Life in Hamburg: CLEOPATRA

Engelbert (03.10.2006, 19:42):
In Hamburg kommt eine so gut wie nie gespielte Barockoper konzertant zur Aufführung.

Komponist: Johann Mattheson (1681-1764)
Titel der Oper: Cleopatra
Vollständiger Titel: Die betrogene Liebe oder die unglückselige Cleopatra
Komponiert 1904

Inhalt: Die Liebe zwischen Marcus Antonius und Cleopatra VII, Octavian als Störenfried. Ausgewalzter Suizid durch Schlangenbiss.

Ich erzähle Euch hinterher wie es war.

Aufführungsdatum: 10.10.2006, 18 Uhr und 11.10.2006 auch 18.00
Aufführungsort: Bucerius-Haus, Rathausmarkt 2 20095 Hamburg.
(Leicht zu finden, direkt neben dem Rathaus bei der Brücke)
Karten zu 25,00 Euro pus 2,50 Vorverkaufsgebühr. Studenten 20,00 Euro, Öffnung der Kasse täglich von 11-19.00 Uhr

Der Veranstalter heißt Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, 20095 HH.
Also bitte nicht zur Staatsoper laufen. Das Haus hat nur 200 Plätze. Deshalb möglichst den Vorverkauf in Anspruch nehmen.

:J

Empfehlen würde ich die Oper schon. Ich denke, es klingt alles wie Telemann. Die Sänger sind kaum prominent, was nicht ausschließt, dass sie hervorragend sein können.

Gruß
Engelbert
:engel
Engelbert (11.10.2006, 17:04):
Liebe Forianer,

Gestern war nun mein Opernabend. Er ging von 18,00 bis 21,30 Uhr. Es ist fast so gelaufen, wie ich es erwartet hatte. Die Atmosphäre war sehr angenehm. Die 200 Sitzplätze waren alle belegt. Die Akustik vorzüglich. Das Ambiente stimmte. Der Rotwein war exzelent.

Ein kostenloses dickes Programmheft mit komplettem deutschen Libretto lag iauf meinem Sitzstuhl. Die Sänger gaben ihr bestes. Hervorragend der Bass und der Bassbuffo. Vorzüglich die beiden Countertenöre. Die Damenstimmen waren nicht so hochkärtig, wie ich es gern gehabt hätte. Die Stimme der Cleopatra wirkte in der Höhe auf mich wie ein Peitschenknall. Teilweise wurde bei den Herren textdeutlich deklamiert.Der chor trat nur kurz dreimal in Erscheinung. Es wurde auf Original-Intrumenten musisiert.

Wichtig vor allem, dass man diese Oper und den Komponisten ausgegraben hat. Mattheson war mal Freund, mal Gegner von Händel in dessen Hamburger Zeit. Beiden wollte man die Tochter von Buxtehude andrehen. Damit wäre ein Pöstchen in Lübeck verbunden gewesen. Beide haben auf das Pöstchen verzichtet.

Eine Eigenart der Hambuger Barockkomponisten sind die profanen
Einschübe. Historische oder mythologische Stoffe bekamen Intermezzi aus dem Alltagsleben beigemengt, damit auch bildungsunkundige Dienstboten etwas mit nach Hause nehmen konnten. In 'Cleopatra' wird die Zunft der Schornsteinfeger verherrlicht. In Conradis 'Ariane' sind es die Scherenschleifer.

Für mich bedeutet eine barovke Sandalenoper immer eine Anstrengung.
Nach einem großen Glas Rotwein, hastig getrunken, habe ich vom dritten Akt eigentlich nur noch die Geräuschkulisse halbwegs mitbekommen.

Engelbert
:engel

Eine CD der Oper 'Boris Gununov' von Johann Mattheson in deutscher Sprache ist seit gestern auf dem Markt. Ansprechendes Outfit, Preis vorläufig 25,00 Euro.
Gamaheh (21.10.2006, 22:46):
Hallo Engelbert,

auch ich hatte vage im Sinn, da hinzugehen (zumal ich nichtmal gewußt hatte, daß Mattheson auch komponiert hat), aber dann war es mir zu teuer, nachdem ich gerade mehrmals im Konzert gewesen war, u.a. auch im Bucerius Kunstforum (Badura-Skoda). Hast Du etwas sehen können? Ich fand die Akustik sehr gut, aber die Balnearium-Architektur für einen Konzertsaal (was es ja auch normalerweise nicht ist) eher ungeeignet, mit den ganzen Pfeilern. Aber das, was diesen Saal meiner Meinung nach wirklich attraktiv macht, ist, wenn man an einem lauen Sommerabend nach dem Konzert direkt auf den Rathausmarkt hinaustritt und über die Alster blickt!

Innerhamburgische Grüße,
Gamaheh
Engelbert (22.10.2006, 02:54):
Hallo Gamadeh,

Ich saß auf den hinteren Plätzen und konnte gut sehen. Die Sänger, die an der Reihe sind, standen auf und hielten das Notenblatt in der Hand.Die Damen waren nett gekleidet und Marc anton hatte sich sogar eine Brokatweste übergezogen. Auf dem Sitzplatz lag ein kostenloses dickes Programmheft.

Den Preis von 25,00 Euro fand ich auch nicht zu teuer. Die Einnahme
wäre lediglich 5000,00 Euro gewesen. Davon müssen das Musik-Ensemble, der Chor, der Dirigent, das Klavier und etwa 10 Solisten und weitere Nebenkosten finanziert werden. Oder es waren alles 1-Euro-Jobs :D
Etwas Einnahme gibt es noch aus der Cafeteria.

Was mich auch überrascht hat, dass Mattheson einen Boris Gudunoff komponiert hat. Die CD hole ich mir Anfang nächsten Monats. Man kann davon ausgehen, dass die Cleopatra auch auf CD eingespielt wird.

Die Staatsoper hängt mir so richtig schön zum Hals raus.

Gruß
Engelbert
Engelbert (03.10.2006, 19:42):
In Hamburg kommt eine so gut wie nie gespielte Barockoper konzertant zur Aufführung.

Komponist: Johann Mattheson (1681-1764)
Titel der Oper: Cleopatra
Vollständiger Titel: Die betrogene Liebe oder die unglückselige Cleopatra
Komponiert 1904

Inhalt: Die Liebe zwischen Marcus Antonius und Cleopatra VII, Octavian als Störenfried. Ausgewalzter Suizid durch Schlangenbiss.

Ich erzähle Euch hinterher wie es war.

Aufführungsdatum: 10.10.2006, 18 Uhr und 11.10.2006 auch 18.00
Aufführungsort: Bucerius-Haus, Rathausmarkt 2 20095 Hamburg.
(Leicht zu finden, direkt neben dem Rathaus bei der Brücke)
Karten zu 25,00 Euro pus 2,50 Vorverkaufsgebühr. Studenten 20,00 Euro, Öffnung der Kasse täglich von 11-19.00 Uhr

Der Veranstalter heißt Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, 20095 HH.
Also bitte nicht zur Staatsoper laufen. Das Haus hat nur 200 Plätze. Deshalb möglichst den Vorverkauf in Anspruch nehmen.

:J

Empfehlen würde ich die Oper schon. Ich denke, es klingt alles wie Telemann. Die Sänger sind kaum prominent, was nicht ausschließt, dass sie hervorragend sein können.

Gruß
Engelbert
:engel
Engelbert (11.10.2006, 17:04):
Liebe Forianer,

Gestern war nun mein Opernabend. Er ging von 18,00 bis 21,30 Uhr. Es ist fast so gelaufen, wie ich es erwartet hatte. Die Atmosphäre war sehr angenehm. Die 200 Sitzplätze waren alle belegt. Die Akustik vorzüglich. Das Ambiente stimmte. Der Rotwein war exzelent.

Ein kostenloses dickes Programmheft mit komplettem deutschen Libretto lag iauf meinem Sitzstuhl. Die Sänger gaben ihr bestes. Hervorragend der Bass und der Bassbuffo. Vorzüglich die beiden Countertenöre. Die Damenstimmen waren nicht so hochkärtig, wie ich es gern gehabt hätte. Die Stimme der Cleopatra wirkte in der Höhe auf mich wie ein Peitschenknall. Teilweise wurde bei den Herren textdeutlich deklamiert.Der chor trat nur kurz dreimal in Erscheinung. Es wurde auf Original-Intrumenten musisiert.

Wichtig vor allem, dass man diese Oper und den Komponisten ausgegraben hat. Mattheson war mal Freund, mal Gegner von Händel in dessen Hamburger Zeit. Beiden wollte man die Tochter von Buxtehude andrehen. Damit wäre ein Pöstchen in Lübeck verbunden gewesen. Beide haben auf das Pöstchen verzichtet.

Eine Eigenart der Hambuger Barockkomponisten sind die profanen
Einschübe. Historische oder mythologische Stoffe bekamen Intermezzi aus dem Alltagsleben beigemengt, damit auch bildungsunkundige Dienstboten etwas mit nach Hause nehmen konnten. In 'Cleopatra' wird die Zunft der Schornsteinfeger verherrlicht. In Conradis 'Ariane' sind es die Scherenschleifer.

Für mich bedeutet eine barovke Sandalenoper immer eine Anstrengung.
Nach einem großen Glas Rotwein, hastig getrunken, habe ich vom dritten Akt eigentlich nur noch die Geräuschkulisse halbwegs mitbekommen.

Engelbert
:engel

Eine CD der Oper 'Boris Gununov' von Johann Mattheson in deutscher Sprache ist seit gestern auf dem Markt. Ansprechendes Outfit, Preis vorläufig 25,00 Euro.
Gamaheh (21.10.2006, 22:46):
Hallo Engelbert,

auch ich hatte vage im Sinn, da hinzugehen (zumal ich nichtmal gewußt hatte, daß Mattheson auch komponiert hat), aber dann war es mir zu teuer, nachdem ich gerade mehrmals im Konzert gewesen war, u.a. auch im Bucerius Kunstforum (Badura-Skoda). Hast Du etwas sehen können? Ich fand die Akustik sehr gut, aber die Balnearium-Architektur für einen Konzertsaal (was es ja auch normalerweise nicht ist) eher ungeeignet, mit den ganzen Pfeilern. Aber das, was diesen Saal meiner Meinung nach wirklich attraktiv macht, ist, wenn man an einem lauen Sommerabend nach dem Konzert direkt auf den Rathausmarkt hinaustritt und über die Alster blickt!

Innerhamburgische Grüße,
Gamaheh
Engelbert (22.10.2006, 02:54):
Hallo Gamadeh,

Ich saß auf den hinteren Plätzen und konnte gut sehen. Die Sänger, die an der Reihe sind, standen auf und hielten das Notenblatt in der Hand.Die Damen waren nett gekleidet und Marc anton hatte sich sogar eine Brokatweste übergezogen. Auf dem Sitzplatz lag ein kostenloses dickes Programmheft.

Den Preis von 25,00 Euro fand ich auch nicht zu teuer. Die Einnahme
wäre lediglich 5000,00 Euro gewesen. Davon müssen das Musik-Ensemble, der Chor, der Dirigent, das Klavier und etwa 10 Solisten und weitere Nebenkosten finanziert werden. Oder es waren alles 1-Euro-Jobs :D
Etwas Einnahme gibt es noch aus der Cafeteria.

Was mich auch überrascht hat, dass Mattheson einen Boris Gudunoff komponiert hat. Die CD hole ich mir Anfang nächsten Monats. Man kann davon ausgehen, dass die Cleopatra auch auf CD eingespielt wird.

Die Staatsoper hängt mir so richtig schön zum Hals raus.

Gruß
Engelbert