina (16.12.2010, 14:32):
Lieber Waldi,

vielen Dank, aber Dein Tipp bei Capriccio hat mich Bloßfüßige, so hoffe ich zumindest, auf die richtige süße Spur gebracht. Noch harre ich der Bestätigung des großen Rätselmeisters, aber ich denke, die Nuss ist geknackt.

lg Sevi :hello
Rideamus (16.12.2010, 15:33):
Ein gleich zweimal eingetroffener, falscher Lösungsvorschlag hat mich zunächst verwirrt, aber jetzt weiß ich, wie er zustande kam.

Die gesuchte Schauspielerin hat nämlich in einer kleinen Rolle der Uraufführungsserie des Musicals THE PAJAMA GAME am Broadway mitgewirkt, nicht aber in deren Verfilmung, in der Doris Day die Hauptrolle spielte. Da ich diesmal aber nach Filmen frage, kann ich diese Antwort leider nicht gelten lassen, obwohl sie sehr gut recherchiert ist.

:hello Riddleamus
Armin70 (16.12.2010, 15:55):
Tipp zu Nr. 16:

Die betreffende Schauspielerin spielte auch eine Rolle in einer Krimi-Komödie eines anderen weltberühmten Regisseurs, obwohl sie nicht zu dem ansonsten bevorzugten Frauentyp des Regisseurs gehörte.
Severina (16.12.2010, 16:42):
Lieber Armin,

Filmtipps sind bei mir meist vergebliche Liebesmüh :(, da war Waldis literarischer Zaunpfahl gottlob zielführender, denn ich zähle nun auch zu den Glücklichen, die Nr. 16 geknackt haben. :D
Ausnahmsweise weiß ich aber auch was Filmisches (Hoffe ich zumindest...), daher mein Tipp:

Die Schauspielerin im gesuchten Film begann ihre Karriere schon als Kinderstar!

lg Sevi :hello
Heike (16.12.2010, 18:25):
Tipp zu 16

Einer oder der bekannteste Song aus dem Werk wurde oft gecovert und auch von QUEEN live im Wembley Stadium am 12 Juli 1986 gesungen.
Rideamus (16.12.2010, 20:06):
Liebe Sevi,

"Kinderstar" wäre übertrieben, zumindest, soweit es den Film angeht, denn als sie den von Armin anmgesprochenen Debütfilm für den Thrillerregisseur drehte, war sie ersichtlich kein Kind mehr.

Nachdem so viele von Euch die ersten zwei Drittel dieses Rätsels schon glorios bewältigt haben, lohnt es sich vielleicht schon einmal, sich mit dem Lösungswort auseinander zu setzen.

Hier sind die Buchstaben, die bislang schon feststehen:

0 = S
1 = L
2 = E
3 = S
4 = F
5 = N
6 = O
7 = D
8 = N
9 = T
10 = E
11 = R
12 = U
13 = U
14 = H
15 = U
16 = S

Dazu noch ein Tipp: "Nun singet und seid froh" ist es nicht.

Riddleamus
Fairy Queen (16.12.2010, 20:45):
Ich weiss mal wieder gar nichts..... ?( ?( ?(
Sevi, Heike, Waldi, Arnim und alle anderen: au secours!!!!! :hello
Armin70 (16.12.2010, 20:56):
Hallo Fairy Queen,

die gesuchte Schauspielerin war das einzigste weibliche Mitglied des legendären "Rat Pack". In der gesuchten Musicalverfilmung, in der diese Schauspielerin die weibliche Hauptrolle spielte war übrigens auch ein weiteres Mitglied des "Rat Pack" dabei.
Heike (16.12.2010, 21:01):
Noch ein Tipp zu Nr. 16
Liebe Fairy, da singt man z.B.

"The minute you walked in the joint ....
I could see you were a man of distinction,
a real * * "

Heike
Rideamus (16.12.2010, 22:18):
Ob "Süße Caritas" eine Hilfe ist?

:hello Rideamus
Rideamus (16.12.2010, 22:48):
Müdigkeitsbedingt heute mal wieder etwas früher als sonst, das 17. Türchen:

Wenn man aus liebevollen Träumen erwacht, folgt meistens der Absturz. Hier aber wird ein schlimmes Missverständnis aufgeklärt und folgt ein Happy End, das menschliches Vorstellungsvermögen übersteigt, jedenfalls für die Betroffene.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung weiterer Werke, in denen etwas Entscheidendes geschieht, während jemand schläft.

:hello Riddleamus
Severina (16.12.2010, 23:32):
Lieber Wolfram,

lg Sevi :hello
Armin70 (16.12.2010, 23:35):
Hat sich erledigt
Severina (16.12.2010, 23:37):
Irgendetwas stimmt da nicht, ich habe es als PN geschickt und kann meinen Beitrag auch nicht löschen, ich versuche es schon verzweifelt die ganze Zeit!!!!

lg Sevi

Lieber Armin,
Beim 10. Versuch geklappt, aber
kannst Du BITTTE BITTE Deinen Beitrag wieder löschen, denn als Zitat bleibt der meine ja sichtbar!!!

lg Sevi
Armin70 (16.12.2010, 23:42):
Naja, egal...shit happens...Vielleicht stellt unser Quizmaster Rideamus eine Ersatzfrage oder er schenkt uns allen als "Weihnachtsgeschenk" diesen Punkt. (Vielleicht merken das unsere Ratekollegen vom Capricco-Forum nicht und die grübeln und grübeln... :wink).
Severina (16.12.2010, 23:44):
Original von Armin70
Naja, egal...shit happens...Vielleicht stellt unser Quizmaster Rideamus eine Ersatzfrage oder er schenkt uns allen als "Weihnachtsgeschenk" diesen Punkt. (Vielleicht merken das unsere Ratekollegen vom Capricco-Forum nicht und die grübeln und grübeln... :wink).

Lieber Armin,
kannst Du bitte Deinen Betrag SCHNELL löschen?????

lg Sevi :hello
Armin70 (16.12.2010, 23:44):
Schon passiert...hoffentlich hats keiner geschnallt...
Severina (16.12.2010, 23:45):
Original von Armin70
Schon passiert...hoffentlich hats keiner geschnallt...

DANKE! :thanks

lg Sevi :hello
Heike (16.12.2010, 23:48):
Ich habs noch gesehen :-) aber da wusste ich die Lösung schon (das war ja auch rel. leicht heute). Ehrenwort!
Heike
Armin70 (16.12.2010, 23:53):
Original von Heike
das war ja auch rel. leicht heute


Sag das nicht so laut...In der Frage von morgen will Rideamus dann wieder irgendein seltenes Musical von 1453 oder irgend sowas exotisches wissen...
Severina (16.12.2010, 23:54):
:I :I :I :I :I :I

Wenn ich nur wüsste, was da passiert ist! Denn wenn ich mich wirklich geirrt und statt auf PN auf Antworten gedrückt hätte, hätte doch der Ändern-Button klaglos funktionieren müssen, aber ich habe minutenlang verzweifelt versucht, den Beitrag zu löschen. Erst beim x-ten Versuch ist es endlich gelungen.
Ich hoffe, unser Riddlemaster dreht mich nicht durch den Fleischwolf :(

lg Sevi, tief zerknirscht
Heike (16.12.2010, 23:57):
@Sevi
Wenn ich nur wüsste, was da passiert ist!
Gräm dich nicht, es gibt schlimmeres: stell dir vor es ginge dir wie der Figur aus der heutigen Frage (es wird doch nicht sowas gewesen sein *ggg*) :engel
Heike
Severina (16.12.2010, 23:59):
Original von Armin70
Vielleicht merken das unsere Ratekollegen vom Capricco-Forum nicht und die grübeln und grübeln... :wink).

Ich glaube, die capricciösen Ratefüchse sind gar nicht online, zumindest im Moment nicht! :haha

lg Sevi :hello
Armin70 (17.12.2010, 00:01):
@Sevi:
Vielleicht passiert sowas wenn man zuviel ORF guckt.... :wink
(Ist nur nur Spass :hello)
Severina (17.12.2010, 00:32):
Original von Armin70
@Sevi:
Vielleicht passiert sowas wenn man zuviel ORF guckt.... :wink
(Ist nur nur Spass :hello)

Du meinst, die Verblödung ist schon so weit fortgeschritten :cool? (scheint wirklich so, weil ich oben Capriccio mit pp geschrieben habe...)Au weia, ich sag's ja immer, ich melde diese Kiste ab :D.

lg Sevi :hello
Armin70 (17.12.2010, 06:36):
Original von Severina
Original von Armin70
@Sevi:
Vielleicht passiert sowas wenn man zuviel ORF guckt.... :wink
(Ist nur nur Spass :hello)

Du meinst, die Verblödung ist schon so weit fortgeschritten :cool? (scheint wirklich so, weil ich oben Capriccio mit pp geschrieben habe...)Au weia, ich sag's ja immer, ich melde diese Kiste ab :D.

lg Sevi :hello

Hi Sevi,

als Gentleman sage ich jetzt mal nichts dazu...aber ich bin ja auch nicht besser oder hast Du schon mal jemanden gesehen, der beim schreiben stottert ("...nur nur...") ?

Gruß
Armin
Armin70 (17.12.2010, 06:39):
Tipp zu Nr. 17:

Genauso wie der gesuchte Komponist dieser Oper heisst ein spritziges Gesöff, dessen Bestandteil u. a. Schampus ist. Cheers...
Heike (17.12.2010, 08:30):
Tipp zu 17
Früher nahm man an, dass der Vollmond mit der Sache ursächlich zu tun hatte.
Heike
Fairy Queen (17.12.2010, 08:47):
Das sind dann wohl die Vorteile derer, die im Klassikforum übernachten... :D unsereins muss ganz alleine raten. aber dank Sevis Aperitif (lecker!!! nirgends besser als in ... Bar) weiss ich es auch, zumal es sich um eine meiner Spezis handelt. Bei der süssen Caritas schwant mir zwar was, aber da wird nicht gesungen..... Der Film, den ich meine, ist allerdings hinreissend.

Jedenfalls danke ich euch herzlich, bei mir ist der Vorweihnachtsendspurt so heftig, dass ich hier nicht mehr mitkomme und nur sporadisch dank der Tipps ein Korn fidne, denn zum lange Suchen hab ich einfach keine Zeit.
Liebe Grüsse aus dem nun auch eingeschneiten Frankreich
F.Q.
Severina (17.12.2010, 14:21):
Zu Frage 17:

Nicht WIE man sich bettet, ist manchmal entscheidend, sondern WO....

lg Sevi :hello

PS: Liebe Fairy,
den Apero hat Dir übrigens Armin serviert, aber ich gönne ihn Dir natürlich von Herzen :beer
Waldi (17.12.2010, 14:37):
Liebe Fairy,

Bei der süssen Caritas denke zunächst an das süße Leben. Das wird Dich zu einer Person führen, die so ähnlich heißt wie der Komponist von Nr.17. Wende Dich dann zur besseren Hälfte und deren Nächte - voilà!

:hello Waldi
Rideamus (18.12.2010, 00:39):
Ein größerer Kontrast zwischen diesem Finale und dem vorangehenden ist kaum denkbar, aber beide Male geht es um beispielloses Jubilieren. In diesem sogar wörtlich.

Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten. Extrapunkte gbt es für die Nennung weiterer musikalischer Märchen, deren Geschichte die Gebrüder Grimm nicht kennen konnten.

:hello Riddleamus
miranda (18.12.2010, 01:40):
zu 15:

Für Legastheniker könnte der Komponistenname ein halber Ur-Sänger sein...

zu 16:

Der für die Zusatzpunkte gesuchte Regisseur hat auch das Leben des berühmtesten Liebhabers aller Zeiten verfilmt.
Rideamus (18.12.2010, 08:34):
Anlässlich einer wiederholt angemeldeten guten, aber falschen Lösung möchte ich darauf hinweisen, dass in der Nummer 18 ausnahmsweise mal nicht nach Rossini und auch nicht nach dem "giubilar" von LA CENERENTOLA gefragt wird, denn so schön die Oper ist, ein starker Kontrast zu Bellini ist sie wirklich nicht, und beispiellos ist ihr Jubilieren auch nicht. So aber wird der Jubel in dem gefragten Stück ausdrücklich genannt, wenn auch in anderer Formulierung.

Für die Extras kommt das Aschenputtel natürlich auch nicht in Frage. Um nicht zu sehr zu irritieren, akzeptiere ich hier gerne auch Märchen, die die Gebrüder theoretisch hätten kennen können. Hauptsache, sie finden sich nicht in ihren Märchenbüchern.

:hello Rideamus
Severina (18.12.2010, 11:29):
:I :I :I :I Genau das war auch meine Vermutung, jetzt steh ich total auf der Leitung. Wahrscheinlich ist das wiedereinmal KEINE Oper....

lg Sevi :hello
Emotione (18.12.2010, 12:24):
In einer weiteren (tierischen) Oper des Komponisten wird das Phänomen ebenfalls im Titel benannt.

:hello

Emotione
Severina (18.12.2010, 12:29):
Ich glaube, ich bin aus dem Schatten ins Licht getreten, warte aber noch auf die Bestätigung des Rätselmeisters!!!
lg Sevi :hello
Heike (18.12.2010, 12:34):
Nr. 18
X.Y.Z. schrieb einige Libretti für den gesuchten Komponisten: u.a. auch das seiner wohl bekanntesten Oper mit einer der bekanntesten Hosenrollen, in der ein minderjähriger sich zunächst mit der Dame des Hauses vergnügt, dann aber doch in eine andere verliebt.
Rideamus (18.12.2010, 12:43):
Original von Emotione
In einer weiteren (tierischen) Oper des Komponisten wird das Phänomen ebenfalls im Titel benannt.

:hello

Emotione

Die Oper kennt doch kein Esel.

Ich bin kein FroSch und mache es noch einfacher:

Ein Namensvetter des Jublers namens Obama hat derzeit weit weniger Grund, sich zu freuen. Aber der hat ja schon Kinder.

:hello Rideamus
Severina (18.12.2010, 13:58):
Tipp zu Frage 18:

Eine Schattenseite von Riddles Rätsel ist, dass fast immer dieser von mir ungeliebte Komponist dabei ist....
Denn trotz Stein und Tempel ist dieses Werk NICHT von Mozart.
So, jetzt muss ich kochen und hoffe sehr, dass mein Fisch in der Pfanne mir nix erzählt :wink

lg Sevi :hello
pavel (18.12.2010, 14:01):
Severina, gibts heute Schweinshaxe ?
Fairy Queen (18.12.2010, 14:21):
:rofl :rofl :rofl
Lieber Pavel, das ist der genialste Tipp aller Zeiten! :thanks :down
So hab ich sofort ohne weiteres Nachdenken den Kompinisten und musste nur noch mit Severinas Vor-tipp den Titel raten. Diei singende Sister von Irma la Douce hab ich aber immer noch nicht, dazu braucht man wohl dann doch Mister google...
F.Q.

P.S. Bei mir gabs heute Muscheln, die passen aber zu gar keiner Frage (bisher, evtl kommen ja noch Bizets....) :D
Heike (18.12.2010, 14:30):
Liebe Fairy, zu Nr. 16
Diei singende Sister von Irma la Douce hab ich aber immer noch nicht, dazu braucht man wohl dann doch Mister google...
Ja, so ging es mir auch - aber das dürfte mit der Kenntnis des fokgenden Hits kein Problem sein:

"The minute you walked in the joint ....
I could see you were a man of distinction,
a real * * "

Heike
Severina (18.12.2010, 14:43):
Ach Gott, Fairy-Sister, jetzt sind wir ohnehin schon alle so süß und wohltätig zu Dir, müssen wir Dir auch noch ein Dictionary schenken????

lg Sevi :hello
Armin70 (18.12.2010, 17:42):
Tipp zur Nr 18:

Der gesuchte Komponist zur Nr. 18 und der gesuchte Komponist zur Nr. 15 haben eine Gemeinsamkeit und zwar komponierten sie unabhängig voneinander für ein Großereignis vor 74 Jahren jeweils ein musikalisches Werk.
Rideamus (18.12.2010, 23:44):
Wie alle Jahre wieder werden auch heuer zahlreiche Kinder zum ersten Mal in die Oper gehen und dabei mitbekommen, wie durch ein Klingeln oder ein Ding Dong der Beginn der Vorstellung angekündigt wird. Auch weit von uns weg hören manche Kinder zum ersten Mal oder alle Jahr wieder ein Ding Dong. Dann aber ist die Vorstellung - in der Regel auf dem Fernsehschirm - schon im Gange. Diese Parallele brachte mich auf die 19. Frage, und die geht so:

Nicht nur die Großen haben Grund zum Jubeln. Die Kleinen tun es ganz ungeniert, wenn jemand Böses ums Leben gekommen ist. Diesmal suchen wir zwei Werke, in denen sich ein Chor der Kleinen über einen solchen Todesfall freut. Die Todesursache ist einmal in einem essbaren Haus und im anderen ein fliegendes.

Gesucht werden beide Werke mit ihren Komponisten und die einschlägigen Freudengesänge sowie der vierte Buchstabe des weiblichen Vornamens im deutschen Werk. Hier gibt es Extrapunkte für die Nennung von musikalischen Bühnenwerken mit BerufskollegInnen der Figuren, deren Ableben hier bejubelt wird.

:hello Riddleamus
Rideamus (19.12.2010, 07:10):
Erste Rückmeldungen verraten kleine Unsicherheiten bei der Definition der BerufkollegInnen der Extrafrage zur Nummer 19. Ich werde mich da in Eurem Interesse an der Inquisition orientieren und jede Person männlichen wie weiblichen Geschlechts auf den gescheiten Haufen schicken, die im Libretto ihres jeweiligen Werkes der Zauberei bezichtigt wird. Bedauernswerte Häretiker wie die im DON CARLOS oder in LA JUIVE zählen aber nicht.

Im Übrigen stelle ich mit Bewunderung fest, dass es den Ersten bereits heute gelingt bzw. sicher gelingen wird, die Schwelle der Hundert Punkte zu überschreiten. Die Ausbeute der Extrapunkte ist entsprechend bewundernswert. Da diesmal zudem viele Teilnehmer ziemlich regelmäßig von Anfang bis Ende dabei sein konnten, kündige ich bereits jetzt eine zeitliche Begrenzung des Rätsels zum Ende des Zweiten Feiertages an, denn ich möchte möglichst viele der Lösungen des Weihnachtsrätsels noch in den "Twelve Days of Christmas" unterbringen. Wenn jemand damit Probleme hat und gerne eine Verlängerung möchte, bitte ich um Mitteilung. Dabei solltet Ihr aber bedenken, dass die zweite Hälfte der Fragen ohnehin erst im neuen Jahr dran kommen kann und so lange offen bleibt.

Zunächst aber wünsche ich Euch allen einen besinnlichen und genussvollen Vierten Advent. Weißer kann es jedenfalls heuer kaum mehr werden.

:hello Riddleamus
Severina (19.12.2010, 11:51):
Mein Tipp zu 19:

Das Baumaterial des Hauses im ersten Teil der Frage ist speziell zu dieser Jahreszeit keine Mangelware!

Die Heldin der 2.Frage wird bei ihrer schwierigen Aufgabe von drei Wesen aus der tierischen und phantastischen Welt begleitet, wobei besonders Ersterer sich gar nicht so heldenhaft benimmt, wie man es von seiner Spezies erwartet!

lg Sevi :hello
Heike (19.12.2010, 12:38):
Tipp zu Nr 19
Die Böse in Werk a heißt mit Vornamen Rosine und der Nachname ist auch lecker, was Kenner der allgegenwärtigen Vorlage doch überraschen dürfte!

Das berühmte Lied in Werk b, welches ein farbiges Etwas und die Dinge darüber besingt, stammt schon aus einer älteren Verfilmung. Ich mag aber ganz besonders die Version mit Eva Cassidy.
Heike
Rideamus (19.12.2010, 14:20):
Liebe Heike,

kann es sein, dass Eva Cassidy in dem von Dir angesprochenen Lied eine farbige Naturerscheinung besingt? Dann wärest Du zwar im richtigen Film, aber in der falschen Nummer, denn die geht um böse tote Frauen.

:hello Rideamus
Armin70 (19.12.2010, 22:05):
Tipp zu Nr. 19:

Genauso wie der Vorname des gesuchten Komponisten zu a) heisst auch ein englischer Schnulzensänger.

Die Sängerin und Schauspielerin, die in Werk b) ein Lied sang, das danach weltberühmt wurde, ist die Mutter einer ebenfalls sehr berühmten Sängerin und Schauspielerin, die den Nachnamen ihres Vaters trägt.
Heike (19.12.2010, 22:12):
Lieber Riddleamus,
kann es sein, dass Eva Cassidy in dem von Dir angesprochenen Lied eine farbige Naturerscheinung besingt? Dann wärest Du zwar im richtigen Film, aber in der falschen Nummer, denn die geht um böse tote Frauen.
Ja ja du hast völlig recht, ich meine nicht die gesuchte Nummer mit den bösen Frauen, sondern eine schön bunte, de aber wegen ihrer Bekanntheit rasch auf das Werk hindeutet!
Heike
Rideamus (19.12.2010, 23:59):
Wir beschließen dieses Rätsel saisongerecht mit Lobpreisungen höherer Wesen.

Hier lobpreist jemand die Schönheit der blauen Welt so leidenschaftlich, dass man meint, er habe den Kopf verloren. Das hat aber noch Zeit.

Wir suchen diesmal den vierten Buchstaben des Komponistennamens. Außerdem gibt's Extrapunkte für die Nennung weiterer musikalische Stücke, in denen die Schönheit der Welt gepriesen wird.

:hello Riddleamus
Rideamus (20.12.2010, 07:18):
Guten Morgen

Da es heute zum Endspurt der letzten Fragen geht, fasse ich noch einmal die bisher gefundenen Buchstaben des Lösungsspruches zusammen:

00 = S
01 = L
02 = E
03 = S
04 = F
05 = N
06 = O
07 = D
08 = N
09 = T
10 = E
11 = R
12 = U
13 = U
14 = H
15 = U
16 = S
17 = N
18 = S
19 = T
20 = R

Außerdem erinnere ich an meinen früheren Tipp, der zumindest einige von Euch leichter zum Ziele führen sollte als das Aufdröseln des, zugegeben verwirrenden, Buchstabensalates: "Nun singet und seid froh' ist es nicht.

Des weiteren werde ich mir Mühe geben, mit den nächsten Bestätigungen mindestens all jenen, die schon die Hälfte der Fragen gelöst haben, ihren Punktestand mitzuteilen, damit meine Buchführung bestätigt oder korrigiert werden kann.

Zur Orientierung: die einschließlich der heutigen Lösung mit allen Extras maximal erreichbare Punktzahl ist 109. Die hat niemand, aber es gibt schon Ratefreunde mit 108 bzw. 107 Punkten, und da dürften heute noch Einige aufschließen.

Ich bin wieder mal baff vor Bewunderung:down :down :down :down :down :down :down :down :down :down

:hello Rideamus
Heike (20.12.2010, 13:43):
Tipp zu 20
Leider nicht fiktiv, sondern aus dem realen Leben: Auf seinen Tod wartend schrieb der Titelheld Gedichte, die er mit schmutziger Wäsche aus dem Gefängnis schmuggeln konnte.
Heike
Heike (20.12.2010, 15:42):
Ich fürchte übrigens, dass ich an dem Lösungssatz ähnlich wie im letzten Jahr in pure stundenlange Verzweiflung ausbrechen werde...
Heike
Severina (20.12.2010, 20:08):
Original von Heike
Ich fürchte übrigens, dass ich an dem Lösungssatz ähnlich wie im letzten Jahr in pure stundenlange Verzweiflung ausbrechen werde...
Heike

Das bleibt mir gottlob erspart, weil ich beim Endspurt gar nicht dabei bin :D Aktuell bin ich ähnlich ahnungslos wie Du.

Dafür kommt jetzt noch ein wahrhaft revolutionärer Tipp zu 20:

Der Komponist hat gleich zwei tenorale Namensgefährten, und wer mich kennt, weiß, dass es sich dabei um keine Verblichenen handelt!!

lg Sevi :hello
Armin70 (20.12.2010, 20:53):
Tipp zu Nr. 20:

Die "revolutionäre" Oper des gesuchten Komponisten ist heutzutage die einzigste seiner Opern, die regelmässig aufgeführt wird, abgesehen vielleicht noch von einer anderen Oper von ihm.
Rideamus (21.12.2010, 00:13):
Es ist nur angebracht, wenn zwei Menschen sich auch bei ihrem Schöpfer für seine Großzügigkeit bedanken, die sie zusammengebracht hat. Hier tun es die ältesten Menschen überhaupt.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung musikalischer Werke mit denselben Hauptpersonen

:hello Riddleamus
Heike (21.12.2010, 11:32):
Tipp zu 21
Zuallererst gibt es mal ein großes Chaos in c moll.
Heike
Armin70 (21.12.2010, 11:55):
Tipp zu Nr. 21:

Der Bruder des gesuchten Komponisten war auch Komponist und der gesuchte Komponist war nach seinem Tod ziemlich kopflos.
Rideamus (22.12.2010, 00:50):
Wenn einem Volk ein rettendes Wunder beschert wird, verwundert es nicht, wenn ihm die Spucke weg bleibt oder die Stimme fehlt. Ironischerweise wird genau das hier mit sehr vielen Stimmen geschildert.

Gesucht wird diesmal der erste Buchstabe des Werktitels. Hier gibt es Extrapunkte für die Nennung weiterer musikalischer Bühnenwerke zu Themen um diese Epoche

:hello Rideamus
Rideamus (22.12.2010, 07:11):
Wie ich den ersten Rückmeldungen entnehme, habe ich meine Frage wieder zu ungenau formuliert. Also versuche ich es noch einmal anders:

Das wundervolle Ereignis kann auf der Bühne schlecht gezeigt werden (es war schon im Film schwer), bildet also nur den Hintergrund bzw. Höhepunkt der Geschichte. Das gesuchte Ensemble stammt aus einem Werk, von dem es mehrere Fassungen gibt, und wird in der Frage wörtlich zitiert.

Für die Extras genügen Werke um das Schicksal des Volkes aus der Vorweihnachtszeit

Hoffentlich geht's jetzt besser.

Ich wünsche Euch einen möglichst entspannten Tag.

:hello Riddleamus
Emotione (22.12.2010, 10:47):
Ganz zu Beginn einer Oper des Verismus wird versucht, das Wunder bildhaft darzustellen.

:hello

Emotione
Heike (22.12.2010, 11:50):
Tipp zu 22
Der Titelheld wanderte jahrzehntelang mit dem besagten Volk durch äußerst karge Gebiete.
Heike
Armin70 (22.12.2010, 18:42):
Tipp zu Nr. 22:

Diese Geschichte wurde oft vertont, z. B. in Oratorien und in modernerer Form auch in Spirituals. Es gibt auch einen inzwischen nicht mehr aktiven US-Leichtathleten, der den Namen des Titelhelden als Nachnamen trägt.
Rideamus (23.12.2010, 00:03):
Dass der Lösungswortheilige nicht mit "Jauchzet! Frohlocket!" besungen wird, kann man sich fast denken, aber da wir es hier mit Paraphrasen zu tun haben, würde es mich nicht wundern, wenn das Lösungswort fällt wie die Äpfel und Nüsse, nämlich nicht weit vom Stamm. Das haben inzwischen immerhin schon sieben Ratefreunde erkannt. Noch aber haben wir zwei Türchen vor uns, die auch etwas mit "Jauchzet! Frohlocket!" gemeinsam haben:

23. Wir gelangen zu einem Komponisten, der in diesen Rätseln leider fast zwangsläufig zu kurz, jetzt aber gerade richtig kommt. Die Komposition dieses Lobgesanges, der von einem verweilenden Vergnügen berichtet, hat einen zur gegenwärtigen Saison passenden Anlass gehabt.

Gesucht wird der vierte Buchstabe des dritten bzw. der dritte des vierten Wortes dieses Liedes. Weil Ihr heute und morgen bestimmt viel zu tun habt, gibt es keine Aufgabe für Extrapunkte mehr.

:hello Riddleamus
Rideamus (23.12.2010, 09:56):
So kann man sich täuschen, denn ich hielt die heutige Frage für leicht, weil ich mich erst kürzlich öffentlich nach dem Stück erkundigt hatte, um das es hier geht, und sehr gute Rückmeldungen erhielt. Dabei gibt es erstmals um diese Zeit noch gar keine positive Rückmeldung.

Vermutlich liegt das daran, dass Ihr in den falschen Ecken sucht. Dabei wird in dem Rätsel gar nicht mehr nach Bühnenwerken gefragt. Vielleicht solltet Ihr einen bestimmten Blütentee trinken und dabei nicht nur an das WO denken, sondern an die saisonalen Titel des WV.

:hello Riddleamus
Heike (23.12.2010, 11:44):
Tipp zu 23
Ein leider sehr jung gestorbener Pianist verabschiedete sich mit einer Klavierbearbeitung eines sehr bekannten Teils dieses Werkes 1950 von seinem Publikum.
Rideamus (23.12.2010, 15:46):
Soeben werde ich auf einen Lapsus bei der Bestimmung des für das Lösungswort wichtigen Buchstaben aufmerksam gemacht, den ich schleunigst korrigieren möchte. Genau genommen, sind es sogar zwei:

Das gesuchte Werk ist eigentlich nur ein Teil eines Gesamten, das die meisten von Euch korrekt identifiziert haben. Meine Frage nach dem Lösungsbuchstaben galt aber nur dieser Teilnummer, und selbst da habe ich mich noch verzählt, denn der gesuchte Buchstabe befindet sich nicht im dritten und vierten Wort des Titels, sondern im zweiten und dritten.

Kurz gesagt: es handelt sich um ein I. Das aber wissen inzwischen immerhin schon neun Ratefreunde, die das Lösungswort geknackt haben und jetzt im geschlossenen Pulk auf die Ziellinie zu stürmen.

Ich fürchte, nein, hoffe, das wird einen Massensprint mit lauter Gewinnern geben.

Näheres dazu morgen

:hello Riddleamus
Armin70 (23.12.2010, 16:59):
Tipp zu Nr. 23:

Von dem gesuchten Stück gibt es eine Pop-Version, die es vor 38 Jahren in die Top Ten der US-Charts schaffte.
Heike (23.12.2010, 23:20):
Tipp zum Lösungswort:
Das Werk, aus dem es stammt, habe ich so schätzungsweise mit 5 Jahren kennen gelernt!
Heike
Rideamus (24.12.2010, 00:07):
Liebe Ratefreunde,

Neben vielen anderen macht sich heute fast ein Dutzend von Euch mehr oder weniger gleichauf an das letzte Türchen. Sie alle haben nämlich (fast) alle bisherigen Fragen richtig beantwortet. Ich finde das jetzt schon ein schönes Ergebnis, denn das Rätsel war wahrlich nicht einfach.
Dafür gebührt Euch schon jetzt großer Beifall:

Da ich es aber auch im Sport nicht mag, wenn jemand nach einer gigantischen Anstrengung um Hunderstel oder Millimeter unterliegt, und da Ihr alle in Ruhe dazu kommen sollt, das Weihnachtsfest zu feiern, gilt folgende Regel für die Ermittlung der Gewinner:

Jeder Ratefreund, der bis zum Ende des Ersten Feiertages um Mitternacht alle Fragen einschließlich des Lösungsspruches korrekt gelöst hat, zählt zu den Siegern. Gleiches gilt für die Ermittlung der Punktbesten mit den Extrafragen und Tipps, d. h. es zählt der Stand von Mitternacht am Ende des Ersten Feiertages.

Weiterhin zu den Gewinnern aufschließen können alle, die wegen Abwesenheit, Zeitmangel oder aus anderen Gründen ihre Lösungen erst später einreichen, solange sie noch nicht in diesem Thread veröffentlicht wurden. Bei den ersten Fragen wird dies allerdings schon ab dem 27. der Fall sein, aber die hat ohnehin schon fast jede(r) richtig beantwortet

Und schließlich haben natürlich alle gewonnen, die sich überhaupt an dem Rätsel beteiligt, vielleicht etwas dabei gelernt und vor allem Spaß daran gehabt haben. Das war und bleibt nämlich sein Hauptzweck, denn Ihr müsst hier niemandem etwas beweisen. Höchstens Euch selbst.

Nun aber zum letzten Türchen, der Nr. 24:

Diese musikalische Nachricht über einen Geburtstag, der sich heute jährt, wurde bei uns in der Muttersprache des Komponisten bekannt, aber komponiert hat er sie zu einer anderen, deren Name ebenfalls zum heutigen Jahrestag zu passen scheint.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponistennamens in der Schreibung seiner Muttersprache. Extrapunkte sind auch heute nicht zu verdienen, damit Ihr zum ausgiebigen Feiern kommt.

Zu den Klängen einer heute schon wieder veralteten Paraphrase unseres Rätseltitels wünsche ich allen Ratefreunden ein gesegnetes Weihnachtsfest: http://www.youtube.com/watch?v=U5eKCH8b6b0

Rideamus







Rideamus
Rideamus (24.12.2010, 05:51):
Liebe Ratefreunde,

es gibt zwei Gründe, warum Barockwerke in meinen Rätseln so selten vorkommen. Einer ist natürlich meine arg lückenhafte Kenntnis des Repertoires. Ein anderer aber ist darin zu suchen, dass es dort so viele Kompositionen mit thematischer und oft sogar textlicher Ähnlichkeit gibt, die es mir schwer machen, meine Fragen so zu formulieren, dass sie nur auf eine Lösung zutreffen, selbst wenn ich mal die Alternativen kennen sollte, was meist gar nicht erst der Fall ist. So würde es mich schon fast wundern, wenn es nicht noch andere Werke gibt, deren Komponist dasselbe Ereignis in einer anderen als seiner Muttersprache komponiert hat (Latein zum Beispiel, aber deren Name hat wenigstens nichts mit himmlischen Wesen zu tun).

So bin ich auch diesmal wieder in die vorhersehbare Falle getappt, eine Frage zu stellen, die mindestens zwei richtige Antworten hat. Da sie beide zum selben Komponisten und dem richtigen Lösungsbuchstaben führen, erkenne ich natürlich beide an, obwohl ich eigentlich nur den Kanon meinte.

Aber ACHTUNG! Der populäre Schlusschoral aus dem gesuchten Werk hat nichts mit einer Geburtsstunde zu tun und wäre eine falsche Lösung.

Und nun wünsche ich Euch allen viel Grund, sich auf und über das Weihnachtsfest zu freuen.

Riddleamus
Armin70 (24.12.2010, 06:06):
Na gut, dann versuche ich es halt nochmal...
Heike (24.12.2010, 09:16):
Tipp zu 24
Der Komponist enthält im Nachnamen einen Buchstaben, den es in der Sprache seiner Wahlheimat gar nicht gibt.
Heike
Rideamus (24.12.2010, 13:24):
Liebe Ratefreunde,

ich freue mich, Euch mitteilen zu können, dass es bis jetzt schon elf Mitratern gelungen ist, das gesamte Rätsel einschließlich des Lösungsspruches richtig zu lösen, und dass über die Hälfte von ihnen dabei sogar die Maximalpunktzahl erreicht hat. Ich bin sicher, dass wir bis morgen mindestens das erste Dutzend gleichberechtigter Rätselkönige voll kriegen.

Mit einem herzlichen Dank für Eure Würdigungen verabschiede auch ich mich.

Feiert schön mit der Musik, die Euch am meisten Freude bereitet.

Euer Riddleamus
Armin70 (24.12.2010, 14:47):
Tipp zu Nr. 24:

Bei dem berühmtesten Chor des Werkes, der allerdings nicht das gesuchte Stück ist, gehört es zum Brauch, dass das Publikum heutzutage noch bei der Aufführung aufsteht.

Tipp zum Lösungssatz:

Man könnte den Lösungssatz als eine Art "kollektive Aufforderung zum Frohsinn" umschreiben.
Heike (27.12.2010, 08:21):
Lieber Riddleamus,
vielen Dank für das schöne und spannende Rätsel! Wenn du wüsstest, wie viele mir bis dato unbekannte Opern ich dank deiner Quizfragen schon entdeckt und in der Folge auch manchmal näher kennengelernt habe :-)
So nun freue ich mich auf die Auflösung!!
Heike

P.s. wenn von den weihnachtlich abwesenden Nachzüglern noch Tipps zu einzelnen Fragen gebraucht werden, bitte Bescheid sagen!
Rideamus (27.12.2010, 10:23):
Liebe Ratefreunde,

ich danke Euch für die freundlichen Kommentare und Komplimente, die ich, ganz im Sinne von Athenes letztem Posting, gerne erwidere, denn ohne Eure einfalls- und geistreichen Tipps und Nominierungen der Extras hätte dieses Ratespiel nur halb so viel Spaß gemacht.

Nun gilt es zunächst einmal, die erste Gruppe der Gewinner zu feiern. Das sind alle diejenigen, die bis zum Ende des Ersten Weihnachtsfeiertages alle Fragen richtig beantwortet und auch den Lösungsspruch gefunden haben. Es ist fast ein Dutzend geworden, wobei ich die Punkte und die Extras nicht berücksichtige, da die noch bis zum Ende des Jahres aufgefüllt werden können, soweit die Lösungen bis dahin nicht schon veröffentlicht sind. Da die ersten Fragen ohnehin von fast allen gelöst wurden, werde ich nämlich schon heute mit den Auflösungen beginnen, denn gerade die Erläuterung der ersten macht sonst nicht mehr so viel Sinn – jedenfalls bis zur nächsten Weihnachtssaison, die natürlich unweigerlich kommen wird. Es ist nicht einmal ein Rätsel, wann das der Fall sein dürfte.

Nun aber zur Siegerehrung(die jeweils passenden Hymnen müsst Ihr Euch dazu denken)
Im Sinne der Regeln gleichauf kamen ins Ziel und sind damit gleichrangige Gewinner in der Reihenfolge ihres Zieleinlaufs in beiden Foren:

Quasimodo Athene Emotione Heike Pavel Armin70 Calisto Amelia Grimaldi Nightrider Waldi undPeter 337

Ihnen allen ist es, auch dank Eurer aktiven Mithilfe, gelungen, kein einziges Rätsel ungelöst zu lassen, und mehr als zwei Drittel von ihnen haben dabei sogar die mögliche Maximalzahl aller Punkte erreicht, weil sie zahlreiche Tipps gegeben und Extras eingereicht haben. Dazu aber ein andermal mehr.

Ich gratuliere allen ganz herzlich zu einer grandiosen Leistung, mit der Ihr mindestens als Mannschaft jede Opernrätselolympiade gewinne dürftet.

Noch aber ist das Spiel aber nicht ganz vorbei, denn die Frist für die Einreichungen von Lösungen und Extras läuft bis zur Veröffentlichung der jeweiligen Lösungen weiter. Schon jetzt solltet Ihr wissen, dass mindestens sechs weitere Mitrater noch gute Chancen haben, zu den Gewinnern aufzuschließen, denn sie wurden nur durch eine vorzeitige Abreise oder ähnliche Gründe daran gehindert, das Rätsel rechtzeitig zu vollenden. Gurnemanz und Armin Diedrich fehlten sogar nur noch die Nennung des Lösungswortes um ohne Abstriche unter den Gewinnern zu sein.

Aber als Gewinner fühlen sich hoffentlich ohnehin alle, die sich aktiv oder als heimliche Mitleser und Mitrater an dem Rätsel beteiligt haben. Dass es sich dabei um viel mehr Leute handelt, als selbst mir bewusst war, dafür spricht die phänomenale Zahl von bald 14.000 Klicks in beiden Foren allein während der Fragerunde. Wenn sich jemand aus dieser großen anonymen Runde noch beteiligen und mir ihre/seine Lösungen und Extras zuschicken möchte, nur zu. Die nächsten Ergebnisse mit den Punktezahlen werde ich voraussichtlich am Neujahrstag hier veröffentlichen.

Nun hoffe ich auf eine rege Mitarbeit auch bei den Auflösungen und wünsche Euch viel Freude dabei.

Riddleamus
Rideamus (27.12.2010, 11:12):
Da der Lösungsspruch diesmal 25 Buchstaben brauchte, begann das diesjährige Adventsrätsel mit einer "nullten" Aufgabe zum Ersten Advent. Es war eine weihnachtliche, und deshalb stelle ich die Lösung schon jetzt ein, solange die Extras noch von Relevanz sind.
FRAGE 0

"Weihnacht! Weihnacht!" probt hier ein Kinderchor gleich zu Beginn. Später wird er das Lied singen.

Gesucht wird der Doppelbuchstabe im Nachnamen des Komponisten. Zum Auftakt gibt es bis zu fünf Punkte für die Nennung weiterer musikalischer Bühnenwerke, in denen Weihnachten eine Rolle spielt.

Tipps:
Der Chor ist sicher nicht die bekannteste Nummer des Werkes, in dessen weiblicher Hauptrolle vor einige Jahren Elina Garanca schlagartig bekannt wurde – Athene
Der Regisseur aus dieser Produktion ließ das gesuchte Weihnachtsstück unter anderem in Badehosen singen. Da gibt es nur drei Möglichkeiten:
1. Die Kinder proben das Stück im Sommer.
2. Die Kinder proben das Stück auf der Südhalbkugel.
3. Die Kinder sind äußerst hart im Nehmen und ihnen macht das nichts aus. – Petemonova
Der Held der literarischen Vorlage verursachte nicht nur eine "Welle", sondern auch einen "Effekt" - allerdings nicht den wohlig-süßen, den man sich auf der Zunge zergehen lassen kann – Talestri
Der Titelheld hat auch kleidungsmäßig Maßstäbe gesetzt - wobei unsere Capriccio-Farben eine nicht unwesentliche Rolle spielten – Amelia Grimaldi
Ich halte mich aber lieber nicht daran, denn gelbe Hosen passen mir überhaupt nicht.
Auch der Lehrer Donizettis hat dieses Sujet vertont – Pavel
Aber lieber Pavel, ein blaues Jöppchen dazu, das putzt doch ungemein! - Calisto
Der Komponist hat sich noch an weiteren berühmten literarische Vorlagen versucht. Ein nicht so bekanntes Werk handelt von einer charismatischen historischen Königin, die einen ebenfalls historischen Herrscher um den Finger gewickelt hat. In einem berühmten Film gibt's mit dieser Figur ebenfalls eine "Verwicklung", hier spielt ein Teppich eine wichtige Rolle – Amelia Grimaldi
Der Komponist war allerdings nicht sehr wählerisch bei den Themen, die er vertonte: von der Bibel über mittelalterliche Dramen bis hin zum zeitgenössischen Roman ist hier in einem großen Oeuvre einiges vertreten. Er komponierte auch den letzten mir bekannten Opernableger des besonders im Barock beliebten Rolandromans – Areios
Was habt Ihr nur alle mit dieser Kleinstadt am Teutoburger Wald? – Quasimodo
Das Werk ist lebensgefährlich, und die Vorlage hat tatsächlich etliche Menschen das Leben gekostet. Die neueste Produktion auf einer internationalen Bühne zeigte dabei eine besonders schöne Leiche!. – Fairy Queen
Die Titelrolle kann sowohl von einem Tenor als auch von einem Bariton gesungen werden. In einer vermutlich nicht so genau definierbaren Tonlage versuchte sich auch Grace Jones an einem Duett aus dieser Oper - zusammen mit Pavarotti. – Nightrider Über die Entstehung der Vorlage dieser Oper und ihren Autor (allerdings mit ziemlich vielen Abweichungen) gibt es einen Film, der heuer im Kino war. In Wien wird er zurzeit noch gespielt. – Teresa Cellini
Eine der Personen, die den Dichter der literarischen Vorlage des Werks inspirierten, trägt die für drei Weltreligionen heiligste Stadt als Familiennamen. – Miranda
Napoleon I. kannte und schätzte die Vorlage sehr. In einer Audienz wies er dem Autor (der kein Franzose war) sogar einen Fehler darin nach, den jener anerkannte, aber mit dichterischer Freiheit entschuldigte – Waldi
Bei Nr. 0 kann ich noch mithalten und muss mitnichten leiden. Das war er schon, mein Tipp - Gurnemanz
Bei diesem Werk erstaunt mich immer wieder, wie lange man mit einer Kugel im Leib noch singen kann – Severina
Der gesuchte Komponist schrieb auch einen berühmt gewordenen "Schmachtfetzen" für Violine, der aus einer anderen Oper von ihm stammt – Armin70

Die Lösung: „Noel! Noel! Jésus vient de naitre“ aus WERTHER von Jules Massenet. Lösungsbuchstabe: S

Siehe auch: http://www.youtube.com/watch?v=fPbo9Uc6pKc

Da ich in meinem letzten Rätsel ursprünglich mit dieser Oper die Weltreise in Wetzlar abschließen wollte, bevor ich mich für die Rheinnixen von Bingen entschied, finde ich es nur gerecht, dass ich damit den Auftakt zu diesem Rätsel damit bestreite, zumal das Werk den Bogen zwischen größtem Unglück und großer Freude spannt, wie aus dem o.g. Beispiel hervor geht, in dem ich mal den weihnachtlichen Schluss statt des sommerlichen Anfangs zitiere.

Mit dieser Oper hat es Massenet m. E. geschafft, etwas noch Eindrucksvolleres als seine literarische Vorlage hervor zu bringen, und die hat bekanntlich schon eine heftige Wirkungsgeschichte gehabt. Das Werk wurde in einem anderen Forum ausführlicher diskutiert, und dabei bekannten sich manche dazu, den Einstieg zu lange, ja, langweilig zu finden. Ich kann das nicht nachvollziehen. Zugegeben, es dauert etwas, bis die eigentliche Liebesgeschichte in Gang kommt. Dafür kenne ich keine andere Oper Massenets, die so liebevoll die Atmosphäre um das Geschehen herum zeichnet, vor deren Hintergrund es erst über das routinierte Liebesdrama hinaus wachsen kann. Das gefällt mir so sehr, dass ich gerne auf den Beginn der eigentlichen Geschichte warte, zumal sie ja auch wichtige Informationen zum Charakter der Hauptpersonen enthält.

Wenn es dann aber zu dem Duett „Il faut nous séparer“ kommt, in dem Charlotte und Werther sich ihrer erwachenden Liebe bewusst werden, dann schmelze ich regelmäßig dahin, denn das ist für mich eine der schönsten Orchesterstellen dieses an Derartigem nicht gerade armen Komponisten überhaupt. Natürlich ist die Persönlichkeit der kleinstädtischen Helden hier weit weniger schillernd und spektakulär, und deshalb dramaturgisch auch undankbarerals die der MANON oder der THAIS, aber wie viel macht Massenet doch daraus. Allein die Briefszene, ein eindrucksvolles Gegenstück zu der in Tschaikowskys EUGEN ONEGIN, ist ein Meisterwerk dramatischer Charakterisierungskunst und, ebenso wie Werthers Arie „Pourquoi me reveiller“ eine echte Nagelprobe für jede Aufnahme.

Nachdem ich mich vor einiger Zeit durch meine 17 Aufnahmen und DVDs des Werkes gehört habe, stehen zumindest meine bisherigen Präferenzen fest. Meine Lieblingsaufnahme des Werkes ist nach wie vor diejenige, mit der ich das Werk kennen und lieben gelernt habe, nämlich die von Colin Davis mit Frederica von Stade und José Carreras, auch wenn man da, vor allem bei Carreras, leichte Abstriche im Sprachlichen machen muss. Das aber machen die beiden durch jugendliches Engagement mehr als wett. Das unbedingt überzeugend zu realisierende Genrebild kommt bei der Davis-Aufnahme besonders glücklich zur Geltung, denn seine Aufnahme klingt nicht nur nach bestem Massenet, sondern wie zusätzlich um die Sensiblität eines Britten für die Notwendigkeit eines atmosphärisch überzeugenden Umfelds angereichert.



Neben dieser, sicher durch persönliche Prägung beeinflussten Präferenz möchte ich jedoch mindestens auch die nachfolgenden Aufnahmen nicht mehr missen:

Georges Pretres Aufnahme von 1968 hat seit ihrem Erscheinen Klassikerstatus und ist diejenige, an der sich alle anderen messen lassen müssen. Idiomatischer und kultivierter kann man das kaum realisieren, und wie immer in solchen verletzlichen Rollen berührt Victoria de los Angeles zutiefst. Wenn ich dennoch die Davis-Aufnahme vorziehe, so deshalb, weil ihr und vor allem Gedda etwas von dem jugendlichen Feuer fehlt, das von Stade und Carreras so überzeugend mitbringen. Zudem ist Gedda etwas zu kultiviert für den jugendlichen Heißsporn. Auch nach genauerem Vergleichshören fällt mir außer gelegentlichen Details, die sicher auch Geschmackssache sind, kaum etwas auf, was Pretres Team erkennbar besser macht als das von Colin Davis - oder umgekehrt, zugegeben. Ich bin jedenfalls froh, dass ich beide Aufnahmen habe und mich nicht entscheiden muss.



Geddas nicht ganz angemessene Noblesse in dieser Rolle fällt besonders auf im Kontrast zu einem höchst erstrebenswerten, aber leider nicht kommerziell angebotenen Rundfunkmitschnitts aus Paris, in dem Susan Graham und Rolando Villazon unter Kent Naganos Leitung das ideale Paar abgeben. Hoffentlich kommt wenigstens eine gute Aufnahme von Villazons WERTHER noch einmal auf den Markt, denn den nicht zu haben, ist ein arger Verlust.



Naganos wahrlich nicht schlechte Einspielung mit Anne Sofie von Otter und Jerry Hadley zieht gegenüber diesem Rundfunkmitschnitt etwas den Kürzeren, ist für mich aber immer noch die klare dritte Wahl unter den zahlreichen Tonaufnahmen, deutlich vor der recht unidiomatischen Kombination Pappano/Gheorghiu/Alagna (trotz der superben Sophie von Patricia Petibon) oder Plasson/Troyanos/Kraus, deren Sänger doch deutlich über ihren Zenith hinaus waren, als man sie aufnahm.

"..........

Bei den DVDs kann ich mich nicht zwischen diesen beiden recht gleichwertigen Aufnahmen entscheiden, denn beide bieten eine nur teilweise überzeugende Inszenierung, wobei die Wiener mich trotz des all zu dominierenden Baumes wegen der detailfreudigeren Personenführung unterm Strich etwas mehr beeindruckt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mir die Charlotte immer etwas wichtiger ist als der Werther, und Elina Garanca ist fraglos eine der besten Vertreterinnen dieser Rolle, auch wenn der Regisseur sie etwas willkürlich in die 50er Jahre verpflanzt. Wer aber einen der besten Werthers haben will, der sollte zu der Pariser Aufnahme mit Jonas Kaufmann greifen, zumal Sophie Koch ihm eine sehr gute, wenn auch etwas steife Partnerin ist. Ein etwas kurioser Sonderfall ist die konzertante DVD der von Massenet ebenfalls erstellten Bariton-Fassung mit Susan Graham und Thomas Hampson, die ich sehr interessant, aber auch immer etwas „falsch“ fand, zumal Plasson wieder sehr laut und wenig differenziert begleitet.

Angesichts dieser stattlichen und noch nicht einmal vollständigen Ausbeute (noch fehlen mir zum Beispiel Vallin/Till oder Oncina7Gencer) kann man jedenfalls konstatieren, dass der WERTHER zu den wahrlich nicht zahlreichen Opern gehört, die gleich mehrere nahezu optimale Aufnahmen hervor gebracht haben.

Kennt Ihr noch andere, die ihr genau so gut oder gar besser findet?.

Besonders spannend, wie übrigens immer wieder bei diesem Rätsel, war die Vielfalt und vor allem die Zahl der mir bis dato unbekannten musikalischen Bühnenwerke, in denen das Weihnachtsfest eine Rolle spielt. Manche, wie etwa LA BOHÉME von Puccini und Leoncavallo lagen auf der Hand. Dass die dritte erfolgreiche Vertonung des Stoffes, die Zarzuela BOHEMIOS von Antonio Vives nicht genannt wurde, hat wohl eher damit zu tun, dass sie bei uns kaum jemand kennt und weniger mit der Detailkenntnis des hübschen Werkes, das tatsächlich das Weihnachtsfest ausklammert.

Interessant und im Thread diskutiert, ist die Verbindung von Andersens Märchen von dem Mädchen mit den Zündhölzern zur Weihnacht. Offenbar spielen alle Versionen zu Sylvester, aber ich konnte nur von dem Original und der Vertonung des Dänen August Enna zuverlässig feststellen, dass das Weihnachtsfest da eine Rolle spielt, bis mir jemand das schließlich auch für den Lachenmann bestätigte. Die Einspielung der sehr hübschen Kurzoper August Ennas habe ich seither geschenkt bekommen und hier gewürdigt: http://www.capriccio-kulturforum.de/musik-erwerben/p106207-eben-bereichert/#post106207

Die wichtigsten und bekanntesten Nominierungen finden sich darüber hinaus in diesem Thread, der gerne weiter geführt werden kann, und sei es erst zur nächsten Saison: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1589

Damit die übrigen Nominierungen aber nicht verloren gehen, seien hier noch einmal alle aufgeführt, die mir genannt wurden und Extrapunkte verdienten:

Auch zu den sonst nicht Genannten wäre sicher noch einiges zu sagen wäre, aber das möchte ich Euch oder diesem Fund überlassen, den mir jemand von Euch geschickt hat: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2184/artid/6225974.

John Adams - El Nino
Irving Berlin: White Christmas
Hector Berlioz - L’enfance du Christ
Frank Bridge - The Christmas Rose
Paul Burkhard - D’ Zäller: Wiehnacht – musikalisches Krippenspiel und Singspiel (Schuloper)
August Enna - Das Streichholzmädchen
Miles Goodman/ Paul Williams - The Muppets Christmas Carol"
Paul Hindemith - Das lange Weihnachtsmahl



Helmut Lachenmann - Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Leoncavallo - La Boheme
Albert Lortzing - Der Weihnachtsabend
Giancarlo Menotti - Amahl and the Night Visitors
Thea Musgrave - A Christmas Story
Carl Orff - Ludus de nato Infante mirificus
Hans Pfitzner - Das Christelflein
Giacomo Puccini - La Boheme
Wladimir Rebikow - Der Christbaum
Nikolai Rimski-Korsakow - Die Pantöffelchen
(auch Die Nacht vor Weihnachten oder Vakula, der Schmied)
Dirk Michael Steffan - Vom Geist der Weihnacht
Arthur Sullivan – Victoria Merrie England (Ballett mit Weihnachtsepisode zur Krönungsfeier)
Peter Tschaikowsky - Der Nussknacker
Heinz Werner Zimmermann - Bildoratoriums Weihnacht

Bis zur nächsten Lösung

Riddleamus
Armin70 (27.12.2010, 22:17):
Hallo Rideamus,

auch ich möchte mich noch bei dir für das schöne und interessante Rätsel bedanken. Die meisten Werke, die es in dem Rätsel zu erraten galt, kannte ich bis dahin bestenfalls dem Namen nach. Zumindest habe ich es dem Rätsel zu verdanken, dass ich mich inhaltlich mit diesen Opern, Operetten und einigen Musicals inhaltlich mal etwas genauer beschäftigte.

Gruß
Armin
Rideamus (28.12.2010, 07:22):
Kommen wir zur Frage Nr. 1 und beginnen gleich mit einem Happy End. Konkret suchen wir ein bekanntes Jubelduett, welches das Thema unseres Rätsels merkwürdigerweise anonymisiert

Gesucht werden, wie immer, das Werk und sein Komponist sowie für das Lösungswort der fünfte Buchstabe des Werktitels. Bis zu drei Extrapunkte kann verdienen, wer mindestens drei weitere Werke nennt, in denen sich eine Frau als Mann verkleidet (Hosenrollen, in denen Frauen ganz normale Männer darstellen und singen, gelten nicht)

Tipps:

Die gesuchte Oper hatte in der Urfassung einen anderen Namen und einen Akt mehr als in der Endfassung, und das mit dem Jubel griff der Komponist in einem Spätwerk noch einmal auf – Armin70

Dieses Spiel ist für seine ungewöhnlich hohe Zahl an Eröffnungsvarianten bekannt. – Quasimodo

Ich war auch erst ratlos bei diesem Tipp. Seither ist mir eingefallen, dass er etwas mit Ofentüren zu tun haben könnte - Rideamus

Zu dieser Oper gibt es vier Ouvertüren, besonders bekannt ist die, welche mit dem Namen einer Hauptperson in Verbindung gebracht wird. – Severina

Ein 17-Jähriger, der später selbst als Komponist bekannt werden sollte, verkaufte seine Schulbücher, um Eintrittskarten für die Premiere zu bekommen.
Oder genauer: für eine der zahlreichen Premieren – Nightrider

Man merke: Nicht jede Aussicht auf eine vorteilhafte Heirat lässt sich letztlich verwirklichen! – Amelia Grimaldi

Der ursprüngliche Titel hat Ähnlichkeit mit dem Titel eines bei Schülern berüchtigten Gedichtes von G A Bürger. Die Kurzfassung des Gedichtes lautet
..... fuhr ums Morgenrot
und als sie rum war war sie tot
- und wer Wert auf weiche Wäsche legt hat hier eine gute Eselsbrücke beim Einkauf – Erzherzog

Echt? Ich habe noch keinen Perwollestan im Supermarkt entdecken können... - Carsten

Der fidele Knast? Na ja, davor sicher nicht, aber mit guten politischen Beziehungen darf man letztendlich schon jubeln! – Waldi

Am liebsten mag ich die Eröffnungsvariante Nr. 3. Mein Wunsch wird leider (soviel ich weiß) nie berücksichtigt. – Calisto

Aber seit Gustav Mahler ist es doch weit verbreitet diese Variante zwar nicht als Eröffnung, aber noch vor dem Finale zu spielen... - Pavel

Ihrem Pseudonym nach müsste die titelgebende Hauptfigur eigentlich recht fröhlich sein, aber als undercover Aktivistin für politisch Verfolgte hat sie in diesem Stück dazu keine Zeit. Zusätzlich wird die sie charakterisierende Eigenschaft als treue Ehefrau, die man ebenfalls aus ihrem Namen herauslesen kann, auf eine ziemliche Probe gestellt – Talestri

Das gesuchte Stück und Werder Bremen haben etwas gemeinsam.... – Athene

Spielt da vielleicht unerkannt eine Frau in der Mannschaft? - Erzherzog

Irgendwo las ich einmal in einem Essay folgenden Satz, der sinngemäß lautete:"Das Werk beginnt wie eine Wiener Spieloper und rast dann wie eine Rakete direkt in das universelle Ideendrama.“ – Emotione

Sonderlich fidel ist diese Oper nicht- trotz des Happy End voll namenloser Freude. Der Komponist war auch alles Andere als ein "Komiker" und ich frage mich, warum er überhaupt ein Werk für das Musiktheater geschrieben hat? – Fairy Queen

Was das Duett angeht: Auch Robert Schumann hatte eine besondere Beziehung zu einer Gestalt gleichen Namens, wie der eine Beteiligte. – Heike

Durch den Einfluss der Zensur unter der reaktionären Regierung Metternich musste das Libretto die literarische Vorlage verwässern, doch die Musik hielt sich an das Original! - Miranda

Die Lösung: Ludwig van Beethoven: O namen-, namenlose Freude aus FIDELIO
s. "http://www.youtube.com/watch?v=z3pLIcCdFDc"
und Streifenpeters Opernführer zu beiden Fassungen:
Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer

Wie es der Zufall wollte, habe ich schon in meinem letzten Adventrätsel das Quartett aus dieser Oper erfragt, aber selbst, wenn ich das vorher nachgesehen hätte, wäre dieses Stück in einem Rätsel um Jubeltöne unvermeidlich gewesen, denn es gibt nach dem Barock wohl kaum ein anderes Musikstück, das überschwänglicher Freude so angemessenen Ausdruck verleiht. Emotiones Hinweisauf den (musikalischen) Gipfelsturm, den diese Oper leistet, ist hier mehr als angebracht, denn mit dem Singspiel des ersten Aktes hat dieses finale Duett nichts mehr gemeinsam als die Sprache und den Sopran. Da sind Berlioz und Wagner schon weit näher als selbst der zeitlich viel näher benachbarte Mozart.

Aber eigentlich, und darauf verweist auch die höchst gebildete Natur der vielen schwierigen Tipps, kann man – jedenfalls in einem Forum für klassische Musik und in der hier gebotenen Kurzform - zu dieser Oper kaum mehr etwas sagen, was nicht andernorts schon weit besser ausgedrückt wurde. Beethovens einzige Oper hier zu erläutern, hieße wirklich Ketten ins Verließ tragen, und es wird nur wenige geben, die dieser Partitur trotz ihrer Unausgeglichenheit das Recht auf einen Platz unter den großen Musikwerken absprechen. Natürlich ist der Text des Librettistentrios Joseph Sonnleitner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke, die sich ihrerseits auf eine, noch ganz im Zeichen der Revolution stehende, französische Oper mit dem Titel L’AMOUR CONJUGAL („Die eheliche Liebe) stützten, nicht unbedingt zu den besten aller Libretti zu zählen. Auch ist unüberhörbar, dass Beethoven in Frankreich bicht nur den Text, sondern auch musikalisch seine Vorbilder fand. Man höre nur Cherubinis LES DEUX JOURNÉES (bei uns bekannter unter dem Titel DER WASSERTRÄGER), und man erkennt schon in der Ouvertüre, worauf Beethovens Oper musikalisch fußte. Dennoch kann man das, was Beethoven aus dem eher schlichten Text gemacht hat, der seiner Oper zugrunde liegt, nicht genug würdigen. Mirandas Hinweis, dass der Geist der Musik die Ketten der damaligen Zensur sprengte, ist durchaus berechtigt.

Was Einspielungen der Oper betrifft, so verweise ich auf diesen Thread, in dem ich meine Lieblingseinspielungen von Klemperer mit Christa Ludwig und Jon Vickers (aus der das o. g. Beispiel stammt), Christoph von Dohnanyi und Michael Halasz (auf Naxos) genannt habe:
BEETHOVEN: Fidelio – Oper als Freiheitsapotheose. Eine sehr informative Analyse von Florestans großer Arie findet sich zudem hier: BEETHOVEN: Leonore/Fidelio – Gott, welch’ Dunkel hier! Eine Aufnahme aber sollte ich auf jeden Fall noch erwähnen, denn kaum jemand hat sich inniger mit der Emphase des Werkes zu identifizieren gewusst als Leonard Bernstein. Egal, ob man die DVD oder die cd bevorzugt, da er auch noch eine für seine Zeit mustergültige Besetzung aufzuweisen hat, gehört Bernstein wohl ebenfalls in die erste Reihe der besonderen Desiderate für diese Oper.



Besonders interessant und recht überraschend fand ich, wie noch oft im weiteren Verlauf des Rätsels, die Vielzahl der Nominierungen von Werken, in denen eine Frau die Hosen an hat, und zwar nicht in der, schon seit dem Barock vertrauten, Variante der Hosenrolle, in der eine Sängerin einen Mann darstellt, wie das besonders doppelbödig im ROSENKAVALIER geschieht, sondern als genuines Verkleidungsstück. Als ich mir die Frage ausdachte, fielen mir außer dem WIRTSHAUS IM SPESSART und den beiden Fassungen von VIKTOR/VIKTORIA nur die üblichen Verdächtigen (COSI / WILDSCHÜTZ / HOFFMANN / RIGOLETTO / ARABELLA) ein, von denen eigentlich nur Hofmannsthal und Lortzing wirklich etwas mit dem Motiv anzufangen wissen.

Um so beeindruckender finde ich, was Ihr alles gefunden habt, denn schon die eigentlich naheliegenden Shakespeare-Opern waren mir völlig unbekannt. Dabei finde ich es mindestens interessant, die 1932 für Dresden geschriebene Oper WAS IHR WOLLT von Arthur Kusterer, die zu ihrer Zeit recht erfolgreich war, einmal zu hören, und dem DON GIL von Walter Braunfels muss ich endlich mal genügend Zeit widmen. Leider gibt es da wohl nur einen bedingt befriedigenden Rundfunkmitschnitt aus dem Münchener Gärtnerplatztheater, den ich zum Glück habe.
Leicht könnte man, wie eigentlich aus den meisten Extras-Fragen, mit Gewinn einen eigenen Thread machen. Vielleicht hat ja mal jemand Lust auf eine Analyse, warum Männer in Frauenkleidern unweigerlich eine Farce bedeuten, während umgelehrt selbst die Komödien um dieses Motiv eine weitaus zivilisiertere und oft auch einen ernsthaften Unterton haben. Frühe Vorahnungen der späteren Frauenbewegung, vielleicht?
Hier jedenfalls sind Eure bepunkteten Nominierungen mit Euren Erläuterungen zu den jeweiligen Rollen, die ich nicht weiter überprüft habe.

Extras:
Richard Adler - Music Is
Daniel Aquisito - Like You Like It
Auber - Les Diamants de la Couronne (Catarina)
Henry Bishop - Twelfth Night
Walter Braunfels - Don Gil von den grünen Hosen (Donna Juana)
Franz Doelle - Viktor und Viktoria
Gabriel Fauré - Shylock (Bühnenmusik)
Franz Gothe - Das Wirtshaus im Spessart (Komtesse)
Georg Friedrich Händel - Alcina (Bradamante/Ricciardo)
Georg Friedrich Händel - Partenope (Rosmira(Eurimene)
Georg Friedrich Händel - Seroe, Re di Persia (Emira/Idaspe)
Georg Friedrich Händel - Serse (Amastre)
Hal Hester u. Danny Apollinar - Your Own Thing
Heinz Rudolf Kunze - Was ihr wollt
Arthur Kusterer - Was ihr wollt
Lortzing - Der Wildschütz (Baronin Freimann und ihre Zofe)
Henry Mancini - Victor/Victoria
Pete Mills - Illyria
Wolfgang Amadeus Mozart - Cosi fan tutte (Despina 2 mal)
Mark Nichols - As U Like It
Jacques Offenbach - Les Contes d'Hoffmann (Muse)
Ferdinando Paer - Leonore
Christopher Pepusch - A Beggar’s Opera (Polly)

Richard Strauss - Arabella (Zdenka)

Ambroise Thomas - Mignon (Mignon)
Giuseppe Verdi - Rigoletto (Gilda)
Giuseppe Verdi - La Forza del Destino (Leonora)
Antonio Vivaldi - Ottone in Villa (Tullia)

Riddleamus
Rideamus (28.12.2010, 17:09):
Es würde mich übrigens freuen, wenn die Listen der Extras auch künftig hier oder gar in eigenen Threads ergänzen werden.
Nun aber gleich zur nächsten Lösung, die schon etwas schwieriger wurde:

2. Wenn eine Frau bei Hofe von morgens bis abends glücklich ist, kann sie nur einen Gedanken haben. Ungewöhnlich ist, dass sie genau das auch sagt.

Gesucht wird der letzte oder drittletzte Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es hier für Nummern (d.h. Arien, Duette, Ensembles etc.), in denen wörtlich von Glück die Rede ist, egal in welcher Sprache, solange es nicht um Unglück geht.

Tipps:

Die Angaben zum Komponistennamen sind zwar spärlich, aber durchaus hilfreich – Pavel

Angesichts des Hofes, um den es hier geht, müsste man eine Oper von Jean Baptiste Lully erwarten. Aber um eine Oper geht es ja nicht! Und "Lully" passt ja auch nicht zum Lösungsbuchstaben! – Quasimodo

Die glückliche Hofdame war äußerst schreibfreudig; deswegen weiß man viele Details über den Hof ihres Schwagers von ihr. Über den Bruder dieses Herrschers konnte sie eigentlich nicht so glücklich sein; er interessierte sich nicht so für Frauen... – Quasimodo

Ich denke: einer der 5 inis , wobei es m. E. der jüngste nicht sein kann, da gibt es wohl nichts bei Hofe – Erzherzog
Ein "ini" ist es schon mal nicht. Versucht mal, um die Eke zu denken und denkt mal bei Quasimodos Tipp an Euren hoffentlich guten Geschichtsunterricht - Rideamus

Die Dame kenne ich, aber kaum geht Rideamus von der Oper weg, gerate ich ins Schwimmen. Eigentlich müsste ich mal bei mir Staub wischen – Calisto

Am Libretto arbeitete ein (heute noch) sehr bekannter Schauspieler mit, der auch die männliche Hauptrolle in der Uraufführung übernahm. - Nightrider

Der Eke hat aber auch Opern geschrieben, zumindest heißen die so. Und der von Nightrider genannte Mit-Librettist war auch eher nicht für die sog. leichte Muse bekannt, auch wenn er schon mal auf dem Vulkan mittanzte – Quasimodo

Der gesuchte Komponist ist auch für seine Zusammenarbeit mit einem beliebten Operettendirigenten (als solcher äußerst fleißig und unschätzbar) bekannt (Stichwort: Berühmte englische Dame - gut, über "Dame" lässt sich streiten), und das gesuchte Werk bzw. dessen Titelfigur vereint sozusagen zwei Nationen wie eine bekannte Elfenkönigin. – Waldi

Die Dame, um die es hier geht, gebar drei Kinder. Allerdings hat sie "das Handwerk, Kinder zu machen, gar nicht geliebt" – Calisto

Du liebes Lottchen, diese Frage war gar nicht mein Fall, dabei hatte ich ihn zuerst schwer im Verdacht, aber seine Madame spielt nur dort, wo auch die gesuchte flotte Heldin ihr ganztägiges Glück besingt, die ich ohne Emotiones Tipp nie gefunden hätte. Da hätte ich eher in der Lotterie gewonnen und könnte jetzt ein Lotterleben führen, und wer mich jetzt für komplott gaga hält, ist ein Falott!!!! – Severina

Dass jemand diesen Stoff für dieses Genre benutzen könnte, wäre mir alleine im Traum nicht eingefallen. Die Protagonistin war eine Heirats-Exilantin wie ich. Und da es damals noch kein Internet gab hat sie eben ein anderes Medium gehegt und gepflegt und es darin zu großer Meisterschaft gebracht. Einer ihre Aussprüche war "Madame sein ist ein elendes Handwerk". Gott sei Dank, haben sich die Zeiten geändert, denn heute kann das ganz amüsant sein – Fairy Queen

Die Dame um die es geht hat den gleichen Namen wie eine beliebte Film-Schauspielerin aus den 60er Jahren (sie spielte viel Komödien - sie heißt nicht Piroschka) – Erzherzog

Der Komponist hat auch über einen Verwandten von irgendwo geschrieben – Amelia Grimaldi

Jetzt werden die Hinweise auf das Dingsda aber immer fetter – Erzherzog

Der gesuchte Komponist, dieser Dingsbums, hatte eine Tochter, die eine bekannte Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin war. P.S.: Von dem gesuchten Komponisten hörte ich neulich im Radio ein schönes virtuoses Klavierkonzert, das in einer nicht ganz so gewöhnlichen Tonart komponiert ist. – Armin70

Dass er singen konnte hatte seine Gründ....e ... Da muss ich an eine Geschichte mit ihm denken: Marta Fuchs, die große Wagnersängerin, fragte ihn, wie er denn mit der Oper über diese englische Dame vorankomme. "Recht gut, wenn es um die Liebe geht nehme ich immer die Oboe". Marta Fuchs drauf: "Wenn es bei mir um die Liebe geht, nehme ich ganz was anderes!" – Armin Diedrich

Waren da vielleicht Gründgänse gemeint? – Rideamus

Die Oper hieß ursprünglich nach der Titelheldin und zwar nach dem Namen, den sie wirklich trägt. (Ein Vorname, der übrigens bei den als Extras gesuchten Damen recht beliebt sein dürfte.) Da es aber bereits eine Oper von einem anderen (recht unbekannten) Komponisten nach der selben Vorlage und mit diesem Namen gab, kam es zur Titeländerung – Teresa Cellini

Die Dame, um die es geht, ist mir ja bekannt (sie lebte auch nicht so weit entfernt, jedenfalls zunächst): Dass sie auch künstlerisch verarbeitet wurde, war mir allerdings neu – Gurnemanz

Da, wo diese Dame herkommt, hat schon mancher sein Herz verloren – Athene

Die Titelfigur soll in ihrer Jugend, vom Vater fast beim heimlichen Essen ertappt, eine Schüssel mit Specksalat aus einem Fenster des Schlosses ihrer Kindheit geworfen haben, das heute noch von Touristenscharen besucht wird – Miranda

Im Unterschied zu zwei anderen (ursprünglich nicht adeligen) Damen, die es zur Titelheldin in der Operette und am selben Hof (allerdings eine Periode später) brachten, war die Dame aus der gesuchten Operette eine Hochadelige und kam per Ehevertrag an diesen Hof. Sie hat es übrigens auch zur Heldin einer gänzlich unbekannten Oper des 20. Jahrhunderts gebracht und ist die Hauptfigur in einem nicht sonderlichen oder intelligenten, aber ganz amüsanten Film aus den 1950er-Jahren. Dort wurde sie von Heidelinde Weis gespielt. Das historische Vorbild wurde vor allem als Briefschreiberin bekannt. – Teresa Cellini

Die Lösung: Eduard Künneke: Hab ich nur den einen Gedanken...Glücklich am Morgen, glücklich am Abend (Liselott)
s. „
http://www.youtube.com/watch?v=AFDJ1krqNc0“

Eduard Künnekes „Singspiel“ (so nannte er seine Operette in der revidierten Fassung) LISELOTT gehört zu den gar nicht so seltenen glücklichen Bühnenwerken, die leider mit dem Niedergang der Operette weitgehend in Vergessenheit gerieten. Der Grund für seine besondere Qualität ist nicht etwa eine besonders kunstvolle, musikalische Imitation höfischen Glanzes, sondern ganz im Gegenteil eine radikale Modernisierung des Stoffes, die von Lully etwa so weit entfernt ist wie der Mittexter und erste Darsteller des Philippe von Orléans, Gustaf Gründgens, von seinem Rollenvorbild. Aber vielleicht erkannte er auch eine überraschende Seelenverwandtschaft, denn bisexuelle Opportunisten waren wohl beide.

Diese Operette nach einem Libretto von Richard Kessler wurde 1927, damals noch unter dem Titel „Die blonde Liselott“, und 1932 in der endgültigen, leider um etliche Ensembles gekürzten, Fassung im Berliner Admiralspalast uraufgeführt. Ihre Geschichte ist eine sehr fantasievolle Nacherzählung der Geschichte der historischen Liselotte von der Pfalz, die an den Bruder LUDWIGS XIV, Philippe von Orléans, verheiratet wurde, und deren Briefe heutigen Historikern ein detailfroh deftiges Bild des Lebens am Hofe des Sonnenkönigs vermitteln.

Die Geschichte beginnt am Heidelberger Hof, wo Liselott sich von ihrem Freund Graf Harling verabschieden muss, weil sie mit dem Herzog von Orléans verheiratet wurde. Der aber hat zunächst einmal nur Augen für die weltläufige Oberhofmeisterin, die Gräfin de Grancai, und kann nichts mit der „Sauerkrautprinzessin“ anfangen. Die aber lässt sich von der ihr entgegen gebrachten Verachtung nicht abschrecken und beginnt den korrupten Haushalt in Ordnung zu bringen. Als sie von Graf Harling hört, dass ihr Lieblingsonkel wegen angeblichem Aufruhrvon LUDWIG XIV festgesetzt wurde, will sie den Hof verlassen, wird aber vor der Grenze von ihrem Gatten aufgehalten, der die Schmach nicht ertragen will, von seiner Frau verlassen worden zu sein. Da sie in einer verrufenen Schenke übernachten müssen und dort von wüsten Revoluzzern bedrängt werden, lernt Philippe seine Frau von einer ganz anderen Seite kennen und bewundern, denn als die Wahrheit nicht fruchtet, gibt Liselott sich und ihren Mann als Diebe aus. Als sie dann erfährt, dass ihr Onkel auf Grund der Intervention Pihilippes wieder frei gelassen wurde, sieht auch sie ihren Mann mit anderen Augen an, und einem Happy End steht allenfalls noch das Unglück von Graf Harling entgegen, der, ein spätes Echo jenes anderen Tenors namens Don Octavio erneut verzichten muss.

Künnekes frech unbefangener Umgang mit der Geschichte wird schon deutlich in dem Auftrittslied Liselotts, nach dem ich hier gefragt habe, denn ihr „Hab’ ich nur einen Gedanken...Glücklich am Morgen...“ ist keineswegs eine altmodische Arie, nicht einmal ein höfischer Walzer, sondern ein (damals) hochmoderner Foxtrott, wenn auch ein sehr kunstvoller, wie in der zitierten Aufnahme mit Lucia Popp gut zu hören ist. Aber auch danach gibt es immer wieder köstliche musikalische Einfälle, und textlich stand diese Operette unter einem besonders günstigen Stern, denn Gustaf Gründgens, der Darsteller des Philippe, schrieb auch seine Texte mit und trug sie in seiner ganz unnachahmlichen Art vor, wie man, hier im Duett mit Hilde Hildebrand, an dem damaligen Superhit „Gräfin, das finde ich zu vornehm“ hören kann: "http://www.youtube.com/watch?v=75iDfigGOoo". Bezeichnenderweise sorgen auch hier ein zeitgenössischer Tanzrhythmus und Künnekes raffinierte Synkopen in Verbindung mit dem ganz und gar unvornehmen Text des Duetts dafür, dass der gewichtige Odem der Historie ähnlich auf Distanz bleibt, wie der schwere Weihrauch zu den Göttern Offenbachs.

Natürlich gibt es auch von diesem Operettenklassiker keine aktuelle Aufnahme, aber wenigstens eine sehr gute, die unter der Leitung Werner-Schmidt-Boelkes mit den Kräften des Bayerischen Rundfunks entstand:



Hier kann man auch einmal der Dialogregie ein großes Kompliment machen, in das unbedingt die köstlich bodenständig pfälzernde Anny Schlemm als Liselott einzubeziehen ist. Arno Assmann übernahm die Rolle von Gustaf Gründgens, während Hilde Hildebrand noch einmal ihre Rolle aus der Uraufführungsbesetzung übernahm.

Wer also nicht immer auf den ausgetretenen Pfaden des immer gleichen halben Dutzend klassischer Operetten verweilen will, sollte sich diese Aufnahme zulegen und mit dafür sorgen, dass der Stern Künnekes endlich wieder einmal so aufpoliert wird, dass er strahlen kann, wenn schon nicht wie der Mond von Dingsda, so doch wenigstens so hell, wie er es nach wie vor verdient.

Dass zum Stichwort „Glück“ wieder einmal sehr viele Titel – vor allem im Reich der Operette - gefunden wurden, verwundert weniger als bei anderen Extraaufgaben, aber es sind doch sehr schöne Entdeckungendarunter, wie die nachfolgende Liste zeigt. Bezeichnenderweise verrät uns die eine oder andere davon auch, dass Glück nicht nur vor, sondern auch mit dem Fall kommen kann. Aber das ist eine andere – übrigens ebenfalls sehr schöne – Operettengeschichte vom französischen Hof der nächsten Generation.

Extras:

Beethoven – Das Glück dient wie ein Knecht für Sold, es ist ein schönes Ding, das Gold (Fidelio)

Bellini - Viva ancor! Te felice e avventurato.... (La Sonnambula: - Chor im 1. Akt)

Benatzky - ...da steht das Glück vor der Tür (Im weißen Rössl ...)

Bernstein - Life is Happiness Indeed (Candide)

Bernstein – Oh Happy We (Candide)

Britten - I'm full of happiness (Albert Herring)

Donizetti - Oh Fortuna, e ne vendete? (L’elisir d’amore)

Nico Dostal – Du bist das Glück meines Lebens (Die Vielgeliebte)

Dostal – Spiel mir das Lied von Glück und Treu (Die ungarische Hochzeit)

Erkel: - Duett „Mily boldogság“ - Was für ein Glück.( Hunyadi László)

Fall – Heut’ kann einer sein Glück bei mir machen ( Madame Pompadour)

Fall - Das ist das Glück nach der Mode (Die Rose von Stambul)

Gluck: Fortune ennemi (Orphée et Eurydice)

Gluck - Welch süßes Glückfür mich (Der betrogene Kadi)

Gounod - Si le bonheur a sourire t'invite (Faust bzw. Margarethe)

Korngold - Glück, das mir verblieb (Die tote Stadt)

Künneke - Glückliche Reise (Ensemble aus der gleichnamigen Operette)

Künneke - Ganz unverhofft kommt oft das Glück (Der Vetter aus Dingsda)

Lehar – Bist du’s, lachendes Glück? (Der Graf von Luxemburg)

Lehar - Wär' es auch nichts als ein Traum vom Glück (Eva)

Loewe – With a Little Bit of Luck (My Fair Lady)

Mackeben - Du hast Glück bei den Frau’n, Bel Ami (Bel Ami)

Mozart - Tamino mein, oh welche ein Glück (Die Zauberflöte)

Mozart - Nur mutig mein Herz, versuche Dein Glück (Zaide)

Puccini – Ma per fortuna e una notte di luna (La Bohème)

Orff - O fortuna, velut luna (Carmina burana)

Fred Raymond – In dir hab’ ich mein Glück gefunden (Maske in blau)

Friedrich Schröder - Ein Glück, dass man sich so verlieben kann (Hochzeitsnacht im Paradies)

Strauß - Launisches Glück (1001 Nacht)

Strauß - Glücklich ist, wer vergisst (Die Fledermaus)

Verdi - Quell' ivresse, bonheur suprême (Jérusalem)

Verdi - Un di felice eterea (La Traviata)

Riddleamus
Rideamus (29.12.2010, 16:22):
Bleiben wir am französischen Königshof, kehren aber zur Oper zurück, allerdings einer heute ziemlich unbekannten:

Auch Erinnerungen an Kindheitstage können glücklich machen, vor allem wenn man bei Hofe jetzt unglücklich ist. Jedenfalls verkündet das ein Herold.

Hier wird der letzte Buchstabe des Werktitels gesucht. Für bis zu drei Extrapunkte können weitere Stücke oder Arien genannt werden, in denen jemand seine Kindheit oder Jugend verklärt.

Tipps:
Freunden des Tanztheaters ist der heute weitgehend in Vergessenheit geratene Komponist letzt e n d l ich kein Unbekannter. – Emotione

Vor allem solchen, die nicht auf ihre Töchter aufpassen – Rideamus

Kenner des Komponisten wissen: Zampa no. Der welsche Titel dieses Nachfolgewerkes bezeichnet heute ein Nobelrestaurant, zur Zeit der Bartholomäusnacht aber eine Lover's Lane, wo auch gerne Duelle ausgetragen wurden – Rideamus

(Das Nobelrestaurant ist) ein Pariser Bistro, das außer mit der Historie von den Duellen auf der Priesterwiese damit Werbung macht, dass Ernest Hemingway hier Stammgast war – Quasimodo

Die Oper spielt im Jahr 1572. Die kummervolle Ariensängerin ist Gräfin aus Béarne und belle - mit und ohne Präfix! Sumi Jo hat die Arie auch aufgenommen, sehr schön auch die alte Interpretation durch Germaine Féraldy – Waldi

Auch in dieser Oper spielt die Herzogin von Valois eine wichtige Rolle. Sie geht aber nicht so blutig aus wie die wesentlich bekanntere andere (die aber auch recht selten gespielt wird). Ein Herold kommt in der gesuchten Oper übrigens nicht vor – Quasimodo

Seine letzte Oper konnte der Komponist nicht mehr vollenden. Sie wurde vom Komponisten einer Oper, welche die Bartoli vor kurzem "ausgegraben" hat, fertiggestellt. – Amelia Grimaldi

Unmittelbar nach der Premiere sprang die Sängerin ab und der Komponist musste innerhalb von fünf Tage eine neue einlernen. Möglicherweise hat dieser Stress dazu beigetragen, ihn kurz darauf unter die Erde zu bringen – Nightrider

Wie Quasimodo schon schrieb, kommt es zwar in dieser Oper nicht zum Massenmord, aber eine Leiche wird doch nach einem Duell weggeräumt. – Calisto

Der Komponist, bzw. der Herr mittelalterlicher Bote, war auch ein Virtuose auf dem Klavier und der Violine! – Heike

Von nur "klemmen" konnte gar keine Rede sein, aber dank so vieler schöner Tipps brauchte ich zum Öffnen doch keinen geistlichen Beistand. – Athene

Der Komponist starb einen Monat nach der Premiere dieser Oper, die 1871 ihre Tausendste Aufführung in Paris erlebte - Erzherzog

Am Ort der Handlung verabredete sich noch fünfzig Jahre später ein junger Mann aus der Gascogne nacheinander mit drei Herren, die sich aus dem und jenem Grund von ihm beleidigt fühlten – Armin Diedrich

Es soll Leute geben, die Schneider heißen und nicht einmal einen Knopf annähen können – Pavel

Nicht jeder Herold dient feudalen Herrschaften; dieser hatte laut "Morgenblatt für die gebildeten Stände" von 1832 revolutionäre Studenten unter seinem Premierenpublikum, welche die "Marseillaise" zu hören verlangten... – Miranda

Das Werk findet man am ehesten auf der frz. Wiese, zu ganz finsteren und blutspritzenden Zeiten in der Geschichte dieses Landes, von denen im Titel aber nichts gesagt wird. Von der Wiese allerdings schon – Fairy Queen

Die Lösung: Ferdinand Hérold: „Jours de mon enfance“ (Le pre-aux-clercs)
s. „http://www.youtube.com/watch?v=kR8XRCJVokw“

Mal ehrlich: würden diese Rätsel wirklich mehr Spaß machen, wenn jeder schon alle erfragten Werke kennt und leicht identifizieren könnte? Verzeiht also bitte meinem missionarischen Eifer, wenn ich auch immer wieder auf Werke abseits der gängigen Trampelpfade hinweise. Ich behaupte, es lohnt sich mindestens für die Liebhaber des Musiktheaters, mir auch auf diesen Pfaden zu folgen. Zugegeben, die Frage war vermutlich die schwerste dieses Rätsels und deshalb vielleicht entmutigend früh gestellt. Sie taugte aber auch sehr gut als Test. Als nämlich die meisten von Euch diesen Gipfel erklommen hatten, war mir klar, dass Ihr auch den Rest des Rätsels locker werdet bewältigen können. Allerdings war ich etwas überrascht, dass die wörtliche Nennung des Komponisten im letzten Wort der Frage, wo es sonst eigentlich keinen Sinn machte, nur von so wenigen bzw. erst so spät entdeckt wurde, denn natürlich ging es um den Hérold und nicht irgendeinen Vorläufer heutiger Pressebulletins.

Louis Joseph Ferdinand Hérold (1791-1832) zählte neben dem im gleich Jahr geborenen Giacomo Meyerbeer und dem nur ein Jahr jüngeren Gioacchino Rossini im 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts zu den populärsten Komponisten Frankreichs, wenn nicht Europas, und es ist wirklich erstaunlich, zudem höchst ungerecht, wie gründlich er dennoch in Vergessenheit geraten konnte. Insofern ereilte ihn ein ähnliches Schicksal, wie es dem zehn Jahre jüngeren Albert Lortzing bei uns beschieden war. Man kennt ihn, spielt ihn aber kaum noch, und das aus nicht unähnlichen Gründen. Nicht von ungefähr gehören melodisch schlichte, leicht sentimentale Klagen über die entschwundene Jugendzeit lange Zeit zu den beliebtesten Schöpfungen beider Komponisten.

Während Lortzing aber immerhin noch zum Inbegriff des musikalischen Biedermeier werden konnte, hatte Hérold aus unserer heutigen Sicht das Pech, als einer der größten Komponisten des Belcanto in der falschen, wiewohl damals weltweit wichtigsten Sprache zu arbeiten. Die Virtuosinnen der Koloratur singen nun einmal lieber auf italienisch statt auf französisch und setzen sich daher lieber für eine der vielen noch immer unbekannten Opern Donizettis ein als für die beiden einst ungemein populären Opern Hérolds, von dem heute am ehesten sein Ballett LA FILLE MAL GARDÉE im Repertoire klassischer Ballettensembles überlebt hat.Aber vielleicht ändert sich das gerade, denn zum Glück haben wir seit nde des letzten Jahrtausends wieder sehr gute französische Stimmvirtuosinnen, und die Singvögel bleiben nicht mehr nur in der italienischen Allée des charmilles, in die höchstens mal ein Offenbach eindringen darf.


Wenn man die putzmunteren Ouvertüren von Hérolds vorletzter Oper ZAMPA (anscheinend war das "Zampa no" ein weiterer kaum verstandener Tipp) oder seines letzten und erfolgreichsten Werkes LA PRÉ AUX CLERCS hört, mag man kaum glauben, dass sie den Auftakt zu ziemlich ruchlosen Spielen bildet. Dass Hérold seinen DON GIOVANNI kannte, alsmer ZAMPA schrieb, und keineswegs an einer mangelnden Fähigkeit scheiterte, dessen Tonwelt zu evozieren, verraten die Klänge, mit denen er dort die Auftritte der Marmorstatue begleitet, die am Ende eines jeden Aktes für eine dramatische Wendung sorgt. Sein Interesse aber galt nun einmal nicht der Tragödie. Selbst als er sein erfolgreichstes Werk, LA PRÉ AUX CLERCS, komponierte, das nur ein Jahr nach dem großen Erfolg von ZAMPA, also 1832, auf die Bühne der Opéra comique gelangte, wo es in nur 70 Jahren über tausend mal aufgeführt wurde, und dafür – einige Jahre vor Meyerbeer – ein Sujet nach einer Vorlage des CARMEN-Schöpfers Prosper Mérimée um die berüchtigte Margarete von Anjou wählte, vermied er die Grausamkeiten der Bartholomäusnacht.

Die Geschichte spielt zur Zeit Charles IX in Paris. Der junge Botschafter Mergy versucht im Auftrag des Königs von Navarra, des nachmaligen Henri IV, die Freilassung von dessen faktisch wie eine Gefangenegehaltenen Gattin Marguerite zu erwirken, wird aber durch die Intrigen des Hofes an einem raschen Erfolg gehindert. Während seines unverhofft langen Aufenthalts am Hofe verliebt er sich in die Gräfin Isabelle, die seine Zuneigung erwidert, aber den Nachstellungen des duellsüchtigen Grobians Comminge ausgesetzt ist, der in König Charles einen mächtigen Förderer hat. Der eifersüchtige Comminge findet bald einen Grund, seinen Rivalen zum Duell auf der nicht nur als beliebtes Refugium von Liebespärchen, sondern auch als Schauplatz zahlloser Duelle berüchtigten Sekretärsweise, der titelgebenden “Pré aux clercs” nahe dem Louvre, zu fordern.

Als Isabella von dieser Forderung erfährt, fürchtet sie um das Leben ihres Geliebten, aber dieser weiß mit dem Degen umzugehen und tötet statt dessen seinen Herausforderer, den er zur Weißglut bringt, indem er ihm mitteilt, dass er Issabelle heimlich geheiratet habe. Das allerdings bringt ihn in größte Gefahr, denn er hat damit gegen ein königliches Edikt gegen Duelle verstoßen und muss sich verstecken. Isabella aber findet ihn, und beide entkommen mit Hilfe Marguerites aus Paris und gelangen in die Sicherheit des Hofes von Navarra.

Beide Opern waren bis zum Zweiten Weltkrieg auch bei uns enorm erfolgreich, und das so sehr, dass Johann Nestroy eine viel belachte Parodie mit dem Titel "Zampa der Tagedieb oder Die Braut von Gyps" herausbringen konnte. Leider sind beide Werke heute weitgehend von den Opernbühnen der Welt verschwunden. Nur gelegentlich gräbt sie noch jemand aus, wie etwa William Christie unlängst mit großem Erfolg den ZAMPA in Paris. Deshalb kann ich leider auch keine Gesamtaufnahme empfehlen, obwohl ich drei Gesamtaufnahmen oder Highlightsammlungen von LE PRÉ AUX CLERCS habe, die aber allesamt vom Markt verschwunden und allenfalls über verschlungene Internetkanäle aufzutreiben sind. So steht dringend zu hoffen, dass die Ausgrabung William Christies an der Pariser Oper aus dem Jahr 2008 mit Patricia Petibon anhaltendere Nachwirkungen hat und irgendwann einmal aufgezeichnet und gesendet wird. Leider sieht es zunehmend wenig danach aus.

Immerhin kann man die Arie um die Jugendtage, nach der ich gefragt hatte, nicht nur in den historischen Aufnahmen bei YouTube nachhören, auf die ich weiter oben verwies, sondern auch in zeitgemäßer Tonqualität in dieser verdienstvollen Ariensammlung Sumi Jos, die allerdings auch schon wieder vom Markt verschwindet:



Anders als die historischen Aufnahmen verschweigt uns diese cd auch nicht, dass die Arie von einem veritablen Violinkonzertsatz eingeleitet wird. Einem ähnlich umfangreichen Stück bin ich innerhalb einer Oper erst wieder in Verdis I LOMBARDI ALLA PRIMA CROCIATA begegnet. Wie später Verdi für den Solisten der Scala,scheint Hérold also eine besondere Bewunderung für den Primgeiger der Opéra comique gehegt zu haben. Nur vier Wochen nach der triumphalen Uraufführung erlag Hérold einer Lungenentzündung, wobei er sich bitter beklagt hatte, ausgerechnet jetzt sterben zu müssen, wo er doch gerade erst gelernt habe, Opern zu schreiben. Seine allerletzte Oper LUDOVIC wurde dann von Fromental Halévy, dem Komponisten der großen Oper LA JUIVE vollendet, der dreißig Jahre später wiederum die Vollendung seiner letzten Oper, NOÉ, seinem Schüler Georges Bizet überlassen musste, welcher bekanntlich eine ganz besondere Beziehung zu einer anderen Vorlage Prosper Mérimées namens CARMEN hatte. So schließt sich auch hier ein Kreis.

Auch in der CARMEN gab es übrigens eine nostalgische Verklärung einer vergangenen Jugendzeit, dort ausgedrückt in der Bewunderung des Ebenbildes der eigenen Mutter in einer Freundin. Aber ein eingehenderes Studium verklärender musikalischer Erinnerungen lohnt sich auch aus anderen Gründen, wie Ihr wieder einmal bewundernswert vielfältig herausgefunden habt.

Extras:

Berlioz - La foi chancelante evient, me ramenant la paix des jours pieux,mon heureuse enfance, la douceur de prier (La damnation de Faust)

Bizet – Ma mère, je la vois (Carmen)

Dagomischsky – (Rusalka)

Donizetti - Come alla prima gioventu felice (Maria Stuarda)

Fall – Wir tanzen Ringelreihen (Die Dollarprinzessin)

Flotow – Ja, seit frühster Kindheit Tagen (Martha)

Kalman - Schwesterlein, sollst mir fein glücklich sein (Gräfin Mariza)

Kienzl – Oh schöne Jugendtage (Der Evangelimann)

Kollo - Das war in Schöneberg, im Monat Mai (Wie einst im Mai)

Künneke – Weißt du noch, wie wir als Kinder gespielt? (Der Vetter aus Dingsda)

Lehar – Frei und jung dabei (Schön ist die Welt)

Lehar – Nur die Liebe macht uns jung (Zigeunerliebe)

Lortzing - Einst spielt ich mit Zepter (Zar und Zimmermann)

Lortzing - Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar (Der Waffenschmied)

Millöcker – Auch ich war einst ein junger Mann... Das waren Zeiten (Gasparone)

Mozart – Una donne a quindici anni (Cosi fan tutte)

Nicolai - Als Büblein klein an der Mutterbrust (Die lustigen Weiber von Windsor)

Nietzsche – Aus der Jugendzeit (Text: Friedrich Rückert)

Strauss - Kann mich auch an ein Mädel erinnern (Der Rosenkavalier).

Tschaikowsky – Kuda kuda (Wohin seid Ihr entschwunden) (Eugen Onegin)

Verdi - Quand'ero paggio (Verdi)

Wagner - Mein Freund, in holder Jugendzeit, (Die Meistersinger)

Hand aufs Herz: wer von Euch hatte zuvor schon mal das Werk oder wenigstens von ihm gehört?

Riddleamus
Heike (29.12.2010, 16:48):
Lieber Rideamus,
Die Lösung: Ferdinand Hérold: „Jours de mon enfance“
Weder von dieser Oper noch von dem Komponisten hatte ich jemals vorher gehört! Daher ist mir dein "Herold" in der Fragestellung auch gar nicht aufgefallen! Ich dachte,d a erzählt irgendein Bote den entfernten Verwandten von einer unglücklich Verheirateten, indem er das mit den glücklichen Kindheitstagen vergleicht! Wenn ich mir das aber jetzt so recht überlege, ist das natürlich hanebüchener Unsinn!
Heike
Armin70 (29.12.2010, 18:35):
Hallo Rideamus,
auch mir sagte der Komponist Ferdinand Hérold bis zu diesem Rätsel gar nichts. Von daher konnte ich mit dem, im nachhinein überdeutlichen, Hinweis in der Fragestellung nichts anfangen.
Armin
Rideamus (30.12.2010, 15:22):
Und weiter geht's, wie beim Dominospiel, wo ein Stein den nächsten umwirft, aber nur, wenn man nahe genug am vorigen dran bleibt. Auch die Frage ist also schwer, hat aber Esprit:

Eine gute Angelegenheit wird hier gefeiert, und zwar auf eine Weise, die gut in das Ensemblerätsel des letzten Advent gepasst hätte.

Wieder suchen wir einen Doppelbuchstaben, nämlich den des Substantivs im Titel der gesuchten Nummer sowie, wie immer den Titel und Komponisten des Werkes, zu dem sie gehört. Extrapunkte gibt es diesmal für die Nennung weiterer musikalischer Bühnenwerke mit Maskenfesten

Tipps:

Kreuzung aus Aschenputtel, Fledermaus und „Einen Jux will er sich machen“. Happy End für Suor Angelica. – Areios

Der Komponist scheint ein Faible für Maskenfeste zu haben, denn ein Weiteres seiner Werke handelt auch von einem solchen. Und auch hier hilft Sumi Jo wieder bei der Lösung – Athene

Ich fürchte, für eine große Bekanntheit des Stücks sehe ich schwarz – Armin Diedrich

Ein Hauptwerk des Komponisten löste 1830 bei einer Aufführung in Brüssel eine Revolution aus – Calisto

Wer bei der Frage vier schwarz sieht, liegt damit goldrichtig!! – Severina

Man sollte aber die weißen Punkte nicht übersehen, auch wenn die auf dem Kostüm eher selten sind – Rideamus

Der Komponist des gesuchten Werkes ist nicht Richard Heuberger, denn erstens ist es eine Oper und zweitens geht es hier nicht um rosa Kostüme – Teresa Cellini

Beim Komponisten von Nummer 4 handelt es sich auch nicht um Solanum melongena, obwohl der Name daran erinnert – Armin Diedrich

Die Oper war so erfolgreich, dass sie übersetzt und in vielen anderen Ländern aufgeführt wurde. Ein bekannter russischer Komponist steuerte einige (allerdings selten aufgeführte) Rezitative bei – Nightrider

"Flamme vengeresse" ist es nicht, man trachte danach, sich gut aus der schwierigen Affäre zu ziehen... – Waldi

Der Komponist hat einen sehr geistreichen Vornamen. Sein Librettist war sein spezieller Schreiber - Erzherzog

Der Komponist hielt offensichtlich einiges von Arbeitsgemeinschaften. Nicht nur mit dem Komponisten aus Nr3, sondern auch mit einem Landsmann, dessen Dame eine sehr konträre Farbe zu der in dieser Frage gesuchten hat – Pavel

Dass der Librettist in seinem Leben oft durstig war, ist anzunehmen, dass er aber ein Glas Wasser französischem Rotwein vorgezogen haben soll, scheint mir allerdings zweifelhaft – Amelia Grimaldi

Der gesuchte Komponist zu 4. schrieb eine Oper, vielleicht seine bekannteste (ist nicht die gesuchte), in der eine weibliche Figur nichts zu singen hat – Armin70

Ich würde sagen, spiel’ mit Deinem lieben Mann eine Partie Domino, vorzugsweise mit schwarzen Steinen, und den Rest schafft Dein Esprit - Severina

Nett: Der Komponist von Nr. 4 durfte seinen Geburtstag immer genau einen Tag später feiern als der Komponist von Nr. 3 – Gurnemanz

Ein schwarzer Mantel beim Maskenball macht noch keine Domina, führt aber zur Verliebtheit. - Heike

Der Librettist dieses Stückes geistert auch ständig durch Rideamus' Rätsel! Ein Vielschreiber, gewissermaßen der Metastasio des 19. Jahrhunderts, zumindest für die Sprache seines Landes. War übrigens auch ein "Werkstattbetreiber", der viele "seiner" Libretti nur teilweise oder gar nicht selbst geschrieben hat – Quasimodo

Vielleicht singen die ja von einem Skandal um ein Kindermädchen??? - Miranda

Die Lösung: Daniel Francois Esprit Auber: La bonne affaire (LE DOMINO NOIR)
Lösungsbuchstabe: F

Fairy Queens mir später gemachte Vorhaltung, ich bewerbe mich wohl um ein Kreuz der Legion d’honneur für die Pflege möglichst exotischer Hervorbringungen des französischen Repertoires kann ich zurückweisen, denn mir wurde erst spät bewusst, wie viele französische Titel sich ausgerechnet in die Frühphase dieses Rätsels eingeschlichen hatten. Das veranlasste mich, schweren Herzens ein zum schwarzen Domino so schön passendes Kontraststück wie Boieldieus DIE WEISSE DAME auszuwechseln. Das hier gefragte Stück war aber einfach zu schön um es auch noch fallen zu lassen, wie man hier hören kann und sollte: http://www.youtube.com/watch?v=Bfni14vIF3o.

Allein die Zahl und Qualität der Tipps verrät, dass auch diese Frage für viele eine besonders schwere war, wenn auch immerhin Titel und Komponist der Oper bekannter sind als Ferdinand Hérold und seine Grasoper der vorigen Frage. Trotzdem: wer kennt wirklich diese Oper der Komponisten der ersten MANON-Oper oder hat auch nur einmal ihren Inhalt gelesen, geschweige denn behalten? Hier also einmal eine Zusammenfassung, die natürlich nicht diese köstliche Inhaltsangabe unseres Opernführers Streifenpeter ersetzen kann: Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer :

Angele d'Olivares, die Nichte der spanischen Königin, ist auf deren alljährlich zu Weihnachten stattfindenden Maskenball (ja, die Oper fehlte bei den Weihnachtsopern der Frage Null) schon einmal in einem schwarzen Domino aufgetreten und tut es zu Beginn der Oper wieder, bevor sie ihr Gelübde als Nonne ablegt um auf Geheiß der Königin Äbtissin zu werden, weil sie ein letztes Mal die Freuden der höfischen Gesellschaft erleben will (was immer man darunter genau verstehen möchte). Um Mitternacht soll der erste Tag ihres Nonnenlebens beginnen, weshalb sie um diese Zeit verschwinden muss. Zuvor aber ergeben sich eine Reihe von Verwicklungen, weil der britische Gesandte meint, unter dem schwarzen Domino verberge sich seine Frau, und ein junger Adliger Angèle wiedererkennt, in die er sich schon im Vorjahr verliebt hatte. Seinem stürmischen Werben erliegt Angèle fast, bevor sie tatsächlich um Mitternacht verschwindet wie weiland das Aschenputtel.

Damit aus dem Ganzen eine richtige Komödie werden kann, verläuft sich Angele auf dem Weg zum Kloster und muss Schutz bei einer vermeintlich befreundeten Familie suchen, wo sie gründlich kompromittiert wird, was zu dem ironischen Ensemble der „bonne affaire“ führt. So gelingt es einer eifersüchtigen Rivalin, Angele nicht nur daran zu hindern, Äbtissin zu werden, sondern überhaupt das Gelübde abzulegen. Zum guten Schluss finden sich natürlich die beiden Liebenden, und der junge Mann erklärt sich nur zu gerne bereit, die in Schande verstoßene Angele zu heiraten.

All das ist angereichert mit höchst komplexen Verwicklungen - schließlich stammt das Libretto von Eugène Scribe - und einer sehr gefälligen Partitur, deren Erzählung der Angèle von den Schrecken ihres nächtlichen Irrweges, Flamme vengeresse (Rächende Flamme) man gelegentlich auch auf Ariensamplern begegnet.

Es gibt aber auch Gesamtaufnahmen. Die sehr hübsche Einspielung Richard Bonynges mit Sumi Jo, die zudem noch die Ballettmusik aus einem anderen Maskenballstück bringt, dem wir in den EXtras wieder begegnen werden, ist leider schon wieder gestrichen, jedoch in einigen Exemplaren, deren Erwerb sich auch für den Vollpreis lohnt, noch am Marketplace erhältlich:



Zum Glück ebenfalls wieder erhältlich, und das noch sehr preiswert, ist die ältere Aufnahme mit Jeannine Micheau und Joseph Peyron, die von Jules Gressier so stilsicher geleitet wurde, dass eigentlich nur die betagtere Tontechnik gegen diese Aufnahme spricht:



Und schließlich gibt es neuerdings auch noch diese sehr hübsche DVD vom Festival von Compiègne, die ich ebenfalls empfehlen möchte, ohne jetzt im Detail darauf eingehen zu können, weil ich sie dazu erst einmal wieder ansehen müsste:



All diese Aufnahmen machen deutlich, warum man Auber als einen der gewichtigsten Repräsentanten seiner Komponistengeneration und nicht zuletzt als einen prägenden Vorläufer der Operetten Offenbachs ansehen muss. Damit soll dieser hübschen Oper keinesfalls ihre eigenständige Qualität abgesprochen werden. Wer meinen Musikgeschmack kennt, weiß aber ohnehin, dass ein Vergleich mit Offenbach sehr wohl als Lob zu verstehen ist.

Besonders viel Freude, wenn auch die eigentliche Saison dafür erst noch bevor steht, machten mir die vielen Nennungen von musikalischen Bühnenwerken um Maskenfeste, die allerdings wohl nur ein erster Anstoß sein kann, sich vielleicht zur eigentlichen Saison näher damit zu befassen, denn hier gibt es doch noch Einiges mehr.

Extras:

Daniel Francois Esprit Auber – Gustave III ou Le bal masqué

Hector Berlioz - Benvenuto Cellini

Rewol Bunin - Maskenball

Gaetano Donizetti - Lucrezia Borgia

Charles Gounod - Romeo et Juliette

Edouard Lalo – Fiesque (gibt es da wirklich einen Makenball im Libretto? Ich konnte es nicht verifizieren)

W. A. Mozart - Don Giovanni

Carl Nielsen – Maskerade

Sergej Prokoffieff – Die Liebe zu den drei Orangen

Franz Schreker: Die Gezeichneten

Johann Strauß - Die Fledermaus

Johann Strauß – Eine Nacht in Venedig

Giuseppe Verdi - Un ballo in maschera

Giuseppe Verdi – Rigoletto

Andrew Lloyd Webber – The Phantom of the Opera


Da nunmehr die Serie der Fragen beginnt, in der es noch größere Lücken in den Antworten mancher Ratefreunde gibt, mache ich erst eibnmal eine kleine Pause mit den Auflösungen um denjenigen, die noch Antworten und Punkte nachtragen wollen, Gelegenheit zu geben, dies über den Jahreswechsel zu tun. Ich melde mich dann, hoffentlich weniger frierend, im neuen Jahr wieder

Riddleamus
Rideamus (01.01.2011, 14:39):
Zum Jahresauftakt zwischendurch ein paar Statistiken zum letztjährigen Adventsrätsel.

Mit am beeindruckendsten ist wohl, dass dieses Rätsel am Ende seines ersten Monats bereits fast 15.000 mal angesehen worden ist, davon über 10.000 bei CAPRICCIO. Damit ist der schon eindrucksvolle Rekord des letzten Rätsels noch einmal um rund 20% gesteigert worden.

Mindstens ebenso beeindruckend finde ich aber, dass (bis jetzt) von den 25 Teilnehmern immerhin acht Ratefreundinnen und -freunde die denkbar mögliche Maximalzahl von 122 Punkten erzielt haben. Ich gratuliere dazu, in alphabetischer Reihenfolge

Amelia GrimaldiArmin70AtheneCalisto HeikePavelQuasimodound Waldi :down :down :down :down :down :down :down :down

Aber nicht nur das, weitere sieben TeilnehmerInnen wurden wohl nur durch den Vorweihnachtsstress oder eine vorzeitige Abreise daran gehindert, ebenfalls noch im alten Jahr die Maximalpunktzahl zu erreichen. Auch sie können also durchaus zu den Champions dieses Rätsels gezählt werden:

Armin DiedrichEmotioneErzherzogMirandaNightriderOper 337SeverinaTeresa Cellini

Auch ihnen meine herzlichsten Glückwünsche.

:down :down :down :down :down :down :down :down


Mit diesem sensationellen Ergebnis von über 50 % Champions mit (fast) dem maximalen Punkteergebnis schließe ich meine Statistik dieses Rätsels ab, jedoch nicht ohne mich bei all denen zu bedanken, die durch verschiedene Faktoren an einer intensiveren Teilnahme gehindert wurden, mit ihren Lösungen und Tipps aber dennoch dafür gesorgt haben, dass sich das Rätsel für alle Teilnehmer gelohnt hat:

AreiosBrunelloFairy QueenGeneral LavineKarolus MinusMaggieMusikkristinPetemonovaund Talestri

Auch ihnen gilt mein herzlicher Dank und der aller Teilnehmer. Euch allen ein gesundes und frohes neues Jahr mit und ohne Rätseleien.
:beer :beer :beer :beer :beer :beer :beer Euer Riddleamus
Rideamus (02.01.2011, 19:51):
Nektar und Ambrosia sind nicht die Hauptnahrung in dem Land, in dem das nächste gefragte Werk komponiert wurde, aber anscheinend liebt man es dort lieber süß als sauer, weshalb man aus den Zitronen der Vorlage Orangen machte. Unser Jubelthema klingt an in einer im Wortsinne halsbrecherischen Arie dieses Werkes, wo jemand behauptet, die Elfenkönigin und dann noch blond zu sein.

Gesucht wird diesmal der letzte oder drittletzte Buchstabe des Operntitels sowie der Titel der Jubelarie. Extrapunkte gibt es für die Nennung von je einer Bravourarie aus drei Jahrhunderten für Frauenstimmen nebst einer besonders vorbildlichen Interpretin der jeweiligen Arie

Tipps:
Das gesuchte Werk beruht auf einer sehr lehrreichen Vorlage - Athene

Die Frage 5 weist Parallelen zur Frage 1 auf – Teresa Cellini

Bei einer weiteren Arie aus diesem Werk muss ich immer an Schubert und unseren Dichterfürsten denken. (Das ist der dritte Hinweis auf ein und dieselbe Person) – Calisto

Diese weitere Arie könnte von dem mysteriösen Austausch der Zitronen gegen die Orangen ausgehen. Das ist der vierte Hinweis auf denselben Dichter – Rideamus

Ich denke dabei nicht an Schubert, sondern an Beethoven, der sich in einer Liedergruppe auch mit diesem Text beschäftigt hat. Übrigens hat sich der Komponist meines Wissens von seinem Librettisten nicht rasieren lassen. vielleicht kann einen auch ein bekanntes Navigationsgerät zumindest in die Nähe des Komponisten führen - Erzherzog

Um Richard Strauss zu zitieren: "Es gibt gute Musik, durchschnittliche Musik, schlechte Musik - und dann ist da noch diese hier!" Der Komponist ist kein ungläubiger, und die Titelfigur weder ein Filet noch eine Batterie – Armin Diedrich

... Auch kein französischer Fluss, kein Maler und auch keine Schreibmaschine oder ein Ei, dafür aber meisterlich verehrt. – Waldi

Bevor mir einer den Tipp auch noch wegschnappt: ... und auch nicht Teil eines selbstspielendes Klaviers - Quasimodo

Für Deutschland wurde vom Komponisten eine Fassung mit einem tragischen Ende erstellt, die aber von der Kritik ebenso als nicht der Vorlage adäquat abgetan wurde - Pavel

Es gibt auch einen Walzer von Johann Strauss, Sohn - der den Titel hat, nicht von der Arie und auch nicht den Operntitel, man braucht gar nicht mehr 364 Tage darauf warten, vielleicht kommt er am 1.1.2011, aus dem Goldenen Saal, aber mehr verrate ich nicht. – Oper 337

Warum muss ich nur daran denken, dass ich vor Kurzem Klavieraufnahmen von Gustav Mahler auf einer "speziellen Maschine" gehört habe? – Amelia Grimaldi

Der Komponist war Trauzeuge seiner Hauptdarstellerin (einer amerikanischen Sopranistin) und Pate ihrer Tochter, die ihren Vornamen der gesuchten Oper verdankt. Konsequenterweise sang sie, die Tochter, später ebenfalls Opern ihres Patenonkels - Nightrider

Diesmal stand ich etwas auf der Leitung, weil man Feenköniginnen eigentlich in anderen Regionen vermutet, dabei hätten mich die Zitronen doch gleich auf das Land nicht nur meiner Sehnsucht verweisen müssen. Dem Komponisten waren offensichtlich nur die Besten gut genug, wenn's um literarische Vorlagen ging, obwohl er im konkreten Fall nicht bei Shakespeare nachschlug! – Severina

In der Titelfigur nimmt die Sehnsucht nach einem Land Gestalt an, das man auf kulinarischem Gebiet mit Pizza, Pesto und Tiramisu verbindet. – Heike

Übrigens nimmt die Frankophilie des Riddlemasters langsam erschreckende Ausmaße an! Wenn der so weiter macht wird er zum Ehrenmitglied der Academie française erklärt- wegen besonderer Verdienste im Ausland um rarissime frz. Bühnenwerke. Das schon mal als Tipp vorab. – Fairy Queen

Der gleichen literarischen Vorlage bediente sich ein großer romantischer Komponist, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiert. Armin70

Ja, ja, der geheime Rat spricht sich herum – Severina

Beim Kauf von Batterien kommt einem der Name dieses Bühnenwerks unweigerlich vor Augen... – Miranda

Die Lösung; „Je suis Titania, la blonde“ aus MIGNON von Ambroise Thomas. Lösungsbuchstabe: N.
s. 'http://www.youtube.com/watch?v=iV2-YGGn0y4&feature=related

Am 5. August diesen Jahres jährt sich der Geburtstag von Ambroise Thomas zum 200. Mal, aber vermutlich wird neben dem Jubiläum des lauten Polterers Franz Liszt kaum jemand davon Notiz nehmen. Dabei verdanken wir ihm einen der größten Erfolge und viele beliebte Melodien der französischen Oper. Man verzeihe mir deshalb, dass ich diesmal ein etwas kurioses, aber dennoch höchst bemerkenswertes Tonbeispiel gewählt habe. Ich hätte auch dieses mit einer nicht viel älteren Nathalie Dessay nehmen können: http://www.youtube.com/watch?v=hd2aJ96gqFM.

Beide Male sollte klar werden, dass der Vorwurf, ich würde mich nur bei absoluten Raritäten des französischen Repertoires bedienen, hier keineswegs gerechtfertigt ist. Zwar bekommt man die ganze Oper nicht mehr häufig zu hören und zu sehen, aber es war ja nur nach dieser artistischen Arie der Zirkuskünstlerin Philine gefragt, und die gehört wohl zu den klassischen und wohl auch bekanntesten Standards aller Sopranistinnen, die ihre Virtuosität nicht nur mit der Königin der Nacht oder der Zerbinetta demonstrieren wollen.

Hätte ich die Oper selbst angepeilt, hätte ich wohl dieses ebenfalls sehr bekannte Stück gewählt, auf das sich der Teil mit den Orangen und Zitronen bezog, denn aus dem „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen“ machten Thomas’ Librettisten aus dem „hässlich klingenden „citronnier“ einfach einen „Oranger“, also einen Orangenbaum. Hier kann man es von einer Sängerin hören, die keine 20 Jahre jünger ist als die Oper selbst, Geraldine Farrar: http://www.youtube.com/watch?v=FYYmpi93ZlI&feature=related

Das mag illustrieren, wie populär diese 1866 uraufgeführte Oper von Anbeginn an war - und lange blieb. Tatsächlich hatte der höchst ironiebegabte Emmanuel Chabrier Thomas wegen dessen Erfolg in eine besondere Kategorie erhoben, als er schrieb, es gäbe gute Musik, schlechte Musik und eben die von Ambroise Thomas, die, so könnte er es empfunden haben, mit zunehmendem Alter des Komponisten immer ambitionierter, aber auch blutleerer wurde. Da mag sich aber jeder selbst denken, wie das gemeint gewesen sein könnte.

Die Handlung des Stückes ist ziemlich verwirrend, denn mit seinen vielen Zeitebenen und Erzählperspektiven lässt es Verdis TROUBADOUR nachgerade stringent erscheinen, aber unser Opernpeter hat sie hier recht gut dargestellt, so dass ich mir die Nacherzählung der Handlung sparen kann: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p39317-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post39317.

Man mag den Librettisten vorwerfen, dass sie die Handlung der Vorlage banalisiert und von innen nach außen gekehrt hätten, indem sie das Schwergewicht von dem Bildungsroman Wilhelm Meisters auf das Schicksal des jungen Mädchens Mignon, das bei Goethe gerade mal zwölf Jahre alt ist, und ihres Vaters, des Harfners Lothario verlagerten. Die deutsche Kritik, die es ebenso wie zuvor schon bei Gounods FAUST nicht ertragen wollte, dass ausgerechnet ein Franzose es wagte sich an des deutschen Heiligtums Goethe bemächtigte und dann noch das tragische Schicksal der Mignon mit einem Happy End versah, wie es für die Gebräuche der Opéra comique notwendig war, tat das auch weidlich. Die deutsche Kritik jener Zeit war nicht weniger empört als bei Gounods FAUST, dass ein französischer Komponist es gewagt hatte, sich an WILHELM MEISTERS LEHRJAHRE des Nationalheiligtums Goethe zu vergreifen. Aber auch hierzulande setzte sich der melodische Einfallsreichtum von Thomas schließlich durch, auch wenn sein Libretto, ähnlich wie das nach Shakespeares HAMLET, nicht einmal versuchte, in die gedanklichen, geschweige denn politischen Dimensionen seiner Vorlage vorzustoßen.

Das zu verlangen, hieße aber den Theaterinstinkt der Librettisten Michel Carré und Jules Barbier verkennen, die sich mit der deutschen Literatur sehr gut auskannten und schon mit dem Theaterstück „Les contes d’Hoffmann“, in dem sie geschickt verschiedene Erzählungen E.T.A. Hoffmanns und Adalbert von Chamissos verarbeiteten, bewiesen hatten, wie gut sie sich auf ihr Dramatisierungshandwerk verstanden. Thomas’ einprägsame Melodien, die keineswegs der Kunstfertigkeit entbehrten, taten ein Übriges, und so wurde die Oper schließlich auch in Deutschland gerne und oft gespielt, bis auch sie der allgemeinen Abkehr vom französischen Musikschaffen, deren Gründe man einmal intensiver untersuchen sollte, zum Opfer fielen.

Möglicherweise beginnt aber gerade eine Phase der Neubewertung dieses Repertoires. Jedenfalls hat die überraschende Popularität, die Thomas’ HAMLET neuerdings dank Nathalie Dessay (und Simon Keenleyside) erfährt, viel dazu beigetragen, ihrem Komponisten wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Noch aber hat die Thomas’ einst beliebteste Oper nicht wirklich erfasst. 1995 gab es zwar eine bemerkenswerte Inszenierung Nicolas Joels in Toulouse mit Annick Massis und Jonas Kaufmann, die auch im Fernsehen übertragen wurde, aber die kam – zumindest bislang - leider nie auf den Markt. So ist denn diese Aufnahme Antonio de Almeidas von 1977 nach wie vor die einzige aus jüngerer Zeit, allerdings auch eine, die kaum Wünsche offen lässt.



Da sie derzeit außerordentlich preiswert ist, kann ich sie nur jedem nahe legen, der sich für diese noch immer im Schatten der großen Scheinwerferlichte vegetierende Oper des diesjährigen zweifachen Zentenars interessiert.

Hochinteressant fand ich auch die Nominierungen der, diesmal nach Jahrhunderten gesplitteten Bravourarien für Sängerinnen. Es ist wenig überraschend, dass die große Mehrzahl von ihnen den hohen Sopranen gewidmet ist, aber auch bezeichnend, dass ihre Zahl im sich selbst so todernst nehmenden 20. Jahrhundert rapide abnahm, während man in den Nominierungen der Barockoper und der Klassik eher die Grenzen der bleibenden Bekanntheit als ein Ausschöpfen des Repertoires erkennen kann. Dennoch habt Ihr eine sehr gewichtige Grundlage für die weitere Beschäftigung mit diesem Repertoire und seinen besten Sängerinnen geschaffen, für die sicher nicht nur ich Euch dankbar bin. Hier sind Eure Nominierungen, die ich nicht mehr einzeln nachgepüft habe, mit den von Euch genannten Sämngerinnen, von denen natürlich etliche mehrfach nominiert wurden. Vieles davon findet sich übrigens auch auf YouTube.
Extras

17. Jahrhundert

Bononcini: Ombra mai fu – Simone Kermes
Monteverdi: Poppea - Addio Roma - Trudeliese Schmidt

18. Jahrhundert
Gluck: Orfeo ed Euridice - Addio, addio, o miei sospiri – Janet Baker
Händel: Alcina - Ah! mio cor! schernito sei - Joan Sutherland

Händel: Alcina - Tornami a vagheggiar - Patricia Petibon
Mozart: Entführung - Martern aller Arten - Maria Stader, Erika Köth
Mozart: Idomeneo - Oh smania! oh furie! oh disperata Elettra! - Julia Varady
Mozart: Zauberflöte - Der Hölle Rache - Edita Gruberova, Edda Moser
Mozart: Zauberflöte – O zittre nicht - Erika Köth, Wilma LIpp
Pergolesi: Adriana in Siria - Lieto cosi talvolta - Simone Kermes
Vivaldi: Bajazet - Anch'il mar par che sommerga – Cecilia Bartoli
Vivaldi: Griselda - Agitata da due Venti - Cecilia Bartoli

19. Jahrhundert
Bellini: I Puitani - O, rendetemi la speme - Maria Callas
Leo Delibes: Lakmé - Air des Clochettes - Natalie Dessay

Donizetti: Lucia di bzw. Lucie de Lammermoor - Wahnsinnsarie – Natalie Dessay, Maria Callas

Donizetti: Linda de Chamounix - Ah! tardai troppo - Rita Streich
Donizetti: Lucrezia Borgia - Era desso il figlio mio – Joan Sutherland
Gounod: Faust – Oh Dieu! que de bijoux – Mirella Freni
Massenet: Manon - Je marche sur tous les chemins – Natalie Dessay
Meyerbeer: Dinorah - Ombra leggera - Maria Callas
Meyerbeer: Les Huguenots - O beau pays – Rita Shane; Joan Sutherland,
Offenbach: Les Contes d’Hoffmann – Les oiseaux dans la charmille – Natalie Dessay, Luciana Serra,
Rossini: La Cenerentola - Naqui all'affanno - Elina Garanca
Verdi: Macbeth - La luce langue - Leonie Rysanek

20. Jahrhundert
Berg: Lulu - Wenn sich die Menschen um meinetwillen umgebracht haben - Alexandra von der Weth, Teresa Stratas

Bernstein: Candide – Glitter an Be Gay – Diana Damrau, Patricia Petibon

Puccini: Turandot - In questa reggia – Birgit Nilsson
Strauss: Ariadne auf Naxos - Großmächtige Prinzessin - Edita Gruberova, Natalie Dessay, Reri Grist
Stravinsky: Le Rossignol - Natalie Dessay

Riddleamus
miranda (03.01.2011, 01:36):
VIELLEICHT SIND SIE JA NOCH EIN PAAR ANDEREN NACHZÜGLERN VON NUTZEN?

zu 17: Auch hier spielt ein verlorenes Taschentuch eine Rolle, aber erwürgt wird niemand!

zu 18: Heute suchen die Menschen bei solchen Anlässen lieber die Hilfe akademisch gebildeter Heilkundiger...

zu 19a): Eine andere bekannte Nummer aus diesem Werk ist ein Duett über eine ungewöhnliche Zahl überirdischer Wesen.

zu 19b): Der Komponist teilt seinen Nachnamen mit dem bösen Lord aus dem traurigen schottischen Volkslied "Matty Groves".

zu 20: Zu demselben Thema gab's mal einen Sommerhit mit Adriano Celentano.

zu 21: Wer so schön singt, muss aufpassen, dass ihm (oder ihr) kein Apfel im Hals stecken bleibt!

zu 22: Die Titelgestalt verhindert auf überraschende Weise, dass seine Leute dort von Haien (wie jüngst eine Urlauberin) oder anderen Bösen angefallen werden.

zu 23: Dreimal "und" im Titel des Werkes - wie wär's mit Kommas, Herr B.?

zu 24: Unter orthodoxen Juden heißt es, der im Werktitel Genannte komme, wenn alle Juden den Sabbat hielten.

zum Lösungssatz: Später im Lied wird mehrfach das Wirken des Schutzpatrons der Seeleute dankend erwähnt.
Rideamus (03.01.2011, 04:47):
Das neue Jahr fängt ja gut an.

Zunächst hat

GURNEMANZ

auch die letzte Frage nach dem Lösungssatz richtig beantwortet und sich damit unter die Gewinner des Rätsels eingereiht, und jetzt hat buchstäblich über Nacht auch die über die Feiertage verreiste

MIRANDA

alle offen hinterlassenen Rätsel gelöst und mit ihren wunderschönen Tipps, die hoffentlich noch der einen oder dem anderen helfen, ihr Ergebnis zu verbessern, auch noch zu der Riege derer aufgeschlossen, welche die Maximalpunktzahl haben erreichen können. Das verdient eine zeitnahe Würdigung.

Ich gratuliere ganz herzlich, denn dafür gebührt beiden unser aller herzlicher Glückwunsch und große Bewunderung.

Riddleamus
Rideamus (03.01.2011, 12:27):
Ausgerechnet bei der Frage zum Nikolaustag stellte sich heraus, dass ich Euch bzw. Euer Gedächtnis überfordert hatte. Zwar war ich zuversichtlich, für dieses sehr zu Unrecht viel zu unbekannte Werk schon genug Reklame gemacht zu haben, aber das geschah wohl schon vor zu langer Zeit und im falschen Forum. So musste ich diese Frage austauschen, schulde Euch aber dennoch eine Auflösung.

Frage Nr. 6 (ursprüngliche Fassung):
Wenn jemand fern der Heimat jemanden trifft, den sie/er einmal im Land der Barcarolen geliebt hat und jetzt erst feststellt, wer sie/er wirklich ist, dann ist das nicht unbedingt ein Grund zum Feiern, aber in diesem Land liebt man Feste so sehr, dass man sie feiert, wie sie fallen und sie sogar als Instrumentalstücke bekannt werden können.

Gesucht wird neben dem Komponisten und Werktitel der zweite Buchstabe des einzigen Substantivs im Titel. Ihr könnt auch den zweiten Buchstaben des Landes nehmen, in dem das Werk spielt. Bis zu drei Extrapunkte gibt es für die Nennung von weiteren Werken der Orchesterliteratur, die ursprünglich in Bühnenwerken gesungen wurden. Es tut mir Leid, dass ich nichts Passendes zum Nikolaustag fand, aber selbst Nikolaus Harnoncourt kam nie näher an das gesuchte Werk heran als bis Offenbach.

Tipps gab es wegen des Austauschs der Frage diesmal keine, aber dank des identischen Lösungsbuchstaben ‚O’ haben mir immerhin drei Ratefreunde ganz diskret zu dieser Frage die richtige Lösung geliefert, auch ohne dass ich dafür Punkte vergeben konnte, nämlich

Lösung: Emmanuel Chabrier: Fete polonaise aus LE ROI MALGRÉ LUI
Lösungsbuchstabe: O
s. http://www.youtube.com/watch?v=6wm7IIgVbDo&feature=related

Diesmal galt die Frage in der Tat einem ziemlich unbekannten Werk, aber dieser beklagenswerte Missstand ist weder die Schuld des genialen Komponisten noch mangelnder Versuche, es bekannter zu machen. Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal mit Edwins tatkräftiger Hilfe einen halbwegs erfolgreichen Versuch zur Rehabilitierung der Oper unternommen. Edwin schrieb damals:

Und dann kommt der Knüller:



Diese grandiose Aufnahme ist derzeit nur "antiquarisch" für ein Schweinegeld zu bekommen. Und sie ist jeden Cent wert! "Le Roi malgré lui" ist eine Komische Oper mit einer Überfülle an eleganter, witziger und glänzend formulierter melodik - aber was Chabrier damit harmonisch macht, ist atemberaubend: Da gibt es Stellen wie bei Ravel, Poulenc oder gar Honegger. Das Werk war ein Kultwerk der "Groupe des Six" - man merkt, weshalb. Alterierte Septimen- und Nonenakkorde in einem freien Wechselspiel, aber durch die Instrumentierung sind die Konturen schärfer als bei Debussy. Dieser "Roi" gehört für mich zu den außerordentlichsten Werken des 19. Jahrhunderts - weil er in seiner ganzen Haltung ganz klar in das 20. blickt.

Ich ergänzte:

Und dennoch ist die Musik von einer derart mitreißenden Eingängigkeit, dass ich mich bei jedem Hören wundere, warum die Oper nicht eine der populärsten Opern der Musikgeschichte wurde, schwaches Libretto hin oder her. Der TROUBADOUR macht auch nicht viel mehr Sinn. Sicher, Chabrier war vom Pech verfolgt: nach der erfolgreichen Premiere seiner vorangehenden Oper GWENDOLYNE ging das Brüsseler Theatre de la Monnaie pleite, und nach der nicht nur glanzvollen, sondern auch höchst erfolgreichen Premiere von LE ROI MALGRÉ LUI brannte die Pariser Opéra Comique ab. Eric Satie sah den größten Verlust dieses katastrophalen Ereignisses darin, dass er nun nicht mehr in LE ROI MALGRÉ LUI würde gehen können. Dabei sollte es leider auch bleiben, denn anders als im Falle von Offenbachs geistesverwandten CONTES D'HOFFMANN, die sich gegen einen ähnlich fatalen Ruf durchsetzte, wurden spätere Aufführungen von Chabriers Meisterwerk zum Opfer starker Kürzungen, die auch einen anhaltenden Erfolg in Deutschland verhinderten, wo die Oper zunächst in vielen Städten aufgeführt, dann aber vergessen wurde.

Leider schrieben wir das verfrüht und im – aus heutiger Sicht – falschen Forum. Das Pech, das die Oper hartnäckig verfolgt, scheint sich also – in weit geringerem Maße natürlich – bis heute fortzusetzen. Nicht nur, dass meine geplante Erneuerung dieser Lobeshymne in meinem Geschichtsrätsel "Die Muse Clio" vom vorletzten Jahr den Umständen und dann meiner Krankheit zum Opfer fiel, auch die oben gezeigte, herrliche Aufnahme ist schon seit geraumer Zeit vom Markt verschwunden, und eine Neuauflage ist nirgends in Sicht. Zwar gibt es im Internet noch eine Reihe von Rundfunkaufnahmen, aber die darf ich hier leider nicht verlinken.

Immerhin geben die oben angegebenen You-Tube – Ausschnitte aus einer Inszenierung Laurent Pellys an der Opéra comique vom Jahr 2009 einen flüchtigen Eindruck von dem, was das Werk zu bieten hat. Weitere und ausführlichere Clips, darunter auch die erfragte Festmusik, findet man, wenn man den Titel der Oper auf YouTube sucht. Dort empfehle ich vor allem das bezaubernde „Nocturne“ für zwei Frauenstimmen und das von Nathalie Dessay gesungene „Chanson Tzigane“. Mehr als Appetithappen, die nur hungriger machen, können diese Clips aber leider nicht sein.

Die Handlung spielt im Jahre 1573/74. Polen war gerade Wahlkönigtum geworden, und ein Erzherzog von Österreich sowie kein Geringerer als Iwan der Schreckliche standen zur Wahl. Die Polen aber wählten Henri Valois, den dritten Sohn der Katharina von Medici, die kurz zuvor die berüchtigte Bartholomäusnacht angestiftet hatte, während der DIE HUGENOTTEN massenhaft ermordet wurden. Dieser Henri wurde wenige Monate später, nach dem Tode seines Bruders Charles IX, als Henri III. selbst König von Frankreich und verließ eilends sein Königreich, in dem er sich nie wohl gefühlt hatte. Diese Episode seines widerwilligen Königtums, die auch Verdis größtem Misserfolg, IL GIORNO DI REGNO, zugrunde lag, behandelt das komödiantische Libretto der Oper, die ich immer noch gerne einmal ausführlich vorstellen möchte, wenn ich je dazu komme und nicht wieder unterbrochen werde. Sie behauptet nämlich keineswegs von ungefähr ihren festen Platz unter meinen 15 Lieblingsopern überhaupt. Die in der Frage angesprochene Episode bezieht sich übrigens auf die in einer Barcarole besungene Wiederbegegnung des Königs mit einer damals unbekannten Geliebten in Venedig, die sich nun als die Ehefrau eines Mitglied seines Hofstaates herausstellt.

Die Musik zur „Fete polonaise“, die später als das einzige Stück dieser Oper im Konzertsaal populär blieb, auch wenn sie in ihrer ursprünglichen Form mit Chor noch weit wirkungsvoller ist (hier ein Ausschnitt aus der erwähnten Gesamtaufnahme: http://www.youtube.com/watch?v=TbNhugsSW7c), gab mir auch das Stichwort zu der diesmal besonders spannenden Extrafrage, die ich schon anlässlich der Frage Nr. 3 hätte stellen können, nämlich nach Instrumentalstücken aus Opern, wie bei dem „Violinkonzert“ Hérolds in LE PRÉ AUX CLERCS oder in Verdis I LOMBARDI, oder die später in Instrumentalbearbeitungen ein Eigenleben geführt haben. Beispiele für das Letztere wurden natürlich besonders häufig genannt, aber von beiden Kategorien ließen sich noch eine Menge mehr finden. Einige habe ich in der Liste schon ergänzt, wobei ich Ouvertüren bewusst ausließ, obwohl Werke wie Beethovens dritte LEONOREn-Ouvertüre oder Otto Nicolais Ouvertüre zu DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR, ganz zu schweigen von den Ouvertüren Rossinis, die schon lange ein Eigenleben im Konzertbetrieb angenommen haben, durchaus hätten genannt werden können.
Dennoch gibt es schon jetzt wiederum großartiges Material für einen eigenen Thread, den jeder, der möchte, gerne in Gang setzen kann, und für das ich Euch danke:

EXTRAS

Hector Berlioz - Carnaval Romain nach BENVENUTO CELLINI
Hector Berlioz – Ungarischer Marsch aus LA DAMNATION DE FAUST

Leonard Bernstein - Symphonic Dances from West Side Story
Georges Bizet - Suiten zu Carmen und L´Arlesienne
Georges Bizet – Carmen – Chanson du Toréador (Bearbeitung von Rodion Shchedrin für Streicher, Pauken und Perkussion).
Charles Gounod – Faust Walzer
Edvard Grieg - Peer Gynt Suite
Franz Liszt - Paraphrasen über RIGOLETTO
Giancarlo Menotti – Tanz der Hirten aus AMAHL AND THE NIGHT VISITORS
Wolfgang Amadeus Mozart - - Al desio di Chi t'adora KV 577 (nach LE NOZZE DI FIGARO) an Stelle „Deh vieni“.
Jacques Offenbach – Barcarole (aus LES CONTES D’HOFFMANN)
Nicolai Rimsky-Korsakoff – Zar Saltan Suite
Nicolai Rimsky-Korsakoff – Die Weihnachts-Suite
Nicolai Rimsky-Korsakoff f – Die Sage von der unsichtbaren Stadt Kitesch -Suite
Johann Strauß II - Annen Polka
Johann Strauß II - Fledermaus-Quadrille
Johann Strauß II - Neue Melodien Quadrille (nach Verdi)
Richard Strauss: Tanz der sieben Schleier aus SALOME

Richard Strauss – Der Bürger als Edelmann nach Couperin bzw. ARIADNE AUF NAXOS
Sigismund Thalberg - Fantasie op. 33 über Melodien aus der Oper MOSES von Rossini
Richard Wagner – Walkürenritt aus DIE WALKÜRE

Riddleamus
Rideamus (04.01.2011, 00:46):
Wie erwartet, hat nach ihrer Rückkehr aus den Weihnachtsferien auch

SEVERINA
lässig die Ziellinie überquert und alle noch offenen Fragen gelöst, wobei sie beinahe die Maximalpunktzahl erreicht hat.

Auch ihr gilt mein und unser aller ganz herzlicher Glückwunsch.

:times10 :leb :leb :times10 Riddleamus
Rideamus (04.01.2011, 11:43):
(ERSATZ-) FRAGE 6
Hochqualifizierte Migranten fragen eine Frau, ob sie ein Kind gesehen hätte. Sie denkt, die Frage gälte ihrem behinderten Sohn, der ihnen schließlich den Weg zu dem eigentlich gemeinten Kind weisen und seine Behinderung verlieren wird.

Gesucht werden der Werktitel und der letzte Buchstabe des Vornamens des Komponisten. Da dieses Werk auch ein instrumentales Teil enthält, bleibt die Frage nach instrumentalen Stücken, die ursprünglich gesungen wurden, als Extrafrage erhalten.

Tipps:
Die Migranten benutzen dabei weder einen Fernsprecher, noch müssen sie irgendwelche Formulare ausfüllen. – Athene

Die Uraufführung fand nicht in einem Theater statt, sondern in einem Fernsehstudio. Und die Titelfigur heißt nicht Brian... – Nightrider

Ein Namensvetter des gesuchten Komponisten war mal Fussball-Nationaltrainer einer südamerikanischen Nationalmannschaft – Armin 70

Die Oper wurde als Fernsehoper konzipiert und an einem Weihnachtsabend uraufgeführt. Ihr Komponist ist kein Fußballtrainer ! – Pavel

Das gesuchte Stück wurde in den 90ger Jahren an der DOB aufgeführt.
Der Komponist schrieb auch eine Oper für Placido Domingo – Calisto

... und er hat eine Gemeinsamkeit mit Lady Gaga (nämlich die gleiche Adresse in Schottland) – Nightrider

Der Komponist hat einer Namensvetterin von mir den Besuch einer Abendunterhaltung wenn schon nicht verhindert, so doch enorm verzögert – Amelia Grimaldi

Die gesuchte Oper, der gesuchte Komponiste schrieb übrigens selbst das Libretto, wurde als erstes Werk seiner Gattung für ein damals noch recht junges Kommunikations-Medium geschrieben. Ein berühmter und legendärer Dirigent lobte den Komponisten für dieses Werk. – Armin70

Diese Oper war 1980 (gemeinsam mit einer zweiten des selben Komponisten) im Spielplan der Wiener Staatsoper – Pavel

Das Werk wurde an einem Heiligen Abend uraufgeführt, zu einer Zeit, als man noch schwarz-weiß fern sah – Heike

Bei der Oper mußte ich zwoa mahl überlegen... – Armin Diedrich

Bei den hochqualifizierten Migranten handelt es sich nicht um Konsuln und die Frage nach dem Kind erfolgte nicht per Telephon. Diese Oper ist für ein anderes Medium als herkömmliche Opern vorgesehen – Areios
Die Migranten dieser Oper bzw. ihre legendären/realen Vorbilder und der Nikolaus haben etwas gemeinsam – Teresa Cellini

Ein kettenrauchender Cäsar gleichen (Nach-) Namens lässt blau-weiß gestreifte Männer einem Ball hinterherlaufen - Quasimodo

Die Titelfigur kommt überraschenderweise in einem klassischen Wiener Lied vor: "I muass wieder ...................... in Grinzing sein" – Miranda

Ein anderes Werk des Komponisten heißt zwar nicht "The Old Man and the Sea" aber wenigstens ganz ähnlich - Waldi

Der Komponist lebte zwar in den USA, blieb aber italienischer Staatsbürger. Die Oper, die er für Domingo schrieb, handelt von einem Maler, der eine Dame nackt und bekleidet malte. Nach dieser Oper wird hier aber nicht gefragt. – Calisto

Wenn man übrigens den Namen des gesuchten Werktitels zweiteilt, bekäme man auch ein bayerisches Essen - Rideamus

Die Lösung; Giancarlo Menotti: „Have You Seen a Child“ aus Amahl and the Night Visitors. Lösungsbuchstabe: O
s. http://www.youtube.com/watch?v=CC2vUR4m_Mw

Manchmal scheint eine geheimnisvolle Regie dafür zu sorgen, dass man Fehler korrigieren darf, bevor andere sich ihrer voll bewusst werden. So einer war meine ursprüngliche Wahl eines leider zu unbekannten Werkes für die Frage zum Nikolaustag, die ich auf Grund des mir entgegen schlagenden Schweigens spontan korrigieren konnte. Hier also kommt also das zu jenem Tag viel besser passende Weihnachtsstück, und sogar die Lösung erfolgt rechtzeitig, denn der Legende nach müsste sich ungefähr heute das Geschehen dieses Werkes zum 2011. mal jähren. Menottis Oper erzählt nämlich von der Suche der so genannten Heiligen Drei Könige nach dem neu geborenen König der Welt, der ihnen von dem Kometen verheißen worden war, dem sie schon geraume Zeit folgen. Dabei kehren sie in das Haus einer alleinerziehenden, armen Frau ein, die mit ihrem gehbehinderten Sohn in einer ärmlichen Hütte lebt und der Versuchung nicht widerstehen kann, ihre Gäste um Teile ihres Goldes zu bringen. Als ihr die Könige das gestohlene Gold überlassen wollen, weil der neue König sicher keine irdischen Güter benötige, weist sie die Gabe zurück und will dem Neugeborenen selbst etwas schenken, hat aber nichts, was sie hergeben könnte. Auch Amahl hat kein Geschenk außer seiner Krücke, die er dem Kind aber gerne geben will. Da geschieht ein Wunder. Amahl kann ohne Behinderung laufen und wird die Könige zu dem Neugeborenen führen.

Waren das noch Zeiten, als ein kommerzieller Fernsehsender noch eine Oper in Auftrag geben konnte. Bei uns schafft man es ja nicht einmal mehr, eine solche im Ersten oder im ZDF laufen zu lassen. Statt dessen sendet man zum x-ten Mal DER KLEINE LORD und kommt nicht einmal auf die Idee, es wenigstens mal mit einer Aufzeichnung der Musicalfassung von Konstantin Wecker oder einer deutschen Fernsehfassung des wunderbaren SHE LOVES ME von Bock/Harnick zu versuchen. Leider hielt diese Tradition auch in den USA nicht lange an, aber sie begann mit einem durchschlagenden Erfolg, der sich seither im Repertoire der Opernbühnen der Welt hat halten können, jedenfalls für Kinder und zu Weihnachten, wenn mal ein Intendant partout nicht schon wieder HÄNSEL UND GRETEL geben will.

Der Auftrag für den Einakter erging an Menotti im Jahr 1951 von dem damaligen Leiter der Abteilung für neue Opern (!!!:I !!!) der NBC, nachdem dieser sich mit seiner Debütoper AMELIA AL BALLO sowie der Radiooper THE OLD MAID AND THE THIEF (1939), dem sehr erfolgreichen THE MEDIUM (1946), THE TELEPHONE (1947) und THE CONSUL (1950) einen Namen gemacht hatte. Nach langem Zögern entschied sich Menotti für eine Dramatisierung des im New Yorker Metropolitan Museum hängenden Gemäldes „Die Anbetung der Könige“ von Hieronymus Bosch, deren Libretto er selbst verfasste:


Die Komposition des Werkes zog sich aber derart hin, dass Menottis damaliger Lebensgefährte, der Komponist Samuel Barber, bei der Orchestrierung mithelfen musste, damit die Sänger ihre Noten wenigstens kurz vor der Erstausstrahlung erhielten. Damals wurde nämlich im Fernsehen noch alles live aufgeführt und ausgestrahlt. Die Fassung unter der Leitung von Thomas Schippers mit Chet Allen in der Rolle Amahls und Rosemary Kuhlmann als seine Mutter, die wir heute kennen, ist das lange verloren geglaubte, inzwischen aber wieder gefundene Kinescope der originalen Darbietung mit der von Menotti persönlich gesprochenen Einführung, einschließlich seiner, heute sehr ungewöhnlichen, Danksagung an den Regisseur und den Dirigenten (s. "http://www.youtube.com/watch?v=mrJG0jsm_9c&NR=1"

Obwohl der Auftrag dazu von einer Fernsehanstalt kam, konzipierte Menotti seine Oper für die Bühne, da er befürchtete, sie würde sonst nach einer einmaligen Ausstrahlung auf Nimmerwiedersehen im Archiv verschwinden. Tatsächlich aber war die Oper so erfolgreich, dass sie noch lange alljährlich zu Weihnachten und sogar Ostern neu aufgeführt und live gesendet wurde, bevor man sie aufzeichnete. 1978 entstand dann – teilweise vor Ort in Israel - die Farbversion mit Teresa Stratas, Robert Sapolsky als Amahl sowie Giorgio Tozzi, Willard White und Nico Castel in den Kostümen der drei Könige, aus welcher der oben verwiesene Ausschnitt stammt.

Die sehr farbige Musik ist enorm eingängig und gefällig, aber keineswegs so rückwärtsgewandt, wie sie auf Anhieb klingt. Kein Geringerer als Arturo Toscanini bescheinigte Menotti nach der Uraufführung, dass diese Oper das Beste sei, was er je komponiert habe, und es sollte Menotti auch nicht mehr gelingen an den Erfolg dieser Oper anzuknüpfen, obwohl er noch eine lange und erfolgreiche Karriere mit dem Achtungserfolg von THE SAINT OF BLEECKER STREET (1956) und ähnlichen Auftragsopern wie HELP, HELP, THE GLOBOLINKS vor sich hatte, mit der ihn der damalige Intendant der Hamburgeer Oper, Rolf Liebermann, beauftragte.

Bei den Aufnahmen des Werkes führt eigentlich kein Weg an den originalen Einspielungen mit Thomas Schippers vorbei, also neben der oben abgebildeten cd die DVD der Originalaufführung.



Leider sind beide von einer recht historischen Bild- und Tonqualität, wenn auch durchaus noch anseh- bzw. hörbar. Von daher möchte ich, solange es den Film mit Teresa Stratas nicht offiziell am Markt gibt, Anhängern eines zeitgemäßeren Klangbildes die Londoner Aufnahme mit Lorna Haywood unter der Leitung von David Syrus empfehlen.



Das spricht nicht gegen die enorm günstige Naxos-Aufnahme aus Nashville, Ich kenne sie nur nicht über die vielversprechenden Ausschnitte hinaus, die z. B. bei jpc zu hören sind.


Die Extras zu dieser Frage hatten wir ja gestern schon, so dass ich mit der Frage schließen kann, wie Euch diese zeitlose Oper gefällt, die man besonders gut, aber beileibe nicht nur zur gegenwärtigen Nachweihnachtszeit hören kann.

Riddleamus
Heike (04.01.2011, 21:19):
Damals wurde nämlich im Fernsehen noch alles live aufgeführt und ausgestrahlt.
Das müssen unglaublich aufregende Zeiten gewesen sein!

Lieber Riddleamus, ich kenne leider weder die A noch die B Lösung aus eigener Anschauung - aber wie du ja weißt, wird das alles abgespeichert! Von Chabrier habe ich ja schon dank deiner Werbung den "L´Etoile " kennengelernt - und dieser Stern gefiel mir ausnehmend gut, also wer weiß, vielleicht folgt da die nächste Entdeckung!
Heike
Rideamus (05.01.2011, 16:27):
Liebe Heike,

es würde mich natürlich freuen, wenn gerade meine Empfehlung Chabriers weiterhin auf fruchtbaren Boden fällt. Wirklich schade, dass es die Dutoit-Aufnahme nicht mehr gibt.

Vielleicht drängen sich aber auch noch TItel aus den kommenden Lösungen vor, zum Beispiel die

Nr. 7:

Ein vermeintlicher Spion preist einen des Feierns würdigen Tag in den buchstäblich höchsten Tönen

Diesmal suchen wir den Anfangsbuchstaben des Komponistennachnamens, sowie je eine Bravourarie aus einem anderen Jahrhundert für Männerstimmen mit Nennung eines vorbildlichen Interpreten der jeweiligen Arien.

Tipps:

Aller guten Dinge sind neun... – Armin Diedrich

Sozusagen ein Tiroler Jodler – Pavel

Zu einem vermeintlichen Spion würde es auch nicht passen, wenn er "Schaut her! Ich bin´s !" singen würde. – Athene

Der Mann ist enorm begeistert von seinem Beruf und seinem Familienstand und vermittelt das höchst eindrucksvoll! – Amelia Grimaldi

Die resolute Hauptdarstellerin, die den vermeintlichen Spion am Ende kriegt, jubiliert einen Gruß an Frankreich, so dass dieses Stück zeitweise als zusätzliche Nationalhymne galt. – Calisto

In dem Stück gibt's auch eine Duchesse, deren Name an ein Meerestier erinnert. Übrigens eine Rolle für im Alter und in der Stimme erheblich gereifte Sängerinnen, die hier ihr komödiantisches Talent ausspielen können und dabei oft arge Mätzchen machen.... – Amelia Grimaldi

Zitat von »Gurnemanz«: ... also vermutlich so'n italiänisches Belcanto-Geschmettere?
Nicht nur, zuerst ein französisches Belcantogeschmettere – Calisto

Es hat zwar nichts mit Kegeln zu tun, aber wenn Mann "alle neune" schafft, dürfte er in die erste Liga aufsteigen! – Heike

Mit Adoptivtöchtern hat man's nicht leicht, selbst bei multiplen Vätern, und wenn dann noch eine falsche Tante ins Spiel kommt und ein fescher Älpler von seinen Hormonen geplagt wird, wird's überhaupt kompliziert. – Severina

Dass eine Arie als Zugabe wiederholt wird, mag nicht so ungewöhnlich sein. An der Scala ist das aber 74 Jahren lang nicht passiert. Erst 2007 schaffte es ein Sänger, diese Tradition zu brechen - mit der hier gesuchten Arie – Nightrider

An und für sich geht es da militärisch zu, andererseits gehören zum Regiment manchmal nicht nur Soldaten – Waldi

Eine Marketenderin soll was Anständiges werden und darf deshalb keinen Jodeltiroler heiraten - Quasimodo

Der Komponist war auch schon mal - in einem seiner anderen Werke - dem Zaubertrunke zugetan (der wohl keiner war - oder doch?)- Gurnemanz.

Es war tatsächlich kein Liebestrank, sondern ein 2006er Chateau la fleur, St. Emilion Grand Cru A.C., falls es nicht doch ein Chateau Prieure-Lichine, Margaux A.C., 4ème Cru Classé war. Genaueres weiß ich leider nicht – Calisto

Château Chasse-Spleen, ma chère nymphe, Chasse-Spleen pour un petit rien ! Vraisemblablement - Quasimodo

Kurz darauf komponierte der Komponist des gesuchten Werkes eine weitere Oper, deren Protagonistin in der Vorlage jenen Namen hatte, den auch die Titelheldin der hier gesuchten Oper trägt. Die andere Protagonistin wurde allerdings unbenannt, angeblich, weil der Komponist von diesem Vornamen genug, hatte er doch schon vier weitere Opernheldinnen mit diesem Vornamen – Teresa Cellini

Der betreffende Komponist hatte auch was mit Elixieren zu tun – Armin 70

Ich glaube, so langsam klinget etwas bei mir...... das Werk erlebte vor nicht allzu langer Zeit ein ziemlich spektakuläres Revival mit einigen Star der heutigen Sängerszene- oder? Salut à la France! - Fairy Queen

Jo, das kann man so sagen, und der gallische Hahn krähte wohlwollend dazu! – Severina

Uniformierte kommen meist auf andere Weise zu Nachwuchs, aber in diesem Werk geht es anständig zu! – Miranda

Die Hauptperson in diesem Stück hat unzählige Väter (eher Ziehväter), aber nur eine Mutter, die sich zu Beginn als Tante ausgibt. Wenn man in meinem Tipp Nr. 161 das Weingeschwafel weglässt, hat man den Komponisten. – Calisto

Die Lösung: Gaetano Donizetti: Ah, mes amis, quel jour de fete aus LA FILLE DU RÉGIMENT Lösungsbuchstabe: D
s. http://www.youtube.com/watch?v=2WdFa6nPlyE

So kann es gehen: da wollte ich zur Abwechslung mal ein nicht französisches Stück erfragen, wählte ein spektakuläres italienisches – und landete prompt bei einer weiteren französischen Oper, wenn auch eine sehr italienischen Charakters. Ironischerweise hat sich nämlich ausgerechnet hier die französische Fassung durchgesetzt, obwohl die italienische eine ganze Reihe eigenständiger Elemente hat und keineswegs nur eine Übersetzung ist, wogegen Rossinis GUILLAUME TELL lange Zeit fast nur in der italienischen Übersetzung gegeben wurde. Das mag verstehen, wer will, mir fehlen da anscheinend Informationen, die mir das begreiflich machen.

Oder vielleicht ist es doch gar nicht so unverständlich, denn wer sich näher mit dem Buch und seinen Referenzen beschäftigt, landet unweigerlich im Vorfeld der späteren französischen Operette Offenbachs, auf die schon so eindeutig schweizerische Rollennamen wie „La Marquise de Berkenfield“ oder „La Duchesse de Crakentorp“ hinweisen. Eine gute Inhaltsangabe findet sich wieder mal bei unserem Opernpeter hier:
Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer

Ich hatte die Oper in meiner ersten Phase der Begeisterung für das Belcanto-Repertoire, die damals stark von Joan Sutherland geprägt war, in der klassischen DECCA-Einspielung kennen gelernt.



Sie ist auch heute noch spektakulär, obwohl ich inzwischen trotz tontechnischer Mängel die enorm unterhaltsame Live-Variante von der MET aus dem Jahr 1972 vorziehe.


Der spektakulär circensische Aspekt der Einspielung ist aber auch ein wesentlicher Grund, warum mich die Aufnahme damals, nach dem überwältigenden Eindruck z. B. von Sutherlands SONNAMBULA, enttäuschte und ich sie lange liegen ließ. Ich musste mich ganz offenbar erst in diese Oper, die ich nur mit dem Stimmzirkus identifizierte, den sie fraglos enthält, und deshalb nie besonders mochte, hineinhören. Ursprünglich erschien mir deshalb auch die Londoner Inszenierung Laurent Pellys als sehr gelungener, aber wenig werkgetreuer Versuch, das Werk in Richtung Offenbach zu retten. Erst mit dem Anhören anderer Vergleichsfassungen, die dieselbe Musik enthalten, aber nicht richtig zur Geltung bringen, wurde mir bewusst, dass Pelly das Werk gar nicht so sehr in Richtung Offenbach gedrängt, sondern ihn vielmehr darin gefunden hat.

Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr Offenbach, und zwar nicht erst in der GRANDE-DUCHESSE DE GEROLSTEIN, sondern schon in seinem Cellokonzert, das nicht von ungefähr als concert militaire bezeichnet wurde, das Vorbild Donizettis aufgegriffen hat um es konsequenter weiter zu führen als Donizetti es wollte oder konnte. Im Grunde muss man diese französisch freche Oper als eines der wichtigsten Vorbilder und frühes (also noch unausgegorenes) Beispiel der satirischen Operette ansehen. Bei genauerer Betrachtung ist es also doch kein Wunder, dass die diversen FIGLIA DEL REGIMENTO, die das Werk "nur" als eine hübsche buffa auf dem stimmlichen Hochseil verstehen, da nie ganz heran kamen und den Zugang zu mancher Qualität des Werkes verstellten. Das wird besonders deutlich in dieser Darbietung der Mailänder Scala von 1996 unter Donato Renzettis sorgsamer, aber wenig aufmunternder Stabführung mit Mariella Devia, einem großartigen Paul Austin Kelly, dessen Darstellung die Pavarottis und Florez’ noch übertrifft, wenn auch sängerisch nur annähernd erreicht, sowie Ewa Podles und Bruno Pratico als der beste Sulpice seit Corena, allerdings mit einem störend starken Akzent:



Diese DVD bietet zwar schon die französische Fassung in einer sehr achtbaren Aufführung. Franzo Zeffirellis Ausstattung und Filippo Crevellis Regie sind aber noch sehr den Überlieferungen der italienischen Buffa verhaftet. Damit ist diese Oper jedoch Donizettis Meisterwerken in dem Genre, L’ELISIR D’AMORE und DON PASQUALE, klar unterlegen, denn sie vermag nicht die Langeweile zu überbrücken, die das Werk all zu leicht provoziert, wenn es nicht durchweg auf höchstem Niveau dargeboten wird. Das gilt zwar meiner Meinung nach auch für die französische Fassung, aber Sutherland und Pavarotti sorgten, in Verbindung mit einer offensichtlich funktionierenden Komödienregie, in der Live-Aufnahme von der MET dafür, dass das Publikum vor Begeisterung aus dem Häuschen geriet und Pavarotti mit seinen neun heraus geschmetterten, hohen Cs von dem Tag an ein Weltstar war, wie hier verständlich wird: „
http://www.youtube.com/watch?v=i11uJrQyaUw“

Nicht nur, weil Florez diese Leistung als Erster wieder erreichte und, anders als Pavarotti, sogar an der Scala zu einem mörderischen Da Capo gedrängt wurde, bleibt aber für mich diese Inszenierung mit ihren Stars Nathalie Dessay und Juan Diego Florez das Maß aller Dinge:



Pelly und erst recht seine überragenden Solisten verkürzen den Abstand zu Donizettis Meisterwerken ganz erheblich, weil sie auch auf der visuellen Ebene eine Spitzenleistung bieten. Das gilt besonders für die Wiener Aufführung. Dessay, Florez und Abel noch mehr als der bravere Campanella in London gaben dort eine Lehrstunde in perfektem Belcanto, die so bald nicht übertroffen werden dürfte, wenn überhaupt. Dagegen sind die Auftritte Montserrat Caballés in Wien und Felicity Palmers in London zwar ebenfalls unterhaltsam, aber doch eher gekonnte Boulevardroutine. Nur, um Lichtenberg zu variieren: wenn ein Werk und ein Regiekonzept zusammentreffen, und es wirkt albern, dann muss es nicht am Regisseur liegen. Die Londoner DVD ist fraglos die kommerziell (noch sehr günstig!) verfügbare Aufführung, die man erwerben sollte, aber die Aufzeichnung für das Opernpantheon unsterblicher Aufführungen ist eindeutig die Wiener, in der Marcello Alvarez sogar Bruno Práticos Sulpice noch übertrifft. Wer irgend kann, sollte sie mitschneiden oder sich verschaffen, denn sie markiert einen deutlichen Fortschritt gegenüber der ohnehin schon sehr guten Londoner Aufführung. Wer nach der Ansicht dieser zum Glück auch technisch bestens gelungenen Aufzeichnung nicht begeistert ist und keine gute Laune hat, dem ist wohl wirklich nicht mehr zu helfen.

Wiederum sehr spannend fand ich Eure Nominierungen der männlichen Pendants zu den Bravourarien, denn so viele Beispiele, die sich ausschließlich an den geläufigen Gurgeln männlicher Protagonisten orientieren, gibt es nach dem Barock, wo sie fast ausschließlich Kastraten zugedacht waren, gar nicht mehr. Jedenfalls glaubte ich das bis vor Kurzem. Um so beachtlicher und manchmal auch überraschend, fand ich Eure Funde, die Ihr bestimmt noch ergänzen könnt, nachdem Ihr nachfolgend auf die Spur gesetzt werdet.

Extras:
17. Jh
Monteverdi: Poppea - Delibero e risolvo! - Eric Tappy

18. Jh
Gluck: Orpheus und Eurydike – Ach ich habe sie verloren – Waldemar Kmentt
Händel: Rodelinda - Vivi, tiranno - Russell Oberlin
Händel: Serse - Crude furie – Fritz Wunderlich
Mozart: Idomeneo - Fuor di mar - Leopold Simoneau
Mozart: Entführung – Solche hergelauf’nen Laffen – Kurt Moll, Ezio Pinza
Mozart: Entführung – Oh wie will ich triumphieren – Kurt Moll
Mozart: Don Giovanni - Fin ch'han dal vino - Cesare Siepi

19. Jh:
Adam: Le Postillon de Lonjumeau - Freunde vernehmet die Geschichte - Nicolai Gedda, Josef Traxel
Bellini: I Puritani – A te o cara – Juan Diego Florez
Bizet: Carmen – Votre toast – Ruggero Raimondi
Glinka: Ein Leben für den Zaren - Arie des Sobinin – Nicolai Gedda
Gounod: Faust – Salut! Demeure chaste et pure – Giuseppe di Stefano
Meyerbeer: Les Huguenots – Plus blanche que la blanche hermine – Nicolai Gedda
Ponchielli: La Gioconda – Cielo e mar – Franco Corelli
Rossini: Il barbiere di Siviglia - Largo al factotum - Leo Nucci, Hermann Prey
Rossini: Guglielmo Tell - Non mi lasciare, o spema di vendetta - Juan Diego Flórez
Rossini: Guglielmo Tell - O muto asil - Alfredo Kraus
Thomas: Le Caid – Air du Tambour-Major – Pol Plancon, Samuel Ramey
Verdi: Rigoletto - La donna è mobile – Enrico Caruso
Verdi: I Vespri Siciliani – O tu Palermo – Ruggero Raimondi

20.Jh
Künneke: Die große Sünderin – Das Leben des Schrenk - Helge Rosvaenge, Fritz Wunderlich
Lehar: Das Land des Lächelns - Dein ist mein ganzes Herz – Fritz Wunderlich
Puccini: Tosca - E lucevan le stelle - Jonas Kaufmann, Franco Corelli
Puccini: Turandot - Nessun dorma – Luciano Pavarotti, Jussi Björling
Strauss: Der Rosenkavalier - Di rigori armato - Anton Dermota, Luciano Pavarotti

Riddleamus
Rideamus (07.01.2011, 02:25):
Bei Festen kann man immer feste essen, sobald es zu Tische geht. Wenn das Essen gut war und zudem nichts gekostet hat, kann einem direkt (schon wieder) zum Jodeln zumute sein.

Muss ich noch sagen, dass mindestens Komponist und Werktitel wesentliche Bestandteile einer richtigen Antwort sind? Ansonsten geht es wieder um einen Doppelbuchstaben, und zwar in der Ortsbeschreibung des Titels. Und natürlich werden hier Extrapunkte für weitere Musikstücke ums Essen vergeben.

Tipps:

Köttbullar meets Feijoada bei Foie gras. – Emotione

Das Werk ist nicht die Operette "Der Fremdenführer" von Ziehrer und die Wiener Staatsoper kommt ebenfalls nicht vor. Nichtsdestoweniger geht es um die Abenteuer eines reichen Touristenehepaars. – Teresa Cellini

Wenn eine Handschuhmacherin Witwe wird, geht halt ihr fröhliches Temperament durch, zumal es mit der Witwenschaft nicht so weit her ist. – Waldi

Mit dem Doppelbuchstaben sollte man sich schon an den Originaltitel halten und nicht an die deutsche Übersetzung – Pavel

Ein rauschendes Fest jagt das nächste! Ausländer erliegen auch gerne der "typischen Atmosphäre" einer bestimmten Stadt. Das kann sich aber ganz schnell als Trugbild herausstellen - Calisto

Bei dieser sehr personalreichen musikalischen Komödie glauben ahnungslose Schweden, bei der "Tyrolienne", also dem Jodellied der lustigen Witwe, handle es sich um ein für den Ort der Handlung typisches Volkslied, obwohl das Werk beileibe nicht in den Bergen spielt, sondern in einer Großstadt - oder Insel, je nachdem. Besonders apart wird es, wenn die "Tyrolienne" von einer eigentlich schwedischen Sängerin gesungen wird, wie bei einem besonders schönen Youtube-Video – Areios

Also in diesem Stück wird die Verkleidungskunst groß geschrieben Der Komponist ist eigentlich eine rheinische Frohnatur (so wie ich auch), hat aber die meiste Zeit seines Lebens in der Stadt mit dem besonderen Flair verbracht.
- Calisto

Beim gesuchten Werk handelt es sich nicht um den "Tod in Venedig", ganz im Gegenteil! – Amelia Grimaldi

Der Vater des gesuchten Komponisten nahm den Namen seiner Geburtsstadt an, die am Main liegt. Der Sohn trug den Namen natürlich auch – Calisto

Trotz des Jodelns sind weit und breit keine eisigen Höhen in Sicht - nur sehr bescheidene Hügel. - Miranda

Die Lösung: Je suis veuve d’un colonel... À table – Finale des zweiten Aktes der Operette LA VIE PARISIENNE von Jacques Offenbach
s. http://www.youtube.com/watch?v=qx3I00YVi2A%E2%80%9C

Mit seinem Tipp, dem man nur beipflichten kann, meinte Areios wohl den von mir soeben nachgewiesenen Clip mit Anne Sofie von Otter, der zwei Dinge belegt: Auch Skandinavierinnen können hervorragend jodeln, und die Welt der Musik war Mitte des 19. Jahrhunderts von dieser volkstümlichen Musikform universell fasziniert, denn man findet sie nicht nur mehrfach bei dem Deutschfranzosen Jacques Offenbach, sondern sogar im schottischen Hochland in Rossinis LA DONNA DEL LAGO, dort allerdings nur im Orchester. Als Ausdruck von schierer Glückseligkeit bleibt allerdings diese Nummer aus Offenbachs klassischer Operette unübertroffen.

Wenn man an Offenbach-Operetten denkt, so fallen den meisten zunächst einmal seine klassischen Parodien ein, seien es die auf die alten Griechen, das Märchen vom Blaubart oder das moderne Militär. In einem seiner Meisterwerke aber wandte er sich direkt an sein Zielpublikum, die Touristen, die in Scharen Paris und seine Weltausstellungen besuchten und dort nach Strich und Faden von Einheimischen ausgenommen wurden. Das ist zuweilen so dicht an der Wahrheit, dass es dem Zielpublikum leicht unangenehm gewesen wäre, hätte sich Offenbach nicht gerade für dieses Stück einige seinerzündendsten Melodien einfallen lassen. Das hier erfragte, urkomische Klagelied der falschen Witwe eine Obristen, die in Wahrheit eine Handschuhverkäuferin ist, gehört ebenso dazu wie das anschließende Finale des Zweiten Aktes dieser Operette, das nur einer von zahllosen Höhepunkten des Werkes ist. Speziell zum Thema Essen und Trinken hätte ich auch das Finale des dritten Aktes auswählen können, wie man in Laurent Pellys köstlicher Inszenierung hier sehen kann: http://www.youtube.com/watch?v=1bj7LsIRvYg&feature=related

Aber ich fange besser am Anfang an, denn gerade diese Geschichte ist eine der besten, die Offenbach komponiert hat, wie man Opernpeters ulkiger Version entnehmen kann: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p78588-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post78588. Schärfer ist nämlich selten die Hoffart, Vergnügungssucht und Bigotterie des Publikums kritisiert worden als in diesem Spiegelbild einer reichlich verkommenen Gesellschaft. Das allerdings sollte man in einer Inszenierung nicht zu scharf überzeichnen, da das sorgfältig gewahrte Gleichgewicht des Librettos sonst kippt und der Musik widerspricht, die trotz allem eminent gut gelaunt daher kommt. Wenn man nämlich, und das ist eine Lehre, die von Offenbach-Regisseuren leider immer wieder ignoriert wird, nicht auch das Vergnügen vermittelt, das die jeweils kritisierte Gesellschaft durchaus auch erlebt, geht auch die Satire ins Leere und wirkt nur noch verbittert.

Die drei besten Umsetzungen des Stückes wissen das zum Glück zu berücksichtigen und bereiten dem p.p. Publikum daher, jede auf ihre Art, sehr viel Vergnügen. Rein akustisch gilt dies für Michel Plassons Aufnahme mit Régine Crespin, die in der Rolle der einst von Hortense Schneider kreierten Metella der Aufnahme etwas gibt, das die beiden DVDs vermissen lassen: einen veritablen Star im Zentrum. Wer seinen Offenbach also lieber nur hören will, ist mit dieser Aufnahme, die flott genug, wenn auch nicht unbedingt die humorvollste ist, bestens bedient:



Ausnahmsweise gibt – oder besser, gab - es für das PARISER LEBEN übrigens auch eine sehr annehmbare deutsche Fassung, wenn man Offenbach partout in einer Übersetzung hören möchte. Sie ist mit Lisa Della Casa, Ingeborg Hallstein, Ferry Gruber, Rudolf Schock und sogar Peter Alexander mehr als akzeptabel besetzt und wird von Franz Allers mit dem nötigen Schwung geleitet. Allerdings kann auch er nichts daran ändern, dass die schwerfällige deutsche Sprache mit der Musik nicht mithalten kann, was besonders an den Couplets des Brasilianers zu Beginn stört, wie man kurz hören kann, sobald das instrumentale Nachspiel einsetzt, aber leider nicht nur dort. Dennoch ist dies eine der besten deutschen Offenbach-Aufnahmen, die ich kenne. Mittlerweile gibt es wohl nur noch einen Querschnitt dieser Gesamtaufnahme, aber vielleicht reicht das ja auch.



Wie immer, besonders bei Offenbach, plädiere ich aber dafür, das Stück nicht nur zu hören, sondern möglichst auch in einer guten Inszenierung zu sehen, und diesmal gibt es nicht nur die von Laurent Pelly, sondern auch eine zweite, ebenfalls aus Lyon, die eine ernst zu nehmende Konkurrenz ist. Fangen wir mit der an:



Der Regisseur Alain Françon wartet in dieser Lyoner Inszenierung von 1991 mit einer Fülle undemonstrativer, aber um so wirkungsvollerer Gags auf, und Jean-Yves Ossonce leitet sein Ensemble, in dem vor allem Hélène Delavault als Metella und Isabella Gazin als Handschuhverkäuferin Gabrielle, aber auch Jacques Verzier als Bobinet zu gefallen wissen, mit viel Schwung und Esprit. Leider hat Arthaus das Werk auf zwei DVDs verteilt und entsprechend kostspielig taxiert, so dass die Aufnahme kaum konkurrenzfähig ist. Wirkliche Liebhaber des Komponisten und seiner besten Inszenierungen sollten und werden sich jedoch davon nicht abschrecken lassen, denn viel teurer als eine einzige MET-Aufführung im Kino ist sie auch wieder nicht.

Aber nicht nur der zumindest derzeit äußert günstige Preis, auch die Inszenierung spricht letztlich doch für die Inszenierung Laurent Pellys, der das Stück ohne nennenswerten Verlust an Authentizität in das Paris der Gegenwart versetzt und folglich am Flughafen beginnen lässt. Gelegentlich geht mir die moderne Kostümierung dann doch etwas weit, weil der Holzhammer oft zu nahe hängt, aber die eigentliche Schwäche dieser DVD im Vergleich zu den klassischen Offenbach-Pellyaden ist das Fehlen einer zentralen charismatischen Person wie Nathalie Dessay oder Felicity Lott, die das Ganze zusammen hält. Marie Devellereau als Metella ist zwar keineswegs schlecht, aber es fehlt ihr schlicht die dominante Ausstrahlung, die eine Metella braucht um als die Legende überzeugend zu sein, als die sie schon zu Beginn präsentiert wird. Dennoch wird niemand, dem das Genre gefällt, von der DVD enttäuscht sein, zumal die Herrenbesetzung mit Laurent Naouri an der Spitze beileibe nicht zu verachten ist.



Eher abzuraten ist dagegen von dem Fernsehmitschnitt unter Marc Soustrot aus Genf, der auf dem grauen Markt angeboten wird. Jerome Savary, der einst zu Recht als einfallsreich galt, hatte da schon länger ein Stadium erreicht, in dem er sich nur noch selbst wiederholt und vergeblich versucht, mit immer mehr Aufwand und endlosen Can-Cans, die er wie dümmliche Pleonasmen darbietet, seine totale Einfallslosigkeit zu überspielen.

Wiederum sehr hübsch und oft sehr überraschend fand ich Eure Nominierungen der Werke, die sich um das Essen drehen. Mit dem Abendmahl hatte ich in dem Zusammenhang zwar nicht gerechnet, aber passend ist natürlich auch das. Ich zitiere mal ungeprüft, was Ihr mir angeboten habt

Extras:

J. S. Bach u. v. a. Passionen (Das letzte Abendmahl)
Beethoven: Fidelio (Euch werde Lohn)
Benatzky: Im weißen Rössl (Aber meine Herrschaften)
Lennox Berkeley: A dinner engagement.
Friedrich Cerha: Baal
Eisler: Die Mutter – Das Lied von der Suppe
Eisler: Die Tage der Commune – Resolution der Kommunarden
Giordano: La cena delle beffe
Henze: Der junge Lord (2. Akt)
Henze: Pollicino
Heuberger: Der Opernball (sowohl im Chambre séparée, als auch am nächsten Morgen bei den Duménils)
Paul Hindemith: Das lange Weihnachtsmahl (richtig. Auch hier passt es)
Humperdinck: Königskinder
Künneke: Der Vetter aus Dingsda („Noch ein Gläschen Bordeaux?)
Millöcker: Der Bettelstudent (Bronislawa!)
Monteverdi: Il ritorno d’ulisse in patria (Arie des Io)
Mozart: La Betulia liberata (Holofernes’ Festmahl)
Mozart Don Giovanni (Festmahl-Finale: Gia la mensa e preparata)
Mozart: Die Zauberflöte (Papageno!)

Orff: Carmina Burana
Puccini: La Boheme (1. und 2, Akt)
Puccini: Tosca (2. Akt)
Raymund: Saison in Salzburg (Salzburger Nockerln)
Rossini: La Cenerentola (Finale 2. Akt)
Gioacchino Rossini: L'Italiana in Algeri – Papataci mangia e taci)
Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk (Pilzgericht)
Strauß: Die Fledermaus
Strauß: Der Zigeunerbaron (Ja, das Schreiben und das Lesen)
Verdi: Macbeth (Si colmi il calice).
Wagner: Der Fliegende Holländer (He! Seeleut'! Seeleut'! Wacht doch auf! Wir bringen euch Speise und Trank zu Hauf!)
Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Erstens, vergesst nicht, kommt das Fressen)
Weill: Die Dreigroschenoper – Denn wovon lebt der Mensch

:hello Riddleamus
Rideamus (07.01.2011, 06:15):
Manche Ratefreunde laufen nicht nur sehr beständig, sie treffen auch alles. Sinnvollerweise genau während der Übertragung desa Biathlon-Weltcups der Damen am Dreikönigstag lieferte

MIRANDA

auch die richtige Antwort auf die bis dato übersehene Zusatzfrage Nr. 16 nach und schloss damit, nachdem sie schon alle wesentlichen Fragen richtig beantwortet hatte, auch noch zum Kreis derer auf, die mit 122 Punkten die erreichbare Maximalzahl erreichten.

Für diese Leistung und Beständigkeit gebührt ihr unsere größte Hochachtung.

:times10 :down :down :down:leb :times10 :leb :down :down :down :times10 Rideamus
Heike (07.01.2011, 09:37):
Wiederum sehr hübsch und oft sehr überraschend fand ich Eure Nominierungen der Werke, die sich um das Essen drehen. Mit dem Abendmahl hatte ich in dem Zusammenhang zwar nicht gerechnet, aber passend ist natürlich auch das.
Bei Humperdinck nominiere ich mal "Hänsel und Gretel" nach - schließlich dreht es sich da auch ums Essen, ich sage nur knusper knusper knäuschen .....
Heike
Rideamus (07.01.2011, 12:39):
Wir bleiben beim Essen oder jedenfalls bei einer lobenden Beschreibung eines köstlich erquickenden Erlebnisses durch zwei Vertreter einander nahe stehender und deshalb gerne auch verfeindeter Berufsstände in einem Werk, das die meisten dem Titel nach gut, sonst aber gar nicht kennen. Was schade ist.

Gesucht wird der Doppelbuchstabe in einem der Nachnamen des Komponisten. Außerdem gibt es hier Extrapunkte Musikstücke um Getränke

Tipps:

Der Dialog zwischen den beiden Protagonisten: "Sie sind ein Charlatan, Ein Ignorant! ... Ein Schrecken für Gesunde, ein... für die Hunde!" "Das spricht der Neid aus Ihnen, es zeigen Ihre Mienen!" – Armin Diedrich

Der betreffende Komponist komponierte einige Werke, die zu ein und derselben Gattung gehören, über Verwandlungen, die ein antiker Poet verfasste. Da geht es u. a. um die Transformationen von Landwirten zu Amphibien... – Armin70

Zu möglichen oder unerwünschten Nebenwirkungen dieser Frage, wenden sie sich an einen der beiden Protagonisten – Pavel

In dem nächtlichen Durcheinander wird einem betrunkenen Kriegsveteranen das Holzbein entwendet. Außerdem spielt der Standesdünkel in dem gesuchten Stück eine große Rolle – Calisto

Der Berliner würde über den Komponisten sagen: "Ditt is ja 'n doller Name, fast so schön wie bei Dittsche" – Heike
... und auf der Autobahn von Berlin nach München fährt man an dittem "Dorf" vorbei. – Rideamus
Eine Oper des gesuchten Komponisten trägt den in seiner Schlichtheit umwerfenden Titel: "Eine Oper". – Nightrider

Ein wenig erinnert einer der beiden Herren, nach denen das Werk benannt ist, an gewisse Bürger bei Albert Lortzing – Teresa Cellini

Unter den Werken des gesuchten Komponisten, der übrigens von Geburt Wiener war, finden sich auch "Die Hochzeit des Figaro" und "Die lustigen Weiber von Windsor". Im Foyer der Wiener Oper kann man seine Büste nebst einer Illustration der gesuchten Oper sehen (eigentlich sollte an diesem Platz ein Bellini-Porträt angebracht werden, doch entschied Kaiser Franz Joseph auf Grund einer Intervention des Malers Moritz v. Schwind persönlich über den Wechsel. Der arme Bellini wurde ins Buffet abgeschoben, wo seine Büste im 2. Weltkrieg ex ging). Jetzt braucht Ihr nur noch im Opernbuch von 1972 nachlesen und habt die Lösung! – Waldi

Die Uraufführung von Nr. 9 fand rund 80 Jahre vor der von Nr. 8 statt. Auch wurde der Komponist von Nr. 9 etwa 80 Jahre vor dem von Nr. 8 geboren. Zudem erreichten beide Herren jeweils das gleiche Alter, ungefähr jedenfalls (seinen 60. Geburtstag erlebte nur einer von beiden). – Gurnemanz

Kein Wunder, dass Vertreter dieser Stände den Weingenuss propagieren - das bringt Kunden - Miranda]

Die Lösung: Carl Ditters von Dittersdorf: Oh wie herrlich, oh wie labend (Doktor und Apotheker) Lösungsbuchstabe: T

Leider gibt es auf YouTube keinen Clip dieses hübschen Quintetts, so dass ich nur über diese (schwedisch gesungene) Arie aus seiner Oper „Die Opera buffa“ (http://www.youtube.com/watch?v=M7owypJzoX0) einen Eindruck von der musikalischen Welt des Komponisten Carl Ditters von Dittersdorf vermitteln kann, die heute leider weitgehend der Vergessenheit anheim gefallen ist. Die fast einzige Ausnahme unter seinen über 30 Opern ist das hier nachgefragte Singspiel, das zumindest an kleineren und Amateurbühnen auch heute noch gelegentlich aufgeführt wird und für das Talent dieses Komponisten zeugt, der mit Mozart nicht nur gerne den Librettisten gemeinsam gehabt hätte (Gottlieb Stephanie d. J. schrieb bzw. stahl von einem gewissen Herrn Bretzner, von dem später das Libretto zu Dittersdorfs oben zitierter, aber nie aufgeführter OPERA BUFFA stammte, bekanntlich auch das Libretto der ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL).

Wie viele begabte Memoirenschreiber jener Zeit (man denke an Lorenzo da Ponte) neigte auch der 1739 als Johannes Carl Ditters in Wien geborene Komponist zur Selbstüberschätzung, wozu sein phasenweise großer Erfolg als Geigenvirtuose und Komponist beitrug, der zeitweise sogar den Mozarts übertraf, zur Selbstüberschätzung. Posthum führte das dann dazu, dass sein Schaffen über Gebühr und all zu pauschal abgewertet wurde. Neben dem DOKTOR kenne ich noch drei italienische Opern des umtriebigen Komponisten, der sogar Haydn an der Zahl sener Symphonien übertraf. Sie sind sicher nicht durchweg zeitlose Meisterwerke, es aber sehr wohl wert, gelegentlich auf den Prüfstand der Repertoirefähigkeit gehoben zu werden: ARCIFANO, RE DE MATTI und LA CONTADINA FEDELE wurden u. a. von Joseph Haydn in Esterhazy aufgeführt und stehen dessen eigenen Opern kaum nach. Ob dies auch für IL BARONE DI ROCCA ANTICA gilt, von dem es sogar eine ungarische DVD gilt, vermag ich leider (noch) nicht zu sagen, denn ich habe sie mir noch nicht vollständig ansehen können. Ein erster Eindruck hat mir nämlich zwar gefallen, mich aber auch nicht gerade überwältigt, denn was hier erklingt, ist eher gefällige Routine als im Wortsinne außerorentliche Inspiration.

Das nach einer französischen Vorlage geschriebene Singspiel DOKTOR UND APOTHEKER (Stephanie nannte es eine „deutsche komische Oper) lernte ich erstmals als Gymnasiast in einer durchaus beachtlichen Aufführung des damaligen Musikzweiges meines Gymnasiums kennen. Dass dies möglich war, spricht nicht nur für die damals noch beneidenswerten Möglichkeiten des Gymnasiums, sondern (wahrscheinlich auch dank einiger Vereinfachungen der Partitur) gleichfalls für die relativ einfachen Anforderungen dieser hübschen Oper, die als Vorbild nicht nur Lortzings und der Singspiele des deutschen Biedermeiers, sondern auch der späteren Wiener Operette gelten kann. Nicht von ungefähr wurde sie ja auch in Wien uraufgeführt.

Die Erzählung der Handlung der Oper erspart mir wieder einmal unser Opernpeter, und zwar hier:
Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer. Da lässt sich auch leicht erkennen, wie ehrwürdig schon damals das Handlungsmuster dieser musikalischen Komödie um vergebliches Machtstreben ausgeblasener Väter war, das man spätestens seit Molière kannte, und dem man bis hin zu mindestens Wolf-Ferraris DIE VIER GROBIANE (von zahllosen Boulevardkomödien ganz zu schweigen) immer wieder begegnen kann. Aber das schadet nicht. Wie jeder Fernsehredakteur weiß, liebt das Publikum nichts zuverlässiger als das, was es ohnehin schon lange kennt und mag.

Der mangelnden konkreten Bekanntheit des Werkes entspricht das magere Angebot seiner Einspielungen. Neben einem lange vergriffenen Querschnitt der Salzburger Camerata Academica unter Uli Wieder kenne ich nämlich nur James Lockharts Gesamteinspielung, die dem Werk aber vollauf gerecht wird und jedem, der sich für das Hauptwerk dieses Komponisten interessiert, gerne empfohlen sei.



Bei den Extranominierungen von Opern und Musikstücken um Getränke hätte man natürlich die meisten in der vorigen Frage genannten Werke um das Essen erneut aufführen können, aber Ihr wart so freundlich, Euch weitestgehend auf neue Nominierungen zu beschränken. Hier sind sie denn, wobei uns allen sicher bewusst ist, dass die Zahl der Trinklieder damit noch lange nicht ausgeschöpft ist. Vielleicht findet sich ja jemand, der hierzu mal einen Thread aufmacht.

Extras:
J. S. Bach: Kaffeekantate - Ei! wie schmeckt der Coffee süße

Beethoven: Trinklied beim Abschied zu singen-Erhebt das Glas mit froher Hand

Beethoven: Punschlied - Drum trinken alle hocherfreut

Ralph Benatzky: Im weißen Rössl – Erst wann’s aus wird sein

Alban Berg: Der Wein; Konzertarie für Sopran/Tenor und Orchester

Jacques Brel: La bière ("Ça sent, la bière, de Londres à Berlin. Ça sent la bière, Dieu qu'on est bien.)

Joseph Bullinger: Dämona, das Höckerweibchen - Ein Humpen voll Weinel",

Donizetti: L’elisir d’amore – Dell’elisir mirabile

Donizetti: Lukrezia Borgia – Il segreto per esse felice

Eysler: Die gold'ne Meisterin - Fein, fein schmeckt uns der Wein

Friedrich von Flotow: Martha – Lasst mich Euch fragen (Das ist das kräftge Elixir, das ist das säftge Porterbier)

Charles Gounod: Faust – Vin ou bière

Werner Heymann: Der Kongress tanzt – Wien und der Wein

Eduard Künneke: Der Vetter aus Dingsda - Noch ein Schlückchen Bordeaux?

Franz Lehar: Das Land des Lächelns - Bei einem Tee en deux

Frederick Loewe: My Fair Lady - Get me to the church on time

Albert Lortzing: Undine - Es ist der Wein, es ist der Wein, zur Freude uns gegeben / Im Wein ist Wahrheit nur allein!

Albert Lortzing: Der Wildschütz – Durch Liebe, Sang und Wein (kehrt die Freude bei mir ein) aus der Arie: Heiterkeit und Fröhlichkeit

Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana - Viva il vino spumegante / Mama, quel vino e generoso

Wolfgang A.Mozart: Don Giovanni - Fin ch'han del vino calda la testa / Eccellente Marzemino

Mozart: Die Entführung aus dem Serail – Vivat Bacchus

Otto Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor – Ihr liebt den Sekt/ Als Büblein klein

Sigmund Romberg: The Student Prince – Drink! Drink! Drunk!

Rossini: Le Comte d’Ory - Près de vin de Tourain, je vois ceux d'Aquitaine

Smetana: Die verkaufte Braut - Wie schäumst du in den Gläsern

Johann Strauß: Die Fledermaus - Im Feuerstrom der Reben

Johann Strauß : Wein, Weib und Gesang

Johann Strauß: Der Zigeunerbaron – Trinkt mit mir den Werberwein

Ambroise Thomas: Hamlet - O vin, dissippe la tristesse

Verdi: La Traviata - Libiamo ne' lieti calici...

Giuseppe Verdi: Falstaff – Ber del vino dolce

Vincent Youmans: Tea for Two

Riddleamus
Severina (07.01.2011, 20:49):
Original von Rideamus
Nr. 7:

Ein vermeintlicher Spion preist einen des Feierns würdigen Tag in den buchstäblich höchsten Tönen


Nicht nur, weil Florez diese Leistung als Erster wieder erreichte und, anders als Pavarotti, sogar an der Scala zu einem mörderischen Da Capo gedrängt wurde, bleibt aber für mich diese Inszenierung mit ihren Stars Nathalie Dessay und Juan Diego Florez das Maß aller Dinge:



Pelly und erst recht seine überragenden Solisten verkürzen den Abstand zu Donizettis Meisterwerken ganz erheblich, weil sie auch auf der visuellen Ebene eine Spitzenleistung bieten. Das gilt besonders für die Wiener Aufführung. Dessay, Florez und Abel noch mehr als der bravere Campanella in London gaben dort eine Lehrstunde in perfektem Belcanto, die so bald nicht übertroffen werden dürfte, wenn überhaupt. Dagegen sind die Auftritte Montserrat Caballés in Wien und Felicity Palmers in London zwar ebenfalls unterhaltsam, aber doch eher gekonnte Boulevardroutine. Nur, um Lichtenberg zu variieren: wenn ein Werk und ein Regiekonzept zusammentreffen, und es wirkt albern, dann muss es nicht am Regisseur liegen. Die Londoner DVD ist fraglos die kommerziell (noch sehr günstig!) verfügbare Aufführung, die man erwerben sollte, aber die Aufzeichnung für das Opernpantheon unsterblicher Aufführungen ist eindeutig die Wiener, in der Marcello Alvarez sogar Bruno Práticos Sulpice noch übertrifft. Wer irgend kann, sollte sie mitschneiden oder sich verschaffen, denn sie markiert einen deutlichen Fortschritt gegenüber der ohnehin schon sehr guten Londoner Aufführung. Wer nach der Ansicht dieser zum Glück auch technisch bestens gelungenen Aufzeichnung nicht begeistert ist und keine gute Laune hat, dem ist wohl wirklich nicht mehr zu helfen.

Riddleamus

Diese Frage war natürlich quasi ein Heimspiel für mich, war ich doch in allen 9 Aufführungen (Ja, ja, ich weiß, ich spinne :D ) der Wiener Serie, die unser Riddle völlig Zu Recht als der Londoner überlegen bezeichnet.
Nur eine kleine Korrektur: Marcello Alvarez hätte mit dem Sulpice wohl seine Probleme gehabt, den sang natürlich sein Baritonkollege Carlos Alvarez! :D
Im Übrigen ist das eine Oper, die auf der Bühne wohl wirklich nur mit zwei Stars funktioniert, und die hatten wir mit Dessay und Flórez gottlob.

lg Sevi :hello
Rideamus (08.01.2011, 13:30):
Liebe Severina,

so viele Besucher einer einzigen Inszenierung, das ist wirklich rekordverdächtig. Diesem Enthusiasmus habe ich leider nur meine weiteren Fragen und Lösungen entgegen zu setzen.

Zum Beispiel die Nr. 10:

Kommen wir zu einem anderen Grund zu feiern, der Liebe. In diesem besonders hübschen Auftrittslied berichtet eine Frau von einer Liebe auf den ersten Blick, der ihr Herz sofort zum Schlagen brachte. Zu dumm, dass sie eine Bürgerliche ist.

Diesmal suchen wir den zweiten Buchstaben des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung weiterer musikalischer Werke, die denselben Nachnamen führen wie die Heldin des Werkes - egal, in welcher Schreibung oder Sprache, ob weiblich oder männlich.

Tipps:
Das Stück ist weder eine Operette noch ein Musical (Rideamus)

Nee, nee, das Stück ist gar nicht lustig. Es fängt zwar so an, geht aber dramatisch weiter und endet ganz besonders tragisch: Die literarische Vorlage (mit anderem Namen) gehört zum Standardrepertoire an deutschen Schulen – Nightrider

"Dero Herr Sohn haben ein Aug auf meine Tochter; meine Tochter ist zu schlecht zu Dero Herrn Sohnes Frau, aber zu Dero Herrn Sohnes Hure ist meine Tochter zu kostbar, und damit basta! - Ich heiße **." - Heike

Der Dichter der Vorlage war beim Komponisten besonders beliebt, obschon er

dessen Sprache nicht beherrschte - viermal hat er ihn vertont! – Quasimodo

Auch wenn eine Limonade frisch ist, kann sie manchmal matt schmecken – Calisto

... und nicht einmal anständige Limonade kann das Mädl zubereiten! Die ihre schmeckt schal, kein Wunder, dass der amante da nachwürzen muss. - Severina

1976 wurde eine andere Vertonung des Dramas in Wien uraufgeführt – Pavel

Der Komponist aus sonnigem Land verkomponierte gerne Dichter und Denker. U.a. auch einen Dichter aus unserem Land - Calisto


Auch Greenhorns unter den Opernliebhabern kennen ihn... – Pavel

Unser Komponist hat sich an mehreren Dichtern "vergriffen". Der Dichter unserer Vorlage ist nicht Shakespeare, sondern der andere, der außerdem auch aus einem anderen Land stammt – Amelia Grimaldi

Meine jetzigen Überlegungen führen mich zu einem Stück in dem ein Wurm eine Rolle spielt, das als Theaterstück ursprünglich praktisch genauso hieß wie die Oper und dessen Komponist nicht gewerkschaftlich engagiert ist. Das mit der Limonade verstehe ich nicht so ganz, da stehe ich noch auf der Leitung – Erzherzog

Manchmal kann eine Limonade zum Tode führen. Jedenfalls in einem bürgerlichen Trauerspiel – Calisto

Und nicht jeder Wurm muss an einem Angelhaken hängen... – Amelia Grimaldi

Na, immerhin war (der Komponist) politisch interessiert - ob er mit den Grünen sympathisierte? – Gurnemanz

Das Auftrittslied der gesuchten jungen Dame ist hübsch, aber sie ist deswegen nicht Hübscher. Das gesuchte Stück gab es vor nicht allzu langer Zeit im München in einer Inszenierung von Claus Guth, der mit interessanten "alter egos" arbeitete – Athene

Das gesuchte Werk gehört zu den seltenen Werken, in denen Schurken ein gemeinsames Duett singen und sogar zusammen aufs Schafott stiegen wollen – Teresa Cellini

In der Fußballversion ist der gesuchte Name einmal klein und dick, einmal jung und bei der letzten WM sehr erfolgreich – Armin Diedrich

In "Wiener Blut" zitiert der Kammerdiener Josef - etwas mühsam - aus dem Stück, das als Vorlage fürs Libretto des gesuchten Werks diente. In dieser Vorlage gibt es übrigens zwei Personen, die so heißen wie ich (allerdings nicht mit Vornamen). Und wenn es jetzt noch nicht klingeln sollte, denkt am besten an einen rauschenden Bach. Der führt auch auf die richtige Spur. – Waldi

Die Lösung: Giuseppe Verdi: Lo vidi e ’l primo palpito (LUISA MILLER)
Lösungsbuchstabe: E
s. http://www.youtube.com/watch?v=LpvHDwmmr9U

Giuseppe Verdis LUISA MILLER nach Schillers „bürgerlichem Trauerspiel“ Kabale und Liebe ist für mich neben dem MACBETH die herausragende Schöpfung seiner mittleren Schaffensperiode, und wie der MACBETH hat die Oper eine Reihe von (ganz anderen) Eigentümlichkeiten, die man, wenn überhaupt, bei Verdi nirgendwo zuvor und, wenn überhaupt, erst sehr viel später wieder bei Verdi finden wird. Im Zusammenhang dieses Rätsels und seines Mottos möchte ich weniger von der politischen Kabale sprechen, die Salvatore Cammarano in seinem sehr guten Libretto (sicher einem der besten, die Verdi in den Galeerenjahren vertonte) zugunsten der Liebe ziemlich eingedampft hat, sondern von der Liebe. Diese nimmt nämlich gleich in dem erfragten Auftrittslied einen für Verdi sehr ungewöhnlichen Charakter an. Hatte der es nämlich bisher fast durchweg mit Herrschern und deren Angehörigen oder Opfern zu tun gehabt, so steht jetzt erstmals eine Bürgerliche im Zentrum des Geschehens einer Verdi-Oper und bildet mit den bald danach geschaffenen Portraits der Lina in STIFFELIO und der TRAVIATA Violetta Valéry den Auftakt einer bürgerlichen Trilogie, an die Verdi nur noch einmal, nämlich in seinem letzten Werk, dem FALSTAFF anknüpfen sollte.

Es ist bemerkenswert, dass Verdi hier noch, anders als in den beiden folgenden Werken der bürgerlichen Trilogie, das irgendwo in der Schweiz spielende Geschehen vertont, als ginge es um eine Neuauflage von Bellinis LA SONNAMBULA. Allerdings erkühnt er sich, die Auftrittsariette nicht mit einer einfachen Cabaletta abzuschließen, sondern zu einem Duett mit dem Helden und schließlich zu einem Terzett mit Luisas besorgtem Vater auszuweiten. Der oben angegebene Ausschnitt mit – der damals noch in Bestform befindlichen – Katia Ricciarelli, Placido Domingo und Renato Bruson in der zwar für das Fernsehen aufgezeichneten, leider aber nur als Tonaufnahme am Markt befindlichen Londoner Aufführung unter Lorin Maazel illustriert sehr gut, wie virtuos Verdi gleich nach einem seiner besten Vorspiele in kürzester Zeit von bestem Bellini zu echtem Verdi findet und dabei gleich alle wesentlichen Motive des späteren Geschehens einführt.



Einzig mit der jungen Nanetta aus Verdis letzter Oper teilt Luisa Miller die Erfahrung zart knospender Liebe von darin Unerfahrenen, die in allen anderen Werken Verdis ausgespart bleibt, weil sie bereits Erinnerung, also die mehr oder weniger ferne Vorstufe des eigentlichen, hochdramatischen Geschehens ist. Auch das wird in der hier erfragten Canzonette sehr schön deutlich und begründet auch Verdis Wahl der Stilmittel, die man durchaus als seinen Kommentar zum Werk seines 14 Jahre zuvor verstorbenen Kollegen verstehen kann. Hier ist nicht der Rahmen für eine ausführliche Werkanalyse, die ich mir gleichwohl einmal in einem eigenen Thread für diese Oper oder allgemein für die frühen und leider weniger bekannten Werke Verdis wünschen würde, geschweige denn für einen Vergleich des frühen Verdi mit Rossini, Bellini und Donizetti, deren Vorbild noch am ehesten in seiner zweiten Oper, UN GIORNO DI REGNO, hörbar war. Während er sich dort als Debütant aber noch an den Konventionen seiner Zeitorientierte, hatte er nunmehr die Souveränität entwickelt, den Stil seiner Vorgänger bewusst dramaturgisch zu nutzen. Die stilistische Entwicklung der italienischen Oper aber ist, wie gesagt, ein eigenes Thema für eine bessere Gelegenheit.

Verdis Opern gehörten zu den frühesten Musikdramen, für die ich mich ernsthaft interessierte, und ich hatte das Glück, dass dies zu einer Zeit geschah, als sich die Musikindustrie nicht mehr nur für die klassischen Hauptwerke, sondern auch für sein sonstiges Schaffen interessierte und nicht nur die üblichen und meist schlecht klingenden Piratenmitschnitte, sondern auch ernst zu nehmende Gesamtaufnahmen auf den Markt kamen. Deshalb bin ich in diesem Repertoire ein ziemlich konservativer Anhänger der meinen Geschmack prägenden Aufnahmen. Eine der frühesten ist für mich bis heute so sehr das mustergültige Vorbildaller Einspielungen geblieben, dass ich kaum spätere kenne. Es ist diese Aufnahme der LUISA MILLER mit einem ideal besetzten Paar Anna Moffo und Carlo Bergonzi, das durch Cornell MacNeill, Shirley Verrett, Giorgio Tozzi und Ezio Flagello bestens ergänzt wird:



Leider ist sie in unseren Breiten kaum oder nur noch für ein Martergeld aufzutreiben, aber sie lohnt sich trotz Fausto Clevas etwas pauschalem Dirigat, weil die Stimmcharaktere Moffos und Bergonzis ideal zu ihren Rollen passen und beide eine vorzügliche Leistung bieten. Immerhin eine sehr gute Alternative ist die oben gezeigte Aufnahme aus London, deren auch visuelle Aufzeichnung leider durch die DVD des nicht schlechten, aber deutlich unterlegenen Mitschnitts aus der MET mit Domingo und Renata Scotto vom Markt fern gehalten wurde.

Nach diesen beiden annähernd idealen Aufnahmen hatte ich kein Bedürfnis nach weiteren, so dass ich keine neueren (oder älteren) Einspielungen beurteilen kann. Aber vielleicht könnt und wollt Ihr diese Liste empfehlenswerter Aufnahmen von LUISA MILLER ergänzen. Vielleicht kann auch jemand mit einem guten Archiv von Programmheften der Wiener Staatsoper meiner Erinnerung aufhelfen, denn vor etwa 20 Jahren, also zur Wende der 90er sah ich eine LUISA MILLER bei meinem leider einzigen Besuch der Wiener Staatsoper. Ich bin ziemlich sicher, dass Christa Ludwig damals die Rolle der Frederica gab, weiß aber schon nicht mehr, wer die Hauptrollen sang (vielleicht gab sogar Katia Ricciarelli die – offenbar nicht mehr sehr einprägsame - Luisa) oder die Inszenierung besorgte, die mir damals recht gut gefiel.

Die von mir etwas fantasielos erfragten Extras mit Müllern waren eigentlich als Auslese findiger Googler gedacht, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es jenseits der schönen Müllerin noch sehr viel geben würde, aber Ihr habt mich wieder mal eines viel Besseren belehrt, selbst wenn man die im Scherz benannte „Glenn Miller Story“ einmal weg lässt.

Extras:
Anonymus (Volkslied): Der Müller auf sei’m Rösslein saß
Arnold Bax: The Maid and the Miller
Ludwig van Beethoven: The Miller of Dee (englisches Volkslied?)
Johannes Brahms: Die Müllerin
Von Einem: Kabale und Liebe
Dagomyshky: Rusalka
Manuel de Falla: Der Dreispitz – Tanz der Müllerin
Edvard Grieg: Die Müllerin
Brian Havergal: The Jolly Miller
Walter Kollo: Wie einst im Mai (da kommen eine Tilla Müller und ein Arthur Müller vor)
Bob Merrill: Take Me Along (Musicalversion von AH WILDERNESS - geht um Familie Miller)
Giuseppe Nicolini: L’amor mugnaio o sia I Mulinari (Oper)
Jacques Offenbach: Meunière et fermière
Christobal Oudrid: El Molinero de Subiza
Giovanni Paisiello: La molinara
Joachim Raff: Streichquartett Nr. 7 op. 192.2 „Die schöne Müllerin“
Ottorino Respighi: Al mulino

Franz Schubert: Die schöne Müllerin (Text: Wilhelm Müller)
Stephen Sondheim: A Little Night Music – The Miller’s Son
Josef Strauß: Moulinet Polka
Franz von Suppé: Die Müllerin von Burgos
Ralph Vaughan Williams: The Water Mill, Lied Nr. 4 aus den "Four Poems by Fredegond Shove"
Hugo Wolf: Der Corregidor (Müller Tio Lukas s. a. De Falla)
Thomas Zaufke: Held Müller (ein deutsches Musical)
Carl Friedrich Zöllner: Das Wandern ist des Müllers Lust (Text: Wilhelm Müller)
The Glenn Miller Story

Riddleamus
Rideamus (09.01.2011, 13:17):
Hier freut man sich im Land der Barcarolen darüber, wie entzückend es ist, zu zwei'n allein zu sein. Die Sprache ist allerdings für ein Gondellied ungewöhnlich
Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistenvornamens. Außerdem sammeln wir hier Barcarolen und Gondellieder für bis zu drei Extrapunkte

Tipps:

Da wird sich Camilla Parker, verehelichte Noch-nicht-Queen, aber gar nicht freuen... – Oper 337

Die englische Sprache bei Peter stimmt schon mal, und in der Umgebung des gesuchten Werks gibt es eines, das an ein Spiel erinnert, bei dem sich möglichst wenig bewegen darf - Athene

In dem gesuchten Werk spielen Piraten keine Hauptrolle, Schauplatz ist nicht Japan und eine Prinzessin Ida spielt ebenfalls keine Rolle! – Amelia Grimaldi

Das "Ding" wurde letzte Woche vor 111 Jahren uraufgeführt, wo, das ist doch leicht - oder – Oper 337

Vielleicht sollte man beim Grübeln lieber eine Tasse Tee trinken als zum Heurigen zu gehen – Armin Diedrich

Athenes Tipp hatte mich dahin geführt - Der Titel wäre dann eine Berufsbezeichnung - Aber Oper337 laut Wiki komme ich da auf 121 Jahre (oder liege ich damit mit meiner Vermutung schief?) – Erzherzog

Der Komponist kann schlechterdings nicht ohne den Librettisten genannt werden, ja, jener fungiert mit seinem Zunamen geradezu als dessen Vorname – Quasimodo

Der Eine gründete seinen Ruf als Komponist auf Sakralmusik, der Andere war als Schriftsteller, Illustrator und Dramatiker bekannt, bevor sie als Team unter einem Doppelnamen zum Begriff wurden - Emotione

Das Werk spielt teilweise in einem Land, das auch mein Avatar (der Typ da links) kennt. Behauptet er zumindest – Nightrider

Der Titel ist eine dort übliche Berufsbezeichnung. Bei Amazon gibt es übrigens eine erstaunlich hohe Zahl von Aufnahmen der Oper – Erzherzog

... allerdings zählen viele diese Oper(n) eher zur Operette, obwohl auch ihre Macher für die Oper waren. Was im Falle des Komponisten leicht schizophren war, denn er wollte nach eigener Auskunft lieber richtige Opern schreiben. – Rideamus

Es waren am 7. Dezember 121 Jahre, seit das Werk uraufgeführt wurde. Komponist und Textdichter zerkrachten sich, während das Stück noch lief. Als sie später wieder kooperierten, brachten sie keinen großen Erfolg mehr zustande. Shocking, isn't it? – Waldi

Der Komponist hat auch eine Symphonie und ein Cellokonzert geschrieben – Pavel

Der Komponist wurde hier schon öfter verrätselt; meist in Kombination mit seinem Textschreiber. Die titelgebende Berufsbezeichnung dürfte in La Serenissima überproportional vertreten sein. - Heike

Reichlich ungewöhnlich für diese Berufsgruppe ist allerdings der rasante soziale Aufstieg, auch wenn nur einer von ihnen tatsächlich edler Abstammung ist. – Severina

Der gesuchte Komponist sagte später, dass seine Begegnung mit Rossini bei ihm die Liebe zur Bühne entfachte. So komponierte er u. a. Bühnenwerke über einen schwarzen Ritter, einen sagenhaften König und so eine Art Vorläufer von "Piraten der Karibik"... – Armin70

Täusche ich mich oder stimmt es, dass in diesem Rätsel bislang noch kein weiterer Komponist aus diesem Land dabei war? – Gurnemanz

Eigentlich ist es schwer, da noch einen Tipp zu finden, daher nur ein Vorschlag - sich bei der Suche an die (unbekannteren?) Komponisten halten, die Rideamus in jedem seiner Rätsel vorkommen lässt. – Teresa Cellini

Vom gesuchten Komponisten und Librettisten gibt es ein weiteres Werk, das bei unserem Rätselchef sehr beliebt ist. – Calisto

Na ja, ein paar mehr Werke als nur ein weiteres kommen da schon zusammen. Man nehme nur die Feenkönigin mit dem Namen von Tschaikowskys blinder Prinzessin, oder das Stück über die englischen Fleischfresser - Rideamus

Die Lösung: Oh rapture, when alone together aus THE GONDOLIERS von William S. Gilbert und Arthur Sullivan. Lösungsbuchstabe: R
s.
http://www.youtube.com/watch?v=t7E_Y3sryhQ&feature=related

Man stelle sich vor, es gäbe ein Werk, das – bei weit überlegener Textqualität – die Themen und die musikalischen Qualitäten von EINE NACHT IN VENEDIG und DER ZIGEUNERBARON vereint. Wollte man nicht alles versuchen, es so rasch wie möglich kennen zu lernen? Wenn Eure Antwort positiv ausfällt, dann besorgt Euch lieber morgen als übermorgen eine der nachfolgend empfohlenen Aufnahmen von THE GONDOLIERS von Gilbert & Sullivan, denn diese Operette entspricht genau diesen Anforderungen mit der (fast) einzigen Einschränkung, dass man die Qualität der Operette erst wirklich schätzen kann, wenn man der englischen Sprache hinreichend mächtig ist. Andererseits stimmt es natürlich nicht ganz, dass hier nur englisch parliert wird, denn ausgedehnte Passagen werden auch in köstlichem Wörterbuchalienisch gesungen, wie etwa dieses Ensemble mit den beiden Helden Marco und Giuseppe und den Bäuerinnen sowie den übrigen Gondolieri:

MAR. and GIU.Buon' giorno, signorine!
GIRLS. Gondolieri carissimi!
Siamo contadine!
MAR. and GIU. (sich verbeugend).Servitori umilissimi!
Per chi questi fiori‑‑
Questi fiori bellissimi?
GIRLS. Per voi, bei signori
O eccellentissimi!
(Die Mädchen präsentieren ihre überwältigenden Blumebouquets)
MAR. and GIU. (die Arme voller Blumen). O ciel'! O ciel'!
GIRLS. Buon' giorno, cavalieri!
MAR. and GIU. (bescheiden). Siamo gondolieri.
(Zu Fiametta und Vittoria) Signorina, io t' amo!
GIRLS. (bescheiden). Contadine siamo.
MAR. and GIU. Signorine!
GIRLS (bescheiden). Contadine!
(Vor Marco und Giuseppe knicksend) Cavalieri.
MAR. and GIU. (bescheiden). Gondolieri!
Poveri gondolieri!
CHOR. Buon' giorno, signorine, etc.

Dann aber geht es in köstlichstem Englisch weiter:

DUET‑‑MARCO and GIUSEPPE.
We're called gondolieri,
But that's a vagary,
It's quite honorary
The trade that we ply.
For gallantry noted
Since we were short‑coated,
To beauty devoted,
Giuseppe\Are Marco and I;

When morning is breaking,
Our couches forsaking,
To greet their awaking
With carols we come.
At summer day's nooning,
When weary lagooning,
Our mandolins tuning,
We lazily thrum.

When vespers are ringing,
To hope ever clinging,
With songs of our singing
A vigil we keep,
When daylight is fading,
Enwrapt in night's shading,
With soft serenading
We sing them to sleep.

We're called gondolieri, etc.

Ich bitte um Nachsicht, dass ich gar nicht erst versuche, diesen köstlich ironischen Text und seine brillianten Wortspiele zu übersetzen. Jedenfalls beneide ich jeden, dem noch die Freude vergönnt ist, das Werk zum ersten Mal zu hören und zu genießen – möglichst das köstliche Libretto mitlesend, das man (wie übrigens alle wichtigen Liberetti Gilberts) hier finden kann: http://math.boisestate.edu/gas/gondoliers/html/index.html.

Die Geschichte ist... eigentlich eine Kombination aus zwei unabhängigen Geschichten, die jeweils genügend Stoff für ein abendfüllendes Werk abgegeben hätten, jedoch von Gilbert höchst geschickt verknüpft wurden. Die eine handelt von venezianischen Gondolieri, insonderheit zwei besonders stattlichen, die von allen Mädchen der Umgebung begehrt werden. Da man sich im viktorianischen England befindet, kommt es natürlich nicht in Frage, dass die beiden das Privileg ihrer Beliebtheit unkeusch nutzen, sondern es muss geheiratet werden. Da die beiden nicht nur gut aussehen, sondern auch außerordentlich nette Männer sind, sind sie unfähig, sich für ein bestimmtes Mädchen zu entscheiden und so andere vor den Kopf zu stoßen. Kurzerhand erklären sich alle einverstanden, dass die Bräute der beiden mit einem Blinde-Kuh-Spiel entschieden werden, und die übrigen Mädchen erklären sich einverstanden, sich danach mit den übrigen Gondolieri zusammen zu tun. So könnte in Venedig fortan alles eitel Gesang, Weib und wohl auch Wein sein, aber da kommt die zweite Geschichte ins Spiel.

Ein spanischer Grande, der Herzog von Plaza Toro, kommt an und verkündet, dass einer der beiden Gondolieri der Erbe des königlichen Throns von Barataria sei. Man wisse nur nicht, wer von beiden es ist, da man das Kind damals einem betrunkenen Gondoliere anvertrauen musste, der seine Kinder verwechselt haben könnte. Um die Situation noch komplizierter zu machen, eröffnet der Graf seiner Tochter, dass sie schon als Baby mit dem königlichen Thronerben verheiratet worden sei. Zwar ist die Tochter ihrerseits in jemand anderen verliebt, macht ihren unbekannten Gatten, der gerade eine venezianische Bäuerin geheiratet hat, jedoch nichtsdestoweniger zu Bigamisten, wie unfreiwillig auch immer.

Und das ist erst der Anfang einer Geschichte, die natürlich dennoch zu einem glücklichen Ende gelangt. Das erfragte Duett der herzoglichen Tochter und ihres heimlich Geliebten (der natürlich, was niemand ahnt, der eigentliche Thronerbe ist), in dem beide ihrem Entzücken Ausdruck geben, endlich einmal miteinander allein zu sein, kommt schon relativ früh in dem ausgedehnten musikalischen Auftakt der Operette, mit dem Gilbert seinem unzufriedenen Komponistenpartner Gelegenheit gab, sich musikalisch nach Herzenslust auszutoben. Das ließ dieser sich nicht vergeblich anbieten, und so kam es zu dem letzten Großerfolg der beiden, die sich kurz zuvor noch heftig gestritten hatten und sich noch während der erfolgreichen Premierenserie endgültig trennten. Zwar sorgte der Erfolgsdruck dafür, dass sie noch zwei weitere Operetten in die Welt setzten, aber schon das nächste Stück war nur ein mäßiger Erfolg und das letzte ein ausgemachter Flop.

Bis heute aber haben wir Gelegenheit, uns rückhaltlos an der schier endlosen Folge komischer Schnatterlieder, auf die sich Gilbert und Sullivan besser verstanden als jeder andere, aber auch poetischer Barcarolen und herrlicher Ensembles zu erfreuen. Ein kurzes Blättern in den Angeboten von YouTube zu dieser Operette sollte genügen um jedem, der für dieses Repertoire ansprechbar ist, Appetit auf das Ganze zu machen. Zur Stillung dieses Appetits kann ich zwei Einspielungen empfehlen, die einander kaum nachstehen.



Die erste ist die D’Oyly Carte Einspielung von Isidore Godfrey aus dem Jahr 1960, die den Vorteil hat, auch die wesentlichen Dialoge anzubieten, was auf Dauer manche stört, andererseits aber für ein volles Verständnis der Geschichte nicht ganz unwichtig ist. Godfrey zeigt in allen seinen Einspielungen von Operetten Gilbert & Sullivans einen sehr wachen Sinn sowohl für die Komik als auch die musikalischen Qualitäten der Partituren, und man kann ihm eigentlich immer vertrauen, auch wenn manchmal die von ihm eingesetzten Stimmen mit den gefragten Spitzentönen leicht überfordert scheinen, was seinen Einspielungen jedoch einen gewissen zusätzlichen Reiz von Authentizität verleiht, denn natürlich waren auch die Sängerdarsteller D’Oyly Cartes nicht immer ernsthafte Konkurrent(inn)en der Stars der Covent Garden Opera.

Rein musikalisch noch besser (und ohne Dialogeinlagen) kommt die Einspielung von Charles Mackerras daher, die mit Geraint Evans, Alexander Young, Owen Brannigan, Richard Lewis und Monica Sinclair auch die klar besseren Sänger und dem London Symphony Orchestra auch das professionellere Orchester hat.


Eher vorsichtig wäre ich mit der Einspielung von Malcolm Sargent, die zwar in einer sehr erstrebenswerten Gesamtbox daher kommt, gerade bei diesem Stück – und leider nicht nur da – aber ziemlich flügellahm wirkt. Das gilt leider auch für die Videos, die in ähnlicher Besetzung produziert wurden. Die australische DVD kenne ich leider nicht, wäre es aber - in Ermangelung einer aktuellen englischen Aufführung auf höchstem Niveau - möglicherweise wert, ebenfalls in Erwägung gezogen zu werden.


Ebenfalls mit Vergnügen in Erwägung zu ziehen waren Eure Nominierungen weiterer Gondellieder und Barcarolen, die ja keineswegs nur auf Venedig beschränkt sein müssen, wie Jacques Offenbachs Klassiker aus den RHEINNIXEN belegte, bevor er gleichfalls nach Venedig verlegt wurde.

Extras:
Charles Valentin Alkan: Barcarole aus den "Troisième recueil de chants" op. 65
Auber: Frau Diavolo - Canzone
Auber: La muette de Portici – Barcarole
Bela Bartok: Barcarole aus dem Klavierzyklus "Im Freien"
Leonard Bernstein: Candide - The Kings' Barcarole
André Campra, Les Fêtes Venetiennes
Chopin: Barcarolle Fis-Dur op. 60
Donizetti: Barcarole aus "Marino Faliero"
Gabriel Fauré: Cinq mélodies de Venise - Mandoline
Reynaldo Hahn: Da Venezia
Felix Mendelssohnn-Bartholdy: Lieder ohne Worte - 3 Venezianische Gondellieder Op. 19, 30 und 62
Jacques Offenbach: Hoffmanns Erzählungen – Belle nuit, o nuit d’amour

Jacques Offenbach: Les fées du Rhin – Ouvertüre und Elfenchor
Ponchielli: La Gioconda - Pescator, affonda l'esca
Rachmaninoff: Barcarole für 2 Klaviere op. 5 und op. 10
Rossini: Otello - Nessun maggiore dolore
Rossini: Soirées musicales - La gita in goldola
Franz Schubert: Auf dem Wasser zu singen
Johann Strauß: Eine Nacht in Venedig – Komm in die Gondel
Johann Strauß: Eine Nacht in Venedig - "Sei mir gegrüßt du holdes Venezia
Arthur Sullivan: HMS PINAFORE - Auftritt von General Porter
Peter Tschaikowsky: Juni - Barcarolle aus den "Jahreszeiten" op. 37
Giuseppe Verdi: Un ballo in maschera - Di’ tu se fidele il flutto
Carl Maria von Weber: Oberon - Es murmeln die Wellen
Ermanno Wolf-Ferrari - Il Campiello
Connie Francis: Barcarole in der Nacht

Nun seid Ihr dran: wer kannte dieses Werk schon, und wenn nein, warum nicht – oder wann gedenkt Ihr das endlich zu ändern?

:hello Riddleamus
Rideamus (10.01.2011, 07:43):
Ich danke Emotione für den Hinweis auf eine notwendige Korrektur zu dieser Aufnahme:



Der jüngst verstorbene Sir Charles Mackerras dirigiert hier leider nicht auch die GONDOLIERS, sondern "nur" Sullivans Cellokonzert mit Julian Lloyd Webber und dem LSO. Die Aufnahme der GONDOLIERS ist die von mir eher reserviert bewertete unter der Leitung von Sir Malcolm Sargent, die, wohlgemerkt, nicht schlecht ist (wer sie hat, sollte sie ruhig behalten und hören), nur nicht so gut, vor allem nicht so flott, wie sie m. E. sein könnte.

Tut mir Leid für diesen Fehler, der daher rührt, dass ich irrtümlich die GONDOLIERS in einem Mackerras-Sullivan-Sampler zu entdecken glaubte, obwohl da gar keine sind. Mackerras hat die GONDOLIERS wohl niemals eingespielt. Leider. Aber immerhin haben wir noch Isidore Godfrey.

:hello Riddleamus
Severina (10.01.2011, 13:22):
Lieber Riddle,
Deine drei Fragen kann ich kurz und bündig beantworten:
ad 1) Nein
ad 2) Weil Du's erst jetzt als Kopfnuss vorgestellt hast :wink
ad 3) Nach meinem nächsten Lottosechser

Aber im Ernst: Dein Lösungsthread lässt meine Wunschliste immer rapide anwachsen, aber da meine finanziellen Mittel endlich sind, dringe ich dann bei der Abarbeitung nie bis zu den "Exoten" vor, und zu denen zählen Gilbert&Sullivan bei mir leider. Also wird es vermutlich noch länger dauern, bis ich diese Bildungslücke schließen kann.
In meiner Musikbibliothek existiert dieses Werk leider nicht, da habe ich bei meinem letzten Besuch schon nachgeschaut.

lg Sevi :hello
Rideamus (10.01.2011, 15:53):
Liebe Sevi,

ich kann Dich und Deine Finanzklemmen sehr gut verstehen, aber gerade die GONDOLIERS sollten Dir nicht unbedingt als Exoten gelten, denn näher als hier kam Sullivan seinem großen Vorbild Rossini nie mehr - und vorher auch nicht.

Zur nächsten Aufgabe:

Das Geschehen spielt südöstlich des Kompositionsortes, die berühmte Vorlage wurde nördlich davon geschrieben. Thema ist eine jungfräuliche Nacht, die es nicht mehr lange bleiben wird, denn so junge Leute können ja nie abwarten - und ist sie ja auch nicht allein zum Schlafen da.

Gesucht wird hier der dritte Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung weiterer Vertonungen desselben Stoffes.

Tipps
Geographisch kommen mehrere Werke infrage: von denen, die den Originaltitel der Vorlage verwenden, ist es wohl das berühmteste. – Athene

Ein Musikstück von Bach ist mit dem Namen des gesuchten Komponisten eng verbunden. – Calisto

"Willst du schon geh'n?" – Armin Diedrich

Zur Beantwortung dieser Frage bedienen sich die Protagonisten des Gesanges zweier Vögel, die derzeit allerdings hierzulande nicht zu hören sind – Quasimodo

Bei der Menge an Vertonungen sind die geographischen Angaben entscheidend, (Obwohl die Lösung theoretisch nicht einmal damit eindeutig ist – Pavel

Das gesuchte Duett hörte ich niemals glorioser gesungen als von einem Schweden und einer Brasilianerin in einem nordamerikanischen Opernhaus unter einem Dirigenten, der in Russland geboren war... Mit Stoff, Oper und dramatischer Vorlage hat aber keines dieser Länder etwas zu schaffen. – Armin Diedrich

Ein Schweizer Schriftsteller hat den Stoff aufs Dorf verlegt, ein englischer Komponist diese Variante dann vertont – Amelia Grimaldi

Der Komponist wurde (vorher) mit der Vertonung eines weiteren großen Klassikers bekannt, welcher in Deutschland oft unter einem Mädchennamen gespielt wird - Heike

Der Komponist war nicht nur fürs Theater, sondern auch für die Kirche recht aktiv: In einer seiner Messen habe ich sogar mal mitgesungen. Soweit ich mich erinnere: Allzu komplex war das nicht gestrickt – Gurnemanz

Nr. 12 gehört zu den eher raren Werken mit Vokalaktivitäten schon während der Ouvertüre, weils die Sänger gar nicht mehr erwarten können... – Areios

Der gesuchte Komponist wurde posthum zum Filmkomponist als ein berühmter Meisterregisseur eine seiner Kompositionen als Titelmelodie zu einer US-Fernsehserie verwendete – Armin70

Wenn man ornithologisch nicht ganz sattelfest ist, kann das zu so mancher nächtlichen Verwirrung führen! – Severina

Ha, da hab ich doch heute tatsächlich passend zum Rätsel eine der Stoffvertonungen (nicht die gesuchte) in der Berliner Philharmonie gehört (und dabei an Riddleamus gedacht). Ich wusste gar nicht, dass die ihre Programme nach Riddles Rätseltag ausrichten – Heike

Heuer im Sommer war ein Film im Kino, der auf die Vorlage des gesuchten Werkes Bezug nahm. Und bei einem Festival sorgte eine bekannte Sängerin durch ihre Absage vor einigen Jahren vor Aufregung – Teresa Cellini

Mein Tipp dazu: ganz heiße bzw. naturalistische und selbst auf heutigen Opernbühnen gewagte Darstellung mit einem Traumpaar der Opernszene, dessen bessere Hälfte leider derzeit außer Gefecht gesetzt ist- ob die andere Hälfte daran ein bisschen mitschuldig ist, fragen sich nur böse Klatschmäuler – Fairy Queen

Ich hatte zunächst eine Oper um die Geburt Christi vermutet - völlig falsch.
Dann vielleicht den Ehebruch der Geschichte/Legende mit der verHEERendsten Folgen - als Antwort nicht wirklich richtig, aber immerhin schon richtiger im Vergleich zu meiner ersten Idee. Die dritte Idee war dann doch die Richtige. – Teresa Cellini

Die Lösung: Nuit d’hymenée aus ROMÉO ET JULIETTE von Charles Gounod
Lösungsbuchstabe: U
s. http://www.youtube.com/watch?v=_X8LsHwJXfA

Wir kehren zurück zum französischen Repertoire, das sich aus Sammlungen glücklicher Musik einfach nicht fern halten lässt, warum auch immer. Diesmal aber geht es um wesentlich bekanntere Stücke. Zudem gibt es kaum eine Oper, deren Vorlage weltweit bekannter ist als diese, von diversen Bibelopern einmal abgesehen.

Wie wir bei den Extras noch sehen werden, wohl ohne sehr überrascht zu sein, gibt es eine Fülle von Vertonungen dieses klassischen Liebesdramas, darunter einige, die mit Shakespeare nur bedingt zu tun haben, wie die von Georg Antonin Benda, die erst nach der Verbannung Romeos einsetzt, als die beiden schon verheiratet sind, oder Bellinis I CAPULETI E I MONTECCHI, die zwar auf den gleichen Vorlagen wie Shakespeare beruht, aber ganz andere Gewichte setzt. Mehr noch als der Erfolg seiner noch populäreren, aber ziemlich unebenen FAUST-Oper ist Gounods Vertonung von Shakespeares Drama für mich ein hoch verdienter, obwohl auch sie nicht frei von Kitsch und gefährlichen Längen ist. So ganz unberechtigt ist die gelegentliche Ablehnung der Oper meines Erachtens auch nicht, denn neben großartigen Arien und Duetten steht auch einiger Leerlauf, mit dem Gounod das uninspirierte Libretto, das sich einigermaßen oberflächlich an Shakespeare entlang hangelt, "kongenial" vertonte. Shakespeare ging es aber, im Gegensatz zu (anscheinend) Gounod, NICHT allein um die Liebesgeschichte, sondern um die tragische Verschränkung von Liebe und Hass (beide töricht). Letzterer wurde in dem Libretto des bewährten Duos Jules Barbier und Michel Carré auf das dramaturgisch Allernötigste zusammen gestutzt, was dann auch die Liebesgeschichte an den Rand der Schnulze treibt, der Gounods Melodien nicht unbedingt widersprechen.

Da ist ihm die vorzügliche MIREILLE doch thematisch gemäßer und hat sein FAUST, der ähnliche Gefahren birgt, wenigstens stoffbedingt tiefere Dimensionen. Auch den ließ bekanntlich das deutsche Bildungsbürgertum lange nur unter dem weniger denkmalschänderischen Titel MARGARETHE gelten. Da es beide Opern aber (in deutscher Fassung) wegen ihrer süffigen Melodien schätzte, vermute ich eher geschmackliche als nationalistische Widerstände. Eine Analyse dessen führt aber hier zu weit vom Thema weg, das sich ja mit Zuständen und Gründen des Jubilierens beschäftigt.

Anders als der von mir zunächst missverstandene Tipp von Armin Diedrich bezog sich der von mir gewählte Ausschnitt ausnahmsweise mal nicht auf die berühmte Balkonszene, sondern auf die Hochzeitsnacht, die „nuit d’hymenée“ zu Beginn des vierten Aktes, in der Julia endgültig ihre Unschuld verliert, und wo Gounod für meine Begriffe erst richtig in Hochform kommt. Der oben von mir verlinkte Clip entstammt einer Aufnahme, die für mich - spätestens, seit die alte Aufzeichnung aus der Pariser Oper mit Barbara Hendricks und Neil Shicoff nicht mehr verfügbar ist - trotz beachtlicher Konkurrenz vor allem durch die cd-Box Michel Plassons mit Roberto Alagna und Angela Gheorghiu der klare Favorit ist. Es ist die Londoner DVD mit Roberto Alagna und Leontina Vaduva unter der Leitung von Charles Mackerras:



Mackerras interessiert sich mehr für das Drama als für die Poesie des Stückes, die aber durchaus auch zu ihrem Recht kommt. Sein Dirigat macht aus der Oper ein Drama im besten Sinne, das von zwei Titelhelden in Bestform hervorragend gestützt wird. Roberto Alagnaist hier noch fast frei von den Drückern, die schon seine spätere Aufnahme mit seiner Frau unter Plasson zuweilen beeinträchtigen, von dem brutal gekürzten TV-Film der beiden ganz zu schweigen. Wer Alagna nur aus dieser Zeit kennt, kann seinen nicht sehr viel späteren Verfall nur als schmerzlich empfinden, denn sein vorzüglich idiomatischer Vortrag fehlt dem französischen Repertoire heute sehr. Auch wenn er wohl nie einen Oscar als bester Darsteller verdiente, hier überzeugt er mehr denn anderswo.

Nach ihrer sehr guten, aber nicht überragenden Antonia im Naganos HOFFMANN hat mich Leontina Vaduvas Darstellung der Juliette überwältigt. Warum nur hat diese Rumänin es nicht so weit gebracht wie Gheorghiu, der ich sie in dieser Rolle definitiv vorziehe? Und warum ist sie so schnell wieder von der Bildfläche verschwunden? In dieser Aufnahme kommt sie den ebenfalls hervorragenden Barbara Hendricks und Catherine Malfitano auf den beachtenswerten Konkurrenzaufnahmen gleich, und von den dreien ist sie womöglich sogar die gefühlvollste, die es sich im letzten Akt zu Recht leistet, um des starken Ausdrucks willen auch mal nicht nur schön zu singen, was sie sonst sehr gut tut.

Abgerundet wird das starke Ensemble durch den profunden, hervorragend singenden Frere Laurent Robert Lloyds, dem man auch die Autorität und die Schlauheit des Klosterbruders zutraut, was nur wenige Vertreter dieser Rolle ähnlich überzeugend suggerieren. Optimal ist der Stephano Anna Maria Panzarellas. Nach einem vor längerer Zeit angestellten Vergleichshören war ich schon sicher, alle sehr guten Stephanos (und es sind nicht wenige) gehört und gesehen zu haben, aber sie schafft es mit hinreißender Beweglichkeit von Stimme und Körper, noch einen Tick überzeugender zu sein als ihre Konkurrenz, zumal der visuelle Eindruck ihr hier auch noch dabei zu Hilfe kommt, einen überzeugenden Jungen zu geben. Erst Cora Burggraf kam ihr Jahre später in Salzburg wieder gleich.

Nicolas Joels Inszenierung ist konservativ im besten Sinne mit viel Sinn für das Detail der Personenführung und sogar etwas Humor. Zwar bleibt es bei der Illustration des Dramas; die aber gelingt sehr gut, sieht man von ein paar überraschenden Fehlern ab, etwa wenn Mercutio merkwürdigerweise ohne Einmischung Romeos erstochen wird. Für mich war diese Aufnahme das überraschende Ereignis meines letzten Vergleichs, und das so sehr, dass ich sie ein zweites Mal überprüfen musste, nachdem ich einige überraschend negative Stimmen bei Amazon gelesen hatte. Ich hatte sie lange nicht mehr angesehen und als sehr gut in Erinnerung, aber warum diese mustergültige Aufnahme nicht einen viel besseren Ruf hat, ist mir unbegreiflich. Eher verstünde ich, wenn er legendär wäre, denn diese Realisierung von Gounods Oper ist rundum die eindrucksvollste, und das sage ich bewusst, nachdem ich alle mir zugänglichen Aufnahmen angehört und, soweit auf DVD verfügbar, angesehen habe. Zugegeben, ganz gelegentlich verrutscht den Protagonisten mal ein Ton, aber das darf man dem Live-Charakter der Aufführung nachsehen, zumal sich niemand vor den exponierten Tönen drückt.

In anderen Aufnahmen gibt es sicher Einzelleistungen, die in Teilen noch mehr hervorstechen (Björling, Hendricks, Malfitano, Murray, van Dam sowie der etwas zu sehr auf sich gestellte Rolando Villazon und Cora Burggraf), aber in ihrer Gesamtheit ist diese Aufführung mustergültig und übrigens auch idiomatisch überzeugend. Wer nur eine Aufnahme der Oper haben möchte, und das sind vermutlich die meisten, sollte zu dieser greifen.

Das soll Euch aber nicht hindern, Eure eigenen Empfehlungen abzugeben. Welche wären das?

Weitere Musikwerke um Romeo und Julia (oder aus dem Stoff entwickelte, parallele Geschichten) habe ich schon einmal in einem anderen Forum sammeln lassen, aber Eure Zusammenstellung ist locker die umfangreichste, die ich bis jetzt gesehen habe. Großes Kompliment auch dazu.

Extras: Vincenzo Bellini: I Capuleti e i Montecchi (1830)
Georg Antonin Benda: Romeo und Julie (1776)
Hector Berlioz: "Roméo et Juliette" op. 17, dramatische Sinfonie (1839)
Leonard Bernstein, West Side Story (1957)
Boris Blacher: Romeo und Julia (1945)
Riccardo Cocciante: Giulietta e Romeo (Musical) (2007)

Frederick Delius: A Village Romeo and Juliet (1901; nach Gottfried Keller)sowie sein Ballett ROMEO AND JULIET
Pascal Dusapin: Roméo et Juliette (1989)
Jan F. Fischer: Romeo, Julia a tma (Romeo, Julia und die Finsternis; 1962)
Pietro Guglielmi: Romeo e Giulietta (1801)
Rudolf Kelterborn: Julia (1990)
Paul Kurzbach: Romeo und Julia auf dem Lande (1932)
Constant Lambert: Romeo and Juliet (Ballett) (1924)
Luigi Marescalchi: Giulietta e Romeo (1784)
Filippo Marchetti: Romeo e Giulietta (1865)
Melesio Morales: Romeo y Julieta (1863)
Sergej Prokofieff: Romeo und Julia (Ballett, 1935)
Gérard Presgurvic: "Roméo et Juliette, de la haine à l'amour" (2001)
Nino Rota, Romeo and Juliet (Musik zu dem Film von Franco Zeffirelli) (1968)
Johann Gottfried Schwanenberger: Romeo e Giulia (1776)
Heinrich Sutermeister: Romeo und Julia(1940)
Daniel Steibelt: Roméo et Juliette (1796)
Heinrich Sutermeister: Romeo und Julia (1939)
Peter Tschaikowsky: "Romeo und Julia" Fantasie-Ouvertüre (1870)
Niccolo Vaccai: Giulietta e Romeo (1827)
Riccardo Zandonai: Giulietta e Romeo (1922)
Niccolò AntonioZingarelli: Giulietta e Romeo(1796)
Nachdem ab heute auch für mich der Ernst des Lebens wieder beginnt, bitte ich um Nachsicht dafür, dass ich die zweite Hälfte der Lösungen nur noch in losen Abständen einstellen kann. Ich verspreche, mich darum zu bemühen, eher zum Aschermittwoch als an Ostern fertig zu sein.

:hello Riddleamus
Severina (10.01.2011, 16:39):
Lieber Riddleamus,

Deine euphorische Beurteilung der DVD mit Vaduva&Alagna kann ich gut nachvollziehen, auch Dein Bedauern über den stimmlichen Niedergang von Alagna, denn er war in der Tat einmal ein ganz ausgezeichneter Sänger.
"Leider" kommen mir halt immer meine Live-Erlebnisse in die Quere, die auf keinen Tonträgern verewigt wurden, in der Erinnerung aber trotzdem diese DVD toppen, als da wären Francisco Araiza & Eva Lind in Zürich und die absolute Traumpaarung in dieser Oper, Anna Netrebko und Rolando Villazón in Wien. So authentisch wie von diesen beiden werde ich das wohl nie wieder erleben dürfen, noch in der Erinnerung an diese Sternstunde kriege ich die Gänsehaut.
Ich hoffe ja inständig, dass es einmal eine DVD der Aufführung mit dem "Traumpaar" aus Washington gibt, da Ausschnitte davon auf youtube herumgeistern, hat es vielleicht eine Aufzeichnung gegeben.

Ich müsste mir wieder einmal meine CD aus Oviedo anhören, mit Villazón und Ainhoa Arteta, vielleicht beurteile ich sie mit einem gewissen Abstand jetzt gnädiger als 2005, wo sie nach dem fulminanten Liveeindruck einfach nur abstinken konnte.

lg Sevi :hello

PS: Übrigens empfinde ich "Romeo et Juliette" kein bisschen langweilig, es müssen nur die richtigen Sänger auf der Bühne stehen und natürlich eine packendere Regie als zuletzt in Salzburg geboten werden. (Diese DVD wird wohl trotz Villazón nie den Weg in mein Regal finden....)
Karolus Minus (10.01.2011, 17:05):
Ein wundervolles Video - das nur leider nie offiziell erschienen ist - gibt es vom französischen Fernsehen aus Orange (könnte 2002 gewesen sein) mit Gheorghiu, Alagna und René Pape als Luxus-Pater. Das hat schlicht Atmosphäre, bei allen kleinen Einschränkungen, die eine Open-Air-Aufführung mit sich bringt.
Liebe Grüße
Karolus -
Rideamus (10.01.2011, 22:19):
Liebe Severina,

um diese Live-Erlebnisse, die ja zudem den Vorteil haben, in der nicht mehr überprüfbaren Erinnerung Erinnerung eher besser zu werden, bist Du wirklich zu beneiden. Aber ist es nicht besonders schön, wenn man sagen kann, dass man live etwas noch Besseres erinnert als die beste Konserve?

Mir geht es trotz starker DVD-Konkurrenz so mit HÄNSEL UND GRETEL, die ich in Frankfurt mit dem Traumpaar Ileana Cotrubas und Agnes Baltsa sah. "Wenigstens" war da die Hexe nicht auch noch eine Christa Ludwig, sondern "nur" ein Tenor namens Willy Müller, der der Legende nach immerhin einmal die ersten Parkettreihen damit "verwöhnte", dass er beim Hüpftanz der Hexe seine Unterhose vergessen hatte.

Lieber Karolus
Die Aufzeichnung aus Orange habe ich auch, und sie ist wirklich sehr schön. Ihr Regisseur war übrigens derselbe Nicolas Joel, der auch die Londoner Inszenierung besorgte. Ich konnte und wollte sie nicht erwähnen, weil es sie leider nicht kommerziell zu erwerben gibt. Ebensowenig wie inzwischen eine alte Aufzeichnung aus der Pariser Oper, die es mal auf Video gab, mit Barbara Hendricks und einem jungen Neil Shicoff, die ich bis heute als die störkste Konkurrenz der Londoner Aufzeichnung erachte, obwohl die Inszenierung im Wortsinn zappenduster war.

:hello Rideamus
Rideamus (12.01.2011, 10:02):
Eine unendlich ekstatische Nacht kann einem auch wie eine trunkene vorkommen, und trotzdem lässt sich hinreißend davon schwärmen

Wir suchen diesmal den zweiten Buchstaben der Anfangszeile des gesuchten Musikstückes (nicht des Werktitels). Auch hier gibt es bis zu drei Extrapunkte, und zwar für die Nominierungen von weiteren musikalischen Bühnenwerken über die Tragödie, mit der dieses Werk beginnt, oder ihre Folgen.

Tipps:

Dieser Komponist ist nicht nur Urheber eines weihnachtlichen Werkes, sondern hat auch über den Stoff von Frage 12 komponiert und war sogar schon für einen Zusatzpunkt bei Frage 6 gut. Während die beiden Liebenden da ihren Rausch miteinander ausschlafen, müssen andere Nachtwache schieben und schlafen dafür zu Beginn des nächsten Aktes/Tages ein... - Areios

Achtung: es gibt ein fast gleichzeitiges Werk, wo jemand Drittes über eine Nacht der Liebe wacht. Das ist zwar auch sehr gut, hat aber einen nördlichen Mythos zum Thema, während das Thema des gesuchten Werkes eher aus Ost-Süd kommt – Riddleamus

Auch der heute gesuchte Komponist darf beim Rätselsteller eigentlich nie fehlen. Der Ort der Tragödie, mit dem das Werk beginnt, wird heute mit etwas in Verbindung gebracht, das PC-Nutzer besser meiden sollten - Athene

So sind sie, die Männer. Erst das Blaue vom Himmel versprechen, dann sich verdünnisieren. Damals musste der Ruf eines Gottes als Ausrede herhalten. Wer's glaubt... Die überirdisch schöne Musik des gesuchten Stücks straft natürlich derart profane Auslegungen Lügen. – Amelia Grimaldi

Da das Werk angeblich zu lange war, wurden die fünf Akte auf zwei Abende aufgeteilt und der Komponist selbst sah nie eine komplette Aufführung seines Werkes, da diese erst über 20 Jahre nach seinem Tod stattfand – Pavel

In zwei Teile an zwei Spielorten aufgeteilt war auch die Aufführung anlässlich der Gründung der Gesellschaft zur Förderung klassischer Musik und Kultur e.V. namens Capriccio – Quasimodo

Wann das der Heinrich S. gewusst hätte, dass er es gar nicht derwischt hat, sondern a älteres Ding ,der tät sich reinbeißen – Oper 337

Die hier singenden Personen treten auch in einer anderen Oper auf. Diese entstand ca. 200 Jahre vor der Uraufführung des hier gefragten Werks und hat den Vorzug, erheblich kürzer zu sein: Auf die Idee, das auf zwei Abende zu verteilen, ist bislang wohl noch niemand gekommen. Im Gegenteil: Am selben Abend präsentiert man gern noch ein weiteres Werk der Gattung – Gurnemanz

Die hier gesuchte Liebesszene stammt aus einem Stück von W. Shakespeare. Nicht nur die Liebesszene werde ich in den nächsten Tagen in der DOB sehen und hören – Calisto

...wollte grade einwerfen, dass dieser Tipp zu Nr. 12 gehört. Aber natürlich bist Du, liebe Calisto, viel zu raffiniert für solch grobe Zaunpfähle. Die andere, offensichtliche literarische Vorlage zu Nr. 13 ist ca. 1600 Jahre älter – Nightrider

Hat der Komponist die Vorlage nicht teilweise selbst in seine Sprache übersetzt? Calisto

Er hat das lateinische Original zumindest selbst für seine eigene Nachdichtung des Librettos übersetzt und eingerichtet, da aber auch andere Quellen bis hin zu Shakespeare benutzt – Rideamus

Wenn man als Komponist einen solchen Vornamen hat, kann man diesen Stoff bzw. die auslösenden tragischen Vorgänge (Menin aeide, thea...) ja schlecht ignorieren – Waldi

Einen Tipp soll ich auch noch geben? Ich glaub’, mich tritt ein Pferd... – Armin Diedrich

Sorry, aber dieses Pferd tritt nicht! – Quasimodo

Stimmt, es rollt – Armin Diedrich

Die Dame in dieser Nummer singt bei einem anderen Komponisten und in einer anderen Sprache herzzerreißend, man möge sich an sie erinnern, doch ihr Schicksal vergessen – Miranda

Die Lösung: "Nuit d’ivresse et d’extase infinie" aus LES TROYENS von Hector Berlioz
Lösungsbuchstabe: U
s. "http://www.youtube.com/watch?v=_Xfjgx8vCoM"

Haben wir das Bild der Liebestrunkenheit aus Frankreich importiert oder umgekehrt – oder liegt es gar so nahe, dass es schon der Antike entstammt, wie Berlioz’ Quelle, Vergils „Aeneis“, nahe legt? Ich vermute mal, dass uns Calistos Hinweis auf die Quelle dieses speziellen Duetts am ehesten auf die richtige Spur führt, denn wer sich noch an die Antwort auf die vorige Frage oder gar den Text des Duetts zur „Nuit d’hyménée“ erinnert, in dem von „ardente ivresse“, also brennender Trunkenheit, die Rede ist, wird manches an dem Text dieses herrlichen Duetts wieder erkennen, obwohl es meines Wissens weder bei Homer noch bei Vergil vorkommt.

So, wie sich Berlioz zu dem vorangehenden, nicht weniger schönen Ensemble „Tout n’est que paix et charme“ von einem fast zeitgenössischen Gemälde inspirieren ließ, hatte er auch hier sowohl das untrügliche Gespür für die Zeitlosigkeit seines - nur vordergründig antiken - Stoffes als auch die umfassende Bildung, die richtigen Quellen zu kennen um den entsprechenden Emotionen passenden Ausdruck zu verleihen. Berlioz Qualität als Librettist geht jedoch über die eines geschickten Arrangeurs vertrauter Texte weit hinaus, und wenn ihm irgendein Vorwurf zu machen ist, dann der, dass es nach der Abfolge zweier derart überirdisch schönen Musiken am Ende eines Aktes unmöglich ist, im folgenden noch darüber hinaus zu wachsen. Und dennoch gelingt es ihm fast, indem er sich, wie schon anlässlich des Untergangs Trojas im zweiten Akt von der Liebesgeschichte abwendet und auf die Tragödie seiner zentralen Heldin konzentriert. Aber das ist eine andere Diskussion.

Ich gestehe, dass ich die sagenhafte Königin Dido, die als die Gründerin Karthagos gilt, lange nur mit dem französischen Zungenbrecher identifizierte, der ihren Suizid etwas weniger heldenhaft darstellte:
Car Didon dîna, dit-on,
du dos d'un dodu dindon,
don dû d'un Don,
à qui Didon dit:
Donne, donc, Don,
du dos du dindon dodu!"
(Dido aß, heißt es, vom Rücken eines fetten Truthahns, der fälligen Abgabe eines Don, zu welchem Dido gesagt hatte: Gib mir was, Don, vom Rücken des fetten Truthahns!)

Dass sich mit der Heldin dieses Verses auch eine große Tragödie verbindet, blieb mir während meiner Schulzeit verborgen, und es war tatsächlich erst viel später Berlioz vorbehalten, mir die Augen, und dann auch gleich die Ohren für diese große Geschichte zu öffnen. Heute gilt Berlioz’ Oper zu Recht als eines der ganz großen Werke der Opernliteratur, und es ist kaum mehr zu glauben, dass es fast 100 Jahre lang weitgehend unbekannt war und nur von einigen wenigen Kennern geschätzt wurde, sieht man einmal von der populären Musik zur königlichen Jagd mit anschließendem Sturm ab, die den vierten und für mich schönsten Akt der Oper einleitet. Warum das so ist, sollte man einmal eingehender diskutieren, denn allein aufführungspraktische Gesichtspunkte können kaum ein triftiger Grund gewesen sein. Die zeitgleichen und sehr populären Werke Meyerbeers, Wagners und zum Teil auch Verdis stellen ja keineswegs geringere Ansprüche.

Ich vermute, dass es – neben der bekannten Abneigung der Offiziellen des Pariser Musiklebens gegenüber Berlioz – nicht zuletzt daran lag, dass Berlioz' Libretto ungeachtet allen hochdramatischen Geschehens eine Abfolge emotionsgeladener Tableaus bietet, die auf der Bühne eher undramatisch wirkt, wenn man nicht die gesamte Handlung mit ihren Auswirkungen im eigenen Kopf zusammen fügt. Nicht von ungefähr erschließt sich die ungeheuer moderne Dramaturgie dieser Oper dem Nur-Hörer sehr leicht, während es schon einer außergewöhnlich wirkungssicheren Inszenierung bedarf um dem überwältigenden Höreindruck noch Wesentliches hinzu zu fügen. Darin ist die Oper ihrem nicht weniger epochalen, zeitgenössischen Pendant, Wagners TRISTAN UND ISOLDE, gar nicht so unähnlich.

Während Wagners Musikdrama aber dank königlicher Förderung und einer sehr engagierten Fangemeinde trotz seiner enormen Schwierigkeiten früh in seinem außerordentlichen Rang anerkannt wurde und Verdi, der dritte überragende Komponist jener Epoche, von Anfang an auf große Publikumsunterstützung zählen konnte, mussten Berlioz’ Opern, anders als seine Orchesterhits, eine marginale Existenz fristen, bevor sie endlich in das Bewusstsein eines breiteren, aber immer noch nicht annähernd so großen Publikums wie das seiner Konkurrenten drangen. Immerhin begreifen wir langsam, dass wir es uns nicht leisten können, einige der größten Schöpfungen der Musikgeschichte im Abseits verkümmern zu lassen.

Noch aber ist das ein langsamer Prozess. So wurde auch die in Capriccio begonnene Diskografie der TROYENS mangels hinreichendem Echo und größerer Beteiligung vorzeitig abgebrochen. Die aber kann und sollte unbedingt wieder aufgegriffen und ergänzt werden, was ich mir für die Zeit nach den Rätsellösungen (wieder einmal) vorgenommen habe. Meine damals geposteten Bewertungen gelten aber auch heute noch, und man kann sie hier nachlesen:
BERLIOZ: Les Troyens – Kommentierte Diskografie

Mindestens noch zu ergänzen wären darin, trotz eines suboptimalen Aeneas, vor allem starke Empfehlungen für die Einspielung von Charles Dutoit, die es derzeit leider nur extrem teuer oder auf dem Gebrauchtmarkt gibt,



und natürlich für die außerordentlich gelungene DVD der Pariser Aufführungsserie John Eliot Gardiners mit Anna Maria Antonacci, Susan Graham und Gregory Kunde. Trotz einer nur bedingt begeisternden Inszenierung ist sie heute meine erste Empfehlung für alle, die sich erstmals mit diesem grandiosen Werk auseinandersetzen möchten bzw. können:



Es gibt noch eine Reihe anderer Aufnahmen und TV-Mitschnitte, die ebenfalls einmal einer Diskussion wert wären, etwa das MET-Debüt der Oper unter der Leitung von Rafael Kubelik mit Christa Ludwig, Shirley Verrett und Jon Vickers, das die spätere Aufführung unter James Levine deutlich in den Schatten stellt, John Nelsons Darbietung in Genf mit Antonacci, Anne Sofie von Otter und Kurt Streit oder auch die leider stark gekürzten Einspielungen von Hermann Scherchen oder Georges Pretre, der eine grandiose Régine Crespin zu bieten hat. Aber diese Diskussion gehört wirklich in den Diskographie-Thread und würde hier zu weit führen.

Sehr weit führen auch Eure Funde zur musikalischen Aufarbeitung des trojanischen Krieges und seiner Folgen, die natürlich mit dessen Entstehung in der Lesart Jacques Offenbachs beginnen sollten. Offen gestanden, war ich sehr überrascht davon, wie oft das Thema der verlassenen Dido komponiert wurde, was belegt, wie präsent diese Geschichte einst in ganz Europa war, aber auch, dass Berlioz schon relativ spät dran war, als er Dido zum Thema seiner Oper machte. Viele hielten damals sein - natürlich dem Thema nach bekanntes - Werk deshalb auch für altmodisch. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass sowohl die „Odyssee“ als auch die Aeneis noch eine Fülle von Episoden anbieten, die alle zu diesem Bereich gehören. Aber wo endet er? Immerhin gibt es anscheinend keine sehr stringente Verbindung zwischen Aeneas und den römischen Pendants zu Kain und Abel, genannt Romulus und Remus. Gäbe es eine Oper über Romulus und Remus. von der ich bislang nichts weiß, hätten wir womöglich noch die ganze Geschichte Roms zu berücksichtigen gehabt. Mozarts ASCANIO IN ALBA führt ohnehin schon sehr nahe an die Caesaren heran, denn die Legende will wissen, dass das Geschlecht der Julier, also der ersten Caesaren, auf ihn und damit auch auf seinen Vater Aeneas zurück geht. Irgendwie hängt (nicht nur in der Antike) halt doch alles mit allem zusammen.

Extras: Bungert - Homerische Welt


Cavalli - La Didone
Demarest - Didon
Fux - Enea negli Elisi
Galuppi - Didone abbandonata
Gluck - Iphigénie en Aulide
Gluck - Iphigénie en Tauride
Gluck - Paride ed Elena
Gnecchi - Cassandra
Graupner - Dido, Königin von Karthago
Grétry - Andromaque
Hahn - Nausicaa
Jomelli - Didone abbandonata
Kraus - Aeneas i Cartago eller Dido och Aeneas
Legrenzi - Achilles auf Syros
Mattioli – La Didone
Mercadente - Didone abbandonata
Monteverdi - Il ritorno di Ulisse in patria
Mozart – Ascanio in Alba
Offenbach - La belle Hélène
Piccinni - Didone abbandonata
Piccinni - Didon
Pizetti - Iphigenie
Purcell - Dido and Aeneas
Reimann - Troades
Sarro - Didone abbandonata
Sarti - Didone abbandonata
Scarlatti - Didone delirante
Strauss - Elektra
Strauss - Die ägyptische Helena
Walton - Troilus und Cressida

:hello Riddleamus
Heike (12.01.2011, 19:55):
Lieber Rideamus,
diese Oper habe ich ja nun inzwischen gesehen (und auch darüber berichtet), dann habe ich vor Begeisterung eine DVD gekauft (die Pariser Aufführung mit Gardiner, du unten empfohlen hast) und jetzt bin ich Fan :-)
Das ist wirklich ein außergewöhnlich interessantes Werk, sowohl musikalisch als auch vom Stoff her!
Heike
Rideamus (13.01.2011, 19:35):
Das exquisite Erlebnis dauert oft länger als die eine kostbare Stunde, die in diesem (viel kürzeren) Lied, nach dem wir den bisher so oft besuchten Sprachraum verlassen werden, so angemessen besungen wird.

Der Komponistenname hat trotz seiner Einsilbigkeit zweimal denselben Buchstaben, den wir suchen. Je einen Extrapunkt gibt es für die Nennung von weiteren Liedern desselben Komponisten.

Tipps:

Am Besten stehst du früh auf, die Lösung könnte schon zu Sonnenaufgang hineingekräht werden! - Petemonova

... der ist aber erst gegen acht Uhr. Mit der spanischen Stunde liegt Ihr sprachlich richtig, und irgendwie erinnert mich das gesuchte Stück an Eichendorffs Mondnacht .... – Athene

Was hat denn das mit dem "Kaufmann von Venedig" zu tun ? – Pavel

Wer mit den Hühnern zu Bett geht, der kann leicht beim ersten Hahnenschrei aus den Federn sein. Da ich aber eine Nachteule bin und trotzdem früh aufstehen muss, brauche ich in der Früh Musik und Verse, die Flügel verleihen (und nicht, wie hier etwa fälschlich vermutet werden könnte, Red Bull). Dann kann auch die Morgenstunde eine exquisite sein! – Amelia Grimaldi

Die Nummer 14 flog mir dagegen schon vor dem ersten Hahnenschrei auf Anhieb zu und das ist wahrlich kein Wunder! Das Stück ist ein Wunderwerk, ein Miniaturbijoux, das ich gar nicht genug loben kann und das auch bereits in meiner Forenvergangenheit ausgiebigst und u.A. in Vergleichstudien und mit missionarischem Eifer getan habe. Das war wirklich MEINE Frage! – Fairy Queen

Der Hahn war auch in Wien zu hören, allerdings hatte er hier Mühe, das richtige Körnchen zu finden, weil sich der Wiener Verwandte mit der welschen Zunge schwer tut. Aber Dank der Missionarin aus Lille und ihrer schon vor Monaten geleisteten musikalischen Entwicklungshilfe konnte ich auch diese Nuss knacken! – Severina

Der gesuchte Komponist schrieb schon mit 13 Jahren eines seiner bekanntesten Kunstlieder - es wurde hier schon erwähnt. Er stammt aus einem Land, dem Amerigo Vespucci seinen Namen gab, nicht jedoch aus den Vereinigten Staaten von Amerika. – General Lavine

Der "Hahnenschrei" ist auch bis zu mir durchgedrungen. Gesucht ist ein Komponist, der u. a. Kommandant der Ehrenlegion und Operndirektor war (Mahler ist es nicht...). Geboren wurde er übrigens in einem Land im Süden der "Neuen Welt" – Armin 70

Wer über Nr. 14 brütend Durst bekommt, dem rufe ich zu: Na denn proust! – Gurnemanz

Lebte dieser Komponist noch, so würde sich unsere entzückte Fairy Queen ihm augenblicklich hingeben. So tut sie das nur seinen Werken. Griselig für unsereinen, aber so sind die Frauen... – Waldi

Ein komponierender Operndirektor, der weder Mahler, noch Strauss heißt. – Pavel

Er schrieb auch Ballettmusiken für das ballett russes (Diagilev) auch Opern Liederzyklen und ein Klavierkonzert und er war Offizier der Ehrenlegion – Erzherzog

Der Vater des gesuchten Komponisten war ein hamburger Kaufmann und Ingenieur. Die Mutter stammte aus einer wärmeren Gegend. Doofer Tipp, ich weiß. ... Die Musik ist mir eine Spur zu delikat. Was kann man auch schon von einer Schweinshaxenliebhaberin anderes erwarten? - Calisto

Nach all den biographischen und ornithologischen Tipps fällt mir nichts ein, womit ich euch bei der 14. Frage noch helfen könnte. Außer vielleicht, dass er neben seinen anderen Beschäftigungen auch noch Kritiker für eine französische Zeitung war. Und dass sich sein Vorname irgendwie auf »un jet d'eau« reimt? Aber das wisst ihr bestimmt auch schon. – Nightrider

Der Text zu dem Lied stammt von einem Lyriker, dessen unglückliche Affäre von Agnieszka Holland verfilmt wurde - Heike Nummer 14 war ein GALLier im wahrsten Sinne des Wortes – Armin Diedrich

Der Komponist zeigt in seinem Namen schon die Ambivalenz, die ihm auch im Privatleben zu schaffen machte: immer irgendwie dazwischen. – Miranda I

ch könnte diese Frage nicht lösen, aber sie kann mit Google beantwortet werden. Am besten nach etwas suchen, was sich sowohl im Badezimmer als auch gerne auf Kirchtürmen findet. – Teresa Cellini

Die Lösung: L’heure exquise von Reynaldo Hahn – Lösungsbuchstabe: H
s. http://www.youtube.com/watch?v=rJbqgQxIXA4

Fairy Queen hatte natürlich Recht: das war ihre Frage, aber nicht, weil ich sie speziell für sie gestellt habe, sondern weil es ihre Vorstellung des Komponisten weiland in Tamino war, die mich auf den Liedkomponisten Reynaldo Hahn aufmerksam machte. Ich kannte ihn nämlich bis dahin nur als Komponist reizvoller Operetten, meist nach Texten von Sacha Guitry MOZART; MON BEL INCONNU etc.), Ich hörte mir also flugs und dann mehrfach diese Liederplatte Susan an, in der sie von Roger Vignoles exzellent begleitet wird:



Zum Glück hatte ich sie schon besessen, aber bis dahin noch nie konzentriert gehört, und so stieß ich auf eine Märchenwelt zauberhafter Melodien, die mir als bis dato ziemlicher Liedabstinenzler weitgehend neu war. Ich bin zwar noch immer kein ausgemachter Liebhaber, geschweige denn Kenner dieser Kunstform (Orchesterlieder ausgenommen, die mir stets viel leichter zugänglich waren), aber Hahn gehört seither zu meinen Favoriten, und unter seinen Liedern steht diese Vertonung eines der berühmtesten Gedichte von Paul Verlaine ganz weit oben, wenn nicht an der Spitze. Hier zunächst einmal der Text:

L’HEURE EXQUISE
La lune blanche
luit dans les bois.
De chaque branche p
art une voix
sous la ramée.
O bien aimé....

L'étang reflète,
profond miroir,l
a silhouette
du saule noir
où le vent pleure.
Rêvons, c'est l'heure.

Un vaste et tendre
apaisements
emble descendre
du firmament
que l'astre irise.
C'est l'heure exquise!

Und hier die Übertragung Richard Dehmels, die u. a. von Max Reger und Anton Webern vertont wurde. Er nannte das Gedicht

HELLE NACHT
Weich küsst die Zweige
der weiße Mond.
Ein Flüstern
wohnt im Laub,
als neige,
als schweige
sich der Hain zur Ruh:
Geliebte du -

Der Weiher ruht,
und die Weide schimmert. I
hr Schatten flimmert
in seiner Flut,
und der Wind weint
in den Bäumen:
wir träumen - träumen -

Die Welten leuchten
Beruhigung.
Die Niederung
hebt bleich den feuchten
Schleier hin
zum Himmelssaum.

Bleiben wir beim französischen Original, das auch ohne komponierte Töne schon so sehr wie Musik klingt, dass es vielfach vertont wurde, unter anderem von Chausson, Fauré, Delius, Sokolov und Strawinsky, um nur die bekanntesten zu nennen. Hahns Vertonung aber ist die in meinen Ohren am meisten kongeniale. Man höre sie nur einmal von mehreren Interpret(inn)en wie Marie-Nicole Lemieux (s.o.), Philippe Jarousky „http://www.youtube.com/watch?v=nU-GhfeWSP8) oder ganz besonders in Hahns eigener Interpretation mit seiner Lieblingssängerin Ninon Vallin: http://www.youtube.com/watch?v=tKmmJLVtiMs. Wer da nicht gleich noch weitere Lieder hören will, dem ist nicht zu helfen. Eigentlich würde ich jetzt gerne auf den Thread Fairy Queens zu Reynaldo Hahn verweisen, aber der Betreuber vonTamino hat in einer völlig irrationalen Anwandlung alle von Fairy gestarteten Liederthreads gelöscht, und seither blieb es leider bei Ankündigungen einer Wiederbelebung an anderem Ort, die ihr natürlich virbehalten sein sollte. Vielleicht ist diese Rätsellösung ein Anstoß, ihn zu restaurierewn und wiederauferstehen zu lassen. Soweit ich kann, helfe ich gerne dabei.

Ein ganzes Stück habt Ihr ja auch schon geholfen, indem Ihr diese schöne Liste der besten – oder wenigstens fast aller besonders guten – Lieder Hahns zusammengestellt habt. Wie schon angedeutet: anhören überzeugt mehr als jede Lobeshymne, und kostet kaum mehr Zeit als deren Lektüre.

Extras:


À Chloris
L'automne
L'allée est sans fin
La bonne chanson
Chanson d'automne
Dans la nuit
La dernière valse
L'enamourée En sourdin


Fêtes galantes
Les fontaines
Infidélité
Offrande
Paysage triste
Le printemps
Quand je fus pris au pavillon
Le rossignol des lilas
Si mes vers avaient des ailes
Tous deux



Und wie findet Ihr die Erweiterung des Rätsels auf das Liedrepertoire - und natürlich den Komponisten Reynaldo Hahn?

:hello Riddleamus
Severina (15.01.2011, 00:42):
Lieber Riddleamus,
diese Erweiterung begrüße ich sehr, bei Liedern finde ich eher mein Korn als bei den Musicals, durch deren Welt ich immer noch ziemlich blind tappe.
Fairys missionarischer Eifer punkto Hahn hat auch bei mir gefruchtet, sodass ich wirklich sofort auf den Komponisten kam, nur am genauen Liedtitel musste ich lange herumtüfteln. In meinem nächsten Leben lerne ich Französisch! :D
Die von Dir gepriesene CD mit Susan Graham liebe ich auch heiß und nnig!
lg Sevi :hello
Heike (15.01.2011, 08:16):
Lieber Riddleamus,
nur dank der guten Tipps und google habe ich dieses Lied-Rätsel rausbekommen, von Herrn Hahn habe ich bisher noch nichts gehört (wobei ich wohl einiges versäumt habe). Ich finde die Erweiterung auf das Liedrepertoire aber gut, ich höre gern Lieder, habe aber keinerlei Ahnung davon und bekomme so die eine oder andere Anregung für CDs.
Heike
Fairy Queen (16.01.2011, 10:46):
Lieber Rideamus, ich habe- wie es sich derzeit anlässt- leider 2011 noch weniger Zeit als 2010 mich in virtuellen Lebensräumen herumzutreiben. Dass mein Reynaldo-Hahn Faden in Tamino gelöscht wurde, wäre mir gar nicht aufgefallen, aber ich empfinde das als Entlastung, denn ich möchte an diesem Ort nicht mehr präsent sein.
Dass ich die Lieder/Werke dieses Komponisten einigen Menschen mit grossem missionarischen Eifer, der einer ungeheuren Begeisterung entspringt, bekannt gemacht habe, freut mich aber weiterhin ungemein und vielleicht kann ich mit deiner(und anderer) Hilfe ,wenn das erwünscht ist, auch den biographischen Essai wiedeauferstehen lassen. Das Leben und Schaffen Reynaldo Hahns ist ein Symbol der in Frankreich als "belle epoque" bezeichneten Zeit und verführt genauso zum Träumen und Abdriften in andere (schönere? melancholischere? reichere?) Welten wie seine Lieder.

Das schöne Râtsel konnte ich leider auch nciht weiter verfolgen, geschweige denn lösen- das nciht virtuelle Leben hat mich quasi rund um die Uhr in seinen Klauen. Was aber keinesfalls Grund zum Klagen ist und nicht so verstanden werden will, im Gegenteil.

Besonders spannend ist eine Raritäten-Cd , auf der Reynaldo Hahn selbst einige seiner Lieder (und die anderer Komponisten singt). Er war ja nicht nur Wunderkind, Komponist, Pianist, Muse (oder muss man hier sagen "Muserich?), Operndirektor, Kulturjournalist, Salon-Liebling, und Operettenstar sondern auch Sänger und hatte eine leichte und sehr angenehme Baritonstimme.

Seine Qualitäten als Klavierbegleiter der "Heure exquise" (neben "A Chloris" mein Hahn-Lied-Favorit) kann man auf youtube anhören. Er begleitet die frz. Sopranistin Ninon Vallin, mit der zusammen er Konzertreisen gemacht hat, und die für ihn eine ideale Interpretin seiner Lieder war.


http://www.youtube.com/watch?v=tKmmJLVtiMs
Weiteres dazu kommt sicher irgendwann.......

F.Q.
Waldi (16.01.2011, 11:51):
Meine Lieben,

Zwar bin ich im Liedbereich nicht besonders versiert, aber gerade deswegen freut es mich, wenn Du, lieber Rideamus, diesem Zustand auf solche Weise abhilfst.

Die Vallin samt Hahn habe ich mir gerade angehört und kann Fairy sehr gut verstehen. Das ist wirklich großartig. Ich stürze zwar jetzt nicht ins nächste CD-Geschäft, aber nestroyisch ausgedrückt: Bei vorkommender Gelegenheit werde ich das in mir aufsteigende Verlangen eventuell in wohlwollende Erwägung ziehen. Trotz Hungertuch-Visionen. :D

Liebe Grüße
Waldi
Rideamus (16.01.2011, 15:35):
Liebe Leute,

bei so guten Rückmeldungewn wünscht man sich ja direkt, dass man sich im Liedbereich besser auskennen würde.

Ich werde mir Euer Interesse für die Zukunft vormerken, aber Ihr müsst nicht befürchten, dass ich jetzt vom Musical- zum Liedspezialisten mutiere. Dessenungeachtet bin ich natürlich gerne dabei, wenn Fairy oder andere auf dem Sektor Unterstützung brauchen, die ich geben kann (was mir bekanntlich nur in sehr geringem Umfang möglich ist).

Ansonsten bitte ich um Verständnis, wenn es derzeit mit den Lösungen nur langsam voran geht, aber ich muss gerade einen neuen PC anlernen, was sehr viel Zeit kostet, und falle übernächste Woche für ein paar Tage aus. Also übt Euch bitte in Geduld. Irgendwann wird es irgendwie weitergehen.

:hello Riddleamus
Rideamus (28.01.2011, 10:10):
Nach der leider unvermeidlichen Zwangspause kann es nun endlich mit den Lösungen weiter gehen. Ich bitte um Verständnis, wenn ich mich fortan etwas kürzer fasse, damit ich irgendwann doch noch fertig werde. Bei der nächsten Frage fällt mir das leicht, denn zum einen gibt es bei Capriccio einen wunderbaren, wenn auch leider früh abgebrochenen Thread, in dem vor allem Areios und Edwin schon mehr und Besseres zu dem Werk geschrieben haben, als man in den meisten Konzertführern findet: http://www.capriccio-kulturforum.de/vokalmusik/2333-orff-carmina-burana-ein-meister-machwerk/?. Zudem gibt es neben Ravels BOLERO wohl keine Komposition des 20. Jahrhunderts, die häufiger eingespielt wurde und populärer ist. Aber der Reihe nach, denn wir verlassen erneut den Bereich des Musiktheaters - oder auch nicht:

FRAGE 15
In einer Stunde süßesten Entzückens kann man sich sogar in nicht mehr lebendigen Sprachen dem Trauten in höchsten Tönen hingeben.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des zweiten Wortes im Titel des gesuchten Werkes. Extrapunkte gibt es heute für die Nennung von Werken, die Komponisten in einer Sprache gefertigt haben, mit der sie nicht aufgewachsen sind.

Tipps:

Die Sprachen mögen nicht mehr lebendig sein, das gesuchte Stück ist es umso mehr und die glückliche Einleitung kennen sogar Leute, die mit "Klassik" nichts am Hut haben – Athene

Der gesuchte Komponist hatte eine Vorliebe für alte Sprachen und heimatliche Dialekte und so vertonte er in solchen Sprachen viele seiner Vokalwerke. – Armin70

Mit einem gebratenen Schwan im Bauch lässt sich leicht singen. – Pavel

Der Komponist des heutigen Rätsels hat sich u.a. der Förderung des musikalischen Nachwuchses intensiv verschrieben. Ein spezielles Instrumentarium wurde ebenfalls nach ihm benannt. "Adriana Lecouvreur" hat mit dem gesuchten Werk gar nichts zu tun, aber der "Tenorhammer" daraus hat den Superlativ mit ihm (fast) gemeinsam. Alles klar? – Amelia Grimaldi

Der "Tenorhammer" ist aber auch textlich ein solcher. Ich jedenfalls würde mich bedanken, wenn in mir das süßeste Bild der Mutter gesehen würde. - Athene

Der von Rideamus gesuchte Titel (heute will er es genau wissen!!) ist es, auf den sich mein "Lecouvreur"-Tipp bezieht - nicht auf die gesamte Sammlung, in der der gesuchte Titel fast letztendlich auftaucht. – Amelia Grimaldi

In der Tat will ich es heute auf die Nummer genau wissen, die ich in der Frage paraphrasiert habe, denn soooo viele auf eine tote Sprache komponierte Bühnenwerke (Messen etc. habe ich ja ausgeschlossen) gibt es wirklich nicht. Ohne das wäre die Frage zu leicht. Eigentlich ist sie es auch so, denn spätestens bei den höchsten Tönen scheidet der Chor ja auch aus, oder? – Riddleamus

In diesem Werk wird in gleich mehreren seltsamen Sprachen gesungen und von seltsamen Vögeln. Die gesuchte Nummer ist sehr schön, aber auch ziemlich kurz. – Nightrider

An anderer Stelle in dem gesuchten Werk berichtet ein seltsamer Abt von seinem Wirken. Der Komponist behauptete von sich, Mitglied einer berühmten Kleingruppe gewesen zu sein, deren Führer leider Kopf und Leben verloren, aber man hätte ihm zurufen können: Du schollst nicht lügen! – Waldi

Die Totalität der Hingabe wird hier mit extrem Süßem kredenzt. – Gurnemanz

Der Eingangschor des Werkes ist ziemlich populär und auch häufig in der Werbung und bei Sportevents zu hören. – Heike

Nur auf Schlaginstrumenten sollte man dieses Werk des Komponisten nicht aufführen; es gibt aber immerhin eine Fassung für zwei Klaviere und 4 Schlagzeuger. Ein Gestirn verbindet die Anfangs- und die Schlussnummer des Werkes mit Nr. 14. – Quasimodo

Zum Text der 15 kann man nur sagen: du lieber (gesottener) Schwan! Wenn man das alles wortwörtlich übersetzt, muss man dieses Werk für unter 18 jährige verbieten. Gut, dass kaum noch einer diese Sprache kann. – Fairy Queen

Der Bibliothekar denkt beim heute gesuchten Werk zunächst einmal an Clm 4660 – Armin Diedrich

Ich dachte zuerst an meine Schulzeit und an einen unglücklich verliebten Dichter, die Sprache war die richtige, aber nicht um diesen Mann und die von ihm "angebetete" Geliebte. – Teresa Cellini

Für Legastheniker könnte der Komponistenname ein halber Ur-Sänger sein... - Miranda

Die Lösung: In trutina bzw. Dulcissime aus CARMINA BURANA von Carl Orff
Lösungsbuchstabe: U
s. http://www.youtube.com/watch?v=irRVdkzUh-0&feature=related

Gibt es überhaupt einen Klassikliebhaber, der diese Komposition nicht kennt? Vielleicht ist es gerade ihre Popularität, die heute einer (noch) größeren Anerkennung im Wege steht und zu der durchaus treffenden Bezeichnung „Meister-Machwerk“ geführt hat. Ich kenne nur weniger Werke des klassischen Kanons, die so sehr das nur im Englischen gängige Prädikat der „guilty pleasures“, der schuldbeladenen Freuden, verdienen. Das hat nicht nur mit den mehrfach angedeuteten und im oben zitierten Thread sehr konkret beschriebenen sexuellen Anspielungen zu tun, denen man noch andere aus dem Kanon der sieben Todsünden hinzufügen könnte. Die CARMINA BURANA sind nämlich eines jener ganz seltenen Werke, deren verführerischem Sog (mitsamt dem dahinter stehenden Kalkül) man sich bereits beim ersten Hören bewusst ist, und dem man dennoch bereitwillig nachgibt. Zur „Strafe“ für seine als leicht peinlich empfundene, einfache Verführbarkeit behält sich mancher Hörer dann einen Rest Verachtung vor – mehr oder weniger uneingestanden für sich selbst, aber jedenfalls umgelenkt auf das Werk und seinen Komponisten.

Muss ich wirklich noch erläutern, dass dieses zwischen 1934 und 1936 entstandene Werk nach dem Fundort seiner Texte, dem Kloster Benediktbeuren, benannt wurde, mit Bauernliedern (wie ich angesichts der Grobheit mancher Texte lange dachte) also nicht zwangsläufig zu tun hat? Die Entstehungsgeschichte dieser „weltlichen Gesänge für Soli und Chor mit Begleitung von Instrumenten und mit magischen Bildern“ sowie deren Bedeutung in Orffs Werk ist von jedem Interessenten leicht im Web nachzulesen. Interessanter wäre schon eine Diskussion der Frage, warum die von Orff als Nachfolgewerke innerhalb einer Trilogie deklarierten CATULLI CARMINA und TRIONFO DI AFRODITE bei weitem nicht die gleiche Popularität erringen konnten. Das aber würde hier zu weit führen, ebenso wie eine Auseinandersetzung mit den teilweise erhaltenen, aber nur sehr ungefähr zu rekonstruierenden Originalkompositionen. Da niemand sie hier genannt hat, kann ich mich zum Glück auf den Hinweis beschränken, dass es auch dazu eine Diskussion gibt, nämlich hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/voka…=Carmina+burana. Da ich aber nicht zu jenen gehören, die das Original „cooler“ finden als die Komposition Orffs und es folglich auch nicht wirklich kenne, schweige ich lieber dazu.

Kenne gelernt habe ich das Werk vor Jahrzehnten in einer Aufnahme von Herbert Kegel, die heute noch für wenig Geld zu haben ist, und die ich (von der reduzierten Klangqualität mal abgesehen) nach wie vor lobenswert finde:



Danach legte ich mir noch, lange vergriffene, Aufnahmen von Eugene Ormandy und Franz Welser-Möst zu, die meine Wertschätzung aber nicht wesentlich vertiefen konnten, zumal ich in der Zwischenzeit die – später von Orff autorisierte - Einspielung Kurt Eichhorns mit Lucia Popp, Hermann Prey und John van Kesteren kennen lernte, die für mich seither, eingedenk der von Orff geforderten „magischen Bilder“ der Maßstab für eine optimale Interpretation des Werkes blieb. Sie ist bis heute fraglos ein Muss für jeden, der diese Komposition in einer optimalen Darbietung erleben will, zumal die DVD als Dokument einer richtigen Inszenierung erstaunlicherweise nach wie vor konkurrenzlos ist.



Erst in der Vorbereitung für dieses Rätsel hörte ich mir wieder einmal andere Aufnahmen an und stellte fest, dass es doch noch Steigerungsmöglichkeiten gibt, die vor allem in den beiden nachfolgend genannten Aufnahmen deutlich werden. Dank der enorm sinnlichen Interpretation Nathalie Dessays (s. das Beispiel oben) musste sogar die von mir sehr geschätzte Lucia Popp den Favoritenplatz für die Sopranpartie abgeben.



Auf der Basis der Hörschnipsel finde ich auch die von Areios empfohlene Aufnahme von Daniel Harding mit Patricia Petibon und Christian Gerhaher sehr reizvoll. Wer sich eine neue Aufnahme der CARMINA BURANA zulegen möchte, fährt damit wohl bestimmt nicht schlecht:



Nur: brauche ich neben den sehr guten, bei mir bereits vorhandenen Aufnahmen wirklich noch eine Vollpreisedition des Werkes? Vielleicht wollt Ihr aber auch noch andere maßstäbliche Einspielungen vorstellen.

Wie immer spannend fand ich Eure Vorschläge fremdsprachiger Kompositionen, wobei man wohl zwischen Emigranten wie Händel, Weber, Abraham oder Kurt Weill, welche „nur“ die Sprache ihrer Wahlheimat oder Auftraggeber übernahmen, und anderen unterscheiden muss, die höchst verschiedene, aber bestimmt sehr interessante Gründe für die Wahl ihrer fremdsprachigen Librettotexte hatten. Die aber sind Grundlage einer ganz anderen Geschichte, hoffentlich einmal auch eines eigenen Threads.

Extras:
Pál Abraham (ungarisch) – Blume von Hawaii / Ball im Savoy (deutsch)
Antonio Bibalo (spanisch) - Froken Julie (norwegisch)
Eugen d’Albert (französisch) – Tiefland (deutsch) ein Grenzfall, da mehrsprachig
Violeta Dinescu (rumänisch) - Eréndira (deutsch)
Eötvös (ungarisch) - Love and other Demons (englisch, spanisch, Latein und Yoruba)
Flotow (deutsch) – Le forestier (französisch)
Händel (deutsch) - Israel in Egypt (englisch)
Händel (deutsch) – The Messiah (englisch)
Henze (deutsch) – The Bassarides (englisch)
Henze (deutsch) – Elegy for Young Lovers (englisch)
Henze (deutsch) – The English Cat (englisch)
Henze (deutsch) – Moralities (englisch)
Henze (deutsch) - Venus and Adonis (englisch)
Imre Kálmán (ungarisch-deutsch) – Golden Dawn (englisch)
Ruggero Leoncavallo (italienisch) – Der Roland von Berlin (deutsch)
Frederick Loewe (deutsch) – Brigadoon, My Fair Lady u.a. (englisch)
Mozart (deutsch) – Apollo et Hyacinthus (lateinisch)
Carl Orff (deutsch) – Catulli carmina (lateinisch)
Carl Orff (deutsch) – Ludus de nato infante mirificus (lateinisch)
Carl Orff (deutsch) – Prometheus (altgriechisch)
Carl Orff (deutsch) – Trionfo di Afrodite (lateinisch, altgriechisch)
Penderecki (polnisch) – Die Teufel von Loudun (deutsch)
Prokofjew (russisch) – L’amour des trois oranges (französisch)
Saint-Saens (französisch) – Samson und Delila (deutsch)
Salieri (italienisch) – Die Neger (deutsch)
Salieri (italienisch) – Der Rauchfangkehrer (deutsch)
Schönberg (deutsch) - A Survivor from Warsaw (Englisch und Hebräisch)
Schostakowitsch (russisch) - Aus jüdischer Volkspoesie (jiddisch, deutsch)
Strawinsky (russisch) – Oedipus Rex (lateinisch)
Strawinsky (russisch) – The Rake’s Progress (englisch)
Weber (deutsch) – Oberon or The Elf King’s Oath (englisch)
Weill (deutsch) – Lady in the Dark (englisch)
Weill (deutsch) – Street Scene (englisch)

:hello Riddleamus
Severina (28.01.2011, 13:16):
Lieber Riddleamus,
ich gestehe, mich dem "verführerischen Sog" der CB nur zu gerne und ganz ohne schlechtes Gewissen hinzugeben, weil ich nicht der Meinung bin, Popularität bedeute zwangsläufig einen "Punketabzug", was den musikalischen Anspruch betrifft.

Ich besitze u.a. eine Einspielung von Zubin Mehta mit den Londonern, Solitsten sind Sumi Jo, Jochen Kowalski, Boje Skovhus. Nicht dass ich das für eine Reverenzaufnahme halte, aber der Vollständigkeit halber wil ich sie erwähnen.

lg Sevi :hello
Rideamus (31.01.2011, 13:04):
Liebe Sevi,

den Grund für den "Punkteabzug" sehe ich weniger in der Popularität des Werkes, da er dann ja auch Leute wie Mozart oder Beethoven treffen müsste, sondern in seiner Kalkuliertheit. Man spürt, wie man da hinein gelockt wird und ist sich nicht ganz sicher, ob das mit lauteren Mitteln geschieht. Aber das ist eine andere Baustelle. Weiter mit den überfälligen Rätsellösungen. Dabei ist das mit dem "kurz fassen" gerade bei der nächsten Frage so eine Sache, denn da geht es gleich um einige Lieblingswerke von mir, aber ich versuch's mal trotzdem:

Liebe verführt bekanntlich nicht zwangsläufig zur Logik. So wünscht sich hier eine unverhofft Geliebte, dass ihre Freunde sie gerade jetzt sehen könnten, obwohl der Moment, bei realistischem Licht besehen, nicht unbedingt der beste dafür ist. In der Version, in der eine amerikanische Schauspielerin das singt, ist es aber harmlos, denn das Eigentliche nicht zu zeigen und trotzdem deutlich zu machen, hat der geniale Regisseur gut gelöst.

Diesmal suchen wir - neben Werktitel und Komponisten - den ersten Buchstaben des Werktitels. Je einen Extrapunkt kriegt jede/r, die bzw. der Titel, Regisseur und Hauptdarstellerin der Vorlage dieses musikalischen Bühnenwerkes nennt.

Tipps:

Auch bei Rätsel Nummer 16 bleibt Rideamus bei der Geschmacksrichtung von Rätsel 15 - wenn auch in anderer Zunge – Amelia Grimaldi

Na, ob der Komponist von Nr. 15 das ähnlich sehen würde, lebte er noch? Aber es ist was dran. Allerdings ist die Heldin von Nr. 15 wohl im Wortsinn Amateurin und die von Nr. 16 Profi - Rideamus

Nicht nur Calisto wird sich angesichts des von ihr sehr gefürchteten Genres über wohltätige Tipps der Ratefreunde freuen. Und ob Zahlen in den Titeln von gesuchtem Stück und Vorlage vorkommen? NEIN – Athene

Die Hauptdarstellerin bekommt nicht ihren verdienten Oscar – Nightrider

Die im Rätsel erwähnte Nicht-Oscar-Preisträgerin hatte zuvor schon einmal einen solchen Profi gespielt; umgekehrt handelte es sich da allerdings um einen Spielfilm, dessen Vorlage ein musikalisches Bühnenwerk war. – Quasimodo

Der Extrapunktregisseur drehte einst einen Film mit einer schwedischen Dame, die in der ewigen Stadt für kurze Zeit in einem Brunnen stand. – Calisto

Die Schauspielerin kennst Du bestimmt. Über die Schauspielerin kommt man bei YouTube auf einen Clip, der zwei der genannten Titel verbindet. Einer davon ist der gesuchte. Es geht auch anders, denn fast alle sogenannten Paraphrasen meiner Fragen sind Übersetzungen. und wenn man die Originalsprache richtig identifiziert, findet man ganz schnell den Songtitel. Der Rest ist "gewusst wo", wie z. B. gerade ausgeführt. – Riddleamus

Der Text stammt von zwei Autoren, der männliche wurde bei uns auch bekannt durch Barfüßiges, das mit Robert Redford und Jane Fonda zu tun hat. – Waldi

Einer oder der bekannteste Song aus dem Werk wurde oft gecovert und auch von QUEEN live im Wembley Stadium am 12 Juli 1986 gesungen. - Heike

Der Tipp von Amelia Grimaldi beendete die (unruhigen) Nächte. – Pavel

Ein Film war Vorlage für das Werk, das Werk wurde ebenfalls verfilmt. Die Hauptdarstellerin hatte allerdings noch in einem anderen Film mitgewirkt, dessen Grundlage ebenfalls ein musikdramatisches Werk war. (Allerdings war die Musik, die wiederum von einer Komponistin stammte, für den Film weggelassen worden.) – Teresa Cellini

Die gesuchte Schauspielerin war das einzige weibliche Mitglied des legendären "Rat Pack". In der gesuchten Musicalverfilmung, in der diese Schauspielerin die weibliche Hauptrolle spielte, war übrigens auch ein weiteres Mitglied des "Rat Pack" dabei. – Armin70

Da singt man z. B.
"The minute you walked in the joint ....
I could see you were a man of distinction,
a real * * " – Heike

"Fate la caritá" ist aus einem anderen Bühnenwerk... - Armin Diedrich

Der für die Zusatzpunkte gesuchte Regisseur hat auch das Leben des berühmtesten Liebhabers aller Zeiten verfilmt. - Miranda

Die Lösung: „If My Friends Could See Me Now“ aus SWEET CHARITY von Cy Coleman

s. http://www.youtube.com/watch?v=JMcAt7Ojd

Fangen wir zur Abwechslung mal am Ende an, denn Federico Fellinis als Extra erfragter Film LE NOTTE DI CABIRIA um die entgegen aller Lebenserfahrung hoffnungsfrohe Prostituierte, die so hinreißend von Giulietta Masina verkörpert wurde, ist tatsächlich die Wurzel aller Antworten dieses Fragenkomplexes:



Natürlich gibt es Geschichten über Hetären mit goldenem Herzen schon seit dem klassischen Altertum, aber wenige wurden so anrührend erzählt, wie in diesem derb neoralistischen, teils aber auch zauberhaften Film. Es verwundert daher nicht unbedingt, dass der Regisseur und Choreograph Bob Fosse an diesen Stoff dachte, als er ein Vehikel für seine damalige Frau, die Tänzerin Gwen Verdon, suchte. Eher verwundert bei diesem europäischen Stoff schon seine Wahl des Komponisten, denn Cy Coleman (eigentlich Seymour Kaufman, 1929-2004) war bis dahin eigentlich nur mit erzamerikanischen Stoffen, Popsongs wie „Witchcraft“, zwei Musicals für die amerikanischen Fernsehstars Lucille Ball (WILDCAT, 1960) und Sid Caesar (LITTLE ME, 1962) und davor noch mit einem erfolgreichen Jazzensemble hervorgetreten.



Fosse wollte aber auch gar kein europäisches Musical, sondern verpflanzte die Geschichte nach New York, machte aus der Prostituierten eine im prüden Amerika weniger anstößige Eintänzerin, wobei sich niemand Illusionen über ihren wirklichen Beruf machte, und variierte die Geschichte um die naive Unschuld, die selbst vom unverkennbarsten Augenschein nicht von ihrem Glauben an das Gute in ihren Mitmenschen abzubringen ist. So lernen wir die charakteristisch benannte Charity Hope Valentine bei einem Spaziergang mit einem zwielichtigen Mann im Park kennen. Vor Freude, mit ihm liiert zu sein, bekennt sie ihm, dass sie schon die Bezahlung für ihre gemeinsamen Möbel bei sich trage. Daraufhin reißt ihr der Mann die Tasche vom Arm und wirft sie in den nächsten Brunnen. Charity aber kehrt unverdrossen in ihren Tanzclub zurück, wo man die Klienten mit dem Hit „Hey, Big Spender, spend a little time with me!“ begrüßt. Später gerät sie dann mit einem glamourösen Italiener zusammen, in dessen Apartment sie sich eine Weile umworben fühlen darf und aufjauchzt: Wenn doch nur ihre Freunde sie jetzt sehen könnten. Das ist der Vorlauf zu dem erfragten Lied „If My Friends Could See Me Now“. Natürlich geht die Geschichte ganz anders weiter als Charity es sich erträumt. Aber den Rest brauche ich nicht aufzuschreiben, den könnt Ihr könnt Ihr hier nachlesen: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…arity#post79786

Für das Buch des Musicals tat sich Cy Coleman wieder mit seinem Coautor von LITTLE ME, Neil Simon, zusammen, der auch bei uns durch erfolgreich verfilmte Boulevardkomödien wir „Barfuß im Park“ oder „Die Sunshine Boys“ populär wurde. Als Librettistin wählte er die bewährte Dorothy Fields („I Can’t Give You Anything but Love, Baby“), die nach dem Tode ihres Bruders Herbert, mit dem sie u. a. Irving Berlins ANNIE GET YOUR GUN verfasst hatte, alleine arbeitete und später mit Coleman auch noch das Musical SEESAW erarbeitete, von dem noch die Rede sein wird. Beide standen bald vor einem Problem, denn ursprünglich sollte ihr Musical nur die Hälfte eines Zweiteilers sein. Als der andere Teil ausfiel, wurde das Stück auf abendfüllende Länge gestreckt, was wegen der schon sehr episodenhaften Natur von Fellinis Vorlage gar nicht so einfach war und einige Lücken aufriss, die nie überzeugend geschlossen wurden. So ist die – musikalisch spektakuläre – Einlage „The Rhythm of Life“ mit dem, im Film von Sammy Davis verkörperten, Sektenprediger zwar ein hinreißendes Musikstück, hat mit dem Rest der Geschichte, in den man dann erst mühsam wieder hinein finden muss, aber eigentlich nichts zu tun. Nichtsdestoweniger wurde das Musical Fosses erfolgreichste Arbeit vor CABARET und Colemans größter internationaler Erfolg überhaupt.



Dazu trug fraglos auch die Verfilmung bei, obwohl sie bei einem Budget von US $ 20 Mio. und einem unmittelbaren Einspiel von nur $ 4 Mio. kommerziell ein ziemliches Desaster war, obwohl das Studio sich mit dem Einsatz der als leichtes Mädchen mit goldenem Herzen bestens bewährten Shirley MacLaine an Stelle von Gwen Verdon noch abzusichern versucht hatte. Immerhin war die Umbesetzung ein Geniestreich, und nicht von ungefähr identifizierte sich die Schauspielerin später besonders gerne mit zwei sehr ähnlichen Rollen aus Musicals, die sie nicht auf der Bühne, wohl aber im Film unsterblich gemacht hatte: IRMA LA DOUCE und SWEET CHARITY. In den Tipps hat Quasimodo auf einen sehenswerten Clip hingewiesen, in dem sie beide Charaktere und ihre Lieder verknüpft:

http://www.youtube.com/watch?v=zRtOhuyRrxQ&feature=related

Damit sind wir schon bei den Zusatzfragen zu Shirley MacLaine, die manche leider vor schwere Aufgaben stellten:

Das Umfeld ist sogar noch vielfältiger und verdient eine eigene Frage: die Schauspielerin hat nämlich nicht nur singend und tanzend in zwei Musicalverfilmungen mitgewirkt, darunter die hier gefragte. In dem von Quasimodo angesprochenen Film mit dem fraglichen (bzw. fragwürdigen) Beruf hatte sie dennoch und trotz einer Musicalvorlage nur einen Tanz und zwei Worte zu singen (dis donc), weil sonst alle Musiknummern gestrichen wurden, die man sonst hätte übersetzen müssen. Statt dessen komponierte André Previn eine - auch nicht schlechte - eigene Musik, zum Teil mit Motiven der Originale Marguerite Monnots.
Daneben hatte sie aber auch in zwei besonders guten Filmen mitgespielt, die Vorlagen für spätere Musicals wurden. Eines davon hatte Versprechungen im Titel und eines eine Wippe. Und schließlich spielte sie noch in einem ganz anderen Werk über eine Opernverfilmung eine sehr bekannte japanische Vertreterin eines ähnlichen Berufsstandes wie dem hier angesprochenen.
Wer kann für zwei weitere Extrapunkte alle Werke mit ihren Vorlagen nennen?

Die Frage galt natürlich Shirley MacLaine und den beiden genannten Filmen. Die hervorragenden unmusikalischen Vorlagen zweier Musicals waren die Filme DAS APARTMENT von Billy Wilder, aus dem Burt Bacharach später das Musical PROMISES, PROMISES machte, und das bereits erwähnte Kammerspiel SPIEL ZU ZWEIT (TWO FOR THE SEESAW) von Robert Wise mit Robert Mitchum, aus dem Coleman und Fields das viel zu unbekannte Jazzmusical SEESAW (=Wippe) machten, das ungeheuer viel Gespür für das New Yorker Lebensgefühl aufweist und auch als Film ansehenswert ist:



Das letzte erfragte Werk war die Komödie MY GEISHA von Jack Cardiff, in der Shirley MacLaine an der Seite Yves Montands eine Hollywoodschauspielerin verkörpert, deren Ehemann einmal ohne sie einen Film machen möchte und dafür auf MADAME BUTTERFLY verfällt. Natürlich gibt sich Shirley MacLaine als Geisha aus und spielt unerkannt die Hauptrolle, kann am Schluss aber weise eine Ehekrise vermeiden. Das hört sich so hirnrissig an, wie es ist, ist aber dennoch mit sehr viel Charme gemacht und mindestens jedem Liebhaber Puccinis ans Herz zu legen:



Bleibt noch eine Anmerkung zu dem Musical IRMA LA DOUCE, das die meisten nur aus der gesangslosen, aber höchst gelungenen Verfilmung Billy Wilders kennen. Wer einmal erahnen möchte, worum es bei diesem Stoff wirklich geht, und wie viel Qualität geopfert wurde, als man die Lieder Marguerite Monnots, der Lieblingskomponistin Edith Piafs („Milord“, „Hymne à l’amour“) strich, sollte mal in diese Ausschnitte mit der Pariser Hauptdarstellerin des Originals, Colette Renard, hinein hören: „http://www.youtube.com/watch?v=smWGSKV0DwM“. Kenner werden manches in der Filmmusik André Previns wiedererkennen, so das angesprochene Dis-donc, zu dem Irma auf den Tischen tanzt ("http://www.youtube.com/watch?v=bLQYsTNKaoU“) aber das Original ist letztlich unübertrefflich.

Und noch ein Letztes: einige findige Ratefreunde fanden noch einen weiteren Film mit Shirley MacLaine, in dem sie zwar nur eine Nebenrolle spielt, den ich aber natürlich anerkannt habe, denn daraus wurde später der Hit HELLO DOLLY von Jerry Herman:


Ich hoffe, dieser unfreiwillige und leider auch nur sehr kursorische Rundgang durch die Welt des Films und Musicals war auch für die Klassikfreunde einigermaßen informativ und interessant.

:hello Riddleamus
Rideamus (02.02.2011, 15:51):
Wenn man aus liebevollen Träumen erwacht, folgt meistens der Absturz. Hier aber wird ein schlimmes Missverständnis aufgeklärt und folgt ein Happy End, das menschliches Vorstellungsvermögen übersteigt, jedenfalls für die Betroffene.

Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung weiterer Werke, in denen etwas Entscheidendes geschieht, während jemand schläft.

Tipps:

Genauso wie der gesuchte Komponist dieser Oper heißt ein spritziges Gesöff, dessen Bestandteil u. a. Schampus ist. Cheers – Armin70

Auch wenn es für deutsche Ohren so klingen mag: eine Sonnenanbeterin ist unsere Heldin nicht. – Athene

Maria Callas hat die Schwierigkeiten dieser Partie mit schlafwandlerischer Sicherheit und berückender Schönheit bewältigt! – Amelia Grimaldi

Z.B. 1957 in einer auf Tonträger verewigten Galavorstellung zur Eröffnung des seinerzeit neuen Kölner Opernhauses am Offenbachplatz - Quasimodo

Bei der Vorlage dieses Stückes hat wieder ein Viel- "Schreiber" seine Hände im Spiel und mit dieser Oper hat auch eine Sängerin Triumphe gefeiert, die bei der Uraufführung von Beethovens Neunter mitgewirkt hat. - Erzherzog

Der Anfang einer bekannten Arie dieses Stückes ist im Sarkophag des (mit 34 Jahren) verstorbenen Komponisten eingraviert – Pavel

Diese wunderbare Oper hat was O-beiniges: Erst kriegen sie sich, dann gehen sie auseinander, dann kriegen sie sich wieder. – Calisto

Hier ist nur der Schlussteil der letzten Nummer dieser Oper gesucht; die umfangreiche Nummer besteht aus (höchst trauriger) Arie, Szene und Cabaletta mit Chor; in letzterer wird gejubelt, was das Zeug hält! – Quasimodo

In der MET war das besonders lustig, weil Natalie Dessay sich für die Cabaletta umziehen und dem Dirigenten Einhalt gebieten musste, weil sie nicht rechtzeitig zum Jubeln fertig wurde. – Rideamus

Nicht WIE man sich bettet, ist manchmal entscheidend, sondern WO – Severina

Tiefenpsychologisch betrachtet, stellt sich freilich die Frage, ob hinter diesem Missverständnis, doch mehr stecken könnte. Immerhin war der Schauplatz ein bestimmtes Zimmer in einem Gebäude, wo es sicher noch weitere Zimmer zur Wahl gegeben hätte. – Teresa Cellini

Die Mädchen, die haben besonderen Reiz
in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz!
Was Vico Torriani sang, wusste ein sizilianischer Komponist schon lange! - Waldi

Die Lösung: „Ah! Non giunge“ aus LA SONNAMBULA von Vincenzo Bellini. Lösungsbuchstabe: N
s. „http://www.youtube.com/watch?v=HarPbspMQT4“

Bei dieser Lösung kann ich mich wirklich kurz fassen, denn zufällig wurde erst unlängst eine Diskussion über diese Oper losgetreten, in der fast alles steht, was ich dazu zu sagen habe. Ihr findet sie ab hier: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?postid=92407#post92407

Trotz (oder wegen?) ihres nicht gerade geistvollen Librettos gilt diese Oper zu Recht als der Inbegriff des Belcanto schlechthin, und das ist einzig und allein das Verdienst von Bellinis Melodien, die er mit einem besonders großen Füllhorn über sein Werk verteilte, so dass es schon als ein kleines Wunder gelten kann, dass die hier erfragte abschließende Arie der Amina trotzdem noch immer als ein Höhepunkt der Oper gelten kann. Jedenfalls in der Interpretation Nathalie Dessays, die zum Glück in bester Verfassung und mit dem derzeit idealen Partner Juan Diego Florez an der Metropolitan Opera festgehalten wurde. Dabei kann es als besonderer Glücksfall gelten, dass diesmal auch die ironisch gestimmte Inszenierung Mary Zimmermanns zu den besten Leistungen dieses ansonsten gerne zur Staublunge neigenden Hauses gelten kann. Mit anderen Worten: die ideale Aufnahme, und das in jeder Hinsicht, denn auch Evelino Pidos Leitung ist vorbildlich, ist ausnahmsweise einmal leicht zu identifizieren, nämlich diese:



Dieser Befund gilt natürlich noch nicht sehr lange, und auch für die Oper selbst sah es zunächst einmal düster aus, denn eigentlich wollten Bellini und sein Librettist Felice Romani Victor Hugos Drama „Hernani“ vertonen, was erst Verdi gelang, denn der Widerstand der Zensur setzte dem Vorhaben der beiden ein verfrühtes Ende. Sie wichen deshalb auf ein Szenario des Vielschreibers Eugène Scribe aus, das erst vier Jahre zuvor von dem französischen Komponisten Ferdinand Hérold (s. Frage Nr. 3) als – ebenfalls durchaus hörenswerte - Ballettpantomime mit dem Titel LA SOMNAMBULE ou L’ARRIVÉE D’UN NOUVEL SEIGNEUR aufbereitet worden war. Der Stoff könnte bekanntlich dem des „Hernani“ kaum ferner liegen. Dennoch schaffte es Bellini, eine ganze Reihe seiner Melodien aus dieser abgebrochenen Komposition in seine neue Oper hinüber zu retten. Offenbar galt hier eindeutig noch die Parole „Prima la musica“.

Ich lernte die Oper schon vor sehr langer Zeit in der Aufnahme mit Joan Sutherland kennen, und ich sage in bewusstem Gegensatz zu allen Callas-Fans: „zum Glück“, zumal sie mit Luciano Pavarotti auch einen idealen Elvino aufweist.



Bekanntlich liegt mir das Timbre der Callas ohnehin nicht besonders, aber gerade bei diesem fragilen Stoff gefällt mir zudem ihr, oft mit Recht gerühmtes, in diesem Fall aber ziemlich deplatziertes, dauertragisches Gehabe überhaupt nicht, denn es verfehlt für mein Gefühl das doch recht leichte Gewicht des Stoffes deutlich. Da lobte ich mir dann doch eher diese Alternative mit Eva Mei und José Bros, die zudem eine ansprechend zurückhaltende Inszenierung bot:



Leider ist dennoch das (noch) Bessere der ärgste Feind des Guten. Das gilt auch für die neue Aufnahme mit Cecilia Bartoli und dort trotz der Mitwirkung von Florez, denn die besonderen Manierismen der Bartoli stören mich hier kaum weniger als die Tragödienmaske der Callas. Aber ich lasse Euch gerne die Möglichkeit, hier Eure eigenen Favoriten aufzuführen, denn gerade bei dieser Musik ist die subjektive Sympathie mit den jeweiligen Stimmen von entscheidender Bedeutung.

Die Suche nach Opern, in denen Entscheidendes buchstäblich im Schlaf geschieht, hätte mich wohl um denselben bringen können, aber Ihr habt Euch wieder mal als besonders findig erwiesen, wie die nachfolgende Aufstellung beweist. Mich hat es jedenfalls sehr überrascht, dass Morpheus offenbar noch häufiger in Anspruch genommen wird als sein ähnlich benannter Sangesbruder. Ich zitiere Eure Nennungen mal nicht alphabetisch, sondern in der (ungefähren) Reihenfolge, in der sie bei mir eintrafen, und mit Euren Erläuterungen:

Extras:
In "Samson et Dalila" von Saint-Saens schert Dalila Samson, während er schläft, die Haare und raubt ihm so seine Stärke.

In Wagners "Die Walküre" erkennen im ersten Akt Siegmund und Sieglinde während Hunding schläft, dass sie Geschwister sind.

In Monteverdis "L`incoronazione di Poppea" versucht der verkleidete Ottone Poppea im Schlaf zu ermorden, aber Amor steigt vom Himmel herab und verhindert den Mordanschlag.

Wagner - "Siegfried": Während Brünnhilde schläft, schmiedet Siegfried sein Schwert neu, tötet Fafner und Mime, zerschlägt Wotans Speer und weckt schließlich Brünnhilde.
Monteverdi - "L’Orfeo": Charon schläft, Orfeo setzt mit Charons Boot über.
Verdi - „Il corsaro“: Gulnara tötet den Pascha, während er schläft.

In Mozarts „Entführung“ geschieht der Versuch zu selbiger, während Osmin seinen Rausch ausschläft.

Der König in Orffs „Die Kluge“ wird mit "schuschu" ins Reich der Träume geschickt, dann in eine Kiste gepackt und aus dem Schloss mitgenommen.

Im ersten Akt von Verdis „Macbeth“ spricht vieles dafür, dass König Banquo schlief, als ihn das tödliche Eisen traf.

Bellini - "Norma": "Dormono entrambi". Während Normas Kinder schlafen, entscheidet ihre Mutter über ihr Schicksal.

Die Eingangsszene aus "Der Prinz von Homburg" (Henze).

Humperdinck - "Hänsel und Gretel", Sandmännchenszene.

Janácek: "Její pastorkyHa". Jenufa schläft, während ihre Pflegemutter mit Steva und Laca verhandelt.

Wagner: "Die Meistersinger von Nürnberg". Während Walther nebenan schläft, legt Sachs Beckmesser herein.

Dann gibt's da noch die künstlich in Schlaf versetzten u.ä., wie bei "Romeo und Julia" in diversen Versionen, oder in Ponchiellis "La Gioconda"

In Verdis "Forza del Destino" schläft der Marchese del Cavaltrava, während seine Tochter Leonore mit ihrem Geliebten Alvaro fliehen will. Leider gerät der Abschied zu lange, der Marchese wacht auf, und das ganze Schlamassel nimmt seinen Lauf.

Im "Simon Boccanegra" schläft der Doge ein, Gabriele will ihn ermorden, wird von Amelia im letzten Moment daran gehindert und schließlich erfährt Gabriele, dass Amelia Simones Tochter ist.

Und dann fällt mir noch eine reizende Kinderoper ein, die ich voriges Jahr mit meinen Kindern gesehen habe, und wo's ganz zentral um das Schlafen bzw. Träumen geht: Wilfried Hillers "Das Traumfresserchen". Weil die Prinzessin nur mehr böse Träume hat, muss sich der König auf die Suche nach dem Traumfresserchen machen, das dann wieder für Ruhe im Königreich sorgt. Das passt zwar nicht ganz in die Fragestellung, ist aber eine hübsche Ergänzung zum Thema "Traum".

Adolph Adam - "Wenn ich König wär" - "Si j'etais Roi".

Die Vertonungen des "Sommernachtstraum" von Britten und Mendelsohn Bartholdy, wo Zettel, nach einem Schlaftrunk von Puck an Titania durch Oberon verabreicht, und er einen Eselkopf hat und von der erwachenden Titania , als besonders schöner Mann angesehen wird.

"Oberon" von C. M. Weber, wo Hüon und seinem Knappen Scherasmin, im Traum die schöne Rezia gezeigt wird.

In Pfitzners "Christelflein" schläft Traudchen ein, und da kommt das Christkind mit dem Weihnachtsbaum.

Wieder bei Pfitzner, in "Palestrina" schläft der Held erschöpft ein, und Ighino und Silla finden die verstreuten Blätter der neuen Messe.

Da fällt mir nur noch Heinrich Sutermeister ein, und zwar "Die schwarze Spinne", wo Christine der eben eingeschlafenen Mutter das Kind wegnimmt um es dem Teufel zu bringen.

R.Strauss: "Die Frau ohne Schatten" (Kaiserin)

Fr. Lehár: "Zigeunerliebe" (Zorika)

Donizetti - "Lucrezia Borgia", Prolog: Der schlafende Gennario wird von Lucrezia Borgia betrachtet, diese wird zur selben Zeit von ihrem eifersüchtigen Mann, dem Herzog, belauert.

Haydn – „Il mondo della luna“, 1. Akt: Bonafede wird schlafend auf den "Mond" transportiert.

Meyerbeer - „L'Africaine“, 2. Akt: Nélusko will den schlafenden Vasco töten.

Daniel-François-Esprit Auber - "Fra Diavolo". Die Szene mit Zerline und den beiden Räubern. - Zerline schläft ein, sie hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, dass sie nicht alleine in ihren Raum ist und die Räuber das Geld wollen, das unter ihrem Kopfkissen liegt, dafür sogar einen Mord erwogen haben. Die Heldin verschläft hier also sozusagen, dass sie in Gefahr ist.

Giuseppe Verdi – "Il Trovatore". Letzter Akt im Kerker, schläft Azucena schließlich ein, in diesem Zustand bekommt sie die Auseinandersetzung zwischen Manrico und Leonora nicht mit und deren Tod. Erst als Manrico zur Hinrichtung geführt wurde, wacht sie auf. Anders als Eleazar in "La Juive" trifft Azucena letztlich keine Entscheidung, sondern verschläft diese. Immerhin hätte sie Luna über die Verwandtschaft aufklären und damit versuchen können, Manrico das Leben zu retten. Das würde allerdings bedeuten, dass ihre Mutter ungerächt bleibt. Indem Azucena die Möglichkeit einer Entscheidung schließlich verschläft, muss sie diese nicht bewusst treffen..

Richard Wagner – "Das Rheingold"
Wotan träumt zu Beginn des 1. Aktes. Während er träumt, zieht sich die Schlinge um ihn bereits zu, denn dass die Riesen ihre Belohnung fordern werden, wäre zu erwarten. Wotan jedoch zieht es vor, von der Zukunft zu träumen und sich darauf zu verlassen, dass Loge schon einen Ausweg finden wird. Hätte er nicht geschlafen, hätte er die Zeit sinnvoll nützen können, um Freia zum Beispiel vor den Zugriff der Riesen in Sicherheit zu bringen oder selbst nach einer Lösung suchen.

Falls das "Rheingold" etwas fragwürdig ist, könnte noch "Jenufa" dazu genommen werden. Hier findet der Kindesmord statt, während die Protagonistin eingeschlafen ist.

Oder "Notre dame" von Franz Schmid, wo Esmeralda im Kerker zunächst schläft, während der Archidiakon sie betrachtet und sich über seine Gefühle so seine Gedanken macht.

Dann schlaft mal schön.

:hello Riddleamus
Heike (03.02.2011, 23:18):
Diese Frage hat mir besonders gut gefallen, schon wegen der morbiden Geschehnisse in Schlafenszeiten!
Heik
Rideamus (04.02.2011, 12:58):
Ein größerer Kontrast zwischen diesem Finale und dem vorangehenden ist kaum denkbar, aber beide Male geht es um beispielloses Jubilieren. In diesem sogar wörtlich.

Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten. Extrapunkte gibt es für die Nennung weiterer musikalischer Märchen, deren Geschichte die Gebrüder Grimm nicht kennen konnten.

Tipps:

Wir sind im Märchen, und deswegen treten auch Personen auf, die es noch nicht gibt. Wer ganz genau aufpasst, trifft sogar einen Frosch..... – Athene

Bei Nr. 18 war ein produktives Duo am Werk – Nightrider

Man kann nur denken, dass es nicht immer in einer Baracke oder einer Bar spielen muss, aber bei den heutigen Inszenierungen ist es wohl möglich. – Oper 337

Die Titelfigur hat etwas Schlehmilhaftes an sich – Quasimodo

Für Rideamus' Texthinweis benötigt man kein Übersetzungsprogramm – Pavel

Ein Jäger mit Gazelle zagt...(nein, nicht "im Regen nie", sondern in nächtiger Zeit und erfreulicherweise zagt er davor, ein arges Kapitalverbrechen zu begehen). – Waldi

In dieser Oper gibt es im zweiten Akt auch eine Szene, die man gestern als Zusatzpunkt bei den Träumen anbringen konnte. Und die im Titel angesprochene Frage ist bei der derzeitigen Wettersituation kein Problem, ohne Sonnenschein geht da nix – Armin Diedrich

Vielleicht geht es gar nicht um einen, sondern eine FroSch? Jedenfalls hat ein Namensvetter des Jublers namens Obama weit weniger Grund, sich zu freuen. Aber der hat ja schon Kinder. – Rideamus

Der Dirigent der Uraufführung des fraglichen Werks murkste mit Vorliebe in den Sinfonien eines Komponisten aus OÖ herum. – Général Lavine

In einer weiteren (tierischen) Oper des Komponisten wird das Phänomen ebenfalls im Titel benannt – Emotione

Ich glaube, ich bin aus dem Schatten ins Licht getreten - Severina

X.Y.Z. schrieb einige Libretti für den gesuchten Komponisten: u.a. auch das seiner wohl bekanntesten Oper mit einer der bekanntesten Hosenrollen, in der ein Minderjähriger sich zunächst mit der Dame des Hauses vergnügt, dann aber doch in eine andere verliebt. – Heike

Das "Schmerzenskind" des Komponisten – Calisto

Der Komponist der heutigen Rätselfrage erzählt uns nicht nur ein Märchen, sondern wir dürfen in einem anderen Werk auch an seinem Privatleben teilhaben. Und er hat eine Bearbeitung des gefragten Werkes einem österreichischen Fabrikanten gewidmet. Womit auch ich meinen Senf zur heutigen Frage gegeben habe – Amelia Grimaldi

Eine Schattenseite von Riddles Rätsel ist, dass fast immer dieser von mir ungeliebte Komponist dabei ist.... Denn trotz Stein und Tempel ist dieses Werk NICHT von Mozart. So, jetzt muss ich kochen und hoffe sehr, dass mein Fisch in der Pfanne mir nix erzählt – Severina

Severina, gibt’s heute Schweinshaxe? – Pavel

Der gesuchte Komponist zur Nr. 18 und der gesuchte Komponist zur Nr. 15 haben eine Gemeinsamkeit, und zwar komponierten sie unabhängig voneinander für ein Großereignis vor 74 Jahren jeweils ein musikalisches Werk – Armin70

Dieser Komponist hat keine Operetten geschrieben – Erzherzog

Das gesuchte Werk ist insofern auch interessant, als die Figuren alle keine Eigennamen haben. Interessant ist, dass die einzige Figur, die auftritt und einen Eigennamen hat, ausgerechnet ein Vertreter der Unterschicht ist, obwohl einige Figuren als Hochadelige einzustufen sind – Teresa Cellini

Die Lösung: „Nun will ich jubeln, wie keiner gejubelt“. Finale 3. Akt von DIE FRAU OHNE SCHATTEN von Richard Strauss. Lösungsbuchstabe: S
s. „http://www.youtube.com/watch?v=uAoPbXcQ0zI“

Anlässlich der Uraufführung der FRAU OHNE SCHATTEN im Sommer 1919 schrieb Hugo von Hofmannsthal:

„In einem alten Notizbuch finde ich folgende Eintragung des ersten Einfalls unterm 26. Februar 1911. 'Die Frau ohne Schatten', ein phantastisches Schauspiel. Die Kaiserin, einer Fee Tochter, ist kinderlos. Man verschafft ihr das fremde Kind. Schließlich gibt sie es der rechten Mutter zurück... Das zweite Paar (zu Kaiser und Kaiserin) sind Arlekin und Smeraldine. Sie will schön bleiben. Er ist täppisch und gut... Dies ist der eigentliche Kern des Stoffes. Für Arlekin und Smeraldine traten bald in meiner Phantasie zwei Wiener Volksfiguren. Ich wollte das Ganze als Volksstück, mit bescheiden begleitender Musik machen...“
Bald nach Abfassung dieser Notiz (später griff Hofmannsthal für die Figur des Kaisers auf seinen schon 1897 entstandenen Stückentwurf 'Der Kaiser und die Hexe' zurück) erzählte Hofmannsthal Strauss von dieser Idee, und nach dem gerade absolvierten Riesenerfolg des ROSENKAVALIER war Strauss begeistert, denn Hofmannsthal schilderte Strauss seine Vorstellung in einem, Ende März verfassten, Brief wie folgt: „Das Ganze, wie ich es da in der Luft hängen sehe..., verhielte sich, beiläufig gesagt, zur „Zauberflöte“ so wie der „Rosenkavalier“ zum „Figaro“, das heißt, es bestände hier wie dort keine Nachahmung, aber eine gewisse Analogie. Die bezaubernde Naivität vieler Szenen der „Zauberflöte“ kann man natürlich nicht erreichen, aber der Einfall ist, glaub’ ich, sehr glücklich und ergiebig.“

Wenn Strauss und Hofmannsthal etwas zu schaffen nicht in der Lage waren, dann war es ein "bescheiden begleitetes Volksstück" mit Szenen von „bezaubernder Naivität“. Statt dessen wurde aus dem zunächst vorgesehenen, einfachen Märchen das komplexeste und ambitionierteste Werk des Tandems. Hofmannsthal war irgendwann von dem nur teilweise eingestandenen Ehrgeiz besessen, das Märchen aller Märchen zu schaffen, und bediente sich entsprechend großzügig bei allen möglichen Märchenmotiven bis hin zu den Namen des Färbers Barak und des Geisterkönigs Keikobad (tatsächlich die einzigen Figuren, die einen Namen tragen), die er Gozzis Märchen von Turandot entnahm. Strauss dagegen wollte sich im Laufe der Komposition zunehmend selbst übertreffen, und es kam fast zu einem ernsthaften Zerwürfnis, als Hofmannsthal nach dem Durchspiel von Teilen der Partitur vehement gegen das „Wagnersche Musizieren“ von Strauss protestierte. Da nach der Fertigstellung der Partitur beide ihr aufwändiges Werk nicht während des Krieges zur Uraufführung bringen wollten, sollte es vom ersten Einfall bis zur Uraufführung des Werkes am 10. Oktober 1919 über acht Jahre dauern, weit mehr als irgendein anderes Werk der Beiden.

Wenn andererseits Strauss und Hofmannsthal irgendetwas konnten, dann war es der Aufbau großartiger und emotional mitreißender Finali, und dies gelang ihnen nirgendwo besser als in den Aktschlüssen der einander nahen Meisterwerke DER ROSENKAVALIER und DIE FRAU OHNE SCHATTEN. Deshalb kann ich sowohl gut verstehen, warum die einen gerade DIE FRAU OHNE SCHATTEN als Beleg für Strausssche Maßlosigkeit und, daraus resultierend, Zweitrangigkeit heranziehen, während andere nicht verstehen können, wie man Strauss angesichts solch grandioser Ensemblekompositionen den Rang eines großen Komponisten absprechen oder nicht wenigstens seinem eigenen Scherzwort beipflichten kann: „Ich bin vielleicht kein erstrangiger Komponist, aber ein erstklassiger zweiten Ranges“ (Ich zitiere aus dem Gedächtnis. Wer das Originalzitat kennt, möge mich bitte korrigieren).

Auch wenn nominell der Kaiser und die Kaiserin die zentralen Helden der Handlung sind, so liegt ihr emotionales Zentrum doch eindeutig bei dem ausdrücklich als „Menschen“ ausgewiesenen Färberehepaar, was sich vielleicht auch damit erklären lässt, dass Hofmannsthal gleich zu Beginn der Arbeit Strauss’ Frau Pauline als Modell für die Färberin vorschlug, was bei dem Egomanen Strauss zwangsläufig dazu führte, dass er sich mit dem Färber Barak identifizierte. Dem legte er (deshalb?) einige seiner schönsten Einfälle in den Mund und ließ ihn auch die Finali des zweiten und dritten Aktes (im Wortsinn) bestimmen. Es ist hier nicht der Raum für eine ausführliche Diskussion des Werkes (ein weiterer Thread, der unbestreitbar noch in diesem Forum fehlt), und so verweise ich wenigstens auf die Inhaltsangabe unseres Opernpeter http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…atten#post24243) und natürlich auf die heftige Diskussion um den vermeintlichen Schweinshaxenkomponisten, die merkwürdigerweise sein ambitioniertestes Werk, das übrigens zunächst einnmal durchfiel und erst mit großer Verzögerung als eines seiner besten anerkannt wurde, fast gänzlich ausgespart hat: http://www.capriccio-kulturforum.de/komp…shaxe-kreischt/ bzw. http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…s-opern-ranking

Ich lernte diese Oper, die ich heute lieber nicht mehr an einem Stück hören möchte, mit großer Begeisterung 1969 in Frankfurt kennen, als Christoph von Dohnanyi die Inszenierung Oscar Fritz Schuhs dirigierte, der ich in einer Abwandlung fast zwei Jahrzehnte später in München unter der Leitung Wolfgang Sawallischs wieder begegnete. Diese Aufführung ist mir vor allem deshalb im Gedächtnis, weil Brigitte Fassbaender es vermochte, die mörderische und enorm undankbare Partie der Amme nicht nur, wie anscheinend komponiert, zu „kreischen“, sondern wirklich zu singen und überzeugend zu gestalten. Schade, dass diese Leistung anscheinend nie dokumentiert wurde, denn ansonsten tun sich selbst die renommiertesten Sängerinnen schwer, mich in dieser Partie zu überzeugen.

Es ist eine hübsche Ironie, dass gerade die beiden derzeit in Capriccio am heftigsten umstrittenen Dirigenten Karl Böhm und Herbert von Karajan die (in meiner bisherigen Wahrnehmung) beredtesten Fürsprecher dieser Partie sind, wobei bei der am besten besetzten (Leonie Rysanek, Christa Ludwig, Walter Berry, Jess Thomas, Grace Hoffmann) und dirigierten Wiener Aufnahme Karajans von 1964 anzumerken ist, dass er eine gravierende Umstellung und Kürzung vorgenommen hat, die mich aber überzeugt:



Daneben gilt es natürlich der klassischen Aufnahme Karl Böhms mit der noch jungen Leonie Rysanek als Kaiserin und Paul Schöffler als Barak zu gedenken, die in vielfacher Hinsicht unübertroffen geblieben, heute aber leider nicht mehr verfügbar ist. Immerhin gibt es noch seine spätere Wiener Einspielung, wieder mit Leonie Rysanek und diesmal Walter Berry, sowie Birgit Nilsson als stimmkräftiger Färberin und James King als Kaiser, die auch nicht zu verachten ist, und die ich, vor allem wegen der besseren Sänger, den späteren Einspielungen Sinopolis, Soltis oder Sawallischs vorziehe:



Leider nicht angeboten wird eine Aufzeichnung der Pariser Inszenierung Niklaus Lehnhoffs unter der Leitung Christoph von Dohnanyis von 1980 mit Hildegard Behrens, Mignon Dunn und Walter Berry, die ausweislich eines - technisch miserablen, weil vom Fernsehschirm abgefilmten - Mitschnitts die beste verfügbare DVD sein könnte, gäbe es sie. So aber empfehle ich allen, die das Werk auch auf einer Konserve sehen wollen, die Einspielung Georg Soltis, aus der ich zu Beginn einen Ausschnitt verwiesen habe. Sie ist mit Cheryl Studer, Robert Hale und Thomas Moser auch achtbar besetzt und leistet es sich sogar, einen Bryn Terfel als Geisterboten zu verschwenden:



Bleibt die Frage, ob es noch andere Einspielungen gibt, die Ihr empfehlen könnt und möchtet.

Wenig Kommentare brauchen Eure Nominierungen der nicht klassischen Märchenopern, wo es sich wieder einmal zeigte, dass es viel mehr, und auch mehr gute, gibt, als den meisten von uns bewusst sein dürfte. Dabei wurden die vielen märchenhaften Sagen und Legenden von OBERON bis zum RING mit Recht so gut wie gar nicht erst einbezogen. Dafür habe ich die Bedingung, ob die Brüder Grimm die Märchen kennen konnten, nicht so wörtlich genommen, solange sie sie nicht selbst nacherzählten.

Extras:
Béla Bartók - Herzog Blaubarts Burg nach Charles Perrault
Benjamin Britten - Paul Bunyan
Ferruccio Busoni - Turandot
Robert Chauls - Alice in Wonderland
Peter Cornelius - Der Barbier von Bagdad
Eugen d'Albert - Seejungfräulein
Anton Dvorak - Rusalka
Anton Dvorak - Die Teufelskäthe
August Enna - Das Streichholzmädchen
Hans Gál - Die heilige Ente (Originallibretto)
Umberto Giordano - Il re (Originallibretto von Forzano)
Hans Werner Henze - Der junge Lord
Hans Werner Henze - König Hirsch
Hans Werner Henze - L'Upupa
E.T.A. Hoffmann - Undine
Engelbert Humperdinck – Königskinder
Janá
ek - PYíhody lišky bystroušky (Das schlaue Füchslein)
Hans Krása - Brundibar
Ernst KYenek - Das Geheime Königreich (eigenes Originallibretto)
Friedrich Kuhlau - Die Räuberburg
Herbert Lachenmann - Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (nach Andersen)
Hans Lofer - Des Kaisers neue Kleider
Albert Lortzing - Undine
Lully - Amadé
Gian-Carlo Menotti - Amahl and the Night Visitors
Eckehard Mayer - Der Goldene Topf nach E.T.A. Hoffmann.
W. A. Mozart - Die Zauberflöte
August Brunetti-Pisano - Peter Schlemihl (nach Chamisso)
Hans Pfitzner – Das Herz
Sergej Prokofieff - Die Liebe zu den drei Orangen
Giacomo Puccini - Turandot
Henri Rabaud - Mârouf, savetier du Caïre (aus 1001 Nacht)
Ravel - L'enfant et les sortilèges
Nicolai Rimskij-Korsakow - Der goldene Hahn
Nicolai Rimskij-Korsakow - Das Märchen vom Zaren Saltan
Nicolai Rimski-Korsakow - Sadko
Nicolai Rimski-Korsakow – Snegurotschka nach Alexander Afanassjew
Nino Rota - Aladino e la lampada magica
Nikolaus Schapfl - Le Petit Prince
Norbert Schulze - Das kalte Herz (nach Hauff); der hat auch die Prinzessin auf der Erbse, die Schneekönigin und „Das tapfere Schneiderlein“ (das hier natürlich nicht gilt) vertont.
Bernhard Sekles - Die zehn Küsse (nach Andersens Schweinehirt); von dem gibt's auch eine „Scheherazade“
Stravinsky - Le rossignol (nach Andersen)
Germaine Tailleferre - La petite sirène
Ernst Toch - Die Prinzessin auf der Erbse
Richard Wagner - Die Feen
Siegfried Wagner – Herzog Wildfang
Jarmir Weinberger: Schwanda, der Dudelsackpfeifer
Alexander Zemlinsky - Die Seejungfrau
Alexander Zemlinsky - Der Zwerg (bzw. der Geburtstag der Infantin)

Eine märchenhafte Zeit, während er für Teresas Rätsel pausiert, das demnächst in Capriccio beginnt, wünscht Euch

:hello Riddleamus
Fairy Queen (05.02.2011, 06:13):
Eine kleine Randbemerkung: meine "Schweinshaxe" im Zusammenhang mit Herrn Strauss scheint wahrhaftig zum geflügelten Wort zu werden... was ich äusserst amüsant finde...... :leb
Ich esse trotz etlciher Missionare in Sachen Bayern-Kunst immer noch so gut wie keine Schweinshaxe, sodnern viel lieber Lammkeule und Petit fours.... die komponierenden Richardls liegen irgendwie so schwer im Magen und sind sowieso nciht gut für den Cholesterinspiegel..
:helloF.Q.
Rideamus (16.02.2011, 10:19):
Nach der hoffentlich letzten größeren Pause fahre ich mit den Auflösungen fort und hoffe, mit Eurer Beteiligung jetzt sehr schnell voran zukommen, damit aus dem ursprünglichen schlechten Scherz, dass das Adventsrätsel noch vor Ostern aufgelöst werden soll, nicht doch noch bittere (Un-)Wahrheit wird. Rasch also zur

FRAGE 19
Nicht nur die Großen haben Grund zum Jubeln. Die Kleinen tun es ganz ungeniert, wenn jemand ums Leben gekommen ist – vorausgesetzt natürlich, er oder sie war böse. Diesmal suchen wir zwei Werke, in denen sich ein Chor der Kleinen über einen solchen Todesfall freut. Die Todesursache ist einmal ein essbares Haus und im anderen Fall ein fliegendes.

Gesucht werden beide Werke mit ihren Komponisten und die einschlägigen Freudengesänge sowie der vierte Buchstabe des weiblichen Vornamens im deutschen Werk. Hier gibt es Extrapunkte für die Nennung von musikalischen Bühnenwerken mit BerufskollegInnen der Figuren, deren Ableben hier bejubelt wird.

Tipps:

Im zweiten gesuchten Opus musste die Hauptdarstellerin speziell kostümiert werden, um ihre ausgeprägt weiblichen Formen zu kaschieren und das Alter der gespielten Figur glaubhaft zu machen. Das Todesopfer des ersteren Werks findet sich sowohl tenoral wie auch mezzosopranistisch – Armin Diedrich

Vielleicht müsst Ihr Euch das noch mal von der anderen Seite einer äußerst farbigen Naturerscheinung aus anschauen? Dann geht Ihr vom Anfang ans Ende und - Ding Dong! – Quasimodo

Du solltest dich vielleicht irgendwo unter einem Regenbogen auf die Lösungssuche machen (PS: zwei Dumme, ein Gedanke...) – Armin Diedrich

Bei der zweiten Lösung hilft, mit einem auffälligen Begriff aus den bisherigen Tipps zu googlen. Auf einer fremdsprachigen Wikiseite findest Du den Hinweis zu einem Film, für den das gesuchte Werk Grundlage ist. Der dort zitierte Spruch kommt wortgleich im gesuchten Werk vor und, mit Ausnahme des "auffälligen Begriffs", übersetzt auch im Libretto des ersten Werks... - Athene

Für den ersten Tei hätte ich einen Tipp: die Uraufführung wurde von dem Komponisten von Nr. 18 dirigiert. Jetzt wollt Ihr sicher auch noch einen Tipp zum zweiten Teil? Hm.... vielleicht das: die Hauptdarstellerin war ein (hierzulande vielleicht nicht so sehr) bekannter Kinderstar – Nightrider

Die Tochter des vormaligen Kinderstars ist nicht weniger berühmt als sie selbst. Und das Hauptlied aus dem gesuchten Werk (das beinahe der Schere zum Opfer gefallen wäre) war dreißig Jahre lang ihr "signature song" – Armin Diedrich

Die Filmversion war eine der ersten großen Farbfilmproduktionen. Die Originalfassung des zugrunde liegenden Kinderbuchs durfte in der DDR erst 1988 erscheinen - zuvor kannte man dort nur eine deutsche Übersetzung der russischen Adaption. – Général Lavine

Vielleicht hätte der Gedanke an ein davonfliegendes Haus die Bürger auf dumme Ideen gebracht. Oder sie hätten gemerkt, dass ihre Parteioberen Stroh statt Verstand im Kopf haben, Blech anstatt eines Herzens besitzen und sie von ungeheuerlicher Feigheit geschlagen sind. – Armin Diedrich

Das Baumaterial des Hauses im ersten Teil der Frage ist speziell zu dieser Jahreszeit keine Mangelware! Die Heldin der zweiten Frage wird bei ihrer schwierigen Aufgabe von drei Wesen aus der tierischen und phantastischen Welt begleitet, wobei besonders Ersterer sich gar nicht so heldenhaft benimmt, wie man es von seiner Spezies erwartet! – Severina

In Teil 2 wird eine finstere Dame durch ein fliegendes, dann aber doch herabstürzendes Haus tödlich verletzt. Das versetzt kleinwüchsige Personen in einen Freudentaumel. – Calisto

Diese kleinwüchsigen Personen haben übrigens einem sehr witzigen Kartenspiel den Namen gegeben, das ich mir mit Freunden regelmäßig vorknöpfe... – Armin Diedrich

Ja, nicht jeder Löwe ist mutig und manche Leute haben Stroh im Kopf. – Pavel

Die Böse in Werk a) heißt mit Vornamen Rosine und der Nachname ist auch lecker, was Kenner der allgegenwärtigen Vorlage doch überraschen dürfte!
Das berühmte Lied in Werk b), welches ein farbiges Etwas und die Dinge darüber besingt, stammt schon aus einer älteren Verfilmung. Ich mag aber ganz besonders die Version mit Eva Cassidy. Heike

Kann es sein, dass Eva Cassidy in dem von Dir angesprochenen Lied eine farbige Naturerscheinung besingt? Dann wärest Du zwar im richtigen Film, aber in der falschen Nummer, denn die gesuchte geht um böse tote Frauen. – Rideamus

Nr.19a Ich wette, das Libretto ist von Adelheid
Nr.19b Der Autor der Vorlage heißt nicht Tree, sondern .... – Waldi

Ursprünglich war Shirley Temple für den Film gedacht. Es gibt sogar eine türkische Version mit einer Ayshe - Erzherzog
Ganz zu schweigen von einer mit Michael Jackson und Diana Ross oder auch einer Fassung mit den Muppets. Da werden sämtliche Vertreterinnen des im Rätsel gesuchten Berufsstandes von Miss Piggy gespielt – Armin Diedrich
Im ersten Teil der Frage löst ein Topf verschütteter Milch das fast unheilvoll endende Geschehen aus. Für den zweiten Teil hat Pavel schon meine Tipps verbraucht. Da bleibt mir nur noch die blödsinnige Andeutung, dass das Werk im Titel keineswegs eine Eidechse hat, sondern eine fast gleichklingende Gestalt – Amelia Grimaldi

Genauso wie der Vorname des gesuchten Komponisten zu a) heißt auch ein englischer Schnulzensänger. Die Sängerin und Schauspielerin, die in Werk b) ein Lied sang, das danach weltberühmt wurde, ist die Mutter einer ebenfalls sehr berühmten Sängerin und Schauspielerin, die den Nachnamen ihres Vaters trägt - Armin70

Neuere Forschungen vermuten, dass die Im ersten der beiden gesuchten Werke als böse Hexe vorgeführte Dame ursprünglich ein unschuldiges Mordopfer war. Das zweite Werk "beweist", dass auf Zauberer (im Unterschied zu bösen und guten Hexen) kein Verlass ist, besonders wenn Himmelsrichtungen eine Rolle spielen. – Teresa Cellini

Die Lösungen:
a) „Juchhei, nun ist die Hexe tot“ aus HÄNSEL UND GRETEL von Engelbert Humperdinck
(s. http://www.youtube.com/watch?v=Qrm-vPyy37g)
b) „Ding Dong, the witch is dead!“ aus THE WIZARD OF OZ von Harold Arlen
(s. http://www.youtube.com/watch?v=rHJoj9IqeKg&feature=related)
Lösungsbuchstabe: T

Ich hatte schon befürchtet, dass sich einige mit dieser eigentlich sehr leichten Frage schwer tun würden. Dabei wäre das Ergebnis jenseits des Atlantiks sicher umgekehrt ausgefallen, denn ich glaube nicht, dass es irgendjemanden gibt, der einmal in der englischen Sprache aufgewachsen ist und nicht das „Ding Dong, the witch is dead“ im Ohr hat, das seit Erfindung des Mediums jede Weihnachten (und manchmal sogar zu Ostern) vielfach aus den Fernsehern tönt, wenn der Film wieder einmal gezeigt wird. Er ist aber auch zu zauberhaft, und deswegen war ich auch zu Zeiten meiner Verleihtätigkeit sehr stolz darauf, dass wir die Chance erhielten, ihn einmal in Deutschland als Wiederaufführung in die Kinos zu bringen, denn er funktioniert natürlich auf der großen Leinwand viel besser, auch wenn die – für die damalige Zeit erstaunlich progressive – Tricktechnik heute überholt ist. Deshalb führt natürlich auch kein Weg an diesem Filmoriginal vorbei, wenn es um Empfehlungen geht:



Judy Garland, die damals erst gar nicht die Rolle spielen wollte, weil sie die Kinderrollen satt hatte, hat sich zeitlebens mit dem Lied „Somewhere over the rainbow“ identifiziert, das nur auf Intervention des mächtigen Produzenten Arthur Freed überhaupt in dem Film erhalten geblieben war. Sehr bald nach der Premiere des Films, war das Lied schon ein Standard, und Judy Garlands Tochter Liza Minnelli hat sich lange geweigert, diesen „signature song“ ihrer Mutter öffentlich zu singen. Aber diese Geschichte gehört eher in das Kapitel der Jazz-Standards, wo ich seine Geschichte bereits ausführlich erläutert habe: http://www.capriccio-kulturforum.de/geschichte-und-entwicklungen-des-jazz/p106587-standards-harold-arlen-somewhere-over-the-rainbow. Dort gibt es auch ein paar weitere Hinweise auf die Musik Harold Arlens, die fraglos seine erfolgreichste war.

Wie sehr das Filmmusical, aber auch die ihm zugrunde liegenden Kinderbücher Frank L. Baums bis in die Gegenwart wirken, beweist Gregory Maguires „Fortsetzung“ „Wicked“, welche den Werdegang der vermeintlich bösen Hexe Elphaba schildert, die tragischerweise mit einer grünen Haut zur Welt kam:



Stephen Schwartz hat aus diesem Stoff eines der bis heute letzten großen Musicals gemacht. Es lohnt sich, es nicht nur wegen seiner, geschickt aus dem Buch übernommenen, philosophischen Fragen zum Wesen von Gut und Böse und natürlich seiner Effekte, sondern durchaus auch wegen seiner effektvollen Musik kennen zu lernen – am besten natürlich auf der Bühne in einer hochprofessionellen Aufführung, notfalls aber auch in einer Filmversion, die es sicher eines Tages – hoffentlich in angemessener inhaltlicher Qualität - geben wird.



Dass die bösen Hexen nicht zwangsläufig so böse waren, wie man sie lange verleumderisch darstellte, wissen wir spätestens seit der Aufklärung über die verbrecherischen Hexenprozesse des ausgehenden Mittelalters. Bekanntlich genügte es lange Zeit in vielen Ländern, jemanden, dessen Nase einem nicht gefiel, der Hexerei zu beschuldigen um ihm oder ihr ein übles Schicksal zu bereiten, und man darf davon ausgehen, dass das Märchen von Hänsel und Gretel, das einst die Gebrüder Grimm aufgriffen, ähnlich verleumderische Wurzeln hat.

Davon aber wusste Adelheid Wette sehr wenig, als sie für ihren Bruder Engelbert Humperdinck das Libretto zu der beliebten Märchenoper HÄNSEL UND GRETEL verfasste, die bei uns kaum weniger omnipräsent ist als der Zauberer von Oz jenseits des Atlantiks. Das Werk braucht hier also kaum eigens vorgestellt zu werden, denn es wurde schon vielfach diskutiert, und auch meine eigenen Vorlieben habe ich bereits andernorts festgehalten, nämlich hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p95010-humperdinck-hänsel-und-gretel-kommentierte-diskographie/ Dort finden sich auch weitere Hinweise auf gelungene Aufnahmen dieser erfreulich oft mit gutem Ergebnis eingespielten Oper, die Ihr gerne hier (oder dort) noch ergänzen dürft.

Was mich betrifft, so habe ich mich vor einiger Zeit nach intensivem Vergleichshören für diese Aufnahme entschieden, weil sie in meinen Ohren die auf höchstem Niveau ausgeglichenste ist. Unter der senr sensiblen Leitung von John Pritchard singen hier Ileana Cotrubas, Frederica von Stade und Elisabeth Söderström die Hexe.



Daneben darf natürlich Christa Ludwig, die bei Pritchard noch die Mutter singt, als die traumhafte Hexe von Kurt Eichhorns ansonsten zwar ordentlicher, aber insgesamt weniger begeisternden Aufnahme nicht unerwähnt bleiben, denn hier haben wir den äußerst seltenen Fall einer nicht nur unübertroffenen, sondern wohl auch unübertrefflichen Rollenverkörperung.



Bleiben noch die DVDs, die ich nicht ganz so gut kenne, weil ich da nie so intensive Vergleiche angestellt habe und folglich primär von den Inszenierungen her beurteile. Hier kommt es wohl sehr darauf an, ob man die Oper lieber traditionell mit Butzenscheibenatmosphäre und „richtigen“ Engeln haben will. In dem Fall kann man bedenkenlos zu Georg Soltis Einspielung der Inszenierung von August Everding mit der traumhaften Besetzung Gruberova, Fassbaender, Prey, Dernesch und Jurinac greifen:



Wer die Oper allerdings etwas intensiver auf ihren Gehalt hin durchleuchtet haben möchte, sollte sich diese Londoner Aufnahme unter der Leitung von Colin Davis besorgen, in der Diana Damrau und Angelika Kirchschlager ebenfalls ein herrliches Geschwisterpaar abgeben, Anja Silja eine im positiven Sinne erschreckend kaputte Hexe gibt und die Regisseure Moshe Leiser and Patrice Caurier es verstanden, eine gute Mitte zwischen zeitgemäßer Interpretation und der für das Publikum gerade dieses Werkes nicht ganz unwichtigen "Werktreue" zu finden:



Welches sind Eure Favoriten in der beeindruckend großen Auswahl zu diesem Werk, und wie steht Ihr zu den zauberhaften Geschichten von Oz?

Wie immer höchst beeindruckend fand ich nicht nur Eure einfallsreichen Tipps, sondern auch Eure Zusammenstellung von zauberhaften Werken aller Art, die ich hier gänzlich unkommentiert weitergeben kann. Ich möchte das aber nicht tun, ohne mich zuvor für diese wahre Fundgrube zu bedanken, die, wie viele andere Extra-Sammlungen dieses und des vorigen Rätsels, vielleicht noch in dem einen oder anderen künftigen Rätsel nachklingen wird:

Extras:

Thomas Adès: The Tempest - Prospero
Isaac Albeniz: Merlin - Merlin
Antonio Bibalo: Macbeth - Hexenszene
Antonin Dvorak: Rusalka – Jezibaba
August Enna: Heksen
Veit Erdmann: Die kleine Hexe
Philipp Glass: The Witches of Venice
Michail Glinka: Ruslan und Ludmilla
Christoph Willibald Gluck: Alcina - Alcina
Charles Gounod: Faust - Walpurgisnacht
Georg Friedrich Händel: Alcina - Alcina
Georg Friedrich Händel: Rinaldo – Armida
Engelbert Humperdinck: Dornröschen
Engelbert Humperdinck: Königskinder - Hexe namenlos
Niccolò Jommelli: Armida
Rafael Kubelik: Cornelia Faroli
Friedrich Kuhlau: Die Räuberburg
Jean Baptiste Lully: Armida – Armida
Eckehard Mayer: Der goldene Topf (nach E T A Hoffmann)
Wolfgang Amadeus Mozart: Bastien und Bastienne – Colas
Michael Nyman: The Tempest - Prospero
Jacques Offenbach: Les contes d’Hoffmann - Dappertutto
Amilcare Ponchielli: La Gioconda – La Cieca
Giacomo Puccini: Le Villi – Intermezzo Hexensabbat
Purcell: Dido and Aeneas – Hexe namenlos
Purcell: King Arthur - Merlin
Gioacchino Rossini: Armida – Armida
Jean Schneitzhoeffer: La Sylphide (Ballett)
Stephen Schwartz: Wicked - Elphaba.
Stephen Sondheim: Into the Woods - Hexe namenlos
Giuseppe Verdi: Macbeth - Drei Hexen (oder mehr)
Antonio Vivaldi: Orlando furioso - Alcina
Richard Wagner: Tristan und Isolde - Isolde, Brangäne
Richard Wagner: Lohengrin – Ortrud
Andrew Lloyd Webber: Cats - Mephistopheles

Zauberhaftes darf aber hier ebenfalls gerne noch ergänzt werden

:hello Rideamus
Rideamus (16.02.2011, 12:07):
Machen wir gleich weiter:

Hier lobpreist jemand die Schönheit der blauen Welt so leidenschaftlich, dass man meint, er habe den Kopf verloren. Das hat aber noch Zeit.

Wir suchen diesmal den vierten Buchstaben des Komponistennamens. Außerdem gibt's Extrapunkte für die Nennung weiterer musikalische Stücke, in denen die Schönheit der Welt gepriesen wird.

Tipps:
Auch eine Frau verliert hier den Kopf. Ungewöhnlich ist nur, dass sie das absichtlich tut. – Athene

Zu gewissen Zeiten und in gewissen Gegenden war diese wenig schöne Variante des Kopfverlierens allerdings keineswegs ungewöhnlich. - Quasimodo

(Fast) der letzte am Schafott – Pavel

Ich mag dieses etwas reißerisches Werk sehr; nicht zuletzt wegen einer fulminanten Baritonarie. Da muss einer, der von der Verliererseite auf die der Gewinner gewechselt ist, erkennen, dass er letztlich auch hier nur ein Diener ist. – Amelia Grimaldi

Trotz der schönen Baritonarie ist es ein Werk für einen Tenor, der besonders bei einem Ratefreund aus Wien seeeehr beliebt ist! – Calisto

Leider nicht fiktiv, sondern aus dem realen Leben: Auf seinen Tod wartend, schrieb der Titelheld Gedichte, die er mit schmutziger Wäsche aus dem Gefängnis schmuggeln konnte. – Heike

Also, Fedora heißt die Geliebte nicht! Und er war in Galata (Istanbul) geboren und reüssierte als Lyriker. Nächstes Jahr kann man das gesuchte Werk im äußersten Westen Österreichs sehen. – Waldi

Der Komponist hat gleich zwei tenorale Namensgefährten, und wer mich kennt, weiß, dass es sich dabei um keine Verblichenen handelt!! - Severina

Die "revolutionäre" Oper des gesuchten Komponisten ist heutzutage die einzige seiner Opern, die regelmäßig aufgeführt wird, abgesehen vielleicht noch von einer anderen Oper von ihm. – Armin70

Die Arie beweist die Qualität der Improvisation. Im vierten Akt erinnert sich der tragische Held an einen Maientag. Und die Epoche hat den Komponisten offenbar sehr interessiert, in einem anderen Werk lässt er den berühmtesten Mann der Zeit die Bühne betreten – Armin Diedrich

Die gesuchte Arie war im ersten der berühmten Tenorkonzerte anlässlich einer Fußball-WM zu erleben. Es sang: der jüngste.... – Athene

Eine Gesellschaftsordnung findet gewaltsam ihr Ende - auch der Poet wird zum Opfer. Und eine Maschine erlangt traurige Berühmtheit. Alle diese Hinweise sollen dir den Weg zur Zeit und zum Ort des Geschehens weisen.
Der Komponist kommt aber aus einem anderen Land. Der Vorname der Titelfigur ist hierzulande ein weiblicher – Amelia Grimaldi

Die Lösung: “Un di all’ azzuro spazio guardai profondo” aus ANDREA CHÉNIER von Umberto Giordano. Lösungsbuchstabe: R
s. "http://www.youtube.com/watch?v=J2LYEb9-Jo0&feature=related"

Mit den Opern des Verismo habe ich notorisch meine Schwierigkeiten, und das ganz unabhängig davon, in welchem Land sie entstanden sind. Das Verdikt gilt also für das TIEFLAND D’Alberts und dessen, teils auch vim Exoressionismus geprägte Nachfolger wie Schillings MONA LISA nicht weniger als für die klassischen Italiener der Gattung. Der Grund ist ihr permanenter Pleonasmus von Musik und Handlung, der einem die oft kargen Botschaften der Texte mit einer Wucht um die Ohren haut, die mir nur in Ausnahmefällen behagt. Zu solchen Ausnahmefällen gehören fraglos Mascagnis CAVALLERIA RUSTICANA, Leoncavallos LA BOHÉME oder Puccinis Einakter DER MANTEL aus seinem TRITTICO. Die ungeheure und auf Dauer schwer erträgliche Wucht dieser Mitteilungen ist wohl auch der Grund, warum die meisten der dauerhaft erfolgreichen Werke der Gattung Einakter, und dann in der Regel auch noch solche sind, die am Anfang der Karriere ihrer Komponisten entstanden, als deren melodische Einfallskraft am stärksten war.

Zu den wenigen rühmenswerten Ausnahmen gehört Umberto Giordanos Welterfolg ANDREA CHÉNIER. Sehr frei nach der authentischen Historie schildert der LIbrettist Luigi Illica darin die frei erfundene Geschichte der letzten Wochen des berühmten Dichters André Maria Chénier, der zu den berühmtesten Dichtern seiner Zeit zählte, anfangs auch ein großer Anhänger der französischen Revolution war,deren Auswüchse später jedoch lautstark kritisierte. Aus Rache für diese in seinen Augen ungebührliche Kritik ließ ihn Robespierre am 25. Juli 1794 hinrichten, nur drei Tage, bevor er selbst guillotiniert wurde und seine Schreckensherrschaft endlich aufhörte. Sollte es hier noch jemanden geben, der die Handlung der Oper nicht wenigstens in groben Zügen kennt, dann kann sie/er sie bei unserem Opernpeter hier nachlesen: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper…hrer/#post59116

Giordano gehörte zu jenen jungen Italienern, die sich an dem berühmten Einakterwettbewerb des Verlegers Sanzogno bewarben, aus dem unter anderem die Welterfolge CAVALLERIA RUSTICANA und I PAGLIACCI hervor gingen. Er war einer der jüngsten Teilnehmer, und obwohl er „nur“ den sechsten Platz unter 73 Teilnehmern errang, beeindruckte sein Einakter MARINA (keine Verwandtschaft mit der gleichnamigen Zarzuela von Emilio Arrieta) den Verleger so sehr, dass dieser ihm den Auftrag für seine erste abendfüllende Oper MALA VITA gab. Diese Oper hat nichts mit dem namensähnlichen Roman John Knittels, „Via Mala“ zu tun, sondern basierte auf einem Theaterstück eines gewissen Salvatore Di Giacomo und drehte sich um den Schwur eines TBC-Kranken, der gelobt, eine Prostituierte zu retten, wenn er geheilt würde. Ein Kritiker beschrieb diese mir noch unbekannte, zunächst durchaus erfolgreiche und u. a. von Eduard Hanslick gelobte, Verismo-Oper als „zu wahr um gut zu sein“.

Erst mit seiner dritten abendfüllenden Oper, ANDREA CHÉNIER schaffte Giordano aber den Durchbruch. Wie allen anderen Veristen außer Puccini blieb ihm jedoch, trotz hübscher und längere Zeit durchaus repertoirefähiger Nachfolger wie FEDORA oder MADAME SANS GENE, ein weiterer dauerhafter Erfolg dieser Größenordnung verwehrt. Den Grund kann man schon in seiner Erfolgsoper hören, denn trotz vieler glücklicher Einfälle, zu denen das Preislied gehört, das im Zentrum dieser Frage steht, gelingt es Giordano selten, zwischen Aufwand und Wirkung ein vernünftiges Verhältnis zu wahren. Zu oft und vor allem zu lange plätschert das Werk zwischen den Höhepunkten dahin, und wenn dann, wie in den Folgewerken, die Höhepunkte immer seltener werden, stellt sich eben doch Langweile ein.

Aus diesem Grunde kenne ich auch nur wenig Vergleichsaufnahmen dieses Werkes, das ich nie auf der Bühne habe sehen können, so dass mein Eindruck davon lange Zeit von der sehr gelungenen Aufnahme James Levines mit Placido Domingo, Renata Scotto und Sherill Milnes geprägt wurde, die ich auch heute noch zu den besonders gelungenen zählen würde:



Nach dem – beeindruckenden, wenn auch nicht überwältigenden – Eindruck dieser DVD mit Franco Corelli kann ich mir aber auch vorstellen, dass die von Streifenpeter empfohlene Aufnahme mit Corelli, Tebaldi und Bastianini tatsächlich Referenzcharakter haben könnte:



Diese DVD hat zwar durchaus ihre Meriten, aber aus vager Erinnerung an eine lange her liegende Besichtigung würde ich in diesem Medium doch einer der Aufnahmen mit Placido Domingo den Vorzug geben.

Aber da bin ich, wie gesagt, keinesfalls der Kenner, und hier solltet Ihr aushelfen und Euren Mitlesern die kompetenten Tipps geben, zu denen ich nicht wirklich in der Lage bin.

Dagegen bin ich sehr wohl in der Lage, Eure Hinweise auf weitere Preislieder auf die Schönheit der Welt zu würdigen, denn ich war selbst überrascht, wie wenige mir zu diesem Thema einfielen, als ich selbst danach suchte, und wie viele davon nicht etwa der Oper, sondern der Operette bzw. dem Musical entstammten. Sind Librettisten vielleicht doch realistischer als man meist annimmt? Dass es die Komponisten waren, denen nicht so viel zu diesem Thema einfällt, wage ich jedenfalls zu bezweifeln, denn es ist interessant, dass es – im Gegensatz zu Hymnen auf die Schönheit von Frauen - kaum weniger Loblieder auf die Schönheit der Welt in Oratorien gibt als in Opern. Vielleicht wäre das ja auch mal ein Anlass, sich über den religiösen Charakter der Liebe Gedanken zu machen.

Extras:
Ludwig van Beethoven: Wie herrlich leuchtet mir die NaturLudwig van Beethoven: Die Himmel rühmen des Ewigen Erde
Ralph Benatzky: Schön ist die Welt... Im Salzkammergut... (Im weißen Rössl)
Eduardo di Capua: O sole mio
Gaetano Donizetti: Maria Stuart – Guarda: sui prati appare
Gabriel Fauré: Paradis
Joseph Haydn: Die Schöpfung - Mit Staunen sieht das Wunderwerk
Franz Léhar: Freunde, das Leben ist lebenswert (Giuditta)
Franz Léhar: Schön ist die Welt
Albert Lortzing: Undine - So wisse, dass in allen Elementen
Giacomo Meyerbeer: L’Africaine – O paradis
Gustav Mahler: Das Lied von der Erde - Abschied
Gustav Mahler: Liedern eines fahrenden Gesellen - "Wenn man Schatz Hochzeit macht" ("...ach, wie ist die Welt so schön...")
Jules Massenet: Werther - Je ne sais si je veille ou si je reve encore
Jacques Offenbach: Le Voyage de la Lune - Finale: Ô terre! Ô bel astre argenté..
Amilcare Ponchielli: La Gioconda – Cielo e mar
Richard Rodgers: Oh what a beautiful morning! (Oklahoma!)
Franz Schubert: Im Abendrot ("O, wie schön ist deine Welt.....)
Norbert Schulze: Schwarzer Peter - Wiegenlied des Spielmanns ("Kindchen, sieh nur, die Welt ist schön")
Robert Schumann: Sonntags am Rhein
Robert Stolz: Die ganze Welt ist himmelblau (für Benatzkys DAS WEISSE RÖSSL)
Mikis Theodorakis: Canto General nach Pablo Neruda
George David Weiss: What a Wonderful World (geschrieben für Louis Armstrong)

Irgendwie glaube ich aber doch, dass es da noch mehr geben muss, also her damit.

:hello Riddleamus
Rideamus (18.02.2011, 12:32):
Mit dem letzten Quartett von Fragen dieses Rätsels begab ich mich auf ein Terrain, das ich immer schon mal in meinen Rätseln berücksichtigen wollte, damit aber zögerte, weil es mir nicht besonders vertraut ist. Deshalb wäre Eure ergänzende und vertiefende Mitwirkung bei den nachfolgenden Lösungen besonders willkommen.

Frage 21
Es ist nur angebracht, wenn zwei Menschen sich auch bei ihrem Schöpfer für seine Großzügigkeit bedanken, die sie zusammengebracht hat. Hier tun es die ältesten Menschen überhaupt.

Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistennamens. Extrapunkte gibt es für die Nennung musikalischer Werke mit denselben Hauptpersonen

Tipps:
Eine berühmte Studioaufnahme des gesuchten Werks braucht zwei Sänger für eine Rolle – Athene

Aber nicht immer, manchmal singt ein Sänger beide Partien, in letzten Jahren wenn eine Mutti dabei ist. Beide kommen übrigens im meist gedruckten Buch vor, das in vielen Sprachen der Welt existiert. – Oper 337

Die beiden kommen erst am Schluss des Werkes vor. Das ist kein Wunder, denn vorher gibt's tagelang viel Anderes tun. – Quasimodo

Die beiden treiben sich aber selten auf der Opernbühne herum, obwohl es hier bei den Kostümen ein großes Einsparungspotential gäbe. – Pavel

Ein Schuster widmet den beiden immerhin ein nächtliches Liedchen – Armin Diedrich

Der Komponist hat in einem seiner Werke auch über den Lauf des Jahres geschrieben. Und wer zum gesuchten Paar die absolute Wahrheit wissen will, der sollte einen amerikanischen Schriftsteller und großen Humoristen konsultieren. Selbiger hat nämlich vor vielen Jahren das Tagebuch des männlichen Protagonisten herausgegeben. Und ich kann euch nur sagen: Es war alles ganz anders!! – Amelia Grimaldi

Zuallererst gibt es mal ein großes Chaos in c-moll. - Heike
Der gesuchte Komponist ist der Schöpfer einer Hymne, die bis auf den heutigen Tag gespielt und andeutungsweise durch Bewegung der Lippen auch gesungen wird. Das Bewegen der Lippen habe ich mal bei einem Fußballspiel beobachtet. Calisto

Liebe Calisto! Da waren wir großzügig und haben sie euch geschenkt, aber einmal wurde sie noch in der Form gespielt wie sie war, am 1.4.1989 im Stephansdom in Wien, beim Begräbnis einer großen Frau – Oper 337

Das gesuchte Werk habe ich in der Semper-Oper mal als Ballett gesehen. Der Komponist wird m E viel unterschätzt und man nennt ihn gerne Papa - Erzherzog

Ich hingegen finde den Komponisten überbewertet. Die Stadt, in der er jahrzehntelang wirkte, heißt auf ungarisch Kismarton (Klein-Martin) – Lavine

Hier wird so einiges Getier aufgeboten, von Würmern bis zu den Walfischen. Mitsingen dürfen sie leider nicht – Nightrider

Der Bruder des gesuchten Komponisten war auch Komponist, und der gesuchte Komponist war nach seinem Tod ziemlich kopflos. – Armin70

Schöpferischen Menschen dürfte es leicht(er) fallen, den Werktitel zu finden. In den betreffenden Partien gefallen mir zum Beispiel Gundula Janowitz und Keith Engen. - Waldi

Die Lösung: „Von deiner Güt’, oh Herr und Gott“ aus Joseph Haydns Oratorium
DIE SCHÖPFUNG Hob XXI:2 Lösungsbuchstabe: A
s.: http://www.youtube.com/watch?v=48z-kzD1rmE&feature=BF&list=QL&index=1

Es ist wirklich kaum zu glauben und, wie ich finde, ein wenig auch eine Schande, dass es zu diesem Meisterwerk bis heute keinen Thread in Capriccio gibt. Immerhin gibt es enen hier: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1225. Der ist aber auch schon länger vernachlässigt. Ich hoffe also, hier eine Wiederbelebung anstoßen zu können und werde das notfalls auch selbst versuchen, obwohl ich zu Oratorien im Besonderen und Chormusik allgemein keine sehr innige Beziehung habe. Das gilt für die musikalische wie für die spirituelle Ebene. Allerdings ist Josef Haydns DIE SCHÖPFUNG eine der wenigen großen Ausnahmen. Ich kenne sie zwar nicht so gut wie etwa die Requien von Berlioz, Verdi oder Fauré, zähle sie aber rückhaltlos zu den größten Kompositionen nicht nur ihrer Gattung.

Bemerkenswerterweise hält die allgemeine Wertschätzung im Falle von Haydns Oratorium ohne Unterbrechung seit seiner stürmisch gefeierten Uraufführung im Jahr 1799 ungebrochen an, obwohl besonders die Romantiker Haydns übriges Schaffen, auch und gerade die Instrumentalmusik, in der er so bahnbrechend wirkte, lange Zeit mit Geringschätzung behandelten. Von diesem Image hat sich das Bild von Mozarts vermeintlichem „Papa Haydn“ in der Musikwelt nie mehr so recht erholt. Wenn auch seine Sinfonien und Kammermusiken heute wieder von einem wachsenden Kreis von Liebhabern sehr geschätzt werden, für seine – in der Tat nicht sehr dramatisch wirkungsvollen – Opern, aber auch seine vorangehenden Messen hält diese Missachtung bis heute an.

Aber, wie gesagt, DIE SCHÖPFUNG war stets eine bewunderte Ausnahme. Man braucht nur die Spannweite zu betrachten, die Haydn zwischen ihrem grandiosen Durchbruch vom Chaos zum Licht als Auftakt und der anrührenden Innigkeit des Danksagungsduetts im dritten Teil durchmisst, nach dem hier gefragt wurde, und man versteht sofort, warum das so ist, denn es gibt wohl keine Oper von solch musikalischer Vielfalt und dennoch sinnlicher Einheit. Großartigere Musik ist selten geschrieben worden, und so ist es vielleicht gar nicht so verwunderlich, dass eines der mir liebsten Duette überhaupt, nämlich das erfragte, nicht einmal aus einer Oper stammt. Dennoch würde ich es den großen Opernduetten Mozarts wie „La ci darem la mano“ oder „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ gleichberechtigt zur Seite stellen.

Die Entstehungsgeschichte des Werkes ist eine eindrucksvolle Illustration dessen, was uns durch den viel zu frühen Tod vieler großer Komponisten vorenthalten wurde. Haydn war immerhin schon – für damalige Verhältnisse biblische - 64 Jahre alt, als er sich fast ganz auf die Schaffung großer Chorwerke verlegte. Seine letzte Sinfonie, die sogenannten "Londoner", und auch seine Kammermusikkompositionen, Gattungen, die er revolutioniert und weiter vorangetrieben hatte, als irgendjemand vor ihm, schloss er 1995 ab, bevor er mit der Arbeit an der SCHÖPFUNG begann. Allein ihretwegen genoss kein anderer Komponist schon zu Lebzeiten eine derart weltweite Bewunderung, was seine Reputation leider heute noch bei manchen in Form einer leicht geringschätzigen Gegenreaktion beeinträchtigt. Und dennoch entstand jetzt erst, unter dem tiefen Eindruck, den Händels Oratorien auf ihn gemacht hatten, als er sie 1991 in London erleben konnte, die Krönung seines Schaffens.

Ausgangspunkt der Kmposition war ein englisches Libretto nach John Miltons „Paradise Lost“, das ihm sein englischer Verleger mit der Mitteilung gegeben hatte, es sei noch für Händel geschrieben worden. Haydn ließ es dann in Wien von einem Baron von Swieten überarbeiten, dessen Einfluss lange Zeit sehr umstritten war, weil er sich wohl auch in die musikalische Gestaltung des Werkes einzuschalten versuchte. Swietens Arbeit war aber auch im positiven Sinne weit mehr als eine Übersetzung, sondern eine kreative Eigengestaltung, die Haydn sehr wohl zu schätzen wusste. Zu schätzen wusste er sicher auch, dass Swietens Einfluss und Vermögen eine angemessen große Aufführung des Werkes nach seiner Fertigstellung garantierte, für die Haydn mehrere Jahre brauchte, in denen er, für ihn höchst ungewöhnlich, immer wieder Änderungen vornahm. Die allgemeine Neugier auf Haydns Schöpfung im doppelten Wortsinn nach einer derart langen Pause war so groß, dass Extramaßnahmen ergriffen werden mussten, um den Sonderverkehr der vielen Interessenten an der Uraufführung 1998 zu regeln, obwohl diese noch eine halb private war. Noch größer aber war der spontane Erfolg des Werkes, das trotz seiner kostspieligen Anforderungen allein in den Haydn noch verbleidenden zehn Jahren Lebenszeit in Wien etwa 45 mal mit enormem Erfolg aufgeführt wurde.

Hier ist nicht der Raum für eine Diskussion der Musik, für die ohnehin andere kompetenter sind als ich, aber ich hoffe sehr, dass sie in diesem Umfeld demnächst einmal ihr Forum findet. Ich möchte mich aber an dieser Stelle auf meine üblichen Empfehlungen von Einspielungen beschränken, wobei meine Alternativen leider fast ausschließlich alte LP oder Rundfunkmitschnitte sind. Die Ausnahme ist Harnoncourts ältere Aufnahme mit Edita Gruberova, Josef Protschka und Robert Holl, die vielen mit Recht einmal als Referenz galt:



Seine neuere Aufnahme mit Dorothea Röschmann, Michael Schade und Christian Gerhaher kenne ich nur in Auszügen, macht aber auch einen guten Eindruck.

Dennoch gelten meine Vorlieben drei Mitschnitten internationaler Provenienz. Voran die oben auf YouTube vorgestellte Aufführung unter John Nelson mit Nathalie Dessay, Paul Groves und Laurent Naouri. Mag sie auch nicht bis ins letzte Sprachdetail authentisch sein, so strahlt sie eine Wärme aus, die ich in keiner anderen Aufnahme verspüre, die diesem Werk aber enorm bekommt. Leider gibt es kein offizielles DVD-Angebot dieser Aufzeichnung, die ich in einem Mitschnitt von Mezzo habe. Ebenfalls nicht kommerziell verfügbar ist ein Mitschnitt der englischen Fassung unter der Leitung von Marc Minkowski, aber wenn der mal eine kommerzielle Einspielung macht, kann man sich darauf freuen.

Kennen und schätzen gelernt habe ich das Werk in der alten Aufnahme Leonard Bernsteins mit Judith Raskin, Alexander Young und John Reardon, die es heute nur in dieser preiswerten Box gibt, die sich aber auch lohnt, weil sie viele der besten Aufnahmen der Haydn-Sinfonien unter Bernsteins Leitung enthält:



Sie entspricht natürlich nicht dem seither entwickelten HIP-Standard, überzeugt mich aber nach wie vor durch Bernsteins Emphase. Überhaupt finde ich, dass Bernstein eine sehr glückliche Hand mit Haydn hatte, weshalb ich auch gerne die ganze Box empfehle.

Sollte ich allerdings heute aus dem kommerziellen Angebot meine erste SCHÖPFUNG auswählen, würde ich wohl zu dieser Aufnahme greifen:



Bei René Jacobs kommt nämlich alles zusammen, wie es soll : vorbildliche Textbehandlung, historisch informierte Darbietung und eine spürbare Empathie mit der Musik und Thematik.

Die spielt natürlich auch eine große Rolle bei den Extras, von denen Ihr wieder eine erstaunliche Menge gefunden habt, denn es gibt anscheinend weit weniger Kompositionen um diesen Themnenkreis, als man auf Anhieb vermuten möchte. Vielleicht war es ja gerade die in den Tipps scherzhaft angeklungene Einsparmöglichkeit bei den Kostümen, die das Thema fast ganz aus dem Musiktheater ferngehalten hat. Vor allem aber dürfte es wohl ein Mangel an dramatischer Entwicklung der beiden zentralen Helden gewesen sein, an die auch die mehrfach vertonte Dichtung John Miltons nicht entscheidend verbessern konnte.

Um so hübscher finde ich diese Musical-Variante der Schöpfer von SHE LOWVES ME und FIDDLER ON THE ROOF Jerry Bock und Sheldon Harnick, die das Thema von Adam und Eva gleich in drei Einaktern variiert.



Am besten gefällt mir dabei die "historische" Variante "Eden", in der Eva mit einem seltsamen, ihr unbekannten,Tier konfrontiert wird, dessen Verhalten ihr mehr als merkwürdig vorkommt. Schließlich aber verliebt sie sich doch in das seltsame Wesen und fragt sich, warum das möglich ist, wo er doch zu nichts Vernünftigem imstande ist. Zugegeben, ein weiterer Weg von Haydn zu diesem Liebeslied ist kaum denkbar, aber es lohnt sich, ihn zu gehen: http://www.youtube.com/watch?v=fmmoLATtG7k

Das gilt übrigens auch für die Ausschnitte, die man in der Nachbarschaft dieses Clips gepostet hat, etwa Adams Vermutung, dass das ihm gleichfalls unbekannte Wesen Eva ein Fisch oder ein Bär sein müsse, allerdings kein besonders stummer.

Extras:
Pietro Avondano: Adamo ed Eva (1772)
Julius Bauer/ Hugo Wittmann: Adam und Eva
Ralph Benatzky: Salzburger Nockerln (Im weißen Rössl)
Giovanni Francesco Capello: Vertreibung aus dem Paradies« (1615 ?)
Ernst von Dohnányi: Cantus vitae (Kantate)
Pierre Dorge mit Ingrid Becker: Adam und Eva (Kinderserie)
Deborah Drattell: Lilith
Bernhard Eichhorn: Der Apfel ist ab (Filmmusik)
Peter Eötvös: Die Tragödie des Teufels
Meingorus Gaelle: Adam und Eva
Baldassare Galuppi: Adamo ed Eva« (1747) und Adamo caduto
Ippolito Ghezzi: L'Adamo
Gregor Linßen: ADAM - die Suche nach dem Menschen (am 7. August 2002 in Assisi uraufgeführt)
Toshiro Mayuzumi und Ennio Morricone: La Bibbia (Filmmusik)
Darius Milhaud: La création du monde
Josef Myslive
ek: Adamo ed Eva (1771)
Penderecki: Paradise Lost (Sacra Rappresentazione in zwei Akten nach John Milton)
Anton Rubinstein: Das verlorene Paradies (Paradise Lost; 1855)
Sebastian Sailer: Die schwäbische Schöpfung
Rudi Stephan: Die ersten Menschen
Johann Theile: Adam und Eva (Der erschaffene, gefallene und aufgerichtete Mensch)
Giuseppe Maria Tomasi (auch Tommasi di Lampedusa): Adam und Eva (Oratorium)
Richard Wagner: Morgendlich leuchtend (Die Meistersinger von Nürnberg)
Charles Weinberger: Adam und Eva (Operette)

Nun aber seid Ihr dran: was sind die schönsten Aufnahmen, die Ihr von der SCHÖPFUNG kennt, und was die musikalischen Assoziationen, die Ihr mit den ersten Menschen besonders gern verbindet?

:hello Riddleamus
Heike (18.02.2011, 18:51):
Hallo Rideamus,
also für mich als Kantaten- und Oratorienfan war es eine große Freude, dass du das Repertoire deiner Fragen in diese Richting erweitert hast.

Haydns Schöpfung finde ich schon von Beginn an genial, dieses völlig unzeitgemäße Chaos am Beginn und dann das "Es ward Licht" hat mich schon oft von Anfang an begeistert und dann danach diese Schöpfungsgeschichte, die empfinde ich wie ein ganz großes Märchen.
Heike

P.s. ich habe nur diese Aufnahme, die ich ganz gut finde (aber live ist Die Schöpfung einfach um Lichtjahre besser, irgendwie scheue ich mich daher bisher vor weiteren Anschaffungen)
Armin70 (18.02.2011, 19:13):
Hallo,

neben den Aufnahmen von Hogwood und Marriner ist diese meine Lieblingsaufnahme:



Vor allem Kathleen Battle und Kurt Moll singen grandios und was James Levine da im einleitenden Chaos vollbringt ist schon toll. Da tun sich im wahrsten Sinn Abgründe auf: Das habe ich selten so düster und zukunftsweisend gehört. Natürlich sind die schwedischen Chöre auch vom feinsten.

Armin
Rideamus (19.02.2011, 12:48):
Frage 22
Wenn einem Volk ein rettendes Wunder beschert wird, verwundert es nicht, wenn ihm die Spucke weg bleibt oder die Stimme fehlt. Ironischerweise wird genau das hier mit sehr vielen Stimmen geschildert.

Gesucht wird diesmal der erste Buchstabe des Werktitels. Hier gibt es Extrapunkte für die Nennung weiterer musikalischer Bühnenwerke zu Themen um diese Epoche.

22 b
Das wundervolle Ereignis kann auf der Bühne schlecht gezeigt werden (es war schon im Film schwer), bildet also nur den Hintergrund bzw. Höhepunkt der Geschichte. Das gesuchte Ensemble findet etwas früher statt und stammt aus einem Werk, von dem es mehrere Fassungen gibt. Es wird in der obigen Frage wörtlich zitiert.

Tipps:
So, wie die Frage formuliert ist, führt „O Wort, o Wort, das mir fehlt!“ zum falschen Komponisten. – Athene

Der Protagonist und sein Bruder kommen in der sehr viel später entstandenen Fortsetzung der Geschichte als Titelgeber vor, auf die Athene verwies. Da darf er aber nicht singen. - Quasimodo
Die berühmteste Szene des Werkes wurde erst für die zweite Fassung nachkomponiert. Drei Jahre später wurde das Werk in London als "Pietro l'eremito" (mit einem anderen Text) aufgeführt. – Pavel

Der Komponist komponierte "Alterssünden" (die gar nicht aus seinem eigentlichen Metier entstammen) und schuf so manchen Leckerbissen. – Erzherzog

Der Komponist von gab an, in seinem Leben dreimal geweint zu haben. Das letzte mal bei einem Bootsausflug, als ihm ein getrüffelter Truthahn ins Wasser fiel. – Nightrider

Mir drängt sich zum Komponisten immer eine ornithologische Assoziation auf - aber nicht (nur) die des getrüffelten Truthahns. - Amelia Grimaldi

Er schrieb ja so einiges für extra hohe Tenorstimmen - aber "Olim lacus colueram" (s. Nr. 15) ist nicht von ihm! Diesen Spitznamen für den Komponisten habe ich nie begriffen – Quasimodo

Der bezieht sich wahrscheinlich auf die graziöse Erscheinung unseres gesuchten Komponisten – Amelia Grimaldi

Die Titelfigur des Werkes hat eine große Affinität zum nassen Element. – Amelia Grimaldi

Meinste? Ich dachte, er kann nicht schwimmen. Und dann tappt er noch ewig lange in der Wüste rum – Nightrider
Immerhin kam er schon als Baby ganz allein per Schiff zu seiner Adoptivfamilie - Rideamus

Ganz zu Beginn einer Oper des Verismus wird versucht, das Wunder bildhaft darzustellen. – Emotione

Besagtem Volk wird von einem Vater etwas versprochen, was dessen Sohn jedoch widerruft. Zur Strafe wird der Sohn vom Blitz erschlagen – Lavine

Der Komponist hat die Wiederbelebung seiner Opern einigen Sängerinnen unserer heutigen Zeit zu verdanken. - Calisto
Der Titelheld wanderte jahrzehntelang mit dem besagten Volk durch äußerst karge Gebiete. – Heike

Nicht alle Länder, die Rideamus' Rätsel streifen, sind Urlaubsländer, das in Nr. 22 schon. Der Urknall aus Nr. 21jedenfalls dürfte hier schon verhallt sein. Und in Nr. 17-20 werden in den Titeln drei weibliche und drei männliche Wesen aufgeführt. - Gurnemanz

Die Söhne des regierenden Herrschers machen sowohl in der Oper wie im Film Schwierigkeiten. Aber sowohl hier wie bei Cecil B. DeMille werden sie gehörig dafür bestraft – Waldi

Diese Geschichte wurde oft vertont, z. B. in Oratorien und in modernerer Form auch in Spirituals. Es gibt auch einen inzwischen nicht mehr aktiven US-Leichtathleten, der den Namen des Titelhelden als Nachnamen trägt. – Armin70

Die Lösung: Mi manca la voce (aus MOSE IN EGITTO)
bzw. „Je tremble et soupire“ (aus MOISE ET PHARAON) von Gioacchino Rossini
Lösungsbuchstabe: M
s. http://www.youtube.com/watch?v=lGOx6Uvxv4s

Spätestens seit Cecilia Bartolis großartiger Ariensammlung aus den „Opera proibita“ wissen wir, dass Papst Innozenz X im Jahr 1703 die Oper als Lustbarkeit hatte verbieten lassen. Ein Jahrhundert später war dieses Verbot zwar aufgehoben, wirkte aber besonders in Rom und Neapel in der Osterzeit noch nach, und so komponierte Rossini Anfang 1818 nach Andrea Tottolas Libretto, das seinerseits auf einem typischen Operntext namens „Osiride“ basierte, nicht etwa eine Oper, sondern eine „Azione tragico sacra“, also eine tragische, heilige Handlung. Zu diesem "frommen" Zweck wurde sie um den Propheten Moses herum gebaut und nunmehr MOSE IN EGITTO genannt. Bei ihrer Premiere im März 1818 in Neapel kam diese musikalische „Handlung“ sehr gut an. Allerdings wurde der letzte Akt mit der Durchquerung des Roten Meeres ausgebuht, weil die Bühnentechnik lächerlich ungenügend war. Rossini revidierte die Oper ein Jahr später, schrieb den letzten Akt neu und fügte die enorm eingängige „preghiera“ ein, die in Italien bis heute, gleichauf mit Verdis „Va pensiero“ aus dem NABUCCO, fast den Rang einer alternativen Nationalhymne einnimmt. Die allererste Fassung, von der nur das Libretto bekannt ist, gilt heute als verloren und war angesichts des Überdauerns der (ersten) Revision wohl kein großer Verlust.

Nun aber wurde die Geschichte der Oper richtig kompliziert, denn sie war in dieser Fassung in ganz Europa sehr populär, auch in Paris, wo sie der Komponist Ferdinand Hérold am Théatre Italien zur Aufführung brachte. Dennoch entschloss sich Rossini 1826/27, die Oper noch einmal gründlich für die Pariser Opéra zu überarbeiten. Dabei beschränkte er sich keineswegs, wie noch bei der Verwandlung seines MAOMETTO in LA SIÉGE DE CORINTHE, weitgehend auf eine Anpassung seiner Partitur an die französische Sprache, sondern durchdachte das ganze Konzept der Oper, deren Sujet ihm sehr wichtig war, vollkommen neu und baute Handlung und Musik zu einem sakralen Musikdrama um, in dem kaum noch Platz für Arien und Szenen einzelner Gesangsstars war. Der eigentliche Held war nunmehr das israelische Volk, das an fast allen musikalischen Nummern als Chor oder, vertreten durch mehrere Einzelpersonen, beteiligt ist.

Auch dieser Version war ein durchschlagender Erfolg beschieden, der sogar so groß war, dass man in Italien diese Fassung rückübersetzte und als MOSE NUOVO (später nur noch MOSE) zur Aufführung brachte. Diese Fassung setzte sich dann für lange Zeit durch, und sie war es auch, in der ich das Werk erstmals kennenlernte, und zwar in einer Aufnahme mit Nicola Rossi-Lemeni unter der Leitung Tullio Serafins. Schon damals überwältigte mich neben dem berühmten Gebet "Dal tuo stellato soglio" vor allem das Quartett mit Chor, „Mi manca la voce“ („Mir fehlen die Worte“) nach dem ich hier gefragt habe. Ansonsten fand ich die Aufnahme allerdings wenig beeindruckend, und das galt leider auch für diesen hervorragend besetzten und musizierten MÜnchener Mitschnitt unter Wolfgang Sawallisch mit Ruggero Raimondi, Francisco Araiza und Carol Vaness:



Meine Wertschätzung der Oper stieg jedoch enorm, als ich ihre originale Fassung durch die großartige Einspielung Claudio Scimones mit Ruggero Raimondi, Ernesto Palacio und June Anderson kennen lernte, die bis heute mindestens eine der besten des Werkes geblieben ist.



Plötzlich gab es nämlich einen sehr stringenten Aufbau und machten einige Nummern erheblich mehr Sinn, darunter auch dieses Quartett. Gibt es nämlich im Original noch dem Entsetzen der Hauptdarsteller darüber Ausdruck, dass dem Sohn des Pharaos eine Liaison mit einer Israelitin verboten wird, so muss es in der revidierten Fassung als, von dem Quartett nur eingeleitete, große Chornummer dem Schrecken des ägyptischen und des israelischen Volkes über die von Gott gesandten Plagen Ausdruck geben, was die musikalische und vor allem textliche Substanz überfordert. Zudem rückt die Veränderung das Stück zu nahe an das, nunmehr kurz darauf folgende, Gebet der Israeliten vor dem Roten Meer, das in seiner Musiksprache dem Quartett zu ähnlich ist um es nicht schleunigst aus dem Gedächtnis zu tilgen.

Entsprechend schwer taten sich selbst manche Rossini-Kenner bei der Identifikation der in dieser Frage gesuchten Nummer. Die Rückübersetzer machten nämlich den Fehler, bei vielen Stücken auf den Text der ursprünglichen Fassung zurück zu greifen, obwohl der für ganz andere Zusammenhänge gedacht war. Das fällt bei dem Gebet noch nicht so sehr ins Gewicht, weil hier der Zweck derselbe ist, aber bei dem Quartett wird das besonders auffällig, wenn man den französischen Text der Überarbeitung heranzieht. „Je tremble et soupire“ („Ich zitt’re und seufze“) hat nämlich eine ganz andere, dem neuen Kontext viel angemessenere Bedeutung – vor allem wenn man den Fortgang der Texte betrachtet. Hier ist nicht der Ort für einen intensiven Vergleich der Fassungen, aber ich bin überzeugt davon, dass er meinen Verdacht bestätigen würde, dass die aus der französischen Version von 1827 rückübersetzte italienische Fassung nicht etwa die optimale letzte ist, sondern der schwächste Kompromiss unter den drei inzwischen gängigen Versionen.

Das wird auch bei einer aufmerksamen Betrachtung der französischen Originalfassung von 1827 deutlich, die in sich weitaus stimmiger ist als ihre italienische Ableitung. So schön deren Wortklang auch sein mag, ganz ohne dessen Bedeutung machen selbst die vermeintlich unsinnigen Libretti italienischer Opere serie keinen Sinn. Das ist dann aber nicht zwangsläufig die Schuld ihrer Autoren. Welche Fassung soll man also empfehlen, wenn wir es eigentlich mit zwei verschiedenen Opern zu tun haben, ähnlich, wenn auch nicht im selben Extrem, wie bei IL VIAGGIO A REIMS und LE COMTE ORY? Für die originale Version von 1819 habe ich meine Präferenz für Scimones Aufnahme bereits angeführt, und solange es keine DVD von Salvatore Accardos Aufführung aus Neapel von 1993 mit Michele Pertusi, Rockwell Blake und Gloria Scalchi oder eine bessere gibt, wird es wohl auch dabei bleiben, denn Ruggero Raimondi ist der mit Abstand beste Moses. Schade, dass man ihn anscheinend nie im Bild festgehalten hat.

Für die französische Fassung gibt es dagegen eine klare DVD-Enpfehlung, auch wenn sie aus der Scala stammt, denn Riccardo Muti hat hier ein eindrückliches Plädoyer für diese Version vorgelegt, die deren Anspruch als großes Chordrama ernst nimmt und nicht einfach eine verkappte seria alten Stils ist. Barbara Frittoli, Sonia Ganassi, Ildar Abdranzakov und auch Erwin Schrott unterstützen ihn dabei sehr gut, wobei allerdings, wie oft bei dem all zu straff leitenden Muti, der auch darin seinem Vorbild Toscanini ähnelt, gelegentliche vokale Abstriche zu machen sind:



Eindrucksvoll wie immer fand ich auch Eure letzte Sammlung von Extras über das alttestamentarische Volk der Israeliten. Sie weist zwar einige Lücken aus wie etwa Méhuls JOSEPH UND SEINE BRÜDER, Vivaldis JUDITA TRIUMPHANS und natürlich Webbers JOSEPH AND THE AMAZING TECHNICOLOR DREAMCOAT und andere, ist aber doch eine wunderbare Grundlage für eine intensivere Beschäftigung mit diesem Themenkreis. Ich hoffe sehr, dass das irgendwann einmal jemand, von dieser Liste ausgehend, tun wird.

Einstweilen dürft Ihr aber gerne weiterhin Ergänzungen einstellen, und natürlich bin ich gespannt, welche Eindrücke Ihr von Rossinis meisterhafter Oper gewonnen habt, die als einzige seiner ernsten Werke nie ganz aus dem Repertoire verschwunden ist, selbst wenn man ihr leider viel zu selten auf der Bühne begegnet.

Extras:
C. P. E. Bach - Die Israeliten in der Wüste (Oratorium)
Max Bruch: Moses (Oratorium op. 67)
Domenico Cimarosa: Assalano
Domenico Cimarosa: La Giuditta
Domenico Cimarosa: Il Sacrificio d’Abramo
Dieter Falk: Die 10 Gebote (Pop-Oratorium)
G. F. Händel: Belsazar
G. F. Händel: Israel in Egypt
G. F. Händel: Judas Makkabäus
Johann Nepomuk Hummel: Der Durchzug durchs Rote Meer
Felicitas Kukuck: Der Mann Mose
Franz Lachner: Moses (Oratorium op. 45)
Jules Massenet: Hérodiade
Siegfried Matthus: Judith
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Elias
Anton Rubinstein: Die Makkabäer
Anton Rubinstein: Moses
Camille Saint Saens: Samson et Delila
Arnold Schönberg: Moses und Aaron
Tobias Seyb und Richard Geppert: Moses („Rockoratorium“)
Richard Strauss: Salome
Giuseppe Verdi: Nabucco
Kurt Weill: Der Weg der Verheißung / The Eternal Road (Opern-Oratorium)

:hello Riddleamus
Rideamus (20.02.2011, 08:42):
Frage 23
Wir gelangen zu einem Komponisten, der in diesen Rätseln leider fast zwangsläufig zu kurz, jetzt aber gerade richtig kommt. Die Komposition dieses Lobgesanges, der von einem verweilenden Vergnügen berichtet, hat einen zur gegenwärtigen Saison passenden Anlass gehabt.

Gesucht wird der vierte Buchstabe des zweiten bzw. der dritte des dritten Wortes dieses Liedes. Das gesuchte Werk ist eigentlich nur ein Teil eines Gesamten. Meine Frage nach dem Lösungsbuchstaben gilt nur dieser Teilnummer
Tipps:

Vermutlich sucht Ihr in den falschen Ecken. Dabei wird in dem Rätsel gar nicht mehr nach Bühnenwerken gefragt. Vielleicht solltet Ihr einen bestimmten Blütentee trinken und dabei nicht nur an das WO denken, sondern an die saisonalen Titel des WV. – Rideamus

Ich kenne nur VW. Was ist denn WV? Oder gehört die Abkürzung zum Rätsel, lieber Rideamus. Ich hab's, es heißt Winterverien! – Calisto

Liebe Calisto, hast du denn gar kein Herz für den armen Rätselmeister? Jetzt halt' doch mal Deinen ungeduldigen Mund! Es ist doch in der Tat nicht so schwer zu verstehen, dass das Rätselerstellen 'ne Menge Arbeit macht! Aber das kannst Du Dir wahrscheinlich im Leben nicht vorstellen! – Quasimodo

Meinen ersten Tipp hast Du eben gelesen, aber unvollständig zitiert. Also: "Rätselmeister", "Rätselerstellen", "Menge" und "Arbeit" sind Substantive, die mit der Lösung nicht so viel zu tun haben. – Quasimodo

Jetzt geht auch in diesem Thread die Höflichkeit den Bach hinunter! Und das so kurz vor Weihnachten.... – Amelia Grimaldi

Nr 23: Manchmal müssen die Hinweise auch etwas unhöflich formuliert werden, aber die sollte man wörtlich nehmen ... – Pavel

Auch die Beschwerden über mangelnde Höflichkeit darf man als Hinweis sehen! – Amelia Grimaldi

Ja, ich muss mich schelten lassen ob meiner Grobheit! Ich will mich bessern! Bleibet meine Freude! - Quasimodo

Hoffentlich bin nun nicht ich unhöflich, wenn ich allen über Nr. 23 noch Grübelnden rate, zum eigenen Trost erst mal etwas Saft zu genießen... – Gurnemanz

Dass es um diesen Komponisten mit der großen Familie geht, habe ich schon geahnt (Weihnachten ist ja ein Familienfest). Nur der Titel bereitet mir noch Kopfzerbrechen. – Erzherzog

Nicht Kopfzerbrechen, sondern Freude sollte er Dir bereiten, lieber Erzherzog! - Gurnemanz

Ein leider sehr jung gestorbener Pianist verabschiedete sich mit einer Klavierbearbeitung eines sehr bekannten Teils dieses Werkes 1950 von seinem Publikum. - Heike

Nr. 23 ist wahrlich nicht einfach und daher sehr spannend. Geleitet von Kreuzstabkrücken kam ich nur sehr langsam zur Lösung. Da ich trotzdem ein bisschen verwirrt war, habe ich nachgestöbert. Der Text bezieht sich ursprünglich auf Advent, aber ob es dazu eine vollendete Komposition gab bzw. ob die, wenn existent, aufgeführt wurde, ist fraglich. Später übertrug der Komponist den Text auf ein Marienfest, weil an seinem damaligen Wirkungsort am 4.Adventsonntag keine .... üblich war. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Es bleibt meine Freude, auf Tat und Leben dieses Meisters hinzuweisen, dem die Marlitt einst - augenzwinkernd - eine Oper(ette) andichtete. – Waldi

Auch auf die Gefahr hin, dass es jetzt sehr off-topic wird: Ich möchte zwei großartige Hobby-Ratgeber für den nächsten Sommer empfehlen. Als erstes für den ambitionierten Jäger: "Herr und Hund". Und zweitens Fahrradtouren für Weinkenner in der Toskana: "Rad und Reben". "Herr und Hund" und "Rad und Reben". Mein Tipp – Nightrider

Das bekannteste daraus sind die Umspielungen der Melodie (die kennt eigentlich jeder, die Umspielungen, die Melodie selbst weniger), darüber wurde im Forum schon länger diskutiert. Viele die hier mit machen haben da auch mit diskutiert (und auch ein advocatus diaboli hat sehr intensiv mit diskutiert) - Erzherzog

1972 gab es von der bekanntesten "Nummer" des Werks eine Pop-Version, die Platz 6 der amerikanischen Charts erstürmte. – Lavine

Angesichts der fortgeschrittenen Adventszeit musste ich die baldige Wiedervorlage hintan stellen, um mich zunächst der allfälligen Heimsuchung zu widmen. "Rad und Reben" hätten sich dabei gleichzeitig nicht vertragen, jetzt bleibt es aber meine Freude, mit Euren schönen Tipps doch auch diese Frage gelöst zu haben, den Rebensaft darauf gibt es dann später – Athene

Das gesuchte Werk war eigentlich für das Fest Mariae Heimsuchung gedacht. - Calisto

Die Lösung: „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ (BWV 147) von Johann Sebastian Bach - Lösungsbuchstabe: I
s. http://www.youtube.com/watch?v=3Mn1ibFdXDU

Preisfrage: welcher Musiker steht laut Wikipedia im Zentrum der erfolgreichsten Klassikschallplatte aller Zeiten?

Nein, es ist nicht Herr von K., so sehr der sich auch darum bemühte, und auch nicht Wolfgang Amadeus, nicht einmal Ludwig van, sondern dieser hier:



Auch ich gehörte damals, es war im legendären Jahr 1968, zu den weltweit Abermillionen, die dieses Album erworben und gefühlte Tausende von Malen abgespielt haben, nicht ahnend, dass mir dieser Konsum ein Kuckucksei hinterlassen würde, das erst vier Jahrzehnte später zum Vorschein kommen sollte – allerdings nicht zu Ostern, sondern schon zu Weihnachten.

Als ich nämlich die Fragen dieses Rätsels zusammenstellte, wollte ich endlich einmal einen der bedeutendsten Komponisten überhaupt berücksichtigen, dessen Werk sich ansonsten so gar nicht für meine Rätsel eignete und deshalb bislang noch nie darin vorkam, weil ich auf Grund meiner Chormusikaversion von ihm eher seine Instrumentalmusik kenne und schätze. Das Weihnachtsoratorium (WO), das sich aufdrängte, erschien mir zu offensichtlich und hatte außerdem bereits den Titel dieses Rätsels abgegeben. So stieß ich bei der Suche nach passenden Adventskantaten auf diese hier, die Bach – immer laut Wikipedia, denn auf dem Gebiet kenne ich mich wirklich nicht aus – 1716 in Weimar zum vierten Advent komponierte (1723 erweiterte er sie dann in Leipzig zum Fest Mariä Heimsuchung am 2. Juli zu der Version, die wir heute kennen).

Als ich mir das oben zitierte Beispiel auf YouTube anhörte, war ich total verblüfft darüber, wie gut ich die instrumentale Einleitung kannte, obwohl gerade die Kantaten Bachs für mich absolut terra incognita sind, und ich war deshalb überzeugt davon, dass Bach diese Triolen auch anderswo verarbeitet haben musste. Ich stellte diese Frage sogar in Capriccio, und hier findet Ihr die Antworten: http://www.capriccio-kulturforum.de/was-…-thema-von-bach. Besonders spannend fand ich dann die Diskussion, was man alles mit Triolen anfangen kann.

Wie auch immer: mit der Nennung von Jacques Loussier kamt Ihr der Wahrheit schon sehr nahe, aber dann fiel doch bei mir selbst der Groschen, denn natürlich war es die Synthesizer-Bearbeitung von (damals noch) Walter Carlos, der heute Wendy Carlos ist und heißt, die mir diese Figuren so vertraut gemacht hatte. Heute, wo jeder halbwegs begabte Klimperer imstande ist, das auf seinem Heim-PC zu imitieren, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie revolutionär uns vor nur 40 Jahren die Klänge des Moog Synthesizers noch vorkamen. Ich gestehe aber gerne, dass mir diese Musik auch heute noch Spaß macht, denn im Gegensatz zu vielen ihrer Nachfolger hatte Carlos noch hohe Achtung vor ihren Vorlagen und eine bewundernswerte Musikalität.

Zu der eigentlichen Komposition oder gar den üblichen Empfehlungen kann ich hier leider gar nichts beitragen, denn obwohl gerade die angefragte Kantate zu den beliebtesten zählt, besitze ich keine einzige Aufnahme. Ich kann also nur auf diesen allgemeinen Discographie - Thread http://www.capriccio-kulturforum.de/voka…he-empfehlungen sowie diesen sehr schönen Sammelthread von Bach-Kantaten verweisen: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1538

Noch lieber, als dass Ihr da nachseht (zu BWV 147 steht da ohnehin fast nichts) wäre mir allerdings, wenn Ihr Eure Empfehlungen gleich hier einstellt, und natürlich darf gerne jemand, der sich dazu berufen fühlt, einen Thread speziell zu dieser Kantate eröffnen, denn auch das ist ja eines der Wünsche, die ich stets mit meinen Rätseln verbinde. Vor allem dann, wenn ich Euch, wie diesmal, aus Rücksicht auf den Stress der Vorfeiertagszeit die Suche nach Extras erspart habe.

Nun seid also wirklich mal Ihr dran mit der Aufgabe, einen großen blinden Fleck von mir mit weiteren Erläuterungen und Empfehlungen zu füllen.

:hello Riddleamus
Rideamus (21.02.2011, 11:33):
Nachdem es anscheinend zu den Lösungen kaum mehr etwas zu sagen gibt, kommen wir zur letzten Frage:

Diese musikalische Nachricht über einen Geburtstag, der sich heute (d. h. am 24.12.) jährt, wurde bei uns in der Muttersprache des Komponisten bekannt, aber komponiert hat er sie zu einer anderen, deren Name ebenfalls zum heutigen Jahrestag zu passen scheint.

Gesucht wird der dritte Buchstabe des Komponistennamens in der Schreibung seiner Muttersprache.

Tipps:
Hallelujah! SCNR (diesen Kalauer nicht auslassen könnend) - Quasimodo

Der Name der Kompositionssprache gleicht einem Angehörigen einer Gruppe, der dem heiligen Kind im wahrsten Sinn des Wortes einen Floh ins Ohr gesetzt haben soll (na ja, zumindest hat er ihn nicht davon abgehalten). Und im gesuchten Lied wird gar eine bedeutende Stadt zum Jubeln aufgefordert. – Athene

Athene ist offensichtlich, so wie ich, auf dem zweiten Weg zur Lösung gekommen.
Bei der ersten Lösung ist der deutsche Text eine Übersetzung, bei der zweiten eine Neudichtung. - Pavel

Der Komponist enthält im Nachnamen einen Buchstaben, den es in der Sprache seiner Wahlheimat gar nicht gibt. – Heike

Ohne messianisch wirken zu wollen: Das "Hallelujah" führt dich direkt in Richtung der Lösung! Dann musst Du nur noch nach der Nummer suchen, die von der Geburt dessen handelt, mit dem Du den Geburtstag teilst, lieber Erzherzog! – Quasimodo

Aufgepasst bei Nr. 24: bei der, hierzulande als Adventslied bekannten, Aufmunterung einer gewissen Frau Z. entstammt die Musik einem anderen Werk des gleichen Komponisten. Sie führt aber auch leicht zur richtigen Lösung. – Nightrider

Was esst Ihr zu Weihnachten? Gans, Truthahn oder Hendl - hoppla, bin im falschen Thread gelandet - oder etwa doch nicht? Ich wünsche allen Töchtern und Söhnen frohe Weihnachten. – Amelia Grimaldi

Selig oder nicht selig, das ist hier die Frage - for unto me the riddle is solved, aber ich hätte ja auch noch ganz gerne weitergemacht. Ich schüttle dem Riddlemeister die Hände oder so ähnlich. - Waldi

Zu Nr. 24 noch einen weiteren Tipp zu geben, ist gar nicht einfach; vielleicht den, dass nicht alle Menschen in einer Halle oder in einem Saale geboren werden? – Gurnemanz

Ludwig van Beethoven hat über das gesuchte Stück 12 Variationen für Klavier und Violoncello geschrieben. - Calisto

Bei dem berühmtesten Chor des Werkes, der allerdings nicht das gesuchte Stück ist, gehört es zum Brauch, dass das Publikum heutzutage noch bei der Aufführung aufsteht. – Armin 70

Die Lösung: “For unto us a child is born” aus THE MESSIAH von Georg Friedrich Händel Lösungsbuchstabe: N
s. http://www.youtube.com/watch?v=MqILJPv1JIY&feature=relate

Ich kann es ja kaum mehr selbst glauben, aber auch ich war einmal in einem Schulchor, und was wurde zur Einweihung einer neuen Turnhalle von diesem Schulchor gesungen? Richtig: das berühmt-berüchtigte „Hallelujah!“, womöglich das bekannteste und wahrscheinlich am meisten missbrauchte Musikstück überhaupt. Es ist aber auch eine geniale Komposition und entstammt einem der herrlichsten Musikwerke, das jemals geschrieben wurde. Neben Haydns DIE SCHÖPFUNG ist der MESSIAH die zweite große Ausnahme unter den klassischen Oratorien, die ich schon immer sehr gerne gehört habe und wohl immer ganz besonders schätzen werde. Bedenkt man, dass Händel die 45 Nummern des Werkes in weniger als einem Monat vom August bis September 1741 komponierte, kommt man aus dem Staunen kaum heraus, denn es ist ihm in dieser Zeit gelungen, nicht etwa nur die eine oder andere Episode aus dem Leben Christi, sondern dessen ganzes Leben von der Geburt bis zur Wiederauferstehung in Töne zu fassen. Und was für welche!

Ein nicht geringes Verdienst gebührt dem, früher zu Unrecht viel gescholtenen, Librettisten Charles Jennens, der den großartigen Einfall hatte, diese Geschichte nicht etwa mit den vertrauten Texten des Neuen Testaments zu erzählen, sondern vorwiegend auf Passagen des Alten Testaments zurück zu greifen, deren prophetischer Grundton Händel eine ganz eigene Klangsprache erlaubte. Lediglich für die Geburtssequenzen griff Jennens auf die Schilderungen in den Evangelien des Lukas bzw. des Matthäus zurück, während er sich für die Finales des zweiten (das „Halleluja!“) und abschließenden dritten Teils zwar auch auf das Neue Testament, dort aber auf die nicht minder prophetische Offenbarung des Johannes stützte.

Genau genommen, ist das Werk also gar kein Oratorium mit den üblichen rezitativischen Erzählungen und eingebauten Musiknummern. Jennens hatte es nämlich als „Grand Musical Entertainment“, also als große musikalische Unterhaltung von, ungeachtet seines Themas, durchaus weltlichem Charakter konzipiert, die gar nicht für eine Aufführung in Kirchen gedacht war. Aber natürlich passt es auch ideal in deren Räume, und das nicht nur wegen der Akustik. Man betrachte nur einmal die erfragte Nummer 11 des Werkes, die von jubelnden Chorkoloraturen sehr bald in affirmative Deklamationen zu den Zeilen des Propheten Jesaja übergeht:

For unto us a child is born
Unto us a son is given
And the government shall be upon his shoulder
And his name shall be called
Wonderful! Counsellor!
The Mighty God!
The Everlasting Father!
The Prince of Peace!

(Denn es ist uns ein Kind geboren, es ist uns ein Sohn gegeben, und die Herrschaft soll auf seiner Schulter liegen, und sein Name soll heißen Wunderbar, Ratgeber, der starke Gott, der ewige Vater, des Friedens Fürst.)

Nicht nur in dieser Nummer fällt auf, dass dem Chor immer wieder die Aufgabe zufällt, die Bewahrheitung von Prophezeiungen zu bejubeln, weshalb jemand das Werk auch einmal als eine Ansammlung von Hymnen bezeichnet hat. Ich finde, das ist ein durchaus passender Abschluss also für dieses Rätsel um Jubelgesänge, das sich hiermit in der Tat seinem Ende zuneigt.

Noch aber schulde ich euch meine üblichen Empfehlungen, und da tue ich mich angesichts der Vielfalt vorhandener Einspielungen, darunter eine ganze Reihe herausragender, besonders schwer. Meine Auswahl ist also, mehr noch als sonst ohnehin schon, betont subjektiv.

Kennen gelernt habe ich das Werk in der alten Aufnahme Leonard Bernsteins, die zwar energisch und leidenschaftlich klingt, mir heute aber doch als überholt erscheint, denn dem MESSIAS bekommt die traditionell sinfonische Annährung weit weniger gut als etwa Haydns SCHÖPFUNG. Vor dem Aufkommen der am historischen Klangbild orientierten (HIP) Aufnahmen schätzte ich deshalb ganz besonders die erfreulich schlanke und zu Recht preisgekrönte Aufnahme von Colin Davis mit Heather Harper, Helen Watts, John Wakefield und John Shirley-Quirk sowie dem London Symphony Orchestra und Chor:



Mein erster cd-MESSIAS, den ich auch heute noch sehr schätze, war dann die Aufnahme von Charles Mackerras mit Elizabeth Harwood, Janet Baker, Paul Esswood und Robert Tear, die leider viel zu wenig beachtet wurde und heute nur noch antiquarisch verfügbar ist. Interessant, mir aber nur in Auszügen bekannt ist aber auch Mackerras’ Aufnahme der Bearbeitung des Werkes in deutscher Sprache, was ich eigentlich nicht so sehr schätze, die Mozart einst für eine Aufführung bei dem Baron von Swieten, dem Texter der SCHÖPFUNG eingerichtet hat, wobei er sie wohl etwas verkürzte und die Instrumentierung veränderte verkleinerte. Kennt jemand diese Aufnahme?



Wie steht Ihr überhaupt zu Mozarts Bearbeitung dieses englischen Werkes? Hier überzeugen mich nämlich die Engländer in aller Regel mehr, und so ist auch die für mich heute noch gültigste Aufnahme die anfangs auf YouTube zitierte von Trevor Pinnock, die in Klangbild und festlicher Attitüde alle Vorteile einer werkgerechten Fassung für mich vereint. Mit Arleen Auger, Anne Sofie von Otter sowie Howard Crook bietet sie auch das vielleicht beste Vokalensemble, sieht man einmal davon ab, dass Michael Chance und John Tomlinson nicht jeden Geschmack treffen:



Abschließend möchte ich noch auf den hochinteressanten Film von William Klein hinweisen, zu dem der von mir bekanntlich sehr geschätzte Marc Minkowski eine überzeugende, leider aber nur gekürzte Fassung eingespielt hat:



Schade, dass der Film selbst anscheinend nirgendwo zu beschaffen ist und man nur hier einen Eindruck davon bekommen kann: http://www.youtube.com/watch?v=6ulYIMS2mHk.

Und damit geht der Staffelstab ein letztes Mal wieder an euch weiter. Welches sind Eure liebsten Aufnahmen dieses großartigen Werkes? Oder stehen die schon alle hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/vokalmusik/2585-händel-der-messias bzw. hier? http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=848

:hello Riddleamus
Armin70 (21.02.2011, 15:50):
Original von Rideamus
Mein erster cd-MESSIAS, den ich auch heute noch sehr schätze, war dann die Aufnahme von Charles Mackerras mit Elizabeth Harwood, Janet Baker, Paul Esswood und Robert Tear, die leider viel zu wenig beachtet wurde und heute nur noch antiquarisch verfügbar ist. Interessant, mir aber nur in Auszügen bekannt ist aber auch Mackerras’ Aufnahme der Bearbeitung des Werkes in deutscher Sprache, was ich eigentlich nicht so sehr schätze, die Mozart einst für eine Aufführung bei dem Baron von Swieten, dem Texter der SCHÖPFUNG eingerichtet hat, wobei er sie wohl etwas verkürzte und die Instrumentierung veränderte verkleinerte. Kennt jemand diese Aufnahme?



Wie steht Ihr überhaupt zu Mozarts Bearbeitung dieses englischen Werkes?

Hallo,

von Mozarts Bearbeitung des Messias habe ich folgende Aufnahmen:



Gesungen wird hier übrigens in englischer Sprache und bei der Bass-Arie "The trumpet shall sound" wurde Händels Originalfassung mit obligater Trompete anstatt dem von Mozart verwendeten Horn gespielt.

Dann noch diese Aufnahme:



Die Rilling-Aufnahme gefällt mir persönlich etwas besser, weil hier besonders Mozarts veränderte Instrumentierung besser zur Geltung kommt.

Ein paar Worte noch zu Mozarts Bearbeitung (KV 572):

Mozart hatte vier Oratorien von Händel bearbeitet:
Acis und Galathea (1788), Messias (1789), das Alexanderfest und die Cäcilienode (beide 1790). Dies alles geschah im Auftrag von Baron van Swieten.

Was den Messias angeht, so wurde er davor in verschiedenen deutschen Städten bereits in einer Bearbeitung von J. A. Hiller gespielt. Mozart diente die Erstausgabe von Händels Partitur, die 1767 in London erschien, als Basis für seine Bearbeitung.
Am meisten veränderte Mozart bei den Arien, z. B. änderte er die Harmonien, nahm Kürzungen vor, änderte einige Tempi, transponierte Arien und wies einige Arien anderen Gesangsstimmen zu. Im Fall der Arie "Wenn Gott ist für uns" änderte er sie sogar in ein Rezitativ um. Die Kürzungen und Veränderungen der Großform dienten in erster Linie der dramaturgischen Straffung. Des weiteren fügte Mozart in den Arien sehr viele Vortragsbezeichungen hinsichtlich der Dynamik und der Artikulation ein.
Die Chöre veränderte Mozart kaum, lediglich fügte er zusätzliche Bläser zur Verdeutlichung und Verstärkung hinzu.
Bei der Instrumentierung passte er das Werk dem Zeitgeschmack seiner Zeit an. Die barocke Orchesterbesetzung empfand man Ende des 18. Jahrhunderts als zu karg und wenig flexibel. Deshalb ergänzte Mozart die überschaubare Instrumentierung von Händel und fügte zu den bereits vorhandenen Oboen und Fagotten noch Flöten und Klarinetten sowie bei den Blechbläsern neben den schon vorhandenen Trompeten noch Hörner und Posaunen hinzu. Dadurch wurde der Orchesterklang wesentlich farbiger und abwechslungsreicher und erinnert an Mozarts Orchesterklang im Don Giovanni und der Zauberflöte.

Ein weiteres wesentliches Merkmal von Mozarts veränderter Orchestrierung sind die veränderten Trompetenstimmen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ging (leider) die Kunst des sog. Clarinblasens verloren. Der Grund liegt im Verfall der ständischen Ordnung, der zum Untergang der Stadtpfeiferzünfte führte. Die Trompete wurde im Orchester nun mehr und mehr zum Spielen von Dreiklangschritten und Fanfarenmotiven degradiert. Aus diesem Grund übertrug Mozart die originalen Clarin-Parts, insbesondere in einigen Chorsätzen, auf die flexibleren Holzbläser. Das einzigste Blechblasinstrument, das im späten 18. Jahrhundert mit der gleichen Virtuosität gespielt wurde wie in der Barockzeit war das Horn. Deshalb übertrug Mozart in der Bassarie "Sie schallt die Posaun" den originalen Trompetenpart auf das Horn.

Mozarts KV 572 stellt demzufolge mehr als nur eine Bearbeitung dar, denn dies ist vielmehr Mozarts eigene Interpretation von Händels Messias und von daher finde ich Mozarts Version 1. interessant und 2. eine lohnende Alternative zum Original.

Armin
(Quelle: schola.ch/messias.html)
Rideamus (21.02.2011, 16:26):
Lieber Armin,

vielen Dank für diese ausführliche Erläuterung. Indirekt bestätigst Du ja damit die Klage des Oboisten Arundo onax in Capriccio, dass die Instrumentierung Händels mindestens für die Bläser extrem "langweilig" sei.

Ich werde mir jedenfalls mal die Mozart-Bearbeitung vormerken. Allerdings scheint mir unter dieser Prämisse stärkerer Eingriffe als von mir vermutet der Einsatz der deutschen Besetzung und Sprache, auf die Mozart ja seine Änderungen hin komponiert hat,
in Mackerras' älterer Archiv-Produktion konsequenter, also auch authentischer zu sein.

Ein Vergleich klingt jedenfalls spannend.

:hello Rideamus

PS: Ob man das eventuell in den MESSIAS - Thread kopieren und dort forführen sollte?
Rideamus (22.02.2011, 08:13):
Abschließend zu den Lösungen dieses Rätsels schulde ich Euch noch den Lösungsspruch. Die meisten, die sich an dem Rätsel beteiligt haben, konnten ihn am Schluss dann doch leicht erraten, aber niemand sonst war so phänomenal wie Emotione, die mir allein aus der Kenntnis, dass es sich um einen Spruch mit 25 Buchstaben handeln musste, und der folgenden Beschreibung gleich zu Anfang des Rätsels schon den richtigen Spruch schickte:

Richtig aneinandergereiht, ergeben die Lösungsbuchstaben eine sehr bekannte Paraphrase des Rätseltitels.

Alle Übrigen, die nicht an weihnachtliche Paraphrasen von "Jauchzet! Frohocket!" dachten, mussten sich der Mühe des Sortierens von 25 Buchstaben unterziehen, die ich hier nicht noch einmal auflisten muss. Immerhin erwiesen sch die folgenden Tipps bei vielen als hilfreich, so dass etwa ab Tag 20 auch hierzu zahlreiche richtige Lösungen eintrafen.

Dazu noch ein Tipp: "Nun singet und seid froh" ist es nicht. - Rideamus

Denkt dran, es ist Advent und da hat so mancher Heilige sein Fest. – Pavel

Dass der Lösungswortheilige nicht mit "Jauchzet! Frohlocket!" besungen wird, kann man sich fast denken, aber da wir es hier mit Paraphrasen zu tun haben, würde es mich nicht wundern, wenn das Lösungswort fällt wie die Äpfel und Nüsse, nämlich nicht weit vom Stamm. Das haben inzwischen immerhin schon sieben Ratefreunde erkannt. – Rideamus

ch hb hn ttschlch gfndn! Der Lösungsspruch hat etwas mit einem alten Griechen zu tun, der, wenn er heute lebte, ein Türke wäre. – Quasimodo

Oh Mann, was für ein Tipp:
"Ein nicht ganz so alter Grieche, der in der Türkei vielleicht Latein gelernt hat"
... Moment ... soeben ist der Groschen gefallen ...
Quasimodo ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann - Nightrider

Wie vermutet, hat der wiederholte Hinweis darauf, dass es sich um ein saisonales Lied handelte, den meisten doch den Damm brechen lassen und ihnen das weitere Buchstabensortieren erspart. Allerdings hatte mich Quasimodos Tipp zunächst völlig verwirrt, weil ich vor lauter Fixierung auf die Paraphrase nicht mehr daran gedacht hatte, dass im Zentrum des Liedes tatsächlich ein Heiliger aus der von ihm genannten Gegend stand.

Der hat zwar jetzt keine Saison, aber da gerade eine neue ihren Höhepunkt erreicht, in der man sich gerne verkleidet, sei an ihn erinnert. Es geht nämlich um den heiligen Nikolaus von Myra, dessen Namenstag auf den 6. Dezember fällt, und der mindestens in katholischen Gegenden der Schutzpatron des Nikolaustags und seiner Gebräuche ist.

Das Lied, mit dem man sich auf sein Kommen freut, und das gleichzeitig die angesprochene Paraphrase des Rätseltitels ist, heißt
Lasst uns froh und munter sein

Eigentlich war es doch gar nicht so schwer, oder?

Damit ist, immer noch mitten im kalten Winter, das letztjährige Adventsrätsel endlich gelöst, und ich bin von weiteren Schreibereien dafür erlöst. Ihr könnt also jetzt ganz locker in die närrische Zeit gehen. Treibt es aber nicht zu lose.

Bis zum nächsten Mal, wann immer das sein mag,

:hello Euer Riddleamus
Severina (22.02.2011, 15:25):
Lieber Riddleamus,
ich hoffe doch sehr, dass Du uns wieder zum Ostereiersuchen einlädst!!! :D Übrigens bin ich am Lösungsspruch schier verzweifelt, das war für mich die mit Abstand schwierigste Frage, und wie Emotione das praktisch mit null Vorgaben aus dem Stand geschafft hat, nötigt mir die allergrößte Bewunderung ab! Aber sie ist sowieso unsere unbestrittene Rätselqueen :down :down :down!
lg Sevi :hello
Heike (24.02.2011, 18:51):
ich hoffe doch sehr, dass Du uns wieder zum Ostereiersuchen einlädst!!!

Diesem Wunsch schließe ich mich mal GANZ LAUT an!!!!
Heike
miranda (02.03.2011, 22:15):
Ja bitte bitte bitte ein neues Rätsel, lieber Rideamus!!!

Nachdem ich an Heikes Rätsel schmählich gescheitert bin, hoffe ich, hier wieder durch Dunkelheit zum Licht (mein Lateinlehrer hätte natürlich gesagt: per aspera ad astra) zu gelangen.

Herzlichsten Dank schon im Voraus!