eine kurze Vorstellung von Kalevi Aho findet sich bereits hier:
In diesem Thread möchte ich mich den 14 Sinfonien sowie den sinfonischen Werken widmen, die Aho geschrieben hat, oder genauer den bisher als Aufnahmen erhältlichen.
Sinfonien:
* Symphony No. 1 (1969) * Symphony No. 2 (1970/1995) * Symphony No. 3, for violin and orchestra (1971-73) * Symphony No. 4 (1972-73) * Symphony No. 5 (1975-76) * Symphony No. 6 (1979-80) * Symphony No. 7 Insect Symphony (1988) * Symphony No. 8, for organ and orchestra (1993) * Symphony No. 9, for trombone and orchestra (1993-94) * Symphony No. 10 (1996) * Symphony No. 11, for six percussionists and orchestra (1997-98) * Symphony No. 12 Luosto (2002-03) * Symphony No. 13 (2003) * Symphony No. 14 Rituals, for darabuka, djembe, gongs and orchestra (2007)
Soweit mir bekannt liegen Aufnahmen aller seiner Sinfonien #1-#13 bereits als Aufnahmen vor. Größtenteils bei Bis.
Orchesterwerke:
* Chamber Symphony No. 1 (1976) * Chamber Symphony No. 2 (1991-92) * Chamber Symphony No. 3, for alto saxophone and orchestra (1995-96) * Silence (1982) * Paloheimo Fanfare (1989) * The Rejoicing of the Deep Waters (1995) * Louhi (2003)
Cetay (inaktiv) (20.02.2008, 10:33):
* Symphony No. 9, for trombone and orchestra (1993-94) * Symphony No. 14 Rituals, for darabuka, djembe, gongs and orchestra (2007) * Chamber Symphony No. 3, for alto saxophone and orchestra (1995 96)
@ Rachmaninov Hier ist die gleiche Feststellung wie beim Instrumentalkonzert-Thread zu treffen. Vor deiner Offensive war mir dieser Komponist unbekannt, aber das wird sich ja -Kontrafagott und Tuba sei dank- bald ändern. Und auch bei einigen Sinfonien zwingt die originelle Instrumentierung regelrecht zu einer näheren Beschäftigung.
Rachmaninov (26.02.2008, 21:45): Kalevi Aho schrieb seine erste Sinfonie im Jahr 1969 als er gerade 20 Jahre alt war. Ursprünglich wollte Aho eine Fantasie für Violine und Klavier komponieren, die er aber nie fertiggestellt hat. Dies war im ersten Studienjahr auf der Sibelius Akademie. Bei der Vorstellung seines Streichquartetts, das er im Anschluß komponierte stellte Rautavaara fest, daß der erste Satz durchaus orchstralen Charakter habe. Aho instrumentierte den ersten Satz, fügt im Sommer 1969 drei weitere Sätze hinzu und zeigte das zu diesem Zeitpunkt noch namenslose Werk erneut Rautavaara, der feststellte mittlerweile sei das Werk eine Sinfonie geworden.
Im allgemeinen empfinde ich es schwer Werke zu beschreiben und daher erfreue ich mich das Aho persönlich das Werk im Booklet der mir vorliegenden Aufnahme erläutert.
Der erste Satz hat eine psychologischen Ausdruck den Aho mittels der Form einer Fuge realisiert. Das Thema des Satzes schreitet intervallartig weiter und es verbreitet sich eine angstvoll neurotische Stimmung.
Der zweite Satz wirkt zunächst irrwitzig durch die Verwendung einer Walzermelodie, die nach der gehörten Fuge völlig absurd wirkt, aber so ist es typisch für Aho, irgendwie doch "paßt". Das psychologische Gefühl bleibt erhalten, Aho spricht von "einer Sackgasse ohne die Möglichkeit eines Ausweges".
Der dritte Satz erinnert dann wiederum an Barocke Klänge. Aho spricht hier von einer "Art barocker Surrogatwelt, welche aber auch alptraumartig auseinanderreißt." Unglaublich spannend wie hie rdie erste Geige eine Stimmung erzeugt. Konzentriert man sich auf dieses Instrument glaubt man fast eine Stelle aus einem Bach VK zu hören, und dann treffen wieder ganz andere Eindrücke ins Ohr.
Der vierte Satz ist erneut eine Fuge, die die Umkehrung der Fuge aus dem ersten Satz darstellt. Die psychologische Krisensituation des Begionns erscheint erneut, ihr wird aber nicht mehr ausgewichen, es wird ein ausweg gesucht. Zum Ende keimt sogar Hoffnung auf.
Mich hat diese erste Sinfonie Kaleiv Aho's beim ersten Höre spontan beeindruckt. Hier zeigte der noch sehr junge Aho schon warum er wohl als der bedeutenste Schüler Rautavaara's gilt. Der Wechsel der Ausdrucksmöglichkeiten, die Stilmittel sowie das psychologische Element sind sehr ergreifend.
Glücklicherweise wurde dieses Werk mit dem Lathi SO unter O. Vänskä auf Bis aufgenommen. EIne spannende und wie immer klanglich vorbildliche Aufnahme
Rachmaninov (04.06.2008, 19:59): Eigentlich wollte ich ja strikt chronologisch vorgehen, aber da ich in den letzten Tage einige Hörsitzungen mit Aho's dritter Sinfonie hatte möchte ich hier etwas dazu schreiben.
Gleich vorweg: Hier gibt es keine "glatt gebügelte Melodik". Wie eigentlich die gesamte Aho's erschließt sich auch diese Sinfonie wohl nicht beim ersten Hören. Einem Klassikeinsteiger würde ich sie dann wohl nicht auflegen......
Aho schreibt wiedreinmal seine Gesichtspunkte zur Sinfonie im Booklet selber nieder. Dort erfährt man, daß seine erste Idee eigentlich ein Konzert für Violinie und Orchester war. Im grunde, so empfinde ich es, ist es ein Werk, das zwischen Violinenkonzert und Syphonie schwankt, wechselt... ?(
Der erste Satz (Andante (Cadenza)), lediglich 7 MInuten lang, beginnt mit fernen Paukenschlägen. Die Violine steigt ein und wird zum bestimmenden Element in einem Satz, der eher wenig Orchestereinsatz. Im grunde sind es meist nur einzelne Instrumente, die sich zur Violine artikulieren. Geschickt nutzt Aho hier den Charakter der Instrumente um Spannung aufzubauen, oder mit der Violine in einen Dialog zu gelangen. Hinsichtlich dem Einsatz der Violine spricht Aho hier von "Züge geichermaßen von Liede wie Kadenz".
Der zweite Satz (Prestissimo), etwas länger als 12 Minuten, wandelt sich der Charakter der Sinfonie deutlich. Er beginnt mit Bläsern, die eine Melodie spielen, die sodann von den Streichern kurz aufgegriffen werden um dann an die Solovioline zu übergeben. Insgesamt ist der Satz deutlich näher an einem Violinkonzert mit Orchster als der erste Satz. Vor allem akzentuieren hier deutlicher die Bläser und Streicher. Im Verlauf des Satzes übernimmt das Orchester mehr und mehr das Werk und "drängt" die Solovioline in den Intergrund, bis zur Beherrschung des Satzes durch das Orchseter. Im verlauf des Satzes wird auch das einleitende Thema durch die Bläser erneut aufgegriffen. Jeweils beim Aufgreifen des Themas erfährt der Satz einen Umbruch, und das Orchester "katapultiert" sich in einen Höherpunkt, der dann abflacht. Beim ersten mal übernimmt die Violine , beim zweiten mal führt das Orchester den Satz weiter.
Der dritte Satz (Lento), 8 Minuten, Der dritte Satz wird von den Streichern eröffnet, die sich einem "ausladenden" Klang hingeben, der den melancholischen Charakter dieses Satzes offenbart. Die Streicher sind in diesem Satz das bestimmende Element, wobei sich verschiedene Instrumentengruppen immer wieder in das melancholische Klangbild einbringen. Vor allem die Bläser! Unglaublich spannend wie Aho hier zum Ende des Satzes immer mehr alle Instrumente "verschmelzt"... und dazu zum plötzlich Glockenklänge! (russisch Inspiriert?!).. ein wenig Ruhe, nochmals das Orchester...
Der vierte Satz (Presto (cadenza(, 12 Minuten, gefällt mir bisher am besten. Wieder Paukenschläge, wieder in einer Kadenz die Violine. Dazu diese unglaubliche Trommel, dann die Pauke, und die Violine gesellt sich dazu. Das ist Musik, was eine Spannung. Die trommeln haben klare Marschrythmen. (Erinnerungen an Schostakowitsch #7 werden kruzzeitig wach) Dann wieder eine klare Solokadenz der Violine. Anschließend wieder die trommeln und die Violine. Immerwieder kommt es zu Ausbrüchen der Trommeln und Pauken, endet aber mit 2 Klarinetten, die eine traurige, tröstende Melodie spielen, und dann von der Solovioline begleitet werden.
K. Aho schreibt im Booklet
Die dritte Syphonie ist eine meiner "elogentesten" Kompositionen. Beim Komponieren entwickelte ich eine starke Vision der Musik, und dies bestimmte die unversönliche Gegnerschaft im verhältnis zum Individuum (Solist) und der Masse (Orchester). Aus Sicht des Individuums endet das Drama in einer Katastrophe., wenn sich auch ganz zum Schluß die Möglichkeit einer Versähnung auftut. Die Symponie folgt indiees keinem literarischen Programm.
teleton (07.06.2008, 12:00): Hallo Rachmaninov,
Deine Beiträge über AHO werden immer interessanter, so wie dein eigener Kenennlernfortschritt.
Ich denke Aho wird einer meiner nächsten Neuentdeckungen werden
- :beer ich kenne noch keinen Ton von ihm !
Rachmaninov (07.06.2008, 13:35): Original von teleton Hallo Rachmaninov,
Deine Beiträge über AHO werden immer interessanter, so wie dein eigener Kenennlernfortschritt.
Ich denke Aho wird einer meiner nächsten Neuentdeckungen werden
- :beer ich kenne noch keinen Ton von ihm !
@teleton,
es liegt wohl auch daran, dass die 3. Sinfonie, von der Teile erst nach der Fertigstellung der Vierten erfolgte, wohl auch einen schon gereifteren Komponisten zeigt als sein Studentenwerke (Sinfonie #1) Daher wohl auch der interessantere Beitrag zur dritten Sinfonie :wink
Sopran: Taina Piira / Tenor: Aki Alamikkotervo Saxophon: Hannu Lehtonen John Storgards / Lahti Symphony Orchestra / Chamber Orchestra Of Lapland
Aufnahmeort: Sibelius-Halle in Lahti 2007
Manchmal können moderne Werke einen schon sehr überraschen. Ich hatte Kalevi Aho vorher noch nicht gehört, so dass diese 12. Symphonie meine erste Erfahrung mit seiner Musik darstellt. Hier setzt Kalevi Aho bei einem Subgenre an, das ich lange Zeit für leider dahingeschieden hielt – der spätromantischen "Landschaftssymphonie". Aho stellt sich eindeutig in diese Tradition, die sich mit einigen Werken umreissen lässt: - Mahlers 3. Symphonie, die "Alpensinfonie" von Strauss, die "Von den äußersten Schären"-Symphonie (4.) von Alfven, die "Sinfonia Antartica" von Vaughan-Williams. Der Komponist macht mit modernen Mitteln dort weiter, wo diese Komponisten aufgehört haben: - die Dissonanzen sind verschärft, die Harmonien weichen teilweise vom Gewohnten ab, mächtige Trommelrhythmen und langgezogene Blechbläserrufe vermitteln ein archaisches Flair, ein Saxophon verbreitet lyrische Stimmungen, impressionistische Klangbilder wechseln mit wuchtigem Bombast ab - wobei diese Wechsel nicht immer sofort nachzuvollziehen sind und die Klangblöcke dadurch manchmal schroff nebeneinander stehen... Die Lautmalerei der Sänger hingegen hätte so auch bei Alfven oder Vaughan-Williams auftauchen können.
Nun sind es häufig Meeres- oder Gebirgslandschaften, die die Spät(est)romantiker in der ersten Hälfte des 20. Jhds. inspirierten. Kalevi Aho hat sich für sein Thema nicht aus eigenem Antrieb entschieden, sondern er erhielt den Auftrag, für das Finnische Radio-Symphonieorchester ein Werk zu schreiben, das am Hang eines Berges aufgeführt werden sollte. Es handelt sich um den "Luosto"-Berg in Lappland, dem die Symphonie ihren Beinamen verdankt.
Der Komponist konzipierte das Werk ursprünglich für eine Aufführung im Freien. Dabei sollte das Orchester zu ebener Erde spielen, während die Zuschauer auf dem Hang des Berges sitzen konnten, um die eindrucksvolle Aussicht in den Hörprozess mit einzubeziehen. Später legte er die Symphonie so an, das sie sich auch in Kirchen und Konzertsälen realisieren liess.Aho kam es besonders auf das Medium „Raum“ an. Deswegen verteilte er die Musiker in großer Entfernung voneinander: - das Kammerorchester mit dem Sopran sowie dem Saxophonisten und das große Orchester mit dem Dirigenten sowie dem Tenor sind an den entgegengesetzten Enden des Raumes aufgestellt bzw. bei der Uraufführung am Luosto befand sich sich das Kammerorchester auf einem einzelnen Hügel. Die Schlagwerker, Trompeten- und Hornbläser werden an den beiden Seiten des Raumes aufgestellt (ich besitze leider keine Surround-Anlage, so dass mir diese Effekte entgehen).
Während der Arbeit an seiner 3. Symphonie meinte Mahler bei einem gemeinsamen Spaziergang im Höllengebirge zu Bruno Walter, das er gar nicht mehr auf die Berge zu sehen brauche, - das habe er alles schon "weg komponiert". Es fragt sich, inwieweit es sich noch lohnt, den „Luosto“-Berg zu besuchen... Aho hat den Berg mehrmals besucht, zusammen mit einigen Musikern die Akkustik erprobt und schließlich zehn Tage lang in absoluter Einsamkeit am Fuße eines Nachbarberges Teile des dritten und vierten Satzes komponiert. Dabei herrschten außerhalb seiner Hütte ungemütliche Temperaturen von 30 Grad Minus.
Der Beginn des ersten Satzes mit dem Titel "Die Schamanen" macht gleich eines klar: - es geht dem Komponisten um Klangsinnlichkeit, um Klangnaturalismus, um ein intensives Hörerlebnis. Mächtige Basstrommeln schlagen rituelle Rhythmen, während die Bläsersignale in die Ferne rufen. Das Trommeln soll an die alten Schamanen Lapplands erinnern. Für ihr mythisches Denken war der Berg ein kosmischer Ort, der in der Mitte der Welt liegt, an dem sich Himmel und Erde treffen: - hier wird der Aufstieg in andere Welten möglich. Danach setzt das Orchester beginnend mit den Streichern und der Oboe(?) ein, um schließlich laut anzuschwellen. Die Harmonien erinnern mich sehr an die Mittelteile der "Alpensinfonie" von Strauss. Die Trommeln bleiben fast während des ganzen ersten Satzes präsent. Es gibt eine Stelle, in der sie zusammen mit dem Orchester in einen kurzen Marsch übergehen, der bei mir Assoziationen an Schostakowitsch wachruft.
Einen krassen Gegensatz dazu bietet der zweite Satz: "Winterliches Dunkel und Mittsommer". Die ruhigen, tiefen Blechbläsertöne des Beginns scheinen mir allerdings wieder eine Reminiszenz an die "Alpensinfonie" zu sein – Strauss gestaltete seine "Nacht" auf eine sehr ähnliche Weise. Bei Aho gibt es zwar keinen Sonnenaufgang, aber einen allmählichen Übergang in die rauschende Apotheose des Mittsommers. Nach der Stille des winterlichen Dunkels erklingt lauter heller Orchesterbombast.
Der dritte Satz ist über weite Strecken sehr lyrisch gehalten: - warme, atmosphärische Saxophon-Soli begleiten die Stimmalereien des Soprans und des Tenors. Momentweise blitzen majestätische Klänge auf: - es handelt sich ja auch um ein "Lied der Berge".
Das der erste Teil des vierten Satzes bei Eiseskälte in einer Berghütte geschrieben wurde, dürfte niemanden verwundern. Der "Sturm in den Bergen" tobt mit heftiger Wucht und jeder Menge kalter Luft in Gestalt der Windmaschine. Die Solisten lassen ihre Stimmen durch diesen Klangorkan gellen. Was den Einsatz des besagten Effekterzeugers betrifft, waren Strauss und Vaughan-Williams im Vergleich zu Aho noch ziemlich zurückhaltend! Das zeigt auch, wie sehr heutige "postmoderne" Komponisten sich eine gewisse Unbekümmertheit im Umgang mit klanglicher Raffinesse und Fülle zurückerobert haben. Nach den asketischen Klangidealen der Moderne, darf heute wieder üppiger gespeist werden. Aber Aho geht es nicht um Effekthascherei – die Symphonie klingt ruhig, ja in einem fast unhörbaren Schweigen aus. An dieser Stelle spürt man zum wiederholten Male den Schatten der Strauss’schen Alpen, die ebenfalls in Stille enden.
Das war gewiss nicht meine letzte CD von Kalevi Aho. Es ist doch etwas Besonderes um die nordische und baltische Symphonik...
Herzliche Grüsse! Jörg
Rachmaninov (04.08.2008, 11:01): Original von Nordolf Manchmal können moderne Werke einen schon sehr überraschen. Ich hatte Kalevi Aho vorher noch nicht gehört, so dass diese 12. Symphonie meine erste Erfahrung mit seiner Musik darstellt.
Jörg, es freut mich das ich es nun endlich geschafft habe Forianer zu überzeugen. Der Einstieg in sein Musik über seine letzte (12.) Sinfonie halte ich für durchaus ratsam. Hier zeigt sich IMHO Aho als gereifter geistreicher Musiker.
Hier setzt Kalevi Aho bei einem Subgenre an, das ich lange Zeit für leider dahingeschieden hielt – der spätromantischen "Landschaftssymphonie". Aho stellt sich eindeutig in diese Tradition, die sich mit einigen Werken umreissen lässt: - Mahlers 3. Symphonie, die "Alpensinfonie" von Strauss, die "Von den äußersten Schären"-Symphonie (4.) von Alfven, die "Sinfonia Antartica" von Vaughan-Williams.
Hier zeigt sich, dass Du ein viel größeres sinfonisches Spektrum kennst als ich :I
....mächtige Trommelrhythmen und langgezogene Blechbläserrufe vermitteln ein archaisches Flair, ein Saxophon verbreitet lyrische Stimmungen, impressionistische Klangbilder wechseln mit wuchtigem Bombast ab - wobei diese Wechsel nicht immer sofort nachzuvollziehen sind und die Klangblöcke dadurch manchmal schroff nebeneinander stehen...
Treffend erkannt, aber dieser Trommeln sind gewaltig, ich musste den Anfang mehrfach hören. Die Brüche zwingen zum Zuhören!
Ich beneide Dich um diese Fähigkeit das empfundene derart passend in Worte zu fassen. Komme mir da immer wie ein Schuljunge vor, freue mich aber das ich es immerhin geschafft habe Dich auf Aho zu lenken. So dürfen die anderen wenigstens aus Deiner Feder erfahren was es zu entdecken gibt.
Nordolf (06.08.2008, 21:21): Original von Rachmaninov
Hier zeigt sich IMHO Aho als gereifter geistreicher Musiker.
Ja - diesen Eindruck habe ich auch. Der dazumal von Henning hier verlinkte Artikel von Aho passt sehr gut zu der Musik, die ich bei der 12. gehört habe.
Ich beneide Dich um diese Fähigkeit das empfundene derart passend in Worte zu fassen. Komme mir da immer wie ein Schuljunge vor, freue mich aber das ich es immerhin geschafft habe Dich auf Aho zu lenken. So dürfen die anderen wenigstens aus Deiner Feder erfahren was es zu entdecken gibt.
Lieber Rachmaninov - Du beschämst mich. Von wegen Schuljunge - ich erinnere mich an einen Beitrag zum 1. Satz von Schostakowitschs 11. Symphonie, den ich gewiss so nicht hätte schreiben können. Insofern...
:hello Jörg
Rachmaninov (06.08.2008, 21:38): Original von Nordolf
Lieber Rachmaninov - Du beschämst mich. Von wegen Schuljunge - ich erinnere mich an einen Beitrag zum 1. Satz von Schostakowitschs 11. Symphonie, den ich gewiss so nicht hätte schreiben können. Insofern...
:hello Jörg
Doch, mit der Partitur in der Hand geht das recht gut :wink
teleton (10.08.2008, 11:25): Hallo AHO-Freunde,
wann wird endlich die BIS - GA auf den Markt geworfen ??? :I Die Einzel-CD´s sind noch verdammt teuer.
Rachmaninov (10.08.2008, 11:42): Original von teleton Hallo AHO-Freunde,
wann wird endlich die BIS - GA auf den Markt geworfen ??? :I Die Einzel-CD´s sind noch verdammt teuer.
Das wird wohl eher noch einiges dauern.
1. sind bei bis wohl noch nicht alle eingespielt. 2. komponiert er ja noch fleissig weiter 3. dauert dies ja üblicherweise doch einiges nach der letzten veröffentlichung
Walter (29.08.2008, 07:48): Ich habe gestern zum ersten Mal die 12. Symphonie von Aho aufgelegt. Als mit dem ersten Satz die Trommeln einsetzten lief sofort die ganze Familie zusammen um herauszufinden was denn das für imposante Klänge seien. Auch wir mussten den Anfang gleich mehrmals anhören.
Die Symphonie wird in der nächsten Zeit sicher öfter in unserem Haus gehört werden!
Danke an Nordolf für die schöne und treffende Beschreibung!
Gruß,
Nordolf (31.08.2008, 21:20): Original von Walter Ich habe gestern zum ersten Mal die 12. Symphonie von Aho aufgelegt. Als mit dem ersten Satz die Trommeln einsetzten lief sofort die ganze Familie zusammen um herauszufinden was denn das für imposante Klänge seien. Auch wir mussten den Anfang gleich mehrmals anhören.
Die Symphonie wird in der nächsten Zeit sicher öfter in unserem Haus gehört werden!
Danke an Nordolf für die schöne und treffende Beschreibung!
Gruß,
:D Ja - der Anfang kommt schon recht gewaltig. Es freut mich zu lesen, das Du meine Beschreibung als "treffend" empfunden hast...
:hello Nordolf
Rachmaninov (01.10.2008, 21:14): Ein sehr ausführlicher Bericht zu den Werken Aho's bzw. den bisher veröffentlichten Aufnahmen findet sich hier
Rachmaninov (10.01.2009, 17:49): K. Aho schrieb im Alter von 21 Jahren bereits seine 2. Sinfonie und war zu diesem Zeitpunkt noch Student der Sibeliusakademie in Helsinki.
Die einsätzige Sinfonie ist, so erfährt man durch das informative Booklet durch den Komponisten selber, eine "breite Tripelfuge".
Grund für diese Methodik der Komposition waren Tendenzen in den 60er Jahren, die Aho selber beschreibt mit
Die Tonalität war zusammengebrochen, die Melodik war ein Tabu geworden, und die musikalische Form war derartig zusammengebrochen, dass die formale Logik moderne Kompositionen häufig schwer zu verfolgen war.
Aho's 2. Sinfonie ist unheimlich dicht, facettenreich und die Fuge läßt sich, zumindestens mit eine gewissen Hörerfahrung IMHO durchaus gut durch die Stimmen verfolgen.
Jede der drei "sub-Fugen" hat ein eigenes musikalisches Thema. Hierbei wirkt das erste Thema schwer, das zweite eher "leicht" .
Die Sinfonie lag nach der Uraufführung 22 Jahre lang unberührt. Im Jahr 1995 nah Aho selber Änderungen wobei er den Mittelteil völlig überarbeitete. Diese Fassung liegt nur vor.
Die vorliegende Aufnahme der Sinfonie mit dem Lahti Symphony Orchestra unter Osmo Vänskä würde ich durchaus als eine erste Beschäftigung empfehlen, da sie auch die sehr interessante 7. Sinfonie enthält. Aber dazu später mehr :ignore
Rachmaninov (03.10.2011, 13:56): Irgendwie ist meine Beschäftigung mit K. Aho ambivalent.
Seine Instrumentalwerke beschäftigen mich deutlich weniger als seine Sinfonik.
Aber auch hier bin ich hin und her gerissen.
So recht weiss ich noch nicht wo ich bei ihm musikalisch stehe!
Original von Nordolf
Das war gewiss nicht meine letzte CD von Kalevi Aho. Es ist doch etwas Besonderes um die nordische und baltische Symphonik...
Herzliche Grüsse! Jörg
@Jörg,
ging Deine Beschäftigung mittlerweile weiter?
:hello
Nordolf (03.10.2011, 23:00): Original von Rachmaninov
@Jörg,
ging Deine Beschäftigung mittlerweile weiter?
:hello
Hallo Rachmaninov!
Nein - leider bin ich noch nicht viel weiter gegangen. Ich kenne allerdings mittlerweile sein Klarinettenkonzert und das Stück "Pergamon" für 4 Erzähler, 4 Orchestergruppen und Orgel. Letzteres finde ich sehr faszinierend. Nach dem Willen von Aho soll es klingen, als sei "Wut in Stein erstarrt". Die Musik dürfte nicht-tonal sein und hat etwas archaisch-brachiales an sich.
:hello Jörg
teleton (13.10.2011, 11:03): Als großer Liebhaber der nordischen Sinfonik habe ich jetzt endlich seit Frühjahr 2011 auch 3 CD´s mit den Sinfonien Nr. 1 und 8, 4 und 11, 2 und 7 in den Aufnahmen mit Osmo Vanskä / Lahti SO (BIS, 1989, 2002, DDD) voliegen.
Für Kalevi Aho habe ich einen langen Anlauf gebraucht, weil ich immer noch dachte irgendwann mal eine GA kaufen zu können.
Die genannten Sinfonien habe ich alle mit Genuss und Begeisterung gehört. Meine Erwartungshaltung zu K.Aho war allerdings vorher etwas anders: Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr Power in den Sinfonien gerechnet. :engel Aber inzwischen habe ich diese tiefen nordischen Klange für mich auch vereinnahmt und lasse diese auf mich wirken. Tolle und fassbare Musik, die nicht ins ungeniessbare abgleitet, wie so manche Neutöner ...
Ich finde es ist gerde in der heutigen Zeit eine Kunst eine Musik für den Hörer zu komponieren, die modern klingt und trotzdem die tonalen Grenzen nicht total verläßt. Solange das passiert ist es Musik für den Hörer.
Obwohl eine ganz andere Richtung - ein Beispiel für einen aktuellen Komponisten, der wirklich für den Konzerthörer komponiert und somit große Begeisterung auch für den Otto-Normalhörer schafft: :beer Das ist der Amerikaner Michael Daugherty !