Severina (06.04.2011, 18:32): Anna Bolena backstage - Ein Drama in zwei Akten Personen der Handlung Bassbariton A Bassbariton P der lieber Operndirektor Meyer LDM ORF und Agenten
Akt 1:
Es war einmal der Sänger A, der eifrig den Enrico an der WSO probte, sich aber plötzlich eine Woche vor der PR unpässlich fühlte. (Kann passieren, kein Sänger ist vor Krankheiten gefeit, ich will dem lieben A, den ich sehr schätze, gar nichts unterstellen.) Und zwar so unpässlich, dass er sich außerstande sah, GP und PR zu singen. Guter Rat war teuer, denn so viele potentielle Enricos bevölkern die Opernwelt ja nicht, aber schließlich sprang Sänger P als Retter in der Not ein, probte brav die ganze Woche und erfreute sich auch des Wohlwollens von LDM, der ihm versicherte, wie gut er seine Sache mache. Davon konnte sich auch das Publikum bei der GP überzeugen, fast alle waren von Ps Leistung angetan. Irritierend war für ihn selbst wahrscheinlich das Gerücht, dass nun doch A die PR singen solle, obwohl er einen Vertrag dafür hatte. Aber LDM beruhigte ihn, natürlich sei ER der Enrico der PR.
Akt 2: Nun (oder vielmehr schon vorher) kommt der ORF ins Spiel, der ja die erste Reprise übertragen wollte und auf den gleichen Sänger bei PR und Folgevorstellung bestand, weil man schon vorher zur Sicherheit mitfahren wollte (So viel zu Live- Übertragungen....). Pech für A, würde man nun denken, dann singt eben auch P bei der Fernsehübertragung. Aber ach, der attraktive A würde doch in den prächtigen Kostümen viel schnuckeliger ausschauen als der Alleweltstyp P, begann sich da wahrscheinlich Bildregisseur Brian Large zu grämen. Der Agent von A hingegen dachte eher an die Zusatzeinnahmen und das Prestige einer weltweiten TV-Übertragung!! A fühlte sich schlagartig gesunden, und da praktischerweise sowohl Agent wie auch Bildregisseur in einem persönlichen Nahverhältnis zu LDM stehen, kann man sich leicht ausmalen, wie die Sache für den armen P endete. Nun hat so ein viel beschäftigter Operndirektor natürlich Wichtigeres zu tun, als so einem Würstel von Bassbariton persönlich die Gründe für seinen Hinauswurf mitzuteilen. Dafür gibt es schließlich Agenten, und über diesen ließ man also dem dupierten P. mitteilen, seine Leistung entspreche leider nicht dem Niveau der WSO (!!!!), er möge also seine Koffer packen, die Gage nehmen und sich vertschüssen. Das tat er denn auch, wahrscheinlich mit der nachvollziehbaren Entschlossenheit, die WSO zumindest unter dieser Direktion nie wieder zu betreten.
Die Welt von LDM war also vorübergehend in Ordnung, nur nach der PR verstand er sie nicht mehr so ganz, denn da meinten doch fast alle, die schon bei der GP dabei gewesen waren, dass ihnen P viel besser gefallen hätte als A, und auch viele Kritiker überschlugen sich nicht eben vor Begeisterung über die Leistung von A. Dabei ist der A doch sowas von schön - was wollen die Leute denn noch? Ja, Direktor der WSO zu sein ist wirklich ein hartes Los!!
Ironiemodus aus. Was mich an dieser Sache so wahnsinnig macht, ist gar nicht so sehr, dass P zu Gunsten von A ausgebootet wurde, das ist auch in der Vergangenheit passiert und wird auch in Zukunft passieren, sondern die wirklich indiskutable Vorgangsweise. Die Feigheit eines Direktors, ein persönliches Gespräch mit dem Betroffenen zu führen, die Feigheit, zu seiner Entscheidung, dass eben aus diesem und jenem Grund A singen soll, zu stehen, und sich statt dessen hinter dem Argument zu verschanzen, P entspreche nicht dem Niveau der WSO - nachdem er ihm zwei Tage zuvor noch persönlich versichert hat, wie zufrieden er mit seiner Leistung ist! Wenn außerdem das fehlende Niveau ein Grund dafür ist, einen Sänger heimzuschicken, hätte LDM in den vergangenen Monaten ein Busunternehmen beschäftigen können, denn was uns in dieser Saison an Besetzungen zugemutet wird, spottet oft jeder Beschreibung. Jung, zierlich, blond - damit ist das Anforderungsprofil für Sängerinnen im Wesentlichen erfüllt, wer sich bei dieser schönen Optik allen Ernstes noch eine Stimme erwartet, ist selber Schuld.
Ich weiß, die WSO ist weit und wahrscheinlich interessiert es Euch nicht sonderlich, wie es da zugeht, aber ich muss einfach meinen Frust abladen. Seit 35 Jahren liebe ich dieses Haus, und es tut einfach weh zu sehen, wie momentan so vieles verkehrt läuft.
lg Sevi :hello
Solitaire (06.04.2011, 18:57): S dankt für diesen überaus aufschlußreichen und stellenweise sehr amüsanten Bericht eines gar nicht amüsanten Geschehens! Ich habe des schönen A Ersatz ja nicht singen hören, aber wenn soviele Leute der Ansicht sind daß er besser war, dann wird da wohl was dran sein. Im Übrigen stimme ich dir zu: es ist unter aller S einen Menschen so zu behandeln. Das macht man nicht, egal ob dieser Mensch nun Opern singt oder Brote backt. Mein Gatte sagt in solchen Fällen etwas drastisch "Ein Stock im A** ist noch lange kein Rückgrat" :ignore Was ich nicht verstehe: hat Meyer Prestia denn vorher nie singen hören? Hat er ihn blind engagiert? Wenn er wirklich nicht dem Niveau der WSO entspräche hätte er das doch eigentlich vorher wissen können, oder? Das ist eine wirkliche Frechheit und ich kann deinen Zorn verstehen. Die Geschichte stinkt tatsächlich. Und was A angeht: entweder war er vorher gar nicht so krank (was ich ihm nicht unterstellen will, ich mag ihn ja auch sehr) oder er hat gesungen ohne völlig genesen zu sein, was man nicht tun sollte. Sehr häßlich, das alles...
Heike (06.04.2011, 19:02): Ich hab schon auf diesen Bericht gewartet! Unglaublich, was für ein schäbiges Vorgehen! Da hätte man doch ehrlich sagen sollen, was Sache ist! Das kann ich verstehen, dass der da nicht mehr singen will. Das wird sicherlich auch andere Einspringer abschrecken, denke ich. Heike
Solitaire (06.04.2011, 19:04): Original von Heike Das wird sicherlich auch andere Einspringer abschrecken, denke ich. Heike Das habe ich auch schon gedacht. Sowas spricht sich doch rum. Auf der anderen Seite: es ist die WSO und wer weiß, was Sänger alles in Kauf nehmen um dort -auch als Einspringer- aufzutreten.
Severina (06.04.2011, 19:17): Liebe Mina, ob LDM Prestia schon gehört hat, weiß ich nicht, aber er hat schon oft bei uns gesungen und immer solide Leistungen erbracht. Er zählt nun sicher nicht zu den Spitzensängern, sondern wohl eher zur Kategorie "verlässliche Ensemblesänger". Als Enrico war er jedenfalls wirklich gut, ist über sich hinausgewachsen, hat vor allem viel differenzierter gesungen als der ziemlich eindimensional polternde D'Arcangelo und hat auch mehr Schwärze in der Stimme. (Leider nicht so viel wie seinerzeit Nesterenko!)
Ich mag Ildebrando D'Arcangelo wirklich, aber der Enrico ist einfach nicht seine Partie. Und wie gesagt, es ist nicht so sehr das WAS als das WIE in dieser ganzen Sache, die meinen Blutdruck in die Höhe treibt.
lg Sevi :hello
Manni (07.04.2011, 11:58): Entschuldigt meine vielleicht dumme Frage, aber ich Newbie würde gerne wissen, woher Severina solche Insiderinformationen hat. Sind die belegbar oder nur Vermutungen? Vielleicht war ja alles ganz anders? Danke für eure Auskünfte! Herzlichst Mannni
Severina (07.04.2011, 14:19): Lieber Manni, da Du Dich offensichtlich nur wegen dieser brennenden Frage angemeldet hast, sei versichert, dass meine Infoquellen mehr als seriös sind. (Also sicher nicht der Art "Der Cousin meiner Nachbarin hat eine Freundin, deren Briefträger den Portier der Oper kennt, und der hat ihm gesagt....") Dass ich meine Quellen hier nenne - für so naiv (oder saublöd) wirst Du mich ja hoffentlich nicht halten. Es gibt jedenfalls genügend Leute INNERHALB der Oper, die alles andere als glücklich über so manche Entwicklung dort sind, die Außenwirkungen werden naturgemäß erst nach einiger Zeit sichtbar werden, aber sei versichert, die kommen. Auf den Besetzungszetteln sind die Auswirkungen jedenfalls schon jetzt sichtbarer, als es jedem Opernfreund lieb sein kann......
lg Severina :hello
Manni (07.04.2011, 20:52): Liebe Severina, irgendwann muss man sich ja anmelden. Lese schon länger hier mit, habe aber nicht so viel Zeit, regelmäßig zu schreiben. Trotzdem immer wieder interessant, was man so erfährt. Diese Insiderinfos, die du in allen Details ausschmückst, scheinen schon sehr gewagt. Ich habe selber Informanden, aber offenbar nicht so gute wie du, denn die wussten solche Details nicht. Natürlich interessiert es mich da, ob das deine Fantasie ist oder die Wahrheit. Wenn das wahr ist, dann gute Nacht. Beste Grüße Manni
Severina (08.04.2011, 00:24): Lieber Manni, Fantasie ist allenfalls mein Versuch, die Gedankengänge von Brian Large nachzuvollziehen - das fällt unter ironische Überspitzung, alles andere wurde mir von einigen Seiten so berichtet. Und ich gehe davon aus, dass auch P. die Gage fürs Nicht-Singen nicht als Schweigegeld aufgefasst hat. Nun würde mich aber Deine Version interessieren :wink! lg Severina :hello
Manni (08.04.2011, 14:40): Was ich weiß ist, dass Herr P. keinen Fuß mehr in das Haus setzen wird, solang Herr M. Direktor ist. Über die Beweggründe des herrn Direktor M. wussten meine Informanden allerdings nichts.
Severina (08.04.2011, 14:58): Original von Manni Was ich weiß ist, dass Herr P. keinen Fuß mehr in das Haus setzen wird, solang Herr M. Direktor ist. Über die Beweggründe des herrn Direktor M. wussten meine Informanden allerdings nichts.
Was man ihm bei Gott nicht verdenken kann! Er war schließlich bereit, Meyer den A..... zu retten, und dann wird er wie ein letztklassiger Tingeltangelsänger abserviert.
lg Severina :hello
Solitaire (08.04.2011, 15:24): Die Entlassung in letzter Minute ist ja offenbar an Opernhäusern nicht völlig ungewöhnlich. Da gab es doch 2008(?) anläßlich der Eröffnung der Scala die Geschichte um „Don Carlo“ : für die Titelrolle war Giuseppe Filianotti vorgesehen, der aber angeblich in der GP so schlecht war, daß er gehen musste. Als Ersatz ist dann Stuart Neill eingesprungen, den ich allerdings so entsetzlich schrecklich fand, daß ich mitten im Schwurduett umgeschaltet habe, und das mache ich normalerweise nie, da ich das Stück liebe. Ich weiß nicht, ob Filianotti der Rolle gewachsen gewesen wäre, aber ich kann mir nicht denken, daß er schlechter war als Herr Neill. Naja, aber in Wien ist das Ganze offenbar noch ein ganzes Stück hässlicher gelaufen, und Severina hat recht: nicht in erster Linie die Umbesetzung ist das Problem (obwohl das nicht okay ist) sondern die Art und Weise. EDIT was ich übrigens nicht verstehe: Prestia hatte doch einen Vertrag, oder nicht? Ich nehme an, wenn man einen Künstler engagiert, ob als Einspringer oder nicht, macht man einen Vertrag der ihm zusichert daß er im Falle er gesund ist, dann und dann singen wird. Hätte er nicht darauf bestehen können die Premiere zu singen? Ob das klug gewesen wäre steht allerdings auf einem anderen Blatt...und wieso sagt da der Dirigent nix dazu? Er ist immerhin der MUSIKALISCHE Chef im Ring, oder nicht? Aber vielleicht denke ich ja auch zu sehr in Stadttheater-Dimensionen ?(
Fairy Queen (08.04.2011, 16:00): Ich dachte immer, sowas gab's nur an der Pariser Oper zur seligen Malibrans Zeiten, aber die Wiener sind offenbar keinen deut besser. Und da wundert man sich noch, dass Sängeri angeblich zickig sind..... unglaublich diese Geshcichte! Ich verweise auf den "Opernroman"- da ist solches und Anderes schwarz auf weiss nachzulesen und gazn offensichtlich keine Fiktion .
F.Q.
Severina (08.04.2011, 16:35): Original von Solitaire was ich übrigens nicht verstehe: Prestia hatte doch einen Vertrag, oder nicht? Ich nehme an, wenn man einen Künstler engagiert, ob als Einspringer oder nicht, macht man einen Vertrag der ihm zusichert daß er im Falle er gesund ist, dann und dann singen wird. Hätte er nicht darauf bestehen können die Premiere zu singen? Ob das klug gewesen wäre steht allerdings auf einem anderen Blatt...und wieso sagt da der Dirigent nix dazu? Er ist immerhin der MUSIKALISCHE Chef im Ring, oder nicht? Aber vielleicht denke ich ja auch zu sehr in Stadttheater-Dimensionen ?(
Liebe Mina, ja, Prestia hatte einen Vertrag, deshalb dürfen ja die Steuerzahler die Gagen für ZWEI Enricos berappen. Wie dieser Vertrag nun genau lautet, weiß ich natürlich nicht, aber generell hat der Direktor das Recht, einen Künstler abzusetzen, er muss ihm halt nur die vertraglich zugesicherte Gage auszahlen. Nach meinen Infos war der Dirigent mit im Bunde, auch er votierte für A. Nun ist das so eine Umbesetzung ja nicht so ungewöhnlich, wie Du richtig sagst, aber die Art und Weise ist einfach zum K...... Leider spielen eben oft gewisse Seilschaften bei Besetzungen eine gewichtigere Rolle als künstlerische Erwägungen. Das beginnt schon bei den Agenturen, die prinzipiell "Künstlerpakete" verkaufen: Willst Du den Star A, musst Du auch B, C, D nehmen, auch wenn sich Dir vielleicht bei dem Gedanken, D auf die Bühne zu stellen, die Zehennägel aufrollen. Manche Künstler gibt's überhaupt nur im Doppelpack, das war doch jahrelang bei Gheoghiu&Alagna der Fall. Auch die Labels reden oft ein gewichtiges Wort mit, schließlich wollen sie möglichst viele ihrer Künstler z.B. auf einer geplanten DVD vereinigt sehen. Und dann ist natürlich der Direktor mit Agent A enger befreundet als mit Agent B, und vielleicht kann seine Tante den Sänger C nicht leiden und droht mit Enterbung, wenn er den auftreten lässt, während seine Frau wiederum ganz vernarrt in die blonden Locken von Sänger D ist :wink. So wie sich der kleine Maxi das oft vorstellt, dass der Operndirektor vergnügt in seinem Kämmerlein sitzt und völlig ohne Druck oder Einflussnahme von außen die bestmögliche Besetzung zusammenbastelt, ist es leider nicht. Da spielen oft Faktoren eine Rolle, an die man als Außenstehender überhaupt nicht denkt.
Im konkreten Fall der AB hat sicher der ORF ein gewichtiges Wörterl mitgeredet, auf seinen Druck hin musste der Enrico von PR und erster Reprise identisch sein. Ob das nun A oder P ist, wäre natürlich alleine die Entscheidung des Direktors, und da werden dann eben die Seilschaften wirksam...... Wer die gewichtigere Lobby hinter sich hatte, wissen wir inzwischen.
lg Fanny
Solitaire (08.04.2011, 18:34): Mann, Mann, Mann so wie sich das anhört scheint auf dem Opernolymp, und als solchen bezeichne ich Häuser vom Format einer WSO jetzt mal, mitunter ein verdammt eisiger Wind zu wehen... Weiß man’s ob nicht auch daran schon Karrieren der weniger hart gesottenen und der zarter besaiteten zerbrochen sind? Ich denke mir daß Singen auf diesem Niveau ein ohnehin hartes (weil diversen Unwägbarkeiten unterworfenes) Geschäft ist, da braucht es doch nicht solche Abgründe... Im Grunde ist es auch unfair demjenigen gegenüber der „gewinnt“ und singen darf, in diesem Fall der schöne A, wenn er gebeten, gedrängt, sich gezwungen sieht (oder wie immer man das nennen will) zu singen obwohl er vielleicht noch nicht wieder ganz gesund ist. Oder wenn die Besetzungspolitik eines Hauses tatsächlich in erster Linie auf optische Eignung und erst in zweiter Linie auf stimmliche Eignung setzt.
Severina (11.04.2011, 00:16): Liebe Mina,
ich sag's mal pragmatisch: Opernsänger ist ein Beruf wie jeder andere auch, und in keinem Beruf kommen automatisch nur die Besten nach oben. Vitamin B spielt ebenso eine Rolle wie das Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein und die richtigen Leute zu treffen. Und eben die richtigen Seilschaften zu haben.
Die Optik spielt natürlich dann eine ganz gewichtige Rolle, wenn eine DVD geplant ist, da wird sicher nach Aussehen gecastet. Und gottlob gibt es ja gegenwärtig eine ganze Reihe von Sängern, wo beides zusammenpasst, Stimme und Optik. Dass dabei viele auf der Strecke bleiben, die ebenso toll singen, aber halt nicht so fotogen sind, ist zwar ungerecht, aber das war früher nicht anders. Denn warum wohl existieren unendlich viele DVDs mit Domingo, aber nur eine Handvoll mit Pavarotti??? (Und ich bin sehr froh, dass es nicht umgekehrt ist!!!) Oder die Lucia-Verfilmung mit Anna Moffo - da kann mir doch niemand einreden, dass man da die Sängerin mit der besten Stimme gesucht hat!
Was die Besetzungspolitik an der WSO betrifft, so ist halt auffällig, dass die meisten der weiblichen Neuzugänge in dieser Saison in das Schema "Jung, blond, zierlich" passen. Wenn bei diesen Engagements tatsächlich die Stimme ausschlaggebend war, sollte sich das Tandem Meyer-Welser-Möst dringend einen Termin beim Ohrenarzt holen....
lg Fanny :hello
Fairy Queen (11.04.2011, 07:18): Im Zeitalter der Massenmedien nâhert sich die Oper immer mehr dem Filmgeschäft an und es gelten immer mehr dieselben Regeln. Schauspieler/innen sind niemals nach oben gekommen, wenn sie nciht optisch überzeugen, von den ganz wenigen Ausnahmen der "Charakterrollen" mal abgesehen. Wenn sie dazu auch noch spielen können, umso besser..... :ignore. Ich gehe mal davon aus dass bei der Oper immer noch das Singen an erster Stelle steht, aber reichen tut das absolut nicht! Ob das früher soviel anders war, weiss ich nicht. Auch im 18. und 19 Jh waren die Superstars nciht nur ihrer Stimme wegen Superstars, da mussten schon noch andere Attribute hinzukommen, besonders bei den Frauen. Wenn schon keine Schönheit, dann doch mindestens eine besondere Ausstrahlung oder ein umwerfender Charme.(Beispiel Pauline Viardot)
Selbst in dem bescheidenem Rahmen, in den ich in meinem direkten Umfeld tiefe Einblicke habe: die viel zu übergewichtige und äusserlich nicht eben anziehende Russin mit der beeindruckenden Koloraturmezzostimme wird nirgends genommen, dagegen findet die sehr gut gewachsene und schablonenhaft hübsche blonde Allerweltssopranistin sofort Gönner und Engagements. Wenn das im Kleinen bereits so aussieht, wie dann erst dort, wo es um Millionen geht?
Ich möchte- das gebe ich gerne zu- persönlich auch keine so unattraktive Cenerentola auf einer DVD haben, was also tun??????