Gamaheh (17.07.2007, 15:07): Vielleicht ist dies eher ein Beitrag für die Technik-Ecke, und wenn es sich so ergibt, dann werde ich dahin ausweichen.
Das kleine französische Label Lyrinx ist möglicherweise kaum jemandem von Euch ein Begriff, und auch ich kenne es nur, weil Philippe Bianconi seine (Solo-) Aufnahmen dort macht.
Als ich versuchte, dessen neue CD hier zu erwerben, habe ich einige interessante Dinge darüber erfahren, wie dieser Markt funktioniert, dank eines freundlichen und kompetenten Verkäufers bei Saturn (eine erstaunliche Entdeckung!), ein Laden, den ich normalerweise nicht frequentiere, wenn man mir im einzigen verbliebenen „seriösen“ Geschäft in Hamburg nicht lediglich gesagt hätte, die Platten des Labels seien aus dem Katalog gestrichen und somit nicht erhältlich.
Dieses Label hat in Deutschland keinen Vertrieb, obwohl es im Prinzip von Codaex vertrieben wird. Die jedoch vertreiben es hier nur, wenn alle vier großen Detaillisten (ja, es gibt anscheinend nur vier maßgebliche: Saturn in Hamburg und Köln, Dussmann in Berlin, und Ludwig Beck in München) es in ihr Programm nehmen. Dennoch hat dieser Mann bei S. es anscheinend über persönliche Beziehungen zu Codaex fertiggebracht, die Platte zu bestellen – daß es funktioniert hat, werde ich erst glauben, wenn ich sie tatsächlich in Händen halte, denn das Ganze ist anscheinend ein recht komplizierter administrativer Vorgang.
Nun hat die Firma Lyrinx – wie auch dieser Verkäufer in der Zwischenzeit erfahren hatte – einen sehr guten Ruf für audiophile Produktionen, was dazu geführt hat, daß sie zu einer der zehn Produktionsfirmen weltweit gehörte, die 1998 von Sony/Philips mit der Technik ausgestattet wurden, um testweise Aufnahmen im SACD-Format zu machen und zu verarbeiten. Seitdem machen sie alle ihre Aufnahmen im DSD-Verfahren und seit 2001 oder so verarbeiten sie sie zum hybriden SACD-Format.
Das Motto der Firma lautet: „Natürlicher Klang im natürlichen Raum“. Zur Aufnahme verwenden sie Röhren-Mikrofone, und die Aufnahmen werden nicht im Studio, sondern in Konzertsälen mit ausgewählter Akustik gemacht.
Über das Technische werde ich nichts schreiben, zumal ich natürlich keinen SACD-Spieler habe und auch niemanden kenne, der einen hat. Überdies wissen sicherlich andere mehr darüber, als ich von meinem Gewährsmann und meiner folgenden Recherche erfahren konnte. Wen es interessiert, der kann hier (auf französisch) nachlesen, wie Lyrinx das Verfahren beschreibt, und dort (auf italienisch), wie sich jemand fast lyrisch über die Klangqualität der Lyrinx-CDs ergießt.
Dessenungeachtet würde es mich interessieren, ob jemand von Euch schon Erfahrungen mit dem SACD-Klang gemacht hat, und ob er wirklich so viel besser ist als der der CD und in der Tat mit dem einer idealen Schallplatte ohne mechanische Verunreinigungen o.ä. vergleichbar.
Grüße, Gamaheh
Rachmaninov (17.07.2007, 16:26): Original von Gamaheh Das kleine französische Label Lyrinx ist möglicherweise kaum jemandem von Euch ein Begriff, und auch ich kenne es nur, weil Philippe Bianconi seine (Solo-) Aufnahmen dort macht.
Das Label ist mir dem Namen nach ein Begriff. Aufnahmen besitze ich bisher (leider?) nicht.
Nun hat die Firma Lyrinx – wie auch dieser Verkäufer in der Zwischenzeit erfahren hatte – einen sehr guten Ruf für audiophile Produktionen, was dazu geführt hat, daß sie zu einer der zehn Produktionsfirmen weltweit gehörte, die 1998 von Sony/Philips mit der Technik ausgestattet wurden, um testweise Aufnahmen im SACD-Format zu machen und zu verarbeiten. Seitdem machen sie alle ihre Aufnahmen im DSD-Verfahren und seit 2001 oder so verarbeiten sie sie zum hybriden SACD-Format.
Die hybrid SACD haben natürlich den Vorteil auch auf normalen Playern abspielbar sind, was zusammen mit
Das Motto der Firma lautet: „Natürlicher Klang im natürlichen Raum“. Zur Aufnahme verwenden sie Röhren-Mikrofone, und die Aufnahmen werden nicht im Studio, sondern in Konzertsälen mit ausgewählter Akustik gemacht.
.. auch sicherlich hochwertige "Standard" Audio CD's ergibt.
Dessenungeachtet würde es mich interessieren, ob jemand von Euch schon Erfahrungen mit dem SACD-Klang gemacht hat, und ob er wirklich so viel besser ist als der der CD und in der Tat mit dem einer idealen Schallplatte ohne mechanische Verunreinigungen o.ä. vergleichbar.
Den Vergleich habe ich einmal gemacht, auch wenn er nicht ganz regulär ist! Habe meine Audiokette im Vergleich zu SACD (via DVD / SACD) Player verglichen. Dieses ganze 5.1 Sourround benötige ich nicht. Mit einer hochwertigen Audiowiederbage bin ich sehr glücklich. Mein Motto, lieber Spitzenklasse 2 Kanal statt mäßiges 5.1. Und eine gute hybrid SACD klingt auch als Audio CD. Viel wichtiger sind die Aufnahmebedingungen IMGO.
Rachmaninov (19.07.2007, 11:44): @Gamaheh,
hast Du spezielle Empfehlungen von Aufnahmen aus diesem Label?
R
Gamaheh (19.07.2007, 13:54): Original von Rachmaninov @Gamaheh,
hast Du spezielle Empfehlungen von Aufnahmen aus diesem Label?
R
Lieber Richard,
erstmal vielen Dank, daß Du Deine SACD-Erfahrungen mitgeteilt hast. Dazu habe ich auch noch ein paar Fragen bzw. aus meiner Lektüre entstandene Anmerkungen, aber jetzt erstmal zu Deiner Frage:
Ich kenne nur die Aufnahmen von Philippe Bianconi, aber die kann ich bedenkenlos alle empfehlen. Gerade ist eine neue erschienen, die ich auch schon irgendwo erwähnt habe (Ravel, L'Œuvre pour piano, 2 SACD, original DSD-Aufnahme), allerdings habe ich sie zwar bestellt, aber noch nicht erhalten (aber jetzt anscheinend bei amazon.fr kurzfristig lieferbar). Andererseits habe ich genug davon schon live von ihm gehört, und außerdem darf man seine Interpretationen wohl als authentisch ansehen, da er als Schüler von Gaby Casadesus in fast unmittelbarer Nähe zu Ravel selbst steht.
Ansonsten gibt es von ihm (außer einer früheren Aufnahme von Werken Ravels aus der Zeit vor der SACD) noch folgende:
http://ec1.images-amazon.com/images/I/31N8N7FHBGL._AA240_.jpg Schubert, Sonate D. 959 und 3 Klavierstücke D. 946 (LYR 204, aufgenommen 2000), http://g-ec2.images-amazon.com/images/I/41NF0E87C9L._AA240_.jpg Schumann, Davidsbündlertänze und Fantasie in C (LYR 180, Aufnahme 1997) und http://g-ec2.images-amazon.com/images/I/412BY02YD6L._AA240_.jpg Schumann, Symphonische Etüden, Posthume Variationen, Humoreske (LYR 159, aufgen. 1995).
Diese haben alle einen super Klang, soweit ich das mit meiner bescheidenen Anlage beurteilen kann, allerdings ist nur die erstgenannte (Schubert) eine DSD-Aufnahme, denn das hat ja erst 1998 angefangen. Ich mag die Schubert-Platte fast am liebsten, kann mich aber nicht entscheiden.
Grüße, Gamaheh
Rachmaninov (19.07.2007, 14:09): @Gamaheh,
mich würde Schubert und die Symph. Etüden reizen! Mal sehen :wink
Gamaheh (20.07.2007, 13:20): Original von Rachmaninov mich würde Schubert und die Symph. Etüden reizen! Mal sehen :wink
Das sind genau die, zwischen denen ich mich auch nicht entscheiden könnte. Er ist allerdings gerade für seinen Schumann bekannt. Hier findest Du etwas über die Symphonischen Etüden.
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (25.07.2007, 12:13): Lieber Richard und wen es sonst noch interessiert,
ich wollte nochmal auf die SACD als solche zurückkommen. (Wobei ich hinzufügen kann, daß man mir gestern in einem Fachgeschäft sagte (ich frage immer unterwegs mal müßig die Leute aus, wenn sich die Gelegenheit bietet), sie würden kaum noch SACDs haben, da niemand danach fragen würde und sich diese Technik - wie auch die anderen: Audio-DVD, Blueray - nicht durchsetzen würde. Das ist aber eins von diesen Geschäften, in denen die Verkäufer ihre Meinung für wichtiger halten als die Wünsche der Kunden, das würde ich also nicht zwingend als maßgeblich ansehen.)
Ich hatte das, was ich gelesen hatte, folgendermaßen verstanden: Eine Einschichten-SACD hat zwei Spuren, SACD-Stereo und SACD-Multikanal (oder „surround“), im DSD-Verfahren (ob original oder nicht) hergestellt; eine Hybrid-SACD jedoch hat zwei Schichten, eine wie bei der Einschichten-SACD und eine zweite mit einer konventionellen CD-Spur, im für die üblichen CD-Spieler hergestellten herkömmlichen PCM-Verfahren, die alle Schwächen des digitalen CD-Klanges aufweist. Das würde heißen, daß Du, wenn Du eine SACD in einen normalen CD-Spieler einlegst, den ganz normalen CD-Klang bekommst und es keinen Unterschied macht, daß Du auch noch eine SACD-Schicht auf Deiner Platte hast – die kannst Du Dir getrost wegdenken. Andererseits brauchst Du, um die SACD-Qualität zu genießen, keine fünf Lautsprecher, weil es ja auch eine Stereo-SACD-Spur gibt. Wie das jeweilige Lesegerät „weiß“, welche Spur es lesen muß – keine Ahnung!
Jedenfalls heißt es, das DSD-Verfahren schließe die Fehlerquellen der PCM-Aufnahme und –verarbeitung aus, da es die Verarbeitungsschritte, durch die diese Fehler und Schwächen auftreten, überspringt. Wenn nun Plattenfirmen alte Aufnahmen analogen oder PCM-Ursprungs auf SACD herausbringen (und von solchen war ja hier schon die Rede), so kann dadurch im besten Falle die Klangqualität der ursprünglichen Aufnahme wiederhergestellt werden, mit anderen Worten: Wenn solche SACDs von ursprünglich analogen Aufnahmen hergestellt werden, kann man wohl den originären Vinyl-Klang erreichen (wenn sie denn auch auf einem SACD-Lesegerät abgespielt werden); wenn sie aber von einer ursprünglichen PCM-Aufnahme (also digitalen CD-Aufnahme) gemacht werden, dann hat man nichts Besseres als die CD-Qualität.
Ich bitte um Korrektur oder Ergänzung von denen, die mehr wissen.
Zu diesem Thema noch ein kleiner Nachtrag, der zeigt, wie schwer es die kleinen Labels im Wettbewerb haben, insbesondere, wenn sie sich auf die Produktion von exzellenten Platten konzentrieren, anstatt auf ihr Marketing: Als ich endlich diese Platten erhielt
fand ich in der Schachtel einen kleinen Zettel, auf dem die Firma Lyrinx anbot, jedem Käufer dieser SACDs eine Gratis-CD nach Wahl aus einer Liste zu schicken, der bereit wäre, seine email-Adresse preiszugeben, damit Lyrinx ihm Informationen über ihre neuen Produktionen zuschicken könnte. Ich schickte das ein mit einer Beschreibung der Schwierigkeiten, die ich hatte, die Platten hier zu bekommen, einem freundlichen Kommentar und der Frage, ob denn dieses Angebot auch außerhalb von Frankreich gültig sei.
Nach etwa zwei Wochen bekam ich eine sehr schöne CD in der gewohnten hervorragenden Lyrinx-Klangqualität mit einem handgeschriebenen (!) Brief: Leider wüßten sie schon, daß sie in Deutschland nicht vertrieben würden, sie seien es mal gewesen zur Zeit der Langspielplatten, aber die deutsche Filiale von Codaex würde ihnen keine Aufträge schicken. Leider kann ich immer noch nicht sagen, was Lyrinx sonst noch anbietet, da ich nur die CD bekam und keinen Katalog oder Werbung irgendwelcher Art ...
Also, wenn Ihr Ravel mögt oder sein Klavierwerk immer schon mal kennenlernen wolltet (und insbesondere wenn Ihr ohnehin eine Neigung habt, mit den Davidsbündlern zu marschieren), geht zu Dussmann oder Ludwig Beck oder Saturn und besteht darauf, daß die sie Euch bestellen. Bei Saturn ist sie bereits im zentralen System „angelegt“.
Grüße, Gamaheh
Zelenka (24.09.2007, 17:13): Liebe Gamaheh:
Die Unprofessionalität (zumindestens im Marketingbereich) bei Lyrinx hat natürlich etwas Rührendes, handgeschriebene Briefe sind herrlich altmodisch und leider selten geworden. Trotzdem ist zu bedauern, daß das Label (wie einige andere kleine französische Label auch) offenbar keine Website hat, auf der es sein lieferbares Programm auflistet oder sogar Käufe online ermöglicht. Wenn man "Lyrinx" bei fnac.com eingibt, erscheinen derzeit etwa 115 lieferbare CDs, manches davon erscheint hochinteressant. Grundsätzlich ist über das Internet alles zu bekommen, leider sind die Portovorstellungen in Frankreich gewöhnlich recht hoch, aber Betteln bei Saturn oder Dussmann ist nicht unbedingt nötig.
Ob Bianconis neuer Live-Ravel eine gute Empfehlung für Einsteiger in das Klavierwerk des Komponisten ist, wage ich ein wenig in Zweifel zu ziehen. Bianconi geht offenbar einen sehr eigenen Weg und ist u.a. sehr viel expressiver als gewöhnlich. Dies entnehme ich einer Besprechung im aktuellen Heft der französischen Zeitschrift "Classica". Mit 7 von 10 Punkten wird er benotet.
Gruß, Zelenka
Gamaheh (25.09.2007, 10:20): Lieber Zelenka,
bentornato!
Original von Zelenka Grundsätzlich ist über das Internet alles zu bekommen, leider sind die Portovorstellungen in Frankreich gewöhnlich recht hoch, aber Betteln bei Saturn oder Dussmann ist nicht unbedingt nötig. An "betteln" hatte ich nicht gedacht, ich sehe das eher als eine Herausforderung. Außerdem habe ich z.B. mit amazon.fr die schlechtesten Erfahrungen gemacht.
Ob Bianconis neuer Live-Ravel eine gute Empfehlung für Einsteiger in das Klavierwerk des Komponisten ist, wage ich ein wenig in Zweifel zu ziehen. Bianconi geht offenbar einen sehr eigenen Weg und ist u.a. sehr viel expressiver als gewöhnlich. Ich würde vermuten, daß diese Interpretation eher außergewöhnlich authentisch ist; Bianconi steht ja über seine Lehrerin Gaby Casadesus direkt in der Tradition. Was heißt eigentlich "expressiv" in diesem Zusammenhang, meinst Du?
Dies entnehme ich einer Besprechung im aktuellen Heft der französischen Zeitschrift "Classica". Mit 7 von 10 Punkten wird er benotet. Kann sein, daß ich die Besprechung von "Classica" nicht für maßgeblich halte (ich habe sie auch gelesen, im Laden), wie überhaupt Besprechungen. Wenn ich die Möglichkeit habe, verlasse ich mich gerne auf meinen eigenen Geschmack (von Urteil will ich hier gar nicht reden).
Ich habe eigentlich recht gute Erfahrungen mit amazon.fr gemacht, mit einer Ausnahme waren auch französische Marketplace-Händler, bei denen weniger Porto fällig ist, sehr effizient. Ich habe noch nicht versucht, Lyrinx-CDs in Köln bei Saturn zu bestellen, ich habe dort nur einmal meine einzige Produktion dieses Labels (Haydn-Sonaten mit Pennetier) neu für EUR 1.99 aus der Wühlkiste gezogen. Auch CDs anderer kleinerer französischer Label haben einen schlechten Stand und landen immer wieder im Ramsch. Gewöhnlich ganz zu Unrecht natürlich!
"Expressiv" meine ich einfach in dem Sinne, daß Bianconi offenbar ganz schön in die Tasten haut. Die Classica-Rezension prophezeit z.B. dem Boot auf dem Ozean unweigerlichen Schiffbruch, obwohl das im "Skript" eigentlich nicht so vorgesehen ist ... Was hier die Authentizität von bestimmten Spielweisen angeht: Ich habe den Eindruck gewonnen, daß Ravel zu recht vielen, vielleicht allen Pianisten, die seine Werke gegeben und jeweils sehr unterschiedlich gespielt haben, sehr freundlich gewesen ist, denn sehr unterschiedliche Interpretationsansätze berufen sich auf den Komponisten selbst.
Ich halte die Classica-Besprechung auch nicht für verbindlich, aber bei mir leuchtet eine kleine rote Warnlampe auf. Um das Selbsthören und ein eigenes Urteil kommt natürlich niemand herum. Einsteigern würde ich erst einmal Gesamtausgaben empfehlen, die in etwa einen Mittelweg gehen, im konkreten Fall die Gesamtaufnahme von Abbey Simon (Vox), die auch noch den Vorteil hat, zu einem Bruchteil des Preises der Lyrinx- Produktion (etwa EUR 8.00) pianistisch höchste Qualität zu bieten.
Gruß, Zelenka
Gamaheh (25.09.2007, 17:07): Lieber Zelenka,
Original von Zelenka "Expressiv" meine ich einfach in dem Sinne, daß Bianconi offenbar ganz schön in die Tasten haut. Die Classica-Rezension prophezeit z.B. dem Boot auf dem Ozean unweigerlichen Schiffbruch, obwohl das im "Skript" eigentlich nicht so vorgesehen ist ...
ich glaube, ich habe doch eine andere Besprechung gelesen, denn das würde ich erinnern. Diese (jedenfalls das, was Du davon erwähnst) ist nicht nur völlig abwegig, was das "Skript" betrifft, sondern auch, was im Speziellen den Pianisten angeht.
Was für ein "Skript" ist denn gemeint? Eine "barque" ist doch nur ein kleines Schiffchen, das auf dem Ozean geradezu für einen Schiffbruch prädestiniert ist - dieses Skript steht schon im Titel! (Ravel soll der Gedanke beim Beobachten eines Papierschiffchens auf einem Gewässer gekommen sein, wenn ich nicht irre.)
Davon abgesehen trifft "expressiv" auf diese konkrete Aufnahme einfach nicht zu, wenn das so gemeint ist, wie Du denkst. Bianconi kann kraftvoll spielen, wenn er will (in der Barque an wenigen Stellen), aber das hat mit "ganz schön in die Tasten hauen", mit Kraftmeierei oder dergleichen nie etwas zu tun; seine eigentliche Stärke liegt eher im Gegenteil: in der Poesie, der Innigkeit des Ausdrucks, kurzum dem, was die wenigsten in überzeugender Weise darstellen können.
Ich halte die Classica-Besprechung auch nicht für verbindlich, aber bei mir leuchtet eine kleine rote Warnlampe auf.
Eben das sehe ich als das Problem solcher Besprechungen. Abbey Simon kenne ich übrigens gar nicht.
Grüße, Gamaheh
Zelenka (25.09.2007, 17:27): Original von Gamaheh Lieber Zelenka,
Original von Zelenka "Expressiv" meine ich einfach in dem Sinne, daß Bianconi offenbar ganz schön in die Tasten haut. Die Classica-Rezension prophezeit z.B. dem Boot auf dem Ozean unweigerlichen Schiffbruch, obwohl das im "Skript" eigentlich nicht so vorgesehen ist ...
ich glaube, ich habe doch eine andere Besprechung gelesen, denn das würde ich erinnern. Diese (jedenfalls das, was Du davon erwähnst) ist nicht nur völlig abwegig, was das "Skript" betrifft, sondern auch, was im Speziellen den Pianisten angeht.
Was für ein "Skript" ist denn gemeint? Eine "barque" ist doch nur ein kleines Schiffchen, das auf dem Ozean geradezu für einen Schiffbruch prädestiniert ist - dieses Skript steht schon im Titel! (Ravel soll der Gedanke beim Beobachten eines Papierschiffchens auf einem Gewässer gekommen sein, wenn ich nicht irre.)
Davon abgesehen trifft "expressiv" auf diese konkrete Aufnahme einfach nicht zu, wenn das so gemeint ist, wie Du denkst. Bianconi kann kraftvoll spielen, wenn er will (in der Barque an wenigen Stellen), aber das hat mit "ganz schön in die Tasten hauen", mit Kraftmeierei oder dergleichen nie etwas zu tun; seine eigentliche Stärke liegt eher im Gegenteil: in der Poesie, der Innigkeit des Ausdrucks, kurzum dem, was die wenigsten in überzeugender Weise darstellen können.
Ich halte die Classica-Besprechung auch nicht für verbindlich, aber bei mir leuchtet eine kleine rote Warnlampe auf.
Eben das sehe ich als das Problem solcher Besprechungen. Abbey Simon kenne ich übrigens gar nicht.
Grüße, Gamaheh
Liebe Gamaheh:
Du hast Bianconis Aufnahme, ich nicht, also werde ich besser nichts weiter sagen. Ich habe die Besprechung der Aufnahme im Moment leider nicht zur Hand, ich werde sie nachreichen. Ich weiß, daß "barque" ein kleines Boot denotiert.
Gruß, Zelenka
nikolaus (25.09.2007, 21:50): Original von Gamaheh
Also, wenn Ihr Ravel mögt oder sein Klavierwerk immer schon mal kennenlernen wolltet (und insbesondere wenn Ihr ohnehin eine Neigung habt, mit den Davidsbündlern zu marschieren), geht zu Dussmann oder Ludwig Beck oder Saturn und besteht darauf, daß die sie Euch bestellen. Bei Saturn ist sie bereits im zentralen System „angelegt“.
Grüße, Gamaheh
Hallo Gamaheh!
Jetzt hast du mich doch neugierig gemacht.
Kennst du die Aufnahme von Alexandre Tharaud, und wenn ja: wo siehst du die Unterschiede?
Besten Dank, Nikolaus.
Zelenka (26.09.2007, 10:34): Liebe Gamaheh:
Wie versprochen hier der vollständige Text der Rezension von Bianconis Ravel-Gesamtaufnahme aus Classica 9/2007:
7
Les pianistes francais aiment enregistrer l'intégrale de l'oeuvre pour piano de Ravel. Il y a ici une belle histoire de l'interpretation à faire depuis les versions historiques (Francois, Février, Perlemuter) en passant par les pianistes qui ont connu l'enseignement de ces maîtres (Collard, Pludermacher, Queffélec) jusque'à une génération plus jeune qui ne se laisse pas d'enregistrer l'intégrale du maître de "Boléro" (Tharaud, Muraro, par exemple). La version de Phlippe Bianconi enregistrée en public lors de deux concerts au Théatre national de Marseille va surprendre. Ceux qui aiment le Ravel poétique, méticuleux et raffiné vont être bousculé tant la vision de Bianconi est tendue, crispée et parfois violente. Chaque pièce semble vécue comme une lutte, comme si la souffrance était de rigeur pour parvenir à la fin de chaque oeuvre. Avec Bianconi, Ravel n'est plus le maître de la lumière et de l'attente mais celui d'un expressionnisme tourmenté. On se demande, à l'écoute de cette intégrale, si "une barque sur l'océan" ne va pas faire naufrage, si les "Oiseaux tristes" ne vont pas être décapités, et si l'"Infante défunte" n'a pas été violée. Les "Jeux d'eau" nous mènent droit dans les ténèbres et le "Gaspard de la nuit" arrive à nous faire peur. La violence et la dureté de son de l'"Alborada del Gracioso" sont presque insupportables ... Et pourtant, cette nouvelle intégrale fascine car il s'agit d'une vision absolue, engagée et surtout écorchée vive. Bianconi joue sa vie dans chacune des pages et la présence du public le galvanise, le pousse à prendre des risques (beaucoup plus que dans sa version en studio), à dépasser quelques limites (avec "Gaspard"), à rompre le pacte entre l'interprète et le compositeur. Son Ravel est celui de la transgression au risque de déformer le texte. Cette intégrale ne peut vivre que parce qu'il existe des versions plus essentielles: la lumière de Samson Francois, la poèsie d'Anne Queffélec ou la fougue d'Alexandre Tharaud.
Rodolphe Bruneau-Boulmier
Ich hatte mir erlaubt, die Gesamteinspielung eines Nicht-Franzosen zu empfehlen: Abbey Simon (*1922) ist (hoffentlich noch) ein amerikanischer Pianist.
Zur "barque" zitiere ich aus dem exzellenten Booklet-Text von Angela Hewitt zu ihrer Gesamtaufnahme bei Hyperion:
Ravel schwärmte für kleine automatische Spielzeuge, und sein Haus war voll davon. Unter anderem stand auf seinem Flügel (und es steht dort noch heute) ein kleines Boot inmitten von Pappwellen, umschlossen von einer Glasglocke. Mit einer Kurbel konnten die Wellen aktiviert und in einen wilden Ozean verwandelt werden. Bediente Ravel dieses Spielzeug stundenlang, als er "Une barque sur l'océan" komponierte?
Gruß, Zelenka
Gamaheh (26.09.2007, 17:19): Original von nikolaus Hallo Gamaheh!
Jetzt hast du mich doch neugierig gemacht.
Kennst du die Aufnahme von Alexandre Tharaud, und wenn ja: wo siehst du die Unterschiede? Besten Dank, Nikolaus.
Lieber Nikolaus,
wie schön!
Ich kenne nur eine Live-Aufnahme von Alexandre Tharaud, die ich mal aus dem Radio aufgenommen habe. Leider bin ich heute nicht dazu gekommen, sie zu hören, aber sie hat mir gar nicht gefallen, warum, weiß ich nicht mehr im einzelnen; soweit ich mich erinnere, emfpand ich seine Interpretation einfach als uninteressant, langweilig. Etwas später vielleicht mehr ...
Beste Grüße, Gamaheh
Gamaheh (26.09.2007, 17:30): Lieber Zelenka,
recht herzlichen Dank für die Mühe - das ist sehr hilfreich! Inzwischen frage ich mich, ob der "Rezensent" (ich denke an Mörike) und ich die gleiche Platte gehört haben, oder ob es stimmt, daß meine "Birne falsch gepolt" ist (wie neulich jemand meinte). Die Vorstellungen des Rezensenten empfinde ich als so absurd, daß sie schon wieder komisch sind. Ich muß mir das alles nochmal in Ruhe anhören mit der Vorstellung von der genotzüchtigten Infanta, den enthaupteten Vögeln usw. im Kopf, um zu sehen, ob ich das darin finden kann, wenn ich es wirklich darauf anlege - ich bezweifle es sehr!
Eigentlich wollte ich mir auch die anderen Versionen, die ich zur Hand habe, noch anhören, hatte aber heute keine Gelegenheit, die Musik ein bißchen aufzudrehen, ohne andere zu stören. Vielleicht morgen ...
gestern habe ich mir also die Aufnahmen speziell der Barque, die ich zur Hand habe, nochmal angehört: Robert Casadesus, Louis Lortie, Philippe Entremont, Michael Endres, Alexandre Tharaud (live, 5/07, Radio), Tzimon Barto (live, 7/07, Radio). (Übrigens gäbe es zum Vergleich bessere Stücke, bei den Oiseaux tristes beispielsweise sind die Unterschiede noch deutlicher, aber nun sind wir bei der Barque.)
Die von Barto ist sicherlich die exzentrischste, er schafft es, fast zwei Minuten schneller als Tharaud und Bianconi da durchzufegen (was eigentlich nicht möglich ist, offenbar läßt er was weg, und zwar mit voller Absicht, denn er hatte ja die Partitur vor sich; nach etwa vier Minuten spielt er etwas, was ich nicht unterbringen kann - das mag die Stelle sein) - abgewinnen konnte ich ihr schon im Konzert nichts, sie ist zerfetzt und für meinen Geschmack einfach unschön. Alle anderen hauen übrigens mehr in die Tasten - um bei dem Ausdruck zu bleiben - als Bianconi; den Zugriff von Endres empfinde ich stellenweise tatsächlich als brutal (möglicherweise genau aus dem Versuch heraus, das Kentern des Schiffleins zu dramatisieren). Dramatisieren tun es auch Casadesus, Entremont und Lortie; Tharauds Interpretation empfinde ich als beliebig und schlicht als langweilig. Hörst Du, Nikolaus, nach etwa zwei Dritteln auch den penetrant tropfenden Wasserhahn? Wenn man das einmal wahrgenommen hat, wartet man jedesmal geradezu darauf - dann ist es der Tropfen, der den Stein höhlt oder den Schädel. Bei einigen klingt das auch wie ein Blinklicht im (Pedal-)Nebel.
Bianconis Interpretation ist im großen und ganzen eher kontemplativ, malerisch; er schwelgt in der Musik, gibt dem Ganzen eine für mich nachvollziehbare klare Struktur und findet am ehesten zu einem fast orchestralen Klang. Es gelingt ihm, ein Gemälde zu entwerfen (sogar für mich, die ich überhaupt kein Augenmensch bin): Ich kann die Wellen sehen und das schwankende Schifflein darin; er hält diesen Fluß von Bewegung – mal schneller, mal langsamer – von Anfang bis Ende durch (und das übrigens nicht nur bei der Barque). Besonders bei Tharaud und Barto höre ich über weite Strecken nur einen Haufen Töne – teilweise sogar recht schöne – die über das ganze Stück betrachtet nicht viel miteinander zu tun haben. Entremont und besonders Endres dichten noch ein Unwetter dazu, mit Donnern und Blitzen und allem, was dazugehört. Bei Endres hat das teilweise wirklich den Charakter des ganz unvermittelt Brutalen, er ist schnell und aggressiv, ich mag die Aufnahme gar nicht.
Was den Text von diesem Rezensenten betrifft, so kann ich nichts von alledem finden. Daß ein Galgen z.B. kein locus amoenus ist, ist wohl klar. Für mich ist diese Aufnahme in weiten Teilen außerordentlich poetisch (wobei Poesie ja durchaus nicht auf Liebes- oder Blümchenlyrik beschränkt ist). Weil ich mir aber gerne alles so zurechtlege, als ob es meine Meinung wiedergeben könnte (im Zweifel für den anderen, solange er mir nur zustimmt), auch wenn das Vokabular gar nicht das ist, das ich wählen würde, so gebe ich ihm recht, wenn er meint, daß das in Teilen durchaus den Charakter des griechischen Dramas hat, mit Katharsis und allem, was dazugehört.
Bianconi kann kräftig in die Tasten greifen, aber nie aus Kraftmeierei oder gar mit Brutalität, und ganz sicher nicht nur; es ist dies eben kein unentschiedenes, halbherziges Musizieren, er geht an die Grenzen der Möglichkeiten seines Instruments. Wenn ich diesen Pianisten so sehr schätze, ist ein Grund dieser Zug von Großherzigkeit: Im Konzert gibt er dem Publikum alles, behält nichts zurück. Vielleicht ist es das, was der Rezensent meint, wenn er schreibt, Bianconi spiele in jedem Stück, als gelte es sein Leben (das kann aber auch leicht anders verstanden werden).
Daß er den Notentext entstellt, wage ich zu bezweifeln (wenn ich auch Mühe hätte, ihn zu lesen). Ich hatte mal einen ähnlichen Eindruck bei einem Stück, das ich sehr gut zu kennen glaubte, da habe ich mir die Mühe gemacht, mir diesen Text anzusehen, und fand, daß er genau das spielte, was der Komponist geschrieben hatte, nur eben so, daß man merkte, was das für eine tolle Musik war und nicht einfach nur eine langweilige Begleitung zu einem sentimentalen Lied.
Wenn ich so insistent bin (zumal hier, wo das gar nicht hingehört - wir sind ja in der Technik-Ecke), dann deshalb, weil ich es - gerade bei Deiner Autorität hier im Forum, lieber Zelenka - ein wenig leichtfertig finde, wenn Du aufgrund einer Rezension von einer Aufnahme abrätst, die Du selbst nicht kennst, insbesondere, wenn es sich um einen Künstler handelt, den hier anscheinend auch niemand kennt und dann vielleicht auch niemand kennenlernen will.
Dies ist vielleicht kein beliebiger, gefälliger oder gar unterhaltender Ravel, aber ich bin auch nicht der Meinung, daß Einsteiger solch einen (letzteren) notwendigerweise brauchen.
Beste Grüße, Gamaheh
Zelenka (27.09.2007, 13:21): Original von Gamaheh Lieber Zelenka,
recht herzlichen Dank für die Mühe - das ist sehr hilfreich!
Keine Ursache, für derlei sind die Foren ja erfunden worden! :) - Ich hatte allerdings zeitweise schon den Eindruck, Du meintest, ich sei "falsch in der Birne gepolt".
Gruß, Zelenka
Zelenka (27.09.2007, 13:32): Original von Gamaheh Lieber Zelenka, lieber Nikolaus,
Wenn ich so insistent bin (zumal hier, wo das gar nicht hingehört - wir sind ja in der Technik-Ecke), dann deshalb, weil ich es - gerade bei Deiner Autorität hier im Forum, lieber Zelenka - ein wenig leichtfertig finde, wenn Du aufgrund einer Rezension von einer Aufnahme abrätst, die Du selbst nicht kennst, insbesondere, wenn es sich um einen Künstler handelt, den hier anscheinend auch niemand kennt und dann vielleicht auch niemand kennenlernen will.
Dies ist vielleicht kein beliebiger, gefälliger oder gar unterhaltender Ravel, aber ich bin auch nicht der Meinung, daß Einsteiger solch einen (letzteren) notwendigerweise brauchen.
Beste Grüße, Gamaheh
Liebe Gamaheh:
Ich nehme den Tadel zur Kenntnis und streite auch jegliche Autorität meinerseits ab. Grundsätzlich vermeide ich es, den Geschmack anderer zu kritisieren, ich stelle höchstens meinen entgegen. In diesem Fall schien es mir aber angezeigt, im Interesse des Konsumenten und speziell des möglichen Einsteigers zumindest zur Vorsicht zu raten! Beliebigen Ravel möchte ich auch niemandem empfehlen, aber es gibt preiswertere Wege, um sich Ravels Klavierwerk zu nähern. Ich möchte auch unterstreichen, daß ich nichts gegen den Pianisten Bianconi habe, ich kenne ihn nur in einem Fall als zuverlässigen kammermusikalischen Begleiter. - Ich möchte mich bei Dir für den schönen Bericht über Dein Ravel-Vergleichshören bedanken!!!
Gruß, Zelenka
Zelenka (02.10.2007, 10:39): Und im aktuellen "Diapason" ist wiederum von einer ganz anderen Bianconi-Ravel-GA die Rede: Viel Lob und fünf Stimmgabeln ...
Gruß, Zelenka
Gamaheh (02.10.2007, 11:27): Original von Zelenka :) - Ich hatte allerdings zeitweise schon den Eindruck, Du meintest, ich sei "falsch in der Birne gepolt".
Lieber Zelenka,
nichts läge mir ferner - sowas würde ich höchstens von mir selbst sagen, mich allerdings nicht unbedingt über allgemeine begeisterte Zustimmung freuen.
Bei Pianobleu ist die Aufnahme übrigens Platte des Monats, die Besprechung ist weniger exaltiert und kommt meinem Eindruck (wie oben beschrieben) recht nahe; hier kannst Du auch - um Dir selbst eine Vorstellung zu machen - "Ondine" im Ganzen hören. Da gibt es auch ein Interview mit Bianconi, in dem er sich ziemlich eindeutig über Texttreue äußert.
Original von Zelenka Und im aktuellen "Diapason" ist wiederum von einer ganz anderen Bianconi-Ravel-GA die Rede: Viel Lob und fünf Stimmgabeln ...
Mein Diapason-Abonnement habe ich abbestellt (weil Abonnements einfach nichts für mich sind).
Bist Du sicher, daß das eine andere ist? Das kann ich mir schwer vorstellen. Es gibt eine mindestens zehn Jahre alte Aufnahme von einem Teil der Werke, aber warum sollte die jetzt von Diapason besprochen werden? Von der neuen geistert irgendwo ein unfertiges Cover in einer scheußlichen Farbe herum, vielleicht ist es das?
Grüße, Gamaheh
Zelenka (02.10.2007, 13:26): Original von Gamaheh Original von Zelenka :) - Ich hatte allerdings zeitweise schon den Eindruck, Du meintest, ich sei "falsch in der Birne gepolt".
Lieber Zelenka,
nichts läge mir ferner - sowas würde ich höchstens von mir selbst sagen, mich allerdings nicht unbedingt über allgemeine begeisterte Zustimmung freuen.
Bei Pianobleu ist die Aufnahme übrigens Platte des Monats, die Besprechung ist weniger exaltiert und kommt meinem Eindruck (wie oben beschrieben) recht nahe; hier kannst Du auch - um Dir selbst eine Vorstellung zu machen - "Ondine" im Ganzen hören. Da gibt es auch ein Interview mit Bianconi, in dem er sich ziemlich eindeutig über Texttreue äußert.
Original von Zelenka Und im aktuellen "Diapason" ist wiederum von einer ganz anderen Bianconi-Ravel-GA die Rede: Viel Lob und fünf Stimmgabeln ...
Mein Diapason-Abonnement habe ich abbestellt (weil Abonnements einfach nichts für mich sind).
Bist Du sicher, daß das eine andere ist? Das kann ich mir schwer vorstellen. Es gibt eine mindestens zehn Jahre alte Aufnahme von einem Teil der Werke, aber warum sollte die jetzt von Diapason besprochen werden? Von der neuen geistert irgendwo ein unfertiges Cover in einer scheußlichen Farbe herum, vielleicht ist es das?
Grüße, Gamaheh
Liebe Gamaheh:
Herzlichen Dank für den Link zu "Pianobleu"! - Im Falle der Ravel-GA von Bianconi habe ich mich wohl zu salopp ausgedrückt, es handelt sich um dieselbe Lyrinx-Produktion, nur hat der Rezensent ganz anderes gehört. Und eben 5 Stimmgabeln verteilt. (Das alles wirft das übliche schräge Licht auf die professionelle Musikkritik ...) Bei Interesse stelle ich auch gelegentlich noch die Diapason-Kritik hier ein. Ich lese natürlich mit Betroffenheit, daß Du Dein Diapason-Abonnement hast auslaufen lassen.
Gruß, Zelenka
Gamaheh (02.10.2007, 18:05): Lieber Zelenka, Original von Zelenka Im Falle der Ravel-GA von Bianconi habe ich mich wohl zu salopp ausgedrückt, es handelt sich um dieselbe Lyrinx-Produktion, nur hat der Rezensent ganz anderes gehört. Und eben 5 Stimmgabeln verteilt. Entschuldigung - das war mir zu schwierig ... Aber immerhin hat er anscheinend die gleiche gehört wie der von Pianobleu und wie ich.
Bei Interesse stelle ich auch gelegentlich noch die Diapason-Kritik hier ein. Gruß, Zelenka Das wäre toll bzw. ich würde mich darüber freuen!
Ich lese natürlich mit Betroffenheit, daß Du Dein Diapason-Abonnement hast auslaufen lassen. Warum, hast Du Anteile?
Schluß für heute! Beste Grüße, Gamaheh
Zelenka (03.10.2007, 12:38): Original von Gamaheh
Ich lese natürlich mit Betroffenheit, daß Du Dein Diapason-Abonnement hast auslaufen lassen. Warum, hast Du Anteile?
Schluß für heute! Beste Grüße, Gamaheh
Liebe Gamaheh:
Nein, leider besitze ich keine Anteile von Mondadori! Ansonsten war das mit der Betroffenheit nicht so ernst gemeint.
Gruß, Zelenka
Zelenka (05.10.2007, 16:24): Original von Gamaheh Original von Zelenka
Bei Interesse stelle ich auch gelegentlich noch die Diapason-Kritik hier ein. Gruß, Zelenka Das wäre toll bzw. ich würde mich darüber freuen!
Hier ist die Diapason-Rezension von Bianconis Ravel-Gesamteinspielung aus dem Oktober-Heft 2007:
YYYYY (<
- 5 Stimmgabeln)
En l’espace de trois ans, nous avons eu les intégrales magnifiques de Tharaud (Diapason d’or de l’année, HM) et de Bavouzet (Diapason d’or, MDG), sans oublier le beau témoignage de Philippe Entremont (Cascavelle), et voici que Philippe Bianconi vient à son tour s’imposer dans une discographie où les grandes intégrales m’etaient pass i nombreuses, Perlemuter incarnant un idéal expressif et stylistique (Nimbus).
Bianconi parle le Ravel avec naturel dans l’élocution, sophistication dans la mise en couleurs, avec une grandeur simple. Il évite la démonstration mécaniste, si facile dans la Toccata, l’archaisme trop démonstratif dans la Forlane du Tombeau de Couperin, comme il ne s’épanche pas dans la Pavane, malgré un tempo large et des contrastes atténués, ni n’éclabousse le clavier dans les Jeux d’eau. De la Sonatine, dans le Menuet est aussi facile à jouer qu’il est difficile d’y trouver le phrasé rythmique juste, il donne une lecture qui va adroit son but – certes, le finale pourrait être plus emporté, à la Clara Haskil dans son enregistrement Philips. Des Valses nobles, magistralement jetées sur le clavier en leur début, si bien rêvées dans les dernières dont la musique est en apesanteur, on retient la même idée de perfection minutieuse, mais doublée d’une liberté conquise. Les Miroirs sont pareillement tenus et inspirés, jouès dans la profondeur d’un piano centré sur un médium profond et sonore d’ou s’envolent des aigus timbrés et des graves solides comme un pilier: Bianconi a un jeu plastiquement proche de l’idéal. C’est admirable et étreignant dans la partie centrale de l’Aubade du bouffon, comme dans les Oiseaux Tristes.
Gaspard de la nuit tient la route, et comment !, face à des interprétations plus originales, plus personnelles, mais pas nécessairement plus justes que celle de Bianconi dans la capacité de faire une sonate de ce qui, bien souvent, ressemble à trois pièces disparates à force d’être sacrifiées sur l’autel de la caractérisation forcenée. Tharaud, Bavouzet, Perlemuter ou Gieseking ne perdent évidemment rien de ce qui fait leur gloire et celle de Ravel, mais Bianconi, connu pour être un schumannien admirable, s’impose comme un ravélien qui ne l’est pas moins. Prise de son naturelle pour cette intégrale issue de quatre concerts.
Alain Lompech
Gruß, Zelenka
Gamaheh (15.10.2007, 11:48): Original von Zelenka
Hier ist die Diapason-Rezension von Bianconis Ravel-Gesamteinspielung aus dem Oktober-Heft 2007:
YYYYY (<
- 5 Stimmgabeln)
Gruß, Zelenka
Lieber Zelenka,
ein weiteres Mal herzlichen Dank ! Dies ist wiederum die Version, die ich auch gehört habe, Alain Lompech ist mir als Kritiker durchaus ein Name. Ich frage mich, was (bzw. in welchem Zustand) der Classica-Rezensent das gehört hat?
Grüße, Gamaheh
Zelenka (15.10.2007, 12:58): Original von Gamaheh
Lieber Zelenka,
ein weiteres Mal herzlichen Dank ! Dies ist wiederum die Version, die ich auch gehört habe, Alain Lompech ist mir als Kritiker durchaus ein Name. Ich frage mich, was (bzw. in welchem Zustand) der Classica-Rezensent das gehört hat?
Grüße, Gamaheh
Liebe Gamaheh:
Gern geschehen! - Ich kann nur hoffen, daß beim Classica-Rezensenten keine vom Gesetz her untersagte Drogen im Spiele waren!
Gruß, Zelenka
Gamaheh (05.05.2008, 17:20): Immerhin haben beharrliches Nachfragen und der persönliche Einsatz des Saturn-Klassik-Mannes dazu geführt, daß die Lyrinx-(SA)CDs jetzt bei diesem Händler und bei jpc (einem weiteren Baustein des Metro-Imperiums) bestellt werden können bzw. sogar auf Lager sind, wie z.B. diese: