Meine liebsten Beethoven-Interpretationen

Amadé (25.03.2020, 17:14):
Liebe Forianerinnen und Forianer,

hiermit möchte ich in lockerer Reihenfolge meine liebste(n) Interpretationen eines Stücks von Beethoven vorstellen. Mitmachen durchaus erwünscht. Das erste Werk ist die Klaviersonate A-Dur op. 2 Nr. 2, interpretiert von Wilhelm Kempff, enthalten in dieser Box:




Seit ich diese Sonate ca. 1970 in Kassel mit Kempff hörte, er spielte sie zu Beginn eines Beethoven-Abends, war ich sehr angetan von dem mir bis dahin kaum bekannten Werkes.Kempff spielte sie mit Anmut, elegant, witzig, ohne eine Tiefsinnigkeit hineinzuheimsen. Zu dieser Zeit gehört sie neben Waldsteinsonate, op. 27 Nr. 1, Les Adieux, op.109-111 zu meinen Lieblingssonaten Beethovens. Kempffs spätere Stereo-Aufnahme ist auch zu empfehlen. Auch Friedrich Gulda hat gute Einspielungen hinterlassen.


Grüße Amadé
Marcie (26.03.2020, 13:54):
Dann möchte ich mal meinen (bisher) liebsten Fidelio einbringen:
Amadé (26.03.2020, 19:36):


Beethovens 4. Klavierkonzert mit Emil Gilels und Leopold Ludwig am Pult des Philharmonia Orchesters aus dem Jahre 1957, es handelt sich quasi um die Vorläufer-Version der späteren Szell-Einspielungen. Ludwig und Gilels harmonieren bestens miteinander, für mich bleiben keine Wünsche offen. Auch beim Label Testament veröffentlicht.


Grüße Amadé
Amadé (31.03.2020, 17:36):
Klaviersonate D-Dur op.28 mit dem Beinamen "Pastorale", gespielt von Murray Perahia



Perahia nähert sich mit Fantasie und Atmosphäre der eher selten gespielten Sonate.

Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (01.04.2020, 03:54):
Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll, op. 37 mit Olli Mustonen

Von den Beethoven'schen Klavierkonzerten findet das Dritte noch relativ häufig den Weg in meine Ohren. Ich habe über 30 Aufnahmen dieses Werks gehört und meine unangefochtene Lieblingsaufnahme ist die mit Olli Mustonen. Eine fulminante Einspielung, die vor Vitalität nur so strotzt und vor allem im Schlusssatz unbändige Energien entfesselt. In die Partitur schaut man besser nicht so genau bei der Bewertung.



Für diese Einspielung hat sich Mustonen die Unterstützung der Tapiola Sinfonietta geholt und selbst das Dirigat übernommen. Eine weise Entscheidung, denn so konnte er seine radikalen Visionen am besten umsetzen. Ein früher geplantes Projekt mit Harnoncourt scheiterte, weil selbst diesem nicht gerade als konventionell verschrienen Dirigenten Mustonens Eigenwilligkeiten zu weit gingen.
Diese Eigenwilligkeiten bestehen zum einen in quasi legato-freiem Spiel und zum anderen in einer kleinstgliedrigen, gummiartigen Phrasierung, bei der ständig verzögert und zusammengezogen wird und Akzente dort gesetzt werden, wo man sie sonst nicht unbedingt zu hören gewohnt ist. Wer seine favorisierte Spielweise mit perlend oder fließend umschreibt, braucht nicht weiterzulesen. Mustonens Spiel kann man ohne Umschweife als hart bezeichnen, was durch den eigenartig metallischen Klang seines Flügels noch unterstützt wird.
Herausragend ist das Orchester, ein heutzutage typischer Hybrid aus konventionell (moderne Instrumente) und HIP. Wobei ich auch hier einen einzigartigen Sound konstatieren muss, bei dem mir das Wort sehnig in den Sinn kommt. Auch eine gewisse Kühle kann kaum wegdiskutiert werden und satte Bläser-Klangfarben oder seidigen Streicherklang muss man woanders suchen. Der Klang liegt recht nahe an den HIP-Kapellen der ersten Stunde. Auch bei der Artikulation zeigt man sich mit vielen prägnanten Akzentsetzungen historisch informiert, wahrend man sich bei der Intonation ganz klassisch zahm gibt.

Mag sein, dass das anders um des Andersseins willen, respektlos oder exzentrisch ist. Mustonen schert sich einen Dreck um Konventionen. Aber bei ihm klingt Beethoven tatsächlich revolutionär.
Cetay (inaktiv) (01.04.2020, 03:55):
Murray Perahias Pastorale ist auch bei mir die Nummer Eins.
xarddam (01.04.2020, 09:17):
Okay, ich habe nicht das reichhaltige Wissen und den reichhaltigen Fundus an klassischen Aufnahmen, den vielleicht die anderen Forenmitglieder (die hier noch posten) haben.

Habe es an anderer Stelle ja bestimmt schon mal erwähnt. Ich mag Klassische Musik sehr gerne, habe / hatte aber auch immer wieder viele Jahre dazwischen, wo ich gar keine Klassik höre / hörte.
Dann gibt es wieder Phasen, wo ich ausschliesslich Klassik höre.
So eine Phase ist jetzt wieder seit ca Herbst letzten Jahres.
Momentan bringt mir die klassische Musik sehr sehr viel und hilft ein Stück weit mir über private Probleme hinweg.

Ein Auslöser wieder sehr intensiv klassische Musik zu hören, war dieses Konzert, was ich bei youtube gefunden habe.
Ich weiss gar nicht mehr genau, wie ich es entdeckt habe, aber irgendwie fand ich es, letztes Jahr im September oder so.
Danach fing ich wieder an, Klassik zu hören.

Es handelt sich um das Violin Concerto in D major op.61 von Beethoven, und zwar mir Patricia Kopatchinskaja als Geigerin.
Mittlerweile habe ich (neben viel anderer Klassik) auch viele Aufnahmen von Kopatchinskaja gehört.
Ich finde ihren Geigenstil klasse , weiss aber auch, dass sie damit polarisiert und auch hier im Forum nicht allen gefällt.
Mir gefallen vor allem ihre Sachen von älteren Komponisten, so halt auch dieses Livekonzert mit dem hr Sinfonieorchester unter P. Herreweghe und diesesm Beethoven Werk.
Ich kenne mittlerweile auch die Studio CD vom Beethoven Konzert mit P. Kopatchinskaja, finde aber, die kommt bei weitem nicht an diese phantastische Liveaufnahme heran.

Also, dies ist MEINE liebste Beethoven Interpretation:


Beethoven: Violinkonzert ∙ hr-Sinfonieorchester ∙ Patricia Kopatchinskaja ∙ Philippe Herreweghe

https://www.youtube.com/watch?v=xr9KmgDFwMc
Waldi (01.04.2020, 12:50):
Vom Violinkonzert op.61 gibt es zahlreiche hervorragende Einspielungen. Besonders geprägt wurde ich aber durch die Paarung David Oistrach / André Cluytens, die auch seinerzeit die allererste LP war, die ich mir zulegte. Jetzt gibt es natürlich diverse CD-Editionen, z.B.
Waldi (02.04.2020, 10:18):


Eingespielt 1973 (damals für Teldec) und noch immer in jeder Beziehung perfekt!
Marcie (02.04.2020, 10:28):
Ich habe mittlerweile Klaviersonaten von Kempff, Lupu, Pires, Ugorski ...
Aber eigentlich höre ich nur noch diese Einspielungen. Für mich sind es die wichtigsten, am meisten genossenen:
Amadé (08.04.2020, 18:01):
Es gibt einige sehr gute Eroicas, meine Lieblingsaufnahme stammt von Pierre Monteux und dem Concertgebouworchester aus dem Jahre 1962. Fünf Jahre zuvor hatte Monteux der 3. bereits mit den Wiener Philharmonikern für Decca eingespielt. Ich finde, dass die Philips-Aunahme für diese Zeit sehr gut klingt.



Grüße Amadé
Mirage (23.04.2020, 20:25):
Hallo zusammen

Meine Beschäftigung mit Beethoven (vor allem die Symphonien und Klavierkonzerte) hat mich dazu bewogen, mich hier in diesem Forum anzumelden und einmal eine Liste mit Lieblings-Interpretationen zu versuchen.

Leider kommt bei meinen bisherigen Versuchen, einen Beitrag zu schreiben, immer die Meldung "zu viele Zeichen", was aber nicht stimmen kann, ich versuche es daher einmal ohne Bild.

Eine meiner Lieblingssymphonien von Beethoven ist die zweite, eine Interpretation die mir besonders gut gefällt ist die der Filarmonica della Scala unter Giulini von 1991. Auf der CD zusammen mit der achten Symphonie, auch eine meiner Favoriten, eine sehr gute Kombination!
Cetay (inaktiv) (24.04.2020, 03:18):
Hallo Mirage,

ein herzliches Willkommen und ich wünsche dir viel Spass in unserem kleinen aber feinen Forum. :hello

Ich vermute, dass du ein Bild eingestellt hast, das auf einen Datenfile verweist. Das passiert manchmal, wenn man bei Amazon ein Bild direkt von der Produktseite kopiert, anstatt erst drauf zu klicken und dann das geöffnete Bild zu kopieren. Du kannst das nachprüfen, indem du im Bearbeitungsmodus auf das eingefügte Bild klickst und dann auf den "bearbeiten" Button, dann siehst du den Link. Wenn der die Form hat: data:image/jpeg;base64,/9j/4AAQSkZJRgABAQAAAQABAAD/2wBDAAoHBwgHBgoICAgLCgoLDhgQDg0... dann tritt das Problem auf, weil der LInk-Name zu lang ist. Abhilfe: Bei Amazon erst das Bild anklicken und dann das geöffnete Bild kopieren.

Zum Thema:

Beim Beethoven'schen Violinkonzert hatte mich vor ein paar Jahren mal die Vergleichshören-Manie gepackt, aber anders als bei Sibelius hat es mir das Werk nicht verleidet. Von den rund drei Dutzend Aufnahmen, die ich gehört habe, kam nur Kremer an Kremer heran. Bei der Entscheidung, ob der Sieg an die Aufnahme mit Harnoncourt oder an die mit Marriner am Pult geht, gaben schließlich die Kadenzen den Ausschlag. Die originellen Schnittke-Kadenzen erscheinen mir weder als Gimmick noch als Fremdkorper und die im ersten Satz ist mir nicht zu lang und zerstört mir nicht den Fluss. Auch die mit Harnoncourt verwendete Kadenz (mit Klavier- und Pauken-Begleitung) ist sehr originell und hörenswert.


Violinkonzert D-Dur, op. 61 (Kadenzen: Schnittke)
Gidon Kremer, Academy of St. Martin in the Fields, Neville Marriner
Mirage (24.04.2020, 11:11):
Hallo Cetay

Danke für die Erklärung, schauen wir mal ob es funktioniert :)
Amadé (25.04.2020, 10:30):


GRuß Amadé
Amadé (30.04.2020, 18:09):
Ein schon langer Begleiter ist mir Beethovens Bearbeitung seines Quintetts für Klavier und 4 Bläser Es-Dur op. 16 zu einem Quartett für Klavier und Geige, Bratsche und Cello. Sowohl Tonart als auch Opuszahl wurden beibehalten. Die folgende CD bringt diese Bearbeitung als Übernahme von CBS. Auf meiner Original-LP ist das Stück mit der wunderbaren Interpretation des Forellenquintetts gekoppelt, es spielen Mitglieder des Budapester Streichquartetts und Mieczyslav Horzowski.




Gruß Amadé
Amadé (16.05.2020, 17:17):
Beethovens Klaviersonate Nr. 31 As-Dur op.110 mit Edwin Fischer, eingespielt 1938, bei mir immer noch als LP





Gruß Amadé
Amadé (20.05.2020, 11:01):
Ich kenne viele sehr gute Einspielungen der 9. Sinfonie, aber keine davon ist schlackenlos, auch nicht meine Lieblingsaufnahme mit Ferenc Fricsay. Es ist Dietrich Fischer-Dieskau, der hier zu viel mit seiner Stimme macht, anstatt sich den anderen Solisten anzupassen. Die Aufnahme, eine der ersten Stereo-Platten der DGG, entstand in mehreren Sitzungen von Dez.1957 bis April 1958. Die Sinfonie wurde auf drei LP-Seiten verteilt, auf Seite vier gab es noch die Egmont-Ouvertüre sowie die 3. Leonoren-Ouvertüre, keineswegs nur eine Zugabe!




Gruß Amadé
Amadé (25.05.2020, 18:14):
Die heute vorgestellte Klaviersonate E-Dur op. 14 Nr.1 gehört zu den relativ wenig gespielten und darum eher unbekannten. An der Qualität kann es nicht liegen, Beethoven fertigte auch eine Transkription für Streichquartett an, der man hier und da begegnet. Die Sonate ist auch für Amateurpianisten zu schaffen.

Meine Lieblingseinspielung stammt von Alfred Brendel aus seiner ersten Serie bei Philips (1975). Nur noch in der Gesamtaufnahme zu erwerben.




Gruß Amadé
Amadé (03.06.2020, 17:42):



1. Klavierkonzert C-Dur op. 15, nicht aus der bekannten und viel beachteten Gesamteinspielung mit George Szell, sondern ein Mitschnitt aus Köln aus dem Jahre 1960 mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Leitung des hervorragenden Begleiters André Cluytens. Fleisher spielthier freier und das Orchester zeigt viel mehr Wärme, vor allem im Mittelsatz. Mit auf der CD noch Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414, hier dirigiert Georg-Ludwig Jochum, ein jüngerer Bruder von Eugen Jochum, das KRSO.


Gruß Amadé
Gamaheh (08.06.2020, 11:40):
Zur Zeit gerade meine liebste Beethoven-Interpretation ist diese der Chorfantasie op. 80 : Daniel Barenboim als Solist dirigiert nebenbei die Berliner Philharmoniker und Solisten und Chor der Staatsoper Unter den Linden in der fabelhaftesten Aufnahme, die ich von diesem Stück kenne, welches Beethoven in aller Eile komponiert haben soll, um am Ende eines in der Aufführungsgeschichte berüchtigten vierstündigen Konzerts noch einmal alle am Konzert Beteiligten zu vereinen. Alle hier Beteiligten sind fabelhaft, und auch Regie, Maske, Fotografie und Schnitt tragen zur Qualität dieser Aufnahme bei, wenn man sie ansieht und nicht nur hört.
Gamaheh (08.06.2020, 11:44):
Bei den Klaviersonaten komme ich irgendwie immer wieder zur ersten aller Gesamtaufnahmen, nämlich der von Artur Schnabel (der auch eine Ausgabe der Sonaten besorgt hat), zurück:
Amadé (09.06.2020, 19:41):
George Szell scheint zur Egmont-Ouvertüre ein inniges Verhältnis entwickelt zu haben, fünf Einspielungen sind mir von ihm bekannt, zwei im Sudio produzierte und drei Konzertmitschnitte. An die Spitze stelle die Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern, hier wird auch die gesamte Schauspielmusik mitgeliefert, von der es nur wenige Aufnahmen gibt:



Gruß Amadé
Sfantu (10.06.2020, 15:24):

Die Geschöpfe des Prometheus, Ballett op. 43 - Gesamtaufnahme
Rochester Philharmonic Orchestra - David Zinman
(LP, Vox, 1977)

Das Orpheus Chamber Orchestra (DG) federt mehr, spielt leichter & durchsichtiger, das Chamber Orchestra of Europe (Teldec) bietet hie & da mehr feine Details, muß sich aber einigen von Harnoncourts eigenwilligen (gewollt wirkenden) Gestaltungsideen beugen. Das Orchester vom Lake Ontario dagegen macht einfach sehr viel genau richtig. Es wird (dort, wo dies gefragt ist) zupackend & mit angemessen dramatischem Biß musiziert. Die Auswahl an Gesamtaufnahmen seither kann sich sehen lassen. Diese Version aber bleibt mein Favorit mit Goldenem Schnitt.
Amadé (12.06.2020, 09:28):
Klaviersonate Es-Dur op.81a "Les Adieux"


Viele Beethoven-Freunde mögen Friedrich Guldas Einspielungen der Sonaten für einseitig zu halten, für zu schnell und zu leichtfüßig gespielt. Gulda aber vergewaltigt keineswegs den Notentext und bringt das Kunststück fertig, auch die langsame Einleitung sowie das Andante trotz schnellerer Gangart mit Leben und Poesie zu füllen. Das von Beethoven geforderte Tempo legt Gulda ohne Einbußen an Deutlichkeit (sogar elegant) hin. Leider gibt es augenblicklich keine Einzel-CD mit op.81a, man muss zu einer dieser Boxen greifen :





Billiger ist diese:





Gulda hat die 32 Sonaten dreimal eingespielt, für den Rundfunk, jetzt bei Orfeo, für Decca und Amadeo (1967). Alle haben ihre Meriten.


Gruß Amadé
Amadé (18.06.2020, 12:38):
4. Sinfonie B-Dur op. 60

Hier stelle ich Wilhelm Furtwänglers Aufnahme aus dem Jahre 1943 mit den Berliner Philharmonikern an die Spitze. Es existieren zwei Aufnahmen aus diesem Jahr, die erste, wahrscheinlich die Generalprobe ohne Publikum, die zweite einen Tag später mit Publikum. Die Unterschiede der beiden Aufnahmen sind nicht gravierend: in der Einleitung herrscht eine gespannte Ruhe, danach klingt der Anfang des folgenden Allegros wie eine triumphale Befreiung. Insgesamt auffallend die individuelle Gestaltung der Spielfiguren in allen Sätzen und die unheimliche Spannung, die WF immer wieder bezwingend gelingt. Ich bevorzuge die erste Aufnahme vom 29.06.43, da sie störungsfreier festgehalten wurde. In den frühen 1960er-Jahren hatte sie die DGG auf einer LP herausgebracht, später nochmals billiger bei Heliodor. Außerdem war sie bei Eterna in der ehemaligen DDR greifbar. Leider ist sie heute nur in der verdienstvollen, aber teuren, Box der Berliner Philharmonikern, die (angeblich) alle Rundfunkmitschnitte aus der Alten Philharmonie während des Krieges enthält, zu erwerben:




Gruß Amadé
Amadé (26.06.2020, 10:07):
Klaviersonate Nr. 14 cis-Moll op. 27 Nr.2 "Mondscheinsonate"




Emil Gilels hat die Sonate nur einmal im Studio eingespielt, für die DGG, das war die letzte Aufnahme. Aus Gilels früheren Jahren, als er mehr das virtuose Repertoire pflegte, existieren jedoch mehrere Konzertmitschnitte der "Mondscheinsonate" - ich mag diesen blöden Namen überhaupt nicht - , in denen das aufbrausende, der Drive der Musik besser getroffen ist, z. B. die oben abgebildete, als später im Studio.


Gruß Amadé
Amadé (10.07.2020, 11:42):
Klaviersonate Nr. 26 B-Dur op. 106


Mit der Interpretation dieser Sonate (noch auf LP) habe ich vor gefühlten 50 Jahren den damals bei uns kaum bekannten britischen Meisterpianisten Solomon kennengelernt. Sie hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren.





Gruß Amadé
Amadé (16.07.2020, 17:49):
1. Sinfonie C-dur op. 21, interpretiert von Herbert Blomstedt und der Staatskapelle Dresden 1976, mit Ecken und Kanten und viel sf-Biss. Die spätere Decca-CD ist klanglich besser, interpretatorisch jedoch nicht immer auf höchstem Niveau.




Gruß Amadé
Amadé (26.07.2020, 19:22):
Ouvertüre zur Oper Fidelio, aus der großen Anzahl sehr guter Aufnahmen hat mir die Interpretation von Igor Markevitch mit dem Lamoureux Orchester Paris von Anfang an besonders gefallen: Drive, Musik scharf gezeichnet, Spannung. Beim Tempo liegt die Aufnahme im Mittelfeld. Auf dieser LP habe ich die Aufnahme vor Jahrzehnten kennengelernt:




Gruß Amadé
Amadé (27.07.2020, 15:34):
Konzert für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester C-Dur op. 56, "Tripelkonzert"



Total entspannt, aber nicht spannungslos gespielt von Schneiderhan, Fournier und Anda. Fricsay dirigiert das RSO Berlin. Hören Sie mal, wie Fournier den Beginn des zweiten Satzes singt!


Gruß Amadé
Amadé (31.07.2020, 16:35):
Klviersonate Nr. 3 C-Dur op. 2 Nr. 3

Neben den bekannten Namen-Sonaten hat Artur Rubinstein nur wenige andere eingespielt, z. B. Op.31 Nr. 3 in Es-Dur und diese C-Dur, Beethovens erste Bravour-Sonate, die ich hier empfehlen möchte. Die Sonaten meine hier abgebildete LP sind auf verschiedene CDs übertragen worden, die Appassionata findet man in immer wieder anderen Kopplungen, die C-Dur-Sonate im Augenblick nur in Zusammenstellungen in Boxen.






GRuß Amadé
Amadé (10.08.2020, 17:28):
Klaviersonate Nr. 4 Es-Dur op.7


Diese zweitlängste Sonate Beethovens begegnet man selten im Konzertsaal und auf Tonträgern heute nur noch in Gesamtaufnahmen. Ich kenne schon seit Jahrzehnten diese Aufnahme mit Claudio Arrau, aus seiner ersten Philipsserie am Ende der 1960er Jahre. Arrau spielt kraftvoll und detailbewusst, für den langsamen SAtz bringt er die nötige Ruhe mit, das Menuett samt hintergründigem Trio gerät allerdings etwas bedächtig. Die Aufnahme ist heute nur als CD erhältlich.



GRuß Amadé
Amadé (17.08.2020, 16:26):
Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73


Wilhelm Kempff mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Paul van Kempen, Aufnahme 1953


heute in dieser 3 CD-Box:




Es ist nicht die perfekte Aufnahme dieses Werkes - gibt es diese überhaupt? - Kempff kann aber mit einem leuchtenden Diskant, farbig gestalteten Läufen und poetisch empfundenen piano-Abschnitten punkten. Van Kempen steuert ein prägnantes Orchesterspiel bei und sorgt für gute Transparenz.


Gruß Amadé
Amadé (23.08.2020, 10:01):
Violinsonate A-Dur op.47 "Kreutzer-Sonate", gespielt von Nathan Milstein und Artur Balsam.


Die beiden Künstler bieten eine virtuose Darstellung, wie Beethoven sie sich vorgestellt haben wird, andererseits gelingen Milstein und Balsam viele spannungsvolle Momente, an Atmosphäre wird nicht gespart. Das Klangbild zieht den Geiger etwas nach vorn.




Gruß Amadé
Amadé (31.08.2020, 09:57):
Carlos Kleiber löste meinen früheren Favoriten George Szell mit dem Concertgebouw Orchester (Philips) ab, hier stimmt einfach alles, es sei denn, dass Hörer das (für mich übertriebene) Pathos vieler Dirigenten des 19. Jahrhunderts vermissen.





Gruß Amadé
Guenther (01.09.2020, 11:54):
19. Jahrhundert?

(Hast Du da eine Aufnahme? ;) )
Amadé (01.09.2020, 16:36):
Ha ha, danke für den Hinweis. Wer es liest, weiß wie es gemeint ist.

Gruß Amadé
:beer
Philidor (01.09.2020, 16:57):
Dirigenten des 19. Jahrhunderts

19. Jahrhundert?

(Hast Du da eine Aufnahme? ;) )
Ohne angesprochen zu sein - klar - für die Fünfte:

Artur Nikisch (1855-1922)
Felix Weingartner (1863-1942)
Arturo Toscanini (1867-1957)
Willem Mengelberg (1871-1951)
Carl Schuricht (1880-1967)
Otto Klemperer (1885-1973)
Wilhelm Furtwängler (1886-1954)

Nicht alle haben im 19. Jhd. schon dirigiert, zugegeben ...

Gruß
Philidor

:hello
Amadé (12.09.2020, 17:20):
Fantasie für Klavier, Chor und Orchester c-Moll op. 80


Serkin beherrscht die durch die Alte-Musik-Bewegung wieder ins Bewusstsein der Interpreten gerückte Klangrede, die gerade in der langen Einleitung von Wichtigkeit ist, welche aber bei den meisten Interpretationen fehlt. Sie sind nur gut einstudiert und technisch tadellos realisiert, aber den Nerv dieser Musik nicht treffen. Auch aufgrund seines musikalischen Temperaments hat man bei Serkin den Eindruck, der Komponist sitze selbst am Flügel. Bernstein, Chor und Orchester lassen sich vom Pianisten mitreißen.




Gruß Amadé
Amadé (25.09.2020, 19:33):
Trio für Klavier, Violine und Violoncello D-Dur op. 70 Nr. 1 "Geistertrio"



Der Plattenmarkt hält eine Anzahl von Aufnahmen bereit, die sicher perfekter sind als diese Einspielung von 1970. Aber immer wieder kehre ich zu dieser zurück, die von Kempffs inspiriertem aber auch zupackendem Klavierspiel geprägt ist.

Gruß Amadé
Amadé (28.09.2020, 10:29):
Violinsonate F-Dur op. 24 "Frühlingssonate" mit Adolf Busch, Violine und Rudolf Serkin, Klavier



In dieser alten Aufnahme von 1933 erlebt man ein sehr gut aufeinander abgestimmtes Duo, natürliches Musizieren, die Musiker atmen mit der Musik.

Gruß Amadé
Amadé (05.10.2020, 16:32):
Klaviersonate B-Dur op. 22, gespielt von Svjatoslav Richter, Philips 1963. In diesen Jahren entstand auch die Gesamtaufnahme der Cellosonaten mit Rostropovich.





Richter verhielt sich beim Spielen von Beethoven-Sonaten wählerisch, längst nicht alle waren in seinem Repertoire. Gern hätte ich einmal die Waldstein-Sonate von ihm gehört, oder die G-Dur-Sonte op. 31 Nr. 1 oder op. 81a - alles leider Fehlanzeige. Umgekehrt wandte er sich jedoch mit Hingabe den kleineren und weniger bekannten Sonaten zu, wie den Paaren op.49, oder op. 14. Auf dieser Decca-CD sind die allen Philips-LPs enthalten.

Gruß Amadé
Amadé (10.10.2020, 09:49):
7. Sinfonie A-Dur op.92 - Guido Cantelli, Philharmonia Orchestra 1955




Die Aufnahme entstand ein Jahr vor Cantellis frühem Tod bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Paris. Es ist die einzige Beethoven-Sinfonie, die er auf Platten hinterlassen hat. Die 5. wurde leider nicht mehr vollendet, es fehlte noch der 1. Satz. Cantelli dirigiert sehr konzentriert, energiegeladen, temperamentvoll, im langsamen Satz mit kammermusikalischer Feinarbeit.


Gruß Amadé
Amadé (16.10.2020, 09:51):
Klaviersonate Nr. 5 c-moll op.10 Nr. 1 - Christian Zacharias, EMI, P 1980




Zacharias spielt hier Beethovens erste c-Moll-Klaviersonate, mir jugendlichem Schwung und gepaart mit großer Intensität. Auch die beiden weiteren Sonaten machen in dieser Interpretation eine gute Figur. Empfehlenswert!


Gruß Amadé
Amadé (17.10.2020, 19:37):
Klaviertrio G-Dur op. 1 Nr. 2



Diese Trio ist ein Stiefkind in Beethovens Oevre, es ist nicht so gearbeitet, wie man es von Beethoven erwartet, deshalb wird es weitgehend ignoriert. Auf dem Plattenmarkt taucht es meistens nur in Gesamteinspielungen auf, wie hier in der gelungenen Einspielung des Trio Fontenay, unbeschwert, locker.


Gruß Amadé
Amadé (22.10.2020, 19:40):
2. Sinfonie D-Dur op.36 - Carl Schuricht, Conservatoire Orchester Paris, 1958


Schuricht bringt die werkimmanente musikalische Energie in den schnellen Sätzen zum Klingen, zeigt aber auch viel Feingefühl für die Lyrik des 2. Satzes - Schuricht mit 78




Gruß Amadé
Amadé (03.11.2020, 17:39):
6. Sinfonie F-Dur op. 68 - Pastorale, Erich Kleiber dirigiert das Concertgebouw Orchester Amsterdam, 1952




Kleiber lädt die Musik der Pastorale mit Spannung auf, in den Ecksätzen frische Tempi. Für die "Szene am Bach" lässt er sich viel Zeit, trotzdem kein Spannungseinbruch. Gewitterszene mit Feuer. Nicht nur meine Lieblingsaufnahme, sondern auch eine der besten diese Sinfonie.


Gruß Amadé
Amadé (08.11.2020, 17:06):
Klaviersonate G-Dur op.31. Nr.1

- diese Sonate wird selten im Konzert gespielt, warum? Die einzelnen Sätze sind sehr abwechslungsreich gestaltet, witzig und auch tiefsinnig. Ich hörte sie einst in Bad Kissingen sehr gut gespielt von Grigory Sokolov, da kannte ich bereits die CD eines anderen Russen der Vorgängergeneration: Emil Gilels, er muss sie auch gemocht haben und spielte sie auch öffentlich, z. B. in Salzburg.




Gruß Amadé
Amadé (13.11.2020, 10:16):
Klaviersonate F-Dur op.54

Auch diese Sonate steht im Schatten ihrer Nachbarn, der Waldsteinsonate und der Appassionata, und wird selten im Konzert gespielt. In Gesamteinspielungen findet sie auch nicht immer die Beachtung, die ihr zusteht. Auch wenn sie nur zweisätzig geschrieben ist, solte man nicht mit ihr umgehen, als spielte sie nur in der zweiten Klasse. "Die F-Dur-Sonate opus 54 ist kein Nebenwerk, kein Abfallprodukt," schreibt J. Kaiser. Das macht diese Aufnahme mit Andras Schiff deutlich.




Gruß Amadé
Amadé (19.11.2020, 18:43):
3. Klavierkonzert c-Moll op.37- Annie Fischer, Ferenc Fricsay, Bayerisches Staatsorchester, 1957, hier in Mono abgebildet, jedoch eine der ersten Stereo-Aufnahmen der DGG.




Gruß Amadé
Sfantu (20.11.2020, 23:51):

Klaviertrio D-dur op. 70 Nr. 1 "Geistertrio"
Jörg Demus, Hammerflügel (Conrad Graf)
Franzjosef Maier, Violine (Nicolai Gagliano, Napoli, 1728)
Rudolf Mandalka, Violoncello (Giuseppe & Antonio Gagliano, Napoli, 1747)
(LP, dhm, 1979)

Amadé hatte seine Favoritin zu diesem Werk bereits präsentiert. & gerade die kenne ich eben nicht.
Aus meiner Sammlung können sich noch einige namhafte Konkurrenten hinzu gesellen: Abegg-Trio, Haydn-Trio Wien, Barenboim-du Pré-Zukerman, Beaux Arts. Sie alle besitzen womöglich ein Mehr an Feinschliff, an Delikatesse & individueller Klasse.
Was ich an dieser Version aber schätze, ist eine Art knarzigen Dufts erlesener Hölzer & Essenzen: wie die Akteure hier ihre alten Möbelstücke zum Klingen bringen, hat schon Ereignischarakter (sie zählen wohl zu den Ersten, die diese Musik auf zeitgenössichen Instrumenten einspielten).
Die Geister, die ich rief, sie mögen bleiben...
Amadé (22.11.2020, 12:01):
Sfantu,
jeder hat seine persönlichen Lieblingsaufnahmen, die nicht immer auch die interpretatorisch besten sein müssen, ist doch klar. Bei Kempff/Fournier ist es so, dass ich beide drei Jahre vorher zusammen in einem mir unvergessenen Konzert erlebt habe, mit Beethovens Cellosonaten. Henryk Szeryng hörte ich etwas später. Die Künstler Deiner Favorit-Einspielung sind mir auch gut bekannt, Maier und Mandalka vom Collegiun Aureum her, Demus spielte viele Jahre lang auf unserer Musikfestwoche jeweils im Juli in Bad Berleburg. Über diese Begegnungen baut(e) sich eine mentale Beziehung auf, die heute noch hält, auch wenn die Künstler nicht mehr leben. Deine Aufnahme habe ich leider nicht kennengelernt, sonst hätte ich sie im 2. Band meines Beethoven-Interpretationsvergleichs erwähnt.

Gruß Amadé
Amadé (28.11.2020, 10:08):
Streichquartett G-Dur op. 18 Nr. 2 - Artemis-Quartett





Im Kreise der jüngeren Quartettformationen nimmt das Artemis-Quartett immer noch eine herausragende Stellung ein, trotz Umbesetzungen, gerade auch bei den Beethoven Quartetten, wie hier beim G-Dur Quartett.


Gruß Amadé
Amadé (10.12.2020, 10:12):
Violinkonzert D-Dur op. 61




Auf meiner Lieblingsaufnahme spielt Wolfgang Schneiderhan, er wird begleitet von den Berliner Philharmonikern unter Paul van Kempen, ein altes Plattencover habe ich nicht im Netz gefunden. Die Aufnahme entstand 1953 in der Berliner Jesus-Christus-Kirche, übrigens zur selben Zeit, als er das Konzert mit Furtwängler in Berlin öffentlich aufführte, davon gibt es einen offiziellen Mitschnitt der DGG. Auf beiden Aufnahmen verwendet Schneiderhan die Kadenz von J. Joachim. 1962 hat er eine Neuaufnahme in Stereo vorgelegt, die BPh spielen jetzt unter Leitung von Eugen Jochum. Hier spielt er als Kadenz seine eigene Übertragung der Kadenz Beethovens, die dieser für die Bearbeitung von op. 61 für Klavier anstelle der Geige anfertigte (die Pauken bleiben erhalten). Diese Beethoven/Schneiderhan-Kadenz wird mittlerweile oft verwendet.

Gruß Amadé
Amadé (18.12.2020, 11:18):
Klaviersonate Nr. 32 c-moll op.111 - Artur Schnabel, 1932





Schnabel hat immer die Idee der Musik vor Augen, technisch nicht immer auf allerhöchstem Niveau, das stand damals nicht im Vordergrund, jedoch mit sehr viel Espressivo, das heute bei sehr vielen Kollegen/-ginnen reduziert wird. Die grüne LP ist einer meiner lebenslangen Begleiter.

Gruß Amadé
Amadé (24.12.2020, 10:05):
8. Sinfonie F-Dur op. 93, Otto Klemperer und das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester



Ich habe diese Aufnahme vor langer Zeit im Radio gehört und lieben gelernt, der WDR hat sie von Zeit zu Zeit gesendet. Klemperer hat nach dem Krieg immer wieder in Köln dirigiert, vieles von Beethoven: Sinfonien, Missa solemnis war dabei. Diese Aufnahme der 8. stammt aus dem Jahre 1955. Das erstaunliche daran, neben dem überzeugenden Dirigat, ist der hervorragende Mono-Klang bei guter bis sehr guter Transparenz. Vor wenigen Jahren hat sie ica-classics auf den Markt gebracht.


Gruß Amadé,


der allen Forianerinnen und Forianern gesegnete Weihnachten wünscht und ein hoffentlich besseres Jahr 2021.
Amadé (11.01.2021, 10:00):
2. Klavierkonzertt B-Dur op.19 - Rudolf Serkin, Ormandy, Philadelphia Orchester, 1965





Genau diese LP war meine erste Aufnahme des 2. Konzerts, für Serkin jedoch bereits seine zweite. Die erste entstand 1955 ebenfalls mit Ormandy, die mir heute aufgrund ihres unbedingten Ausdruckswillens noch näher an Beethoven zu sein scheint. Das ist auch in der verwendeten Kadenz, Beethovens später entstandener dritten K., zu hören.

Gruß Amadé
Amadé (21.01.2021, 18:01):
Klaviersonate f-Moll op. 57, "Appassionata", Svjatoslav Richter, live 1960 New York

altes LP-Cover nicht mehr gefunden, heute so erhältlich:






Das kraftvolle, energische, ja zuweilen vulkanische Spiel muss es gewesen sein, das die Konzertbesucher und Plattenhörer - auch mich - begeisterten. Richter ließ alle technischen Schwierigkeiten vergessen, die sich in den Ecksätzen auftürmten. Erwähnt sei aber auch die liebevolle Hinwendung bis zur momentanen Versenkung in den ruhigen Abschnitten des 2. Satzes. Kurz nach dem Konzert veranlasste RCA eine Studioaufnahme, gekoppelt mit der Klaviersonate As-Dur op.26. Diese wurde in der Musikwelt viel bekannter, da immer wieder neu aufgelegt. Sie erreicht aber die Ausnahme-Situation des Konzerts nicht ganz. Die CBS-Live-Aufnahme verschwand leider nach wenigen Jahren aus den Regalen.


Gruß Amadé
Philidor (21.01.2021, 20:16):
Klaviersonate f-Moll op. 57, "Appassionata", Svjatoslav Richter, live 1960 New York
Da stimme ich zu. Wahnsinnsaufnahme. Die einzige mir bekannte Alternative zu Schnabel (was natürlich nicht viel heißt).

Die Studioaufnahme ist auch nicht schlecht, aber diese verzweifelte Raserei bietet sie im Finale m. E. nicht ganz.

In jener Zeit enstand auch die bekannte Aufnahme von Brahms' KK2 mit Leinsdorf.

Gruß
Philidor

:hello
Amadé (01.02.2021, 09:42):
Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 95, Petersen-Quartett, 1989




Mit jugendlichem Elan, aber immer bestens differenziert. Für mich war es das beste Streichquartett der ehemaligen DDR. Am Bratschenpult hier noch Friedemann Weigle, der 2008 zum Artemis Quartett wechselte.


Gruß Amadé
Amadé (13.02.2021, 11:12):
Klaviersonate d-Moll op. 31 Nr. 2 "Sturm-Sonate", Hans Richter-Haaser, Columbia, 1959





Cover der Original-LP nicht im Netz zu finden.

Bei Musikologen ist bei diesem Werk auch von "Rezitativ-Sonate" die Rede, da der Fluss der Musik im Kopfsatz durch Einsprengsel unterbrochen wird. Am deutlichsten in der Durchführung, dort scheint die Musik stillzustehen, sich hinter einem Pedalvorhang zu verstecken, in mystische Gefilde abzugleiten. Eine überzeugende Darstellung dieser Takte hört man sehr selten. Hans Richter-Haaser jedoch, dessen Gesamtaufnahme der Beethoven-Sonaten nicht zu Ende geführt wurde, war einer von den Eingeweihten, der diese Takte eindringlich zu Gehör bringen konnte.


Gruß Amadé
Amadé (17.02.2021, 17:23):
Streichquartett cis-Moll op. 131, Busch-Quartett 1936





Die, trotz ihres Alters, ultimative Aufnahme in Bezug auf die Vertiefung in das Werk. Gottseidank wurde sie immer wieder neu aufgelegt und dem interessierten Hörer präsent. Es sei noch darauf hingewiesen, das die Neuausgabe aller Sonaten und Quartette mit A. Busch und dem Busch-Quartett bei Warner neu remastert wurde, dabei ergaben sich jedoch immer geringfügig abweichende Laufzeiten im Vergleich zu den von EMI mitgeteilten.


Gruß Amadé
Amadé (01.03.2021, 17:09):
3. Leonoren-Ouvertüre op.72a, Ferenc Fricsay, Berliner Philharmoniker, 1959





Viele Details, überzeugende Interpretation.

Gruß Amadé
Amadé (12.03.2021, 15:56):
Klaviersonate C-Dur op. 53, Waldsteinsonate, Emil Gilels, 1972








Man muss nur einmal die Oktav-Glassandi hören!


Gruß Amadé
Amadé (18.03.2021, 18:28):
Große Sonate für das Hammerklavier B-Dur op. 106, Rudolf Serkin, 1957





Serkin gibt jeder Variation seine eigene Physiognomie, sein Spiel ist von höchster deklamatorischer Prägnanz gezeichnet, mit spürbarer Hingabe, darstellerischer Konzentration, fiebrig, nervös im positiven Sinne wird hier musiziert. Die Doppelfuge (Var.32) wird von ihm in allen seinen Aufnahmen weniger gehämmert als von anderen Interpreten.


Gruß Amadé