im letzten Monat brachte Naxos die 5. und letzte CD mit Liszt-Transkriptionen der Beethoven-Sinfonien heraus. Es spielt Konstantin Scherbakov – ich liebe alle Einspielungen sehr! Es werden die Schichten und Strukturen der Sinfonien frei gelegt, wie man es ansonsten in den Orchesterversionen kaum hört.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5515048.jpg
Es existiert auch eine Gesamteinspielung aller 9 Sinfonien mit Cyprien Katsaris. Kennt sie jemand und kann vielleicht sogar mit den Scherbakov-Aufnahmen vergleichen?
Dieser Thread soll sich aber allgemein mit Klaviertranskriptionen befassen, weshalb als weiteres Highlight diese Aufnahme mit Arcadi Volodos genannt werden sollte:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8121637.jpg
Er spielt Transkriptionen von Bizet-, Rachmaninov-, Prokofiev-Werken etc. - und das gigantisch gut!
Was fällt Euch zum Thema noch ein?
Gruß, Cosima
Rachmaninov (14.08.2006, 17:46): Hier müssen natürlich zwingend die Bach Transkriptionen von Busoni genannt werden.
Mir persönlich gefallen hier die Demidenko Aufnahmen, die bei Hyperion erschienen sind.
Allerdings ist hier Demidenko's Anschlag sicherlich nicht jedem ein Genuß :D
Mittlerweile ist die Reihe bei Aufnahme #5 angelangt jedoch mit anderen Pianisten!
Rachmaninov (14.08.2006, 17:51): Natürlich hat sich auch Rachmaninov mit Transkriptionen befasst und sich so thematisch mit zahlreichen Kompositionen anderer Meister auseinander gesetzt.
Zahlreiche dieser Werke hat Olga Kern eingespielt
Wunderschön u.A. die Transkription von kreisler's
Liebesleid Liebesfreud
Cosima (14.08.2006, 18:13): Ich habe gelesen, dass es von Brahms´ Klavierkonzert Nr. 1 auch eine von ihm transkribierte Fassung für das Klavier (4-händig) geben solle. Die würde mich besonders interessieren. Das Duo Tal & Groethuysen hat sie mal gespielt. Eine CD-Aufnahme scheint es aber nicht zu geben, oder?
Gruß, Cosima
P.S.: Den Demidenko werde ich mir gelegentlich auch anschaffen mit seinen Bach-Busoni-Aufnahmen.
Rachmaninov (14.08.2006, 18:19): Original von Cosima
P.S.: Den Demidenko werde ich mir gelegentlich auch anschaffen mit seinen Bach-Busoni-Aufnahmen.
Solltest Du aber vorher rein hören. IMO klingt es so als wolle er hier bewußt einen "eigenständigen" Klang erzeugen!
Jeremias (14.08.2006, 19:24): @ Cosima: Diese Ausgabe ist bei Amazon zu haben
Es existiert eine ganze Reihe mit Brahms-Werken bei Naxos, die 4-händig gespielt werden. Eine Klavierversion der 2. Sinfonie würde mich schon mächtig interessieren.
Das 1. Brahms-Konzert wäre auch erhältlich:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9943470.jpg
Das klingt alles sehr interessant! Werde ich mir vormerken. :leb
Gruß, Cosima
Rachmaninov (14.08.2006, 20:02): Ebenfalss Transkriptionen von Werken Bach's findest Du auf der Aufnahme von E. Naoumoff, die klanglcih und interpretatorisch eine völlig andere Richtung einschlägt als z.B. die Demidenko Aufnahmen!
:D
Cosima (14.08.2006, 20:04): Original von Rachmaninov die klanglcih und interpretatorisch eine völlig andere Richtung einschlägt als z.B. die Demidenko Aufnahmen!
Inwiefern anders? Ich kenne ja die Demidenko-Aufnahmen nicht.
Gruß und Dank, Cosima
Jeremias (14.08.2006, 20:12): Es liegt zumindest für mich daran, dass die Bearbeitung an sich nicht so interessant ist. Ich habe das Konzert ja mal an 2 flügeln gespielt, das ist doch noch authentischer als 4-händig, da geht doch einiges verloren.
AcomA (14.08.2006, 22:52): liebe Cosima,
vielen dank für den transkriptions-thread. da die volodos-platte erwähnt wurde, stelle ich sie mal näher vor.
bizet-horowitz carmen-variationen
rachmaninov-volodos der morgen, melodie
liszt-horowitz ungarische rhapsodie nr.2
schubert-liszt 3 lieder
eimsky-korsakov-cziffra hummelflug
prokofiev drei stücke aus 'cinderella'
tschaikowsky-feinberg scherzo aus der 6. sinfonie
js bach-feinberg largo aus bwv 529
wa mozart-volodos rondo alla turca aus kv 330
arcadi volodos, piano
sony, DDD, aufn. 1996
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8121637.jpg
es handelt sich hierbei um die debüt-platte des russen arcadi-volodos. IMO kann sich kein klavierfreak diesen aufnahmen entziehen. überhaupt, man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die brillianten kabinettstückchen oder volodos' gesangskunst auf dem flügel.
zunächst zu den 'zirkusnummern'. ich möchte da drei piecen herausgreifen, horowitz' carmen-fantasie, cziffras bearbeitung des hummelfluges und volodos' eigene bearbeitung von mozarts berühmten 'türkischen marsch' aus seiner wunderbaren a-dur sonate. horowitz hatte seine bearbeitung ursprünglich nicht auf noten herausgegeben. volodos hat anhand der horowitzschen aufnahmen den notentext rekonstruiert ! ich finde, dass volodos im gegensatz zu horowitz hier einen gehörigen schuss eleganz und noblesse in die interpretation einbringt. der hummelflug kam cziffras fingerfertigkeit sehr entgegen, dieses 'surren und brummen'. auch hier stößt volodos nicht an seine spieltechnischen grenzen. möglicherweise fehlt jedoch der fanatismus eines cziffra, die eigenen physischen grenzen zu überwinden. volodos' eigene bearbeitung hat etwas geniales. nicht nur, dass er fingerakrobatik von feinstem verlangt, er schichtet die themen der verschiedenen rondo-abschnitte übereinander !
trotz alledem finde ich, dass volodos' eigentliche begabung im 'singen' liegt ! seine eltern sind sänger, er selbst hatte eine gesangliche grundausbildung absolviert und außerdem seine pianistische ausbildung bei dimitri bashkirov abgeschlossen. die liedbearbeitungen (schubert-liszt, rachmaninov-volodos), welche auch nicht gerade zum häufig gehörten repertoire gehören, werden mit sonorem ton und belcanto-phrasierung 'ausgekostet'. IMO gibt es derzeit nicht viele, die so singen können. meine lieblingsstücke auf dieser cd sind die drei aus den cinderella-sammlungen prokofiews. ich kenne keine darstellungen, die soviel charme und anmut verbreiten.
das großartigste an allem ist, dass ich mich (mit Jeremias zusammen) bei zwei live-auftritten von volodos' überragenden fähigkeiten überzeugen konnte !
gruß, siamak :engel
Rachmaninov (15.08.2006, 08:12): Original von Cosima Original von Rachmaninov die klanglcih und interpretatorisch eine völlig andere Richtung einschlägt als z.B. die Demidenko Aufnahmen!
Inwiefern anders? Ich kenne ja die Demidenko-Aufnahmen nicht.
Gruß und Dank, Cosima
Demidenko spielt jede Transkription anders. Die Tocata & Fuge z.B. mit "eisernem" Ascnhlag, der auf die Herkunft bzw. das original Instrument hinweist.
Bei den Transkriptionen Bach's Kantatenwerk spielt er gesanglich schön!
Cosima (15.08.2006, 17:17): Welcher der beiden Bach-Busoni-Aufnahmen Demidenkos würdest Du den Vorzug geben, Richard?
Gruß, Cosima
Rachmaninov (15.08.2006, 17:18): Original von Cosima Welcher der beiden Bach-Busoni-Aufnahmen Demidenkos würdest Du den Vorzug geben, Richard?
Gruß, Cosima
In einem Wimpernschlagfinale Teil I :)
Jimi (20.08.2006, 10:16): Original von AcomA
trotz alledem finde ich, dass volodos' eigentliche begabung im 'singen' liegt ! seine eltern sind sänger, er selbst hatte eine gesangliche grundausbildung absolviert und außerdem seine pianistische ausbildung bei dimitri bashkirov abgeschlossen. die liedbearbeitungen (schubert-liszt, rachmaninov-volodos), welche auch nicht gerade zum häufig gehörten repertoire gehören, werden mit sonorem ton und belcanto-phrasierung 'ausgekostet'. IMO gibt es derzeit nicht viele, die so singen können.
Hallo siamak,
wie du bin ich auch der Meinung, dass die lyrischen Qualitäten von Arkardi Volodos unterschätzt werden.
Eine weitere (Schubert-List) Liedbearbeitung sollte in diesem Zusammenhang noch unbedingt erwähnt werden: "Der Müller und der Bach" von dieser CD
IMO noch besser gelungen als die Liedbearbeitungen auf der erwähnten Debüt-CD. Vor allem wenn man den Text des Liedes mitliest klingt es so, als würde das Klavier “singen“.
Viele Grüße,
Jimi
Rachmaninov (25.08.2006, 14:06): mir ist gerade aufgefallen, daß ich die Aufnahme von Gerhard Oppitz noch gar nicht genannt habe.
Auf dieser doppel-CD spielt Oppitz Transcriptions & ariation von Bach-Werken.
:D
AcomA (07.09.2006, 11:48): lieber Sergejewitsch,
ich gebe hier mal eine ausführliche besprechung der oppitz-doppel-cd:
max reger variationen und fuge über ein thema von bach op. 81
franz liszt variationen über 'weinen, klagen, sorgen, zagen' präludium und fuge über b-a-c-h transkription von fantasie und fuge g-moll bwv 542
wilhelm kempff bach-transkriptionen (choräle)
ferruccio busoni transkription von toccata und fuge d-moll bwv 565 transkription von chaconne aus der violinpartita bwv 1004
gerhard oppitz, piano
hänssler classic, DDD, aufn. 2002
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1483714.jpg
eine aktuelle einspielung, die auch IMO in diesen thread gehört. gerhard oppitz befindet sich auf der höhe seines könnens und verwirklicht hier die deutsche romantische bach-tradition mit gewaltiger klavierkunst. was die extrem schweren regerschen variationen angeht, stelle ich diese interpretation sogar noch etwas über die exzellenten einspielungen von hamelin und schiff. oppitz verwirklicht hier am kompromisslosesten den orgel-sound. der virtuose zugriff ist bei allen werken sehr großzügig und weiträumig. da oppitz auch meisterschüler von kempff war, sind die kempffschen transkriptionen eine herzensangelegenheit. schlusspunkt dieses 'marathons' ist die berühmte bearbeitung busonis von der violin-chaconne. es gibt höchst virtuose einspielungen z.b. mit kissin, bolet (live) oder pletnev (live). aber ich finde die interpretation oppitz' am organischsten. er entwickelt das werk aus einem einzigen fluss heraus ! übrigens darf man schon sehr gespannt sein auf die demnächst ebenfalls bei hänssler erscheinende gesamteinspielung der beethoven-sonaten mit oppitz.
gruß, siamak :engel
Rachmaninov (12.09.2006, 20:41): Original von AcomA arcadi volodos, piano
sony, DDD, aufn. 1996
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8121637.jpg
es handelt sich hierbei um die debüt-platte des russen arcadi-volodos. IMO kann sich kein klavierfreak diesen aufnahmen entziehen. überhaupt, man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die brillianten kabinettstückchen oder volodos' gesangskunst auf dem flügel.
@Siamak,
ich kann mich Deine Lobpreisung eigentlich nur anschließen! Dieses farbige Spiel und diese dabei demonstrierte Leichtigkeit ist einfach fantastisch!
Die Scheibe macht einfach irre spaß :leb
nikolaus (12.09.2006, 21:14): Ich gebe zu, die Aufnahme von Volodos kenne ich nicht. Aber ich habe ihne mal live erlebt - ich kann die Begeisterung über ihn leider nicht teilen: sein Spiel hat mir gar nichts gesagt, es ist überhaupt nichts bei mir angekommen oder hängengeblieben.
:( Nikolaus.
AcomA (12.09.2006, 22:30): lieber Nikolaus,
ich habe volodos live mit schumanns kreisleriana erlebt. diese interpretation konnte sich sehr gut gegenüber den großen einspielungen behaupten. volodos ist kein 'nur-virtuose'.
gruß, siamak :)
nikolaus (12.09.2006, 23:00): Original von AcomA lieber Nikolaus,
ich habe volodos live mit schumanns kreisleriana erlebt. diese interpretation konnte sich sehr gut gegenüber den großen einspielungen behaupten. volodos ist kein 'nur-virtuose'.
gruß, siamak :)
Das will ich ja gar nicht bestreiten. Da ich Programmhefte sammle, konnte ich mal eben nachschauen, welches Konzert ich mit ihm erlebt habe: 2.5.2004 anlässlich des Beethovenfestes in Bonn: L.v.Beethoven: Sonate Nr. 12 As-Dur op. 26 Sonate Nr. 31 As-Dur op. 111 A. Skrjabin: Enigme op. 52/2 Guirlandes op. 73/1 Sonata Nr. 8 op. 66 F. Liszt: Sonetto 123 del Petrarca Consolation Nr. 6 E-Dur Il Penseroso C.Saint-Saens: Danse macabre op. 40 (bearbeitet von F.Liszt u. V.Horowitz)
Ich kann mich nur noch daran erinnern, daß ich das Gefühl hatte, daß er Beethoven als Pflichtprogramm sah, Skrjabin als Reminiszenz an seine Herkunft und erst mit Liszt und Saint-Saens zur Hochform auflief und erst dann das Publikum auf seiner Seite hatte. Aber wie gesagt, ich kann mich kaum noch erinnern.
Gruß, Nikolaus.
nikolaus (18.02.2007, 22:55): Ich will hier den Spieß mal umdrehen und über zwei Einspielungen von Transkriptionen von Klavierwerken für Streicher berichten:
1. Bachs Goldbergvariationen, transkribiert von Sitkovetsky für Streichtrio: Es handelt sich um die neue Einspielung von Mischa Maisky, Nobuko Imai und Julian Rachlin. Ich war zunächst sehr neugierig und dann beim Reinhören sehr irritiert. Nach den ersten beiden Variationen habe ich es aufgegeben. Das hat mir irgendwie gar nicht gefallen und ich bin mir nicht sicher, warum. Es fehlte mir etwas, ich fand es schlicht langweilig.
2. Sonaten von Scarlatti, transkribiert für Violine solo, gespielt von dem albanischen Geiger Tedi Papavrami. Da habe ich schon nach zwei Sonaten aufgegeben, das war noch schlimmer als die Goldbergvariationen. Es fehlten das Funkensprühen, die Leichtigkeit und der Witz, die ich bei den Aufnahmen mit Pogorelich und Sudbin so schätze. Die langsamen Sonaten mögen da noch eine gewisse Atmosphäre aufkommen lassen, aber der Rest...
Geht es jemandem ähnlich oder ganz anders? Kennt jemand die genannten Aufnahmen?
Nikolaus.
Gamaheh (21.02.2007, 23:50): Lieber Nikolaus,
ich kenne die Scarlatti-Transkriptionen von/mit Papavrami und höre sie sehr gerne - um ehrlich zu sein, sogar lieber als jedenfalls auf dem Cembalo! Ich finde sie sehr gelungen, und teilweise kann ich sie mir schon gar nicht mehr anders vorstellen.
Späte Grüße, Gamaheh
Gerion (22.02.2007, 09:48): Original von nikolaus Ich will hier den Spieß mal umdrehen und über zwei Einspielungen von Transkriptionen von Klavierwerken für Streicher berichten:
1. Bachs Goldbergvariationen, transkribiert von Sitkovetsky für Streichtrio: Es handelt sich um die neue Einspielung von Mischa Maisky, Nobuko Imai und Julian Rachlin. Ich war zunächst sehr neugierig und dann beim Reinhören sehr irritiert. Nach den ersten beiden Variationen habe ich es aufgegeben. Das hat mir irgendwie gar nicht gefallen und ich bin mir nicht sicher, warum. Es fehlte mir etwas, ich fand es schlicht langweilig.
Geht es jemandem ähnlich oder ganz anders? Kennt jemand die genannten Aufnahmen?
Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
beim Reinhören in die Maisky/Imai/Rachlin-Goldberg-Variationen ging es mir genauso. Vielleicht muss man sich intensiver damit auseinander setzen, um den Zugang zu finden?
Gruß Gerion
nikolaus (22.02.2007, 10:39): Liebe Gamaheh,
hat dir Papavramis Einspielung denn sofort gefallen, oder mußtest du dich erst daran gewöhnen. Gefällt sie dir auch besser als Einspielungen auf Klavier (Cembalo mag ich persönlich auch nicht gerne). Vielleicht war meine Erwartungshaltung ja falsch. Vielleicht muß ich die Aufnahme mal in Ruhe und komplett hören...
Gruß, Nikolaus.
nikolaus (22.02.2007, 10:41): Lieber Gerion,
da wirdt du sicher Recht haben. Vielleicht sollte man auch eine andere Einspielung "gegenhören". Es gibt z.B. eine relativ neue des Dresdner Streichtrios.
Gruß, Nikolaus.
satie (22.02.2007, 11:25): Original von nikolaus Ich will hier den Spieß mal umdrehen und über zwei Einspielungen von Transkriptionen von Klavierwerken für Streicher berichten:
1. Bachs Goldbergvariationen, transkribiert von Sitkovetsky für Streichtrio: Es handelt sich um die neue Einspielung von Mischa Maisky, Nobuko Imai und Julian Rachlin. Ich war zunächst sehr neugierig und dann beim Reinhören sehr irritiert. Nach den ersten beiden Variationen habe ich es aufgegeben. Das hat mir irgendwie gar nicht gefallen und ich bin mir nicht sicher, warum. Es fehlte mir etwas, ich fand es schlicht langweilig.
2. Sonaten von Scarlatti, transkribiert für Violine solo, gespielt von dem albanischen Geiger Tedi Papavrami. Da habe ich schon nach zwei Sonaten aufgegeben, das war noch schlimmer als die Goldbergvariationen. Es fehlten das Funkensprühen, die Leichtigkeit und der Witz, die ich bei den Aufnahmen mit Pogorelich und Sudbin so schätze. Die langsamen Sonaten mögen da noch eine gewisse Atmosphäre aufkommen lassen, aber der Rest...
Geht es jemandem ähnlich oder ganz anders? Kennt jemand die genannten Aufnahmen?
Nikolaus.
Bei beiden Fällen bin ich der Meinung, dass man nicht einmal hineinhören muss. Es sind dies klavierspezifische (Klavier im alten Sinn für "Tasteninstrument") Werke, denen man gar nichts geben kann durch eine solche Transkription. Wäre es eine Orchestrierung oder eine Bearbeitung, die das ganze um eine Ebene bereichern kann, indem sie eirgendwie transformierend wirkt, könnte das evtl. anders sein. Hier sei auch hingewiesen auf Mozarts Streichquartettfassungen einiger Fugen aus dem WTK. Die klingen zwar nicht schlecht, aber es ging im Grunde nur darum, die einzelnen Stimmen besser hörbar zu machen. Letztlich ist auch hier (meiner Meinung nach ohne jeden Zweifel) die Originalfassung zu bevorzugen.
Herzliche Grüße S A T I E
Gamaheh (01.03.2007, 13:56): Original von nikolaus Liebe Gamaheh,
hat dir Papavramis Einspielung denn sofort gefallen, oder mußtest du dich erst daran gewöhnen. Gefällt sie dir auch besser als Einspielungen auf Klavier (Cembalo mag ich persönlich auch nicht gerne). Vielleicht war meine Erwartungshaltung ja falsch. Vielleicht muß ich die Aufnahme mal in Ruhe und komplett hören...
Gruß, Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
mir haben sie gleich gefallen, vielleicht weil ich nicht übermäßig daran gewöhnt bin, sie überhaupt zu hören. Von denen, die ich kenne, mochte ich immer am liebsten die in A Kk 380, und die gefällt mir mit der Geige mindestens genauso gut. Gib ihnen man nochmal 'ne Chance!
Grüße, Gamaheh
nikolaus (26.05.2007, 22:51): Ich habe heute morgen im Radio zufällig eine Transkription von Beethovens 3. Sinfonie für Klavierquartett durch Ferdinand Ries gehört. Mir war überhaupt nicht bekannt, daß gerade Ries viele Beethoven-Werke transkribiert hat.
Ich fand es sehr interessant und auch gut gespielt. Kennt jemand vielleicht diese Aufnahme:
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3, op. 55 ("Eroica") Bearb. für Klavierquartett von Ferdinand Ries Klavierquartett Es-dur op. 16 Mozart Piano Quartet MDG/Codæx CD 643 1454-2; LC 06768
...und kann mehr darüber sagen?
Nikolaus.
Amadé (27.05.2007, 17:55): @ Nikolaus
Ich habe auch gestern Morgen die Sendung in WdR 3 gehört. Ich kannte die Bearbeitung bis dahin auch noch nicht, fand sie nicht schlecht. So lernten die Menschen damals, als es noch keine Platten gab, große, aber auch unbedeutende Werke, kennen. Die Verleger veröffentlichten lieber eine Klavierbearbeitung oder ein anderes Arrangement in kleiner Besetzung einer Sinfonie, das ließ sich wesentlich besser verkaufen als die Partitur derselben. Vor diesem Hintergrund entstanden unzähliche Bearbeitungen und Transkriptionen, die in der damaligen Zeit ihre Berechtigung hatten, heute eigentlich nur noch eine Informationsquelle bieten.
Der 1. Satz aus der Erioca fand ich soweit ganz gut, bis dann die Stelle kam, Höhepunkt der DUrchführung, wo das volle Orchester abwechselnd im 3er und 2er Takt spielt. Da konnten die Spieler Beethovens Willen nur sehr unzulänglich wiedergeben. Das KLavierquartett nach dem Klavierquitett Es-dur op.16 für KLavier und 4 Bläser ist übrigens eine Transkription aus Beethovens eigener Hand. Ich habe da eine alte LP mit Horszowski und MItgliedern des Budapester Streichquartetts. Die brandneue MDG-CD ist was für Liebhaber, die schon alles im Regal stehen haben.
Ferdinand Ries, Klavierschüler von Beethoven, komponierte viel Instrumentalmusik im Stil von Beethoven ( 6 Sinfonien, 9 KLavierkonzerte, 52 Klaviersonaten und auch Opern).
Gruß Amadé
Rachmaninov (04.10.2007, 20:20): Mir fällt gerade auf, daß ich noch gar nicht zu einer sehr schönen Transkription geschrieben habe.
Johannes Brahms, Ungarische Tänze, Buch 1, Transkription durch Moszkowski
nikolaus (04.10.2007, 22:44): Original von Rachmaninov Mir fällt gerade auf, daß ich noch gar nicht zu einer sehr schönen Transkription geschrieben habe.
Johannes Brahms, Ungarische Tänze, Buch 1, Transkription durch Moszkowski
Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645 Nun komm der Heiden Heiland BWV 659 Nun freut euch, liebe Christen BWV 734 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 639
Ich muss sagen, daß ich diese Interpretation vorzüglich fand.
Klare Führung der Stimmen, und, was mir hier wichtig ist, Bach's Werk mit einer gewissen Erhabenheit, die ich hier einfach höre und schätze...
Dieter (26.04.2008, 22:19): Als ich das erste Mal Volodos im Konzert erleben konnte, musste ich erst einmal innerlich lachen. Meinen Schülern bringe ich bei, sich einigermaßen gerade an das Klavier zu setzten. So wie ich es in der russischen Klavierschule gelernt habe, stützt der Körper die Finger. Volodos hatte einen Stuhl mit Rückenlehne mitgebracht und lehnte sich erst einmal gemütlich zurück als er begann Schubert zu spielen. Nun, vielleicht hatte er ja auch einfach nur Rückenschmerzen :-) Gruß Dieter
Amadé (27.04.2008, 00:08): Hallo Dieter,
ich kenne ein Foto von S. Richter aus Russland in den ersten Jahren seiner Karriere, da sitzt er auch auf einem Klavierstuhl mit Rückenlehne. Warum, entzieht sich meiner Kenntnis. Als ich das Bild zum erstenmal sah, fand ich es bemerkenswert, da es von der üblichen "Sitzweise" abwich. Ob es eine Kulturgeschichte des Klavierstuhls gibt?
Gruß Amadé
Zelenka (27.04.2008, 07:35): Original von Amadé Hallo Dieter,
ich kenne ein Foto von S. Richter aus Russland in den ersten Jahren seiner Karriere, da sitzt er auch auf einem Klavierstuhl mit Rückenlehne. Warum, entzieht sich meiner Kenntnis. Als ich das Bild zum erstenmal sah, fand ich es bemerkenswert, da es von der üblichen "Sitzweise" abwich. Ob es eine Kulturgeschichte des Klavierstuhls gibt?
Gruß Amadé
Berühmt ist natürlich Goulds Sitzgelegenheit mit Rückenlehne. Hier ist ein Interview mit seinem Klavierstuhl.
Gruß, Zelenka
Rachmaninov (28.05.2008, 18:54): heute morgen hörte ich nach längerer Zeit die Aufnahme von Lise de la Salle mit Bch / Busoni bzw. Liszt Transkriptionen.
Die Aufnahme besitze ich bereits eine geraume Zeit und hatte sie mit einem weniger positivem Eindruck im Gedächnis.
De Eindruck hat scih verstärkt. De la Salle schafft es weder etwas anderes als einen eintönigen Anschlag zu generieren, noch irgendwas an dieser Musik barock oder gar erhaben klingen zu lassen. Man hätte ihr mal erklären sollen WAS sie da eigentlich versucht zu spielen!
X(
satie (28.05.2008, 19:41): Original von Rachmaninov gestern hörte ich diese Aufnahme vom M. Perahia
Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645 Nun komm der Heiden Heiland BWV 659 Nun freut euch, liebe Christen BWV 734 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 639
Ich muss sagen, daß ich diese Interpretation vorzüglich fand.
Klare Führung der Stimmen, und, was mir hier wichtig ist, Bach's Werk mit einer gewissen Erhabenheit, die ich hier einfach höre und schätze...
Hm... das scheint ohnehin auch vom Konzept her ein gelungenes Album! Perahia hat auch wirklich einen guten Geschmack, das muss man ihm wirklich lassen.
satie (28.05.2008, 19:54): Original von Amadé Hallo Dieter,
ich kenne ein Foto von S. Richter aus Russland in den ersten Jahren seiner Karriere, da sitzt er auch auf einem Klavierstuhl mit Rückenlehne. Warum, entzieht sich meiner Kenntnis. Als ich das Bild zum erstenmal sah, fand ich es bemerkenswert, da es von der üblichen "Sitzweise" abwich. Ob es eine Kulturgeschichte des Klavierstuhls gibt?
Gruß Amadé
Der Klavierstuhl ist rein historisch gesehen zuerst einmal ein völlig normaler Stuhl oder eine andere Sitzgelegenheit, denn ein Clavichord (und das war über eine sehr lange Zeit das verbreitetste Hausinstrument mit Tasten, konnte man einfach auf den Tisch stellen. Interessant ist auch, dass die Klavierstühle niemals von den eigentlichen Klavierbauern/-baufirmen hergestellt wurden, wie ich in diesem Artikel erfahren konnte: https://protected.fatcow.com/player3/usedbench.html (Warum dieser Link eine sichere Verbindung sein soll, ist mir auch nicht klar...er geht jedenfalls auf...)
Leider konnte ich nichts darüber finden, wann spezielle Klavierstühle erstmals hergestellt wurden... Wäre also mal eine Untersuchung wert!
Herzlich, S A T I E
Rachmaninov (01.10.2008, 20:49): Bernd Glemser, der vor allem durch ein stark russisch geprägtes Portoflio von Aufnahmen bisher aufmerksam auf sich gemacht hat (Schostakowitsch, Rachmaninov, Skriabin, Prokofiev und Tchaikovsky) und ein wenig Schumann hat Ende des letzen Jahres eine Aufnahme mit Transkriptionen von Werken Johann Sebastian Bach vorgelegt.
Natürlich sind einige der obligartorsichen Bach / Busoni Transkriptionen enthalten, aber auch einiges weniger bekanntes Material.
Chaconne aus BWV 1004 (Busoni) Wachet auf ruft uns die Stimme BWV 645 (Busoni) Nun komm der Heiden Heiland BWV 659 (Busoni) Nun freut euch liebe Christen gmein BWV 134(Busoni) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 639 (Busoni) Präludium & Fuge BWV 532 (Busoni) Suite aus BWV 1006 (Rachmaninoff) Siciliano aus BWV 1031 (Kempff) Jesu bleibet meine Freude (Hess) Präludium & Fuge BWV 552 (Busoni)
Ich muss sagen, daß mir diese Einspielung durchaus gefällt. Warum? Nun, Glemser spielt teilweise ungewohnt kraftvoll, man höre hier exemplarisch die Chaconne, aber er verwag auch mit farbigen Spiel zu fesseln. Da entsteht eine gewisse Erhabenheit, die ich vor allem bei den Orgelchoralvorspielen so sehr mag. Dabei bleibt Glemser erfreulich fern jeglicher Schmalzigkeit, die diese Stücke durchaus bieten können, wenn man sie denn so interpretiert.
Aus meiner persönlichen Sicht eine sehr willkommende und lobenswerte Einspielung, die allerdings, wie öfters bei Oehms, klanglich nicht gänzlich überzeugt. Da legen andere Labels einfach ein anderes Niveau vor.
Sarastro (01.01.2009, 20:02): Hörenswert ist auch die Klavierfassung von Haydns 1786/1787 entstandener Passionsmusik „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. Bekannter als die Originalfassung für Orchester ist die von Haydn selbst kurz danach bearbeitete Version für Streichquartett (1796 erweiterte Haydn schließlich die Orchesterfassung zu einem Passionsoratorium, indem er Chor und Singstimmen hinzufügte). Wer die um dieselbe Zeit wie die Streichquartettfassung entstandene Transkription für Soloklavier angefertigt hat, ist unbekannt, Haydn selbst hat aber die Korrekturen dazu gelesen und diese Bearbeitung durch seine Einschätzung als „sehr gut“ und „mit besonderem Fleiß abgefaßt“ abgesegnet.
Die Klavierbearbeitung ist mir durch die Gesamteinspielung von Haydns Werken für Soloklavier von Ronald Brautigam bekannt (auf der 15. und letzten CD). Besonders eindrucksvoll – von Bearbeitung wie Interpretation her – finde ich den sechsten Satz.
Schöne Grüße, Sarastro
Rachmaninov (05.04.2009, 10:12): Eine recht gelungene Aufnahme mit Transkriptionen legt der Pianist Antti Siirala vor.
Die Aufnahme enthält Transkriptionen von Werken Schuberts durch Godowsky, Liszt, Busoni, Prokofiev. Darunter Transkriptionen von Liedern aus der Winterreise oder der LIndenbaum und Erlkönig. Highlight ist natürlich die Passacagalia von Godowsky basierend auf Schubert Unvollendeter Sinfonie, die ja derzeit hier Thema ist.
Antti Siirala zeigt, das Schubert's Kompositionen grundsätzlich Gesang snd, seien es seine Klavierwerke, seine Lieder, oder wie hier die Transkriptionen seiner Lieder oder anderer Werke. Das er gelegentlich für Pogorelich eingesprungen ist dürfte für seine Klasse sprechen. Hier zeigt er sich mit farbigem, gesanglichem Spiel, aber auch beherzt im Zugriff bei den Liszt Transkriptionen.
Eine doch sehr gelungene Einspielung und eine günstige Möglichkeit die Passacagalia zu erwerben!
Karsten (30.10.2010, 13:03): Um hier mal einen anderen Aspekt einfliessen zu lassen:
Denkt Ihr, dass es Werke von Komponisten gibt, die für eine Transkription eher ungeeignet sind? Und, wenn ja, warum? Oder mit anderen Worten, gibt es Eurer Auffassung nach Werke, die so eng an das jeweilige Instrument und dessen Spiel- und Klangeigenschaften gebunden sind, dass eine Transkription wenig Sinn macht? Stellt es möglicherweise ein "Qualitätsmerkmal" von Musik dar, dass diese "sinnvoll" transkribierbar ist?
Wooster (30.10.2010, 13:43): Original von Karsten Um hier mal einen anderen Aspekt einfliessen zu lassen:
Denkt Ihr, dass es Werke von Komponisten gibt, die für eine Transkription eher ungeeignet sind? Und, wenn ja, warum? Oder mit anderen Worten, gibt es Eurer Auffassung nach Werke, die so eng an das jeweilige Instrument und dessen Spiel- und Klangeigenschaften gebunden sind, dass eine Transkription wenig Sinn macht? Stellt es möglicherweise ein "Qualitätsmerkmal" von Musik dar, dass diese "sinnvoll" transkribierbar ist?
Stellt es möglicherweise ein "Qualitätsmerkmal" von Musik dar, dass diese nicht sinnvoll transkribierbar ist, weil nur dann der Komponist die klanglichen Möglichkeiten des/der jeweiligen Instruments/e optimal ausgenutzt hat? :W
Wooster
Sully (26.05.2011, 14:18): Hallo Cosima,
die von Dir gesuchte Einspielung gibt es.
Brahms - Piano Concerto No.1 for Piano 4 hands mit Tal & Groethuysen. zu finden bei http://www.cduniverse.com
Nicolas_Aine (26.05.2011, 18:13): Original von Wooster Original von Karsten Um hier mal einen anderen Aspekt einfliessen zu lassen:
Denkt Ihr, dass es Werke von Komponisten gibt, die für eine Transkription eher ungeeignet sind? Und, wenn ja, warum? Oder mit anderen Worten, gibt es Eurer Auffassung nach Werke, die so eng an das jeweilige Instrument und dessen Spiel- und Klangeigenschaften gebunden sind, dass eine Transkription wenig Sinn macht? Stellt es möglicherweise ein "Qualitätsmerkmal" von Musik dar, dass diese "sinnvoll" transkribierbar ist?
Stellt es möglicherweise ein "Qualitätsmerkmal" von Musik dar, dass diese nicht sinnvoll transkribierbar ist, weil nur dann der Komponist die klanglichen Möglichkeiten des/der jeweiligen Instruments/e optimal ausgenutzt hat? :W
Wooster
Würde ich nicht sagen, spontan fällt mir z.B. die Kunst der Fuge ein, die man mit allen möglichen Besetzungen gut spielen kann. Laut meinem ehemaligen Musiklehrer war es wohl bis in die Bachsche Zeit hinein nicht so wichtig, was für Instrumente gespielt haben.
Sigismund Thalberg (* 8. Januar 1812 in Pâquis bei Genf; † 27. April 1871 in Posillipo bei Neapel) war ein österreichischer Komponist und einer der prominentesten Klaviervirtuosen des 19. Jahrhunderts. http://de.wikipedia.org/wiki/Sigismund_Thalberg
Thalberg hat sehr viel transkribiert. Hier einige Beispiele, sie alle sehr hörenswert sind.
Ich hoffe zu diesem Thema einen kleinen Beitrag geliefert zu haben