Maskierte Gäste - Ein Rätsel um musikalische Einlagen und Beilagen
Rideamus (05.03.2011, 18:03): Liebe Ratefreunde,
passend zur aktuellen närrischen Saison, aber auch dem danach folgenden, aschgrauen Alltag möchte ich heute ein Rätsel um fremdartige Gäste in der Musik einleiten, die in der Regel von deren eigenen Schöpfern eingeführt, mindestens aber höchst gastfreundlich aufgenommen wurden, jedoch nicht selten bald ein Eigenleben begannen, das zuweilen sehr weit von ihrer ursprünglichen Heimat weg führte und sie manchmal weit populärer werden ließ als der ursprüngliche Rahmen, für den sie gedacht waren. Das können Instrumentalstücke in Opern und anderen musikalischen Bühnenwerken oder umgekehrt Gesangsstücke in Instrumentalwerken sein, aber auch fremdartige Stücke in einem ganz anderen Rahmen. Wie immer summieren sie sich zu einem Lösungswort, das ein weiteres derartiges Stück bezeichnet.
Die Spielregeln sind dieselben wie zuvor, aber ich erläutere sie gerne noch einmal für alle, die erst jetzt zu unserer Rätselgemeinde stoßen. Beginnend mit dem gleich anschließenden Posting werde ich jeden Tag eine von 18 neuen Fragen einstellen. Wenn Ihr eine Lösung zu dieser Frage (oder einer beliebigen früheren aus diesem Rätsel) habt, veröffentlicht sie bitte nicht gleich hier, sondern schickt sie mir per PN oder notfalls per Email an Rideamus@email.de. Ich werde wie immer versuchen, diese Vorschläge zeitnah zu bestätigen (oder auch nicht, je nachdem). Wenn Ihr die Bestätigung bekommen habt, gebt bitte Euren Mitratern einen Tipp. Dabei greife ich gerne einen Vorschlag auf und belohne jeden öffentlich gegebenen Tipp mit einem Extrapunkt – allerdings nur mit einem pro Frage. Weitere Extrapunkte wird es diesmal nicht geben, sieht man von den zwei Fragen ab, in denen nach zwei Werken gefragt wird, für deren Erratung es jeweils einen Punkt gibt.
Wie zuvor, werde ich auch diesmal das Rätsel sowohl im capriccio-kulturforum.de als auch in das-klassikforum.de laufen lassen, die beide öffentlich einsehbar sind, so dass jeder, der will, alle Tipps mitbekommen kann. Eure Tipps solltet Ihr bitte aber konsequent nur in einem der beiden Foren veröffentlichen, da ich sonst bei der Zählung zu leicht durcheinander komme. Apropos: erfahrungsgemäß passieren bei der Zählung immer kleine Fehler, weil ich die PN nicht alle zur Überprüfung aufheben kann. Ich rate also jedem, dem sein Punktestand wichtig ist, sich seine eigenen Punkte zu notieren, damit Ihr mich bei Bedarf korrigieren könnt.
Eine vollständige Lösung besteht aus folgenden Angaben. - das gesuchte fremdartige Stück - das Werk, aus dem es stammt - der Komponist des Werkes. Diese drei Informationen bringen zusammen einen Punkt. Ein Tipp zur richtigen Lösung bringt einen weiteren.
- der gesuchte Lösungsbuchstabe. Richtig aneinandergereiht, ergeben die Lösungsbuchstaben, wie schon gesagt, eine weitere Einlage in einem bekannten Werk, das überhaupt nur wegen dieses Fremdkörpers einen Wettbewerb gewinnen konnte.
Wenn Ihr noch Fragen habt, stellt sie bitte in diesem Thread
Und nun kann es gleich losgehen.
Viel Spaß bei diesem Mummenschanz wünscht
:hello Riddleamus
Rideamus (05.03.2011, 18:43): Saisongerecht beginnen wir mit einem Marsch, der zwar nicht der Narrhallamarsch ist, aber so ähnlich klingt und von einer Art Maskenfest umgeben ist, in dem er fremd wirkt.
Gesucht wird der sechste Buchstabe des Komponistennamens, der in manchen Umschreibungen auch doppelt eingesetzt wird.
:hello Riddleamus
Heike (05.03.2011, 23:36): Diese "Dingsen" aus dem Titel hab ich heut gekauft, und zwar im Kleinformat. Heike
Armin70 (05.03.2011, 23:47): Zu 1: Das gesuchte Werk hat etwas mit Vitaminen zu tun und alle guten Dinge sind bekanntlich...
Severina (06.03.2011, 00:49): Die Vitamine spielen auch bei Opernfestivals eine gewisse Rolle. Hier hat Fairy wieder einmal Startvorteil :wink
lg Sevi :hello
Rideamus (06.03.2011, 08:56): Zur Feier des Tages der ersten Umzüge noch ein saisonaler Tipp zur Frage 1 von mir: das Werk könnte von den Teilnehmern eines Kinderfaschingsfestes besetzt werden, so viele Prinzen, Prinzessinnen und Tiere gibt es da. Cowboys und Indianer aber eher nicht.
Übrigens wurde der erste Lösungsbuchstabe schon mehrfach gefunden. Es ist ein F.
:hello Riddleamus
Rideamus (06.03.2011, 12:53): Für alle, die, aus welchen Gründen auch immer, den sonnigen Sonntag nicht draußen erleben können, schiebe ich mal gleich die zweite und besonders leichte Frage nach, bevor auch ich mich für eine Weile vom Schirm verabschiede.
Wo es junge Früchtchen gibt, darf die passende Tierwelt nicht fehlen: komponiert als Einlage in einer Oper, machte sich dieses virtuose Portrait eines Insekts selbständig und wird heute mit seiner schnellsten Aufführung im Guinness-Rekordbuch geführt.
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten.
:hello Riddleamus
Severina (06.03.2011, 17:58): Tipp zu zwei: Die gemütlichen Tierchen mit ihrem pelzigen Hinterteil sind mir viel lieber als ihre quergestreiften Verwandten mit dem schnellen Stachel!
lg Sevi :hello
Armin70 (06.03.2011, 18:11): Tipp zu 2: Der Geschwindigkeitsrekord steht momentan bei knapp 63 Sekunden. Da vergeht das Stück wirklich wie im ...
(Wenn man nicht aufpasst, kann das betreffende Tierchen schon mal zustechen.)
Severina (06.03.2011, 18:19): Original von Armin70 Tipp zu 2: Der Geschwindigkeitsrekord steht momentan bei knapp 63 Sekunden. Da vergeht das Stück wirklich wie im ...
(Wenn man nicht aufpasst, kann das betreffende Tierchen schon mal zustechen.)
Da muss es sich aber schon sehr bedroht fühlen!! Ich habe auf meiner Loggia ein Insektenhotel und lebe mit diesen netten Brummern völlig friedlich auf Tuchfühlung. Und im Unterschied zu den Stachelmonstern erwarten sie auch nie von mir, dass ich mein Frühstück mit ihnen teile!
lg Sevi :hello
PS: Riddleamus möge mir meinen Exkurs in die Fauna verzeihen, aber ich muss doch den guten Ruf meiner Mitbewohner verteidigen! :D
Heike (06.03.2011, 20:00): Tipp zu 2 Lang Lang spielte das Stück auf dem IPad. Heike
Rideamus (07.03.2011, 00:12): Manche Feste sind eine Reise wert, und wenn man zu solch ganz besonderen Anlässen die besten Musiker der Welt einsetzen kann, bedient man natürlich nicht nur die Sänger, sondern zum Beispiel auch einen Flötisten. In dieser Beilage begleitet einer mit einem regelrechten Konzertstück eine der virtuosesten Bassarien überhaupt.
Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistennamens
:hello Riddleamus
Heike (07.03.2011, 09:12): Tipp zu 3 Das Reiseziel ist eines der wichtigsten Zentren der Champagnerherstellung. Es hat sowohl einen Arc de Triomphe als auch eine Cathédrale Notre-Dame.
Armin70 (07.03.2011, 18:15): Tipp zu 3: Das gesuchte Werk des Komponisten ist ganz sicher keine "Alterssünde"...
Rideamus (07.03.2011, 23:34): Nach diesen relativ leichten Auftakten wird das Rätsel etwas seriöser und schwerer, bleibt aber natürlich gut lösbar, jedenfalls in dieser Frage:
Auch andere Komponisten bauten in ihre Opern Hommages für einzelne Instrumentalisten ein. Hier war es der Primgeiger eines berühmten Opernhauses, den dieser Komponist mitten in seiner Oper so etwas wie den langsamen Satz eines Violinkomzertes spielen ließ, als wär's ein Stück von Mendelssohn, bevor ein Terzett mit obligater Violine im eigentlichen Stil des (späteren) Meisters einsetzt.
Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens oder Werktitels
:hello Riddleamus
Rideamus (08.03.2011, 10:28): Da die heutige Frage etwas schwerer oder der Kater vom Rosenmontag ausgeprägter als sonst zu sein scheint, hier mal ein Tipp von mir:
Das Kostüm der Titelhelden hätte Henri Dunant auch als Vorlage dienen können, wenn er nicht schon seine Landesflagge gehabt hätte.
:hello Riddleamus
Rideamus (08.03.2011, 13:56): Auch, wenn noch Karneval ist: Blaukreuzler helfen hier nicht. Eher die mit dem roten Kreuz.
Wenn Ihr nun noch den ewig grünenden Komponisten findet, könnt Ihr die Lösung auf YouTube identifizieren, indem Ihr ihn mit den Rotkreuzlern kombiniert.
:hello Riddleamus
Severina (08.03.2011, 15:00): Tut mir Leid, ich kenne keinen Komponisten namens Tannenbaum, der beim Roten Kreuz arbeitet, auch nicht in Jerusalem :I
lg Sevi, ratlos :hello
Rideamus (08.03.2011, 15:08): Liebe Sevi,
wenn die Nennung von Jerusalem ein Zufall war, dann ein sehr schöner und treffender. Ansonsten helfen sicher Deine Fremdsprachenkenntnisse bei der Identifizierung von Herrn Grünlich.
:hello Riddleamus
Rideamus (08.03.2011, 15:39): Soeben werde ich mit Recht korrigiert. :A
Als Lösungsbuchstabe der Frage Nr. 4 zählt nur der letzte des Komponisten, da der vollständige Werktitel mit einem anderen Vokal abschließt. Den vollständigen Titel benutzt zwar kaum jemand, aber wo etwas zu korrigieren ist, muss das auch getan werden.
:hello Riddleamus
Heike (08.03.2011, 16:10): Tipp zu 4: Der Komponist widmete das Werk der zweiten Frau von Napoleon. Was diese geborene Wienerin aber mit der Region im Titel des Werks oder gar mit den kriegerisch-missionarischen "Reisen" der Bewohner zu tun hatte, erschließt sich mir nicht wirklich. Heike
Armin70 (08.03.2011, 16:41): Tipp zu Nr. 4: Der Komponist hatte das Werk später zu einer neuen Oper umgearbeitet und dabei änderte er die Sprache und er fügte ein großes Ballett ein.
Severina (08.03.2011, 17:21): Original von Heike Tipp zu 4: Der Komponist widmete das Werk der zweiten Frau von Napoleon. Was diese geborene Wienerin aber mit der Region im Titel des Werks oder gar mit den kriegerisch-missionarischen "Reisen" der Bewohner zu tun hatte, erschließt sich mir nicht wirklich. Heike
Nun ja, die Familie dieser Dame herrschte geraume Zeit über die gefragte Region, aber das hat just diesen Komponisten ganz gewiss nicht zu seiner Widmung inspiriert.
Manchmal ist es halt ein rechtes Kreuz mir der richtigen Lösung :wink!
lg Sevi :hello
Rideamus (09.03.2011, 00:16): Die tollen Tage sind vorüber, und auf einmal sollen wir wieder in Sack und Asche gehen. So merkwürdig es uns heute erscheinen mag, bei Einigen galt das einmal als durchaus attraktiv. Unter diesem Aspekt ist das Stück, dem die nächste Frage gilt, womöglich die perfekte Untermalung des Schritts vom Faschingsdienstag zum Aschermittwoch.
Eine beliebte Form der Einlagen sind Zwischenaktmusiken. Meist dienen sie zur Überbrückung von szenischen Verwandlungen. Dieses sehr populäre Violinstück, das mit dem in der vorigen Frage wenig gemein hat, illustriert dagegen eher die Wandlung der Titelfigur auf nachdenkliche Weise.
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten oder der erfragten Einlage.
:hello Riddleamus
Heike (09.03.2011, 07:41): gelöscht, sollte eine PN werden
Armin70 (09.03.2011, 13:56): Zu Nr. 5: Dieses gesuchte Violinstück darf auf keiner Aufnahme mit Violinschmanklern fehlen. Die Oper, aus der das gesuchte Stück ist, hat übrigens den gleichen Handlungsort wie Verdis "Aida".
Heike (09.03.2011, 14:53): zu Nr. 5 Der Titel des Violinstücks erinnert an Methoden des Zen-Buddhismus, an Yoga und Fantasiereisen.
miranda (09.03.2011, 22:19): zu 1. Die Handlung beruht auf einem Märchenspiel aus dem Land, wo die Zitronen sowie die anderen Früchtchen im Titel blühn.
zu 2. In dieser Oper wirft man eine junge Mutter samt Kind in einem Fass ins Meer....bloß gut, dass auch das ein Märchen ist.
zu 3. Wenn man bedenkt, was Jeanne d'Arc nach einer Reise dorthin aus ähnlichem Anlass zustieß, können die Reisenden in dieser Oper eigentlich froh um ihr Missgeschick sein.
zu 4. Es sieht gerade diesem Komponisten eigentlich nicht ähnlich, die für einen abscheulichen Massenmord Verantwortlichen zu Helden seiner Oper zu machen, aber "shit happens"....
zu 5. Kaum zu glauben, dass bei solch süß-sinnlicher Musik die Titelheldin beschließt, ins Kloster zu gehen...
Rideamus (10.03.2011, 10:06): Tut mir Leid für die späte Einstellung dieser Frage. Anscheinend hat gestern abend mein PC gesponnen - oder ich.
Kehren wir zur Abrundung des ersten Drittels an Fragen zu den Hommages zurück. Die in einer Oper übliche Huldigung war natürlich die an eine Stimme. Hier schrieb sich der Komponist einen weiteren Fremdkörer in Form einer Klavierbegleitung in die Einlage, die ursprünglich für eine andere Oper gedacht war. Vermutlich tat er das um seinen Liebesdialog mit der Sängerin, für die er die Arie schrieb, auf offener Bühne führen zu können. Die Einlage führte später ein Eigenleben und wurde nicht in das Werk aufgenommen, für das sie einmal gedacht war.
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe der Arie.
:hello Riddleamus
Armin70 (10.03.2011, 15:05): Tipp zu Nr. 6: Die gesuchte Arie komponierte der Komponist für eine damals sehr berühmte Sängerin, die in einer weiteren Oper des Komponisten die weibliche Hauptpartie sang. In der gesuchten Arie verkörpert die Sängerin eigentlich einen Mann aber in der Uraufführung der Oper, auf dem diese Arie basiert, wurde die Partie zumindest auch schon von einem Kastraten gesungen.
Heike (10.03.2011, 19:51): Tipp zu Nr. 6 Lesen bildet (und im Forum lesen bildet heute womöglich besonders) Heike
Severina (10.03.2011, 22:04): Die 6. Frage kostete mir zunächst solches Kopfzerbrechen, dass ich mir schon die Kugel geben wollte, aber dann las ich im Fastenthread, dass ich das momentan gar nicht darf, also konsumiere ich den Komponisten in der kalorienärmeren musikalischen Version.
lg Sevi :hello
Rideamus (11.03.2011, 00:19): Liebe Sevi, der Tipp ist ja zum Rumkugeln! :times10
Bevor ich die nächste Frage stelle, möchte ich anlässlich des Abschlusses des ersten und weitgehend gelösten Drittels die bisher gefundenen Lösungsbuchstaben rekapitulieren, damit das Lösungswort nicht ganz aus dem Blickfeld gleitet:
1 - F
2 - R
3 - O
4 - I
5 - M
6 - C
Und nun zur Frage 7:
Noch eine Instrumentaleinlage, auch diesmal passend zur Saison, also mit dramatischer Funktion: Im ersten Teil einer nicht nur im Sinne dieses Rätsels gastfreundlichen Oper verkörpert eine Klarinette eine trauernde Witwe in einer als "Pantomime" vorgesehenen Einlage. Welches Werk ist hier gemeint, wie heißt die trauernde Figur, und um wen trauert sie?
Für das Lösungswort gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens
:hello Riddleamus
Armin70 (11.03.2011, 06:27): Tipp zu 7.: Die Klarinette setzte der gleiche Komponist im langsamen Satz eines fantastischen Werkes in sehr schöner Weise ein.
Heike (11.03.2011, 08:59): Tipp zu 7 Die gesuchte "Männer bekämpfende" Witwe tritt in der Oper mit ihrem kleinen Sohn zusammen auf. Heike
Severina (11.03.2011, 16:50): Tipp zu 7:
Manche Gastgeschenke haben es wirklich in sich!!
lg Sevi :hello
Rideamus (12.03.2011, 00:12): Eine der beliebtesten Gesangseinlagen überhaupt findet sich in einer liebestrunkenen und dennoch komischen Oper. Sie ist deswegen als Einlage zu sehen, weil sie in ihrem heiteren Rahmen völlig unerwartete, sogar verstohlen tränende Töne anschlägt, als wolle der Komponist sagen: "Seht mal, das kann ich aber auch noch", und dem Sänger oft ein Da capo einträgt.
Gesucht wird der fünfte Buchstabe des Komponistennamens von vorne wie von hinten
:hello Riddleamus
Armin70 (12.03.2011, 06:43): Tipp zu 8.: Bei diesem Werk bewahrheitet sich am Ende im übertragenen Sinn der Spruch "Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln"...
Rideamus (12.03.2011, 07:20): Original von Armin70 Tipp zu 8.: Bei diesem Werk bewahrheitet sich am Ende im übertragenen Sinn der Spruch "Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln"...
An diesen Spruch würde ich lieber nicht denken wollen, wenn ich Armin bestätige, dass er als Zweiter bereits das Lösungswort herausgefunden hat.
Dieses besteht übrigens anders, als ich in meinem Eingangsbeitrag schrieb, nicht aus 18, sondern aus 19 Buchstaben, denn das Rätsel hat auch 19 Aufgaben. Noch habe Ihr also die Hälfte nicht ganz geschafft. Tut mir Leid für meinen Tippfehler.
:hello Riddleamus
Heike (12.03.2011, 10:33): Tipp zu 8 Eigentlich geht es in der ganzen Oper nur um Quacksalberei, Placebo und unverhofften Geldsegen. Heike
Severina (12.03.2011, 12:13): Tipp 8: Bordeaux hat manchmal ungeahnte Nebenwirkungen - wenn man daran glaubt!!! lg Sevi :hello
Rideamus (12.03.2011, 23:31): Kommen wir von einer Einlage in der Oper zu einer ganzen Oper als Einlage. Diese wurde zum Vorbild einer ganzen Gattung.
Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens
:hello Riddleamus
Rideamus (13.03.2011, 10:49): Ich fürchte, Ihr denkt zu kompliziert.
Die gesuchte Oper hat nichts mit der zu tun, in der ein Werk "nach der italienischen Buffomanier" parallel gespielt wird, denn die ist keine Einlage und wurde auch nie Vorbild.
Die "italienische Buffomanier" trifft das gesuchte Werk aber ziermlich gut.
:hello Riddleamus
Heike (13.03.2011, 11:01): Tipp zu 9 Der Komponist starb sehr jung und ist uns heute vor allem durch sein letztes Werk bekannt. Heike
Armin70 (13.03.2011, 19:24): Tipp zu 9.: Diese Operneinlage war damals Anlass zu einem Streit, ob der französischen oder der italienischen Musik der Vorrang gegeben werden muss.
Rideamus (13.03.2011, 21:31): Komponisten einer verständlicherweise von der Tonträgerindustrie vernachlässigten Instrumentalgattung liebten es, Lieder einzubauen. Dieses hier wurde so erfolgreich, dass der Komponist es sogar in seine Suiten mit der ursprünglichen Musik aufnahm.
Gesucht wird der Doppelbuchstabe im Werktitel
:hello Rideamus
Armin70 (14.03.2011, 15:50): Tipp zu Frage 10: Der Komponist stellte 2 Suiten aus der ursprünglichen Musik zusammen. Das gesuchte Lied findet sich in der 2. Suite als letzter Satz. Der Titelheld aus dem Stück verglich sich übrigens mit einer Zwiebel.
Severina (14.03.2011, 16:16): Nach der Frage 9 trollen :wink wir uns bei der 10. in den hohen Norden, wo es ein wahres Musterbeispiel an weiblicher Treue gibt!
lg Sevi :hello
Rideamus (14.03.2011, 22:47): Bleiben wir zunächst in der Gattung:
Von diesem Werk führt eigentlich nur die Ouvertüre ein reges Leben im Konzertsaal, weswegen die beiden eingelegten Lieder fast unbekannt sind. Eines ist recht militärisch, das andere voller Freude und Leid
Gesucht wird der drittletzte Buchstabe des Werktitels
:hello Rideamus
Heike (14.03.2011, 23:05): Tipp zu 10 Bald ist wieder Morgenstimmung.
Heike (15.03.2011, 08:15): Tipp zu 11 „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“
Armin70 (15.03.2011, 10:07): Tipp zu 11.: In seinem letzten großen sinfonischem Werk tendiert dieser Komponist dann aber eindeutig zu "himmelhoch jauchzend"...
Severina (15.03.2011, 13:18): Der Titelheld hat einen Mann zum Gegner, der schon gegen einen ebenfalls vertonten spanischen Königssohn intrigiert hat. Die Autoren der literarischen Vorlagen waren befreundet und haben ein gemeinsames Denkmal, die beiden Komponisten hingegen kannten einander nicht persönlich.
lg Sevi :hello
Rideamus (15.03.2011, 13:36): Nachdem fast alle, die bisher mit machen, fast alle bisherigen Fragen gelöst haben, fasse ich mal die bisher gefundenen Lösungsbuchstaben zusammen und schiebe dann gleich die nächste Frage nach um einer eventuellen Langeweile vorzubeugen:
01 - F 02 - R 03 - O 04 - I 05 - M 06 - C 07 - Z 08 - Z 09 - I 10 - E 11 - O
Drei von Euch haben ja auch das Lösungswort schon gefunden, wenn sich auch nur eine(r) den Extrapunkt für einen Tipp auch dazu verdient hat.
Den Übrigen sollte es langsam aber auch leicht fallen, denn natürlich beschreibt es einen weiteren maskierten Gast, also eine Ein- oder Beilage.
:hello Riddleamus
Rideamus (15.03.2011, 16:38): Dieser Komponist liebte nicht nur die Fremdkörper in seinen Hauptwerken, sondern ging sogar so weit, eines davon nur aus "Gesangseinlagen" zusammenzustellen, damit es nicht mitzählte. Dieses Werk ist hier aber nicht gemeint, denn er schildert ausnahmsweise Himmlisches, nicht Irdisches.
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens
:hello Riddleamus
Armin70 (16.03.2011, 01:07): Zu Frage 12: Den eigentlichen Durchbruch seiner Musik verdankte der Komponist der Stereophonie aber das erlebte er leider nicht mehr aber er ahnte dies, denn er soll mal gesagt haben, dass die Zeit für seine Musik erst noch kommen wird.
Armin70 (16.03.2011, 01:10): Tipp zum Lösungsspruch: Dieses "Zwischenspiel" stammt aus einem Werk, welches den Komponisten sehr berühmt machte und seine weiteren Werke konnten eigentlich nie daran anknüpfen. Sozusagen handelt es sich im Prinzip um ein "One-Hit-Wonder".
Heike (16.03.2011, 16:44): Tipp zu 12 Der Komponist konsultuierte wegen Eheproblemen einen berühmten Wiener, worüber vor nicht allzu langer Zeit ein (schlechter) Film gemacht wurde. Heike
Severina (16.03.2011, 17:29): Tipp zu 12:
Auch ein berühmter italien. Regisseur spielt in einem Film auf den Komponisten an, obwohl in der nicht minder berühmten literarischen Vorlage eigentlich von einem Dichter die Rede ist.
lg Sevi :hello
Rideamus (16.03.2011, 20:46): Die beliebtesten Einlagen sind aber immer noch Tanzeinlagen. Ein Stoff lud besonders dazu ein, weil es da beim Tanz nachgerade höllisch zugeht.
Gesucht sind die beiden Tänze aus zwei sehr verschiedenen Werken gleicher Nationalität mit dem gleichen Titelhelden, dessen erster Buchstabe hier besonders interessiert.
:hello Riddleamus
Armin70 (17.03.2011, 14:13): Tipp zu Nr. 13: Der Komponist der ersten Tanzeinlage gilt als erster international anerkannter Starkomponist und einige später lebende bedeutende Komponisten berufen sich auf ihn.
Der Komponist der zweiten Tanzeinlage leistete ebenfalls Bedeutendes auf dem Gebiet des Musiktheaters und er gilt als Erfinder einer Musikgattung über die der "seriöse" Klassikhörer zwar gerne die Nase rümpft aber im Stillen gerne mit den Füssen mitwippt. Ich wohne übrigens in der Nähe einer Stadt, die genauso heisst wie der gesuchte Komponist, obwohl diese Stadt mit dem Komponisten nix zu tun hat, soweit ich weiss.
Heike (17.03.2011, 14:25): Tipp zu 13 Der gesuchte Titelheld der Werke war ein berühmter Sänger. Die (jüngere) berühmte Einlage wurde mal schildkrötenhaft parodiert.
Severina (17.03.2011, 17:09): Tipp zu 13:
Der Titelheld zählt wohl zu den am öftesten Vertonten überhaupt, wobei sein unterirdisches Abenteuer aber nicht immer so fidel verläuft wie bei einem der gesuchten Komponisten, der offenbar auch in keinem Rätsel von unserem Riddleamus fehlen darf. Beim anderen geht es seriöser und ritterlicher zu.
lg Sevi :hello
Rideamus (17.03.2011, 21:54): Wenn man eine Einlage entgegen jeder Erwartung gleich an den Anfang stellt, kann das Karrieren ruinieren. Bei diesem Werk geschah es beinahe, und der Komponist hat es seinen vermeintlichen Feinden nie verziehen.
Gesucht wird der Doppelbuchstabe im Werktitel
:hello Riddleamus
Armin70 (18.03.2011, 13:41): Tipp zu Frage Nr. 14: Von der Oper existieren verschiedene Fassungen. Die Kirche, allen voran der Papst, hatten sich damals sehr an dem Werk gestört.
Rideamus (18.03.2011, 15:55): Nachdem alle, die sich regelmäßig an diesem Rätsel beteiligen, mehr oder weniger gleichauf liegen (manche haben nur noch nicht das Lösungswort oder keinen Tipp dafür abgegeben), wird es Zeit für eine etwas kompliziertere, mehrteilige Stichfrage. Hier kommt sie:
Der gemeinsame Nenner der hier gesuchten Einlagen heißt Jahrmarkt. Die erste, instrumentale, Einlage untermalt eine eher provinzielle Zirkusvorstellung auf einem Jahrmarkt, die zweite, ein Lied, ist der ungeplante Höhepunkt der Jahrmarktsdarbietung eines Behinderten in einem Musikfilm, der wiederum als Drittes ein Musical hervorbrachte, das als Höhepunkt ein Pendant zu dem Filmlied bietet.
Für das Lösungswort gebraucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten des Werkes mit der Instrumentaleinlage, aber eine vollständige Lösung, die drei Punkte plus den Punkt für einen Tipp wert ist, brauchen wir auch den Titel des Films und des gefragten Liedes, sowie den Titel, das Pendant und den Komponisten des Musicals
:hello Riddleamus
Severina (18.03.2011, 18:35): Lieber Wolfram, wie kannst Du mir das antun??? :( Film UND Musical in einer Frage, und der erste Teil klingt auch nicht nach etwas, das ich kenne - das ist Strafverschärfung!!!! Da hilft nur Flucht in PC-lose Zonen..... Oder viele seeeehr gute Tipps, aber ich denke, so dick können die Zaunlatten gar nicht sein.
lg Sevi :hello
Heike (18.03.2011, 18:49): Tipp zu 14 Auch wenn der Komponist sonst ja ein ziemlich unsympathischer Mensch gewesen sien soll - dieses Werk, mit dem er bewusst die schlüpfrigen Männerphantasien der reichen Pariser Säcke mal nicht bediente, macht ihn mir direkt sympathisch!
@Sevi: Ich leide mit dir und warte ebenso auf Zaunpfahl-Tipps zu 15!
Heike
Rideamus (18.03.2011, 20:35): ACHTUNG: EDITIERT
Liebe Leute,
glaubt mir, so schlimm ist es wirklich nicht. Sevi kennt die Antwort zu Teil 1 garantiert, denn der Komponist der Oper stammt aus der weiteren Nachbarschaft.
Ich bin auch ziemlich sicher, dass der Film mindestens weithin bekannt ist. Er ist allerdings etwas älter, und seine Heldin hat mit Audrey Hepburn etwas sehr Persönliches gemeinsam (und mit der Hauptdarstellerin auch, aber etwas anderes).
Wenn man den Film hat, ist das Musical höchstens noch eine Aufgabe zum Nachschlagen, wie Streifenpeter schon erinnert oder herausgefunden hat. Der Schauplatz ist im TItel beschrieben.
:hello Riddleamus
Rideamus (19.03.2011, 09:32): Die Hauptdarstellerin des Films wurde bekannt als Darstellerin sehr junger Mädchen, in die sich mehr oder weniger vermögende Amerikaner verlieben. Später, in einem Film, der ähnlich wie sie benamst war, war es auch mal ein Franzose, dessen ebenfalls sehr französischer Freund sich beim Himmel für kleine Mädchen bedankte. Es ging aber auch da nicht um Päderasten.
Zum Titel des Musicals gab es neulich im Klassikforum einen fast passenden Thread. Allerdings hat das Wort heute eine zu seinem Ursprung fast gegenteilige Bedeutung.
:hello Riddleamus
Armin70 (19.03.2011, 16:14): Tipps zu Nr. 15:
1. Tipp zur Oper: Was man nicht alles aus Liebe zu einer Frau macht: Da verkleidet sich einer sogar als Tanzbär.
2. Tipp zum Film: In dem Film geht es um Puppen. Allerdings hält die weibliche Hauptfigur diese zunächst für real...Der Hauptdarsteller des Films war übrigens mal mit der von Rideamus ins Spiel gebrachten Audrey Hepburn verheiratet.
3. Tipp zum Musical: Das Musical heisst so wie ein hierzulande gefeiertes Brauchtum, das sich durch überschäumende Freude, Ausgelassenheit und Fröhlichkeit auszeichnet und bis vor wenigen Tagen in vielen Regionen des Landes wieder zelebriert wurde.
Heike (19.03.2011, 17:30): puh, dank der Tipps habe ich es gefunden und gebe gern weitere Tipps:
Tipps zu 15 1: Die erste Filmoper wurde nach dieser Oper gedreht, sagt Wiki. 2: Filmanzeigen für diesen Film zeigen die ersten bekannten Emoticons (Smileys) 3: das Musical heißt so wie das US Wort eines von Ort zu Ort ziehenden Jahrmarkts. Heike
Rideamus (20.03.2011, 00:04): Original von Heike
1: Die erste Filmoper wurde nach dieser Oper gedreht, sagt Wiki.
Heike
Hier irrt Wiki. Filmopern (oder Opernfilme) gab es schon zahlreiche vorher. Man denke nur an den ROSENKAVALIER-Film. Es war nicht einmal der erste Tonfilm, für den eine Oper unter Beibehaltung ihrer wichtigstern Musikstücke aufbereitet wurde, denn das war vermutlich DIE DREIGROSCHENOPER in deutscher, französischer und englischer Sprachfassung. Aber auch diese Filmoper wurde von demselben Komponisten eingerichtet, der schon Weills Musik für DIE DREIGROSCHENOPER adaptierte, nämlich Theo Mackeben.
Allerdings ging Mackeben bei der gesuchten Oper sehr viel radikaler vor, was er sich leisten konnte, weil der originale Komponist nicht mehr lebte und nicht einmal aus derselben Gegend kam.
:hello Rideamus
Rideamus (20.03.2011, 00:25): Eigentlich wollte ich hier eine Frage nach einem Marsch für einen Thronfolger und seine vielen Geschwister stellen, also nach diesem Stück hier: http://www.youtube.com/watch?v=JmKfHixGYwc&playnext=1&list=PL0BBDF2F02A37B997. Da aber Musicals so unbeliebt sind, habe ich mich umentschieden und greife auf ein Stück aus dem Repertoire der anerkannt klassischen Musik zurück, das im selben Jahr uraufgeführt wurde wie das Musical, allerdings fast ein halbes Jahrhundert nach seiner Komposition.
Ein lange verkannter, ja, fast unbekannter Komponist, der heute als einer der führenden seines Landes gilt, schuf ein Werk voller seltsamer Beilagen wie Bürgerkriegslieder, Volkslieder und sogar Kirchenlieder, die alle nicht gesungen werden, das mit einem dissonanten Akkord abschließt, mit dem der Komponist nach Ansicht eines seiner führenden Interpreten "die Nabelschnur zum 19. Jahrhundert abschnitt".
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten
:hello Riddleamus
Armin70 (20.03.2011, 09:12): Tipp zu Nr. 16: Der Komponist verdiente hauptberuflich seine Brötchen in einer ganz anderen Branche. Seiner Zeit war er oft schon weit voraus und das erkannte damals auch kein geringerer als Gustav Mahler.
Heike (20.03.2011, 09:54): Da aber Musicals so unbeliebt sind, Lieber Rideamus, so unbeliebt sind sie gar nicht, das Problem ist nur, dass du hier einsamer Experte auf weiter Flur bist und wir alle keine Ahnung davon haben! Heike
Heike (20.03.2011, 10:56): Tipp zu 16 Der Komponist erhielt den Pulitzer-Preis, alelrdings nicht für das gesuchte Werk.
Heike (20.03.2011, 11:01): Tipp zum Lösungswort: Da fällt mir zuerst die Mafia ein.
Rideamus (20.03.2011, 23:31): Nach den diversen Bandwurmfragen machen wir's mal wieder kurz und knackig:
Diese ebenfalls sehr folkloristische Tanzeinlage bildete die Grundlage eines weiteren Werkes der Musikbühne.
Gesucht sind die Vorlage und das davon inspirierte Werk nebst ihren Komponisten, von denen uns besonders der letzte Buchstabe im Namen des Komponisten der Vorlage interessiert
:hello Riddleamus
Heike (21.03.2011, 07:51): ganz schnell wieder gelöscht, sollte PN werden
Rideamus (21.03.2011, 08:15): „Kurz und knackig“ scheint zu irritieren. Vielleicht sollte ich betonen, dass das neue Werk eine eigenständige Geschichte erzählt, also keine Fertigstellung eines nur unvollendet gebliebenen Werkes ist und die bearbeitete Musik nicht vom Komponisten der Tänze stammt, die hauptsächlich die Vorlage bildeten.
:hello Rideamus
Armin70 (21.03.2011, 22:42): Tipp zu Nr. 17: Der Komponist der Vorlage war im Hauptberuf Wissenschaftler und er bzeichnete das Komponieren als erholsamen Zeitvertreib.
Der bekannteste "fremde" Song aus dem Musical ziert das Grabmal des Komponisten der Vorlage. Dieser Song wurde von einigen bekannten Stars, z. B. Bing Crosby gesungen.
Rideamus (22.03.2011, 00:08): Wir biegen in die Zielgerade mit, zugegeben, der letzten schwierigen Frage, die aber kein Musical betrifft. Versprochen.
Folklore parodieren ist einfach. Man mische diverse Tänze und Vokalbeln aus einem Land und verpflanze sie in ein anderes - natürlich nicht das eigene. Schwieriger ist es schon, daraus ein ganz eigenes Kabinettstück zu machen, das als eigenständiger Tanz bestehen kann, wie hier
Gesucht wird der dritte Buchstabe im gängigen Vornamen des Komponisten
Als kleiner Tipp vorab: das gesuchte Werk war vor nicht all zu langer Zeit schon mal in einem meiner Rätsel dran. Ich mache halt nur zu gerne Reklame dafür.
:hello Riddleamus
Armin70 (22.03.2011, 14:38): Tipp zu Nr. 18: Der gesuchte Komponist hat viele seiner Werke in Teamarbeit geschrieben, d. h. er komponierte die Musik und sein Partner schrieb die Libretti. Der betreffende Tanz hat einen spanischen Ursprung und ähnelt dem Bolero. Das betreffende Werk hat aber, soweit ich weiss, nichts mit Spanien zu tun.
Heike (22.03.2011, 15:18): Tipp zu 17 Die Opernvorlage wurde erst von Glasunow und Rimski-Korsakow vollendet, der Komponist, der Musik nur als Zeitvertreib bezeichnete, hatte wohl zu wenig Zeit zum Komponieren und hinterließ das Werk unvollendet.
Heike
Heike (22.03.2011, 17:15): Tipp zu 18 Mir würde ja zu dem Werk erst mal eine Barcarole einfallen, aber der Komponist sah da eher Kastagnetten und sowas.
Rideamus (22.03.2011, 18:52): Nachdem zu meiner nicht geringen Verblüffung fast jeder der bei diesem Rätsel Aktiven die vermeintlich besonders schwere Frage 18 bereits gelöst hat, schiebe ich gleich die nächste und letzte Frage nach, deren Beantwortung Euch nicht schwer fallen dürfte:
Zum Abschluss eine ganz besondere Tanzeinlage, die sich sehr rasch von ihrem Rahmen emanzipierte. Wohl nirgendwo wurde sie hinreißender getanzt als von den denkbar unpassenden, wiewohl köstlichen Krokodilen und Flusspferden in einem bekannten Film.
Gesucht wird das Original, aus dem diese Tanzeinlage stammt und insbesondere der dritte Buchstabe des Komponistennamens
:hello Riddleamus
Armin70 (22.03.2011, 20:07): Tipp zu Nr. 19: Diese schöne Tanzeinlage stammt aus einem ganz "fantastischen" Animationsfilm.
Danke an Rideamus für das unterhaltsame Rätsel :thanks
Heike (22.03.2011, 20:11): Tipp zu 19 Die Tanzeinlage hat Wunschmusik- Popularität und diente auch Werbespots der Konditorei Coppenrath & Wiese zur Musikuntermalung.
Danke an Rideamus für die tägliche Rätselfreude - was mach ich denn bloß jetzt, wenn es keine neuen Fragen mehr gibt?????? - Ganz einfach, warten auf das nächste Rätsel!!!! Und erstmal auf die bestimmt wieder unterhaltsame Auflösung :-)
:thanks
Heike
Rideamus (23.03.2011, 07:46): Für alle, die noch in das Rätsel einsteigen wollen, fasse ich hier noch einmal alle gefundenen Lösungsbuchstaben zusammen. Wie schon zu Beginn des Rätsels gesagt, ergeben sie, richtig sortiert, eine weitere, sehr beliebte Einlage in einem musikalischen Bühnenwerk:
01 F 02 R 03 O 04 I 05 M 06 C 07 Z 08 Z 09 I 10 E 11 O 12 E 13 O 14 N 15 S 16 I 17 N 18 T 19 N
Dieses Lösungswort wurde schon von sehr vielen Teilnehmern des Rätsels erraten, die, da sie fast alle immer brav ihre Tipps abgaben, damit auf die maximal erreichbare Punktzahl von 42 Punkten kamen.
Um diejenigen, die früh schlafen gehen und aufstehen, nicht zu benachteiligen, lasse ich die erste Runde des Rätsels jedoch bis heute um Mitternacht offen. Alle, die bis dahin alle Aufgaben bewältigt haben, können sich zu den ersten Siegern zählen, die jetzt schon fast eine zweistellige Zahl ausmachen.
Aber Gewinner sind ohnehin alle, die sich an dem Rätsel beteiligt und ihre Kenntnisse getestet haben. Für sie bleibt das Rätsel noch bis zum Wochenende offen. Ab Montag werde ich dann wieder peu à peu die Auflösungen einstellen, wobei wie immer gilt, dass alle noch nicht aufgelösten Rätselfragen noch laufend beantwortet und im Punktestand berücksichtigt werden können.
Nun bleibt mir nur noch, mich bei Euch für die engagierte Mitarbeit zu bedanken, ohne die die ganze Rätselei keinen Spaß machen würde. Den habt Ihr aber auch mir wieder ausgiebig bereitet. :leb :times10 :leb
:hello Riddleamus
Rideamus (28.03.2011, 11:27): Liebe Ratefreunde,
die erste Runde ist abgeschlossen, und ich freue mich, dass fast ein Dutzend von Euch alle Fragen des Rätsels einschließlich der nach dem Lösungswort hat richtig beantworten können. Da diese Grupe so geschlossen ist und nicht nur gleichauf, sondern auch noch fast zeitgleich durch das Zielband gelaufen ist, möchte ich hier niemanden einzeln hervorheben. Ich gratuliere und bedanke mich für ihre engagierte Mitarbeit bei Amelia GrimaldiArmin70AtheneCalistoHeikeOper 337PavelQuasimodoSeverinaTeresa CelliniWaldi:times10 :leb :down :times10 :leb :down :times10 :leb :down :times10 Einige wurden diesmal aus diversen Gründen daran gehindert, sich bis zum Schluss uneingeschränkt zu beteiligen, obwohl sie ahlreiche gute Lösungen haben beitragen können. Auch sie haben zum Erfolg des Rätsels beigetragen. Deswegen sollen sie hier ebenfalls und gerne lobend erwähnt werden: Armin DiedrichEmotioneErzherzogGurnemanzMiranda:beer :beer :beer :beer :beer :beer :beer :beer
Ihnen widme ich ebenfalls einen ganz herzlichen Dank im Namen aller, die auch von ihren Tipps profitiert haben.
Für mich kann ich nur sagen, dass es wieder einmal sehr viel Spaß gemacht hat, mit Euch gemeinsam Entdeckungen in der Welt der Musik zu machen.
Nun kann es in Kürze mit den Auflösungen los gehen, wobei die alte Regel gilt, dass jede/r mir noch Lösungen schicken kann, solange sie hier noch nicht gepostet wurden.
Bis später also, Euer
Riddleamus :hello
Severina (28.03.2011, 14:48): Lieber Riddleamus,
vielen Dank für Dein spannendes Rätsel, die Knobelei hat wie immer großen Spaß gemacht! Ich danke auch den Erstellern der vielen tollen Tipps hier und andernorts :wink, ohne die ich bei mancher Frage ziemlich aufgeschmissen gewesen wäre! Und jetzt freue ich mich auf den Bildungsteil!!! :D
lg Sevi :hello
Rideamus (28.03.2011, 16:12): Auch Dir vielen Dank, liebe Severina. Wie gewünscht schreite ich nn also zum "Bildungsteil" mit der ersten der versprochenen Rätsellösungen. Wie immer, würde ich mich freuen, wenn Ihr mich dabei nicht ganz alleine lassen und meine Erläuterungen durch eigene Anmerkungen und Empfehlungen ergänzen würdet.
Saisongerecht beginnen wir mit einem Marsch, der zwar nicht der Narrhallamarsch ist, aber so ähnlich klingt und von einer Art Maskenfest umgeben ist, in dem er fremd wirkt.
Gesucht wird der sechste Buchstabe des Komponistennamens, der in manchen Umschreibungen auch doppelt eingesetzt wird.
Tipps:
Rideamus’ Hinweis auf den Komponistennamen mit seinen unterschiedlichen Schreibweisen hat mich auf die geographisch richtige Spur gebracht. Wer auch ein bisschen botanisch denkt, kann dieses saftige Rätsel lösen! – Amelia Grimaldi
Diese "Dingsen" aus dem Titel hab’ ich heut gekauft, und zwar im Kleinformat. Heike
Das gesuchte Werk hat etwas mit Vitaminen zu tun und alle guten Dinge sind bekanntlich... Armin70
Wem sonst nichts hilft, ein Supermarkt kann es, der hat saftige Sachen im Angebot. Mein saftiges Gewächs daheim bringt aber nichts heraus. – Oper 337
In einem anderen Werk des gesuchten Komponisten wird eine Ente lebendig verschlungen (und später gerettet) – Athene
Zur Feier des Tages der ersten Umzüge noch ein saisonaler Tipp zur Frage 1 von mir: das Werk könnte von den Teilnehmern eines Kinderfaschingsfestes besetzt werden, so viele Prinzen, Prinzessinnen und Tiere gibt es da. Cowboys und Indianer aber eher nicht. ... Übrigens wurde der erste Lösungsbuchstabe schon mehrfach gefunden. Es ist ein F. – Riddleamus
Köchinnen können zum einen durchaus auch im Bass singen und zum anderen mit dem Suppenlöffel noch mehr tun als umrühren. Der Hauptdarsteller hat zu Beginn etwas mit Buster Keaton gemeinsam. – Armin Diedrich
Der Komponist starb am selben Tag wie sein Väterchen Staatschef (der ihn aber nicht mochte) – Waldi
Es ist nicht der Ninetta-Walzer von Strauß, obwohl der auch hierher passen könnte – Pavel
Für zwei Früchtchen nimmt es in der Wüste ein böses Ende – Calisto
Manchmal kann die Kenntnis von Ballettmusik ganz nützlich sein, besonders wenn es in beiden Fällen um denselben Komponisten geht – Teresa Cellini
Die Handlung beruht auf einem Märchenspiel aus dem Land, wo die Zitronen sowie die anderen Früchtchen im Titel blüh’n – Miranda
Der gesuchte Marsch bildet den Auftakt zu dem Versuch, jemanden zum Lachen zu bringen. Als das gelingt, wird jemand anderes ungemütlich – Quasimodo
Die Lösung: Marsch aus DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Sergej Prokofjew Lösungsbuchstabe: F s. http://www.youtube.com/watch?v=MzMnZl6xxns
Als Sergej Prokofjew das vom Krieg und der anschließenden Revolution geschüttelte Russland in Richtung Amerika verließ, hatte er sich als Komponist bereits einen Namen gemacht und erhielt gleich nach einem erfolgreichen Konzert mit seinen Werken in Chicago von dem Intendanten des dortigen Opernhauses den Auftrag, eine Oper zu schreiben. Da ihn die Gattung Oper schon länger reizte, hatte er schon bei der Überfahrt mit der Skizze eines Librettos nach Carlo Gozzis Märchenstück „Die Liebe zu den drei Pomeranzen“ in der programmatischen Adaption des russischen Regisseurs Wsewolod Meyerhold begonnen, dessen enthusiastischer Anhänger Prokofjew zu dieser Zeit war. Meyerhold opponierte vehement gegen das naturalistische Theater des vorrevolutionären Russland und befand sich damit ganz auf der Linie des, gerne mit grellen Schlaglichtern operierenden, kommunistischen Darstellungsstils, der auch den sowjetischen Stummfilm prägte.
Prokofjew brachte aber auch eigene Ideen und Verfremdungen in das Libretto ein, das so zu einer ganz eigenen Mischung aus Märchen, Satire und kommentierendem Verfremdungstheater im späteren Sinne Brechts wurde, in der es vorkommen kann, dass eine Prinzessin in eine Ratte verwandelt oder eine Köchin von einem Bass gesungen wird. Zu den angesprochenen Verfremdungen gehört bereits der Prolog, in dem das Publikum heftig über das Stück diskutiert, das es geboten zu bekommen wünscht, bis die Spaßmacher des Königs alle von der Bühne vertreiben und ihr ganz eigenes Spiel beginnen, dessen Inhalt unser Opernpeter hier nacherzählt hat: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p59795-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post59795.
Da die russische Sprache auf den Bühnen des damaligen Amerika undenkbar war, weil niemand sie beherrschte, Prokofjew aber noch kein Englisch konnte, einigte man sich auf eine französische Fassung des Librettos als Originalversion unter dem Titel L’AMOUR DES TROIS ORANGES. Der Erfolg der Oper hielt allerdings vorerst nicht lange an, und die relative Popularität der Oper stütze sich eine Zeit lang eher auf die Konzertsuite stütze, die Prokofjew aus ihrer Partitur zusammenstellte. Ihr Glanzstück war die hier gesuchte Einlage des Marsches, der Prokofjew offenbar selbst so gut gefiel, dass er ihn nicht nur selbst am Klavier einspielte (s. "http://www.youtube.com/watch?v=mlwYfMU-kkM"), sondern auch in seinem ein Vierteljahrhundert später entstandenen Ballett CINDERELLA noch einmal aufgriff.
Neben dem obligatorischen Kinderhit PETER UND DER WOLF und dem Schulstoff der „Symphonie Classique“ war dieser Marsch das erste Werk Prokofjews, das ich, im Rahmen einer Zusammenstellung sinfonischer Märsche, erwarb und immer wieder abspielte, so dass er bis heute ein unauslöschlicher, aber in der Regel willkommener Ohrwurm geblieben ist. Die Ähnlichkeit des Marsches mit dem Narrhalla-Marsch, den der Mainzer Kapellmeister Karl Zulehner 1844 aus Adolphe Adams Oper LE BRASSEUR DE PRESTON geklaut und damals Jokus-Marsch genannt hatte, ist wohl mehr dem Marschgenre an sich als einem Plagiat Prokofjews zuzuordnen, während die Ähnlichkeit des Darth Vader - Marsches aus John Williams' STAR WARS - Partituren mit dem von Prokofjew wohl schon weniger zufällig sein dürfte.
Ich lag aber wahrscheinlich richtig in der Annahme, dass eine Frage nach dem Werk, dessen Einlage der sogenannte Narrhalla-Marsch einst war, die meisten Ratefreunde auf Dauer von diesem Rätsel verschreckt hätte. Oder sie wären alle auf derselben Wikipedia-Seite gelandet, was ja auch nicht Sinn der Sache gewesen wäre. Ganz ehrlich: wer von Euch hat schon gewusst, dass der Narrhallamarsch eigentlich von Adolphe Adam ist? Ich übrigens auch nicht, bevor ich diese Frage hier recherchierte.
Anders als mit dem Marsch tue ich mich eingestandenermaßen mit der ganzen Oper schwer, denn die Musik mit ihren vielfältigen Brechungen und ironischen Reflexionen reizt zwar den Intellekt ungeheuer, vermag mich aber überhaupt nicht emotional zu berühren. Das scheint dem normalen Klassikkäufer nicht viel anders zu gehen, denn in dem Angebot dieser Oper gibt es ein Phänomen, das uns allgemein erst in ein paar Jahren normal erscheinen wird: während man kaum eine vollständige Audioaufnahme erwerben kann, gibt es eine Fülle von DVDs, die sich alle mit ziemlichem Erfolg darum bemühen, der Oper gerecht zu werden. Das gilt zumindest für die vier Aufnahmen, die ich kenne, und von denen ich zwei besonders hervorheben möchte. Die eine ist Kent Naganos Einspielung aus Lyon, von der es auch eine Audioversion gibt, die ich aber dank der intelligenten Inszenierung von Louis Erlo, die mir erheblich besser gefällt als dessen CONTES D’HOFFMANN im Irrenhaus, als DVD bevorzugen würde:
Die andere, von mir besonders wegen der köstlichen Dekorationen von Maurice Sendak geschätzte, DVD ist die der von Frank Corsaro 1982 in Glyndebourne realisierten Aufführung unter der Stabführung von Bernard Haitink mit Colette Alliot Lugaz und Ryland Davies, die es derzeit leider nur noch am Marketplace gibt: http://www.amazon.de/PROKOFIEV-S-LOVE-TH…00889796&sr=1-5
Wer ein wenig Geduld hat, kann sich aber mit dem zu Beginn angegebenen Link zu YouTube durch die ganze Oper klicken. Ich kann Euch versichern, dass es sich trotz der mäßigen technischen Qualität außerordentlich lohnt, allerdings leider noch am wenigsten des Marsches wegen, der etwas fantasielos absolviert wird, als habe man ganz bewusst die Aufmerksamkeit des Publikums auf den Rest der Oper lenken wollen.
Soviel erst einmal von mir. Habt Ihr noch andere Lieblingsaufnahmen dieser beliebtesten Oper Prokofjews?
:hello Rideamus
Heike (28.03.2011, 20:29): Anders als mit dem Marsch tue ich mich eingestandenermaßen mit der ganzen Oper schwer, denn die Musik mit ihren vielfältigen Brechungen und ironischen Reflexionen reizt zwar den Intellekt ungeheuer, vermag mich aber überhaupt nicht emotional zu berühren. Das geht mir ganz genauso. Ich habe die Oper mal vor Jahren an der KOB gesehen und mich unsterblich gelangweilt, seitdem habe ich die auch nie wieder freiwillig gehört (von Radioschnipseln mal abgesehen). Ehrlich gesagt ist mir auch der intellektuelle Anspruch damals verborgen geblieben; ich kann mich leider nicht erinnern, ob das an der Inszenierung lag oder ob es mich alles einfach nicht interessiert hatte. Heike
Armin70 (28.03.2011, 22:55): Aus der Oper "Die Liebe zu den drei Orangen" von Sergej Prokofiev kenne ich nur die Suite, die mir aber sehr gut gefällt. Das ist für mich eine sehr abwechslungsreiche, expressive und spielerische Musik. Kann sein, dass die Musik in der komprimierten Fassung als Suite besser wirkt als in der gesamten Oper. Wenn man sich diese Oper dann noch in einer Inszenierung anschaut, mit der man nichts anfangen kann, macht es den Zugang zu dieser Musik sicherlich nicht leichter.
In dieser sehr virtuosen Aufnahme kommt diese Musik sehr gut zur Geltung:
Das ist pure Orchesterbrillianz.
Rideamus (29.03.2011, 12:37): Vielen Dank für Eure Kommentare, Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass die Orchestersuite überzeugender wirkt als die Oper. Durch eine gute Inszenierung die in den von mir angegebenen Beispielen kann das allerdings sehr gut kompensiert werden, denn die Oper bietet enorm viele Ansatzpunkte für eine fantasievolle Realisierung. Nun aber zur nächsten Lösung:
Wo es junge Früchtchen gibt, darf die passende Tierwelt nicht fehlen: komponiert als Einlage in einer Oper, machte sich dieses virtuose Portrait eines Insekts selbständig und wird heute mit seiner schnellsten Aufführung im Guinness-Rekordbuch geführt.
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten.
TIPPS
Na denn grüßen wir so wie es in Hamburg passieren würde... Mors, Mors! – Armin Diedrich
Die Gattung heißt Bombus. Wenn sie brummt, dann Vorsicht! – Waldi
Wie war das mit den Gesetzen der Flugmechanik? - Athene
Die gemütlichen Tierchen mit ihrem pelzigen Hinterteil sind mir viel lieber als ihre quergestreiften Verwandten mit dem schnellen Stachel! - Severina
Der Geschwindigkeitsrekord steht momentan bei knapp 63 Sekunden. Da vergeht das Stück wirklich wie im ... (Wenn man nicht aufpasst, kann das betreffende Tierchen schon mal zustechen.) – Armin 70
Da muss es sich aber schon sehr bedroht fühlen!! Ich habe auf meiner Loggia ein Insektenhotel und lebe mit diesen netten Brummern völlig friedlich auf Tuchfühlung. Und im Unterschied zu den Stachelmonstern erwarten sie auch nie von mir, dass ich mein Frühstück mit ihnen teile! – Severina
Nr. 1 / Nr. 2: Beide Komponisten wurden im selben Reich geboren (wenn auch weit entfernt voneinander); kämen sie heute zur Welt, könnte man das allerdings nicht mehr behaupten. – Gurnemanz
Heute könnte man ja auch fliegen oder Bahn fahren. – Oper 337
Mit der Bahn, lieber Peter, dürften beide Meister schon gefahren sein - jedenfalls hätten sie es können. Flugzeuge waren dagegen da noch eher exotische Transportmittel. - Gurnemanz
Lang Lang spielte das Stück auf dem IPad. Heike
Jacob und Wilhelm haben dieses Werk nicht in ihrer Sammlung. – Amelia Grimaldi
Nicht nur im "Schwanensee" gibt es "Schwanenprinzessinnen" – Pavel
Der Komponist des gesuchten Stücks schrieb auch eine Oper über zwei Kollegen, die aber ca. 100 Jahre früher lebten – Calisto
In dieser Oper wirft man eine junge Mutter samt Kind in einem Fass ins Meer... bloß gut, dass auch das ein Märchen ist - Miranda
Wir sind nicht im Aschenbrödel, aber wenn Frauen böse sind, kann es schon vorkommen, dass sie heimgesucht werden. Ich hätte ihnen vermutlich eine Bremse geschickt, aber ein blutiger Biss gibt musikalisch nicht allzu viel her – Teresa Cellini
Das gesuchte Stück führt ein Eigenleben; die Oper, aus der es stammt, ist ziemlich unbekannt – Quasimodo
Die Lösung: „Der Hummelflug“ aus DAS MÄRCHEN VOM ZAR SALTAN von Nikolai Rimsky-Korsakow – Lösungsbuchstabe R s. http://www.youtube.com/watch?v=Q15yi6CqZ2U
Wenn es irgendeines Beweises bedurft hätte, wie populär dieses Virtuosenstück ist, dann kann man ihn in der Leichtigkeit finden, mit der diese Frage beantwortet wurde, obwohl das Werk, aus dem es stammt, womöglich das mit Abstand unbekannteste in dem ganzen Rätsel ist. Zwar haben viele schon von dieser Oper gehört, aber wie viele kennen sie selbst? Ich auch nicht wirklich, muss ich gestehen, obwohl ich seit einiger Zeit die Aufzeichnung einer Inszenierung Harry Kupfers an der Dresdner Oper in meinem Archiv habe, die sehr gefällig zu sein scheint, aber zu deren vollständiger Ansicht ich bis heute nie die Zeit oder den Grund fand. Jetzt ist das aber überfällig.
Woran das über meiner mir nie ganz erklärlichen Reserviertheit gegenüber russischen oder allgemein osteuropäischen Opern hinaus wohl liegen mag? Dabei war ich mal ein glühender Anhänger der Musik Tschaikowskys und auch der SHEHERAZADE oder der Suite vom GOLDENEN HAHN von Rimsky-Korsakow. Ist das wirklich eine so typische Sturm und Drang – Musik für junge Leute? Je mehr ich da hinein höre, um so stärker sind meine Zweifel. Auch der Einfluss des von mir bekanntlich weniger geliebten Richard Wagner wird von Rimskys Melos durchaus im Zaum gehalten. So sehr sogar, dass die mir bekannten orchestralen Teile fast wie weichgespülter Wagner wirken. Offensichtlich lohnt eine intensivere Auseinandersetzung, denn Rimsky gilt zweifellos zu Recht als einer der versiertesten Handwerker der Musikgeschichte, der sich ganz hervorragend auf die Orchesterbehandlung verstand, Dabei war er selbst keineswegs arm an starken eigenen Einfällen, wird also zu Unrecht oft auf den Verharmloser von Mussorgskys BORIS GONUDOW reduziert. Das mag er wohl auch gewesen sein, obwohl ich seine Bearbeitung der Oper und ihre Realisierung durch Herbert von Karajan durchaus schätze. Andererseits hatte er es erst möglich gemacht, dass große Teile der Welt Komponisten wie Borodin oder Mussorgsky überhaupt kennen lernen konnten.
Eines allerdings hat Rimsky mit seinem bedeutenden Vorbild gemeinsam: aus seinen Werken lassen sich nur wenige Einzelteile schadlos herauslösen. Der sogenannte Hummelflug gehört zu diesen wenigen Bestandteilen. Dabei beruht schon sein Name auf einem Missverständnis, das den Widerspruch zwischen der sirrenden Musik und dem eher schwerfälligen Tier des Titels erklärt. Ursprünglich ist nämlich der Flug einer Stechmücke gemeint, in die sich der verwunschene Prinz verwandelt um seine Peiniger heimzusuchen. Wir haben es nämlich mit einer sehr reizvollen Mischung aus KING LEAR, SCHWANENSEE und dem vielleicht beliebtesten Märchen überhaupt, dem vom Aschenputtel zu tun. Sie entsprang ursprünglich der Feder Alexander Puschkins, zu dessen hundertjährigem Jubiläum Rimsky diese Oper nach Puschkins märchenhaftem Poem über „Die Geschichte vom Zar Saltan, seinem berühmten Sohn, dem mächtigen Bojarenprinzen Gvidon Saltanowitsch und die schöne Schwanenprinzessin“ schrieb. Als eine von nur zwei Opern Rimskys wurde sie von der zaristischen Zensur toleriert und sogar in Anwesenheit des Zaren aufgeführt. Allerdings wurde bei dieser Aufführung ein tödliches Attentat auf den Premierminister des Zaren verübt, was den ohnehin nicht sonderlich geförderten Rimsky bei Hofe nicht gerade beliebter machte.
Warum manche Übersetzer aus dem völlig areligiösen Märchen eine "Legende" machten, ist mir noch schleierhafter als die Verwandlung einer Mücke in einen fliegenden Elefanten. So jedenfalls muss die Hummel gegenüber einer Stechmücke wirken, und es ist kein Wunder, wenn viele Hörer wegen des hellen Klangs russischer Hummeln irritiert sind. Dagegen macht eine schnelle Stechmücke genau den Sinn, den Rimskys sirrende Musik perfekt ausdrückt. Um deren irrwitziges Verhalten zu charakterisieren, hat sogar David Garretts technisch eindrucksvoller, musikalisch aber eher hirnloser Rekord, der in dem oben genannten YouTube-Clip festgehalten wurde, eine gewisse Berechtigung. Zugegeben sei jedoch: als Stechmücke hätte es das Tier vielleicht nie in die Hitparaden geschafft, denn diese Viecher sind zu Recht höchst unbeliebt, und auch in dem Märchen sticht die Mücke die bösen Prinzessinnen in die Augen, wie es nun einmal die Art dieser Quälgeister ist.
Da kaum jemand die Oper kennt, und auch der Streifenpeter sich ihrer noch nicht angenommen hat, gebe ich hier mal eine kurze Zusammenfassung ihres Inhaltes:
Zar Saltan belauscht drei Schwestern, die sich darüber unterhalten, was sie dem Zaren schenken würden, wenn er sie heiratete. Eine würde ein großes Fest ausrichten, die andere ein kostbares Gewebe herstellen. Die dritte aber würde ihm einen Erben schenken, und so ist es kein Wunder, dass er diese heiratet. Die alte Hexe Babarika hilft den eifersüchtigen Schwestern, sich an der Glücklichen zu rächen und lässt dem auf Kriegszug befindlichen Zaren ausrichten, dass seine Frau ihm (statt des gesunden Prachtjungen, den sie tatsächlich zur Welt gebracht hat) ein Monster als Erben geboren hätte. Wütend befiehlt der Zar, die Frau samt ihrem Bastard in einem Fass zu ersäufen. Widerstrebend folgt das Volk dem Befehl, während die neidischen Schwestern und Babarika bei Hofe aufgenommen werden.
Im zweiten Akt landen die Zarin und ihr Sohn, die sich aus dem Fass befreien konnten, auf der Insel Buyan. Der rasch herangewachsene Zarewitsch Gwidon rettet einen Schwan vor einem Drachen. Zum Dank zaubert ihm der Schwan eine wunderschöne Stadt auf die Insel. Im dritten Akt betrauert der Zarewitsch, dass er keinen Vater hat. Der Schwan verwandelt ihn in eine Stechmücke, so dass er auf ein Schiff fliegen kann, das ihn zum Festland bringt, wo die Residenz des Zaren liegt. Dort berichten die Seeleute von der wundervollen Stadt. Als die beiden Schwestern diese Geschichten Lügen nennen, sticht der Zarewitsch sie in die Augen, und als auch Babarika in diese Lügen einstimmt und von einer märchenhaften Prinzessin erzählt, die auf dem Meer herrsche, wird auch sie von Gwidon als Mücke gestochen und erblindet. Saltan will nun zwar diese märchenhafte Insel sehen, verbietet der Mücke aber, je wieder den Palast zu betreten. Traurig kehrt Gwidon nach Hause zurück.
Im vierten Akt betrauert er sein Schicksal und wünscht sich die schöne Prinzessin herbei, von der Babarika erzählt hat. Erneut erscheint der Schwan und verwandelt sich in eben diese Prinzessin, deren Mutter in die Ehe zwischen den beiden einwilligt. Zusammen mit seiner Mutter erwartet der nunmehr glückliche Gwidon seinen Vater, den Zaren Saltan, der noch nicht weiß, dass er seinen eigenen Sohn besucht, aber voller Reue über die voreilige Verurteilung seiner jungen Frau ist. Erneut erscheint die Schwanenprinzessin und enthüllt dem Zaren die wahre Identität seiner Gastgeberin und ihres künftigen Gemahls, den sie nunmehr zur Freude aller heiraten kann. Alle sind dermaßen glücklich, dass sogar den bösen Schwestern und der Babarika verziehen wird.
Leider gibt es von dieser Oper offiziell nur diese eine Aufnahme aus dem Jahr 1955, zu der vielleicht andere etwas sagen können, da ich sie noch nicht kenne:
Die mir bislang bekannten Szenen aus der Dresdner Inszenierung sowie das Wiederhören nach langer Zeit der von Rimsky selbst erstellten Suite aus der Oper haben in mir jedoch den dringenden Wunsch geweckt, meine bisherigen blinden Flecken in diesem Bereich wenigstens zu vermindern. Vielleicht kann jemand von Euch bei der weiteren Motivation der MitraterInnen mithelfen, indem sie oder er weitere Aufnahmen mindestens der Suite empfiehlt? Meine Empfehlung wäre diese Zusammenstellung der SHEHERAZADE unter Karajan mit weiteren Instrumentalwerken Rimskys, u. a. der Suite zum ZAR SALTAN unter Vladimir Ashkenazy:
Es ist allerdings auch die einzige Aufnahme, die ich kenne.
:hello Riddleamus
Rideamus (30.03.2011, 11:30): Manche Feste sind eine Reise wert, und wenn man zu solch ganz besonderen Anlässen die besten Musiker der Welt einsetzen kann, bedient man natürlich nicht nur die Sänger, sondern zum Beispiel auch einen Flötisten. In dieser Beilage begleitet einer mit einem regelrechten Konzertstück eine der virtuosesten Bassarien überhaupt.
Gesucht wird der zweite Buchstabe des Komponistennamens
TIPPS Das Reiseziel wird aufgrund widriger Umstände nicht erreicht, ein Fest findet dennoch statt. Die Musik des gesuchten Stücks taucht ganz ähnlich in einem weiteren Werk des Komponisten auf, das schon häufig Rätselgegenstand war – Athene
Das ist zwar im Prinzip richtig; der guten Ordnung halber sollte ich aber spezifizieren, dass im Gegensatz zu manch anderem Stück gerade diese Arie vom Komponisten stark überarbeitet wurde. So strich er für das neue Stück das ganze "Flötenkonzert", schrieb eine ganz neue Einleitung und beließ dem Bassisten von dem anspruchsvollen Original nur die Cabaletta, die er zum Teil auch noch dem Chor überlassen muss - Riddleamus
Duette, Terzette, Quartette........ mit solchen Petitessen hält sich der Komponist nicht (nur) auf. Hier wird tüchtig geklotzt, was eine Aufführung in bester Qualität natürlich erschwert. Vom gefragten Werk haben wir glücklicherweise zwei fulminante Einspielungen desselben Dirigenten, der die sängerische Crème de la Crème um sich versammelte – Amelia Grimaldi
Was hat denn das mit Champagner zu tun ? – Pavel
Das Reiseziel ist eines der wichtigsten Zentren der Champagnerherstellung. Es hat sowohl einen Arc de Triomphe als auch eine Cathédrale Notre-Dame. – Heike
Der Librettist dieses Stückes entnahm einige Charaktere Madame de Staels Roman "Corinne, ou I'talie" – Calisto
Vom in Nummer 3 gesuchten Werk gibt es gerade eine - dem Vernehmen nach ausgezeichnete - Produktion in meistersingerlichen Gefilden – Armin Diedrich
Von dieser Reise kann man enorm viel erzählen und man tut es auch und mit Bravour. – Oper 337
Nicht gerade einfach, die richtige Arie zu finden, wenn gleich mehrere Bässe in Frage kommen – Teresa Cellini
Die Arie habe ich noch nicht, aber die Oper. Denkt an die Caballé und Jodeln! – Waldi
Wenn man bedenkt, was Jeanne d'Arc nach einer Reise dorthin aus ähnlichem Anlass zustieß, können die Reisenden in dieser Oper eigentlich froh um ihr Missgeschick sein - Miranda
Manchmal kommt man auch über ein Mittelgebirge gar nicht so leicht drüber. Die Vogesen zum Beispiel – Quasimodo
Die Lösung: Arie des Lord Sidney: "Ah! perche la conobbi?" aus IL VIAGGIO A REIMS von Gioacchino Rossini – Lösungsbuchstabe: O s. „http://www.youtube.com/watch?v=aeBu06MxkFY“
Bei der Lösung dieser Aufgabe kann ich mich kurz fassen, denn ich habe das Werk schon vor einem Jahr im Rahmen meiner Ostereiersuche erfragt. Aber warum soll ich im Rahmen meiner Rätsel nicht wiederholt Reklame für eine der ergötzlichsten Opern aller Zeiten machen können?
IL VIAGGIO A REIMS entstand für einen besonderen Anlass, nämlich die Krönung des letzten Bourbonenherrschers Charles X (1757-1836) in Reims im Jahr 1824. Die Herrschaft des jüngsten und besonders reaktionären Bruders des geköpften Louis XVI währte keine sechs Jahre, bevor er im Rahmen der französischen Julirevolution vom Thron gefegt wurde, aber sie begann so prunkvoll und verschwenderisch, wie der spätere König bis dahin gelebt hatte. Dazu gehörte eine feierliche Krönung, für die beim renommiertesten Komponisten der Zeit um buchstäblich jeden ihm genehmen Preis eine eigene Oper bestellt wurde. Näheres dazu könnt Ihr hier nachlesen: http://www.capriccio-kulturforum.de/r%C3%A4tselhaftes-und-spielerisches/p68579-mehrstimmige-ostereier-das-zweite-gro%C3%9Fe-ensembler%C3%A4tsel/?highlight=Reims#post68579
Wenn der angesehenste Komponist der Welt, und das war Rossini im Jahr 1824 fraglos, eine solche Möglichkeit erhält, wäre er verrückt, würde er diese Chance nicht ergreifen. Rossini aber war nicht verrückt, kannte allerdings auch seinen Wert und stellte Bedingungen, wie sie wohl nie zuvor oder danach wieder durchgesetzt wurden, bis Richard Wagner auf seinen Gönner Ludwig II stieß. Zu diesen Bedingungen gehörte eine streng limitierte Zahl von Aufführungen mit den besten Künstlern der damaligen Welt, zu denen das Orchester des Pariser Théâtre Italien zählte, zumal es noch von Solisten der Opéra ergänzt wurde. Rossini hatte deshalb die Möglichkeit, nicht nur eine Reihe von schwierigsten Soli und Ensembles zu komponieren, sondern diese auch mit extrem anspruchsvollen Instrumentalpartien einleiten und begleiten zu lassen. Am auffälligsten war das bei der Arie des englischen Lord Sidney, die mit einem Flötensolo eingeleitet wird, das jedem Solokonzert der Zeit als virtuoser Kopfsatz gut angestanden hätte. Aber auch Carlo Zucchelli, der erste Interpret der Rolle des Lord Sidney, muss ein unglaublich virtuoser Bass gewesen sein, dass Rossini ihm diese Partie zumuten konnte. Bis heute gelingt sie nur wenigen Sängern der Gegenwart ähnlich hinreißend wie Samuel Ramey zu seiner besten Zeit, die wir zum Glück, etwa in dem zu Beginn verwiesenen Videoclip unter der Leitung von Claudio Abbado, heute noch nacherleben können, obwohl Ramey selbst leider nur noch ein stark vibrierender Abglanz seiner besten Zeit ist.
Natürlich hätte ich auch nach der virtuosen Einlage des Don Profondo fragen können, dessen grandiose Interpretation durch Ruggero Raimondi in Abbados Aufführungen und Aufnahmen von einigen zuerst genannt wurde, aber bei dieser grandiosen Listenarie fehlte die virtuose Begleitung, die hier ebenso gefragt war. Bezeichnenderweise fehlt sie auch in dem Pendant der Arie in LE COMTE ORY, der Oper, die Rossini später für den Opernalltag schrieb, und in die er den Löwenanteil der Nummern der per Vertrag nicht mehr aufführbaren IL VIAGGIO A REIMS einbaute. Dort mutierte die Arie Lord Sydney zur Klage des Erziehers des Titelhelden, „Veiller sans cesse“, allerdings mit starken Änderungen und Vereinfachungen, denen auch die virtuose Flötenbegleitung zum Opfer fiel.
Meine Empfehlungen für die beste Aufnahme werden sich wohl kaum mehr ändern, denn sie gelten trotz der Qualitäten späterer Aufnahmen vor allem den Audioaufnahmen Claudio Abbados und der Klage, dass es dessen Aufführungen aus Pesaro, Wien oder Berlin bis heute nicht auf DVD gibt, obwohl sie alle in gutem technischen Standard aufgezeichnet wurden.
Solange es aber keine bessere gibt, bleibt die erste Empfehlung einer DVD die spanische Aufnahme der immerhin sehr hübschen Inszenierung des Liceu in Barcelona unter Jesus Lopez Cobos, die mit Maria Bayo, Elena de la Merced, Paula Rasmussen, Josep Bros und Kenneth Tarver auch stimmlich ansprechend besetzt ist. Valeri Gergiev, kann da trotz der spektakulären Leistung eines Dirigats im Hintergrund des vokalen Geschehens, das er so kaum beeinflussen konnte, mit seinem keineswegs unbegabten, aber doch merklich schwächeren Ensemble leider nicht mithalten.
Oder sieht das jemand anders?
:hello Riddleamus
Severina (30.03.2011, 13:03): Lieber Rideamus,
ich sehe das genau wie Du und kann vor allem in Deine Klage, dass die grandiose Abbado-Produktion nie auf DVD erschienen ist, lauthals einstimmen. Ich habe auch schon wiederholt in der WSO den Wunsch danach deponiert, denn schließlich muss unsere Aufzeichnung, die damals im TV lief, ja noch verfügbar sein, aber dort stand und steht man leider auf dem Standpunkt, dass sich DVDs nicht rentieren und die Staatsoper diese Art von Werbung auch nicht nötig hat. Dabei würde sich in meinen Augen gerade diese DVD sehr wohl rentieren, weil die Besetzung kaum zu toppen ist. Deshalb sieht man "Viaggio a Reims" ja auch so selten auf der Bühne, weil ein derart hochkarätiges Ensemble nötig ist, das sich kaum ein Opernhaus für eine Rarität zu leisten gewillt ist. Außerdem ist diese Oper aus genau dem Grund nicht repertoiretauglich, sondern kann nur en bloc gespielt werden. Ich kann mich noch gut erinnern, wie Abbado, der die Viaggio damals in Wien gegen alle Widerstände durchgedrückt hat, im Vorfeld für diese "Verrücktheit" angefeindet worden ist. Tatsächlich hat diese Produktion einen großen Teil des Jahresbudgets verschlungen, und wäre sie nicht ein solcher Erfolg geworden, hätte er wohl unverzüglich seinen Hut nehmen müssen.
Und besetzt man die Viaggio halt "irgendwie", wie das bei der Gergiev-Aufnahme der Fall ist, überzeugt das Ergebnis leider nur mäßig und ist nicht dazu angetan, Werbung für dieses völlig zu Unrecht vernächlässigte musikalische Juwel zu machen.
lg Sevi :hello
Rideamus (31.03.2011, 10:34): Liebe Sevi,
vielleicht liegt die "Zurückhaltung" der WSO aber auch einfach daran, dass man sich damals nicht auch noch die Ablösung der Videorechte leisten wollte, die bei dieser Top-Besetzung sicher nicht billig zu haben war, man das heute aber nicht zugeben will? Jedenfalls fällt auf, dass auch die Berliner Aufführung zwar aufgezeichnet, aber über eine TV-Ausstrahlung hinaus nicht vermarktet wurde.
Wie auch immer, fehren wir fort mit der Auflösung des Rätsels Nr. 4:
Auch andere Komponisten bauten in ihre Opern Würdigungen einzelner Instrumentalisten ein. Hier war es der Primgeiger eines berühmten Opernhauses, den dieser Komponist mitten in seiner Oper so etwas wie den langsamen Satz eines Violinkonzertes spielen ließ, als wär's ein Stück von Mendelssohn, bevor ein Terzett mit obligater Violine im eigentlichen Stil des Meisters einsetzt.
Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens
TIPPS
Das Kostüm der Titelhelden hätte Henri Dunant auch als Vorlage dienen können, wenn er nicht schon seine Landesflagge gehabt hätte – Rideamus
Auch, wenn noch Karneval ist: Blaukreuzler helfen hier nicht. Eher die mit dem roten Kreuz. Wenn Ihr nun noch den ewig grünenden Komponisten findet, könnt Ihr die Lösung auf YouTube identifizieren, indem Ihr ihn mit den Rotkreuzlern kombiniert – Rideamus
Das mit dem letzten Buchstaben des Komponisten und dem Titel stimmt dann, wenn man vom Titel nur die ersten beiden Worte nimmt. Hinweis zum Terzett: Der O. stirbt leider bald darauf, die G. hat ihn schon einmal als tot beweint gehabt und ist auch jetzt not amused, der P., hier getarnt als E., ist bereuender Schurke, der den Anständigen zum Sieg verhilft (heutzutage sieht man diesen Typus von Anständigen aber eher als Werkzeuge des Kolonialismus) – Waldi
Das gesuchte Werk hat (bei dem Komponisten eher selten) eine Männergruppe als Titel, die gerade auf dem Weg zu einer Stadt ist. Diese Stadt gibt der späteren Umarbeitung den Titel. In die spätere Version wurde von dem Terzett leider nur das Terzett und nicht der einleitende Violinteil übernommen. In dem Werk nach welchem gefragt wurde, ist der Schauplatz dieser Szene das Ufer eines Flusses (dessen Name durchaus auch Bezug zu der Handlung hat, die während des Terzetts stattfindet). In der späteren Version ist der Schauplatz. sozusagen die "Todeszelle" (oder eher das "Todeszelt") und anders als in der früheren Fassung gibt es da sogar noch eine Wendung zum Guten. (Was aber nicht bedeutet, dass alle Hauptfiguren überleben.) Die spätere Fassung wurde unter der Ära Joan Hollender an der Wiener Staatsoper gespielt – Teresa Cellini
Männer in Horden unterwegs, mit hehren Motiven im Gepäck. So wird's zumindest oft erklärt. Ich hab da so meine Zweifel..... – Amelia Grimaldi
Der gesuchte Komponist hat für mehrere seiner Werke überarbeitete Fassungen erstellt. Zu meiner großen Freude war da auch ein ganz großer Wurf dabei. Allerdings hat er das nicht alleine geschafft. Mehr sag ich nicht! – Amelia Grimaldi
Der Komponist widmete das Werk der zweiten Frau von Napoleon. Was diese geborene Wienerin aber mit der Region im Titel des Werks oder gar mit den kriegerisch-missionarischen "Reisen" der Bewohner zu tun hatte, erschließt sich mir nicht wirklich – Heike
Nun ja, die Familie dieser Dame herrschte geraume Zeit über die gefragte Region, aber das hat just diesen Komponisten ganz gewiss nicht zu seiner Widmung inspiriert. Manchmal ist es halt ein rechtes Kreuz mir der richtigen Lösung - Severina
Der Komponist hatte das Werk später zu einer neuen Oper umgearbeitet und dabei änderte er die Sprache und er fügte ein großes Ballett ein – Armin70
Die Leute aus Nummer 4 kommen aus einer eher platten Gegend mit einem großen Fluss, wo sich mitunter auch ein Pfarrer und ein Bürgermeister zoffen. Das war allerdings mehrere hundert Jahre später – Armin Diedrich
Waren die gesuchten Leute nicht eigentlich Kredithaie, die sich dem Papsttum als Geldbeschaffer unentbehrlich gemacht hatten? - Calisto
Es sieht gerade diesem Komponisten eigentlich nicht ähnlich, die für einen abscheulichen Massenmord Verantwortlichen zu Helden seiner Oper zu machen, aber "shit happens".... – Miranda
In der Hauptstadt dieser langbärtigen Leute wurde die gesuchte Oper uraufgeführt – Quasimodo
Vorsicht: statt der Langbärtigen könnten auch hoch aufgeschossene Barden gemeint sein – Rideamus
Na, jedenfalls haben die ihren Namen ja ohnehin etwas geändert, geschrumpft sozusagen – Quasimodo
Die Lösung: Preludio zur 2. Szene des dritten Aktes der Oper I LOMBARDI ALLA PRIMA CROCIATA (Die Langobarden auf dem ersten Kreuzzug) von Giuseppe Verdi – Lösungsbuchstabe: I
s. http://www.youtube.com/watch?v=CRzAsdXSiYQ&feature=related
Wie vorhersehbar, war dies eine der schwierigsten Fragen, die am meisten Nachhilfe brauchte, weil kaum jemand die Oper gut genug kennt um sich an das darin enthaltene “Violinkonzert” zu erinnern. Zudem hatte Waldi mit seinem Hinweis Recht, dass die Frage nach dem Endbuchstaben nicht ganz sauber gestellt war, was anscheinend doch die eine oder den anderen verwirrte. Das tut mir Leid.
Ich wollte die Frage, die, neben der vorangehenden, das ganze Rätsel überhaupt erst inspiriert hat, jedoch unbedingt behalten und hoffe auf das Verständnis derer, die dadurch etwas dazu gelernt haben. Für mich verbindet sich mit diesem Werk eine der Sternstunden meines Opernlebens, denn die nachfolgend gezeigte Aufnahme war nicht nur die erste Oper, die ich in meiner kurzlebigen Karriere als Mitinhaber eines eigenen Labels für Opernvideos herausbrachte, sondern ihr Einkauf gab mir auch Gelegenheit, von einer eigenen Loge aus ihre Aufzeichnung an der Mailänder Scala am 24. April 1984 mitzuerleben, einer Aufführung, die wegen eines unmittelbar vorangegangenen Streiks sogar unvorhergesehen die Premiere dieser Inszenierung wurde.
Mit der Uraufführung des NABUCCO am. 9. März 1842 hatte die Welt einen neuen Erfolgskomponisten gewonnen. Die spektakuläre Begeisterung, welche die Oper bei jeder ihrer zahlreichen Aufführungen hervor rief, und die bis heute, dem 150. Jahrestag Italiens anhält (s. "http://www.youtube.com/watch?v=06I5iqqN_0I&feature=related"), legte allen Beteiligten nahe, es mit den gleichen Mitteln noch einmal zu versuchen. Als würdiger Vorfahre heutiger Filmproduzenten, jedoch ohne deren auf bloße Fortsetzungen erpichte Schlichtheit, gab der Impresario der Scala, Bartolomeo Merelli, bei dem Librettisten Temistocle Solera und dem Komponisten Giuseppe Verdi eine neue Oper in Auftrag, die das, unverhofft als Erfolgsrezept entdeckte, Element des Patriotismus gezielter einsetzen und die Publikumswirkung entsprechend steigern sollte.
Nach kurzer Suche wählte man als Vorlage ein besonders in Mailand sehr beliebtes Versepos von Tommaso Grossi, von dem man auch den etwas sperrigen vollständigen Titel der Oper bezog. In dieser, in Fortsetzungen publizierten, Erzählung, deren literarischer Wert nicht viele Fürsprecher hat, glorifizierte Grossi ohne besondere Rücksicht auf die historisches Wahrheit die ritterlichen Taten der Vertreter seines Heimatlandes. Allerdings ist von einer Teilnahme eines nennenswerten Kontingents von Langobarden am ersten Kreuzzug, der vorwiegend eine französisches Angelegenheit war, nichts überliefert. Tatsächlich war ein lombardisches Heer erst nach der Eroberung Jerusalems zur Verstärkung des siegreichen, aber stark geschrumpften Kreuzritterheeres aufgebrochen. Es hatte sich aber bereits in der Türkei in einen sinnlosen Eroberungskrieg verwickeln lassen, in dem es vollkommen vernichtet wurde. Die beiden im Libretto erwähnten historischen Figuren, der Eremit Peter von Amiens, der den ersten Kreuzzug propagierte und ein Heer kriegsunerfahrener Fanatiker in den Tod führte, und Gottfried von Bouillon, der Eroberer Jerusalems, der schon tot war, als die historischen Lombarden aufbrachen, standen mit dieser Unternehmung nur noch als Mythos in Verbindung.
Derartige historische Fakten brauchten den Librettisten Temistocle Solera natürlich nicht mehr zu bekümmern. Wie später im klassischen Western war wesentlich nur der Erfolg der Legende, nach der sowohl der historische Verrat, der nach monatelanger Belagerung zur Eroberung Antiochiens führte, als auch die spätere Eroberung Jerusalems allein der Beteiligung lombardischer Ritter zu verdanken war. Die nicht ganz zu leugnende Wahrheit der monatelangen Entbehrungen und des endgültigen Untergangs des lombardischen Heeres wurden in Nebensätze und eine machtvolle Prophezeiung verbannt. So konnte dem zeitgenössischen Publikum, das eine Befreiung von der lästigen österreichischen Oberherrschaft ersehnte, unter dem Deckmantel einer höchst christlichen Unternehmung, gegen die die Zensur keine Einwände zu erheben vermochte, weidlich Gelegenheit gegeben werden, patriotische Gesänge des „eigenen“ Herres im Kampf gegen fremdländische Unterdrücker zu bejubeln. (Zum höchst verwirrenden Inhalt der Oper geht es hier: Wiener Streif(en)-Lichter – der etwas andere Opernführer)
Heike (31.03.2011, 18:07): Lieber Rideamus, die Oper kenne ich überhaupt nicht - aber das .... in meiner kurzlebigen Karriere als Mitinhaber eines eigenen Labels für Opernvideos ... ist natürlich eine spannende Angelegenheit!!!! Heike
Rideamus (01.04.2011, 13:06): Original von Heike
meine kurzlebigen Karriere als Mitinhaber eines eigenen Labels für Opernvideos ... ist natürlich eine spannende Angelegenheit!!!! Heike
Liebe Heike,
das mag für Außenstehende so sein, aber mein Konto war nach diesem Abenteuer leider gar nicht der Meinung. Deshalb schnell weiter zur nächsten Frage.
Die tollen Tage sind vorüber, und auf einmal sollen wir wieder in Sack und Asche gehen. So merkwürdig es uns heute erscheinen mag, bei Einigen galt das einmal als durchaus attraktiv. Unter diesem Aspekt ist das Stück, dem die nächste Frage gilt, womöglich die perfekte Untermalung des Schritts vom Faschingsdienstag zum Aschermittwoch.
Eine beliebte Form der Einlagen sind Zwischenaktmusiken. Meist dienen sie zur Überbrückung von szenischen Verwandlungen. Dieses sehr populäre Violinstück illustriert dagegen eher die Wandlung der Titelfigur auf nachdenkliche Weise.
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten oder der erfragten Einlage. TIPPS
Vielleicht sollte man sich zu Bußübungen in die ägyptische Wüste zurückziehen, um über dieses Rätsel zu sinnieren – Armin Diedrich
Während die Sünderin bekehrt wird, verfällt ihr Bekehrer (fast) der Sünde – Pavel
Diese Zwischenaktmusik ist wirklich bekannter als die ganze Oper, dazu ein Hit in Wunschkonzerten, auf Wellness-CDs und bei youtube... – Athene
Dieses gesuchte Violinstück darf auf keiner Aufnahme mit Violinschmanklern fehlen. Die Oper, aus der das gesuchte Stück ist, hat übrigens den gleichen Handlungsort wie Verdis "Aida" – Armin70
Der Titel des Violinstücks erinnert an Methoden des Zen-Buddhismus, an Yoga und Fantasiereisen – Heike
Das gesuchte Stück habe ich einmal im Forum als Gipfel des Kitsches bezeichnet. Leider konnte ich mich mit meiner Ansicht nicht durchsetzen – Calisto
Ein anderes Werk des gesuchten Komponisten handelt von einem mit trauriger Gestalt und endet mit einer sehr berührenden Sterbeszene – Amelia Grimaldi
Vorlage der Oper war der gleichnamige Roman eines späteren Nobelpreisträgers, der wiederum auf eine literarische Vorlage zurückgriff, die wir einer bedeutenden Frau des 10. Jahrhunderts verdanken. Die Titelheldin des Romans und der Oper wird auch als Heilige verehrt – Waldi
Es wird aber kaum Karl May "Durch die Wüste" sein, denn so viel ich weiß, ist Karl May, noch nicht heilig gesprochen worden, am End' weil er Protestant war – Oper 337
In den Opern dieses Komponisten gibt es eine Menge von Damen, die, obwohl relativ unschuldig, Männer (gewöhnlich Tenöre) ins Verderben oder auf Abwege locken. In gesuchten Werk ist dieser Mann allerdings keineswegs "unschuldiges" Opfer, vielleicht ist er deshalb auch kein Tenor – Teresa Cellini
Kaum zu glauben, dass bei solch süß-sinnlicher Musik die Titelheldin beschließt, ins Kloster zu gehen - Miranda
Diese sich besinnende alte Ägypterin wurde zuerst von einer Amerikanerin gesungen – Quasimodo
Die Lösung: Entr’Acte „Meditation“ aus THAIS von Jules Massenet – Lösungsbuchstabe: M s. http://www.youtube.com/watch?v=mXuzLRVi6qk
An dieser Einlage scheiden sich schon von je her die Geister, was sicher auch an Massenet liegt, der die rücksichtslose Vereinnahmung seiner Komposition durch den Salonkitsch leicht gemacht hat. Mir hat dieser Missbrauch jedenfalls lange Zeit jedes Interesse an der Oper verstellt, der das Stück entstammt. Dabei ist es eine der bemerkenswertesten Opern Massenets, und das inhaltlich wie musikalisch, und im Kontext der Oper (aber auch nur da!) wirkt diese Méditation sogar halbwegs überzeugend. Man muss es allerdings schaffen, was nur in einer so großartigen Darbietung wie der oben verwiesenen mit Natham Milstein nicht sehr schwer fällt, einmal die Erinnerungen an die verdorbenen Gehörgänge abzuschütteln, die man mit dieser musikalischen Süßspeise verbindet. Ein „Gebet einer Jungfrau“ ist das Stück nämlich dann doch nicht. Und zwar in keinem Sinn des anderen Titels, wie sich jeder denken kann, der den Inhalt der Oper kennt. Wer ihn nicht kennt, findet ihn hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p66687
Weil ich die Oper aber erst spät kennen lernte, habe ich mindestens an dieser Stelle der hervorragenden Vorstellung der Oper durch Areios hier http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/1734-massenet-tha%C3%AFs-%E2%80%93-die-heilige-het%C3%A4re wenig hinzuzufügen. Schon gar nichts, was ich nicht bereits in dem gleichen Thread geschrieben habe.
Ich kann und muss mich daher hier extrem kurz fassen, weil alles, was ich bislang zu dem Werk und dieser antiken Violetta Valéry beizutragen habe, vor nicht all zu langer Zeit, und von anderen meist besser als von mir, anlässlich der Übertragung der Oper aus der MET schon ausführlich in dem zitierten Thread gesagt wurde. Das gilt auch für die, unter dem Strich, derzeit wohl empfehlenswerteste Aufnahme aus Venedig mit Eva Mei und Michele Pertusi, die ich gerne noch einmal hervorhebe:
Wie andernorts schon gesagt, bin ich aber gegenüber Renée Fleming und Thomas Hampson nicht gar so kritisch wie manche - vor allem, was die cd angeht, die ich gelungener finde als den Mitschnitt von der MET, der natürlich, wenn auch nicht sonderlich interessant, bebildert ist
Aber vielleicht habt Ihr noch zusätzliche Erkenntnisse oder kennt Ihr zum Beispiel die Aufnahme mit Barbara Frittoli?
Die würde mich nämlich durchaus interessieren.
:hello Rideamus
Rideamus (02.04.2011, 11:44): Kehren wir zu den Hommages zurück. Die in einer Oper übliche Huldigung war natürlich die an eine Stimme. Hier schrieb sich der Komponist einen weiteren Fremdkörper in Form einer Klavierbegleitung in das Stück, das ursprünglich für eine andere Oper gedacht war. Vermutlich tat er das um seinen Liebesdialog mit der Sängerin, für die er die Arie schrieb, auf offener Bühne führen zu können. Die Einlage führte später ein Eigenleben und wurde in keines der beiden Werke endgültig aufgenommen, für die sie einmal gedacht war.
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe der Arie.
TIPPSDie gesuchte Arie wurde in letzter Zeit einige Male hier im Forum erwähnt. Vielleicht muss die Antwort nur ein wenig köcheln – Athene
Wenn’s köcheln soll, dann braucht man manchmal eine Schürze - was mich eigenartigerweise an unseren Erzherzog erinnert. Gut, dass der manchmal sehr neugierig ist! – Amelia Grimaldi
André Campra hat diese Oper, nach der aber nicht gefragt wird, als "Tragédie lyrique" ebenfalls vertont. Sowohl André Campras Oper als auch die Oper des gesuchten Komponisten waren ursprünglich für die Karnevalsaison gedacht. Sehr merkwürdig - Calisto
Liebe Calisto, die Karnevalssaison war nun einmal die traditionelle für Uraufführungen von Opern, auch von tragischen. Allerdings suche ich hier nicht die Oper, sondern das Konzertstück, das aus ihr hervorging – Rideamus
Ein Klavier und ein Sopran und dabei etwas Rundes , aber anders gesagt. Mehr gibt es nicht zu sagen es muss nur, wie unsere Renate richtig schreibt, richtig geköchelt werden. Sie ist eben eine Hausmannsköchin, denke ich – Oper 337
In der Operneinlage, die als Vorlage diente (so viele Lagen ...) war der Sopran ein Tenor und kein Klavier, sondern nur eine Violine – Pavel
Die gesuchte Arie komponierte der Komponist für eine damals sehr berühmte Sängerin, die in einer weiteren Oper des Komponisten die weibliche Hauptpartie sang. In der gesuchten Arie verkörpert die Sängerin eigentlich einen Mann, aber in der Uraufführung der Oper, auf dem diese Arie basiert, wurde die Partie zumindest auch schon von einem Kastraten gesungen – Armin70
Lesen bildet (und im Forum lesen bildet heute womöglich besonders) – Heike
Die 6. Frage kostete mir zunächst solches Kopfzerbrechen, dass ich mir schon die Kugel geben wollte, aber dann las ich im Fastenthread, dass ich das momentan gar nicht darf, also konsumiere ich den Komponisten in der kalorienärmeren musikalischen Version – Severina
Liebe Sevi, der Tipp ist ja zum Rumkugeln! - Rideamus
Dem Komponisten wird ein über das berufliche hinausgehendes Interesse an der uraufführenden Widmungsträgerin nachgesagt - Quasimodo
Eine gewisse Elfenkönigin hat zu dieser Arie ein sehr intimes Verhältnis, was sie aber nicht in capricciöser, sondern in klassischer Weise kundgetan hat. Der Vorname der gesuchten Sängerin ist übrigens auch Liebhabern von Flotow und Alt-Stimmen geläufig - Waldi
Die Lösung: Wolfgang Amadeus Mozart: „Ch’io mi scordi di te?“ - Konzertarie KV 505 – Lösungsbuchstabe: C s. http://www.youtube.com/watch?v=c3-oqFBwhwU
Eigentlich sind Arien ja nicht so sehr mein Ding, weil mich bekanntlich in der Musik vor allem das Zusammenspiel mehrerer Stimmen interessiert. So bin ich überhaupt nicht der Kenner von Konzertarien, und es bedurfte eines Hinweises von Fairy Queen darauf, dass sie Sylvia Sass in einer Aufnahme dieser Konzertarie schätzen gelernt hatte, um mich auf diese wunderschöne Musik aufmerksam zu machen. Wie so oft von mir auf andere schließend, fürchtete ich, dass es anderen ähnlich gehen könnte, zumal die Gattung der Konzertarie in meinen Rätseln noch nie dran war. Deshalb habe ich die günstige Gelegenheit genutzt, die mir der Erzherzog nichtsahnend bot, als er sich im Thread über Mozarts Klavierkonzerte nach dieser Arie erkundigte, und bin dort etwas off-topic darauf eingegangen. Dort wurde mein ausführlicher Tipp, der eher schon ein Teil der Auflösung war, auch von den meisten gefunden, die damit wieder einmal bewiesen haben, dass Ihr jedenfalls von mir nicht mehr zu überfordern seid. Hier ist der ausführliche Hinweis noch einmal im richtigen Zusammenhang:
Die erste Version der Arie trägt die KV Nr. 490. Mozart schrieb sie für eine Privataufführung des IDOMENEO, bei der die Arie den zweiten Akt einleitete (daher das in der früheren Version etwas ausführlichere Rezitativ). Die obligate Violine dieser Fassung weist bereits auf die spätere Einführung des obligaten Klaviers in der endgültigen Fassung vom Ende des gleichen Jahres voraus, aber insgesamt hat das Stück eher Eigenschaften einer frühen, leicht flüchtigen Gelegenheitsarbeit oder Vorstudie.
Mozart selbst war sich wohl bewusst, dass er das besser konnte, und als er dann die "Abschiedsarie" 'Ch'io mi scordi di te' für die nach London zurückkehrende Sängerin Nancy Storace schrieb, machte er daraus das bekannte Meisterwerk, das gerne als eine in Musik gesetzte Liebeserklärung Mozarts an die Sängerin verstanden wird, mit der er am Klavier einen intimen Dialog führt.
Aufnahmen der frühen Version gibt es eine ganze Reihe, unter anderem mit Barbara Hendricks, Christiane Oelze, Kathleen Battle, Judith Blegen und nicht zuletzt diese mit Elisabeth Grümmer:
Hier kann man sie im originalen Kontext und der ursprünglichen Stimmenverteilung in einer Aufnahme unter Marc Minkowski hören und sehen: http://www.youtube.com/watch?v=yUySttCmGrw&tracker=False&NR=1.
Das eigentliche Kunstwerk ist aber die spätere Arie KV 505. Die Londonerin Nancy Storace kam 1783 zusammen mit ihrem Bruder Stephen, der einer von Mozarts Kompositionsschülern war und später die sehr hübsche Oper GLI EQUIVOCI komponierte, als Mitglied eines italienischen Opernensembles nach Wien, wo sie bis 1787 blieb und unter anderem 1786 die erste Sängerin der Susanna bei der Uraufführung von Mozarts LE NOZZE DI FIGARO war. Wir können nur darüber spekulieren, wie innig das Verhältnis von Komponist und Sängerin war, aber die Konzertarie, die Mozart für ihr Abschiedskonzert am 23. Februar 1787 schrieb, bei dem er sie höchstwahrscheinlich selbst am Klavier begleitete, ist ein qualitativer Quantensprung gegenüber der vergleichsweise konventionellen Erstfassung.
Der revidierte Text, der nötig war, weil Mozart ein konzentrierteres Rezitativ benötigte, stammte vermutlich von Lorenzo da Ponte, und die Ersetzung des Violinsolos durch das Klavier ging offensichtlich auf Mozarts Wunsch zurück, die Sängerin selbst an dem Instrument zu begleiten, das er am besten beherrschte. Der Kommentar des Musikwissenschaftlers und Mozartkenners Alfred Einstein sagt eigentlich schon alles über diese einzigartige Kombination aus Klavierkonzert und Konzertarie: “Mozart goss seine ganze Seele in diese Komposition. Heute haben wir den Eindruck, dass er die Erinnerung an Nancys Stimme darin bewahren wollte, die nicht für eine virtuose Darbietung geschaffen war, sondern voller Wärme und Zartheit. (Man möchte auch glauben), dass er ihr mit der Klavierstimme eine Erinnerung an die Sinnlichkeit seines Klavierspiels und die Tiefe seiner Gefühle für sie hinterlassen wollte.“ (zitiert nach The Mozart Companion. London 1956).
Nicht nur wegen der Sopranstimme der Widmungsträgerin, die, nach der Stimmlage der Susanna zu schließen, durchaus etwas dunkler getönt gewesen sein könnte, finde ich, dass die Arie etwas dunkleren Stimmen etwas besser liegt als den ganz hellen Sopranen (womit nichts gegen die Interpretation einer Diana Damrau gesagt sein soll). Ich schließe mich deshalb gerne der Auffassung von Fairy Queen an, die nach einem Blindhörtest der Version von Sylvia Sass auf einer leider vergriffenen Aufnahme den Vorzug gab. Zum Glück kann man sie auf YouTube hören, wie das zu Anfang verwiesene Beispiel belegt.
Hier noch der Text der Konzertarie mit einer groben Übersetzung von mir zum Mitlesen:
Ch'io mi scordi di te? Che a lui mi doni puoi consigliarmi? E puoi voler che in vita? Ah no! Sarebbe il viver mio di morte assai peggior. Venga la morte, intrepida l'attendo. Ma, ch'io possa struggermi ad altra face, ad altr'oggetto donar gl'affeti miei, come tentarlo? Ah, di dolor morrei!
Non temer, amato bene, per te sempre il cor sarà. Più non reggo a tante pene, l’alma mia mancando va. Tu sospiri? O duol funesto! Pensa almen, che istante è questo! Non mi posso, oh Dio! spiegar.
Stelle barbare, stelle spietate, perchè mai tanto rigor? Alme belle, che vedete le mie pene in tal momento, dite voi, s’egual tormento può soffrir un fido cor?
Ich soll dich vergessen? Du kannst mir raten, mich ihm hinzugeben Solange ich noch lebe? Oh, nein, Mein Leben wäre schlimmer als der Tod. Mag der Tod kommen. Ich fürchte ihn nicht. Aber, sollte ich mich vor jemand anderem beugen, jemand anderem meine Zuneigung schenken, Brächte mir der Schmerz den Tod..
Fürchte nicht, innig Geliebter, Dein ist mein Herz für immer. Den Schmerz kann ich nicht länger tragen, Meine Seele weicht bereits, Du seufzt? Oh trauriger Schmerz. Denke nur, welch ein Augenblick dies ist. Oh mein Gott, mir fehlen die Worte! Barbarische, mitleidlose Sterne, Warum straft Ihr mich so hart?
Gute Geister, die ihr jetzt Mein so großes Leid erblickt, Sagt mir selbst, ob solchen Schmerz Ein treues Herz ertragen kann?
Und nun zu Euch: welches ist (sind) Eure Lieblingversion(en) dieser Arie?
:hello Riddleamus
Heike (02.04.2011, 15:59): Wenn Rideamus nicht den Thread zu der Arie eröffnet hätte, dann hätte ich diese Lösung vermutlich nie gefunden! Gut, dass ich fast immer alles lese, was hier so geschrieben wird :leb Heike
Rideamus (03.04.2011, 10:27): Die siebte Frage gilt wieder einer Instrumentaleinlage mit dramatischer Funktion.
Im ersten Teil einer nicht nur im Sinne dieses Rätsels gastfreundlichen Oper verkörpert eine Klarinette eine trauernde Witwe in einer als "Pantomime" vorgesehenen Einlage. Welches Werk ist hier gemeint, wie heißt die trauernde Figur, und um wen trauert sie?
Für das Lösungswort gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens
TIPPS Die Klarinette setzte der gleiche Komponist im langsamen Satz eines fantastischen Werkes in sehr schöner Weise ein – Armin 70
Die gesuchte "Männer bekämpfende" Witwe tritt in der Oper mit ihrem kleinen Sohn zusammen auf – Heike
Der folgende Teil des Werkes enthält eines der schönsten Liebesduette der Opernliteratur. Und es erstaunt mich gar nicht, dass es in Rideamus' Rätsel auftaucht! – Amelia Grimaldi
Für das Volk im ersten Teil wäre die Geschichte sicherlich besser ausgegangen, wenn es ausnahmsweise mal auf eine vorausschauende Dame gehört hätte – Calisto
Dafür wäre später eine Stadt nicht aus dem sprichwörtlichen Ei geschlüpft ;) - Athene
Im nächsten Akt erscheint der Verstorbene und gibt dem Helden einen Auftrag. Zusatzfrage: In welchem Rätsel von Rideamus kam das Werk noch nicht vor ? – Pavel
Wahrscheinlich in keinem. Hätte ich sonst die Antwort so schnell gewusst? – Calisto
In einem anderen Werk des Komponisten bringt es ein anderes Soloinstrument zu einer ungewöhnlichen Prominenz. Es verkörpert dort die Gedanken eines Mannes, der dort unterwegs ist, wo der Held des hier gesuchten Werkes erst noch hin soll. (Wird langsam schwierig, für dieses Stück Tipps zu erfinden) – Quasimodo
Ein Abflussreiniger ist nicht bei dem einen oder anderen gemeint, nur mancher heißt ähnlich – Oper 337
Manche Gastgeschenke haben es wirklich in sich!! – Severina
Die in der Oper trauernde Witwe war schon traurig, als sie von ihrem kampfesdurstigen Gemahl Abschied nahm, weil sie das böse Ende ahnte. Friedrich Schiller hat die Szene in einem früher sehr bekannten Gedicht beschrieben, dem das geflügelte Wort entstammt: "Teures Weib, gebiete deinen Tränen" – Waldi
Der Komponist aus der Frage 3 hat übrigens eine Oper komponiert, in der diese Witwe ebenfalls vorkommt. Das Werk, das die Vorlage zu dieser (relativ unbekannten) Oper bildet, war übrigens nach der Witwe benannt und nicht nach der anderen Dame – Teresa Cellini
Die Lösung: Pantomime der Andromache und ihres Sohnes Astyanax im ersten Teil von Hector Berlioz’ LES TROYENS – Lösungsbuchstabe: Z s. Track 8 v. http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-…er/hnum/4961125
Nun, gar so oft, wie manche Tipps suggerieren, habe ich dann doch nicht nach dieser Oper gefragt, aber natürlich war es unvermeidlich, dass ich in einem Rätsel mit diesem Thema auch den Komponisten berücksichtigen musste, der mehr als jeder andere die Verarbeitung von Einlagen, Beilagen und anderen Fremdkörpern nachgerade zum Prinzip seiner Arbeit gemacht hat. Natürlich hätte ich auch ein anderes Werk von ihm nehmen können; die Sinfonie ROMÉO ET JULIETTE oder das Instrumentaltrio von L’ENFANCE DU CHRIST hatte ich auch schon in Erwägung gezogen, aber gerade bei diesem Thema und dem Monolithen, den seine, nur erzwungen zweigeteilte, Oper LES TROYENS darstellt, wäre es geradezu frevelhaft gewesen, das Werk nicht zu berücksichtigen, auch wenn es in meinen Rätseln schon öfter vorkam, und das mit gutem Grund.
Ursprünglich dachte ich übrgens an die Musik zur königlichen Jagd nebst Sturm. Dann habe ich mich aber doch für die originellere Einlage entschieden, denn Sturmmusiken gibt es auch andere, während der unvermittelt betroffen machende Auftritt von Andromache, der konsequent stummen Witwe Hectors, und ihres Sohn Astyanax inmitten der Festivitäten der – noch nichtsahnend – todgeweihten Trojaner ein fast beispielloserund ungemein wirkungsvoller, dramaturgischer Einfall von Berlioz war. Zudem muss man anerkennen, dass er ihn ungemein wirkungsvoll instrumentierte, indem er der Andromache eine einsame Klarinette zuordnete, deren Solo ihren ganzen Schmerz über den Verlust ihres heldenhaften Gemahls ausdrückte. Und natürlich war sich das damalige Publikum dessen bewusst, dass ihr Sohn nicht nur durch diesen Verlust Halbwaise geworden war, sondern zusammen mit seiner Mutter sehr bald seinem Vater in die Unterwelt würde folgen müssen.
Ich kann die Stelle in Berlioz’ Schriften jetzt nicht auf die Schnelle finden, erinnere mich aber sehr gut, dass er seiner Gönnerin, der Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, welcher wir vor allem die Existenz dieser Oper verdanken, von diesem Einfall berichtete, wie Andromache und ihr Sohn in den weißen Trauerkleidern, die am trojanischen Hof üblich waren, vor dem frisch errichteten Altar Hectors einen Blumenkorb ablegen. Dann schilderte er mit wenigen Worten, wie die Mutter nach ihrem Gebet den einzigen Erben dem König Primaus und seiner Frau Hecuba präsentiert, damit auch er den Heldentod als Führer des Heers seines Vaters sterben könne, um dann ihr Gesicht wieder mit einem Schleier zu verhüllen, damit ihre Tränen unsichtbar bleiben. Bewegend schildert er, wie sie wieder den Saal verlässt, nachdem sie sich Cassandras Prophezeiungen hat anhören müssen, und ihr das Volk, das die Szene mit einem gesungenen Trauermarsch dominierte, welcher dem der über die tote Julia in ROMÉO ET JULIETTE Trauernden ähnelt, in tiefem Respekt einen Weg frei gibt, weil es spürt, dass diese Frau gerade das Letzte geopfert hat, was ihr im Leben noch geblieben war.
Man kann noch in der Lektüre spüren, wie Berlioz bei dem Bericht über diese wahrlich erschütternde Sequenz in Tränen ausbrach, denn er berichtet davon ähnlich engagiert, wie er später in einem Brief an seinen, auf hoher See weilenden, Sohn schreibt, dass er bei der Komposition des Liedes des Hylas in seinem Ausguck zu Beginn des fünften Aktes an ihn dachte, nicht ahnend, dass wenig später auch sein Sohn ihm in den Tod voraus gehen würde.
Um so trauriger ist es, dass Berlioz selbst diese Pantomime zeitlebens nie selbst zu hören bekam, soweit uns bekannt ist, denn es sollte nach der Fertigstellung der Oper noch hundert Jahre dauern, bis Rafael Kubeliks spektakuläre Aufführung des Gesamtwerkes in Covent Garden 1957 aller Welt endgültig vor Augen und Ohren führte, welches Meisterwerk sie bis dato in ein Nischendasein für wenige Enthusiasten und Spezialisten verbannt hatte, obwohl sich schon führende Dirigenten aller Welt für das Werk eingesetzt hatten. Zu ihnen gehörte Thomas Beecham, dessen, natürlich gekürzte und nicht auf aktuellem technischen Niveau klingende, Gesamtaufnahme von 1947 endlich wieder greifbar ist:
Wer allerdings die Oper wirklich mit all ihren Möglichkeiten hören möchte, muss zu einer zeitgenössischen Aufnahme greifen, denn Berlioz’ raffinierter Orchestertextur kann man mit alten Monotechniken kaum gerecht werden.
Leider ist diese Einlage die einzige dieses Rätsels, für die es keinen Clip auf YouTube gibt, so dass ich nur zur Erinnerung auf den kurzen Anriss bei den Samples von Colin Berlioz zweiter und, wie ich finde, besonders gelungener Aufnahme verweisen konnte:
Ich hoffe aber darauf, dass den meisten von Euch inzwischen eine Gesamtaufnahme dieses Meisterwerkes zur Verfügung steht und Ihr diese Szene im ersten Teil der Oper aus Eurem Archiv selbst abspielen könnt. Wie ich finde, wurde gerade diese Sequenz in der insgesamt gelungen, gelegentlich aber auch etwas geschmäcklerischen Inszenierung von Yannis Kokos in Paris sehr ansprechend gelöst und von John Eliot Gardiner hervorragend musikalisch umgesetzt. Ich nutze daher gerne den Anlass, noch einmal auf diese vorbildliche DVD von Berlioz’ Meisteroper hinzuweisen:
Sie ist nicht ganz billig, zugegeben, aber ich bin sicher, dass niemand, der sie hat, den Kauf ernsthaft bereuen wird.
Leider werde ich ab morgen eine Woche wegen enes Klinikaufenthaltes offline sein und deshalb auch mit den Rätsellösungen pausieren müssen. Ich verspreche aber, dass ich alles tun werde, damit es gleich danach weiter gehen kann. Vielleicht könnt Ihr in der Zwischenzeit ja noch ein paar Kommentare oder Ergänzungen zum ersten Drittel des Rätsels einstellen.
Bis dann :hello Rideamus
Heike (03.04.2011, 10:44): Diese Szene in der Oper ist wirklich eine der eindrücklichsten Einlagen, die ich kenne. Die Instrumentierung ist absolut genial und da die Protagonisten stumm sind umso eindringlicher. Mir ist sowieso komplett unverständlich, wieso man diese ganze Oper so lange ungespielt ließ.
Ich nutze daher gerne den Anlass, noch einmal auf diese vorbildliche DVD von Berlioz’ Meisteroper hinzuweisen: ...Sie ist nicht ganz billig, zugegeben, aber ich bin sicher, dass niemand, der sie hat, den Kauf ernsthaft bereuen wird. Da hast du völlig recht, ich habe mir diese DVD gegönnt und es keineswegs bereut (sie war auf dem Marketplace gar nicht so teuer!).
Lieber Rideamus, ich hoffe, dass deine Behandlungen im Krankenhaus mit bestmöglichem Erfolg verlaufen werden und dass du bald wieder herauskommst und den Frühling genießen kannst! Heike
Rideamus (09.04.2011, 08:32): Wieder zurück am heimischen PC, danke ich herzlich für die guten Wünsche und alles andere und mache gleich weiter in der Hoffnung, die Serie der Auflösungen nicht mehr unterbrechen zu müssen.
Eine der beliebtesten Gesangseinlagen überhaupt findet sich in einer liebestrunkenen und dennoch komischen Oper. Sie ist deswegen als Einlage zu sehen, weil sie in ihrem heiteren Rahmen völlig unerwartete, sogar verstohlen tränende Töne anschlägt, als wolle der Komponist sagen: "Seht mal, das kann ich aber auch noch", und dem Sänger oft ein Da capo einträgt.
Gesucht wird der fünfte Buchstabe des Komponistennamens von vorne wie von hinten
TIPPS
Angesichts neuerer Erkenntnisse über den Placebo-Effekt könnte man die Behandlung durch Quacksalber mit anderen Augen betrachten – Quasimodo
Ich sage nur: Rolando und Anna! – Amelia Grimaldi
Die männliche Hauptperson ist wahrscheinlich grenzdebil – Calisto
Bei diesem Werk bewahrheitet sich am Ende im übertragenen Sinn der Spruch "Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln"... – Armin70
In der Oper ist von einem weiteren Opernstoff die Rede, dessen berühmte Vertonung aber erst später entstanden ist – Athene
Liebe Athene! Der "Tannhäuser" ist es aber nicht, nicht wahr? Wo ich den Richardl so liebe – Oper337
Und eine Barcarole gibt es auch, die ins vorherige Rätsel gepasst hätte – Pavel
Eigentlich geht es in der ganzen Oper nur um Quacksalberei, Placebo und unverhofften Geldsegen - Heike
Bordeaux hat manchmal ungeahnte Nebenwirkungen - wenn man daran glaubt!!! – Severina
Oben wurde schon auf eine konkrete Aufführung der Oper angespielt, bei der die Wiederholung (extra genehmigt durch den langjährigen, unlängst in den Ruhe stand getretenen Operndirektor) der Arie allgemein als noch besser beurteilt wurde als die "Erstfassung". Inzwischen raufen sich die capricciösen Opernfreunde die Haare aus Verzweiflung darüber bzw. weinen gar nicht verstohlene Tränen, dass die betreffende Kehle seither von einer Krise in die andere gerät – Waldi
Die Oper ist seit vielen Jahren im Repertoire der Staatsoper zu finden (in einer traditionellen, aber haltbaren Inszenierung), war viele Jahre lang das Vehikel für einen Startenor, der inzwischen verstorben ist, und wurde vor einigen Jahren mit einem damals als Traumpaar gehandelten Sängerduo ein Erfolg – Teresa Cellini
Die Lösung: „Una furtiva lacrima“ aus L’ELISIR D’AMORE von Gaetano Donizetti – Lösungsbuchstabe: Z s. http://www.youtube.com/watch?v=knPXlG1XrTY
Während der Erarbeitung dieses Rätsels stieß ich auf einen sehr schönen Thread unseres Mitglieds Sarpedon, von dem leider schon viel zu lange nichts mehr zu lesen war. Das ist besonders bedauerlich, weil er sich immer wieder übergreifender Themen angenommen hat, die sonst wenig Beachtung finden. Zu diesen gehört das Phänomen der Einlage in der Oper. Diesen Thread einmal nachzulesen lohnt sich auch heute noch: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/95-die-einlage-in-der-oper/
Speziell zur Lösung dieser Frage, die ich diesem Thread Sarpedons verdanke, findet man da eine Passage, die ganz hervorragend begründet, warum ich das gewöhnlichste aller Vorkommnisse, nämlich eine Arie in einer Oper, dennoch als Einlage empfinde, und warum sie so etwas Besonderes ist:
„...obwohl die Einlage dramaturgisch meistens eine Katastrophe ist, möchte sie letztlich kein Opernliebhaber missen. Im Gegenteil, die meisten Opernfans warten sogar süchtig darauf. Was letztlich nur beweist, dass die Oper eine spezielle Form musikalischen Eintopfs darstellt, und die Einlage ist halt die Wurst in dieser Opernsuppe… Diese Arie hat einen ganz anderen Tonfall als die Musik darum herum. Luciano Pavarotti gab im Buch „Bravo“ von Helena Matheopoulos in einem Interview zu bedenken: „…bis zu dieser Stelle die Musik der Oper lebhaft und fröhlich war… Plötzlich hört alles auf, und es kommt zu einem totalen Stimmungsumschwung. Diese Arie ist von unbegreiflicher Schönheit und ernster Grundstimmung, als wollte Donizetti sagen: ‚Wir haben heute Abend unseren Spaß gehabt, aber für den Fall, dass ihr es vergessen habt, erinnere ich euch daran, dass ich ein sehr guter Komponist bin und ihr sehr guten Sängern zuhört!‘"
Besser könnte ich es auch nicht sagen. Tatsächlich ist von Donizetti bekannt, dass er zeitlebens etwas geringschätzig auf seine komischen Opern herab blickte und nie realisierte, dass gerade auf diesem Sektor sein größtes Talent lag. Rolando Villazon, auf dessen Nemorino einige der Tipps anspielen, würde Pavarottis Beobachtung wahrscheinlich sofort unterschreiben, denn er hat live mehrfach bewiesen, was man aus dieser Einlage herausholen kann, und nicht nur die beiden vorzüglichen DVDs der Oper aus Wien (mit der ebenbürtigen Anna Netrebko) und, noch besser, aus Barcelona (mit Maria Bayo) geben beseeltes Zeugnis davon ab, warum er sich mit dieser Einlage ein Da Capo verdiente:
...
Aber auch andere Tenöre ließen sich diese Arie nicht entgehen, seien es die mit den eher schweren Stimmen wie Caruso und Domingo bis zu den großen Tenori di grazia wie Juan Diego Florez, der bislang leider nur die Arie aufgenommen hat, und, nicht zu vergessen, Francisco Araiza haben hier Prachtstücke hinterlassen. Genau genommen, fiele es weit schwerer, einen Tenor des italienischen Faches zu finden, der sich mit dieser Arie nicht verewigt hat, als alle zu nennen, die zu Zeiten der Tonträger aktiv waren und die Arie aufgenommen haben. Sie alle haben etwas Charakteristisches an dem Phänomen der Einlagen unter Beweis gestellt: man kann sie problemlos auch außerhalb des Zusammenhangs vortragen, für den sie komponiert wurden, und für gelungen befinden – vorausgesetzt natürlich, die Komposition gibt diese Qualität her. Das aber wird dieser vollendet inspirierten Arie niemand absprechen können.
Entsprechend schwer fällt es mir, hier eine Empfehlung auszusprechen, denn es gibt zu viele Einspielungen dieses vielleicht größten Wurfes von Gaetano Donizetti, die mehr als großen Respekt beanspruchen dürfen. Warum die eben gezeigte Aufnahme aus dem Liceu dazu gehört, mehr noch vielleicht sogar als das Wiener Prachtstück, hat Severina hier sehr schön begründet: http://www.das-klassikforum.de/thread.ph…93800#post93800.
Meine Empfehlung ist eine, die einmal nicht den Startenor und eine Primadonna herausstellt, sondern eine, deren Regie einmal die ganze Oper beim Wort nimmt. Sie stammt aus Paris und wurde von Laurent Pelly inszeniert:
Um mich selbst zu paraphrasieren: Pellys wirkungsvolle und beileibe nicht nur auf den komischen Effekt bedachte Inszenierung nimmt das bäuerische Milieu der Vorlage einmal ganz ernst. Weder Frau Murphy noch Paul Groves sind Opernstars beim Slummen; vielmehr verkörpern sie glaubhaft die Bauerntrampel, die dieses Stück eigentlich vorführt, was Adinas gebildetes Erzählung vom Liebestrank Tristans und Isoldes einmal so deplatziert erscheinen lässt, wie sie tatsächlich auch ist. Leider ist Frau Murphy zuweilen etwas schrill, und auch Paul Groves hat nicht das Niveau eines Rolando Villazon, so dass diese Aufnahme nur eine hochinteressante Alternative zu der Wiener Aufzeichnung mit Anna Netrebko und Villazon ist. Als solche aber ist sie es wert, dass man sie kennt, zumal der wunderbar eitle Belfiore Laurent Nourys und der herrlich schmierige Dulcamara Ambrogio Maestris Prachtstücke sind.
Aber gerade diese Oper kann man zwar mit großem Vergnügen sehen, denn da schafft es sogar ein Pavarotti gelegentlich, als Schauspieler zu glänzen, sie ist auch das reinste Hörvergnügen, und da trifft es sich gut, dass neuerdings diese Aufnahme wieder preisgünstig angeboten wird, die für mich eine der auf höchstem Niveau ausgewogenen Aufnahmen ist, die ich kenne:
Dies war, neben einem schönen Querschnitt der Aufnahme von Tullio Serafin mit Rosanna Carteri und Luigi Alva, lange Zeit mein Lieblingselixir und hat mich entsprechend geprägt. Ein gezieltes Vergleichshören aus diesem Anlass hat meine Erinnerung bestätigt. Dies ist eine jener vielen hervorragenden Ensembleleistungen, wie sie in den 60er Jahren anscheinend noch in Serie gelangen. Mögen auch neben Capecchi die absoluten Höhepunkte fehlen, als in sich stimmige Gesamtleistung ist die Aufnahme kaum übertroffen. Francesco Molinari-Pradelli liefert inspiriertes Brio. Mirella Freni und Nicolai Gedda singen wunderschön und sind allenfalls etwas zu kultiviert für ihre Rollen. Das kompensiert der Vollblutkomiker Renato Capecchi als der vielleicht beste Dulcamara unter vielen exzellenten auf Tonträgern.Kurz: für den Preis geht es kaum besser.
Nun aber kommt erst einmal der Platz für Eure Lieblingselixiere.
:hello Rideamus
Severina (09.04.2011, 12:38): "L'Elisir" gehört zu den Opern, die ich am häufigsten live gesehen habe. "Schuld" daran ist unsere Nemorino vom Dienst der Achtziger- und Neunzigerjahre, Francisco Araiza, von dem ich selten eine Vorstellung verpasste. Er ist immer noch unangefochten mein Lieblingsinterpret dieser Partie, trotz Villazón und Flórez.
Meine Lieblings-DVD habe ich ja bereits vorgestellt, es ist die Aufzeichnung vom Liceu mit Villazón und Bayo. Mit der Wiener Aufnahme kann ich mich nach wie vor nicht anfreunden, denn Villazón macht hier aus dem Nemorino eine Karikatur und lässt so penetrant den Clown raushängen, dass mich auch seine ausgezeichnete stimmliche Verfassung (für mich ein Tick besser als in Barcelona) nicht versöhnt.
Von Flórez würde ich mir sehr wünschen, dass einmal eine "L'Elisir"-DVD mit ihm erscheint, denn er singt den Nemorino natürlich zum Niederknien. (Und, che gioa, auch in der nächsten Saison wieder bei uns!) Wenn einige Leute kritisiert haben, dass er Donizetti mit Rossini verwechselt, will ich gar nicht so vehement widersprechen, aber die Virtuosität, mit der er bei jedem Da Capo der berühmten Einlage neue Verzierungen angebracht hat, lässt zumindest in meinen Augen diesen Stilbruch verzeihlich erscheinen.
Mein liebster Dulcamara ist übrigens ebenso unangefochten wie Araizas Nemorino Guiseppe Taddei, der einfach ein herrliches Schlitzohr mimte.
Bei den Adinas kann ich mich ehrlich gesagt gar nicht festlegen, da habe ich so viele wunderbare erlebt, dass es schwer fällt, die absolute Nummer 1 zu benennen.
lg Sevi :hello
Rideamus (10.04.2011, 15:44): Vielen Dank für diese Empfehlungen und Kommentare. Lasst sie ruhig weiter kommen.
Ich mache derweilen weiter mit der Lösung zum Gästerätsel 9, bei dem es einige Anlaufschwierigkeiten gab:
Kommen wir von einer Einlage in der Oper zu einer ganzen Oper als Einlage. Diese wurde zum Vorbild einer ganzen Gattung.
Gesucht wird der letzte Buchstabe des Komponistennamens
TIPPS
Ich fürchte, Ihr denkt zu kompliziert. Die gesuchte Oper hat nichts mit der zu tun, in der ein Werk "nach der italienischen Buffomanier" parallel gespielt wird, denn die ist keine Einlage und wurde auch nie Vorbild. Die "italienische Buffomanier" trifft das gesuchte Werk aber ziemlich gut – Rideamus
Die Oper, deren Einlage hier gesucht wird, stammt vom selben Komponisten und war bis 1997 vergessen, als sie in einem kleinen, nach ihm benannten Theater seiner Geburtsstadt, erstmals seit über einem Vierteljahrtausend wiederaufgeführt wurde. Sie handelt von einem Gotenkönig, der mit einem Dänenprinzen um die Hand einer norwegischen Königstochter streitet. Als interessanter als solches Zeugs erwiesen sich auf Dauer aufmüpfige Dienerschaft oder trottelige alte Geldsäcke – Quasimodo
In der kleinen italienischen Stadt, die Quasimodo erwähnt, wurde ein bedeutender deutscher Kaiser geboren. Außerdem ist sie ein Zentrum des Verdicchio-Anbaues - Pavel
Der Komponist starb sehr jung und ist uns heute vor allem durch sein letztes Werk bekannt - Heike
Kaum zu glauben, dass man sich lange vor Internet und Klassikforen trefflich über Opernformen streiten konnte. Die gesuchte Einlage gilt als Auslöser eines sehr berühmten Streites – Athene
Ich bin gar nicht so dumm, wie ich ausschaue ... aber es war richtig, der Streit hat mich auf die richtige Lösung gebracht. – Oper 337
Italienische Wandertruppen entdeckten das gesuchte Stück für ihre Gastspielreisen. So gelangte es auch nach Paris und löste dort helles Entzücken aus. Allerdings nicht bei allen Parteien, so dass es zu Zank und Streit kam - Calisto Diese Operneinlage war damals Anlass zu einem Streit, ob der französischen oder der italienischen Musik der Vorrang gegeben werden muss – Armin 70
In der gesuchten Einlage wird eine Ordnung auf den Kopf gestellt – Amelia Grimaldi
Ja, das unterste zu oberst, kann man wohl sagen, sehr turbulent – manchmal – Oper 337
Die Einlage, die dann viele Jahrhunderte lang als eigene Oper im Opernführer und auf der Bühne zu finden war, ist nach der weiblichen Hauptfigur benannt und beschreibt die Rolle, die sie in diesem Werk spielt. Ihr Vorname dürfte auf ein gewisses Tier anspielen, dessen Gattung eine weibliche Bezeichnung ist – Teresa Cellini
Das kommt von der Emanzipation der Frauen! Das Weib sei dem Mann magdlich untertan und bleibe es, sonst passiert sofort eine Oper! – Waldi
Die Lösung: LA SERVA PADRONA von Giovanni Battista Pergolesi Lösungsbuchstabe: I s. http://www.youtube.com/watch?v=wf0qvkJ83yM&feature=related
Hier musste zu meiner Überraschung eine Weile gerätselt werde, bevor die ersten Nüsse geknackt waren, denn etliche von Euch konnten sich anscheinend nicht vorstellen, dass ich nach einem relativ alten Werk fragen würde, obwohl ich ohne jede Ironie darauf hinwies, dass das gesuchte Werk einer ganzen Gattung zum Vorbild wurde. Das aber kann schlecht auf die relativ späte ARIADNE AUF NAXOS zutreffen, deren Buffoteil zudem nicht als Einlage, sondern gleichzeitig mit der dramatischen Oper gegeben wird. Das gesuchte Stück dagegen war ursprünglich wirklich eine Einlage in jedem Sinn des Wortes. Es verdankt seine Existenz, ähnlich Rossinis Oper aus der Frage Nr. 3, einem Großereignis um einen regierenden Karl, nämlich dem Geburtstag von 1733 der Kaiserin Elisabeth Christine von Braunschweig Wolfenbüttel, der Gattin des letzten Napolitaner Habsburgers und Vaters von Maria Theresia, Kaiser Karl VI.
Zur Ausgestaltung der Feierlichkeiten beauftragte man den Erfolgskomponisten Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736), der im Vorjahr mit der Oper IL FRATE N’NAMORATO einen großen Erfolg gefeierte hatte, mit der Komposition der großen dramatischen Oper IL PRIGIONER SUPERBO. Damit die Feierlichkeiten nicht nur bombastisch ausfielen, komponierte Pergolesi für die Pausen zwischen den Akten seiner großen Oper das zweiteilige Zwischenspiel LA SERVA PADRONA (DIE MAGD ALS HERRIN). Dieses eminent hübsche Zweipersonenstück (eine dritte, der Diener Vespone, bleibt stumm) entzückte nicht nur das napolitanische Volk, es wurde auch rasch von den übrigen Bühnen Italiens entdeckt, die ein so kostengünstiges und dennoch populäres Stück zu schätzen wussten. Schon im Folgejahr wurde die Oper deshalb landauf, landab in ganz Italien gespielt.
Diese Popularität machte natürlich auch in Paris Eindruck, und nach einem Fehlstart im Jahr 1746, wo die Oper im sehr ähnlichen Repertoire des Théatre Italien nicht weiter auffiel, wurde eine sechs Jahre später begonnene Aufführungsserie dank ihrer Popularität beim Pariser Publikum zum Anlass und Fokus des sogenannten Buffonistenstreites. Damals bewegten eben noch Opern und ihre Musik selbst, und nicht nur deren provokante Inszenierungen, ganze Gesellschaften. Dieser besonders berühmt gewordene Streit sah den König Louis XV und dessen Maitresse, Madame Pompadour, überwiegend auf Seiten der großen französischen Oper Lullys (der ja eigentlich auch ein Italiener war), während die Königin, engagiert unterstützt durch den auch als Komponist erfolgreichen Jean-Jacques Rousseau, der mit LE DEVIN DU VILLAGE nach Pergolesis Vorbild ein ähnlich erfolgreiches, programmatisches Zwischenspiel schuf, sich für die größere Natürlichkeit des volksnahen Sujets einsetzte.
Aus der Rückschau lässt sich auch gut nachvollziehen, dass es vor allem die vielen französischen Nachahmungen von Pergolesis kleiner Buffa waren, die das Genre der Opéra comique entstehen ließen, aus der wiederum, in einem bewussten Rückgriff auf deren kleinformatiges Vorbild, gut ein Jahrhundert später die Operette Offenbachs und seiner Adepten hervor ging. Der Buffonistenstreit, der sich immerhin zwei Jahre hin zog, während der die kleine Oper immer wieder gegeben und so zur bis dato wohl bekanntesten Oper aller Zeiten wurde, konnte naturgemäß nie entschieden werden, beschädigte allerdings nicht zuletzt die Reputation eines Rameau, der mit seinen, mal ernsten, mal urkomischen Werken von beiden Seiten vereinnahmt, aber auch verdammt wurde. Wenn sich der Musiklehrer in Hofmannsthals zur damaligen Zeit angesiedelten Vorspiel zur ARIADNE AUF NAXOS über die geplante Konkurrenz seines Schülers „in der italienischen Buffomanier“ echauffiert, dann speist sich seine Empörung direkt aus diesem Streit.
Die Handlung dieser Operette im Wortsinn, die unser Opernpeter noch nicht nacherzählt hat, ist eigentlich schon im Titel ausgedrückt: weil sich der begüterte Uberto von seiner Magd Serpina schlecht bedient fühlt, will er heiraten. Diese findet, dass er das ruhig tun solle, nur möchte sie selbst die Braut sein. Sie erfindet also einen Bräutigam, der von dem stummen Diener Vespone verköpert wird. Dieser ist keineswegs nur ein Kleiderständer, sondern bedroht Uberto. Wenn der nicht sein Leben verlieren will, müsse er seiner Magd eine große Mitgift geben oder diese selbst heiraten. Da Uberto die weiblichen Vorzüge seiner Magd durchaus nicht verkennt, willigt er in die zweite Alternative ein. All das wird in nur sechs Musiknummern und verbindenden Rezitativen erzählt, die es allerdings mit ihren einprägsamen Melodien und scharf geschliffenen Texten in sich haben, wie man leicht dem oben angegebenen Link und seinen Fortsetzungen entnehmen kann. Pergolesi hatte hörbar nicht nur in seiner all zu kurzen Lebenszeit (er starb schon mit 26 Jahren an einer Lungenkrankheit) viel mit Mozart gemeinsam. Man höre nur mal dessen, klar von Rousseau beeinflussten, wenn auch weit biederer geschriebenen, BASTIEN UND BASTIENNE zum Vergleich. Man sollte aber auch den vorzüglichen Beitrag des Librettisten Gennaro Antonio Federico nicht vergessen, der auch die Texte zu den besten anderen Opern Pergolesis schrieb.
Dank Diego Fasolis und seinen Barochisti sowie den Solisten Sonya Yoncheva und Furio Zanasi entstand mit der oben verwiesenen eine vorzügliche Aufnahme, der man gerne nachsieht, dass der Regisseur Mando Bernardinelli einen weiteren stummen bzw. unartikulierten Diener hinzu erfand. Gerne würde ich auch eine DVD der Oper empfehlen, aber unverständlicherweise hat Sigiswald Kujken in seiner Aufnahme das abschließende Duett weggelassen.
Andererseits enthält diese DVD auch noch ein weiteres Intermezzo Pegolesis, nämlich LIVIETTA E TRACOLLO, so dass es doch schade ist, dass diese Aufnahme derzeit nicht greifbar ist. Über die einzige derzeit am Markt verfügbare DVD aus Catania kann ich leider nichts sagen, da ich die Aufführung nicht kenne und der auf jpc angebotene Clip gleich nach der Titelei abbricht.
Gerade diese Oper lässt sich ohne nennenswerte Verluste aber auch ohne Bild mit Vergnügen hören, und da bieten sich eine Reihe vielversprechender Alternativen, zu denen ich abwr kaum etwas sagen kann, da meine Aufnahmen, darunter eine hübsche unter der Leitung Ferdinand Leitners mit einem Marcello Cortis, hinter dem sich wohl der Bassbariton Marcel Cordes verbirgt, noch aus der LP-Zeit stammen und derzeit nicht als cd am Markt sind. Das gilt leider auch für die Aufnahme mit Anna Moffo und Paolo Montarsolo, von deren Fernsehaufzeichnung YouTube immerhin einige Videoclips anbietet.
Aber vielleicht könnt Ihr da einspringen und einige derzeit aktuelle Aufnahmen empfehlen?
Ich beschränke mich derweilen auf die Empfehlung einer anderen großartigen und zudem sehr preiswerten DVD mit einer Oper Pergolesis:
Dieser verliebte Bruder in der Gestaltung durch Riccardo Muti, Nuccia Focile, Alessandro Corbelli und den Kräften der Mailänder Scala sollte wirklich jeder Liebhaber der italienischen Oper und schon gar dieses enorm fruchtbaren Komponisten kennen.
:hello Rideamus
Rideamus (11.04.2011, 11:14): Komponisten einer, verständlicherweise von der Tonträgerindustrie vernachlässigten, Instrumentalgattung liebten es, Lieder einzubauen. Dieses hier wurde so erfolgreich, dass der Komponist es sogar in seine Suiten aus der ursprünglichen Musik einbaute
Gesucht wird der Doppelbuchstabe im Werktitel
TIPPS
Unsere Reise geht in den Norden. Ein Teil der gesuchten Musikstücke taucht in einem der frühesten deutschen Tonfilme auf und wird - als einzige Musik in diesem Film - von einem Bösewicht gepfiffen – Amelia Grimaldi
Gesungen gefällt es mir aber um Längen besser, auch wenn es sich da nicht um das Waldviertel handelt. Es ist auch kein Volkslied dort. Poesie mit Schnörkeln pflegte eine Schriftstellerin dazu zu sagen, welche verrate ich nicht – Oper 337
Getrost, mein Freund! Ich habe Takt; – Man stirbt nicht mitten im fünften Akt – Pavel
Die amerikanische Metalband Kamelot übernahm in ihrem Song „Forever“ teilweise die hier gesuchte Melodie – Calisto
Für mich war der Tipp von Pavel recht nützlich. Was den Bösewicht, der eine Melodie pfeift, betrifft, wäre anzumerken, dass seine Darstellung nicht nur Abscheu, sondern auch Mitgefühl erweckt. Der Schauspieler wirkte auch in "Casablanca" mit, dort aber nur in einer kurzen Nebenrolle. Allerdings ist er die eigentliche Ursache dafür, dass Rick in der Lage ist, den Ilsa und Viktor zu helfen – Teresa Cellini
Die "vernachlässigte Instrumentalgattung" arbeitet einem nicht primär musikalischen Genre zu. Der Titelheld vergleicht sich mit einer Zwiebel: lauter Hüllen, kein Kern. Die junge Dame aus der Einlage kriegt ihn aber wieder beieinander... – Quasimodo
Der Komponist stellte 2 Suiten aus der ursprünglichen Musik zusammen. Das gesuchte Lied findet sich in der 2. Suite als letzter Satz – Armin70
Nach der Frage 9 trollen wir uns bei der 10. in den hohen Norden, wo es ein wahres Musterbeispiel an weiblicher Treue gibt! – Severina
Wer mit dem Komponisten auf Krieg steht, hat trotzdem Chancen, ihn zu erraten – Waldi
Zitat von Rideamus: von der Tonträgerindustrie lange vernachlässigten... ...kann ich mir bei dem heute gesuchten Werk gar nicht vorstellen - unser Werbepartner listet 208 Treffer. Und irgendwie könnte man auf die Idee kommen, thematisch den Auftritt des Sopran im Tannhäuser auch in dieses Werk einzubauen ;) – Athene
Bald ist wieder Morgenstimmung – Heike
Die Lösung: Solveigs Lied aus PEER GYNT von Edvard Grieg Lösungsbuchstabe: E s. http://www.youtube.com/watch?v=aU0WNE14RAY
Kann mir jemand mal verraten, was in diesem Jahrzehnt an CD-Lesungen gegenüber früheren Sprachplatten so attraktiv geworden ist, dass sie heutzutage fast eine eigene Industrie unterhalten, während diese Gattung davor ein winziges Nischendasein fristete und allenfalls als Kindermädchen einen gewissen Erfolg hatte? Schließlich haben wir nicht erst in diesem Jahrzehnt angefangen Auto zu fahren, und wenn ich auch gern zugebe, dass Langspielplatten unterwegs ziemlich unpraktisch waren, so gab es doch Hörkassetten auch schon erheblich länger. Seltsamerweise wurden die aber fast nur für Musik oder Kinderpublikum genutzt. Zugegeben: ich bin kein Freund von Hörplatten, die, jedenfalls von mir, eine wesentlich stärkere Konzentration erfordern als das eigene Lesen und zudem fast immer die Vorstellungskraft einschränken, und wenn sie noch so professionell vorgelesen werden. Man könnte natürlich veritable Hörspiele gestalten, aber das ist wohl zu teuer, wenn nicht gerade eine Rundfunkanstalt mitmacht. Kostengründe stehen wohl auch der vernünftigsten Anwendung entgegen, der Verschränkung von Theaterstücken mit ihren Schauspielmusiken, die man sonst immer nur isoliert zu hören bekommt.
Was immer der Grund sein mag; mit der vernachlässigten Musikgattung meinte ich natürlich nicht den PEER GYNT selbst oder das Schauspiel allgemein, sondern die Gattung der Schauspielmusik, die im 19. Jahrhundert einmal sehr beliebt war, schon im zwanzigsten aber immer weniger gefragt und eingesetzt wurde, einige wenige Sonderfälle wie Mendelssohns kongeniale SOMMERNACHTSTRAUM - Musik einmal ausgenommen. Dabei sollte man meinen, dass in einer Hochkonjunktur der Hörplatte endlich auch die Schauspiele selbst zusammen mit ihren zugehörigen Musiken lohnend aufgenommen werden könnten. Statt dessen werden wir, wie Athene sehr richtig angemerkt hat, mit der zigsten bis hundertsten Suite der wenigen erfolgreichen Hervorbringungen dieser Gattung beglückt, können aber schon von etwas Besonderes preisen, wenn wir wenigstens eine komplette Schauspielmusik angeboten bekommen, auch wenn dann immer noch das eigentlich dominante Element der Texte fehlt und die Musik dann zuweilen ähnlich zusammenhanglos und redundant wirkt wie viele komplette Ballettmusiken. Dank der Popularität von Griegs Komposition gibt es immerhin diverse Aufnahmen der kompletten Schauspielmusik zum PEER GYNT im Angebot, aber den Kontext muss man sich auch in der, ansonsten sehr empfehlenswerten, Aufnahme von Neeme Järvi mit Barbara Bonney und anderen lesend erarbeiten:
Natürlich kommt dabei das Problem der Sprachen auf, das die Internationalität der Aufnahmen einschränkt, aber was Peter und seinem Wolf recht ist, dass man nämlich die identischen Musiken mit verschiedenen Sprechern kombiniert, sollte auch bei einem Stück wie diesem möglich sein.
Andererseits gibt es gerade bei diesem Stück Henrik Ibsens einigen Grund, es nicht mit der Musik von Grieg zu unterlegen, denn, bei aller Liebe zu der Musik selbst, als Ergänzung von Ibsens Text ist diese eher rückwärts gewandte, hochromantische Musik, für die sich Grieg eher von seiner Liebe zu norwegischen Landschaften als von einem wirklichen Verständnis für Ibsens Modernität leiten ließ, nicht unbedingt ideal. Eine Wiedergabe der eigentlichen Geschichte hat mir unser Streifenpeter dankenswerterweise vor ein paar Tagen abgenommen, so dass ich nur auf diesen Link verweisen muss: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p121655-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post121655" . Wer sie nüchterner haben will, kann die Synopsis natürlich auch in Wikipedia nachlesen.
Ibsen und Grieg hatten einander 1866 in Rom kennen gelernt, waren aber wohl zu verschieden um über ihre gemeinsame Nationalität hinaus wirkliche Gemeinsamkeiten zu entdecken. Schon damals arbeitete Ibsen an dem dramatischen Gedicht "Peer Gynt" nach einem Stoff aus einer Sammlung norwegischer Märchen von Peter Christen Asbjørnsen. Dieses Gedicht war so erfolgreich, dass Ibsen beschloss, daraus ein veritables Bühnendrama zu machen, dessen kühne Zeitsprünge er durch Musik verbinden lassen wollte. Er bat Grieg, diese Musik zu schreiben, und obwohl dieser Zweifel an der Erfolgsträchtigkeitdes Unterfangens hatte, reizte ihn der heimatliche Stoff doch genug um den Auftrag anzunehmen.
Das Theaterstück wurde am 24. Februar 1876 mit der kompletten Musik als Griegs op. 23 uraufgeführt. Aus dieser Musik stellte Grieg 1888 und 1891 die Suiten Op. 46 und 55 zusammen. Höchst ungewöhnlich, weil für eine leichte Verbreitung der Suiten durch ein normales Orchester hinderlich, war dabei die Aufnahme von Solveigs Lied, das ich in das Zentrum dieser Frage stellte, in die Suite Nr. 2. Das Lied ist jedoch von einer solch eindringlich schlichten Schönheit, dass es den Erfolg der Suiten sogar eher befeuerte als behinderte.
Hier kann man die Originalversion in einer Version mit der norwegischen Sängerin Sissel hören, die schon bedenklich nahe am Crossover liegt, dem volksliedartigen Charakter dies Liedes aber noch gerecht wird: http://www.youtube.com/watch?v=8qwy6aLNlyY&feature=related
Demgegenüber hätte die von Calisto erwähnte (Per-)Version von Kamelots „Forever“, die man bei Bedarf ebenfalls auf YouTube findet, bei einem Vergewaltigungsprozess kaum Chancen auf eine erfolgreiche Verteidigung.
Mein Favorit bleibt aber, neben Barbara Bonney bei Neeme Järvi, die oben verlinkte Aufnahme mit Lucia Popp und Neville Marriner, die diesen offiziellen deutschen Text aufführen:
Der Winter mag scheiden, der Frühling vergeh’n, ja der Frühling vergeh’n, der Sommer mag verwelken, das Jahr verweh’n, Ja, das Jahr verweh’n; Du kehrst mir zurück, gewiss, du wirst mein, ich hab’ es versprochen, ich harre treulich dein.
Gott helfe dir, wenn du die Sonne noch siehst. Gott segne dich, wenn du zu Füßen ihm kniest. Ich will deiner harren, bis du mir nah, und harrest du dort oben, so treffen wir uns da!
Und nun zu Euren Lieblinsversionen der zahllosen Einspielungen dieses Megahits. Oder mögt Ihr ihn gar nicht?
:hello Rideamus
Heike (11.04.2011, 19:53): Oder mögt Ihr ihn gar nicht?
:times10 für mich trifft das zu! Manchmal kann man diesen Dingen im Radio oder im Konzert nicht entgehen, aber freiwillig würde ich das nicht auflegen! Ich kann es nicht mal begründen, es geht mir einfach auf die Nerven. Heike
Rideamus (11.04.2011, 22:21): ... und gleich noch 'ne Schauspielmusik:
Von diesem Werk führt eigentlich nur die Ouvertüre ein reges Leben im Konzertsaal, weswegen die beiden eingelegten Lieder fast unbekannt sind. Eines ist recht militärisch, das andere voller Freude und Leid
Gesucht wird der drittletzte Buchstabe des Werktitels
TIPPS
Der Komponist notierte zu diesem Werk - Den Tod durch eine Pause (wenn ich das jetzt nicht verwechsle). Es geht um den Freiheitskampf der Niederländer. ... Auf Freunde, im Rücken habt ihr Eltern, Weiber, Kinder. Diese treibt ein hohles Wort des Herrschers nur, nicht ihr Gemüt. Auf Freunde fallt freudig wie ich Euch ein Beispiel gegeben – Erzherzog
„Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ - Heike
Himmelhoch jauchzend, zu(m) Tode betrübt - gerade umgekehrt ist es mir gestern und heute mit den Fragen ergangen – Athene
Der Komponist widmete sich den Ouvertüren i.a. sehr intensiv und beließ es bei manchem Werk nicht nur bei einer – Amelia Grimaldi
Der Dichter wünschte sich die Musik von Philipp Christoph Kayser, aber das Wiener Burgtheater gab jemand anderem den Auftrag – Pavel
In seinem letzten großen sinfonischem Werk tendiert dieser Komponist dann aber eindeutig zu "himmelhoch jauchzend" – Armin70
Zitat des Komponisten:" Ich habe den................ bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben, und habe auch, um diese zu zeigen, nichts dafür von der Theaterdirektion genommen." – Calisto
Der Titelheld hat einen Mann zum Gegner, der schon gegen einen ebenfalls vertonten spanischen Königssohn intrigiert hat. Die Autoren der literarischen Vorlagen waren befreundet und haben ein gemeinsames Denkmal, die beiden Komponisten hingegen kannten einander nicht persönlich – Severina
Den historischen Hintergrund hat ein schwäbischer Arzt, Historiker und Dichter aufbereitet, der selber ein Stück darüber schrieb, das in seiner Vertonung hier auch schon gelegentlich Gegenstand von Rätseleien war – Quasimodo
Da verliert man schließlich den Kopf, wenn ein Spanier kommt und einem das nicht ausreichend spanisch vorkommt – Waldi
Besagter Spanier ist auch Titelheld einer unvollendeten Oper. Die Musik allerdings wurde vom Komponisten selbst zum Teil für ein anderes Werk verwendet (das in Spanien, allerdings zeitlich früher spielt) und das Libretto in einer geänderten Fassung (Verlegung von den Niederlanden nach Sizilien) von einem anderen Komponisten vertont – Teresa Cellini
Die Lösung: die Lieder „Die Trommeln gerühret“ und „Freudvoll und leidvoll“ aus der Schauspielmusik zu Goethes EGMONT von Ludwig van Beethoven s. http://www.youtube.com/watch?v=xux4SVVQUz
Beethoven hat ja nie eine Konzertsuite zu seinen Schauspielmusiken geschrieben, und so kennen wir meist nur deren Ouvertüren aus dem Konzertsaal. Die restliche Schauspielmusik von KÖNIG STEPHAN oder DIE RUINEN VON ATHEN kenne ich bis heute nicht, aber immerhin verdanken wir der zweiten Zentenarfeier Beethovens im Jahr 1970 eine hochkarätige Aufnahme Herbert von Karajans der Schauspielmusik zu Goethes Drama EGMONT, durch die ich auch die hier angefragten Lieder in der Interpretation von Gundula Janowitz kennen gelernt habe:
Da das Schauspiel selbst noch vergleichsweise bekannt ist und etliche Zeilen davon auch in der genannten Aufnahme von Erich von Schellow gesprochen werden, kann man sich immerhin ein ungefähres Bild davon machen, wie viel eindrucksvoller das Stück sein kann, wenn es einmal mit Beethovens Musik gegeben wird, und sei es nur von der Konserve.
Goethe begann sein Trauerspiel um den Untergang des niederländischen Freiheitshelden Graf Egmont von Gaure bereits 1775, brauchte aber die ungewöhnlich lange Zeit von 13 Jahren, bevor er das fertige Stück in Druck geben und es 1789 uraufgeführt werden konnte. Der Schauplatz seines fünfaktigen Trauerspiels ist Brüssel während des Aufstands der Niederländer 1566-68 gegen die grausame Herrschaft des katholischen Königs Philipp II von Spanien, den Opernfreunde vor allem durch seinen von Schiller dramatisierten Sohn Carlos kennen. Auf Philipps Befehl übte der, später von Scribe und Donizetti veroperte, Herzog von Alba im Verbund mit der Inquisition eine regelrechte Schreckensherrschaft über die protestantischen Niederlande aus.
Bei Goethe, den, wie in den Dramen der Klassik üblich, weniger die historische Wahrheit als der Konflikt seiner Helden interessierte, den er in sie hinein projizierte, ist Graf Egmont bei seinen Bürgern sehr beliebt und steht loyal zur spanischen Krone, die von ihm allerdings eine härtere Gangart gegen die Reformierer fordert. Da er die konsequente Brutalität des Herzogs von Alba unterschätzt, der gleich nach seiner Ankunft den sogenannten Blutrat einführte, dem rund 18.000 Niederländer zum Opfer fallen sollten, weigert er sich zu fliehen und wird von dem Spanier dem Henker übergeben, nachdem auch der Versuch seiner Geliebten Clärchen missglückt, die verhafteten Widerständler zu befreien. Eine ausführliche Inhaltsangabe findet man in Wikipedia hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Egmont_%28Goethe%29
Rideamus (12.04.2011, 13:19): Dieser Komponist liebte nicht nur die Fremdkörper in seinen Hauptwerken, sondern ging sogar so weit, eines davon nur aus "Gesangseinlagen" zusammenzustellen, damit es nicht mitzählte. Dieses Werk ist hier aber nicht gemeint, denn er schildert ausnahmsweise Himmlisches, nicht Irdisches.
Gesucht wird der vorletzte Buchstabe des Komponistennamens
TIPPS Ganz lustig daneben, diese Einlage! – Quasimodo
Die Angst vor "Alle neune". (Es geht aber nicht ums Kegeln) – Pavel
Den eigentlichen Durchbruch seiner Musik verdankte der Komponist der Stereophonie aber das erlebte er leider nicht mehr. Er ahnte dies, denn er soll mal gesagt haben, dass die Zeit für seine Musik erst noch kommen wird – Armin70
Der Komponist sorgte u.a. in einer seiner Tätigkeiten dafür, dass zu spät Kommende sich seither gedulden mussten – Amelia Grimaldi
Meinen Tipp kannst du durchaus wörtlich nehmen! Die große Müllhalde hilft! – Quasimodo
Auch Deine Zeit wird kommen! Und wenn Du noch grübeln musst, geh einfach morgens übers Feld, das hilft manchmal auch beim Nachdenken! Auch bei diesem Wetter! Und vielleicht fällt dir dann der Komponist ein – Amelia Grimaldi
Ja, der hat einmal zu einem Komponistenkollegen, bei einer schönen Landschaft, gesagt, das brauchen sie nicht komponieren, das habe ich schon alles gemacht - Oper 337
Wenn elftausend Jungfrauen tanzen, kommt es sicherlich zu einem Chaos - Calisto
Bei den vielen Ausnahmen im Werk des Komponisten musste ich schon fürchten, dass ich die himmlischen Freuden der Eingeweihten nie würde fühlen dürfen. Die Uraufführung des hier gesuchten "Rahmenwerkes" jährt sich dieses Jahr übrigens zum 110. Mal – Athene
Der Komponist konsultierte wegen Eheproblemen einen berühmten Wiener, worüber vor nicht allzu langer Zeit ein (schlechter) Film gemacht wurde – Heike
Auch ein berühmter italienischer Regisseur spielt in einem Film auf den Komponisten an, obwohl in der nicht minder berühmten literarischen Vorlage eigentlich von einem Dichter die Rede ist – Severina
Aus Iglau kamen nicht nur berühmte Ammen, sondern auch der Komponist, der allerdings nicht dort geboren wurde, sondern nur seine Jugend verbrachte - Waldi
Die Lösung: „Wir genießen die himmlischen Freuden“ aus dem vierten Satz der Sinfonie Nr. 4 D G-Dur von Gustav Mahler s. http://www.youtube.com/watch?v=DOPohPPQXeA
Um die Frage nicht zu mysteriös zu machen, was bei Sinfonien ohne eigenen Titel ja immer besonders schwierig ist, habe ich ein weiteres Werk angesprochen, das einen Titel hat. Dabei handelte es sich natürlich um Gustav Mahlers eigentlich „neunte“ Sinfonie, die er aus Angst, sie wäre, wie zuvor bei Beethoven und Dvorak, seine letzte nicht als solche betitelte, sondern als „Das Lied von der Erde“. Das Leben lässt sich aber so leicht nicht austricksen, und so kam es zu der bitteren Ironie, dass Mahler genau deswegen tatsächlich keine zehnte Sinfonie mehr vollenden konnte.
Diese sinfonische Liedersammlung war offensichtlich anhand der, den Titel paraphrasierenden, Frage leicht identifizierbar, denn trotz des für meine Rätsel ungewöhnlichen Repertoires sprossen die Tipps nur so, und es waren auch gar nicht so viele nötig, bis alle Mitrater die Nuss geknackt hatten. Mit Quasimodos Hinweis auf eine „große Müllhalde“ konnte ich dagegen weit weniger anfangen. Vielleicht kann er uns da noch erleuchten. Eine Sinfonie Mahlers, der vor 100 Jahren verstarb, wollte ich in dessen Jubiläumsjahr gerne einmal einbauen, und da bot es sich an, die vierte zu nehmen, die, wie Athene ganz richtig bemerkte, im November dieses Jahres genau 110 Jahre alt wird.
Zu dem gesuchten Werk selbst kann ich mich wieder einmal kurz fassen, denn zu dieser wunderschönen Sinfonie und dem krönenden Lied „Wir genießen die himmlischen Freuden“ aus „Des Knaben Wunderhorn“ hat Gurnemanz, der leider ausgerechnet bei diesem Rätsel schon früher aufgeben musste, einen sehr schönen Thread eingeleitet, in dem mehr steht, als ich je dazu sagen könnte. Ihr findet ihn hier, und ich rate jedem dringend, ihn sich (noch einmal) durchzulesen und dann die Sinfonie aufmerksam zu hören: http://www.capriccio-kulturforum.de/orchestermusik/230-mahler-sinfonie-nr-4-g-dur-–-eine-verdächtige-idylle/?
Mir selbst ging es übrigens genau umgekehrt wie Gurnemanz insofern, als mich, gleich zu Beginn meiner Entdeckung von Mahlers Musik, neben der ersten vor allem die vierte Sinfonie mit ihren himmlischen Freuden spontan ganz besonders ansprach, so dass sie, obwohl mir später auch die Doppelbödigkeit dieser Schönheit aufging, bis heute die mir liebste in seinem Schaffen geblieben ist. Das ist sicher nicht zuletzt der Aufnahme Otto Klemperers mit Elisabeth Schwarzkopf zu verdanken, die es heute leider nur noch antiquarisch gibt, die aber in der alten Seraphim Edition zu den meistgespielten meiner LP-Sammlung gehörte:
Meine allererste Begegnung mit der Sinfonie vermittelte allerdings die klassische Aufnahme Bruno Walters mit Desi Halban, die es, gekoppelt mit der grandiosen Interpretation der KINDERTOTENLIEDER durch Kathleen Ferrier und Walter, die zum Pflichtprogramm eines jeden Mahler-Freundes (außer Thielemann) gehört, in einer sehr günstigen Naxos-Aufnahme gibt:
Die viel gepriesene Aufnahme der Sinfonie von Herbert Kegel kenne ich leider nicht. Ich bin aber auch nicht sicher, ob ich die Sinfonie wirklich so schroff gespielt hören möchte, wie Kegel das anscheinend anbietet, denn ich bekenne mich dazu, dass mir sogar die glättende Interpretation Karajans mit Edith Mathis nicht wenig gefällt.
Diese wie auch die anderen, länger nicht gehörten Sinfonien Mahlers in meiner Sammlung müsste ich aber selbst erst wieder einmal aufmerksam hören, um mich dazu qualifiziert äußern zu können. Das aber muss ich zugunsten meiner neuesten Lieblingsaufnahme der Sinfonie zurückstellen, die schon beim ersten Hören bei mir keine Wünsche offen ließ. Sie wurde mir im Gefolge einer Lösung dieses Rätsels geschenkt, und ich bin sehr dankbar dafür, denn als Höhepunkt der Interpretation Claudio Abbados und der Wiener Philharmoniker, deren Klangwelt mir enorm zusagt, enthält sie die Darbietung des Liedes durch einen meiner Lieblinge, nämlich Frederica von Stade. Leider gibt es diese Aufnahme derzeit nur ihm Rahmen der Gesamtbox mit Abbados Mahler-Sinfonien, aber auch die dürfte sich lohnen, denke ich.
Oder was meint Ihr?
:hello Rideamus
Rideamus (13.04.2011, 14:48): Die beliebtesten Einlagen sind aber immer noch Tanzeinlagen. Ein Stoff lud besonders dazu ein, weil es da beim Tanz nachgerade höllisch zugeht.
Gesucht sind die beiden Tänze aus zwei sehr verschiedenen Werken gleicher Nationalität mit dem gleichen Titelhelden, dessen erster Buchstabe hier besonders interessiert.
TIPPS
Dass es höllisch zugeht, muss ja nicht bedeuten, dass jemand der (ewigen) Verdammnis preisgegeben ist. Mit der Titelrolle im älteren der gesuchten (Rahmen-) Werke konnte eine auch hier im Forum sehr geschätzte Sängerin unlängst ihren internationalen Durchbruch feiern. Die weltberühmte Tanzeinlage des jüngeren Werkes führt ein starkes Eigenleben; in meiner Jugendzeit hielt sie (unterlegt mit Text "Leute, es sind Ferien, alle machen blau...") gar als Titelmelodie für das TV-Ferienprogramm von ARD oder ZDF her – Athene
Die beiden Komponisten stammten aus einem anderen Land; aber aus demselben! – Quasimodo
Nur die Geburtsorte unterscheiden sich wesentlich – Calisto
Vielleicht hilft es, wenn man statt höllisch mal das Wort unterirdisch setzt, denn da gibt's ein Reich, wo alles rein ist, und das auch einen Namen hat. Diese Oper ist aber nicht gemeint – Rideamus
Sind wir in beim Richardl Nr. 2?, der ist es doch nicht, und der Hofmannsthal auch nicht, denke ich, weil ob dort alles rein ist, wer weiß, wenn auch einer von dem immer in Salzburg gespielt wird und ganz ohne Waschmittel – Oper 337
Das eine Stück ist ziemlich amüsant, das zweite Stück dann doch eher nicht, obwohl in beiden Stücken dieselben Personen auftauchen. Oder vielleicht wäre untertauchen das richtige Wort. Wir befinden uns aber nicht auf dem Ozean. In der Gegend gibt es aber einen Fluss, der aber auch nicht durchschwommen wird. Man ruft wahrscheinlich: „Fährmann, hol über!", und dann erscheint ein düsterer Geselle mit seinem Boot. Es ist ziemlich schwierig, von dort wieder wegzukommen. Jetzt bin ich ganz von der Tanzerei abgekommen. Einmal ist es die pure Lebensfreude, im zweiten Tanz kommt wenig Seligkeit auf – Calisto
Ach, ich habe es gefunden (oder so) (und bin nicht der Verdammnis durch Athene preisgegeben) – Pavel
Wegkommen wäre schon möglich gewesen, nur Umdrehen war nicht erlaubt. Aber zum Glück hat in dem einen Werk jemand Befugter ein Herz für den Sünder – Waldi
Frei nach dem "Weißen Rössl" - "Umdrehen darf ich net" – Oper 337
Danke für Eure Tipps - der Brettl-vorm-Kopf-Smilie muss noch her. Ich hatte die erste Oper, leider in der falschen Fassung und damit war ich im falschen Land. Das war auch schon mein Tipp! Im späteren Werk summt es äußerst vergnüglich – Amelia Grimaldi
Die Lösung: der Tanz der Furien aus ORPHÉE ET EURYDICE von Christoph Willibald Gluck und der „Galop infernal“ aus ORPHÉE AUX ENFERS von Jacques Offenbach – Lösungsbuchstabe: O s. http://www.youtube.com/watch?v=m1-Y1pD5coQ und http://www.youtube.com/watch?v=wOtxxigWHOA
Diese Frage vereinte nicht nur zwei Werke des vielleicht meistvertonten Mythos überhaupt, sondern auch zwei der bekanntesten Stücke des Repertoires der klassischen Musik, deren Popularität weit über das Stammpublikum der Klassik hinaus reicht. Der als Can-Can bekannt gewordene Galopp ist womöglich sogar das weltweit bekannteste klassische Stück überhaupt. Um so erstaunlicher fand ich es, dass sich manche gerade diese Frage ausgesucht hatten um sich ein Brett vor den KOpf zu nageln, was bekanntlich bei einem Rätsel immer wieder mal vorkommt.
Das Brett betraf aber nicht nur die Werke selbst, sondern bei einigen nur die Wahl des Tanzes aus Glucks Oper. Da vermuteten manche den Reigen der seligen Geister, obwohl gerade der doch so gar nichts Höllisches an sich hat. Da ich aber nach dem Stoff und nicht explizit nach dem Tanz gefragt hatte, habe ich auch diese Lösung gelten lassen. Ich hätte übrigens auch gelten lassen, wenn jemand Glucks DON JUAN – Ballett genannt hätte, in das Gluck bereits ein Jahr vor der Urfassung den Furientanz seines späteren ORFEO eingebaut hatte, aber da war niemand drauf gekommen, und Peter Brixius' interessanter Beitrag zu den Balletten Glucks, der zufällig gerade erschien, hat mit dem Rätsel ja nichts zu tun. Leider.
Zum Glück hat kein Geringerer als Marc Minkowski beide Tänze in furiosen Aufnahmen eingespielt, die man auch auf YouTube hochgeladen hat, und ich kann nur dringend dazu raten, sich zur Erinnerung und zur Vergegenwärtigung, wie brillant diese vermeintlich so wohl vertrauten Einlagen komponiert sind, sich die oben verwiesenen Clips anzusehen und zu hören, die aus den von mir empfohlenen Gesamtaufnahmen stammen, welche ich ausnahmsweise gleich zu Beginn preisgebe:
Von Minkowskis Gluck-ORPHÉE gibt es ohnehin noch keine DVD, aber bei dem Offenbach muss es diese sein, denn bei aller Zuneigung zu der Audioaufnahme dieser Operette: dieses Stück in der köstlichen Interpretation Nathalie Dessays und ihres Ehemannes Laurent Naouri sowie Yann Beurons als Orpheus kann man zwar mit größtem Vergnügen auch hören, aber wenn es schon einmal Großartiges zu sehen gibt, sollte man das auch tun, und zwar am besten in dieser einfallsreichen Inszenierung von Laurent Pelly, die endlich mal auf die üblichen Strampeleien und das ewige Rockschwingen verzichtet: http://www.youtube.com/watch?v=JeB_ZFDKcBI&feature=related. Mögen die Tanzschritte auch authentisch sein, der Gähnfaktor des jahrhundertlange Déja-vu ist es sicher nicht.
Muss man zu beiden Stücken hier wirklich noch etwas sagen? Peter Brixius hat als bekannter Gluck-Freund natürlich schon sehr viel dazu gesagt, dem ich kaum etwas hinzu zu fügen habe, und zwar hier: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/429-gluck-orfeo-ed-euridice-–-gegen-den-trügerischen-gott/? Dort werden auch die Unterschiede zwischen den beiden Fassungen diskutiert. Desgleichen dürfte die Handlung weidlich bekannt sein. Wer mag, kann sie auch bei dem anderen Peter nachlesen: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p56956-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post56956.
Dass diese verschiedenen Fassungen existiert, gibt mir willkommene Gelegenheit, wieder einmal gegen den Stachel absoluter Historientreue zu löcken und für ein schlicht phänomenales Musizieren zu plädieren, indem ich Georg Soltis ORFEO empfehle, in dem Marilyn Horne einen überwältigend virtuosen Orpheus singt
Mag sein, dass sich das HIP - geschulte Ohr gegen diese Auffassung von Gluck sträubt; das unbefangene muss einfach begeistert sein. Dem Auge hingegen würde ich die Kombination einer sehr guten musikalischen Realisation von John Eliot Gardiner mit Magdalena Kozena, Madeline Bender und Patricia Petibon nahe legen:
Robert Wilsons, wie immer sehr statische, Inszenierung ist zwar in ihrer Betonung der Langsamkeit des Geschehens gewöhnungsbedürftig, aber dem Werk keineswegs unangemessen, und musikalisch bleiben, jedenfalls für mich, keine Wünsche offen.
Zu Offenbachs Meisterwerke gibt es in diesen Foren ebenfalls schon einiges zu lesen, darunter manches von mir selbst, so dass ich mich auch hier darauf beschränken kann, auf die Inhaltsangabe unseres Opernpeter (http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p69142-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post69142) zu verweisen und die entsprechenden Beiträge im Klassikforum zu verlinken, die hier beginnen: http://www.das-klassikforum.de/thread.ph…77936#post77936
Da wir aber hier in einem Rätsel um Einlagen sind, sollte natürlich auch der Beitrag zu John Styx nicht vergessen werden, in dem Sarpedon sich einige kluge Gedanken über diese höchst merkwürdige Figur macht: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p11294-die-einlage-in-der-oper/
Dies wäre natürlich eine ideale Gelegenheit gewesen, weitere Extras abzufragen, denn Monteverdis L’ORFEO von 1607 war nicht einmal die erste Vertonung dieses idealtypischen Opernstoffes um einen Sänger. Das wäre aber zu einfach gewesen, denn eine höchst eindrucksvolle Zusammenstellung findet sich ja schon bei Wikipedia hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Orpheus-Opern. Die Frage wäre also eher, ob da noch welche vergessen wurden. Mir fällt da jedenfalls nur das Filmmusical ORFEU NEGRO mit der Musik von Luiz Bonfé und Antonio Carlos Jobim ein. Das sollte man sich wirklich mal wieder ansehen, wenn man kann.
:hello Rideamus
Severina (13.04.2011, 19:13): Lieber Rideamus,
bei Offenbach sind wir uns wohl einig, was die großartige DVD mit Natalie Dessay betrifft - ich fühle da gar nicht das Bedürfnis nach einer weiteren Aufnahme.
Bei Gluck bin ich noch Novizin und besitze daher auch nur eine einzige und sehr neue Einspielung des Orphée, und zwar mit Juan Diego Flórez, Ainhoa Garmendia und Alessandra Marianelli (Chor und Orchester der Oper Madrid unter Jesus López-Cobos), der mir von den Sängern her sehr gut gefällt, vom Orchester weniger.
lg Sevi :hello
Rideamus (13.04.2011, 19:54): Liebe Severina,
da hast Du aber wirklich eine ganz besondere Fassung erwischt, deren Existenz mir noch gar nicht bewusst war
Florez ist tatsächlich der einzige Sänger nicht nur der unmittelbaren Gegenwart, dem ich die Bewältigung der haasrsträubenden Passagen der französischen Kontretenor-Fassung zutraue. Der Beginn der abschließenden Arie des ersten Aktes, "L'espoir renaît dans mon âme", mit der mich Marilyn Horne regelmäßig überwältigt, scheint dieses Vertrauen jedenfalls zu rechtfertigen. Da muss ich mir wirklich mal die Gesamtaufnahme zulegen, denn zumindest in den Clips finde ich auch das Orchester gar nicht so schlecht.
Gerade diese Oper veträgt es aber auch, möglichst mehrere Fassungen zu kennen. Bitte verstehe das nicht als Nörgelei, sondern als Ermunterung.
:hello Rideamus
Severina (13.04.2011, 20:01): Lieber Rideamus,
ermuntern lasse ich mich gerne, fatalerweise sind bei uns die Banken so gut überwacht :cool lg Sevi :hello
Rideamus (14.04.2011, 00:29): Original von Severina Lieber Rideamus,
ermuntern lasse ich mich gerne, fatalerweise sind bei uns die Banken so gut überwacht :cool lg Sevi :hello
:I Ja, das Problem hatte ich gerade in letzter Zeit auch schon häufig, deshalb gleich weiter zur nächsten Lösung, die Dich wohl weniger in Versuchung bringen wird:
Wenn man eine Einlage entgegen jeder Erwartung gleich an den Anfang stellt, kann das Karrieren ruinieren. Bei diesem Werk geschah es beinahe, und der Komponist hat es seinen vermeintlichen Feinden nie verziehen.
Gesucht wird der Doppelbuchstabe im Werktitel
TIPPS Ich glaub' ich hab's??????? ... weil dort andauernd Unanständigkeiten geschehen können, zumindest in älteren B.B – Oper 337
Betr.: Komponisten-Feinde - Ach, die waren doch nur sauer, dass sie für die scharfe Nummer zu spät kamen, weil sie mal wieder zu lange auf der Pferderennbahn waren! – Quasimodo
Wenn man natürlich immer erst zum zweiten Akt erscheint, darf man sich nicht wundern, dass das zuchtlose Treiben schon vorher stattgefunden hat. Vor lauter Ärger kann es dann schon mal zu einem Pfeifkonzert kommen – Calisto
Das kommt davon, wenn man ein Werk für eine Stadt umarbeitet und sich dann doch nicht an die Gewohnheiten der Besucher anpassen will. Daher hatte der Komponist auch später immer noch das Gefühl, der Welt eine endgültige Fassung des Werkes schuldig zu sein – Pavel
Manche die ihn nicht so besonders mögen, meinen, gar keine Umarbeitung wäre möglicherweise noch besser gewesen! – Oper 337
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben: in Dresden wäre das nicht passiert. Bis vor einem Jahr konnte man übrigens direkt am "Originalschauplatz" der Einlage auf einer alten, engen Autobahn entlang fahren. Inzwischen ist das Straßenstück zurückgebaut, und die Fahrstrecke führt einige km nördlich vorbei. Den "Titelschauplatz" sieht man aber von Osten kommend noch immer – Athene
Von der Oper existieren verschiedene Fassungen. Die Kirche, allen voran der Papst, hatten sich damals sehr an dem Werk gestört – Armin70
Auch wenn der Komponist sonst ja ein ziemlich unsympathischer Mensch gewesen sein soll - dieses Werk, mit dem er bewusst die schlüpfrigen Männerphantasien der reichen Pariser Säcke mal nicht bediente, macht ihn mir direkt sympathisch! - Heike
Der Komponist verfügte über geraume Zeit über einen sehr prominenten Gönner, den er auch nach allen Regeln der Kunst zu schröpfen wusste – Amelia Grimaldi
Der Forenname einer der Teilnehmerinnen am gestrigen Wiener Capriccio-Treff (nicht traurig sein, dass es vorbei - freuen, dass es gewesen!) führt auf die Spur tief in den Berg - Waldi
Die Lösung: Venusbergszene aus TANNHÄUSER (Pariser Fassung) von Richard Wagner – Lösungsbuchstabe: N s. http://www.youtube.com/watch?v=pTxj_kQjJ1
Es hat sich vermutlich inzwischen herumgesprochen, dass ich kein eingefleischter Anhänger der Bühnenwerke Richard Wagners bin, aber ich gebe doch gerne auch Ehre, wem Ehre gebührt, und der Auftakt der Pariser Fassung seines TANNHÄUSER, der für mich zu Wagners interessantesten Schöpfungen gehört, verdient wirklich alle Achtung, und zwar, wie bei fast all meinen Lieblingsstellen von Wagner, primär für den meisterlichen Beherrscher eines entfesselten Orchesters. Bezeichnenderweise ist es nicht nur ein Werk über den tiefen Zwiespalt seines Helden, sondern auch ein äußerst zwiespältiges Werk, in dem alte Nummerngewohnheiten wie die Arien der Elisabeth oder Wolframs Lied an den Abendstern schroff und fast unvereinbar auf Elemente von Wagners Zukunftsmusik treffen. Gleichgültig, für welche der vielen Mischfassungen man sich entscheidet, das Ergebnis bleibt immer ein Kompromiss, wenn auch ein enorm ergiebiger.
Mit seiner panikartigen Reaktion auf die skandalöse Aufführung der revidierten Pariser Fassung an der Opéra im Jahr 1861, dessen Auslöser in der Fama zwar die Proteste der dümmlichen Mitglieder des sogenannten Jockey-Clubs waren, die Ablehnung der Oper selbst aber zu Unrecht gerne darauf verkürzt wird, beging Wagner einen entscheidenden Fehler in seiner Biografie. Er zog nämlich, total beleidigt, seine Partitur nach der dritten Aufführung zurück, obwohl schon mehrere weitere Aufführungen ausverkauft waren und sich nicht nur seine Gegner lautstark zu Worte gemeldet hatten, sondern auch seine begeisterten Anhänger, allen voran Charles Baudelaire. Aber auch Musiker, die Wagner skeptisch gegenüber standen, wie Berlioz, der dessen Ideen vom Gesamtkunstwerk zwar teilte, aber ganz anders umgesetzt wissen wollte, erkannten den außerordentlichen Rang der Partitur. Das galt übrigens auch für den bald darauf so hässlich verpönten Juden Giacomo Meyerbeer, dem Wagner seinen viel größeren Erfolg so sehr neidete, dass er nur noch verblendet gegen seinen vormaligen Gönner wütete, der ihm noch im TANNHÄUSER ersichtlich Vorbild war.
Man kann heute nicht mehr abschätzen, was geschehen wäre, wenn Wagner durchgehalten hätte, denn es bahnte sich bereits ein Sensationserfolg für den TANNHÄUSER an, als er seine Partitur zurückzog und bald darauf auch Paris endgültig den Rücken kehrte. Dennoch konnte sich, eifrig geschürt von Wagner selbst und seinen deutschnationalen Anhängern, die Mär festsetzen, dass er in der welschen Hauptstadt der damaligen Musikwelt durchgefallen war, und kein noch so intensives Aufblühen des „Wagnerisme“ bei so grundverschiedenen Komponisten wie Chabrier, der sich sogar der Mühe unterzog, die gesamte Partitur des TANNHÄUSER abzuschreiben um das Werk wirklich kennen zu lernen, Duparc, D’Indy und Lalo konnte diesen Eindruck korrigieren. Dabei ist selbst das große Kompliment der Satire, die Offenbach Wagner in seiner „Musique de l’avenir widmete“, noch ein Beleg dafür, wie einflussreich diese Serie von Aufführungen des TANNHÄUSER war - jedenfalls bis die ersten Aufführungen seines TRISTAN noch größere Bedeutung gewannen.
All das ist uns heute aus der Rückschau nur noch wenig bewusst; der immense Einfluss dieses Werkes des Übergangs, das deutlicher als seine Nachfolger aufzeigt, wie groß Wagners Bedeutung für die Entwicklung der Musik werden würde, sollte aber berücksichtigt werden, wenn man diese Oper hört und sieht. Natürlich ist die Kehrseite dieses Übergangscharakters auch einiger Leerlauf, ganz zu schweigen von den mörderischen Anforderungen an die Titelpartie, die immer wieder Kürzungen erzwang, die der Sinnhaftigkeit der Handlung schadeten. Dadurch wird Wagners Verdienst um die bis dato im Wortsinne unerhörte Verschmelzung der historischen Figur des Minnesängers Tannhäuser mit der Sage von Elisabeth und dem Sängerkrieg auf der Wartburg, die heute für alle Welt selbstverständlich erscheint, aber nicht geschmälert.
Wieder einmal muss ich darauf hinweisen, dass eine Rätsellösung nicht der geeignete Ort für eine Exegese dieser Oper ist, aber ich hoffe, doch eine etwas ungewohnte Perspektive vermittelt zu haben. Daneben gäbe es gerade zu dieser Oper noch viel zu diskutieren, nicht zuletzt der darin propagierte Gegensatz zwischen Heiliger und Hure. Während nämlich das Freund-Feind – Schema der feministischen Diskussion dazu neigt, Wagner deswegen zu verurteilen, wie in diesem, durchaus lesenswerten, Thread (http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/1458-wagner-tannh%C3%A4user-%E2%80%93-inbrunst-im-herzen/), neige ich eher dazu, Wagners anhaltende Verweigerung einer all zu frommen Auflösung dieses Dualismus zu goutieren. Zwar kommt es letztlich, dank Elisabeths Opfergang, doch zu dem gesellschaftskonformen „Happy End“, also der Erlösung des Helden, aber es war kein Zufall, dass – nicht nur – die kirchlichen Autoritäten das Sujet dieser Oper und Wagners unverkennbare Sympathie für Tannhäusers Freigeist heftig kritisierten.
Es gibt übrigens ein weiteres Meisterwerk, das sich genau mit diesem Dualismus in enorm spannender Weise und aus moderner Sicht auseinandersetzt, und das Wunderbare daran ist, dass auch die exzellent ausgewählte und interpretierte Musik eine ideale Werbung für Wagners Partitur ist. Ich spreche natürlich von diesem Film, den zu kennen jedem Opernliebhaber eine Pflicht sein sollte:
Es ist mir absolut unverständlich, dass dieses Meisterwerk nicht mehr am Markt ist und derzeit für Wucherpreise gehandelt werden kann, denn ich kenne keinen besseren – und süffigeren - Film über das Opernmetier. Hinzu kommt eine vorbildliche Einspielung der ausgewählten Partiturteile, denn mit Kiri Te Kanawa, Waltraud Meier, René Kollo und Hakan Hagegaard unter Marek Janowskis vorbildlichem Dirigat ist hier nebenbei einer der besten Opernquerschnitte entstanden, die ich je gehört habe.
Für Liebhaber des ganzen Werkes in der, für mich trotz – eigentlich sogar wegen - der stlistischen Uneinheitlichkeit ihrer kompositorischen Elemente klar zu bevorzugenden, Pariser Version gibt es zum Glück eine Aufnahme, die kaum Wünsche offen lässt. Ich spreche natürlich von der Einspielung Georg Soltis mit René Kollo, Christa Ludwig und Helga Dernesch, die es sich nicht von ungefähr leisten kann, bis heute auf dem ursprünglichen Hochpreisniveau angeboten zu werden.
Aber, zugegeben, gerade bei dieser Oper fehlen mir auch ausgiebige Vergleiche, denn ich war mit dieser Aufnahme immer so zufrieden, dass ich kaum Bedürfnisse nach Alternativen entwickelte, zumal meine Zuneigung zu Wagner dann doch Grenzen hatte. Das Problem habe ich erst recht bei den DVDs, denn wie schon das oben verwiesene Zitat aus einer Bayreuther Aufführung unter der Leitung von Colin Davis (Regie: Götz Friedrich) zeigt, ist es enorm schwer, den Venusberg-Einstieg zugleich in seiner Leidenschaftlichkeit deutlich zu machen wie auch jede Peinlichkeit zu vermeiden. Vielleicht ist der TANNHÄUSER wirklich eine ideale Höroper, zu der man seine eigenen Bilder entwickeln kann und sollte.
Vielleicht habt Ihr aber auch andere Vorschläge von Referenzaufnahmen, die mir noch gar nicht bekannt sind, oder die ich noch zu wenig kenne wie den Tannhäuser Lauritz Melchiors oder die Elisabeth ihrer Namenscousine Elisabeth Grümmer?
:hello Rideamus
Rideamus (14.04.2011, 16:46): Der gemeinsame Nenner der hier gesuchten Einlagen heißt Jahrmarkt. Die erste, instrumentale, Einlage untermalt eine eher provinzielle Zirkusvorstellung auf einem Jahrmarkt, die zweite, ein Lied, ist der ungeplante Höhepunkt der Jahrmarktsdarbietung eines Behinderten in einem Musikfilm, der wiederum als Drittes ein Musical hervorbrachte, das als Höhepunkt ein Pendant zu dem Filmlied bietet.
Für das Lösungswort gebraucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten des Werkes mit der Instrumentaleinlage, aber eine vollständige Lösung, die drei Punkte plus den Punkt für einen Tipp wert ist, brauchen wir auch den Titel des Films und des gefragten Liedes, sowie den Titel, das Pendant und den Komponisten des Musicals
TIPPS (Teil A)Kleine Hilfe, ich habe fast alles schon einmal, vor -zig Monaten parodiert oder doch nicht? Unter dem Motto "Brush up your Peter" nur das ist es nicht – Oper 337
a) das scheint noch relativ einfach zu sein, denn es ist eine Oper – Rideamus
Die Oper ist ziemlich bekannt. – Oper 337
In der Oper sollte man sich besser keinen Bären aufbinden lassen – Athene
Teil 1: Das gesuchte Werk war Vorlage für einen der frühesten Opernfilme, wo der Protagonist allerdings vom Tenor zum Bariton mutierte und bekanntes Komikerpaar für die Zirkusszene aufgeboten wurde. – Teresa Cellini
1. Tipp zur Oper: Was man nicht alles aus Liebe zu einer Frau macht: Da verkleidet sich einer sogar als Tanzbär. – Armin70
a Klingt wie menschliche Handelsware – Waldi
1) Eher ungewöhnliche Handelsware steht im Mittelpunkt dieser Oper – Amelia Grimaldi
Die Lösung (Teil A): Tanz und Produktion der Komödianten aus Bedrich Smetanas PRODANA NEVESTA (DIE VERKAUFTE BRAUT) – Lösungsbuchstabe: S
s. http://www.youtube.com/watch?v=rg7zRmpl5sI&feature=related
Die erste Hälfte dieses Rätsels wurde von den meisten von Euch leicht gelöst, und mir tut es jetzt ein wenig Leid, dass ich diesmal auf die Extras verzichtet und nicht nach weiteren Werken gefragt habe, die auf Jahrmärkten spielen. So viele gibt es nämlich gar nicht, und die bekanntesten davon außer PAGLIACCI sind halbe Exoten wie der JAHRMARKT VON SOROTSCHINTSI oder Musicals wie CAROUSEL. Um so mehr hat mich überrascht, wie wenig die, eigentlich sehr populäre, Oper Smetanas in diesem Forum bislang eine Rolle spielt.
Es gehört wohl zu den, für das reale Leben bezeichnenden, Eigenheiten des Internet, dass es in einem Forum für klassische Musik zwar viel frequentierte Threads über Schlagersternchen und andere schnell vergängliche Eigentümlichkeiten des kulturellen Lebens gibt, jedoch, von dem fast schon selbstverständlichen Opernführer Streifenpeters http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p24179-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post24179) und ein paar Nennungen in „Eben gehört“ oder diversen Bestenlisten abgesehen, absolut nichts über eine der besten komischen Opern überhaupt zu finden ist. Um so mehr freut es mich, anlässlich der furiosen Einlage, die im Zentrum dieser Frage steht, wenigstens einen Anfang zur hoffentlich gründlichen Besserung dieses Mankos machen zu können.
Bedrich (Friedrich) Smetana (1824 – 1884) gehörte schon einige Zeit dem Kreis um Friedrich Liszt an und war ein begeisterter Wagnerianer, wie auch seine Debütoper DIE BRANDENBÜRGER IN BÖHMEN belegt, als ihm der Vorwurf der überstarken Fremdeinflüsse auf den Geist ging und er beschloss, eine Operette ganz im Geiste Offenbachs, aber mit einem stark lokalen Sujet zu schreiben, für die er seiner Liebe zu den Klängen und Rhythmen der heimischen Musik frönen konnte. Das Libretto, das ihm der umstrittene Literat Karel Sabina schrieb, erwies sich dabei als ein ausgesprochener Glücksfall, denn es gab ihm Gelegenheit, Musikstücke einzubauen, die von den Tänzen seiner Heimat inspiriert, jedoch ganz und gar Eigenschöpfungen waren. Zu ihnen gehören die, später auch im Konzertsaal erfolgreichen, drei Stücke „Polka, Furiant und die Produktion der Komödianten“. Die sind aber keineswegs nur Einlagen, die den Betrieb aufhalten und kaum vermisst würden, wüsste man nicht um ihre Existenz, sondern in sehr glücklicher Weise in die Oper integriert. Das gilt vor allem für das letzte Stück, das Smetana nicht von ungefähr in seiner virtuosen Ouvertüre aufgreift, die zu den herrlichsten Stücken ihrer Art gehört. In ihrer flirrenden Art erinnert sie stark an Mozarts rasante Ouvertüre zu LE NOZZE DI FIGARO. Überhaupt fällt schon bei einer oberflächlichen Lektüre der Literatur zu dieser Oper auf, wie oft dort das Vorbild Mozarts beschworen wird, und das keineswegs abfällig, sondern als ehrlich gemeintes Kompliment. Ich finde, das Kompliment ist verdient.
Smetana selbst war allerdings nicht dieser Meinung. Zwar hat er den internationalen Erfolg seines Meisterwerks nicht mehr mitbekommen, denn eine geplante Aufführung in Paris kam nicht zustande, und die Wiener Operndirektion wollte bis zu dem durchschlagenden Erfolg eines Gastspiels der Prager Oper 1893 nichts mit den Erzeugnissen böhmischer Bauern zu tun haben; aber schon den Erfolg dieser von ihm selbst leicht verächtlich so bezeichneten „Operette“ in seiner Heimat und in Sankt Petersburg, für die er 1871 die heute als verbindlich geltende dreiaktige Fassung mit gesungenen Rezitativen erarbeitete, empfand er als Beleidigung für seine vernachlässigten übrigen Werke. Tatsächlich werden die übrigen Werke sträflich vernachlässigt, aber das ist natürlich kein legitimer Grund, dieses Meisterwerk herab zu setzen, das unter einem besonders glücklichen Stern stand.
Wäre die Oper in italienischer, französischer oder auch nur deutscher, also in einer Sprache geschrieben worden, die auf den Opernbühnen der Welt gängig ist, würde sie bestimmt eine ähnliche Aufführungszahl erreichen, wie die Klassiker des Repertoires. So aber ist es bezeichnend, dass die besten Einspielungen des Werkes auf Übersetzungen basieren, weil die heimischen Aufführungen zwar unter rein musikalischen Aspekten achtbar mithalten können, die brave Biederkeit ihrer bisher für das Fernsehen aufgezeichneten, Prager Aufführungen aber dem doppelbödigen Witz von Libretto und Partitur in keiner Weise gerecht wird. Das gilt leider auch für den Fernsehfilm Frantisek Filips um Zdenek Koslers Studioeinspielung mit Gabriela Benackova, Peter Dvorsky und Richard Novak. Die ist zwar nicht schlechter, aber eben auch nicht besser als zahlreiche einfallsarme deutsche Opernverfilmungen des deutschen Fernsehens in den 50er bis 70er Jahren. Immerhin vermittelt sie einen guten Eindruck davon, wie viel angemessener sich die originale Sprache anhört als die deutsche Fassung Max Kalbecks, die in der Regel den einschlägigen deutschen Fassungen zugrunde liegt. Aber es ist ja generell ein Problem nicht nur dieser Oper, sondern osteuropäischen Opern insgesamt, dass ihre Sprache einerseits selten verstanden wird, die Musik andererseits aber besonders eng an diesen Sprachen orientiert ist, weil man sich bewusst von der Dominanz der großen Musikländer Italien, Frankreich oder Deutschland abheben wollte.
Wer kein Bild braucht und auch auf den neuesten Stand der Tontechnik verzichten kann, der sei auf diese klassische und zudem preiswerte Aufnahme Jaroslavs Vogels mit den Kräften der Oper Prag verwiesen, die für mein Gefühl besser als jede andere dem Witz des Werkes gerecht wird. Dazu tragen die bei uns leider fast unbekannten Ivo Zidek (Jenik) und Oldrich Kovar (Vasek) in ihren besten Rollen sowie die herrliche Milada Musilova als Marenka und Karel Kalas (Kecal) erheblich bei.
Wer aber eine musikalisch hochkarätige DVD des Werkes besitzen möchte, dem sei zu diesem Mitschnitt einer Inszenierung Lotto Schenks aus der Wiener Staatsoper mit Lucia Popp, Siegfried Jerusalem und Heinz Ridderbusch geraten:
Hier kann man diese DVD in zahlreichen Ausschnitten testen: http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-…pr/hnum/8535353 .
Wer allerdings das auch dort recht brave Bild nicht braucht und die beste musikalische Umsetzung der Oper unter Inkaufnahme der deutschen Fassung sucht, kommt um Rudolf Kempes klassische Aufnahme der deutschen Fassung nicht herum:
Pilar Lorengar ist zwar nicht gerade das schlichte Bauernmädchen, aber ihre Gesangsleistung ist tadellos, und das gilt erst recht für Fritz Wunderlich und Gottlob Frick, die hier Belege ihres überragenden Ranges hören lassen. Leider gibt es sie derzeit nur recht teuer auf dem Gebrauchtwarenmarkt oder als Download.
Noch schlimmer ist die Situation bei der originellsten Version der Oper, die ebenfalls in deutscher Fassung entstand. Sie ist eine der ältesten Opern der Tonfilmära überhaupt und wurde von Max Ophüls, einem der großen Regisseure des deutschen Films, für dieses Medium eingerichtet. Die musikalische Bearbeitung besorgte Theo Mackeben. Das Resultat hat zwar mit der originalen Oper nur bedingt zu tun, zumal man den Tenor Hans mit dem Bariton Willi Domgraf-Fassbaender besetzte, aber dank Jarmila Novotna, Otto Wernicke und natürlich dem unvergleichlichen Duo Karl Valentin und Liesl Karlstadt als Mitglieder der Komödiantentruppe macht diese Version bis heute enorm viel Spaß, und das gilt für Liebhaber der Oper wie der Filmkunst. Leider gibt es sie derzeit nur bei einem Piratenlabel in einer sehr flauen Kopie (und mit der merkwürdigen Ankündigung von Max Schreck und Annemarie Sörensen, die in dem Film nur Nebenrollen spielen) sowie im Internet, aber immerhin:
Nun bin ich gar nicht mehr dazu gekommen, mich mit den eigentlichen Qualitäten der Oper zu beschäftigen, aber vielleicht macht ja wirklich mal jemand einen Thread zu dieser herrlichen musikalischen Komödie auf, an dem ich mich dann gerne beteiligen werde.
Vielleicht verratet Ihr uns aber jetzt schon, wie Ihr zu diesem Werk steht und ob Ihr ggf. noch andere Aufnahmen empfehlen könnt.
:hello Rideamus
Rideamus (15.04.2011, 12:01): Nun zum zweiten Teil der Frage:
Der gemeinsame Nenner der hier gesuchten Einlagen heißt Jahrmarkt. Die erste, instrumentale, Einlage untermalt eine eher provinzielle Zirkusvorstellung auf einem Jahrmarkt, die zweite, ein Lied, ist der ungeplante Höhepunkt der Jahrmarktsdarbietung eines Behinderten in einem Musikfilm, der wiederum als Drittes ein Musical hervorbrachte, das als Höhepunkt ein Pendant zu dem Filmlied bietet.
Für das Lösungswort gebraucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten des Werkes mit der Instrumentaleinlage, aber eine vollständige Lösung, die drei Punkte plus den Punkt für einen Tipp wert ist, brauchen wir auch den Titel des Films und des gefragten Liedes, sowie den Titel, das Pendant und den Komponisten des Musicals
TIPPS Teil B
Kleine Hilfe, ich habe fast alles schon einmal, vor -zig Monaten parodiert oder doch nicht? Unter dem Motto "Brush up your Peter" nur das ist es nicht – Oper 337
b) Audrey Hepburn hatte mit der Heldin des Films eine persönliche Gemeinsamkeit (und mit der Hauptdarstellerin auch, aber eine andere) c) der Schauplatz ist im Titel beschrieben – Rideamus
(Zitat Rideamus: Audrey Hepburn hatte mit der Heldin des Films eine persönliche Gemeinsamkeit) Beide sind sehr dünn?- Calisto Das auch, aber die Gemeinsamkeit(en) ist (sind) sehr viel spezifischer – Rideamus „Dünn“ wird beeinsprucht. Die Damen hatten die richtigen Rundungen an den richtigen Stellen. Aber das nur nebenbei. Warum muss ich nur dauernd an Pole Poppenspäler denken, obwohl Storm nix damit zu tun hat? c Der Komponist - er beging übrigens Selbstmord - hieß eigentlich Henry, nannte sich aber mit seinem Künstlernamen fast so wie ein bekannter, auch schon verstorbener berühmter Bariton, der als Moishe Miller geboren wurde – Waldi
Der Film, da wird's schwieriger, wird manchmal im Fernsehen gebracht. Es war ein Farbfilm aus den " Sissi - Jahren", in dem eine Schauspielerin mitspielte, die sich vor einigen Monaten, im gesetzten Alter, ein Bein brach. Das Musical ist nach dem Film entstanden und hat diesen zum Vorbild. Der Titel klingt wie eine Zeit die in der ganzen christlichen Welt, manchmal ausgiebig, gefeiert wird. Im Judentum und im Islam ist mir diese Zeit nicht bekannt, ebenso wenig im Buddhismus – Oper 337
Der Film ist kein europäischer Film, sondern aus den USA und hat eine berühmte Melodie - ist aber nicht "Kiss me Kate". Die sog. Zeit war erst vor kurzem – Oper 337
Den Komponisten des Musicals sollte man nicht mit dem weltberühmten Bariton (fast) gleichen Namens verwechseln. Die gefeierte Zeit findet sich sehr oft auf der Bühne, auch als Ouvertüre eines beim Rätselersteller beliebten Komponisten ist sie bekannt – Athene
Liebe Athene! Bei dem Bariton bist Du nahe dran auch wenn der komplette Name doch anders ist. – Oper 337
Der weibliche Star des Films wurde bekannt als Darstellerin sehr junger Mädchen, in die sich mehr oder weniger vermögende Amerikaner verlieben. Später, in einem Film, der ähnlich wie die Titelheldin des gesuchten Films benamst war, war es auch mal ein Franzose, dessen ebenfalls sehr französischer Freund sich beim Himmel für kleine Mädchen bedankte. Es ging aber auch da nicht um Päderasten. Zum Titel des Musicals gab es neulich im Klassikforum einen fast passenden Thread. Allerdings hat das Wort heute eine zu seinem Ursprung fast gegenteilige Bedeutung – Rideamus
Calisto, lass die Puppen tanzen (zumindest im Fasching) – Pavel
Kurz bevor sie den Oskar als beste Hauptdarstellerin (für ihre erste Hauptrolle in einem Film) gewann, begann die Karriere von Audrey Hepburn mit einem Bühnenstück, mit dem sie recht erfolgreich war. Bald darauf heiratete Hepburn einen Kollegen (und dieser erhielt wenig später eine der männlichen Hauptrolle in einer Romanverfilmung, weil der Produzent sie so für die weibliche Hauptrolle in diesem Film gewinnen wollte). Und was hat das alles mit dem Teil dieser Frage zu tun? Aller guten Dinge sind drei und zu der Hauptdarstellerin im gesuchten Film lässt sich zu jedem der Punkte ein Bezug herstellen. Wenn Teil 2 gelöst ist, ist nur mehr die Suche nach einem dazu gehörigen Musical nötig, und das geht über Google problemlos – Teresa Cellini
In dem Film geht es um Puppen. Allerdings hält die weibliche Hauptfigur diese zunächst für real. Der Hauptdarsteller des Films war übrigens mal mit der von Rideamus ins Spiel gebrachten Audrey Hepburn verheiratet. Das Musical heißt so wie ein hierzulande gefeiertes Brauchtum, das sich durch überschäumende Freude, Ausgelassenheit und Fröhlichkeit auszeichnet und bis vor wenigen Tagen in vielen Regionen des Landes wieder zelebriert wurde – Armin70 Die gesuchte Filmschauspielerin war auch Tänzerin und trat noch vor ein paar Jahren in einem süßen und kalorienreichen Film mit einem "Piraten" und einer "Krankenschwester in der Wüste" auf – Amelia Grimaldi
Die Lösung - Teil B 1: „Hi Lili Hi Lo“ mit der Musik von Bronislau Kaper aus dem Film LILI von Charles Walters s. http://www.youtube.com/watch?v=vzKBbbqyMJQ
Teil B 2: „Love Makes the World Go Round“ aus dem Musical CARNIVAL von Bob Merrill s. http://www.youtube.com/watch?v=fAx8bKQNJCE
Der polnische Komponist Bronislaw Kaper (1902 – 1983), dem man bei der Einwanderung nach Amerika durch einen Schreibfehler den nicht existenten Namen Bronislau verpasste, war ein sehr talentierter Musiker, dessen Talent schon mit sieben Jahren deutlich wurde. Da er, wie so viele Söhne aus gutem Hause, eigentlich Jura studieren sollte, absolvierte er sein Studium des Klaviers und der Komposition an der Warschauer Chopin-Akademie parallel dazu und ging dann nach Deutschland, wo Erich Pommer ihn für seine erste Filmmusik engagierte, die er für Richard Oswalds „Lulu“-Paraphrase ALRAUNE nach dem Roman von Hanns Heinz Ewers schrieb. Nach einer Reihe weiterer erfolgreicher Kompositionen unter dem Namen Benjamin Kapper, u.a. für den Richard Tauber – Film MELODIE DER LIEBE, floh er wegen der Machtergreifung der Nazis 1933 nach Paris, wo der amerikanische Filmmogul Louis B. Mayer ihn spontan engagierte, als er Jan Kiepura Kapers Lied „Ninon“ aus dem Film EIN LIED FÜR DICH singen hörte.
1935 emigrierte Kaper also in die USA, wo Mayer ihn sofort für den besten Film der Marx Brothers, A NIGHT AT THE OPERA einsetzte, für den er den Hit “Cosi Cosa” schrieb. Danach blieb Kaper lange Zeit auf die Komposition von Filmliedern festgelegt, von denen die Titelmelodie zu Sam Woods SAN FRANCISCO (1936) am populärsten wurde. Einem Filmlied, nämlich dem erfragten „Hi Lili, Hi Lo“, verdankte er auch seinen einzigen Oscar, für den er dreimal nominiert wurde, und den Auftrag für die Musik zu der einzigen Regiearbeit von Mel Ferrer, dem Star von LILI und dem Ehemann Audrey Hepburns, deren Mitwirkung diesen Film namens GREEN MANSIONS (1959) leider auch nicht retten konnte, so dass er heute der wohl unbekannteste ihrer Karriere ist. Weitere viel beachtete Filmmusiken schrieb Kaper, der zu den gefragtesten Filmkomponisten Hollywoods gehörte, bevor das Studiosystem zusammenbrach, für GASLIGHT / DAS HAUS DER LADY ALQUIST (1944) von George Cukor, John Hustons Meisterwerk THE RED BADGE OF COURAGE (1951) sowie DIE BRÜDER KARAMASOW (1956) und LORD JIM (1965), beide für den Regisseur Richard Brooks, sowie DIE MEUTEREI AUF DER BOUNTY von 1962, für den er seine dritte Oscar-Nominierung erhielt (die erste erhielt er für die Bearbeitung der Musik zur Verfilmung der Oscar-Straus-Operette THE CHOCOLATE SOLDIER von 1942).
Ein Besuch des damals brandneuen Rummelplatzfilms LILI von 1953 im Kino der U.S. Army von Kaiserslautern gehört zu meinen frühesten bis heute präsenten Kinoerinnerungen, und seit damals liebe ich diesen Film um das Waisenmädchen Lili, das in einer fremden französischen Stadt strandet und von den reisenden Mitarbeitern eines Jahrmarkts adoptiert wird, nachdem sie einem freundlichen Zauberkünstler (Jean-Pierre Aumont) gefolgt ist. Der verkrüppelte Inhaber eines Puppentheaters (Mel Ferrer) gibt ihr eine Anstellung, weil das Publikum es liebt, wie sie sich mit seinen Puppen unterhält, liest ihr aber auch die Leviten wegen ihrer naiven Verliebtheit. Sie hasst ihn deswegen und schüttet ihr Herz bei den Puppen aus, die sie für beseelte Lebewesen hält, obwohl sie natürlich nichts anderes als die Verkörperungen ihres, vom Leben gezeichneten, Schöpfers sind.
Der Film ist weniger ein Musical als ein Ballettfilm um die Talente Leslie Carons, die kurz zuvor von Gene Kelly für die Filmversion von EIN AMERIKANER IN PARIS entdeckt worden war. Wegen ihrer fragilen, fast kindlichen Ausstrahlung blieb Caron lange auf derartige Jungfrauenrollen festgelegt, etwa in DER GLÄSERNE PANTOFFEL (1955, ebenfalls mit Musik von Bronislaw Kaper), DADDY LANGBEIN (1955) und das Musical GIGI (1958). Dessen Titelrolle erhielt sie übrigens erst, nachdem Audrey Hepburn sich geweigert hatte, die Rolle im Film zu wiederholen, mit der sie am Broadway ihren ersten Theatererfolg hatte (allerdings in einer nichtmusikalischen Fassung), weil sie mit Recht glaubte, ihr entwachsen zu sein. Wegen der dämlichen deutschen Synchronisation des Liedes („das schönste Glück auf der Erde, Hei Lili, Klein Lili, bist du“) entging mir lange, wie zwiespältig und wie viel näher an dem bitteren Unterton von Paul Gallicos Kurzgeschichte „The Man Who Hated People“, der Vorlage zu ihrem Drehbuch, Helen Deutschs Text des so heiter klingenden Originalliedes eigentlich war (im Army-Kino verstand ich natürlich noch gar nichts). Also zitiere ich ihn hier einmal teilweise:
The song of love is a sad song Hi Lili Hi Lili Hi lo The song of love is a sound of woe Don't ask me how I know The song of love is a sad song For I have loved and it's so: I wake up this morning And watch the rain Hi Lili Hi Lili Hi lo Tomorrow I’ll probably love again Hi Lili Hi Lili Hi lo
Leider kann ich nicht auf eine aktuelle DVD des Films verweisen, weil es ihn unbegreiflicherweise derzeit nicht einmal in den USA gibt, aber ich kann jedem, der einen Mitschnitt erhaschen kann, versichern, dass es nur wenige Filme gibt, die so gut gealtert sind.
Bei dem nachhaltigen Erfolg dieses Musikfilms war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das Broadwaymusical des Stoffes annehmen würde, aber dass die Adaption durch den Komponisten Bob Merrill (1921-1998) eine so glückliche werden würde, überraschte dann doch. Sein Broadwaydebüt mit A NEW GIRL IN TOWN (1957), nach Eugene O’Neills ANNA CHRISTIE, war zwar achtbar, jedoch keineswegs spektakulär gewesen. Mit CARNIVAL (1961) landete er einen veritablen Hit, nicht zuletzt dank des Erfolgssongs „Love Makes the World Go Round“ mit dem er die schwere Aufgabe, einen adäquaten Nachfolger für den Hit des Films zu schreiben, brillant gelöst hatte.
Leider wurde das Musical, das natürlich nicht erneut verfilmt wurde, außerhalb der USA kaum bekannt. Nachdem aber schon der Originalfilm verschwunden ist, kann ich jedem Liebhaber der Gattung nur raten, den hier gezeigten Originalsoundtrack zu erwerben oder im Download zu besorgen, denn es ist eines der bezauberndsten Musicals, das ich kenne, dessen Appeal deutlich über den des genannten Hits hinaus geht. Wie schon in den kurz angerissenen Hörbeispielen des verlinkten Soundtracks deutlich wird, trägt dazu natürlich auch die Darstellerin der Hauptrolle, Anna Maria Alberghetti, bei, die Leslie Caron ebenso adäquat ersetzt wie Jerry Orbach den Puppenspieler Mel Ferrer.
Bob Merrills weitere Karriere war leider keine sehr glückliche mehr. Zwar folgte noch sein größter Erfolg, FUNNY GIRL, abder da schrieb er „nur“ die Texte für die Musik von Jule Styne. Sein hoffnungsfroher Versuch einer Musicalversion von BREAKFAST AT TIFFANYS gelangte dagegen gar nicht erst an den Broadway. Etwas besser ging es 1972 mit SUGAR, der Musicalversion des Films MANCHE MÖGEN’S HEISS, der aber auch in einer englischen Überarbeitung mit Tommy Steele nie an den Reiz des Films heran kam.
Nach einem letzten Misserfolg 1993 mit den Texten für Jule Stynes Musicalfassung des Films THE RED SHOES nach Andersens Märchen „Die roten Schuhe“ erkrankte er schwer, so dass er sich mit 76 Jahren das Leben nahm. Seine Melodien aber bleiben uns zum Glück erhalten (s. http://www.youtube.com/watch?v=8jEEtxcBd5w&feature=related)
:hello Rideamus
Rideamus (16.04.2011, 10:58): Eigentlich wollte ich hier eine Frage nach einem Marsch für einen Thronfolger und seine vielen Geschwister stellen, also nach diesem Stück hier: http://www.youtube.com/watch?v=JmKfHixGYwc&playnext=1&list=PL0BBDF2F02A37B997. Da aber Musicals so unbeliebt sind, habe ich mich anders entschieden und greife auf ein Stück aus dem Repertoire der anerkannt klassischen Musik zurück, das im selben Jahr uraufgeführt wurde wie das Musical, allerdings fast ein halbes Jahrhundert nach seiner Komposition.
Ein lange verkannter, ja, fast unbekannter Komponist, der heute als einer der führenden seines Landes gilt, schuf ein Werk voller seltsamer Beilagen wie Bürgerkriegslieder, Volkslieder und sogar Kirchenlieder, die alle nicht gesungen werden, und das mit einem dissonanten Akkord abschließt, mit dem der Komponist nach Ansicht eines seiner führenden Interpreten "die Nabelschnur zum 19. Jahrhundert abschnitt".
Gesucht wird der Anfangsbuchstabe des Komponisten
TIPPS Der gesuchte Komponist verdiente in einem bürgerlichen Beruf seinen Lebensunterhalt und komponierte nur in der Freizeit, obwohl er ein Musikstudium absolviert hatte. Und wo gab es Bürgerkriege, deren Lieder schon um 1900 zitiert werden konnten? – Athene
Der Komponist verdiente hauptberuflich seine Brötchen in einer ganz anderen Branche. Seiner Zeit war er oft schon weit voraus und das erkannte damals kein Geringerer als Gustav Mahler – Armin70
Der Komponist erhielt den Pulitzer-Preis, allerdings nicht für das gesuchte Werk - Heike
The Night They Drove Old Dixie Down hat er aber nicht zitiert, oder? Mit unbeantworteten Fragen hat sich der Komponist auch beschäftigt - passt doch zu einem Versicherungsfritzen – Quasimodo
Neben seiner hauptberuflichen Arbeit als Versicherungsfritze (mit dem Beruf hat er wohl viel Kohle gemacht), arbeitete er nebenberuflich auch bis zu seinem 30. Lebensjahr als Organist. Wie hat der Mann das bloß zeitlich alles geschafft? – Calisto
Der Komponist war der Sohn eines Army Bandleaders. Das gesuchte Werk wurde erst sehr lange nach seiner Entstehung und sechzig Jahre vor uns von einem gewissen Lenny uraufgeführt – Waldi
Der Komponist ist auch als sehr produktiver Liedkomponist bekannt – Amelia Grimaldi
Um den Komponisten zu finden, ist der Tipp von Athene ganz nützlich: Und wo gab es Bürgerkriege, deren Lieder schon um 1900 zitiert werden konnten?
Das (nicht mehr erfragte) Musical wurde mehrmals verfilmt bzw. Vorlage für Filme. Der letzte Film versuchte eine Abkehr vom Musical und war vor allem ein Erfolg für den zuvor in Europa und Amerika eher unbekannten Hauptdarsteller, während in die in beiden Erdteilen bekannte Partnerin (eine Oskarpreisträgerin übrigens, aber nicht für diesen Film) eher weniger gut ankam – Teresa Cellini
Die Lösung: Charles Ives: Symphony No. 2 – Lösungsbuchstabe: I s .http://www.youtube.com/watch?v=usS3qe-ZbmM&feature=related (und folgende)
Ursprünglich hatte ich tatsächlich den Marsch der siamesischen Kinder aus THE KING AND I von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II erfragen wollen, auf den sich auch Teresa Cellinis Tipp zu Jodie Foster und Yun-Fat Chow bezieht. Nach den Beschwerden über die Wahl des leider total unbekannten Musicals CARNIVAL in der gerade vorangehenden Frage nutzte ich aber gerne den Anlass, an die Frage Nr. 12 anzuknüpfen und einen amerikanischen Komponisten zu würdigen, der, ähnlich seinem Beinahe-Entdecker Gustav Mahler, für seine Collagen bekannt ist. Das tat ich um so lieber, als ich zumindest sein Frühwerk sehr schätze und er sonst kaum in meinen Rätseln vorkommt, weil seine Vokalwerke zu unbekannt sind und sich reine Orchesterwerke immer nur sehr schwer erfragen lassen.
Das zeigte sich auch hier, als der Komponist selbst von den meisten sehr schnell gefunden wurde, aber manche dennoch Probleme damit hatten, das richtige Werk zu identifizieren. Dabei hatte ich mit dem Verweis auf den dissonanten Schlussakkord, den Leonard Bernstein in seiner klassischen Ersteinspielung noch ironisch ausgedehnt hat, die Lösung auch für die immer noch vielen Leute leicht gemacht, die den Komponisten Charles Ives nur von der Lektüre her kennen. Jedenfalls dachte ich das. Man lernt eben auch als Rätselsteller immer wieder hinzu.
Der Vater von Charles Ives (1874-1954) war Leiter eines Musikkorps der amerikanischen Armee, der seinem Sohn nicht nur sehr viel über Musik, sondern auch über die Realitäten des Lebens beibrachte und ihn nachdrücklich vor dem mageren Leben eines hungernden Musikers warnte. Deshalb bestritt Ives seinen Lebensunterhalt nicht etwa als darbender Komponist und späterer Musikprofessor, sondern als erfolgreicher Versicherungsagent, der es sich dank seiner Verkaufserfolge erlauben konnte, bereits mit 56 Jahren aus Rücksicht auf seine schwere Diabetes in den Ruhestand zu treten und sich darauf zu konzentrieren, frühere Kompositionen zu überarbeiten. Aus diesen Gründen haben viele die Vorstellung von einem Naiven, der unbewusst alle möglichen Gesetze der Musik brach und ihr so neues Terrain eroberte.
Diese Vorstellung könnte falscher nicht sein, denn Ives’ Vater George war selbst ein experimentierfreudiger Musiker und brachte seinem Sohn, der schon als kleiner Junge in seinem Musikkorps die Trommel rührte, schon sehr früh das Orgelspiel bei, so dass er sich bereits mit vierzehn offiziell als Organist seiner Kirche betätigen konnte. Berühmt ist die Anekdote, wie Ives’ Vater mehrere Musikantengruppen in voller Aktion aus verschiedenen Richtungen auf das Zentrum seiner Kleinstadt in Neu England zu marschieren ließ und mit seinem Sohn das Ganze von einem Kirchturm aus betrachtete um die Wirkung verschiedener, gleichzeitig gespielter, Musiknummern auf das menschliche Ohr zu studieren. Um Ives’ Vater richtig zu würdigen, sollte man bedenken, dass dies nur wenige Jahre nach der großen Zeit des Berliner Militärkomponisten Piefke stattfand, dessen Leistung sich noch in der Schaffung zackiger Märsche erschöpfte.
Aber nicht nur nach den Maßstäben eines Armeemusikers muss Ives’ Vater ein enorm interessierter und experimentierfreudiger Musiker gewesen sein, denn er brachte seinem Sohn auch bei, mit verschieden gestimmten Instrumenten zu experimentieren und Lieder gleichzeitig in verschiedenen Tonarten singen zu lassen. Danach absolvierte er ein reguläres Studium an der Musikhochschule der renommierten Yale University, wo er das ganze Spektrum der europäischen Musik bis hin zu Brahms und Dvorak schätzen und gut genug kennen lernte um sie später für seine Zwecke adaptieren und sich von ihr lösen zu können. Seine zweite Sinfonie legt davon vielfaches Zeugnis ab, denn sie ist gespickt mit Zitaten aus seiner Musikwelt, angefangen mit den berühmten Anfangstönen von Beethovens fünfter Sinfonie bis hin zu Kirchen- und Volksliedern. Dies tat er aber nicht (nur) aus jugendlichem Spieltrieb, sondern er folgte darin seinem lebenslang intensiv gepflegten Konzept einer Collagierung verschiedenster musikalischer Elemente, die zum herausragenden Merkmal seines Stiles wurde.
Aus einer ganz eigenen Richtung kommend, war Gustav Mahler bekanntlich an ganz ähnlichen Verfahren interessiert, und so überrascht es vielleicht gar nicht so sehr, dass er anlässlich seiner letzten Amerikareise die Partitur von Ives’ dritter Sinfonie, „The Camp Meeting“ genannt, mit nach Europa nahm um sie 1911 uraufzuführen. Unglücklicherweise verhinderte Mahlers Tod noch im gleichen Jahr dieses Ereignis. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob dies den Verlauf der Musikgeschichte verändert oder auch nur Ives’ Anerkennung beschleunigt hätte, die erst Jahrzehnte später zögernd einsetzte, als seine dritte Sinfonie tatsächlich uraufgeführt wurde und den Pulitzer Preis erhielt. Bezeichnenderweise verschenkte Ives das Preisgeld mit der Bemerkung, solche Preise seien als Förderung für Schüler und Studenten gedacht, was er schon lange nicht mehr sei.
Bevor nun jemand den Einruck bekommen könnte, Ives’ zweite Sinfonie sei eines jener schwer genießbaren, „atonalen“ Stücke aus der Zeit vor hundert Jahren, möchte ich auf ein Erlebnis im Zusammenhang mit meiner eigenen Entdeckung von Ives’ Musik hinweisen. Ich lernte sie kennen, während ich das Schallplattenarchiv des Frankfurter Amerika Hauses verwaltete, das mit der ganzen Bandbreite der Werke amerikanischer Komponisten vom Musical bis zum aleatorischen Experiment angefüllt war. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich bei ersten Hören der Interpretation der Sinfonie durch Leonard Bernstein lauthals zu lachen begann, weil der Schalk, der in dieser Komposition steckte und von Bernstein auch lustvoll herausgearbeitet wurde, einfach nicht zu überhören war. Dabei merkt man schnell, dass es nicht nur um ein Spiel mit dem Titel „Erkennen Sie die Melodie“ ging, das diese Komposition natürlich auch reizvoll macht, sondern auch, wie brillant Ives diese denkbar unterschiedlichen Bruchstücke in eine eigene Musiksprache integrierte, die nicht nur damals im Wortsinne unerhört war.
Es sollte aber einige Jahrzehnte dauern, bis jemand dieses Werk tatsächlich vernehmen konnte. Immerhin gehört es zu den wenigen Orchesterwerken, die Ives noch selbst hören durfte, denn nachdem Bernstein ihn des öfteren besucht hatte um die Partitur mit ihm durchzugehen, kam es Anfang 1951 endlich zu der von Ives ersehnten Uraufführung mit einem führenden amerikanischen Orchester, den New Yorker Philharmonikern. Ives konnte an dieser Aufführung nicht persönlich teilnehmen. Er hörte aber die zeitversetzte Uraufführung und war dem Vernehmen nach von Bernsteins Interpretation sehr angetan. Anscheinend hatte er sich an den Eingriffen, die Bernstein in der Partitur vorgenommen hatte, nicht weiter gestört.
Diese Eingriffe und die Sinfonie selbst wurden übrigens schon 2007 im Klassikforum (http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=816&hilight=Ives) und im Herbst 2009 in Capriccio intensiv diskutiert, und es lohnt sich, den damals von Gurnemanz sehr kenntnisreich eröffneten Thread über die Sinfonien von Charles Ives heute mal wieder nachzulesen: http://www.capriccio-kulturforum.de/orchestermusik/953-ives-charles-edward-die-symphonien-–-chaos-als-fest/. Auch damals standen übrigens die Interpretationen der Sinfonie durch Leonard Bernstein im Zentrum der Diskussion, und ich würde sie, im gleichen Maße von ihnen geprägt wie die Diskutanten dort, heute noch als erste Empfehlung zum Kennenlernen anführen, gäbe es sie noch frei zu kaufen. Immerhin findet man sie noch auf den Marktplätzen:
Sollte man ihrer nicht habhaft werden und die DVD mit Bernsteins Interpretation
nicht wollen, ist diese vpreiswerte Aufnahme, die ich selbst nur durch die Hörbeispiele hinter diesem Link kenne, bestimmt nicht die schlechteste Möglichkeit einer Erstbegegnung.
In jedem Fall sollte man, wenn man diese Komposition noch nicht kennt, nicht länger das Vergnügen eines Erstkontaktes hinaus zögern. Von allen Aspekten der Musikwissenschaft einmal abgesehen, macht das Werk nämlich vor allem Freude.
Oder wie seht Ihr das?
:hello Rideamus
Rideamus (18.04.2011, 14:17): Nach den diversen Bandwurmfragen machen wir's mal wieder kurz und knackig:
Diese ebenfalls sehr folkloristische Tanzeinlage bildete die Grundlage eines weiteren Werkes der Musikbühne.
Gesucht sind die Vorlage und das davon inspirierte Werk nebst ihren Komponisten, von denen uns besonders der letzte Buchstabe im Namen des Komponisten der Vorlage interessiert.
TIPPS Das erste Werk handelt geographisch dort, wo unser TB sich des Öfteren herumtreibt. Ein Fürst (in anderen Zungen wird er auch als Prinz bezeichnet) muss lästige Eindringlinge aus seinem Land vertreiben, was einige Zeit in Anspruch nimmt und wegen eines Versprechens einen Gewissenskonflikt hervorruft – Amelia Grimaldi
Na, dann versuche ich mal sowas wie nen Holzhammer zur Tanzeinlage: Brahms - Ungarische Tänze Dvorak - Slawische Tänze mit dem dritten Komponisten (von Beruf Arzt und Chemiker), der sich in die Reihe folkloristischer Tänze stellt, geht’s noch weiter nach Osten – Athene
Der Komponist der Vorlage war im Hauptberuf Wissenschaftler und er bezeichnete das Komponieren als erholsamen Zeitvertreib – Armin 70
Die Opernvorlage wurde erst von Glasunow und Rimski-Korsakow vollendet. Der Komponist, der Musik nur als Zeitvertreib bezeichnete, hatte wohl zu wenig Zeit zum Komponieren und hinterließ das Werk unvollendet – Heike
Was den Komponisten des ersten Werkes betrifft, hatte ich ihn ursprünglich für die vorherige Frage in die nähere Wahl gezogen, da er ebenfalls nur in seiner Freizeit (Urlaub und Krankheit) komponieren konnte, aber das gesuchte Werk passte nicht für die Frage (obwohl es da auch um Krieg geht, aber eben nicht um Bürgerkrieg) und er ist auch nicht für seine Kirchenmusik bekannt. Das gesuchte Musikstück aus dieser Oper hat übrigens viele Jahre lang, eine Opernsendung im Fernsehen eingeleitet. – Teresa Cellini
Die Lösung A: „Polowetzer Tänze“ aus PRINZ IGOR von Alexander Borodin - Lösungsbuchstabe: N http://www.youtube.com/watch?v=t8C8frqCKKg&feature=related%E2%80%9C
Es gibt zwar einige ernst zu nehmende Komponisten, die im Hauptberuf nichtmusikalischen Tätigkeiten nachgingen, man denke nur an den Juristen und Schriftsteller E.T.A. Hoffmann oder den in der vorigen Frage angesprochenen Versicherungskaufmann Charles Ives, aber es gibt wohl keinen anderen des Bekanntheitsgrades von Alexander Borodin, der in vielen Biographien, darunter der von Wikipedia, zuerst nicht als Komponist, sondern als hoch qualifizierter Naturwissenschaftler aufgeführt wird. Trotzdem ist das vielen gar nicht bewusst. Bei mir zum Beispiel war das so, bis ich mich anlässlich dieser Frage einmal näher mit ihm befasste, denn ich habe zwar seit ewigen Zeiten schon eine LP-Box mit dieser Einspielung unter Alexander Malik-Paschajew mit Andrej Ivanow und Elena Smolenskaya
Heute finde ich sie weit besser, aber damals hat sie mich nicht so besonders beeindruckt, und ich ging über die Polowetzer Tänze gleich über zu dem Musical KISMET. Das war ein schwerer Fehler, wie sich nicht erst herausstellte, als ich mal wieder einen Versuch unternahm, meine Hemmschwelle zu russischen Opernkomponisten jenseits von Tschaikowski zu überwinden. Aber so richtig warm bin ich mit der Oper dann doch nicht geworden, was sicher an ihrem sehr undramatischen Libretto und wohl nicht zuletzt auch an ihrer unorthodoxen Entstehungsgeschichte liegt.
Alexander Porfirjewitsch Borodin (1833-1887) hätte eigentlich ein Fürst Gedeonow sein können, aber er war „nur“ der illegitime Sohn seines hochadeligen Vaters, der ihn deshalb auf den Namen eines Leibeigenen registrieren ließ und erst zum Ende seines Lebens anerkannte. Immerhin wuchs er unter sehr guten materiellen Umständen auf und konnte fast unbeschränkt seinen vielfältigen Interessen und Talenten nachgehen, die von der Chemie über die Medizin bis hin zur Musik reichten. Für die hatte er zwar ein besonderes Talent, sie stand aber nur periodisch im Mittelpunkt seiner Interessen, und so reichten nicht einmal die letzten rund zwanzig Jahre seines Lebens, um seine einzige Oper, mit der er 1869 begann, fertig zu stellen. Der Grund war ungewöhnlich genug: Borodin, der auch ein hoch geschätzter Mediziner war, war ein sprichwörtlicher Menschenfreund, der es nie über sich bringen konnte, sich nicht um bedürftige Menschen zu kümmern, die sich an ihn wandten, seien es Kranke oder Studenten. So kam es, dass er nur dann konzentriert an seinen Partituren arbeiten konnte, wenn er selbst einmal krank war, was zu seinem Glück und unserem Pech erst gegen Ende seines Lebens öfter der Fall war, als er unter den Folgen der Choleraepidemie litt, die womöglich den Herzinfarkt auslöste, an dem er während eines Balles verstarb.
Das Libretto zu seiner Oper schrieb sich Borodin selbst, nachdem er den ursprünglichen Entwurf des Kritikers Wladimir Stassow verworfen hatte. Als Quelle diente ihm das klassische „Igorlied“, das in etwa dem russischen Pendant unseres Nibelungenliedes zu sein scheint ( s. http://de.wikipedia.org/wiki/Igorlied).
Hier findet Ihr eine Beschreibung des seltsam mäandernden Inhalts der Oper: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p79335-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post79335">Wiener Streif(en)-Lichter. Bei der Abfassung des Librettos kam es Borodin offensichtlich weniger auf dramatische Stringenz als auf bunte Genrebilder an, die ihm Gelegenheit zu vielfältigen Musikstücken boten. Dabei arbeitete er anscheinend parallel an vielen verschiedenen Teilen, denn unter anderem spielte er seinen Freunden von dem sogenannten „mächtigen Häuflein“ um Balakirew, Cui, Rimsky-Korsakow und Glasunow bereits die Ouvertüre auf dem Klavier vor, ohne sie notiert zu haben. Nur deshalb konnte Glasunow sie später aus der Erinnerung rekonstruieren, als er gemeinsam mit Rimsky, der den größten Teil der Partitur instrumentierte, aus unzähligen fragmentarischen Skizzen eine aufführbare Fassung der Oper erstellte. Diese blieb, ungeachtet wachsender Kritik an den zum Teil starken Eingriffen der beiden, die bis heute gewöhnlich aufgeführte Fassung, obwohl sich die Indizien häuften, dass Borodin teilweise gravierend andere Vorstellungen von seiner Musik hatte, wie das ja auch bei Mussorgsky und den Veränderungen seiner Partituren durch Rimsky der Fall war.
Andererseits ist eine derartige Kritik aus der langfristigen Rückschau arg wohlfeil, denn man darf nicht übersehen, dass die Oper ohne diese undankbare Arbeit der beiden wohl längst verschollen wäre. Damit hätten wir vielleicht nicht einmal die Polowetzer Tänze kennen gelernt, jenen Konzerthit, der Borodins Namen mehr als jedes andere Werk außer vielleicht den „Steppenskizzen aus Mittelasien“ der Nachwelt bekannt gemacht und erhalten hatte. Diese Tänze des fünften Bildes, mit denen der siegreiche Khan Kontschak den Fürsten Igor von Sewersk, den er besiegt und gefangen genommen hat, unterhalten will, sind aber auch Reißer der Sonderklasse. Leider bekommt man sie aus praktischen Gründen oft ohne die zugehörigen Chöre zu hören, was mit Recht in diesen von Teleton eröffneten Threads über Borodins Sinfonien und die Tänze diskutiert wird: http://www.das-klassikforum.de/thread.php?threadid=1120 bzw. http://www.capriccio-kulturforum.de/orchestermusik/2203-borodin-die-sinfonien-und-orchesterwerke/>Borodin: Die Sinfonien und Orchesterwerke.
Eigentlich aber sollte man nicht nur die Tänze hören, sondern eine der Gesamtaufnahmen kennen, wobei ich, neben der schon erwähnten, klassischen Audioaufnahme, ungeachtet ihrer stockkonservativen Inszenierung vor allem diese DVD der Leningrader Kirow bzw. Marinskij-Oper unter der Leitung Valeri Gergievs mit Nikolai Putilin, Galina Gorchakowa, Olga Borodina und Jewgenji Akimow hervor heben möchte, die unter den aufgezeichneten Aufführungen wohl am ehesten den heutigen Stand der Erkenntnisse über diese Oper reflektiert:
Es gibt aber noch eine weitere Aufnahme, die ich als sehr eindrucksvoll erinnere. Sie entstand unter der Regie Andrej Serbans an der Londoner Covent Garden Oper. Die musikalische Leitung hatte Bernard Haitink, der mit Sergej Leiferkus, Anna Tomowa-Sintow, Elena Zaremba, Paavo Buchaladze und anderen ein erstrangiges Solistenensemble hatte. Leider ist sie anscheinend nicht mehr oder nur als antiquarische VHS am Markt.
Was aber weder Rimsky noch Glasunow und noch weniger Borodin, der die Geburt der Gattung Musical nicht mehr erlebte, je erwarten konnten, war die Tatsache, dass Borodin 67 Jahre nach seinem Tod renommierte Konkurrenten wie Richard Rodgers, Cole Porter und Jule Styne, ganz zu schweigen von den mit Revivals präsenten George Gershwin und Leonard Bernstein schlagen und einen Tony Award für das beste Broadway Musical erringen würde.
Mehr darüber beim nächsten Mal. Hier ist jetzt erst einmal der Platz für weitere Kommentare zu Borodins Original.
:hello Rideamus
Rideamus (19.04.2011, 12:54): Diese ebenfalls sehr folkloristische Tanzeinlage bildete die Grundlage eines weiteren Werkes der Musikbühne.
Gesucht sind die Vorlage und das davon inspirierte Werk nebst ihren Komponisten, von denen uns besonders der letzte Buchstabe im Namen des Komponisten der Vorlage interessiert
TIPPS Vielleicht sollte ich betonen, dass das neue Werk eine eigenständige Geschichte erzählt, also keine Fertigstellung eines nur unvollendet gebliebenen Werkes ist und die bearbeitete Musik nicht vom Komponisten der Tänze stammt, die hauptsächlich die Vorlage bildeten – Rideamus
Als fremd im Garten Eden empfand sich in Folge dann auch so mancher Jazzer jeglicher Spielart – Quasimodo
Das Schicksal der Rater, die auf Oper fixiert sind, ist bei den Rätseln von Rideamus schwer – Pavel
Wieso eigentlich? Gefühlte 80% meiner Fragen drehen sich um Opern, und auch die Frage 17 noch zur Hälfte. Seid froh, dass ich nicht nach THE SONG OF NORWAY gefragt habe, weil Grieg in dem Rätsel schon einmal vorkam. Ansonsten hoffe ich auf den Lerneffekt (Steter Tropfen...) und verweise gerne auf mein Motto und eine Autorität wie Alain Resnais - Rideamus
Das war eigentlich ein Tipp, keine Klage – Pavel
Ich habe es zuerst als Klage verstanden - und es wurde daraus der richtige Tipp. Danke. Aber eine Oper von Giuseppe ist es nicht, wenn auch der Titel in einer enthalten ist, nur nicht in derselben Sprache – Oper 337
Weder Schicksal, noch destino - wie Peter erwähnt hat, sondern... Welche Länder, außer Japan, sind denn jetzt so in den Schlagzeilen? – Pavel
Das Folgewerk wurde mit Howard Keel verfilmt, aber es ist nicht Kiss Me Kate! – Waldi
Der bekannteste "fremde" Song aus dem Musical ziert das Grabmal des Komponisten der Vorlage. Dieser Song wurde von einigen bekannten Stars, z. B. Bing Crosby gesungen – Armin 70
Teil 2: So hieß doch auch ein Schlager gesungen von Caterina Valente – Calisto
Was das Musical betrifft, ist der Hinweis auf Howard Keel recht nützlich, allerdings bringt das Googlen auf Englisch mehr – Teresa Cellini
Die Lösung B: KISMET von Robert Wright und George Forrest s. http://www.youtube.com/watch?v=5BOEsTVe4Fk&feature=related
1953 war kein besonders gutes Jahr für das Broadway Musical. Zwar kam es zu Uraufführungen von Werken einiger der erfolgreichsten Komponisten der Gattung, wie Sigmund Romberg (THE GIRL IN PINK TIGHTS, seine letzte Partitur), Richard Rodgers (ME AND JULIET, sein erster Flop), Jule Styne (HAZEL FLAGG), Cole Porter (CAN-CAN) und, immerhin, Leonard Bernstein mit WONDERFUL TOWN, der mit seiner Premiere im Februar aber noch zur vorigen Saison zählte, aber deren aktuelle Musicals gehörten durchweg zu deren schwächeren. So konnte es geschehen, dass der renommierte Tony Award nicht nur für das beste Musical an ein Potpourri namens KISMET, sondern auch für den besten Komponisten an Alexander Borodin ging, der ursprünglich die Musik für diese Show geschrieben hatte, zur Zeit der Preisverleihung aber schon 67 Jahre tot war. Wie es dazu kommen konnte?
Das Autorenteam Robert Wright und George Forrest, hatte schon seit 1927 zusammengearbeitet und unter anderem 1937 für das Musical THE FIREFLY den Superhit „The Donkey Serenade“ geschrieben, den später auch Mario Lanza erneut populär machte. 1944 hatten sie einen größeren Erfolg am Broadway, als sie Lieder und Motive Edvard Griegs zu einem biographischen Potpourri namens THE SONG OF NORWAY verrührten. Dem folgten weitere, jedoch eher erfolglose Beutezüge durch Werke von Johann Strauß II, Franz Lehar und sogar Heitor Villa-Lobos, bevor sie ihren größten Hit landeten, als sie Borodins Musik für die Musicalisierung eines alten Theatererfolges von Edward Knoblock adaptierten, der bereits zweimal verfilmt worden war, zuletzt 1944 mit Ronald Colman und Marlene Dietrich. Knoblock war in der Theater- und Filmwelt sehr erfolgreich gewesen. So schrieb er u. a. die Drehbücher für einige der besten Filme von Douglas Fairbanks und dramatisierte Vicky Baums Roamwelterfolg MENSCHEN IM HOTEL, aus dem Wright und Forrest zunächst einen Musicalflop namens AT THE GRAND machten, der 1989 unter dem TItel GRAND HOTEL mit Hilfe Maury Yestons zu ihrem letzten Musicalerfolg umgearbeitet wurde.
Aber zurück zu KISMET. Wright und Forrrest plünderten nicht nur die Oper um den Fürsten Igor, deren Polowetzer Tänzen der Superhit „Stranger in Paradise“ sowie die Songs „Not since Niniveh“ und „He’s in Love“ entstammten. Weitere Anleihen nahmen sie u. a. bei Borodins Streichquartetten („Baubles, Bangles and Beads“) und der "Steppenskizze aus Mittelasien" („Sands of Time“). Der Untertitel des Werkes trug zu Recht den Titel „Eine musikalische arabische Nacht“, denn sie stützte sich ganz auf die Schauwerte der Märchenwelt von Tausendundeiner Nacht, die das Publikum der Nachkriegszeit so sehr genoss, dass es sich nicht einmal daran störte, dass die Musik zu dieser Operette, denn ein Musical war es erklärtermaßen kaum, eigentlich aus dem damals als besonders böse geltenden Russland stammte.
Die Kritik störte sich schon eher daran. So schrieb der Kritiker der New York Times, Brooks Atkinson:
"KISMET wurde nicht geschrieben, sondern aus einem Lager von Ersatzteilen zusammengestellt. Aber viele Theaterbesucher sind ja schon mit protzigen Produktionen zufrieden, die ihnen die Rummelplatzgrandiosität eines Maskenballs vorspiegeln.“
Und auch der Starkritiker Walter Kerr war nicht sehr glücklich mit dieser Produktion: „Ich denke, das einzige, was nicht in diesem KISMET voller Gesang und Tanz steckt, ist Integrität, sei es die als Satire, als Nonsense über 1001 Nacht, als romantische Mondsüchtigkeit und erst recht als ehrliche Operette.... Mir scheint, dass Robert Wright und George Forrest mit Borodins Musik ähnlich gewissenlos umgingen. Sie kopierten ihn, wenn es ihnen passte und verhunzten ihn, wenn sie verzweifelten, weil Ihnen das Ganze zu seriös wurde.“
Manchmal kann sich doppeltes Unglück in ein Glück verkehren. Als sich nämlich der Vorhang zur Premiere der Aufführung hob, erlebte New York gerade einen ausgedehnten Zeitungsstreik, und bevor die überwiegend negativen Kritiken ihren üblichen Einfluss auf das Kassenergebnis nehmen konnten, hatte das Publikum bereits die Schauwerte der Produktion entdeckt und begeistert für eine gute Mundreklame gesorgt. Das Verdienst daran trugen nicht zuletzt die Inszenierung des später mit MAN OF LA MANCHA noch erfolgreicheren Albert Marre und der stimmstarke Alfred Drake als Kalif mit dem Hit „Stranger in Paradise“, und natürlich die Musik Borodins, der seine Auszeichnung posthum mehr als verdiente.
Von dieser Uraufführung gibt es einen Mitschnitt, der Liebhaber des Werkes nicht enttäuschen wird:
Heutigen Fans dieser Operette wird aber mehr gedient sein mit dieser weitaus vollständigeren Studioaufnahme der Operette unter der Leitung des versierten Paul Gemignani mit dem stimmstarken Samuel Ramey, Julia Migenes, Jerry Hadley, Ruth Ann Swenson, Mandy Patinkin und Dom de Luise, denen das London Symphony Orchestra den passend plüschigen Background liefert.
Natürlich kommt es hier hauptsächlich auf die Musik an, und man sollte von der Handlung, die unser Opernpeter gerade eben nacherzählt hat (http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p122517-wiener-streif-en-lichter), kein tiefschürfendes Drama erwarten. Aber wer tut das schon in 1001 Nacht oder einer Operette der dritten musikalischen Generation? Die der cd beigefügten Texte, die nicht gerade ein Meisterwerk der Librettokunst freilegen, genügen schon als Beleg dafür, dass einem nur bedingt etwas entgeht. Wer also die Operette am liebsten als Opernverschnitt mag, der kommt mit diesem musikalischen, garantiert koffeeinfreien, Pseudokaffee auf recht hohem technischen Niveau auf seine Kosten.
:hello Rideamus
Rideamus (20.04.2011, 12:14): Folklore parodieren ist einfach. Man mische diverse Tänze und Vokabeln aus einem Land und verpflanze sie in ein anderes - natürlich nicht das eigene. Schwieriger ist es schon, daraus ein ganz neuartiges Kabinettstück zu machen, das als eigenständiger Tanz bestehen kann, wie hier.
Gesucht wird der dritte Buchstabe im gängigen Vornamen des Komponisten TIPPS Als kleiner Tipp vorab: das gesuchte Werk war vor nicht all zu langer Zeit schon mal in einem meiner Rätsel dran. Ich mache halt nur zu gerne Reklame dafür. – Rideamus
Der Tipp unseres Rätselmeisters ist schon sehr hilfreich, denn so viele Buchstaben sind doch vom Lösungswort nicht mehr übrig.... Gesucht wird ein Bolero-ähnlicher Tanz, dessen Name ähnlich klingt wie eine wichtige Zutat für den Caipirinha, der gesuchte Komponist wird selten allein genannt – Athene
Zum Tanz kommt ihr über eine sehr berühmte österreichische Tänzerin des 19. Jahrhunderts, die Otto Schenk köstlich parodiert hat. Die Lösung hat allerdings mit Österreich nichts zu tun – Waldi
Wir rudern in den vorigen Sommer zurück – Pavel
Der gesuchte Komponist hat viele seiner Werke in Teamarbeit geschrieben, d. h. er komponierte die Musik und sein Partner schrieb die Libretti. Der betreffende Tanz hat einen spanischen Ursprung und ähnelt dem Bolero. Das betreffende Werk hat aber, soweit ich weiß, nichts mit Spanien zu tun – Armin70
Ein "Zwillingspaar" ist für dieses und viele andere Werke verantwortlich. Schauplatz ist die letzte Lebensstation eines berühmten Opernkomponisten und Traumziel vieler Romantiker – Amelia Grimaldi
Mein Tipp kommt etwas später, weil ich jetzt zu Tristan und Isolde schlendere, die weit nördlicher wohnen als die gesuchten Leute auf ihren schwankenden Booten. Huch, ist doch ein Tipp geworden – Calisto
Mir würde ja zu dem Werk erst mal eine Barcarole einfallen, aber der Komponist sah da eher Kastagnetten und sowas – Heike
Das Werk ist nach einem Berufsstand benannt, der in Opern, Operetten und anderen Werken, die in einer bestimmten Stadt spielen, immer wieder vorkommt, häufig aber nur um eine musikalische Einlage zu bringen oder als Randfigur. In Wien wäre dieser Berufstand mit dem Fiaker vergleichbar, aber wir sind eben nicht in Wien – Teresa Cellini
Die Lösung: „Dance a Cachucha“ aus THE GONDOLIERS von William S. Gilbert und Arthur Sullivan – Lösungsbuchstabe: T s. http://www.youtube.com/watch?v=6Dvx654G7kA oder http://www.youtube.com/watch?v=1--SaGvs3es&feature=related
Nachdem ich erst in meinem letzten Rätsel die Operette THE GONDOLIERS gepriesen habe, dem diese Einlage entstammt, kann ich mich hier auf den direkten Link dazu beschränken: http://www.capriccio-kulturforum.de/r%C3%A4tselhaftes-und-spielerisches/p107703-jauchzet-frohlocket-der-musikalische-r%C3%A4tselkalender-zum-advent-2010/#post107703">Jauchzet! Frohlocket! - Der musikalische Rätselkalender zum Advent 2010 bzw. http://www.das-klassikforum.de/thread.ph…92019#post92019
... und mich gleich der Einlage selbst widmen, die zu finden nicht jedem leicht fiel. Dabei wäre das sicher der Fall, wenn man diese herrliche Einlage allgemein kennte. Modetänze sind nämlich beileibe keine Erfindung der 1940er Jahre, als Greta Garbo als DIE FRAU MIT DEN ZWEI GESICHTERN den „Chica Choca“ improvisierte und Rosalind Russell eine Horde südamerikanischer Matrosenmit einem „Konga“ durch Leonard Bernsteins WONDERFUL TOWN New York führte - was natürlich auch eine Einlage dieses Rätsels hätte sein können. Modetänze sind vielmehr so fast alt wie der gesellschaftliche Tanz selbst. Man denke nur an den Walzer, den Can-Can, das Menuett oder die Gavotte, die Gilbert und Sullivan als den Tanz der steifen spanischen Konservativen der ausgelassenen Cachucha entgegen stellten:
I am a courtier grave and serious Who is about to kiss your hand: Try to combine a pose imperious With a demeanour nobly bland.
Als ich, im Zusammenhang mit THE GONDOLIERS, zum ersten Mal das seltsame Wort Cachucha hörte (so lange ist das noch gar nicht her), sagte mir der Name des Tanzes gar nichts, nicht einmal als Name eines Pfeffergewürzes, denn in den mir bekannten Zarzuelas, die ja sehr intensiv spanische Tänze nutzen, war er nie aufgetaucht. Ich dachte deshalb lange, William S. Gilbert habe den Tanz erfunden um Sullivan Gelegenheit zu geben, eine Art ortsfremder, spanischer Tarantella zu improvisieren. Wieder einmal hatte ich Gilberts Bildung unterschätzt, denn auch dieser Tanz existierte tatsächlich, ebenso wie der Fandango und der Bolero, die er ironischerweise die ausgelassenen Venezianerinnen und ihre Gondolieri zu Ehren der beiden Brüder tanzen lässt, von denen der eine der König des iberischen Barataria sein soll (was, nebenbei, das Traumland eines gewissen Sancho Pansa war). Erst als ich mich intensiver damit beschäftigte, fielen mir plötzlich ganz viele Cachuchas auf, auch in Zarzuelas, wo sie fast immer nur nur Jotas genannt werden, bis hin zu der mich sehr stark überraschenden Erkenntnis, dass sogar der Rhythmus von Emmanuel Chabriers berühmter Rhapsodie ESPANA der einer ... Cachucha ist: http://www.youtube.com/watch?v=tbjGkTZ1dLM&feature=related
Waldi hat mich dann darauf hingewiesen, dass der gebildete Österreicher diesen Tanz unweigerlich mit der Tänzerin Fanny Elßler in Verbindung bringen würde, die ihn 1834 von der spanischen Tänzerin Dolores Serral gelernt und danach in der Ballettpantomime LE DIABLE BOITEUX / DER HINKENDE TEUFEL von Casimir Gide berühmt gemacht hatte. Der Tanz stammt aus der südspanischen Hafenstadt Cadiz und ist dem Bolero nicht unähnlich. Wer das Original sehen will, kann es hier in einer Rekonstruktion durch Gabriella Komleva, eine Tänzerin des Leningrader Mariinskij Balletts tun: http://www.youtube.com/watch?v=r3A3cvF_DY4. Weiß jemand zufällig, ob Johann Strauß in seiner Operette DIE TÄNZERIN FANNY ELSSLERdiesen Tanz aufgreift?
Ansonsten scheint THE GONDOLIERS das einzige Beispiel für einen Einsatz dieses Tanzes in einem Bühnenwerk zu sein, das kein Ballett ist, und es schwingt eine hübsche Ironie bei dem Gedanken mit, dass das ausgerechnet in einem englischen Stück der Fall ist, das in Venedig spielt. Um aber zu verstehen, warum ich von dieser schwungvollen Einlage so begeistert bin, muss man sie hören und bewundern, wie geschickt Sullivan den Rhythmus der originalen Cachucha mit dem einer Tarantella verbindet und daraus ein fröhliches Finale macht, das seinesgleichen sucht, zumal auch Gilberts Text schon den passend ausgelassenen Ton vorgibt:
Dance a cachucha, fandango, bolero, Xeres we’ll drink – Manzanilla, Montero – Wine, when it runs in abundance, enhances The reckless delight of that wildest of dances! To the pretty pitter-pitter-patter, And the clitter-clitter-clitter-clatter – Clitter – clitter – clatter, Pitter – pitter – patter, Patter, patter, patter, patter, we’ll dance. Old Xeres we’ll drink – Manzanilla, Montero; For wine, when it runs in abundance, enhances The reckless delight of that wildest of dances!
Aber was soll ich da noch groß erklären? Seht Euch die oben angeführten Beispiele oder am besten eine gute Gesamtaufnahme an, zum Beispiel diese DVD:
und freut Euch.
Jetzt würde mich aber wirklich interessieren, ob Ihr noch weitere bekannte Beispiele für Cachuchas in der klassischen Musik kennt. Wenn ja, gebt bitte Bescheid.
:hello Rideamus
Rideamus (21.04.2011, 11:46): Zum Abschluss eine ganz besondere Tanzeinlage, die sich sehr rasch von ihrem Rahmen emanzipierte. Wohl nirgendwo wurde sie hinreißender getanzt als von den denkbar unpassenden, wiewohl köstlichen Krokodilen und Flusspferden in einem ganz besondern Film.
Gesucht wird das Original, aus dem diese Tanzeinlage stammt und insbesondere der dritte Buchstabe des Komponistennamens
TIPPS Der Stoff des Originals wurde (mindestens) zwei mal vertont, in den älteren (hier nicht gefragten) Vertonung erregte Placido Domingo in Wien Aufsehen, als er drei Tage vor der Premiere die Tenorrolle "auf den ersten Blick" übernahm - Athene
Die gesuchte Einlage musste auch zu Werbezwecken herhalten - ich kenne dazu tanzende Sahnetorten. Der Schauplatz ist uns von der vorigen Frage bekannt und das Libretto verfasste unter Pseudonym ein großer Wagner-Verehrer, gleichzeitig berühmter Librettist eines großen Komponisten und selbst Komponist – Amelia Grimaldi
Großes Dankeschön an Rideamus für dieses wunderbare und so FANTASIevolle! Rätsel Man möchte stundenlang tanzen vor Freude! - Quasimodo
Diese schöne Tanzeinlage stammt aus einem ganz "fantastischen" Animationsfilm – Armin70
Die Tanzeinlage hat Wunschmusik- Popularität und diente auch Werbespots der Konditorei Coppenrath & Wiese zur Musikuntermalung – Heike
Die tanzenden Flusspferde habe ich bisher noch nicht gesehen, aber das von mir geliebte Original sah ich mehrmals auf der Bühne mit der unvergleichlichen Leonie Rysanek – Calisto
Der Titel der Oper würde einen eigentlich nach Florenz oder Paris führen. Aber weder die eine, noch die andere Stadt ist der Schauplatz – Pavel
Dann kommen wohl wieder die schwankenden Boote ins Spiel – Calisto
Der Film, von dem in der Frage die Rede ist, war nicht die erste Verwendung des Motivs durch dieses Studio. Elf Jahre davor verwendete es der Produzent bereits in "Springtime" auch im Zusammenhang mit tanzenden Viechern. Benutzt Eure Phantasie oder denkt an ein marokkanisches Reiterspiel (Karl-May-Kenner helfen Euch weiter!) – Waldi
Die Lösung: Der „Tanz der Stunden“ aus LA GIOCONDA von Amilcare Ponchielli – Lösungsbuchstabe:N
s. http://www.youtube.com/watch?v=jZEoONDRgN4&feature=related und http://www.youtube.com/watch?v=0pbQdtkbCcQ
Amilcare Ponchielli hatte das Pech, elf Jahre nach Verdi geboren zu sein und zeitlebens in dessen Schatten zu stehen. Selbst seine erfolgreichste und, wie sich zeigen sollte, auf Dauer einzig repertoirefähige Oper hatte den zwiespältigen Vorteil, auf einem Libretto von Arrigo Boito zu fußen, der erst danach für Verdi mit SIMONE BOCCANEGRA, OTHELLO und FALSTAFF weit stärkere Bücher schreiben und auch als Komponist ein ernsthafter Konkurrent Ponchiellis werden sollte. Dabei ist Boitos Libretto keineswegs so viel schwächer als seine Meisterwerke. Vergleicht man es mit seiner Vorlage, Victor Hugos „Angelo, Tyran de Padue“, stellt es durchaus unter Beweis, wie gut Boitos dramatischer Instinkt schon damals ausgeprägt war. So verlegte er die Handlung um ein Jahrhundert in das farbenfrohere Venedig zur Zeit der Regatta und baute den glanzvollen dritten Akt mit dem Ballett des Tanzes der Stunden ein, mit dem der Chefinquisitor seine Gste unterhält.
Andererseits ist aber auch bezeichnend, dass dieses Ballett den Bekanntheitsgrad der Oper ungeachtet ihrer Höhepunkte wie den Arien „Cielo e mar“ oder „Suicidio“ übertreffen sollte – ein Missgeschick, das Verdi nie passierte. Zu griffig waren diese Tanzmotive, und zu wenig waren es die melodischen Einfälle der Oper selbst, obwohl sie von großem technischem Können zeugten. Vielleicht liegt es auch daran, dass Ponchielli sich zu wenig aus dem düsteren Ton des Librettos mit seinem Erzschurken Barnaba, lösen konnte, der Boitos Jago oder Mefisto an Boshaftigkeit kein bisschen nachsteht, aber keinen gleichwertigen Gegenspieler hat, weil die „Guten“ auf zu viele Rollen verteilt sind, wie sich in dieser Wiedergabe der Handlung durch den Streifenpeter erkennen lässt: http://www.capriccio-kulturforum.de/oper/p30173-wiener-streif-en-lichter-%E2%80%93-der-etwas-andere-opernf%C3%BChrer/#post30173.
Das haben die Librettisten der TOSCA, die eine nicht unähnliche Geschichte erzählten, mit ihrer Konzentration auf drei Rollen besser und effektvoller gelöst.
Woran auch immer es liegen mag, ich konnte mit dieser Oper nie richtig warm werden, auch nicht in der Interpretation mit Maria Callas, welche die Oper zweimal mit dem schwachen Antonino Votto am Pult aufgenommen hat.
Ich hatte leider das Pech, mich seinerzeit für die spätere und trotz Cappuccilli als jungem Schurken deutlich schwächere Aufnahme zu entscheiden. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich stets meine Probleme mit der Oper hatte und mich nie entschließen konnte, die anscheinend viel bessere Aufnahme mit Caballé, Pavarotti, Baltsa, Milnes und Ghiaurov zu erwerben.
Stattdessen habe ich es mehrfach mit DVDs versucht, aber die wurden bislang anscheinend nur mit Sängern besetzt, die man lieber hören als sehen möchte, wenn überhaupt. Bevor ich zu ungalant werde, möchte ich lieber darauf verzichten, eine davon zu zeigen, zumal ich auch aus musikalischer Sicht keine vorbehaltlos empfehlen kann. Aber vielleicht liegt das Problem bei mir, und Ihr seht das ganz anders?
Eigentlich aber gilt die Frage der Einlage, nämlich dem „Tanz der Stunden“, der zu den populärsten Tanznummern der Musikbühne überhaupt gehört, und das mit gutem Grund. Hier konnte sich Ponchielli nämlich wirklich von der Düsternis des Librettos lösen und eine heitere Musik schaffen, die man nur schwer mit ihrem Kontext in Einklang bringen kann. Nicht von ungefähr gab man sie schon bald nach ihrer Uraufführung auch als separates Ballett. Als solches wurde sie dermaßen populär, dass Walt Disney es sich erlauben konnte, diese Einlage für eine der köstlichsten Episoden seines Films FANTASIA auszuwählen. Angefangen mit dem graziösen Straußenballett, das gleich anschließend von den Flusspferden herrlich travestiert wird, bis hin zu dem rasanten Finale mit den Alligatoren und Elefanten wird hier ein Feuerwerk an Einfällen abgebrannt, das an Einfällen zur Darstellung von Musik seinesgleichen sucht.
Waldis Tipp verdanke ich auch den Hinweis auf einen früheren Kurzfilm aus der Reihe der „Silly Symphonies“. „Springtime“ beginnt mit Vivaldis Frühling und benutzt nur den Beginn des Stundentanzes. Das tat der Zeichner Ub Iwerks aber ebenfalls recht witzig, wenn auch längst nicht so ausgefeilt wie in dem späteren Langfilm. Zum Glück kann man auch diesen Clip bei YouTube besichtigen: „http://www.youtube.com/watch?v=EhghzovlNCc“
Als Ponchielli im Januar 1886 an einer Lungenentzündung verstarb, die er sich bei Opernproben im kalten Mailand geholt hatte, gehörten zwei seiner bekanntesten Schüler zu seinen Sargträgern, die in seiner Nachfolge selbst zu den ganz Großen des Musiklebens zählen sollten. Von einem von ihnen werden wir in Kürze anlässlich der letzten Auflösung dieses Rätsels hören, denn er schrieb das Lösungswort.
:hello Rideamus
Rideamus (22.04.2011, 13:15): Schon vor der gesuchten Nummer gibt es in der betreffenden Oper gewissermaßen eine Einlage: gleich in der "Ouvertüre" – Quasimodo
Dieses "Zwischenspiel" stammt aus einem Werk, welches den Komponisten sehr berühmt machte und seine weiteren Werke konnten eigentlich nie daran anknüpfen. Sozusagen handelt es sich im Prinzip um ein "One-Hit-Wonder" – Armin70
Das gesuchte Werk ist ein "Zwilling", und die gesuchte Einlage erinnert mich irgendwie an Kapellmeister Storch..... – Athene
Ja, aber kein siamesischer Zwilling. Ich habe es auch schon in anderen Zusammensetzungen gehört. Trotzdem blühen meine Wangen immer rosengleich - Calisto
Bei dem Wettbewerb, in dem das gesuchte Werk unter die ersten drei kam, wurden insgesamt drei Opern mit dem gleichen Stoff eingereicht – Pavel
Im umgebenden Werk spielt auch der Wein eine verhängnisvolle Rolle - Waldi
Im gesuchten Werk (dem umgebenden) hätte einer besser auf sein Ohr aufpassen sollen! – Amelia Grimaldi
Da fällt mir zuerst die Mafia ein – Heike
Meine Bewunderung an alle die das Lösungswort haben, ich glaube es ist ein Bantu - Dialekt. – Oper 337 Du bist zu weit südlich! – Waldi
Lieber Waldi! Danke! Ich habe mich nach Norden begeben, aber net ganz, und es gefunden. Ein Bantu Dialekt ist es wirklich nicht, aber ein wunderschönes Wort, so klingend – Oper 337
Die Lösung: Intermezzo Sinfonico aus CAVALLERIA RUSTICANA von Pietro Mascagni
Selten war ein Wettbewerb folgenreicher als der zweite um den besten Operneinakter, den der Verleger und Intendant Edoardo Sonzogno 1989 ausrichtete. Der erste von 1883 hatte noch für Sonzogno negative Folgen gehabt, weil Puccini, der LE VILLI eingereicht hatte, keinen Preis gewann und deshalb zu Sonzognos Konkurrenten Ricordi ging. Das Jahr 1989 aber erwies sich als ein Volltreffer, denn mit GINA, dem ersten Versuch Francesco Cileas, MARINA, der Einreichung Umberto Giordanos, des jüngsten Komponisten, der zwar nur Sechster wurde, aber dennoch einen Anschlussauftrag erhielt, und natürlich Leoncavallos PAGLIACCI, der jedoch als Zweiakter nicht qualifiziert war, und dem glorreichen Sieger CAVALLERIA RUSTICANA von Pietro Mascagni, traten nicht nur gleich vier bedeutende Komponisten ins Licht der Öffentlichkeit, sondern schlossen sich auch alle führenden Vertreter einer neuen Stilrichtung seinem Musikverlag an, die man später, in Anlehnung an parallele Bestrebungen der Kunst und Literatur um einen neuen Realismus, Verismo nannte.
Standen in den ernsten Werken der Musikbühne bislang fast immer nur Fürsten oder anderweitig besonders herausragende Menschen im Zentrum des symbolisch romantisierten Geschehens, deren Sängerin noch ein Verdi, der dem neuen Trend extrem reserviert gegenüber stand, sogar ein all zu konkretes Husten verbot um eine kreative Distanz zwischen Kunst und der Imitation des Lebens auf der Bühne zu wahren, so konnten plötzlich die Opernhelden nicht mehr lebensnah und ihre Schicksale nicht mehr grell genug sein. Nicht von ungefähr ist gerade Mascagnis Melodram um ein Stück sizilianischer Bauernehre zu einem Lieblingsstück der besonders bildkräftigen, italoamerikanischen Meisterregisseure geworden, die große Teile des „Intermezzo sinfonico“ in ihren Filmen einsetzten, wie Martin Scorsese in dem Boxerdrama RAGING BULL, wo er auch andere Stücke aus Mascagnis Schaffen einsetzte, und natürlich Francis Ford Coppolas DER PATE III, dessen Finale eine grandiose Paraphrase über die Emotionsdichte dieser Oper ist.
In einem früheren Leben habe ich den Inhalt der Oper mal in einem Limerick zusammengefasst, auf den ich mich hier beschränken möchte, weil ihr Inhalt hier wohl nicht mehr eigens wiedergegeben werden muss.
Scheidung auf sizilianischLola locktSantuzza bocktTuriddu der TorKriegt Bisse ins OhrAusgezockt.
Ebenso wie die PAGLIACCI Leoncavallos hätte die CAVALLERIA RUSTICANA eigentlich gar nicht zu dem Wettbewerb zugelassen werden dürfen, denn es handelt sich auch bei diesem Drama unübersehbar um einen Zweiakter, der nur durch das Intermezzo zu einem durchgängigen Stück - immerhin mit nur einer Kulisse - verklammert ist. Intermezzi oder Entr'Actes waren zu der Zeit aber überall derart in Mode, dass sie kaum mehr als Einlagen gesehen wurden. Diensten sie nämlich den frühen romantischen Komponisten vor allem dazu, nach einer Pause wieder an das vorangegangene musikalische Geschehen anzuknüpfen, so nutzten die großen Musikdramatiker Weber, Berlioz, Wagner oder Verdi bis hin zu Offenbach und Massenet diese Brücken um auch die Handlung voran und die emotionale Kurve empor zu treiben, ohne sich all zu sehr mit Details und Dialogen aufhalten zu müssen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert waren aus diesen Intermezzi dann regelrechte Tondichtungen geworden, die oft die früher üblichen Ouvertüren ersetzten, weil den Komponisten inzwischen der direkte Sprung in das Geschehen attraktiver erschien als die oft eher distanzierende als einstimmende Ouvertüre. Bezeichnenderweise konnten sich diese Zwischenspiele bald mit viel Erfolg von ihrem Umfeld emanzipieren und eine eigene Erfolgskarriere im Konzertsaal absolvieren. So enthält eine meiner Lieblingssammlungen solcher Intermezzi, abgesehen von Verdis TRAVIATA von 1853 als frühem Ausreißer, fast ausschließlich Stücke, die um die Jahrhundertwende entstanden sind:
Natürlich enthält sie auch eine hervorragende Einspielung von Mascagnis Intermezzo sinfonico (und auch dem sehr gefälligen aus desselben Komponisten L’AMICO FRITZ). Eindeutig meine Lieblingseinspielung der gesamten Oper, und die sollte man natürlich nicht nur aus diesem Ausschnitt kennen, ist aber, trotz immens starker Konkurrenz, eine Aufnahme, der man mit gutem Grund vorwerfen kann, dass sie gegen das veristische Konzept der Oper selbst dirigiert wurde, weil sie in einem Maße kultiviert ist, als handele es sich um ein alternatives Nachspiel zu LA TRAVIATA:
Wohlklingender als Karajan, der hier wirklich seinem Ruf als Klangmagier gerecht wird, Cossotto und Bergonzi kann man diese Oper nicht interpretieren, und da die Aufnahme derzeit endlich im Billigpreissektor angekommen ist, kann und sollte sich jeder diese Aufnahme als Alternativmaßstab leisten.
Vielleicht ist Karajans Lösung aber gar nicht so extrem, wie es zunächst erscheinen mag, denn wer sich die alte Aufnahme von 1940 anhört, die Mascagnis selbst mit Benjamino Gigli und der jungen Giulietta Simionato aufnahm, wird mit Erstaunen feststellen, dass auch er das Temperament seiner Partitur enorm zügelte und eher die Musik als die Leidenschaften zum Ausdruck brachte. Selbst der sonst so gern schluchzende Gigli, ist hier ein Vorbild an Zurückhaltung. Sie werden ihren Grund dazu gehabt haben, denn tatsächlich ist die Kitschgefahr bei einem Werk des Verismus um so größer, je hemmungsloser man die, ohnehin schon grell gezeichneten, Leidenschaften ausspielt. Schade, dass die Klangtechnik das nicht vollgültig transportieren kann, wobei ich gestehen muss, dass ich die Naxos - Edition (noch) nicht kenne, weil ich die Aufnahme selbst noch auf alten, zerkratzten und lange nicht mehr gehörten LPs habe:
Braucht man diese extrem bildhaft komponierte Oper auf DVD? Ich eher nicht. Jedenfalls bin ich mit meiner einzig kommerziell erhältlichen DVD, der von Zeffirelli recht distinguiert verfilmten CAV und PAG unter der Leitung Georges Prêtres, vollauf zufrieden, zumal die Solisten Obratzsova, Domingo, Barbieri und Bruson vielleicht nicht die idealen, aber durchweg weit besser als zufriedenstellend sind:
Aber ich denke, dass es gerade bei diesem Werk eine Fülle empfehlenswerter Alternativen gibt, die aufzuführen ich jetzt gerne Euch überlasse, statt noch einmal in meine nicht gerade wenigen Alternativen hinein zu hören und zu blicken.
Damit bin ich dann auch an das Ende meiner Auflösungen dieses Rätsels gelangt. Ich danke Euch allen für Euer Interesse und diesmal besonders denen, die sich auch an der Diskussion der Auflösungen beteiligt und mich nicht damit allein gelassen haben. haben.
Nun bleibt mir nur noch ein Wunsch: Euch allen ein frohes Osterfest, sei es in weiter Ferne oder daheim in der Nähe eines Bildschirms.
Bis zum nächsten Mal :hello Euer Riddleamus
Heike (22.04.2011, 21:03): Lieber Riddleamus, nochmals mille gracie für das schöne Rätsel und die lehrreiche Auflösung! Ich hoffe ja auf das baldmöglichst nächste Rätsel ....
Versteckst du uns an Ostern wenigstens ein kleines Oster(rätsel)ei? Heike