Magda Olivero - 100 Jahre!

nikolaus (25.03.2010, 09:06):
Tanti auguri di buon compleanno!

Heute hat Magda Olivero Geburtstag und wird sage und schreibe 100 Jahre alt!!

Sie feiert ihren Geburtstag in Mailand.

Zumindest letztes Jahr hat sie noch gesungen,
hier zu sehen.

Nikolaus.
Ulrica (08.04.2010, 17:52):
Also, ich muss sagen:

Donnerwetter! Sie ist für dieses enorm hohe Alter - wie man es Bei uns ausdrückt - noch gut beieinander.

Ich bin schwer beeindruckt. Es wohl kaum möglich, allgemeine Prognosen aufzustellen, wie lange ins Alter hinein eine Stimme hält und warum.

LG
:hello
Ulrica
Falstaff (23.02.2017, 23:35):
Nun, wir alle wissen, dauerte ihr Lebensweg noch mehr als vier Jahre!

Magda Olivero hatte mit Sicherheit eine der erstaunlichsten und längsten Karrieren der Operngeschichte des XX. Jahrhunderts. Schon 1933 debütierte sie in Turin in Gianni Schicchi, nahm 1938 die Liù in einer recht bekannten Produktion mit Gina Cigna als Turandot auf und verabschiedete sich 1941 nach ihrer Heirat von der Bühne.

Zum Glück war dieser Abschied nicht dauerhaft. In den 50iger Jahren war sie eine gefeierte Verismo-Sängerin, trat z.B.
ab 1951 als Adriana Lecouvreur auf und debutierte 1975 dann endlich als Tosca an der Met. Ich erinnere mich noch an Plakate für einen Solo-Abend mit ihr in den 80igern in Venedig. Leider war das Datum schon verfallen. Man konnte sie aber noch 1990 auf der Bühne erleben.

Magda Olivero verfügte über ein ganz spezielles Timbre. Und das ist durchaus eine Gnade, denn damit ist ihre Stimme unverwechselbar. Zudem konnte sie, v.a. Partien des Verismo mit einer ganz besonderen Eindringlichkeit ausstatten und sang stets mit der für dieses Repertoire notwendigen Ausgeglichenheit der Register.

Aber es ist wohl v.a. die Emotionalität ihrer Interpretationen, die sie so besonders macht.
Falstaff (23.02.2017, 23:38):
Und wenn es nur diese eine Aufnahme wäre!



A dream team !!! In jeder Position wirklich optimal besetzt, wird diese Aufnahme doch von der Olivero beherrscht. Und das will schon 'was heißen.
palestrina (23.02.2017, 23:40):
Auch eine der Stimmen die von der Plattenindustrie schwer vernachlässigt wurden, und somit wurde sie auch eine der Königinnen der Raubkopien!

LG palestrina
Falstaff (23.02.2017, 23:45):
Auch eine der Stimmen die von der Plattenindustrie schwer vernachlässigt wurden, und somit wurde sie auch eine der Königinnen der Raubkopien!
Stimmt. Das hatte ich noch erwähnen wollen. Olivero, Gencer, Grob-Prandl und sicherlich noch ein Haufen mehr. Was haben sich die Labels damals nur gedacht. Die einzige Entschuldigung wäre, dass es damals genug andere, vielleicht auch für das Mikrophon besser geeignete, Stimmen gegeben hat. Heute jedenfalls würde sie sich alle all ihre Finger nach solchen Stimmen ablecken.
Falstaff (23.02.2017, 23:51):
Eine Aufnahme, die mich immer geradezu süchtig werden ließ. Leider nicht mit di Stefano als Partner. Das wäre für mich ideal gewesen.
palestrina (23.02.2017, 23:52):
Das sind die die einzigen Studiaufnahmen ...


die Gesammtaufnahme der Fedora, auch eine Paraderolle der Olivero!

Und dieses Cetra/jetzt Warner Recital!



LG palestrina
Falstaff (24.02.2017, 00:03):
Das sind die die einzigen Studiaufnahmen ...
It is a shame. Aber immerhin mehr als der Gencer vergönnt war. :B

Schön, dass du an ihre Fedora erinnerst. Ich habe nur diese hier:




Di Stefano 1969. Das war wahrlich nicht mehr seine große Zeit. :)