dieser Komponist hat mich als Jugendlicher zum ersten mal auf einer Polydor-LP (war abklatsch von DG) fastziniert. Ich hatte mir die LP wegen Tschaikowsky: Francesca da Rimini gekauft. Interpreten waren die Leningrader PH / Gennadi Roshdestwensky. Alsi ich diese Superaufnahme gehört hatte drehte ich die Scheibe um um den vermeindlichen Filler zu hören. Das war eine ziemlich umfangreiche Gayaneh-Suite (aus 10 wichtigen Sätzen bestehend). Ich war phänomenal begeistert und stellte fest, das dies genau meine Musik war. Mit Roshdestwensky hatte ich ohnehin den Glücksgriff getätigt.
:down Ich wollte mehr von diesem Komponisten hören. Es folgten in den nächsten Tagen alle wichtigen Orchesterwerke.
Dabei auch eines der imposantesten Klavierkonzerte des 20.Jahrhunderts, das Khatchaturian-Klavierkonzert D-Dur (1936).
Wieder ein Glücksfall bei der Wahl meiner CBS-Aufnahme, die ich leider nie auf CD bekommen habe: P.Entremont / Boston SO / Seiji Ozawa (CBS).
Diese Entremont-Aufnahme blieb ewig meine Referenzaufnahme, an der sich alle anderen messen mußten. Es folgten auf CD einige gute Aufnahmen, doch nie Entremont erreichend: Alica de Larachocha / .... (Decca, ADD, 70er) Orebillan / Järvi (Chandos, DDD, 1886) Oxana Yablonskaya, Moskau SO, Yablonsky (Naxos, DDD, 1995)
:beer Vorige Woche war ich hin und weg, als nun doch mal eine durchschlagende Interpretation an mein Ohr gelangte. Die CD hatte ich mir wegen der Khatchaturian: Sinfonie Nr.3 mit Kondraschin gekauft (die Aufnahme hatte ich schon auf Eurodisc-LP und einer davon von mir selbst erstellten CD). Die Remasterkünstler aus Russland verstehen ihr Handwerk und haben diese Aufnahme auf der Melodyia-CD TOP hinbekommen.
Aram Khachaturian (1903-1978) Symphonie Nr. 3 für Orgel und Orchester Klavierkonzert in D Yakov Flier, Moskow Philharmonic SO, Kirill Kondrashin Melodiya , ADD, 1969 (Aufnahmen 1963 und 1966)
Nun folgte die Hörsitzung des Klavierkonzertes mit Yakow Flier. Die ersten Takte erschienen mir klangtechnisch etwas historisch, doch was ich dann zu hören bekam stockte mir den Atem. Das Klavier ist klangtechnisch gut, das Orchester wirkt in nicht so vollen Passagen manchmal etwas dünn, doch was Kondraschin und Flier zaubern ist einfach als großartig zu bezeichnen. Kondraschin mit seinen Moskauer PH ist eine Wucht und bringt den richtigen emotionalen Druck, dem der mir unbekannte Y.Flier höchst angemessen folgt. :W Das ich wieder das, was ich bei den Russen so mag, die ein Werk auf Siedehitze bringen können (gilt für beide Werke auf der Melodyia-CD).
Leider vermag ich zu diesem Thread nichts beizutragen. Das Klavierkonzert kenne ich bislang nur auszugsweise. Danke aber für Deinen engagierten Text! Die Kondrashin-CD ist nun mit Prioritätsvermerk auf meiner Wunschliste gelandet.
Herzliche Grüße! Jörg
Rachmaninov (01.10.2007, 17:46): @teleton,
meine Begeisterung für Khachaturian began mit dem Violinkonzert.
Was das Kavierkonzert angeht, so muss ich gestehen, ist der "Funken" so recht noch nicht auf mich übergesprungen.
Soweit ich weiss besitze ich insgesamt drei Aufnahmen.
- Boris Berezowsky, Ural PO, Dmitri Liss
- Kapell, Philadelphia Orchestra, Ormandy
und
- Orbelian, Scottish National Orch.,Järvi
Eventuell liegt es an den Einspielungen, daß ich bisher keine große Begeisterung bei mir geweckt wurd.
Alle Aufnahmen werde ich daher nochmals gezielt hören und berichten.
:engel
teleton (02.10.2007, 08:50): Hallo Rachmaninoff,
die drei von Dir genannten Einspielungen müsten aber alle TOP-Einspielungen sein. Die Kappel-Aufnahme soll auch erste Klasse sein - die ist allerdings in MONO (daher besitze ich diese auch nicht).
Ich habe von dien von Dir genannten ja nur die mit Orebillan/Järvi (Chandos). Alleine diese müßte Dich "vom Hocker hauen".
Aber manchmal dauert der Zugang bei bestimmten Werken eben etwas länger. :beer Ich finde das Khatchaturian-Klavierkonzert ist einer der tollsten Klavierkonzerte des 20.Jahrhunderts. Als ich es zum ersten mal hörte war ich "hin und weg". Auch in den letzten Tagen habe ich meine neue Melodyia-Aufnahme bestimmt 5mal gehört - einfach Wahnsinn was Y.Flier da leistet !
HenningKolf (02.10.2007, 14:46): Hallo Wolfgang,
ich sehe Du lebst Dich hier im Forum schon richtig gut ein beziehungsweise belebst das ohnehin recht lebendige Forum weiter.......
ich muss gestehen, von Chatschaturjan kenne ich - glaube ich jedennfalls - die Gayaneh-Suite und ansonsten tut sich nichts weiter als eine gewaltige Lücke auf...vielleicht ist dieser thread eine gute Anregung die Lücke zu schließen.
Ich verstehe Dich so, dass Yablonskaya zwar nicht die Referenzaufnahme ist, aber keineswegs so, dass die Interpretation für ein adäquates Kennenlernen nicht hinreichend wäre (?)...diese Aufnahme müßte nämlich, da Naxos 1995, für mich als emusic-Abonnenten beim nächsten Turnus kostengünstig downloadbar sein. Werde gleich mal schauen.
Henning
HenningKolf (02.10.2007, 15:28): ohh, auf emusic schreibt ein user folgendes zu Yablonskaya
"This is a great piece of music but the performance here has NO passion. It kind of limps along. Instead of being a bold statement it is transformed into more of a wimper. And the Theramin, a 1920 electronic musical instrument with a haunting sound I still hear when listening to this piece of music, has been replaced with...nothing! Most performances fill in the Theramin part with second strings or something else. Here there is a just a vacuum. The sound here, like on some other Naxos recordings, is thin too. Dynamic range and fidelity are OK but the whole thing is SO much different than other recordings I have heard that unless you just want something "different" to listen to this one is a waste of time and definetly NOT what the composer intended."
hört sich ja fast an, als ob ich die Lücke doch besser mit einer anderen CD fülle
Henning
Rachmaninov (02.10.2007, 16:47): Original von teleton Hallo Rachmaninoff,
die drei von Dir genannten Einspielungen müsten aber alle TOP-Einspielungen sein. Die Kappel-Aufnahme soll auch erste Klasse sein - die ist allerdings in MONO (daher besitze ich diese auch nicht).
Ich habe von dien von Dir genannten ja nur die mit Orebillan/Järvi (Chandos). Alleine diese müßte Dich "vom Hocker hauen".
@teleton,
also die Orebillan/Järvi Aufnahme habe ich als recht gut in Erinnerung, meine aber, daß mich damals der trockene harte Anschlag von Orebillan eher gestört hat.
Wie geschrieben, alle werden erneut gehört und vielleicht kommt dann der "Zugang" zum Werk und das "Finden" der passenden Aufnahmen :W
Cosima (02.10.2007, 19:50): Hallo,
ich höre das Klavierkonzert sehr gern. Überhaupt gefällt mir solch originelle, ursprüngliche (volkstümliche) Musik, die wie hier kraftstrotzend und melodisch daherkommt.
Ich kenne die Aufnahme mit William Kapell unter Koussevitzy (Dutton, 1936). Kapell gefällt mir gut, das Orchester ist m.E. jedoch ziemlich schwerfällig.
Erschienen bei Music & Arts, ich kenne sie aber nicht.
Zufrieden stellend finde ich die Aufnahme mit Boris Berezovsky / Dmitri Liss. Ein bisschen mehr Biss wäre vielleicht nicht schlecht.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (03.10.2007, 09:36): Original von Cosima Zufrieden stellend finde ich die Aufnahme mit Boris Berezovsky / Dmitri Liss. Ein bisschen mehr Biss wäre vielleicht nicht schlecht. Gruß, Cosima
@Cosima,
also ich empfinde die Berezovsky Aufnahme dann doch schon besser als "zufriedenstellend"! Hie rund da noch etwas mehr "Biss" kann ich nur verstehen wenn Du wirklich das "etwas" hier betonst. Für mich spieltz das Orchester, ähnlich wie beim Rachmaninoff Konzert #2 ubd #3, klasse auf und wird von Dmitri Liss klasse geleitet. Berezovsky überzeugt durch seine sehr gute Technik, wobei sicherlich dem einen oder anderen sein Anschlag doch ein wenig farblos erscheinen könnte.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9254297.jpg
Insgesamt find eich die Aufnahme gut oder sogar sehr gut. (mal sehen was die Vergleiche bringen)
:hello
Cosima (03.10.2007, 09:49): Lieber Rachmaninov,
„zufrieden stellend“: Ich bin zufrieden mit der Aufnahme, aber sie begeistert mich nicht, obwohl ich das Klavierkonzert an sich sehr gut finde. Ich glaube, man kann aus der Musik noch mehr herausholen, als Berezovsky das tut (seine manual-technischen Fähigkeiten zweifele ich ja gar nicht an). Aber um das beurteilen zu können, müsste ich eine entsprechende Aufnahme finden. Kapell spielt IMO mit mehr Biss und Elan als Berezovsky, was mir grundsätzlich bei dieser kraftvollen Musik gut gefällt.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (03.10.2007, 09:50): Original von Cosima Lieber Rachmaninov,
„zufrieden stellend“: Ich bin zufrieden mit der Aufnahme, aber sie begeistert mich nicht, obwohl ich das Klavierkonzert an sich sehr gut finde. Ich glaube, man kann aus der Musik noch mehr herausholen, als Berezovsky das tut (seine manual-technischen Fähigkeiten zweifele ich ja gar nicht an). Aber um das beurteilen zu können, müsste ich eine entsprechende Aufnahme finden. Kapell spielt IMO mit mehr Biss und Elan als Berezovsky, was mir grundsätzlich bei dieser kraftvollen Musik gut gefällt.
Gruß, Cosima
@Cosima,
ich verstehe was Du meinst, es fehlt so ein gewisses "Funkeln" und "Leuchten" in seinem Ton, und würde hier passen ....
Amadé (03.10.2007, 14:46): Forianer,
bisher habe ich keinen rechten Zugang zu dem in meinen Augen recht sperrigen KLavierkonzert gefunden, trotz der 3 Aufnahmen, die in meinem Regal stehen:
- Mirka Pokorná, Dresdner Philharmonie. Horst Förster, Berlin classics - Alicia de Larrocha, London Phiharmonic Orchestra, Lawrence Foster, Decca - William Kapell, Boston Symphony Orchestra, Serge Koussevitzky, RCA, diese Aufnahme wurde 1946 erstellt. Ich vermute, dass sie identisch ist mit der auf der abgebildeten Dutton-CD, Cosima gab als Aufnahme-Datum 1936 an, da war Kapell erst 14 Jahre alt und studierte noch fleißig. 1942 gewann er zwei Klavierpreise, u.a. den in den USA bekannten Naumburg-Wettbewerb, der seine Karriere stark beförderte: die Aufführung des Katchaturian-Konzerts am 18.Juli 1942 geriet zu einer Sensation, danach wurde gerade dieses Konzert immer wieder von ihm verlangt. Eine Schallplattenaufnahme musste zwangsläufig folgen.
Grüße Amadé
Cosima (03.10.2007, 17:33): Original von Amadé Ich vermute, dass sie identisch ist mit der auf der abgebildeten Dutton-CD, Cosima gab als Aufnahme-Datum 1936 an, ...
Ja, natürlich, sorry. Aufnahmedatum ist der 19. April 1946 (Boston). 1936 ist das Werk entstanden.
eben hörte ich erneut die Aufnahme mit Orbelian und dem Scottish National Orcherster unter N. Järvi.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/5139909.jpg
IMO eine recht gute Aufnahme, die man sicherlich in Betracht ziehen sollte. Sehr packender Orchsetrklang, viel liebe zu den Details und von daher klasse. Allerdings bin ich kein Freun vom Orbelian. Sein Klavierton ist recht hart und ich erkenne darin kauf etwas gestalltendes, keine Raffinessen ...
teleton (09.10.2007, 13:31): Hallo Rachmaninov,
Allerdings bin ich kein Freun vom Orbelian. Sein Klavierton ist recht hart und ich erkenne darin kauf etwas gestalltendes, keine Raffinessen ... Ähnliche Gedanken hatte ich nach Entremont / Ozawa (CBS) auch, denn dies war meine erste Aufnahme auf CD und ich suchte weiter.....
:) Allerdings finde ich den harten Anschlg schon toll bei Orebilian, sodaß ich auch wegen der Orchesterleistung unter Järvi diese Aufnahme des Klavierkonzertes in das obere Drittel einordnen würde.
Nordolf (17.12.2007, 20:43): Hallo!
Die von Wolfgang empfohlene CD stellt bei beiden Werken ein wahres Fest dar.
Hart ist der Anschlag von Yakov Flier allerdings auch. Nur scheint mir das mit dem Werk selbst zusammenzuhängen. Der erste und letzte Satz sind über weite Strecken sehr hart und vorwärtsdrängend. Ich denke, der Pianist sollte hier keine Gefangenen machen - ähnlich wie der Solist bei Khachaturians Violinkonzert. Der pathetische, manchmal elegische zweite Satz hebt sich schon deutlich davon ab. Gemeinsam ist allen drei Sätzen dieser östlich anmutende Volkston, der aber sehr modern gestaltet wurde. Das Orchester meißelt auf dieser Aufnahme sowieso nur scharfe Kanten, denn es dirigiert schließlich Kondrashin (klangtechnisch gebe ich allerdings Wolfgang recht).
Die monumentale 3. Symphonie für 15 Trompeten, Orgel und großes Orchester erinnert mich sehr an die Kompositionen Respighis. Hier bekommt man im wahrsten Sinne des Wortes die Ohren ausgeblasen! Ein Wahnsinnswerk für den, der es gerne "big and loud" mag. Einfach großartig!
Herzliche Grüsse! Jörg
Cetay (inaktiv) (18.12.2007, 10:46): Der Vollständigkeit halber sollte hier noch die Aufnahme aus den 40-ern mit dem Widmungsträger, Uraufführer und Bekanntheitsverbreiterer Lev Oborin genannt werden. Vergleichsaufnahmen kenne ich keine, ich finde die Aufnahme so atemberaubend, dass der Wunsch nach Alternativen bislang nicht aufkam. Die Bandbreite des Pianstien von tiefgründig-empfindsam bis rasend-entfesselt ist absolut glaubwürdig und die ganze Gestaltung des Formverlaufes ist einfach nur sinnfällig, was aber für mich rein intiutiv erfahrbar, nicht rational erklärbar ist - so wie es sein sollte :) Allerdings ist die "Klangtechnik" dieser Aufnahme selbst für hartgesottene Freunde von historischen Aufnahmen hart an der Grenze zum Unterirdischen.
teleton (18.12.2007, 11:15): Hallo Dox,
welch ein Jammer, das solche Aufnahmen, wie von Dir vorgestellte nicht nach 1960 in anständlger Klangtechnik erfolgt sind.
Die Flier/Kondraschin-Aufnahme die Jörg jetzt auch begeisternd gehört hatte und hier deshalb nochmal erwähnt, ist eine Aufnahme, die gerade noch so in der "richtigen" Zeitphase aufgenommen wurde, da hier die Klangtechnik noch passabel ist
dieser Komponist hat mich als Jugendlicher zum ersten mal auf einer Polydor-LP (war abklatsch von DG) fastziniert. Ich hatte mir die LP wegen Tschaikowsky: Francesca da Rimini gekauft. Interpreten waren die Leningrader PH / Gennadi Roshdestwensky. Alsi ich diese Superaufnahme gehört hatte drehte ich die Scheibe um um den vermeindlichen Filler zu hören. Das war eine ziemlich umfangreiche Gayaneh-Suite (aus 10 wichtigen Sätzen bestehend). Ich war phänomenal begeistert und stellte fest, das dies genau meine Musik war. Mit Roshdestwensky hatte ich ohnehin den Glücksgriff getätigt.
:down Ich wollte mehr von diesem Komponisten hören. Es folgten in den nächsten Tagen alle wichtigen Orchesterwerke.
Dabei auch eines der imposantesten Klavierkonzerte des 20.Jahrhunderts, das Khatchaturian-Klavierkonzert D-Dur (1936).
Wieder ein Glücksfall bei der Wahl meiner CBS-Aufnahme, die ich leider nie auf CD bekommen habe: P.Entremont / Boston SO / Seiji Ozawa (CBS).
Diese Entremont-Aufnahme blieb ewig meine Referenzaufnahme, an der sich alle anderen messen mußten. Es folgten auf CD einige gute Aufnahmen, doch nie Entremont erreichend: Alica de Larachocha / .... (Decca, ADD, 70er) Orebillan / Järvi (Chandos, DDD, 1886) Oxana Yablonskaya, Moskau SO, Yablonsky (Naxos, DDD, 1995)
:beer Vorige Woche war ich hin und weg, als nun doch mal eine durchschlagende Interpretation an mein Ohr gelangte. Die CD hatte ich mir wegen der Khatchaturian: Sinfonie Nr.3 mit Kondraschin gekauft (die Aufnahme hatte ich schon auf Eurodisc-LP und einer davon von mir selbst erstellten CD). Die Remasterkünstler aus Russland verstehen ihr Handwerk und haben diese Aufnahme auf der Melodyia-CD TOP hinbekommen.
Aram Khachaturian (1903-1978) Symphonie Nr. 3 für Orgel und Orchester Klavierkonzert in D Yakov Flier, Moskow Philharmonic SO, Kirill Kondrashin Melodiya , ADD, 1969 (Aufnahmen 1963 und 1966)
Nun folgte die Hörsitzung des Klavierkonzertes mit Yakow Flier. Die ersten Takte erschienen mir klangtechnisch etwas historisch, doch was ich dann zu hören bekam stockte mir den Atem. Das Klavier ist klangtechnisch gut, das Orchester wirkt in nicht so vollen Passagen manchmal etwas dünn, doch was Kondraschin und Flier zaubern ist einfach als großartig zu bezeichnen. Kondraschin mit seinen Moskauer PH ist eine Wucht und bringt den richtigen emotionalen Druck, dem der mir unbekannte Y.Flier höchst angemessen folgt. :W Das ich wieder das, was ich bei den Russen so mag, die ein Werk auf Siedehitze bringen können (gilt für beide Werke auf der Melodyia-CD).
Leider vermag ich zu diesem Thread nichts beizutragen. Das Klavierkonzert kenne ich bislang nur auszugsweise. Danke aber für Deinen engagierten Text! Die Kondrashin-CD ist nun mit Prioritätsvermerk auf meiner Wunschliste gelandet.
Herzliche Grüße! Jörg
Rachmaninov (01.10.2007, 17:46): @teleton,
meine Begeisterung für Khachaturian began mit dem Violinkonzert.
Was das Kavierkonzert angeht, so muss ich gestehen, ist der "Funken" so recht noch nicht auf mich übergesprungen.
Soweit ich weiss besitze ich insgesamt drei Aufnahmen.
- Boris Berezowsky, Ural PO, Dmitri Liss
- Kapell, Philadelphia Orchestra, Ormandy
und
- Orbelian, Scottish National Orch.,Järvi
Eventuell liegt es an den Einspielungen, daß ich bisher keine große Begeisterung bei mir geweckt wurd.
Alle Aufnahmen werde ich daher nochmals gezielt hören und berichten.
:engel
teleton (02.10.2007, 08:50): Hallo Rachmaninoff,
die drei von Dir genannten Einspielungen müsten aber alle TOP-Einspielungen sein. Die Kappel-Aufnahme soll auch erste Klasse sein - die ist allerdings in MONO (daher besitze ich diese auch nicht).
Ich habe von dien von Dir genannten ja nur die mit Orebillan/Järvi (Chandos). Alleine diese müßte Dich "vom Hocker hauen".
Aber manchmal dauert der Zugang bei bestimmten Werken eben etwas länger. :beer Ich finde das Khatchaturian-Klavierkonzert ist einer der tollsten Klavierkonzerte des 20.Jahrhunderts. Als ich es zum ersten mal hörte war ich "hin und weg". Auch in den letzten Tagen habe ich meine neue Melodyia-Aufnahme bestimmt 5mal gehört - einfach Wahnsinn was Y.Flier da leistet !
HenningKolf (02.10.2007, 14:46): Hallo Wolfgang,
ich sehe Du lebst Dich hier im Forum schon richtig gut ein beziehungsweise belebst das ohnehin recht lebendige Forum weiter.......
ich muss gestehen, von Chatschaturjan kenne ich - glaube ich jedennfalls - die Gayaneh-Suite und ansonsten tut sich nichts weiter als eine gewaltige Lücke auf...vielleicht ist dieser thread eine gute Anregung die Lücke zu schließen.
Ich verstehe Dich so, dass Yablonskaya zwar nicht die Referenzaufnahme ist, aber keineswegs so, dass die Interpretation für ein adäquates Kennenlernen nicht hinreichend wäre (?)...diese Aufnahme müßte nämlich, da Naxos 1995, für mich als emusic-Abonnenten beim nächsten Turnus kostengünstig downloadbar sein. Werde gleich mal schauen.
Henning
HenningKolf (02.10.2007, 15:28): ohh, auf emusic schreibt ein user folgendes zu Yablonskaya
"This is a great piece of music but the performance here has NO passion. It kind of limps along. Instead of being a bold statement it is transformed into more of a wimper. And the Theramin, a 1920 electronic musical instrument with a haunting sound I still hear when listening to this piece of music, has been replaced with...nothing! Most performances fill in the Theramin part with second strings or something else. Here there is a just a vacuum. The sound here, like on some other Naxos recordings, is thin too. Dynamic range and fidelity are OK but the whole thing is SO much different than other recordings I have heard that unless you just want something "different" to listen to this one is a waste of time and definetly NOT what the composer intended."
hört sich ja fast an, als ob ich die Lücke doch besser mit einer anderen CD fülle
Henning
Rachmaninov (02.10.2007, 16:47): Original von teleton Hallo Rachmaninoff,
die drei von Dir genannten Einspielungen müsten aber alle TOP-Einspielungen sein. Die Kappel-Aufnahme soll auch erste Klasse sein - die ist allerdings in MONO (daher besitze ich diese auch nicht).
Ich habe von dien von Dir genannten ja nur die mit Orebillan/Järvi (Chandos). Alleine diese müßte Dich "vom Hocker hauen".
@teleton,
also die Orebillan/Järvi Aufnahme habe ich als recht gut in Erinnerung, meine aber, daß mich damals der trockene harte Anschlag von Orebillan eher gestört hat.
Wie geschrieben, alle werden erneut gehört und vielleicht kommt dann der "Zugang" zum Werk und das "Finden" der passenden Aufnahmen :W
Cosima (02.10.2007, 19:50): Hallo,
ich höre das Klavierkonzert sehr gern. Überhaupt gefällt mir solch originelle, ursprüngliche (volkstümliche) Musik, die wie hier kraftstrotzend und melodisch daherkommt.
Ich kenne die Aufnahme mit William Kapell unter Koussevitzy (Dutton, 1936). Kapell gefällt mir gut, das Orchester ist m.E. jedoch ziemlich schwerfällig.
Erschienen bei Music & Arts, ich kenne sie aber nicht.
Zufrieden stellend finde ich die Aufnahme mit Boris Berezovsky / Dmitri Liss. Ein bisschen mehr Biss wäre vielleicht nicht schlecht.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (03.10.2007, 09:36): Original von Cosima Zufrieden stellend finde ich die Aufnahme mit Boris Berezovsky / Dmitri Liss. Ein bisschen mehr Biss wäre vielleicht nicht schlecht. Gruß, Cosima
@Cosima,
also ich empfinde die Berezovsky Aufnahme dann doch schon besser als "zufriedenstellend"! Hie rund da noch etwas mehr "Biss" kann ich nur verstehen wenn Du wirklich das "etwas" hier betonst. Für mich spieltz das Orchester, ähnlich wie beim Rachmaninoff Konzert #2 ubd #3, klasse auf und wird von Dmitri Liss klasse geleitet. Berezovsky überzeugt durch seine sehr gute Technik, wobei sicherlich dem einen oder anderen sein Anschlag doch ein wenig farblos erscheinen könnte.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/9254297.jpg
Insgesamt find eich die Aufnahme gut oder sogar sehr gut. (mal sehen was die Vergleiche bringen)
:hello
Cosima (03.10.2007, 09:49): Lieber Rachmaninov,
„zufrieden stellend“: Ich bin zufrieden mit der Aufnahme, aber sie begeistert mich nicht, obwohl ich das Klavierkonzert an sich sehr gut finde. Ich glaube, man kann aus der Musik noch mehr herausholen, als Berezovsky das tut (seine manual-technischen Fähigkeiten zweifele ich ja gar nicht an). Aber um das beurteilen zu können, müsste ich eine entsprechende Aufnahme finden. Kapell spielt IMO mit mehr Biss und Elan als Berezovsky, was mir grundsätzlich bei dieser kraftvollen Musik gut gefällt.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (03.10.2007, 09:50): Original von Cosima Lieber Rachmaninov,
„zufrieden stellend“: Ich bin zufrieden mit der Aufnahme, aber sie begeistert mich nicht, obwohl ich das Klavierkonzert an sich sehr gut finde. Ich glaube, man kann aus der Musik noch mehr herausholen, als Berezovsky das tut (seine manual-technischen Fähigkeiten zweifele ich ja gar nicht an). Aber um das beurteilen zu können, müsste ich eine entsprechende Aufnahme finden. Kapell spielt IMO mit mehr Biss und Elan als Berezovsky, was mir grundsätzlich bei dieser kraftvollen Musik gut gefällt.
Gruß, Cosima
@Cosima,
ich verstehe was Du meinst, es fehlt so ein gewisses "Funkeln" und "Leuchten" in seinem Ton, und würde hier passen ....
Amadé (03.10.2007, 14:46): Forianer,
bisher habe ich keinen rechten Zugang zu dem in meinen Augen recht sperrigen KLavierkonzert gefunden, trotz der 3 Aufnahmen, die in meinem Regal stehen:
- Mirka Pokorná, Dresdner Philharmonie. Horst Förster, Berlin classics - Alicia de Larrocha, London Phiharmonic Orchestra, Lawrence Foster, Decca - William Kapell, Boston Symphony Orchestra, Serge Koussevitzky, RCA, diese Aufnahme wurde 1946 erstellt. Ich vermute, dass sie identisch ist mit der auf der abgebildeten Dutton-CD, Cosima gab als Aufnahme-Datum 1936 an, da war Kapell erst 14 Jahre alt und studierte noch fleißig. 1942 gewann er zwei Klavierpreise, u.a. den in den USA bekannten Naumburg-Wettbewerb, der seine Karriere stark beförderte: die Aufführung des Katchaturian-Konzerts am 18.Juli 1942 geriet zu einer Sensation, danach wurde gerade dieses Konzert immer wieder von ihm verlangt. Eine Schallplattenaufnahme musste zwangsläufig folgen.
Grüße Amadé
Cosima (03.10.2007, 17:33): Original von Amadé Ich vermute, dass sie identisch ist mit der auf der abgebildeten Dutton-CD, Cosima gab als Aufnahme-Datum 1936 an, ...
Ja, natürlich, sorry. Aufnahmedatum ist der 19. April 1946 (Boston). 1936 ist das Werk entstanden.
eben hörte ich erneut die Aufnahme mit Orbelian und dem Scottish National Orcherster unter N. Järvi.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/5139909.jpg
IMO eine recht gute Aufnahme, die man sicherlich in Betracht ziehen sollte. Sehr packender Orchsetrklang, viel liebe zu den Details und von daher klasse. Allerdings bin ich kein Freun vom Orbelian. Sein Klavierton ist recht hart und ich erkenne darin kauf etwas gestalltendes, keine Raffinessen ...
teleton (09.10.2007, 13:31): Hallo Rachmaninov,
Allerdings bin ich kein Freun vom Orbelian. Sein Klavierton ist recht hart und ich erkenne darin kauf etwas gestalltendes, keine Raffinessen ... Ähnliche Gedanken hatte ich nach Entremont / Ozawa (CBS) auch, denn dies war meine erste Aufnahme auf CD und ich suchte weiter.....
:) Allerdings finde ich den harten Anschlg schon toll bei Orebilian, sodaß ich auch wegen der Orchesterleistung unter Järvi diese Aufnahme des Klavierkonzertes in das obere Drittel einordnen würde.
Nordolf (17.12.2007, 20:43): Hallo!
Die von Wolfgang empfohlene CD stellt bei beiden Werken ein wahres Fest dar.
Hart ist der Anschlag von Yakov Flier allerdings auch. Nur scheint mir das mit dem Werk selbst zusammenzuhängen. Der erste und letzte Satz sind über weite Strecken sehr hart und vorwärtsdrängend. Ich denke, der Pianist sollte hier keine Gefangenen machen - ähnlich wie der Solist bei Khachaturians Violinkonzert. Der pathetische, manchmal elegische zweite Satz hebt sich schon deutlich davon ab. Gemeinsam ist allen drei Sätzen dieser östlich anmutende Volkston, der aber sehr modern gestaltet wurde. Das Orchester meißelt auf dieser Aufnahme sowieso nur scharfe Kanten, denn es dirigiert schließlich Kondrashin (klangtechnisch gebe ich allerdings Wolfgang recht).
Die monumentale 3. Symphonie für 15 Trompeten, Orgel und großes Orchester erinnert mich sehr an die Kompositionen Respighis. Hier bekommt man im wahrsten Sinne des Wortes die Ohren ausgeblasen! Ein Wahnsinnswerk für den, der es gerne "big and loud" mag. Einfach großartig!
Herzliche Grüsse! Jörg
Cetay (inaktiv) (18.12.2007, 10:46): Der Vollständigkeit halber sollte hier noch die Aufnahme aus den 40-ern mit dem Widmungsträger, Uraufführer und Bekanntheitsverbreiterer Lev Oborin genannt werden. Vergleichsaufnahmen kenne ich keine, ich finde die Aufnahme so atemberaubend, dass der Wunsch nach Alternativen bislang nicht aufkam. Die Bandbreite des Pianstien von tiefgründig-empfindsam bis rasend-entfesselt ist absolut glaubwürdig und die ganze Gestaltung des Formverlaufes ist einfach nur sinnfällig, was aber für mich rein intiutiv erfahrbar, nicht rational erklärbar ist - so wie es sein sollte :) Allerdings ist die "Klangtechnik" dieser Aufnahme selbst für hartgesottene Freunde von historischen Aufnahmen hart an der Grenze zum Unterirdischen.
teleton (18.12.2007, 11:15): Hallo Dox,
welch ein Jammer, das solche Aufnahmen, wie von Dir vorgestellte nicht nach 1960 in anständlger Klangtechnik erfolgt sind.
Die Flier/Kondraschin-Aufnahme die Jörg jetzt auch begeisternd gehört hatte und hier deshalb nochmal erwähnt, ist eine Aufnahme, die gerade noch so in der "richtigen" Zeitphase aufgenommen wurde, da hier die Klangtechnik noch passabel ist