Josef Suk

Cosima (04.08.2007, 21:27):
Josef Suk (1874-1935)

Schwiegersohn Dvoráks, Mitglied des Böhmischen Streichquartetts, Professor, dann Direktor des Prager Konservatoriums. Sein Oeuvre ist überschaubar, unter seinen Orchesterwerken seien erwähnt: eine Sinfonie, die sinfonischen Dichtungen Praga, Asrael, Ein Sommermärchen, eine Orchesterserenade, eine Ouvertüre, ein Fantastisches Scherzo sowie Bühnenmusiken etc.

Als sehr wohlklingende Musik empfinde ich das Sommermärchen und das Fantastische Scherzo. Die Aufnahme unter Mackerras (Decca) kann ich empfehlen.

Zu Asrael (so benannt nach dem Todesengel in der moslemischen Mythologie) habe ich noch ein gespaltenes Verhältnis. Ich besitze die Einspielung unter Kirill Petrenko (CPO). Vielleicht sollte ich es einmal mit der Václav Talich-Einspielung versuchen? Sviatoslav Richter schrieb in seinen Notizen mehrfach darüber, sie schien eine seiner liebsten Aufnahmen überhaupt zu sein.

Was sollte man noch gehört haben?

Gruß, Cosima
Poztupimi (04.08.2007, 22:00):
Original von Cosima
Josef Suk (1874-1935)



Als sehr wohlklingende Musik empfinde ich das Sommermärchen



Gruß, Cosima

Hallo Cosima,

sehr interessant, gestern habe ich in diese Box reingehört:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/51XCDGCNXXL._AA240_.jpg

Und da mir die kurzen Ausschnitte, die ich Zeit hatte zu hören, ganz gut gefallen haben, habe ich sie kurzerhand gekauft. Ist zwar nicht die von Dir genannte Aufnahme, hoffe aber mal, dass mir das Ganze im größeren Zusammenhang auch noch gefällt.

Grüße,
Wolfgang
Nordolf (08.08.2007, 22:04):
Hallo Cosima!

Ich kenne bislang nur den Asrael in der Petrenko-Einspielung. Und das ist genau die Musik, die mich anspricht... Die tragische und schicksalshafte Grundnote dürfte kaum überhörbar sein.

Bemerkenswert bleibt weiterhin diese Diskrepanz zwischem dem dramatischen Beginn mit Paukenwirbel und allem, was dazugehört... und dann wieder dieses stille Verklingen des Schlussadagios. Zudem die "mahlerische" Zerissenheit im Scherzo, das Groteske, das "Totentanz"-artige...
Die Asrael-Symphonie wurde eben durch den Tod zweier Personen geprägt, die Suk mehr als nahegestanden haben: sein Schwiegervater Dvorak und seine über alles geliebte Frau.

Vielleicht sollte ich es einmal mit der Václav Talich-Einspielung versuchen?

Talich kannte ich bislang nicht. Via jpc habe ich mir mal die Soundschnipsel der Talich-Einspielung angehört. Dieser Dirigent hat ja auch eine Menge Dvorak interpretiert. Ganz spontan hat mich sein Stil angesprochen - sehr expressiv und romantisch. :)

Herzliche Grüße!
Jörg
Gamaheh (24.09.2007, 12:55):
Hallo allerseits,

Asrael unter Petrenko habe ich am Freitag im Konzert gehört (Musikhalle Hamburg). Es ist sehr volltönend und klanglich sehr beeindruckend, fast hat es eine physische Wirkung, eine, die im Wortsinne unter die Haut geht; allerdings kann ich es mir von der Konserve schlecht vorstellen...

Grüße,
Gamaheh
Zelenka (17.10.2007, 17:24):
Original von Cosima

Zu Asrael (so benannt nach dem Todesengel in der moslemischen Mythologie) habe ich noch ein gespaltenes Verhältnis. Ich besitze die Einspielung unter Kirill Petrenko (CPO). Vielleicht sollte ich es einmal mit der Václav Talich-Einspielung versuchen? Sviatoslav Richter schrieb in seinen Notizen mehrfach darüber, sie schien eine seiner liebsten Aufnahmen überhaupt zu sein.

Gruß, Cosima

Ja, Cosima, Du solltest es mal mit der Talich-Einspielung versuchen!

http://ecx.images-amazon.com/images/I/518THCFP44L._AA240_.jpg

Besser, sorgfältiger, verständiger wird man diese Symphonie kaum jemals wieder spielen können. Talichs Version stellt auf jeden Fall meine andere Aufnahme unter Neumann in den Schatten. Abgesehen davon wiß ich nicht, ob ich das Werk allzu oft hören möchte oder kann. Das ist alles sehr intensiv.

Gruß, Zelenka
Cosima (27.10.2007, 18:44):
Lieber Zelenka, hallo allerseits!

Ich hatte Suks Asrael unter Petrenko bis heute Nachmittag vor allem für ein langatmiges, düsteres Werk gehalten. Was für ein Irrglaube! Wie viel mehr steckt in dieser groß angelegten Symphonie! Nun hörte ich – quasi als Ohrenöffner – Václav Talich mit dem herrlichen Czech Philharmonic Orchestra :down auf der Aufnahme aus 1952, die schon S. Richter empfohlen hatte (und die Zelenka oben auch lobte).

Potzteufel, was hatte Richter für einen guten Geschmack! Die Aufnahme ist der Wahnsinn! :down Ich war nach dem ersten Hördurchgang wie weggetreten, so sehr hat mich das Werk in dieser Interpretation vereinnahmt! Das ist Musik, in die ich versinken kann! Das Orchester spielt fantastisch farbig und ungeheuer intensiv und spannungsvoll. Hier hört man all die herrlichen Wendungen und Motive dieser großartigen Symphonie bis ins kleinste Detail. Man kann gar nicht weghören, ein so großer Genuss ist diese Einspielung!

Eine ganz dicke Empfehlung nun also auch von meiner Seite!

Gruß, Cosima
Zelenka (27.10.2007, 19:12):
Original von Cosima

Eine ganz dicke Empfehlung nun also auch von meiner Seite!

Gruß, Cosima

Liebe Cosima:

Ich bin froh, daß Talichs Einspielung auch bei Dir so gut angekommen ist! Richter wußte schon, was ausgezeichnet ist, obwohl ich ihm vielleicht bei Marlene Dietrich oder Elisabeth Schwarzkopf in Operetten nicht folgen würde.

Gruß, Zelenka
Cosima (04.08.2007, 21:27):
Josef Suk (1874-1935)

Schwiegersohn Dvoráks, Mitglied des Böhmischen Streichquartetts, Professor, dann Direktor des Prager Konservatoriums. Sein Oeuvre ist überschaubar, unter seinen Orchesterwerken seien erwähnt: eine Sinfonie, die sinfonischen Dichtungen Praga, Asrael, Ein Sommermärchen, eine Orchesterserenade, eine Ouvertüre, ein Fantastisches Scherzo sowie Bühnenmusiken etc.

Als sehr wohlklingende Musik empfinde ich das Sommermärchen und das Fantastische Scherzo. Die Aufnahme unter Mackerras (Decca) kann ich empfehlen.

Zu Asrael (so benannt nach dem Todesengel in der moslemischen Mythologie) habe ich noch ein gespaltenes Verhältnis. Ich besitze die Einspielung unter Kirill Petrenko (CPO). Vielleicht sollte ich es einmal mit der Václav Talich-Einspielung versuchen? Sviatoslav Richter schrieb in seinen Notizen mehrfach darüber, sie schien eine seiner liebsten Aufnahmen überhaupt zu sein.

Was sollte man noch gehört haben?

Gruß, Cosima
Poztupimi (04.08.2007, 22:00):
Original von Cosima
Josef Suk (1874-1935)



Als sehr wohlklingende Musik empfinde ich das Sommermärchen



Gruß, Cosima

Hallo Cosima,

sehr interessant, gestern habe ich in diese Box reingehört:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/51XCDGCNXXL._AA240_.jpg

Und da mir die kurzen Ausschnitte, die ich Zeit hatte zu hören, ganz gut gefallen haben, habe ich sie kurzerhand gekauft. Ist zwar nicht die von Dir genannte Aufnahme, hoffe aber mal, dass mir das Ganze im größeren Zusammenhang auch noch gefällt.

Grüße,
Wolfgang
Nordolf (08.08.2007, 22:04):
Hallo Cosima!

Ich kenne bislang nur den Asrael in der Petrenko-Einspielung. Und das ist genau die Musik, die mich anspricht... Die tragische und schicksalshafte Grundnote dürfte kaum überhörbar sein.

Bemerkenswert bleibt weiterhin diese Diskrepanz zwischem dem dramatischen Beginn mit Paukenwirbel und allem, was dazugehört... und dann wieder dieses stille Verklingen des Schlussadagios. Zudem die "mahlerische" Zerissenheit im Scherzo, das Groteske, das "Totentanz"-artige...
Die Asrael-Symphonie wurde eben durch den Tod zweier Personen geprägt, die Suk mehr als nahegestanden haben: sein Schwiegervater Dvorak und seine über alles geliebte Frau.

Vielleicht sollte ich es einmal mit der Václav Talich-Einspielung versuchen?

Talich kannte ich bislang nicht. Via jpc habe ich mir mal die Soundschnipsel der Talich-Einspielung angehört. Dieser Dirigent hat ja auch eine Menge Dvorak interpretiert. Ganz spontan hat mich sein Stil angesprochen - sehr expressiv und romantisch. :)

Herzliche Grüße!
Jörg
Gamaheh (24.09.2007, 12:55):
Hallo allerseits,

Asrael unter Petrenko habe ich am Freitag im Konzert gehört (Musikhalle Hamburg). Es ist sehr volltönend und klanglich sehr beeindruckend, fast hat es eine physische Wirkung, eine, die im Wortsinne unter die Haut geht; allerdings kann ich es mir von der Konserve schlecht vorstellen...

Grüße,
Gamaheh
Zelenka (17.10.2007, 17:24):
Original von Cosima

Zu Asrael (so benannt nach dem Todesengel in der moslemischen Mythologie) habe ich noch ein gespaltenes Verhältnis. Ich besitze die Einspielung unter Kirill Petrenko (CPO). Vielleicht sollte ich es einmal mit der Václav Talich-Einspielung versuchen? Sviatoslav Richter schrieb in seinen Notizen mehrfach darüber, sie schien eine seiner liebsten Aufnahmen überhaupt zu sein.

Gruß, Cosima

Ja, Cosima, Du solltest es mal mit der Talich-Einspielung versuchen!

http://ecx.images-amazon.com/images/I/518THCFP44L._AA240_.jpg

Besser, sorgfältiger, verständiger wird man diese Symphonie kaum jemals wieder spielen können. Talichs Version stellt auf jeden Fall meine andere Aufnahme unter Neumann in den Schatten. Abgesehen davon wiß ich nicht, ob ich das Werk allzu oft hören möchte oder kann. Das ist alles sehr intensiv.

Gruß, Zelenka
Cosima (27.10.2007, 18:44):
Lieber Zelenka, hallo allerseits!

Ich hatte Suks Asrael unter Petrenko bis heute Nachmittag vor allem für ein langatmiges, düsteres Werk gehalten. Was für ein Irrglaube! Wie viel mehr steckt in dieser groß angelegten Symphonie! Nun hörte ich – quasi als Ohrenöffner – Václav Talich mit dem herrlichen Czech Philharmonic Orchestra :down auf der Aufnahme aus 1952, die schon S. Richter empfohlen hatte (und die Zelenka oben auch lobte).

Potzteufel, was hatte Richter für einen guten Geschmack! Die Aufnahme ist der Wahnsinn! :down Ich war nach dem ersten Hördurchgang wie weggetreten, so sehr hat mich das Werk in dieser Interpretation vereinnahmt! Das ist Musik, in die ich versinken kann! Das Orchester spielt fantastisch farbig und ungeheuer intensiv und spannungsvoll. Hier hört man all die herrlichen Wendungen und Motive dieser großartigen Symphonie bis ins kleinste Detail. Man kann gar nicht weghören, ein so großer Genuss ist diese Einspielung!

Eine ganz dicke Empfehlung nun also auch von meiner Seite!

Gruß, Cosima
Zelenka (27.10.2007, 19:12):
Original von Cosima

Eine ganz dicke Empfehlung nun also auch von meiner Seite!

Gruß, Cosima

Liebe Cosima:

Ich bin froh, daß Talichs Einspielung auch bei Dir so gut angekommen ist! Richter wußte schon, was ausgezeichnet ist, obwohl ich ihm vielleicht bei Marlene Dietrich oder Elisabeth Schwarzkopf in Operetten nicht folgen würde.

Gruß, Zelenka