das Haydn-Jahr 2009 wirft schon seine ersten Schatten voraus...
Ich habe bislang beim Herumstöbern noch keine Haydn-Biographie gefunden, die mich wirklich angesprochen hätte oder die ich gerne lesen wollte.
Könntet Ihr da was empfehlen? Darf gerne gut geschrieben und kurzweilig sein ( :D )
Danke und liebe Grüße
Sabine (mit etwas geaschtem Haupt ob der unregelmäßigen Besuche hier)
satie (09.08.2008, 20:03): Liebe Sabine, ich habe die Biographie von Karl Geiringer, der zwar einen etwas trockenen Stil pflegt (das Buch ist vor seiner Emigration in die USA entstanden, später hätte er es vielleicht noch etwas süffiger hingekriegt). Seine Haydn-Biographie ist bei Piper-Schott herausgekommen, ich habe sie vor ein paar Jahren mit Genuss schier an einem Stück durchgelesen, weil sie sich lustigerweise mit meinem Haydn-Bild ziemlich deckte. Natürlich ist der Forschungsstand seit 1959 sicherlich wieder ein anderer, daher würde ich meine Empfehlung insofern einschränken, dass zumindest eine weitere, ganz neue gelesen werden sollte. So wusste Geiringer etwa noch nicht, dass die Nationalhymne auf einem slowenischen Volkslied mit haargenau demselben Anfang basiert. Bescheid wusste er aber immerhin, was die gefälschten Quartette Op. 3 betrifft, also wie immer ist vieles gut und manches eben noch nicht vorgedrungen, daher ist es immer besser, wenn man zwei Biographien aus unterschiedlichen Zeiten liest. Gut wie immer ist der Band der "Musik-Konzepte", der sich Haydn widmet, aber er ist auch mitunter wirklich was für Musiker, manchmal vielleicht zu kompliziert. Es gibt da eine tolle Analyse der Beschreibung des Chaos aus der Schöpfung. Mehr besitze ich nicht (außer natürlich den MGG, der natürlich auch sehr viele Informationen bereithält, und einige andere Nachschlagewerke).
Herzlich, S A T I E
Amadé (09.08.2008, 21:57): Liebe Sabine,
sehr angetan war/bin ich von dem inzwischen auch nicht mehr allerneuesten Buch von H.C.Robbins Landon Joseph Haydn - Sein Leben in Bildern und Dokumenten. Die deutsche Ausgabe erschien 1981, die englische Original-Ausgabe berteits 5 Jahre früher, d.h., neueste Forschungsergebnisse sind noch nicht eingearbeitet. Die deutsche Ausgabe scheint mittlerweile vergriffen zu sein, die englische :down wird für mehr als 70 € :down angeboten. Veilleicht kannst Du eine antiquarische Ausgabe ergattern.
So schnell hatte ich gar nicht mit einer Antwort gerechnet.
Also erst einmal: :thanks oder (für die Schweizer...) merci vielmals!
Ich hatte mich vielleicht missverständlich ausgedrückt: Ich suche nicht die one and only Haydn-Biografie, sondern hatte schon vor mich von verschiedenen Seiten zu nähern (dann bleibt im fortgeschrittenen Alter - kicher! - auch eher mal was hängen).
Ich werde mir auf jeden Fall Eure Tipps mal anschauen.
Und vermutlich wird im Herbst ja auch einiges erscheinen...
Herzliche Grüße
Sabine
Wooster (16.08.2008, 19:43): Ludwig Finscher: Haydn und seine Zeit, Laaber Verlag 2000
Leider ziemlich teuer, vielleicht erstmal in der UB oder so anschauen.
Alles, was Robbins-Landon, der Haydn-Papst schlechthin, veröffentlicht hat, ist sicher lohnend. Die mehrbändige Chronik wird man sich aber auch eher nicht anschaffen wollen. Kompakt und halbwegs brauchbar habe ich noch die bei Metzler 1994 erschienene Auskopplung des New Grove Artikels von Larsen/Feder (bei Amazon Marketplace gibt es das, aber ohne Bild).
Zu den Werken: Hier ist Feders Büchlein zu den Quartetten sehr gut, ebenso wie die von Finscher verfaßten Abschnitte in neueren Auflagen des Reclam-Kammermusikführers (auch die Trios sind dort halbwegs angemessen behandelt). Außerdem natürlich Rosen, Der Klassische Stil, aber dort gibt es kaum komplette ausführliche Besprechungen und es kann ein bißchen technisch werden.
Das Buch zu den Sinfonien von Walter aus der Beck'schen Reihe hat mich weniger begeistert, aber direkt schlecht ist es auch nicht. Auch die mir bekannten Konzertführer versagen spätestens jenseits der bekanntesten Stücke. Am besten ist noch der von Konold herausgegebene. Lohnend (wieder Fernleihe) sind die in drei Paperbacks erschienenen Manuskripte zu einer Sendereihe des SWF aus den 1980ern von Walter Lessing.
viele Grüße
Wooster
Rachmaninov (17.08.2008, 10:45): @Wooster,
willkommen im Forum.
:hello
cellodil (17.08.2008, 11:27): Lieber Wooster,
vielen Dank für die Mühe und die vielen Hinweise!
Original von Wooster Alles, was Robbins-Landon, der Haydn-Papst schlechthin, veröffentlicht hat, ist sicher lohnend. Die mehrbändige Chronik wird man sich aber auch eher nicht anschaffen wollen.
... vorerst auf jeden Fall nicht...
Original von Wooster Kompakt und halbwegs brauchbar habe ich noch die bei Metzler 1994 erschienene Auskopplung des New Grove Artikels von Larsen/Feder (bei Amazon Marketplace gibt es das, aber ohne Bild).
Danke, das halte ich für eine gute Idee (die "Beethoven-Auskoppelung" fand ich ganz gut).
Das Streichquartett-Buch hatte ich kürzlich in Händen. Ich denke, das ist ganz gut. Allerdings suche ich im Moment etwas vorwiegend Biographisches.
Noch einmal :thanks und liebe Grüße
Sabine
cellodil (17.08.2008, 11:29): P.S. Selbstverständlich auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum, lieber Wooster.... :hello
Tranquillo (17.08.2008, 12:34): Original von cellodil Allerdings suche ich im Moment etwas vorwiegend Biographisches. Haydn gehört für mich zu denjenigen Komponisten, deren Werk weitaus interessanter ist als deren Leben - das erklärt vielleicht bei Haydn den Mangel an "vorwiegend Biografischem". Sein Leben scheint unspektakulär und in relativ geordneten Bahnen verlaufen zu sein. Fast 30 Jahre lang (von 1761 bis 1790) beim gleichen Brötchengeber angestellt und 40 Jahre (1760 bis 1800) mit der gleichen Frau verheiratet, Tod im hohen Alter - das bietet wenig Stoff für reine Biografien (oder gar populärbiografische Spekulationen wie bei Mozart).
Das Interessanteste an Haydns Leben ist für mich seine Alterskarriere (wenn ich das mal so nennen darf). Nach der Auflösung der Esterhazyschen Hofkapelle (1790) hätte er sich eigentlich mit der vom Fürsten zugesicherten Rente zur Ruhe setzen können, aber genau das tat er nicht. Warum eigentlich? In den folgenden Jahren (bis etwa 1804) entstehen viele seiner bedeutendsten Werke, und er feiert als Komponist grosse Erfolge. Über diesen Zeitraum würde ich gern mehr als historische Fakten erfahren...
Viele Grüsse Andreas
satie (17.08.2008, 13:43): Na ja, immerhin wäre Haydn als Junge beinahe kastriert worden und er hatte eine Frau, die seine Partituren zum Einwickeln von Fisch benutzt hat. Sicherlich nicht genug, um einen Hollywood-Schinken a la Amadeus draus zu machen, aber mir gefällt genau das an Haydn: man kann bei ihm kaum oder nur sehr begrenzt Mythen bilden. Wie interessant allerdings das Leben Mozarts im Vergleich war, kann ich nicht beurteilen. Mir scheint, dass vieles romantisiert wird, wenn es um die Biographien von Künstlern geht. Die haben aber doch auch vorwiegend geschlafen, gegessen und sind auf die Toilette gegangen, hatten Schnupfen und weiß nicht was sonst noch langweiliges. Aber es ist schon typisch, dass so etwas weniger interessiert als ungeklärte Todesursachen, leidvolles Sterben, vor allem frühes, wilde Frauengeschichten etc. (das ist jetzt übrigens kein Angriff auf Tranquillo, sondern eine allgemeine Beobachtung). Interessieren kann einen ja auch die musikalische Biographie, die meiner Ansicht nach viel interessanter ist als die Frage, ob der Komponist nun ständig die Wohnung oder den Arbeitgeber wechselte, jeden Abend eine andere Frau im Bett hatte, an einer Syphilis oder am Wahnsinn gestorben ist. Aber nun gut, worauf ich hinaus will: die gute Biographie über einen Komponisten ist die, welche das Werk in Bezug zum Leben setzt, also die Lebenslinie ebenso aufzeigt wie die künstlerische Entwicklung. Das ist meiner Ansicht nach bei jedem Komponisten interessant, auch wenn er größtenteils in seiner Berghütte saß und einfach irgendwann eingeschlafen ist. Ansonsten biete ich mich gerne an, eine blutrünstige Story draus zu machen aus dem langweiligen Haydn! So mit Gangstern, durchtriebenen Ludern und viel viel Blut. :D
Herzlich, S A T I E
cellodil (17.08.2008, 15:45): Original von Satie Interessieren kann einen ja auch die musikalische Biographie, die meiner Ansicht nach viel interessanter ist als die Frage, ob der Komponist nun ständig die Wohnung oder den Arbeitgeber wechselte, jeden Abend eine andere Frau im Bett hatte, an einer Syphilis oder am Wahnsinn gestorben ist.Aber nun gut, worauf ich hinaus will: die gute Biographie über einen Komponisten ist die, welche das Werk in Bezug zum Leben setzt, also die Lebenslinie ebenso aufzeigt wie die künstlerische Entwicklung. Das ist meiner Ansicht nach bei jedem Komponisten interessant, auch wenn er größtenteils in seiner Berghütte saß und einfach irgendwann eingeschlafen ist.
Das wäre wahrscheinlich, falls der Alm-Komponist kein passionierter Tagebuchschreiber war (und auch Selbstzeugnissen ist ja durchaus zu misstrauen) wahrscheinlich nur unzulänglich dokumentiert und deshalb ein schwieriges Unterfangen...
Ansonsten kann ich Dir und Deinen klugen Worten - wie fast immer - nur zustimmen!
Original von Satie Ansonsten biete ich mich gerne an, eine blutrünstige Story draus zu machen aus dem langweiligen Haydn! So mit Gangstern, durchtriebenen Ludern und viel viel Blut. :D
... und vielleicht noch die finale Enthüllung, dass Josephchen in Wirklichkeit ein verirrter Alien war??? Oder doch kastriert? Oder das Ehedrama und die Antwort auf die Frage, wieso Haydn schon bei Erwähnung von "Fisch" komplett durchdrehte? Vielleicht hat er am Ende die Gattin ja auch mit einem Fisch erschlagen? Oder ersäuft? Oder er hat in Wirklichkeit nur komponiert, damit die Geliebte was Hübsches hatte, womit sie ihren Fisch verpacken konnte? Oder....
... und dann auf jeden Fall der Anruf aus Hollywood!
Wen nehmen wir für die Hauptrolle? George Clooney?
Herzlichst
Sabine
satie (17.08.2008, 16:07): Ich bin da eher für Ben Kingsley oder Jack Nicholson. Früher hätte man ihn zweifelsohne mit Josef (Joseph?) Meinrad besetzt, der hätte das alte Papa Haydn Cliché perfekt bedient (man kennt ihn unter anderem aus den Sissi-Filmen). Man könnte es natürlich auch gleich ordentlich machen und "The Rock" nehmen, ihr wisst schon "Joseph Rambo - Part 1, The Beginning". Hach ja, Produzenten müsste man kennen...
cellodil (17.08.2008, 16:43): Eigentlich ist das ja ein europäischer Stoff... Meinrad ist ja schon tot und deshalb eher nicht besetzungstauglich... Aber, wenn wir bedenken, dass Uwe Ochsenknecht schon als Beethoven zu sehen war, dann wäre vielleicht Ulrich Tukur nicht schlecht. Obwohl, dann wäre Haydn wahrscheinlich eher der Vater der Serienkiller als der des Streichquartetts... Vielleicht Bruno Ganz? Oder Ben Becker? Oder doch lieber Grölemeyer? Oder Campino?
Andererseits die internationale Vermarktung... Doch lieber ein Blick in Richtung Hollywood oder New York. Mit Jack Nicholson könnte ich gut leben.
Hm... ich glaube, wir müssen trotzdem erst mal beim Plot anfangen und dann besetzen (obwohl die Serienkiller-Nummer böte ja schon mal einen Entwicklungsansatz und zu Jack Nicholson könnte das auch passen, vielleicht noch ein leicht-komödiantischer Touch... und dann irgend etwas mit Fisch vielleicht)
Herzlichst
Sabine
Tranquillo (17.08.2008, 17:06): Original von Satie wilde Frauengeschichten etc. (das ist jetzt übrigens kein Angriff auf Tranquillo, sondern eine allgemeine Beobachtung) Wieso Angriff? Ich habe keine wilden Frauengeschichten :D
Aber mal Spass beiseite: 40 Jahre mit einer Frau verheiratet zu sein, der Musik offenbar nichts bedeutete, ist schon eine stolze Leistung - ich hätte das wahrscheinlich nicht durchgehalten. Wie hat er das geschafft?
Was die Besetzungsfrage angeht: Meinrad wäre allein schon wegen seiner Nase ideal für die Rolle geeignet gewesen, aber bei den noch unter uns weilenden Schauspielern will mir jetzt spontan keiner einfallen...
Viele Grüsse Andreas
EDIT: Ben Kingsley wäre in Ordnung, aber Nicholson halte ich für eine Fehlbesetzung. Wie wäre es übrigens mit Danny de Vito als Michael Haydn?
cellodil (17.08.2008, 17:39): Original von Tranquillo Was die Besetzungsfrage angeht: Meinrad wäre allein schon wegen seiner Nase ideal für die Rolle geeignet gewesen, aber bei den noch unter uns weilenden Schauspielern will mir jetzt spontan keiner einfallen...
... wenn's denn nach der Nase gehen soll... Richy Müller zum Beispiel (heute übrigens wieder als Kommissar in Spätzle-City zu sehen) oder Gerard D...
... und ansonsten wird's die Maske schon richten...
Original von Tranquillo Wie wäre es übrigens mit Danny de Vito als Michael Haydn?
Super Idee... Dann aber doch vielleicht gleich noch unseren Austro-Kalifornier Arnie S. als Josephle? Obwohl, die Haydns waren ja keine Zwillinge, so weit ich weiß...
Herzliche Grüße
Sabine
Tranquillo (17.08.2008, 17:45): Original von cellodil ... wenn's denn nach der Nase gehen soll... Richy Müller zum Beispiel (heute übrigens wieder als Kommissar in Spätzle-City zu sehen) oder Gerard D... Letzterer ist wegen seiner barocken Leibesfülle nicht geeignet - ausserdem hatte er schon im Film "Die siebente Saite" eine Hauptrolle als Musiker (und benötigte dort eine Treppe, um aufs Pferd zu kommen).
Viele Grüsse Andreas
cellodil (17.08.2008, 17:51): Original von Tranquillo Original von cellodil ... Gerard D... Letzterer ist wegen seiner barocken Leibesfülle nicht geeignet - ausserdem hatte er schon im Film "Die siebente Saite" eine Hauptrolle als Musiker (und benötigte dort eine Treppe, um aufs Pferd zu kommen).
... dafür war er in Green Card am Flügel hinreißend komisch... Und als abgetakelter Schnulzensänger in Chanson d'amour (ich glaube, bin mir aber doch nicht ganz sicher, dass das der Titel war) fand ich ihn einfach wunderbar.
Aber ich räume ein, dass er im Fall H. doch eher eine Fehlbesetzung wäre...
Herzliche Grüße
Sabine
Sarastro (02.09.2008, 22:03): Das oben von Wooster genannte schöne Haydn-Buch von Finscher kann ich jedem Interessierten sehr empfehlen, ich lese immer wieder gern darin. Für das Verständnis von Haydns Werk ist es sehr hilfreich. Was die Wissenschaftiche Reihe des Beck-Verlags betrifft, ziehe ich mit Wooster das Bändchen über die Streichquartette denen über die Symphonien vor. Das liegt auch darin begründet, daß jenes Notenbeispiele bietet, dieses aber nicht. Bei Amazon ist übrigens folgendes Buch angekündigt, das demnächst erscheinen soll: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51LK5J83gjL._SS500_.jpg
Als Haydnfreund werde ich´s mir wohl zulegen müssen ...
Gern gelesen habe ich diese beiden mit viel Anteilnahme geschriebenen Biographien (mit vielen Notenbeispielen): Heinrich Eduard Jacob, Haydn, Seine Kunst, seine Zeit, sein Ruhm, zuerst erschienen Hamburg 1952 (mit einem Vorwort von Thomas Mann) Leopold Nowak, Joseph Haydn. Leben und musikalische Schöpferkraft, Wien 1959. Diese beiden Bücher Werke mögen nicht mehr in allem auf der Höhe der Forschung stehen (so hält z.B. Nowak S. 137 das Streichquartett op. 3 Nr. 5 mit seinem, wie er das bekannte Andante nennt, "Götter-Satz", noch für ein Werk Haydns, während man sie heute dem Mönch Roman Hofstetter zuschreibt), aber sie sind auf jeden Fall auch in sprachlicher Hinsicht sehr lesenswert und dazu angetan, dem Leser Mensch und Werk näherzubringen.
Gefallen hat mir auch das Büchlein von Wolfgang Marggraf, Joseph Haydn, Leipzig 1990, das mit gängigen Klischees vom verzopften "Papa Haydn" aufräumt. Diese Werke gibt es sicher noch antiquarisch bei ZVAB.
Nur mit Vorbehalt empfehlen kann ich die rororo-Biographie von Pierre Barbaud, Haydn, 1960 (und spätere Auflagen). Die Beurteilung der Symphonien ist m.E. in mehrfacher Hinsicht zu schief geraten; außerdem hat er die von ihm sehr geringgeschätze Symphonie Nr. 87 auch noch mit Nr. 82 durcheinandergebracht (wie das Notenbeispiel S. 123 dem Kenner zeigt) ...
Nur nebenbei: Haydns Leben habe ich nie als "langweilig" empfunden. Ich mag den Menschen wie das Werk.
Schöne Grüße, Sarastro
cellodil (03.09.2008, 13:25): Lieber Sarastro,
Danke für die vielen Hinweise. Ich denke, dass ich mir die Neuerscheinung von Peter Wehle auf jeden Fall mal anschauen werde. Und auch das ...
Gefallen hat mir auch das Büchlein von Wolfgang Marggraf, Joseph Haydn, Leipzig 1990, das mit gängigen Klischees vom verzopften "Papa Haydn" aufräumt. Diese Werke gibt es sicher noch antiquarisch bei ZVAB
... klingt ganz interessant.
:thanks und liebe Grüße
Sabine
Sarastro (09.09.2008, 23:16): Liebe Sabine und alle, die´s interessiert, ich hatte leider etwas sehr Wichtiges vergessen (das Büchlein hatte sich bei mir im Regal versteckt, so daß ich einfach nicht daran dachte): Georg August Griesinger, Biographische Notizen über Joseph Haydn.
Es gibt hiervon mehrere Ausgaben (über ZVAB teilweise immer noch recht günstig zu bekommen!); ich habe die des Reclam-Verlags, Leipzig 1975. Der sächsische Diplomat G. A. Griesinger stand seit 1799 mit Haydn in Kontakt und überliefert viele Erinnerungen und Äußerungen Haydns sowie seine - Griesingers - eigenen Beobachtungen und Eindrücke. Wenngleich natürlich im Rückblick des Alters - Haydn war 1799 ja schon 67 Jahre alt - manches verklärend und "objektiv" ungenau gesehen worden sein mag, so ist diese ca. 70 Seiten umfassende kleine Schrift ein überaus wertvolles Dokument. Viele Zitate, die man in Biographien immer wieder lesen kann, sind dieser Quelle entnommen! Ich habe kürzlich, angeregt durch diesen Faden, wieder mal darin gelesen und war erneut sehr berührt ...
Herzliche Grüße, Sarastro
cellodil (16.09.2008, 22:49): Lieber Sarastro,
sorry, Deine Antwort war mir in den letzten Tagen ganz entgangen... Erst mal: :thanks .
Das klingt - schon alleine wegen des persönlichen Zugangs - doch sehr gut. Und objektiv sind Biografien oder Autobiografien oder biografische Aufzeichnungen - jedenfalls in meinen Augen - ohnehin nie so ganz. Können sie nicht sein und sollen sie auch nicht sein. Deshalb finde ich es immer erhellend, sich von verschiedenen Seiten anzunähern. Und da scheint mir Georg August Griesingers Buch doch eine wundervolle Ergänzung.
Liebe Grüße
Sabine
cellodil (20.10.2008, 13:47): Fiel mir heute zufällig in die Hände:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51DX8diMYBL._SS500_.jpg Peter Wehle Haydn, Haydn über alles: Ein Lesebuch zum Nachschlagen 221 Seiten Verlag: Kremayr & Scheriau; Auflage: 1 (September 2008) ISBN-10: 3218007887 ISBN-13: 978-3218007887
... hat mich beim Querbeet-Reinlesen spontan angesprochen, klingt nach Lesespaß mit gewissem Informationsgehalt. Schien mir in Anbetracht meiner momentan etwas abgeschlafften Geistesverfassung zu meinen Privatlektürezeiten ein guter Einstieg...
Werde davon berichten, wenn ich es gelesen haben werde.
Ein Buch, das die Welt ganz bestimmt nicht braucht.
Siehe auch hier.
Liebe Grüße
Sabine
Tranquillo (08.12.2008, 20:26): Original von cellodil Habe Wehles Haydn-Buch inzwischen gelesen: Enttäuschend...
Ludwig Finschers Haydn-Biografie, die mich sehr interessieren würde, ist leider nur noch antiquarisch erhältlich. Aber vielleicht hat der Verlag ein Einsehen und bringt zum Haydn-Jahr eine Wiederveröffentlichung heraus.
Viele Grüsse Andreas
Sarastro (08.12.2008, 20:51): Lieber Tranquillo, es gibt noch (Rest?-)Exemplare der Auflage, z.B. hier. Billiger ist das Buch leider nicht geworden, soviel hat es vor einigen Jahren, als ich es erworben hatte, auch schon gekostet. Aber die Anschaffung lohnt sich wirklich, es ist eine ausgezeichnete, tiefdringende und dabei gut lesbare Arbeit (auch mit Notenbeispielen)!