Johann Sebastian Bach Weihnachtsoratorium ( Alles um das Weihnachtsoratorium)
karajan (15.11.2007, 13:19): Ich habe das WO mit 17 Jahren mit Aufgeführt etwa 4 Monate intensiv geprobt und dann in 4 Konzerten aufgeführt. Seit dem liebe ich das WO und höre es regelmäßig nicht nur an Weihnachten. Gruß Andreas
daniel5993 (15.11.2007, 13:30): Guten Tag Andreas!
Eine wirklich gelungene Einführung! Dank für die Mühe! :thanks Ich hab die Richter - Wunderlich - Einspielung erst gestern bestellt und werde deshalb erst in ca. einer Woche etwas dazu sagen können! Gehört habe ich das Weihnachtsoratorium noch nie.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/5016041.jpg
Wenn ichs ausgibig gehört habe, werd ich mich hier einmischen :J Ich bin gerade sowieso in einer Bach Euphorie, ich lese gerade ein schön übersichtliches Buch über die Bachs vor und nach Johann Sebastian Bach und natürlich auch über Ihn!
Gruß Daniel :hello
karajan (15.11.2007, 13:38): Original von daniel5993 Guten Tag Andreas!
Eine wirklich gelungene Einführung! Dank für die Mühe! :thanks Ich hab die Richter - Wunderlich - Einspielung erst gestern bestellt und werde deshalb erst in ca. einer Woche etwas dazu sagen können! Gehört habe ich das Weihnachtsoratorium noch nie.
Wenn ichs ausgibig gehört habe, werd ich mich hier einmischen :J Ich bin gerade sowieso in einer Bach Euphorie, ich lese gerade ein schön übersichtliches Buch über die Bachs vor und nach Johann Sebastian Bach und natürlich auch über Ihn!
Gruß Daniel :hello
Hallo Daniel!
Oh da wird es Zeit sich mal mit dem WO zu befassen. Höre dir es erst mal an ich würde immer mal reinhören mal die Arien oder die Chorsätze. So haben wir auch geprobt und zwar nicht immer in Reihenfolge. Oft höre ich es von A-Z manchmal auch nur einige Sätze. Ich glaube es begeistert dich auch. Viel Freude beim hören. Gruß Karajan
satie (15.11.2007, 14:41): Lieber Karajan, fairerweise sollte man noch angeben, dass der Einführungstext von dieser Seite stammt: http://www.wiener-bachsolisten.at/werkein/johann-sebastian-bach-weihnachtsoratorium.htm
Dass C-Dur als dunkle Tonart bezeichnet wird, ist natürlich Unsinn, zumal C-Dur in dieser Zeit (und bis hin zu Bartok) gerade die "Lichttonart" war und daher wohl kaum dunkel sein kann. Es ist allerdings schon möglich, dass bei Bach speziell diese Tonart eine andere Konnotation hat. Gemeint ist aber in diesem Zusammenhang, dass C-Dur im Quintenturm weiter unten steht als die Kreuztonarten. Es gibt im Weihnachtsoratorium dann auch als Entfernteste Tonart F-Dur, welches noch eine Quinte tiefer liegt. Das vorherrschende D-Dur ist eine feierliche Tonart, die auch mit dem Glauben assoziiert wird.
Ein schönes Oxymoron ist das Zitat mit der Wendung "zur Andacht aufmuntern"...
Jedenfalls ist das Weihnachtsoratorium ein sehr schönes Werk, welches ich schon viel zu lange nicht mehr gehört habe.
Interessanterweise wird das Weihnachtsoratorium heute primär während der Adventszeit aufgeführt, was natürlich nicht der eigentlichen Einordnung ins Kirchenjahr entspricht, sondern praktische Gründe hat. Es ist übrigens nicht geklärt, ob die Gemeinde bei den Chören mitgesungen hat oder nicht. Das Weihnachtsoratorium hat Predigtcharakter, und ich habe irgendwo gelesen, dass aus diesem Grund der Text auf Handzettel gedruckt wurde, von denen noch welche erhalten sind. In die Thomaskirche sollen rund 2000 Leute gepasst haben, und scheinbar war sie auch immer rappelvoll. Um den Text verstehen zu können, waren also Handzettel nötig.
Selber besitze ich nicht eine einzige Aufnahme des Weihnachtsoratoriums, gehört habe ich es vor Jahren zuletzt. Dass ich es nicht in der Sammlung habe liegt wohl daran, dass ich andere Werke lieber höre und wirklich kein Freund von Chören bin. Aber vielleicht gibt es ja eine Aufnahme, die mich hier umdenken lässt?
Herzlich, S A T I E
daniel5993 (15.11.2007, 14:48): Original von Satie Lieber Karajan, fairerweise sollte man noch angeben, dass der Einführungstext von dieser Seite stammt: http://www.wiener-bachsolisten.at/werkein/johann-sebastian-bach-weihnachtsoratorium.htm
Herzlich, S A T I E
Oh oh, aufgepasst, es wacht Satie über allem!
satie (15.11.2007, 14:53): Jawohl, das tut er, weil er nämlich dann nicht den guten karajan anpflaumt wegen der Behauptung mit dem dunklen C-Dur, sondern sagt, wer das eigentlich verzapft hat! Damit will ich nicht oberlehrerhaft sein, sondern erstens wissen, woher eine Aussage kommt und zweitens mal wieder in meiner GEWOHNT DEZENTEN ART darauf hinweisen, dass man bitte referenzieren soll, wenn man einen kompletten Text von anderen Seiten benutzt. So, jetzt stellt sich der gute karajan bitte noch kurz in die Ecke und schämt sich, und dann ist wieder gut. Oder höre ich etwas Widerworte?????
karajan (15.11.2007, 16:06): Original von Satie Jawohl, das tut er, weil er nämlich dann nicht den guten karajan anpflaumt wegen der Behauptung mit dem dunklen C-Dur, sondern sagt, wer das eigentlich verzapft hat! Damit will ich nicht oberlehrerhaft sein, sondern erstens wissen, woher eine Aussage kommt und zweitens mal wieder in meiner GEWOHNT DEZENTEN ART darauf hinweisen, dass man bitte referenzieren soll, wenn man einen kompletten Text von anderen Seiten benutzt. So, jetzt stellt sich der gute karajan bitte noch kurz in die Ecke und schämt sich, und dann ist wieder gut. Oder höre ich etwas Widerworte?????
Hallo Satie
Nein schämen muss ich mich glaube ich nicht dafür. Nein Widerworte hörst du nicht dafür bist du mir hier im Forum viel zu sympatisch. Frage hast du Musik studiert? Darf ich fragen was du komponierst. Spielst du noch in einem Orchester?
Liebe Grüße Karajan
satie (15.11.2007, 17:11): Lieber karajan, gerne gebe ich hier Auskunft. Ich habe zuerst in der Schweiz in Winterthur Klavier studiert. Nach dem Abschluss bin ich nach Berlin gezogen, wo ich dann Komposition bei Walter Zimmermann an der Universität der Künste studiert habe. Also, wenn ich jetzt genauer beschreiben müsste, was ich komponiere, wäre es sehr ausgedehnt und dann auch all zu off topic. Aber ich gebe Dir mal den Link auf meine Homepage, da kannst Du immerhin einige Notenbeispiele anschauen und ein wenig über mich lesen. Die Seite müsste ich mal wieder aktualisieren, aber ich denke mal, dass Du da schon genug findest: www.nils-guenther.de
Als Instrumentalist bin ich kaum noch aktiv, habe mich auch nie als wahren Pianisten begriffen (dafür habe ich zu spät angefangen). Selten spiele ich noch Klavier bei Theatersachen o.ä. Meine Arbeit besteht neben dem Komponieren in musikwissenschaftlichen Tätigkeiten (auf meiner Seite findest Du Texte über Cage), Unterricht und in immer größerem Maße Notationsarbeiten für andere Komponisten. Außerdem habe ich eine kleine Agentur für zeitgenössische Musik, die allerdings weniger vermittelt als eben Notationsgeschichten macht, auch Verwaltungsdinge (GemA-Verwaltung für Komponisten) und Infomaterial für Musiker erstellt.
Mehr kann ich gerne per Mail oder PN erzählen, alles andere würde hier doch zu sehr vom Thema weg führen.
Herzliche Grüße, S A T I E
karajan (15.11.2007, 19:33): Original von karajan Ich habe das WO mit 17 Jahren mit Aufgeführt etwa 4 Monate intensiv geprobt und dann in 4 Konzerten aufgeführt. Seit dem liebe ich das WO und höre es regelmäßig nicht nur an Weihnachten. Gruß Andreas
Was ist hier los. Erstens geht der Link nicht zweitens finde ich das nicht in Ordnung das alles weg ist. So kann man auch einen verärgern!!!
Rachmaninov (15.11.2007, 19:42): Original von karajan Original von karajan Ich habe das WO mit 17 Jahren mit Aufgeführt etwa 4 Monate intensiv geprobt und dann in 4 Konzerten aufgeführt. Seit dem liebe ich das WO und höre es regelmäßig nicht nur an Weihnachten. Gruß Andreas
Was ist hier los. Erstens geht der Link nicht zweitens finde ich das nicht in Ordnung das alles weg ist. So kann man auch einen verärgern!!!
Ich habe anderswo etwas dazu geschrieben und verärgert, war ich durchaus.
Der Link müßte jetzt gehen!
satie (15.11.2007, 20:06): Auweia, jetzt fühle ich mich aber schuldig...so ist es tatsächlich auch nicht schön. Ich wollte nicht, dass hier ein Streit entsteht. Nur, weil ich den Schreibstil so eindeutig anders fand, hatte ich geschaut, ob der Text von einer anderen Seite stammt. Ich denke aber schon, dass man Andreas hier wenigstens noch die Möglichkeit geben sollte, vielleicht basierend auf dem Text der anderen Seite eine etwas persönlichere Einführung zu schreiben. Ich verstehe zwar wie immer unseren Richard sehr gut une weiß, dass er es nicht böse gemeint hat (ganz im Gegenteil!). Trotzdem kann ich natürlich Andreas verstehen, der hier verärgert ist, weil von seiner ursprünglichen Einleitung nun nur noch ein Satz übrig ist. Aber ich würde mal behaupten, dass man das mit etwas gutem Willen schon wieder kitten kann. Die Abfolge der Stücke hätte IMO nicht entfallen müssen, da diese, woher sie auch immer kopiert wurde, ja keine Eigenleistung eines Webseitenverfassers darstellt, sondern einfach nur der Inhalt war, wie er in Bachs Werk nunmal ist.
Ich möchte euch also herzlich bitten, euch nicht in die Haare zu geraten deswegen. Ich bin mir ganz sicher, dass Andreas künftig weiß, dass er keine Kopien anderer Webseiten mehr benutzen sollte (warum haben wir im Thread zum Referenzieren dargelegt). Und damit sollte die Sache doch aus der Welt sein. Kinder! Es geht doch immerhin um WEIHNACHTEN. Liebet euren Nächsten, sag ich nur und vergebt einander! Hatte ich schon erwähnt, dass ich früher immer Papst werden wollte????)
Um Absolution flehend, S A T I E
daniel5993 (15.11.2007, 20:12): Original von Satie Auweia, jetzt fühle ich mich aber schuldig...so ist es tatsächlich auch nicht schön. Ich wollte nicht, dass hier ein Streit entsteht. Nur, weil ich den Schreibstil so eindeutig anders fand, hatte ich geschaut, ob der Text von einer anderen Seite stammt. Ich denke aber schon, dass man Andreas hier wenigstens noch die Möglichkeit geben sollte, vielleicht basierend auf dem Text der anderen Seite eine etwas persönlichere Einführung zu schreiben. Ich verstehe zwar wie immer unseren Richard sehr gut une weiß, dass er es nicht böse gemeint hat (ganz im Gegenteil!). Trotzdem kann ich natürlich Andreas verstehen, der hier verärgert ist, weil von seiner ursprünglichen Einleitung nun nur noch ein Satz übrig ist. Aber ich würde mal behaupten, dass man das mit etwas gutem Willen schon wieder kitten kann. Die Abfolge der Stücke hätte IMO nicht entfallen müssen, da diese, woher sie auch immer kopiert wurde, ja keine Eigenleistung eines Webseitenverfassers darstellt, sondern einfach nur der Inhalt war, wie er in Bachs Werk nunmal ist.
Ich möchte euch also herzlich bitten, euch nicht in die Haare zu geraten deswegen. Ich bin mir ganz sicher, dass Andreas künftig weiß, dass er keine Kopien anderer Webseiten mehr benutzen sollte (warum haben wir im Thread zum Referenzieren dargelegt). Und damit sollte die Sache doch aus der Welt sein. Kinder! Es geht doch immerhin um WEIHNACHTEN. Liebet euren Nächsten, sag ich nur und vergebt einander! Hatte ich schon erwähnt, dass ich früher immer Papst werden wollte????)
Um Absolution flehend, S A T I E
Nein, das du Papst werden wolltest wussten "wir" nicht, aber du hast das Zeug dazu! Zu deinem Beitrag sonst kann ich nur sagen :beer!
HenningKolf (15.11.2007, 20:50): Andreas, ich denke Rachmaninov musste das tun. Schau. Es gibt so etwas wie Urheberrecht; man ist, jedenfalls bei längeren nicht historischen, nicht wissenschaftlichen und nicht zu anderen bestimmten Kategorien von Texten gehörenden Zitaten noch nicht mal auf der sicheren Seite wenn man den Text als Zitat kennzeichnet und die Herkunft nennt, soweit ich weiß.
Nun könntest Du sagen, was soll es, ist mein Risiko. Das ist aber nicht so. Die Rechtsprechung zur Haftung von Internetanbietern ist zwar recht abenteuerlich, aber jedenfalls kann ich nicht sagen, dass Richard..er musste im Impressum ja schreiben wer er ist..nicht haftbar werden könnte.
Vor Gericht und auf hoher See ist man nämlich in Gottes Hand, jedenfalls bei vergleichsweise neuen Rechtsgebieten.
Das heisst, gegebenenfalls könnte es unseren admin Geld kosten, wenn er dieses Forum nicht auf die eben passierte Art und Weise "pflegt". Oder er wäre gezwungen das Forum dicht zu machen. Beides kannst Du ja nicht wollen.
Ich halte es so, dass ich immer nur Schnipsel in Anführungszeichen setze oder aber in indirekter Rede eine Inhaltsangabe mache. Wenn meine Zusammenfassung aus mehrern Quellen stammt , schreibe ich auch schon mal "meine Recherche im Internet und der Literatur hat ergeben" oder ich habe "irgendwo gelesen" (wenn es länger her ist weiss ich ja auch manchmal nicht mehr wo).
Ich finde dies selbst albern und ich bin absolut kein Fachmann für diese Rechtsgebiete. Aber ich bin halt Jurist und kann nur zur Vorsicht mahnen.
Vielleicht hat Jeremias mit der Problematik schon mal zu tun gehabt.
(Die Erkenntnisse im "Referenzieren"-Faden habe ich mir noch gar nicht angeschaut)
Aber es wäre sowieso müßig, jetzt versuchen zu wollen, juristische Details herausarbeiten zu wollen. Haltet Euch mit Originalzitaten einfach zurück, fasst ein bißchen zusammen, verwendet eigene Worte und alles ist kein Problem.
Andreas, ärgerlich mag es sein, aber es geht nicht gegen Dich. Auch wenn es mit Grippe vielleicht doppelt unangenehm aufstößt.
Trotzdem weiterhin einen musikalisch entspannten Abend wünschend
Henning
Rachmaninov (15.11.2007, 20:53): Original von HenningKolf Ich halte es so, dass ich immer nur Schnipsel in Anführungszeichen setze oder aber in indirekter Rede eine Inhaltsangabe mache. Wenn meine Zusammenfassung aus mehrern Quellen stammt , schreibe ich auch schon mal "meine Recherche im Internet und der Literatur hat ergeben" oder ich habe "irgendwo gelesen" (wenn es länger her ist weiss ich ja auch manchmal nicht mehr wo).
Meine Rede! Einfach verlinken oder zitieren mikt Hinweis auf die Quelle!
HenningKolf (24.11.2007, 21:27): Ich gehöre nicht zu denen, die meinen, weil Weihnachtszeit ist oder jedenfalls bevorsteht, müsse man sich mit weihnachtlicher Musik beschäftigen. Da der Faden aber unter denkbar ungünstigen Umständen gestartet ist und ich den Eindruck habe, dass er deshalb einen stillen Tod zu sterben droht, Bach das aber nicht verdient hat, bietet es sich an, mitzuteilen, was die FF in ihrer neuesten Ausgabe zum Weihnachtsoratorium beizutragen hat.
Matthias Hengelbrock führt aus, man solle auf jeden Fall eine Aufnahme mit historischen Instrumenten wählen, denn "gerade beim Weihnachtsoratorium" käme es auf die besonderen Klangfarben der Holz- und Blechbläser an. Ich lasse das weitgehend unkommentiert, bezweifel aber, dass das Für und Wider HIP in Bezug auf das Weihnachtsoratorium ein anderes ist wie bei Barockmusik sonst auch...Holz und Blechbläser finden nun wirklich nicht so selten Verwendung. Aber egal:
wegen der Kombination von barocken und modernen Instrumenten für "problematisch"
Wer einen Knabenchor bevorzuge (dies sei zwar historisch korrekt, aber insoweit problematisch, als Sänger zu Bachs Zeiten später in den Stimmbruch kamen und daher besser ausgebildete Knabenstimmen zur Verfügung standen) sei mit dieser Aufnahme gut bedient:
wobei allerdings das Timbre von Yoshikazu Mera (Suzuki-Aufnahme) gewöhnungsbedürftig sei.
Von den DVD-Aufnahmen sei Gardiners empfehlenswert.
Nach den Forschungen der letzten 25 Jahre sei wahrscheinlich, dass Bach wohl lediglich ein oder zwei Sänger pro Partie eingesetzt habe. Noch würden sich die Kantoren und "starrsinnigen Altmeister" historischer Aufführungspraxis gegen diese Erkenntnis wehren, würde doch dann ihr bisheriges Wirken in Frage gestellt.
Nun denn.. ich hoffe nur inständig, dass niemand herausfindet, Händel habe Guilio Cesare auf einem Kamm geblasen und der Gesangstext sei dazu rezitiert worden................. :B :D
Egal, vielleicht kommt der Faden ja noch ein wenig in Fahrt........
Gruss Henning
Amadé (24.11.2007, 22:32): Hallo,
lasst uns nun mal wieder zum Werk zurückkehren. Dies ist die Aufnahme, mit der ich "groß" geworden bin und die ich noch immer sehr gern höre:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7199738.jpg
Außerdem gefällt mir Karl Richter
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/5016041.jpg
besonders auch wegen Fritz Wunderlich als Evangelisten. Es handelt sich also um Aufnahmen mit deutschen Solisten und Chören, auf einwandfreies Deutsch, also Textverständlichkeit, lege ich hier schon großen Wert.
Grüße Amadé
ab (30.11.2007, 10:10): Schon hier von der großen Begeisterung gelesen oder gar selbst schon gehört?
Challenge Classics CC 76608 J.S. Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248 * Malin Hartelius, Sopran * Kristina Hammarström, Alt * Jörg Dürmüller, Tenor * Detlef Roth Geranio, Bariton * Cappella Amsterdam * Combattimento Consort Amsterdam * Jan Willem de Vriend
http://www.klassik-heute.de/covers/9/18586g.jpg
Mime (05.12.2007, 21:54): Original von Amadé Hallo,
lasst uns nun mal wieder zum Werk zurückkehren. Dies ist die Aufnahme, mit der ich "groß" geworden bin und die ich noch immer sehr gern höre:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7199738.jpg
Außerdem gefällt mir Karl Richter
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/5016041.jpg
besonders auch wegen Fritz Wunderlich als Evangelisten. Es handelt sich also um Aufnahmen mit deutschen Solisten und Chören, auf einwandfreies Deutsch, also Textverständlichkeit, lege ich hier schon großen Wert.
Grüße Amadé
Mir gehts ähnlich. Die Richter-Aufnahme mit FW als Evangelist ist auch heute noch nicht zu toppen.
ab (05.12.2007, 23:23): Heute im Laden entdeckt, dass Karl Richters Aufnahme von 1955 bei Documents wieder veröffentlicht worden ist.
http://www.grosser-stein.de/img/223052_front.jpg
http://www.grosser-stein.de/img/223052_back.jpg
kennt die wer?
Little_Swan (20.12.2007, 20:10): Da ich ich im Schwabenland wohne, bin ich (wohl zwangsläufig) mit der Rilling-Aufnahme (also Gächinger Kantorei) in Kontakt gekommen. Mir gefallen seine Tempi, aber Peter Schreier als Evangelist ist nicht ganz so der Knaller. Ich selbst habe das Weihnachtsoratorium letztes Jahr gesungen und war vollkommen begeistert, auch wenn unser Kantor partout Naturtrompeten wollte und die in der Partialtonreihe tränentreibend geschwommen sind. Bach ist zum Singen einfach nur toll: es geht ganz gemütlich in Koloraturen hoch zum a und wenn man dann oben ist, könnte man ohne Probleme noch höher, die Texte sind angenehm und man hat auch als Anfängerin wie ich wirklich das Gefühl, Musik zu machen. Dieses Jahr nerve ich meine Familie schon seit November damit und werde auch am Heiligabend die Stereoanlage strapazieren. :engel
Heike (22.12.2009, 14:00): ich kopiere mal eine Antwort von ab aus dem "was höre ich jetzt"-Faden heirher, weil ich denke, dass sie da nicht verlorengehen sollte.
Original von ab Lynn Dawson, Bernhard Landauer, Charles Daniels, Klaus Mertens, Coro della Radio Svizzera, I Barocchisti, Diego Fasolis
ab (22.12.2009, 15:37): Dies bedürfte in diesem Faden eigentlich ein paar erläuternder Worte. Dazu später noch.
Trage aber noch nach, dass ich nun auch noch zwei weitere Aufnahnen angehört habe. Erstens die Aufnahme von Günter Jena aus Hamburg , der auch ein Buch über das Weihanchtspratorium geschrieben hat. Wenn ich dies recht ersehe, stammt diese Live-Aufnahme von 1997. Ich hätte sie aber eigentlich gut zwanzig Jahre älter geschätzt. Ich würde sie nicht weiter oben als unter der dritten Rubrik einen Platz zuweisen: Schleppend, breit aber durchaus noch musikalisch schön.
Eigentlich interessanter finde ich die zweite neu gehörte Aufnahme, jedenfalls historisch, nämlich von Fritz Werner mit dem Schütz Chor sowie dem Kammerorchester Pforzheim, der sie für Erato mit den großen Passionen und der h-moll-Messe zwischen 1957-1973 aufgenommen hat.
Das war noch eine Zeit, als frei vom Herzen weg musiziert wurde!
:hello
Heike (09.12.2010, 20:19): Armin hat im "was höre ich jetzt" -Thread geschrieben: "Abweichend von der üblichen Aufführungspraxis erklingt zu Beginn der ersten Kantate die erste Textzeile der Ursprungskantate BWV 214 "Tönet, ihr Pauken ! Erschallet, Trompeten !" Das Collegium Vocale Gent beruft sich hierbei auf scheinbar neue Forschungsergebnisse des Musikwissenschaftlers Kees van Houten. Seiner Meinung nach sprechen musikalisch-rhetorische Argumente für die Richtigkeit dieser Version. Überdies ist er der Ansicht, Bach sei von der kirchlichen Obrigkeit zur Umtextierung gezwungen worden, da sich die Worte der ersten Zeile als zu weltlich herausgestelett hätten. Das Autograph des Weihnachtsoratoriums gebe zu erkennen, dass die erste Zeile ursprünglich "Tönet, ihr Pauken ! Erschallet, Trompeten !" geheißen habe und dass Bach zu einem späteren Zeitpunkt diesen Anfangstext durchgestrichen und durch die Worte "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage" ersetzt habe. (Zitat aus dem Programmheft) Huch, da hätte ich mich aber erschrocken! "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage", das ist ja quasi seit Urzeiten DIE weihnachtliche Textzeile überhaupt. Und jetzt soll das gar nicht so gewollt gewesen sein??? Heike
Armin70 (09.12.2010, 20:36): Original von Heike Huch, da hätte ich mich aber erschrocken! "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage", das ist ja quasi seit Urzeiten DIE weihnachtliche Textzeile überhaupt. Und jetzt soll das gar nicht so gewollt gewesen sein??? Heike
Bei folgendem Link kann man Kees van Houtens Überlegungen und Nachforschungen genauer nachlesen, siehe hier. Ich muss zugeben, dass das schon für mich irgendwie plausibel klingt.
Heike (09.12.2010, 20:55): Klingt in der Tat plausibel, ist aber trotzdem sehr ungewohnt! Und für mich erstmal nicht unbedingt schöner, weil so unweihnachtlich. Aber: "Möge Bach zufrieden und lächelnd zuschauen!" :-) Heike
Armin70 (22.12.2010, 21:56): Natürlich übertragen die verschiedenen Radiosender auch dieses Jahr an den Weihnachtsfeiertagen Johan Sebastian Bachs "Weihnachtsoratorium" BWV 248 in den verschiedensten Interpretationen.
Damit es einigermassen übersichtlich bleibt, hier nun die Übersicht:
Heiligabend, 24.12.2010:
NDR-Kultur: 17:30 - 19:00 Uhr: Kantaten 1 - 3 Bettina Pahn, Iris Vermillion, Thomas Michael Allen, Andreas Schmidt, Chor und Orchester St. Michaelis, Christoph Schoener
MDR-Figaro: 15:15 - 17:00 Uhr: Hörer entscheiden, welche Aufnahme gesendet wird. Es stehen insgesamt 7 Aufnahmen (Schreier, Richter, Flämig, Jacobs, Harnoncourt, Biller und Chailly) zur Wahl. Nähere Infos siehe hier
HR2-Kultur: 15:30 - 17:00 Uhr: Kantaten 1 - 3 Christiane Schäfer, Bernarda Fink, Werner Güra, Christian Gerhaher, Arnold Schönberg-Chor, Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
RBB Kulturradio: 17:04 - 19:00 Uhr: Kantaten 1 - 3 Veronika Winter, Wiebke Lehmkuhl, Jan Kobow, Markus Flaig, Rheinische Kantorei, Das kleine Konzert, Hermann Max
NDR-Kultur: 17:30 - 19:00 Uhr: Kantaten 4 - 6 Bettina Pahn, Iris Vermillion, Thomas Michael Allen, Andreas Schmidt, Chor und Orchester St. Michaelis, Christoph Schoener
WDR3: 18:03 - 20:00 Uhr: Kantaten 1 - 3 Johannette Zomer, Annette Markert, Gerd Türk, Peter Harvey, Chor und Orchester der Nederlandse Bachvereniging, Jos van Veldhoven (WDR3 sendet die Kantaten 4 - 6 in dieser Aufnahme am 01.01.2011)
2. Weihnachtsfeiertag, 26.12.2010:
SR2: 08:04 - 09:00 Uhr: Kantaten 2 - 3 Christiane Schäfer, Bernarda Fink, Werner Güra, Christian Gerhaher, Arnold Schönberg-Chor, Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
HR2-Kultur: 15:30 - 17:00 Uhr: Kantaten 4 - 6 Christiane Schäfer, Bernarda Fink, Werner Güra, Gerald Finley, Christian Gerhaher, Arnold Schönberg-Chor, Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt
RBB Kulturradio: 17:04 - 19:00 Uhr Kantaten 4 - 6 Veronika Winter, Wiebke Lehmkuhl, Jan Kobow, Markus Flaig, Rheinische Kantorei, Das kleine Konzert, Hermann Max
BR-Klassik: 19:35 - 22:05 Uhr: Kantaten 1 - 6 Rachel Harnisch, Anke Vondung, Maximilian Schmitt, Christian Immler, Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für alte Musik Berlin, Peter Dijkstra (Aufnahme vom 11. Dezember 2010 im Herkulessaal der Münchner Residenz)
Armin
Fairy Queen (23.12.2010, 06:50): Grand merci für diese ausgiebige Information!!!! Ohne WO ist für mich kein Weihnachten. F.Q.
Heike (23.12.2010, 23:33): DRadio Kultur, 25.12. - 15.05-17 Uhr Interpretationen "Alle Jahre wieder ... " Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium Gast: Ton Koopman; Moderation: Gerald Felber
Jürgen (07.04.2011, 16:57): Per Zufall stolpere ich gerade über diese Bearbeitung:
Ich verkneife mir erstmal eine Bewertung und lasse Euch den Vortritt. :ignore
Grüße Jürgen
Ich halte davon überhaupt nix. Das interessante an Bachs Musik ist ja, dass sie in so ziemlich jeder Bearbeitung immer noch wirkt und als nächstes gibt es eine Bearbeitung der Matthäus-Passion für Maultrommel und geblasenen Kamm. Das ist sicherlich auf hohem musikalischem Niveau was die Kings Singers und die WDR Big-Band da machen aber diese CD würde ich nicht mal geschenkt nehmen. Bachs Arien im Stil von gepflegt-langweiligem Bar-Jazz zu hören, finde ich gruselig.
Das ist aber nur meine Meinung, wem es gefällt, der soll sich das reinziehen.
Ristenpart (1950) – Agnes Giebel, Charlotte Wolf-Matthäus, Helmut Krebs, Walter Hauck, RIAS-Kammerchor, RIAS-Knabenchor, RIAS Kammerorchester
Als diese Einspielung des Bach’schen „Weihnachtsoratoriums“ mitgeschnitten wurde, erinnerten sich sicher noch viele Deutsche plastisch an den Hungerwinter 1946/47, an jene Zeit, wo es wenig Grund zum „Jauchzen“ und ebenso wenig „Grund“ zum „Frohlocken“ gab. Schließlich war die „Stunde Null“ noch überall mit den Händen zu fassen. Und doch: der RIAS hatte 1946 die Gründung eines sendereigenen Chores und Kammerorchesters initiiert, die Musikpflege begann auch in Berlin aufs Neue. Eines der Projekte Ristenparts (und sie waren zahlreich!), zu dem alle an Bach Interessierten seit einiger Zeit wieder Zugang haben, ist der (unvollständig gebliebene) „J.S. Bach-Zyklus“ der Jahre 1947-1952. In diesem Zusammenhang entstand im Dezember 1950 auch die vorliegende Aufnahme.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die musikalischen Prinzipien, denen Ristenpart in seiner Darstellung der Kantaten folgt, auch hier deutlich zutage treten. Im Vergleich zur herrschenden Tradition findet man im Orchester eine eher schlanke Besetzung, die ein schlankes und transparentes Musizieren ermöglichte. Der Chor, das Booklet weist zurecht darauf hin, dass es sich bei dem Chor um ein frisch gegründetes Ensemble handelt (1948), klingt bei weitem nicht so gut, wie später beispielsweise Richters Münchener Bach-Chor (egal, ob wir von der 55er oder der 65er Aufnahme sprechen). Die Arbeit an einem runden Chorklang war noch nicht weit gediehen, zumal es ein aus ausgebildeten Sängern zusammengestelltes Ensemble war und deren Ausbildung ging in jenen Tagen grundsätzlich in Richtung Solist. Und den Wunsch manch eines Chormitgliedes, doch ein „primus inter pares“ zu sein – machen wir uns nichts vor – hört man gelegentlich. Habakuk Traber schreibt in seinem Einführungstext darum relativierend: „Gemessen a diesen Voraussetzungen halten sich die Inhomogenitäten und Intonationsschwächen in engen Grenzen.“ (S. 16)
Als Solisten finden sich ausnahmslos Sänger, die mit Bachs Musik reichlich Erfahrung hatten.
Heraus kommt ein in Teilen ausgesprochen moderner Bach, der in vielem heute noch bestehen kann. Die Einschränkung „in Teilen“ nun bezieht sich im Wesentlichen auf die beiden Kantaten „Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“ und „Herrscher der Himmels erhöre das Lallen“. Hier hört sich die Interpretation doch einigermaßen wuchtig an. Im Vergleich zu den anderen Kantaten deutlich gemessenere Tempi und eine insgesamt deutlich gravitätischere Haltung. Habakuk Traber erklärt dies zunächst wie folgt: „In der Auffassung von Festmusik als Lob Gottes denkt Ristenpart im Geist seiner Zeit die Majestät des gepriesenen Herren mit. Deshalb wählt er eine würdige und erhabene, keine fröhlich ausgelassene Gangart.“ (S.14) Später aber weicht er dies etwas auf, indem er schreibt: "Dennoch fällt auf, dass Ristenpart in den Eingangschören zu den Teilen vier, fünf und sechs bedeutend flüssigere Tempi als in den Teilen eins und drei vorgibt. Man gewinnt den Eindruck, als habe der Dirigent in den weniger bekannten Kantaten seine Intentionen deutlicher durchsetzen können als in den oft gesungenen, bei denen es gewisse eingefleischte Gewohnheiten gab, ‚wie man da sang’.“ (S. 16) Was denn nun? Folgt Ristenpart in den ersten Kantaten der Tradition oder beugt er sich ihr? Auch Traber scheint sich unsicher zu sein. Dass die Beobachtung selbst richtig ist, kann ich bestätigen. Tatsächlich sind es dann auch die Teile 4 - 6, die mir deutlich besser gefallen als die Teile 1-3.
Weniges zu Solisten, Chor und Orchester.
Mit Agnes Giebel ist eine der ganz hervorragenden Bach-Sängerinnen der Vergangenheit für dieses „WO“ verpflichtet worden. Schade, dass sie in diesen Kantaten nicht allzu viel zu tun hat, denn dort, wo sie singt, da ist es eine Freude. Ganz besonders gelungen – die Arie liegt ihrer ganz klaren, schlanken, geschmeidig geführten, durchaus nicht asthenisch klingenden Stimme nun auch ganz und gar – empfinde ich ihre Wiedergabe der Arie „Nur ein Wink von seinen Händen“.
Charlotte Wolf-Matthäus, die bereits 1929 mit dem „Weihnachtsoratorium“ debütiert hatte, war ebenfalls eine der bedeutenden Bach-Interpretinnen ihrer Zeit, die in ganz Deutschland gefragt und besonders dem Thomanerchor verbunden war. Leider fängt diese Aufnahme mE ihre Kunst nicht wirklich ein. Nicht, dass sie den herrlichen Stücken, die Bach hier für Alt komponiert hat, nicht gerecht wird. Sie „kann“ das „Bereite dich, Zion“, das „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder“ und das wunderbare „Schlafe, mein Liebster“ natürlich. Mir fehlt jedoch etwas die Wärme, das Freundliche, das – ich traue es mich kaum zu schreiben – Mütterliche, das beispielsweise eine Christa Ludwig hier erwecken kann.
Helmut Krebs, einer der meistbeschäftigten deutschen (Bach-) Tenöre jener Jahre, war nie einer Favoriten. Ich kann auch nicht so genau sagen, woran es liegt. Aber ich finde seine Technik irgendwie unbefriedigend. Die Stimme klingt oft dünn, ungestützt, hauchig, der Ton sitzt nicht immer präzise. Hinzu kommt eine bisweilen etwas bieder wirkende Gestaltung, die immer wieder dazu führt, dass ich mir die Frage stelle, warum Krebs neben einem Wunderlich oder einem Haefliger als Evangelist bestehen konnte. Insofern bin ich voreingenommen und meine Einschätzung ist mit Vorsicht zu genießen. Tatsächlich hat auch seine Darstellung der Evangelistenpartie in dieser Aufnahme kein Erweckungserlebnis für mich bereitgehalten. Wenig ausdrucksstark, vornehm-öde Art des Erzählens, durchaus uninteressant. Aber auch das „Frohe Hirten“ will mich nicht begeistern. Sehr breite Vokale (besonders breites „A“), die Koloraturen eher fest, weder schön noch durchgehend gut sitzend. Besser am Ende der vierten Kantate das „Ich will nur dir zu Ehren leben“, obwohl auch hier die Melismen mit viel „Hs“ und durchaus ungeschmeidig präsentiert werden.
Gut gefällt mir der Bariton Walter Hauck. Gut, im sehr langsamen „Großer Herr, o starker König“ neigt er sehr zu seltsam offenen „Os“ und „Es“, außerdem dreht er sich bisweilen in die hohen Töne. Aber er singt mit der nötigen Emphase, man hört spürbar die Begeisterung. Dafür meistert er das durchaus heikle Sopran/Bass-Duett „Herr, dein Mitleid“ und die ebenfalls nicht leichte Arie „Erleuchte auch meine finstre Sinnen“ recht ordentlich.
Die Chöre klingen – wie schon zu Beginn erläutert – streckenweise etwas rustikal, die Damen neigen zum Wobble, die Tenöre verschwinden im Tutti schnell einmal, die Bässe donnern mit einer gewissen Grundgewalt. In den Teilen 4-6 kommen Ristenparts zügige Tempi den Sängerinnen und Sängern durchaus entgegen, da klingt es auch gleich viel besser („Fallt mit Danken, fallt mit Loben“), auch wenn an allen Ecken Anzeichen einer chorischen „Unerzogenheit“ hervorlugen, beispielsweise im Eingangschor zur Kantate 5 („Ehre sei dir, Gott, gesungen“), wenn sich so richtig dick auf die Nebensilben gesetzt, nein: sie explosiv herausgeschleudert werden („Dir sei Lob und Dank beREIT“).
Die Chorale klingen alle recht ähnlich, Affekte werden nicht besonders deutlich herausgearbeitet, was durchaus Zeichen der Zeit war. Dafür orientiert Ristenpart den musikalischen Fluss an den Sinneinheiten des Textes und vermeidet das Aushalten von Fermaten, die innerhalb derselben stehen.
Das Spiel des RIAS-Kammerorchesters gefällt mir durchweg gut.
Müsste ich ein Fazit ziehen, so würde es folgendermaßen lauten: Dies ist keine Aufnahme des „Weihnachtsoratoriums“, das als einziges im heimischen CD-Regel stehen sollte, sondern ein in vielerlei Hinsicht erhellendes Dokument der Bach-Rezeption, das dem Interessierten eine Menge Freude machen kann.
:helloAgravain
Heike (18.12.2017, 18:42): Gibt es eigentlich eine Vinyl-Aufnahme, die jemand empfehlen kann? Ungekürzt, keine Knabenchöre und lieber kammermusikalisch/ HIP als große Bühne. Danke Heike
Don Perlimplin (19.12.2017, 11:09): Gibt es eigentlich eine Vinyl-Aufnahme, die jemand empfehlen kann? Hallo Heike,
da würde ich auf Anhieb zwei Aufnahmen nennen, mit denen Du eigentlich nichts verkehrt machen kannst:
Da Du mehr auf kammermusikalische Interpretationen Wert legst, sind die beiden eine "sichere Bank".
Ich kenne zwar nur die Harnoncourt-Aufnahme (lass Dich nicht durch die "Wiener Sängerknaben" abschrecken, sie werden durch den Chorus Viennensis gebührend verstärkt), die ist in meinen Ohren sehr empfehlenswert.
Die neuere mit Ralf Otto und dem Concerto Köln habe ich nicht gehört, aber nur lobende Kritiken darüber gelesen. Ich habe mit dem gleichen Ensemble die Marienvesper von Monteverdi, und die Aufnahme ist ganz herausragend, sowohl musikalisch als auch klangtechnisch.
Beide Aufnahmen gibt es bei Amazon, aber sie sind, wie bei Vinyl heutzutage üblich, ziemlich teuer.
LG, Perlimplin
Heike (19.12.2017, 18:16): Vielen Dank dir! Die Harnoncourt-Aufnahme kenne ich von der CD. Die andre werde ich mir jetzt als CD zu einem Spottpreis bestellen und dann mal sehen, ob ich sie als Platte kaufe, wenn sie wieder neu verfügbar ist. Das dürfte ja die gleiche Aufnahme sein wie auf der Platte, denke ich mal, auch wenn das Cover anders aussieht. Deine Beschreibung klingt erstmal sehr interessant.
Liebe Grüße, Heike
Don Perlimplin (19.12.2017, 22:09): Das dürfte ja die gleiche Aufnahme sein wie auf der Platte Guten Abend, Heike,
ja, die oben links gezeigte LP-Ausgabe ist mit dieser kostengünstigen CD-Version identisch:
Ich wünsche Dir schon jetzt tolles Hörvergnügen und schöne Feiertage!
LG, Perlimplin
Cetay (inaktiv) (23.12.2017, 08:17): Die Empfehlung aus Köln möchte ich unbedingt sekundieren. Ich schrieb Anfangs des Jahres dazu:
"Ich weiß, ich bin spät dran, aber das hat sich gelohnt. Der süffige Original-Orchesterklang macht schier benommen und die unaufdringlichen Vokaldarbietungen von Chor und Solisten sind perfekt dazu ausbalanciert. (...) Ich versuche, zu präzisieren: Der typische Originalklang (so es ihn denn gibt) ist transparent und luftig, wobei die negativen Konnotationen dünn und blutleer mitschwingen. Hier klingt es transparent und luftig und voll, warm, mit satten dunklen Farben. Ein Kritiker meinte, dass diejenigen, die ihren Richter noch heimlich aus dem Schrank holen, auch mit dieser Aufnahme glücklich werden könnten."
Heike (25.12.2017, 18:05): Ihr habt recht - ich habe inzwischen die CD und finde sie sehr gut. Für dieses Jahr ist es für die LP zu spät, aber Weihnachten kommt ja jedes Jahr wieder.....