Jussi Björling

Solitaire (07.11.2008, 11:02):
Ich weiß, man sollte einen Thread nicht anfangen, wenn man über das Thema eigentlich nix weiß, aber ich mache es jetzt ausnahmsweise doch mal. Bin gestern eher durch Zufall bei Youtube über Aufnahmen von Jussi Björling gestolpert, und 1 1/2 Stunden nicht mehr vom PC losgekommen. Diese Stimme hat mich getroffen wie ein Blitz. Ich wußte bisher nicht mehr über ihn, als das er Schwede und ein großer Tenor war. Wer kann mir mehr über diesen wunderbaren Sänger erzählen, und mir vor allem Aufnahmen nennen, die man haben sollte?
Danke.
Mime (07.11.2008, 16:24):
Über das Leben des großen schwedischen Tenors wurde schon viel geschrieben, da möchte ich mich nicht wiederholen.
An Aufnahmen ein absolutes MUSS ist die Bohème mit Victoria de los Angeles als Mimi und Björling als Rodolfo, dem RCA Victor Orchestra unter Sir Thomas Beecham. :engel
Travi (07.11.2008, 22:39):
Da kann ich mich nur anschließen. Mit Victoria de los Angeles wird außerdem noch eine der besten und anrührendsten Mimis überhaupt mitgeliefert!
Solitaire (10.11.2008, 14:25):
Danke! Ja, mir wurde gerade diese Aufnahme in den letzten Tagen vielfach ans Herz gelegt. Dann muß ich ja wohl... :D
Honoria Lucasta (21.01.2010, 12:48):
Und eine Aufnahme für die einsame Insel ist "Cuius Animam" aus Rossinis "Stabat Mater" mit Jussi Björling - ein wunderbares Beispiel inspiriert-disziplinierten Singens.

Grüße!

Honoria
Jean (23.01.2010, 11:11):
Ein echter "Klassiker" ist nachfolgendes Recital:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61V10AMDMXL._SL500_AA240_.gif

Höhepunkt dieses herrlichen Sängerporträts ist das Duett "Au fond tu temple saint" aus "Les pêcheurs de perles" von Georges Bizet, interpretiert von Jussi Björling und Robert Merrill. Es begleitet das RCA Victor Symphony Orchestra unter Renato Cellini. Die Aufnahme ist am 30.11.1950 & 03.01.1951 entstanden. Bis heute für mich unerreicht.

Der Rest des Programms ist italienischen Ursprungs: Duette und Szenen von Verdi und Puccini. Alle Aufnahmen sind zwischen 1950 und 1959 entstanden. Die TQ ist - bezogen auf das Alter der Aufnahme - recht ansprechend. Eine unbedingte Kaufempfehlung.

Herzliche Grüße
J E A N
Jean (24.01.2010, 16:07):
Die exemplarische "Bohème" wurde oben bereits genannt. Ich möchte nachfolgende GA nachdrücklich empfehlen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51sJbHj2vRL._SL500_AA240_.jpg

GIUSEPPE VERDI
Il trovatore
Björling, Milanov, Warren, Barbieri
RCA Victor Orchestra
Renato Cellini am Pult
NAXOS Historical, Aufnahme 1952

Inzwischen recht günstig zu erwerben. Ich besitze diese Aufnahme noch in der Ausgabe des Labels RCA.

Für mich immer wieder aufregend, mit welcher Leichtigkeit und Souveränität Jussi Björling die anspruchsvolle Titelpartie dieser "Mantel- und Degenoper" bewältigt. Große SängerInnen - Milanov, Warren, Barbieri - runden die sehr inspirierte Einspielung unter Cellini ab.

Herzliche Grüße
J E A N
Honoria Lucasta (03.02.2010, 18:52):
Die RCA-Aufnahme (zutreffend betitelt "The Pearlfishers' duet"- gibt es eine schönere Aufnahme davon? Ich glaube nicht.) ist eine der vielen Björling-Aufnahmen für die einsame Insel. O Segen einer Zeit ohne TV: seine Stimme konnte durch die vielen Aufnahmen wirken, ohne von seiner etwas statuarischen Erscheinung in ihrer Wirkung beeinträchtigt zu werden. Einige rare Filmaufnahmen -z.B. "O soave fanciulla" mit Renata Tebaldi aus einer Fernsehsendung o.ä.- zeigen einen schauspielerisch eben nicht genialen Sänger ...

Aber hören kann man alles von ihm, ich kenne keinen Ausfall.

Grüße!

Honoria
Severina (20.06.2010, 13:00):
Jussi Björling gehört zu den wenigen historischen Stimmen, der ich auch ohne Wenn und Aber verfallen bin. (Ansonsten halte ich es bekanntlich eher mit den noch Lebenden :wink :D)
Neben den schon genannten Aufnahmen liebe ich noch ganz besonders "I Pagliacci", wo neben Björling noch Victoria de los Angeles, Leonard Warren und Robert Merill brillieren.
lg Severina :hello

PS: Liebe Solitaire, falls Du sie nicht schon entdeckt hast, suche an anderen Orten :wink nach den Beiträgen von Federica und Antracis, die haben sich sehr ausführlich und fundiert über Björling ausgelassen!