Komponistinnen

Heike (28.01.2010, 18:15):
Komponistinnen ....
Nun ja, viele kenne ich nicht. Bei den Opern fällt mir nicht eine einizige ein.

Welche Frau haltet ihr für die bedeutendste Komponistin?
Welches von einer Frau geschriebene musikalische Werk würdet ihr herausheben, wenn ihr nur eines nennen solltet?

Heike
Cetay (inaktiv) (28.01.2010, 18:30):
Ich kann mich nur wiederholen und den Stammlesern wird es bald zu den Augen herausquellen, aber du hast ja gefragt: :)

Gloaria Coates (u.a. hier schon gewürdigt) mit ihrer Sinfonie Nr. 4.
Fairy Queen (28.01.2010, 19:14):
Für mich Clara Schumann und Pauline Viardot, Barbara Strozzi, Nadja und Lili Boulanger etc pp
Das ist ein weites Feld! Es gab auch in anderen Foren Threads dazu, die wir soweit wir das Copyright haben evtl auszugsweise hierherholen kônnten. Speziell zu Clara und Pauline habe ich sehr intensiv recherchiert und grosse Einführungen geschrieben.
Fanny Mendelssohn-Hensel und Johanna Kinkel wären auch zwei gute Beispiele für Frauenschicksale in der Musik. Und Alma Mahler nciht zu vergessen. Sie war nicht nur Muse und Sargnagel diverser Männer sondern auch Komponistin.
euphonia
Heike (28.01.2010, 19:20):
Es gab auch in anderen Foren Threads dazu, die wir soweit wir das Copyright haben evtl auszugsweise hierherholen kônnten. Speziell zu Clara und Pauline habe ich sehr intensiv recherchiert und grosse Einführungen geschrieben.
Mich würde das sehr interessieren, also falls du mal Zeit und Lust hast, würde ich mich freuen, mehr dazu zu lesen hier.
Heike
p.s. dann natürlich in den Damen gemäßen eigenen Threads!
EinTon (29.01.2010, 00:03):
Ich empfehle Rebecca Clarke, v. a. das "Poem" für Streichquartett und die Motette "He That Dwelleth In The Secret Place Of The Most High".

Desweiteren sei auf die mancherorts bekannte, angeblich von Carl Orff stammende Weihnachtsgeschichte verwiesen:

http://www.amazon.de/Weihnachtsgeschichte-Weihnachtslieder-T%C3%B6lzer-Knabenchor/dp/B000026H7J/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1264719638&sr=8-1

- sie stammt in Wirklichkeit von seiner Mitarbeiterin Gunild Keetman (Orff schrieb lediglich den Text).

Trotz von mir normalerweise nicht geliebter Terzenseligkeit ein sehr hübsches Stück! :wink
Fairy Queen (29.01.2010, 07:06):
Guten Morgen,
lieber Einton, Rebekka Clarke hat mich ebenfalls serh beeindruckt. Ich kenne bisher nur ein Klaviertrio von ihr und das ist wirklich toll geschrieben- mit Anklängen an Folk-Musik, wenn ich richtig erinnere.
Ich habe es mal zusammen mit dem Klaviertrio von Clara Schumann bei einem Salon-Konzert erlebt.
Wir haben im Moment hier am Conservatoire eine Konzertreihe mit Kammermusik laufen, in der Frauen besonders berücksichtigt werden. Am 7.2. gibt es Lili und Nadja Boulanger- ich bin schon sehr gespannt!

Liebe Hebre, wenn ich mit dem Schumann-Liederkreis 39 fertig bin, bietet sich erstmal Clara Schumann an, denn ihre Liedkompositionen stehen in ganz engem Zusammenhang mit Robert Schumann. Pauline Viardot ist ziemlich exotisch, die kommt dann später :wink
Guten Start in den Freitag
Euphonia
Agravain (29.01.2010, 08:04):
Nicht zu vergessen wäre sicherliche Sofia Gubaidulina.

:hello
Armin70 (29.01.2010, 08:53):
Erwähnen möchte ich auch die amerikanische Komponistin Amy Beach (1867 - 1944), die als erste amerikanische Komponisten eine Sinfonie (1896) schrieb und damit in eine Männerdomäne einbrach. Diese Sinfonie hat den Beinamen "Gälische" und sie ist ein großartiges spätromantisch geprägtes Werk und glänzend Instrumentiert. In diesem Werk finden sich Anklänge an europäische, insbesondere deutsche Komponisten aber solche Anklänge finden sich auch in anderen damaligen zeitgenössischen Werken ihrer männlichen Komponistenkollegen.



Amy Beach war ein musikalisches Wunderkind, denn sie begann bereits als Kind mit dem Komponieren und sie war des weiteren Mitglied in der Bostoner Komponistenvereinigung. Sie hatte auch die Fähigkeit, sich die Orchesterinstrumentation autodidaktisch beizubringen anhand Berlioz' Buch über die Instrumentationslehre.
Ihre "Gälische" Sinfonie wurde 1896 vom Boston Symphony Orchestra uraufgeführt und der Komponist George Whitesfield Chadwick sagte über sie: "She was one of our boys".

Amy Beach Werkkatalog umfasst neben ihrer Sinfonie noch 1 Klavierkonzert, 1 Messe sowie umfangreiche Kammermusikwerke und Lieder.

Es gibt einige empfehlenswerte Aufnahmen ihrer Werke. Hier ist nur eine kleine Auswahl:







Guß
Armin
uhlmann (29.01.2010, 09:59):
die bekannteste österreichische komponistin heute ist olga neuwirth, sie ist auch international höchst erfolgreich. wie ich gestern gelesen habe, wird sie heuer als jüngste preisträgerin überhaupt und als erste frau in der sparte musik mit dem österreichischen staatspreis ausgezeichnet (siehe artikel der standard).

umfangreiche informationen bietet ihre offizielle website.
Gamaheh (29.01.2010, 11:22):
Nicht zu vergessen die exzentrische und eigenwillige englische Komponistin Ethel Smyth, die in den 1880er Jahren in Leipzig studierte und dort u.a. mit Clara Schumann und Brahms bekannt wurde; ich habe sie hier schon mehrfach erwähnt.

Sie hat Musik aller möglichen Genres komponiert, u.a. Kammermusik, eine Messe und mehrere Opern (The Wreckers) geschrieben, die auch zu ihren Lebzeiten durchaus ernst genommen wurden; Bruno Walter z.B. bewunderte sie und führte gerne ihre Werke auf.

In letzter Zeit ist sie von den sog. "Gender Studies" wiederentdeckt worden, einerseits als prominente Suffragette, aber auch, weil sie ihre überbordende Begeisterungsfähigkeit nicht nur für die Musik oder Ideen einsetzte, sondern auch anscheinend ohne Unterschied Männern und Frauen zukommen ließ (zuletzt Virginia Woolf).

Ihre Memoiren (Impressions That Remained) sind sehr amüsant zu lesen; ich habe sie mal im "Lese gerade"-Faden erwähnt.

Beste Grüße,
Gamaheh
cellodil (29.01.2010, 11:52):
Original von Hebre
Es gab auch in anderen Foren Threads dazu, die wir soweit wir das Copyright haben evtl auszugsweise hierherholen kônnten. Speziell zu Clara und Pauline habe ich sehr intensiv recherchiert und grosse Einführungen geschrieben.
Mich würde das sehr interessieren, also falls du mal Zeit und Lust hast, würde ich mich freuen, mehr dazu zu lesen hier.
Heike
p.s. dann natürlich in den Damen gemäßen eigenen Threads!

Selbstverständlich hat man die Rechte an eigenen Texten. Allerdings nicht an den Beiträgen anderer Mitglieder. Insofern geht eine "Verlegung" ganzer Threads wohl kaum (sonst müsste jeder der Schreiber einzeln sein Einverständnis erklären). Aus dem Bauch raus finde ich das aber auf jeden Fall etwas befremdlich, einfach Texte von hier nach da zu verschieben.
EinTon (29.01.2010, 12:12):
Erwähnenswert wären auch die Rumäniendeutsche Adriana Hölszky (sie war die Lehrerin von Olga Neuwirth) und die - wie Gubaidulina - aus Rußland stammende Galina Ustwolskaja.
Heike (29.01.2010, 13:42):
Hallo,
Aus dem Bauch raus finde ich das aber auf jeden Fall etwas befremdlich, einfach Texte von hier nach da zu verschieben.
Ich hatte es so verstanden, dass sie ihre eigenen unfangreichen Einführungsbeiträge hier nochmal einstellen wollte.
Heike
Fairy Queen (29.01.2010, 13:57):
Liebe Hebre, das hatte ich auch so verstanden.
Liebe Sabine, ich fände 1:1 kopierte Threads auch etwas befremdlich.
Das Problem ist jedoch : wenn man einmal ein Thema durchgearbeitet und recherchiert hat, ist es serh schwierig und auch ein bisschen künstlich an den Haaren herbeigezogen dasselbe nochmal auf andere Weise zu schreiben. Mit dem Abstand von Monaten oder Jahren kann man die Sache zwar nochmal etwas bearbeiten und evtl verbessern, aber viel anders wird sie nciht.
Die Diskussion und der Thread wird aber in jedem Fall anders, weil ganz andere Leser und Diskutanten da sind
Dass ich bei solchen Themen-Neuauflagen nur meine eigenen Beiträge aus alten Threads nehme,versteht sich natürlich von selbst, Alles andere wäre nciht nur illegal sondern auch eine Frechheit den Autoren gegenüber. Und so gross ist die Klassikwelt im internet ganz offenbar auch nicht, als dass jemand hoffen könnte, das würde nciht auffallen.

Lieber Armin, Amy Beach ist in dem Kammermusikprogramm dieser Saison auch vertreten und ich hatte mich schon gefragt, wer das wohl ist. Danke für den schönen Beitrag! Bin gespannt auf ihre Musik.

Euphonia
cellodil (29.01.2010, 15:22):
Original von Euphonia
Das Problem ist jedoch : wenn man einmal ein Thema durchgearbeitet und recherchiert hat, ist es serh schwierig und auch ein bisschen künstlich an den Haaren herbeigezogen dasselbe nochmal auf andere Weise zu schreiben. Mit dem Abstand von Monaten oder Jahren kann man die Sache zwar nochmal etwas bearbeiten und evtl verbessern, aber viel anders wird sie nciht.

Liebe Euphonia,

das tut mir leid für Dich.

Liebe Grüße

Sabine
Sully (06.06.2011, 22:08):
Hallo,

ich möchte euche eine italienische Komponistin vorstellen.

Maddalena Laura Lombardini Sirmen (1745-1818, Italy)

Sie war Geigerin, Sängerin, Komponistin.

Ihre musikalische Ausbildung erhielt Maddalena Sirmen in ihrer Geburtsstadt Venedig, im Osepdale dei Mendicanti. Von hier aus reiste sie nachweislich dreimal nach Padua zum Geigenunterricht bei Giuseppe Tartini. Nach ihrer Heirat trat sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Geiger Lodovico Sirmen, in Faenza, Turin und Paris auf. Dreimal (1771, 1772, 1773) gastierte sie in London und wirkte als Sängerin auch in London, Dresden und St. Petersburg. Am Ende ihrer Karriere trat sie noch einmal wenig erfolgreich in Paris als Geigerin auf. Danach lebte sie zunächst in Ravenna, zuletzt – ab 1798 – in Venedig.
.
Ich habe von ihr das Album mit 6 Violin Konzerten - für mich empfehlenswert.
Sully (06.06.2011, 22:44):
..... und noch eine weibliche Komponistin.

Wang Qiang wurde 1935 geboren.

Wang Qiang begann 1955 im Shanghai Conservatory of Music Komosition zu studieren. Sie war drei Jahre am Shanghai Conservatory. Sie gewann 1959 ihren ersten Preis: Den ''World Youth Music Composition Competition'' mit einem Chor Stück "River of Fortune".Ihren Abschluss machte sie 1960 mit Auszeichnung. Sie wurde Fakultät ''Composition Department'' gewählt. Sie alshatte dort eine Professur bis 1991, Sie zog dann nach Hongkong. Wang Qiang wurde bewundert für das breite Spektrum an musikalischen Kompositionen für klassische Musik, Film, Fernsehen, Operetten und Tanzdramen. Ihre Kompositionen empfand man als stark, einzigartig, neu und mit tiefen Emotionen.. Ihr Name wurde in das Dictionary of the World’s Greatest Female Composers aufgenommen.. 1994 wurde sie in das ''New Grove Dictionary of Women Composers'' nominiert.
http://chinesewomancomposers.org/1.html

Ich habe von ihr:
Wang Qiang (*1935) - Cello Concerto, ''Ga Da Mei Lin'' (26 min.)
Timothy Landauer Cello; Hong Kong Sinfonietta, cond. Tsung Yeh
Aufgenommen 2003.

Es ist auf der CD: ''Legend of the Deer's Turn-About''
Die anderen drei Stücke sind wunderschöne Violinkonzerte.
Zu finden hier: http://www.hksinfonietta.org/eng/about_discography.aspx



Herzliche Grüsse Sully
Severina (06.06.2011, 22:55):
Sie gehört sicher nicht zu den Großen, aber da es nicht allzu viele komponierende Frauen gibt, möchte ich Euch Fanny Hünerwadel (Sie heißt tatsächlich so :D ) vorstellen.

Fanny Hünerwadel wurde am 26. Jänner 1826 in Leipzig geboren. Ihre Eltern waren beide Musikliebhaber und von ihrer Mutter dürfte Fanny auch den ersten Unterricht in Klavier und Gesang bekommen haben. Später ermöglichte ihr ein reicher Onkel, der Bankier Johann Jakob Speerli, eine fundierte musikalische Ausbildung. So studierte sie in Zürich beim Pianisten und Komponisten Alexander Müller, der ihr auch Konzertauftritte verschaffte, bei denen die "vorzügliche Clavierspielerin und mit einer sehr schönen Stimme begabte Sängerin" gelobt wurde.
Fanny Hünerwadel verkehrte bald mit im In- und Ausland renommierten Musikern und animierte sie zu einem "Musikalischen Album", d.h. eine Sammlung von Albumblättern mit ihr gewidmeten Kompositionen. Auch Franz Liszt und Richard Wagner stellten sich mit einer kleinen musikalischen Gabe ein.
Eine Bildungsreise nach Italien sollte Fannys künstlerischen Horizont erweitern, doch erkrankte sie in Rom an Typhus und starb am 24. April 1854 mit nur 28 Jahren.

Von der Komponistin Fanny Hünerwadel sind leider nur 7 Lieder für Gesang und Klavier und einige Klavierstücke auf uns gekommen. Zusammen mit einigen Piecen aus dem "Musikalischen Album" wurden sie 2005 auf einer CD (Guild GmbH) veröffentlicht.

lg Severina :hello