Michael Pletnev

Rachmaninov (14.04.2006, 09:47):
Am heutigen 14.04. hat Michael Pletnev (Michail Wassiljewitsch Pletnew) seinen 49. Geburtstag.



Der Sohn aus einer Musikerfamilie wurde in der russischen Stadt Archangel geboren und zeigte bereits in früher Kindheit sein außergewöhnliches Talent.

1974 ging er ans Moskauer Conservatorium wo er unter Jakob Flier und Lev Vlasenko studierte.

Mit lediglich 21 Jahren gewann er 1978 die Goldmedallie beim Tchaikovsky International Piano Competition in Moscow.

Wie üblich werden Tchaikovsky Preisträger internationanl wahrgenommen und so stand schon zu diesem Zeitpunkt einer internationalen Karriere nichts mehr im Wege.

Auf Einladung von Gorbatschow spielte er 1988 in Washington.

Als Pianist habe ich ihn bisher deutlich stärker wahrgenommen als in seiner Funktion als Dirigent. Technisch grandiose Spielweise zeichnet ihn aus und immer hat jede Interpretation / Aufnahme etwas eigenes.

1990 gründete er das Russian National Orchestra und somit das erste Orchester in Russland das unabhängig von Staat ist.

Ebenso ist er teilweise als Komponist tätig und transkriptierte unter anderem Werke von Prokofiev für 2 Klaviere. (eingespielt gemeinsam mit M. Argerich)

In einem Interview mit der Zeitung "piano News" sagte er einst:
"ich bin Musikliebhaber"

Als Pianist gehört Pletnev in die Top 5 der lebenden Pianisten.

Wie ist eure Einschätzung und schätzt ihr Pletnev ebenfalls?

Am 04.06.2006 werde ich ihn in Schwetzingen sehen. Darauf freu ich mich schon riesig.

Liste einiger seiner Auszeichnungen:

* 1978 Gold-Medaille und Erster Preis Tschaikowski-Wettbewerb Moskau
* 1995 Staatspreis Erster Klasse der russischen Föderation durch Präsident Jelzin
* 1999 Echo Klassik (Skrjabin)
* 2001 Echo Klassik (Live at Carnegie Hall)
* 2002 Staatspreis Erster Klasse der russischen Föderation durch Präsident Putin
* 2005 Grammy Best Chamber Music Performance mit Martha Argerich
* 2005 Europäischer Dirigentenpreis
* 2005 Triumph, Preis der unabhängigen russischen Stiftung Triumph-Novy-Vek
Cosima (14.04.2006, 12:22):
Lieber Richard,

es gibt einige Pletnev-Scheiben, die zu seinen starken Aufnahmen gehören (Prokofjew mit Argerich, die Taneyew-Kammermusik-Aufnahme, C.P.E. Bachs Sonaten und Rondos, die Hommage à Rachmaninov etc.), aber richtig polarisiert hat wohl seine Mozart-Sonaten-Einspielung. (Seine Rach3-Aufnahme ist mir zu „luftig“, zu transparent.)

Die Einen schimpfen bzgl. Mozart über Pletnevs preziösen Manierismus, die Anderen lieben seine Extravaganz und Eigenwilligkeit. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sie mich erstens zwar begeistert (vielleicht weil sie eher nach Pletnev als nach Mozart klingt.. :A.) Zweitens habe ich das Gefühl, als ob Pletnev Mozart grundsätzlich ein wenig hilflos gegenübersteht. Ich kam durch seine Aussagen bzgl. seiner Mozart-Sicht zu dieser Überlegung:

"Bei Mozart sind humorvolle Sachen häufig sehr ernst. Und ernste Sachen, wie auch immer, sehr humorvoll", meint er zu seiner Vorstellung der Klanggestalt und ergänzt: "Musiker müssen eine gewisse Kraft der Imagination besitzen. Ein Künstler ohne Intuition, tut besser daran, es als Buchhalter zu versuchen".

Dieser Satz sagt eigentlich nicht viel aus. Er scheint Pletnev, dem „Klangtüftler“, nicht angemessen zu sein in seiner banalen Aussage. Wieso reitet er – der sonst so analytische Pianist – so sehr auf seiner „Imagination und Intuition“ herum? Er wiederholte das öfter, mir erscheint es suspekt.

Wie dem auch sei, faszinierend ist die Aufnahme schon:

http://www.wom.de/image/middle/front/0/7151279.jpg

Gruß, Cosima
AcomA (28.04.2006, 22:46):
hallo,

ich habe pletnev zweimal live erlebt. beim erstenmal mit chopins scherzi und tschaikowskys großer g-dur klaviersonate (top of the top) und später mit schumanns symph. etüden und eigener tschaikowsky-transkription. der schumann war etwas 'schlampig' vorgetragen, schade.

schon vor 25 jahren hatte ich ihn im rundfunk mit haydn und einer großartigen gould vergleichbaren darstellung von j.s. bachs e-moll partita (nr. 6) gehört.

eigentlich kenne ich keine schlechte pletnev-aufnahme ! er spielt sehr transparent. sein spiel wird besonders dann sehr stark, wenn es auf dissoziation übereinandergeschichteter linien sowie um anschlagsdifferenzierung geht. er ist ein 'tüftler'. das wiederum schadet einigen wenigen interpretationen, da dadurch der große impetus etws verloren geht. wenn ich mehr als eine stunde ununterbrochen pletnev höre, tritt bei mir ein ermüdungseffekt auf. ich verliere das interesse am spiel ! wiedermal aufgefallen ist mir dieses gestern ! ich hörte seine liszt-solo-cd mit den sonaten und dem 'funerailles'. ich wollte danach seine cpe bach-scheibe hören, tat es aber nicht und hörte dann pollini (schubert/schumann). bei maurizio pollini treten nie solche symptome auf !

ein grund könnte die 'tüftelnde art' seines spiels sein. er benutzt verschiedene anschlagsvarianten zwar, aber seine phrasierung ist häufig bis ins letzte motiv konstruiert und differenziert. pausen treten gelegentlich übermäßig deutlich auf, die dynamik wechselt häufig im bereich p bis ppp. dadurch wird der natürliche musikalische fluss gestört. bei der lisztschen h-moll sonate ist dieses evident. sie versackt geradezu in dieser spielerei. pollini z.b. sucht regelmäßig die fortschreitende entwicklung, ist 'straight forward' !

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000001HC0.03.LZZZZZZZ.jpg

die aufnahmen sind von 1978 und 1984 (melodiya, ADD/DDD). oletnevs eigene transkription der nussknacker-suite tschaikowskys, prolog und 'pferderennen' aus r. shchedrins ballett 'anna karenina', ebenfalls vom pianisten selbst arrangiert, prokofievs 7.sonate in einer schlanken und sehr klassischen interpretation, und w.a. mozarts sonate b-dur KV 570. diese sonate gehört zu meinen favoriten. kennengelernt hatte ich sie damals in einer späten arrau-aufnahme. das adagio wird hier noch 'romantischer' als beim alten arrau zelebriert. der finalsatz kommt noch 'witziger' und 'luftiger' als bei friedrich gulda. man muss hier pletnev einfach bescheinigen, dass er dem späten gulda anschlagstechnisch überlegen ist.

die aufnahmen bei virgin, die ich kenne, sind sehr stark: scriabin (preludes, sonate nr. 4 und 10), haydn-sonaten, scarlatti.

ab mitte der 90er jahre dann bei der DG. ich persöhnlich finde seine liszt-platte sehr stark (apres une lecture de dante, funerailles, gnomenreigen), die h-moll sonate aber zu detailverliebt. sehr gelungen: grieg (klaviersonate, lyrische stücke), hommage a rachmaninov. die klavierkonzerte nr. 3 von prokofiev/rachmaninov sind leider akustisch nicht vorteilhaft aufgezeichnet.

pletnevs carnegie-mitschnitt der DG vom 01.11.2000: es handelt sich hierbei um den mitschnitt von pletnevs debut in der new yorker carnegie hall. zunächst einmal bravo an die tontechniker und an die disziplin der zuhörer.

die bearbeitung der bachschen chaconne für solo-violine durch busoni ist wieder in mode gekommen. über jahrzehnte war benedetti-michelangelis platten-version (mono) eine referenz die klangliche abstufung und formale entwicklung betreffend. in letzter zeit kamen beeindruckende aufnahmen hinzu, kissin und oppitz. während die beiden letztgenannten sich am kompakten zugriff orientierten, erinnert pletnevs darbietung in der klanglichen differenzierung und kantabilität eher an benedetti michelangeli, vielleicht etwas weniger pedalgebrauch.

beethovens letzte klaviersonate wird im ersten satz analytisch zerlegt, die pathetische geste wird manchem wohl fehlen, dafür wird der arietta-satz herrlich klanglich entwickelt, wie wir es von benedetti michelangeli oder pogorelich kannten.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3432538.jpg

der pianistische höhepunkt: chopins scherzi ! wenig pedalgebrauch, dissoziation der übereinandergeschichteten linien und traurig-sonorer klaviergesang werden hier zur interpretatorischen wünschelrute. ich habe ihn mit diesen stücken in köln auch live erlebt, phantastisch, wie er das macht. erstmalig bekommt das letzte scherzo seinen sinn. dieses scherzo ist gestalterisch am schwierigsten, typisches spätwerk.

die zugaben auf der bonus-cd sind vom feinsten: rachm., scriabin, scarlatti, moszkowski und

balakirevs islamey, prüfstein für vollgriffigen satz und ausdauer. so entfesselnd und gleichzeitig makellos kenne ich es nur noch von einer live-demonstration pogorelichs.

pjotr i. tschaikowsky
18 stücke op.72

fryderyk chopin
nocturne nr.20 cis-moll op. posth.

mikhail pletnev, piano

DG, DDD, aufn. (live) 2004

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4897608.jpg

der tschaikowsky ist zwar nicht tiefschürfend, aber abwechslungsreich und wartet mit einigen überraschungen auf. absolutes highlight ist das zugegeben nocturne chopins !

hier nun etwas ganz besonderes: griegs klaviersonate e-moll op.7 gefällt mir außerordentlich gut. ein sehr frisches werk. dann möchte ich auf 7 fugen für klavier hinweisen, welche grieg während seines studiums in leipzig schrieb. sehr nett und gut strukturiert. all das und einige der schönsten lyrischen stücke sowie das abschließende stück (aus dem karnaval) aus dem zyklus 'aus dem volksleben' op.19 sind zu hören auf einer der gelungendsten cds m. pletnevs (DG).

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1773971.jpg

meine absoluten renner sind die sog. 'cinderella'-platte und seine auswahl von klavierwerken c.p.e. bachs. hier (bach) konnte pletnev seine anschlagskunst und seine lust an tüftelei voll ausspielen. der wechsel von bizzarer form, großer pausen und melancholischem gesang gelingt vorzüglich !

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4233934.jpg

pletnev bearbeitete prokofievs ballett 'cinderella' für zwei klaviere und spielte sie mit der widmungsträgerin martha argerich ein. sie koppelten ravels 'ma mère l'oye' (mutter gans). interessant, dass hier pletnev die argerich unter kontrolle hält, um es mal so zu formulieren.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9780349.jpg

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8790756.jpg

so, mikhail pletnev spielt hier klavierwerke, die sergei rachmaninov in seinem repertoire als konzertpianist hatte:

rachmaninov
corelli-variationen
einige etudes-tableaux

beethoven
sonate es-dur les adieux

mendelssohn
rondo capriccioso u.a.

chopin
andante spianato et grande polonaise brilliante


mal abgesehen davon, dass die interpretationen bei hervorragender aufnahmetechnik exzellent daherkommen, das recital wurde in der rachmaninovschen villa (schweiz) auf seinem steinway-flügel, der aus den 30er jahren stammt, gespielt. auf diesem instrument hat der komponist seine corelli-variationen komponiert. der klang ist im vergleich zu den neuen flügeln viel obertonreicher und wärmer ! eine der besten klavierplatten, die ich überhaupt kenne, Sergejewitsch wird mir zustimmen ! :down


so, das war es zunächst, diese hommage an mikhail pletnev.

gruß, siamak :engel
Rachmaninov (29.04.2006, 10:25):
Original von AcomA
eigentlich kenne ich keine schlechte pletnev-aufnahme ! er spielt sehr transparent. sein spiel wird besonders dann sehr stark, wenn es auf dissoziation übereinandergeschichteter linien sowie um anschlagsdifferenzierung geht. er ist ein 'tüftler'. das wiederum schadet einigen wenigen interpretationen, da dadurch der große impetus etws verloren geht. wenn ich mehr als eine stunde ununterbrochen pletnev höre, tritt bei mir ein ermüdungseffekt auf. ich verliere das interesse am spiel !


Siamak,
da verstehe ich genau was Du meinst! Er "treibt" wahrscheinlich das Maß der Anschlagsdifferenzierung derat hoch, daß beim Hören eine enorme Konzentration erfolderlich ist um die "geistig" zu verarbeiten!


Klavierkonzerte nr. 3 von prokofiev/rachmaninov sind leider akustisch nicht vorteilhaft aufgezeichnet.


Ja, avber wer hat jemals derart transparent am Anfang des 3. Satzes bei Rachmaninov den Klavierpart so dargestellt?
Die Aufnahme krank IMO im wesentlichen am Dirigat von Rostropovich!


balakirevs islamey, prüfstein für vollgriffigen satz und ausdauer. so entfesselnd und gleichzeitig makellos kenne ich es nur noch von einer live-demonstration pogorelichs.


Und ich möchte betonen: Diese Leistung am Ende des Mamutprogramms!!


pjotr i. tschaikowsky
18 stücke op.72


Toll gespielt, aber IMO eher langweilige Musik :ignore

Die Grieg CD steht seit langem Auf meinem "Zettel" :hello


meine absoluten renner sind die sog. 'cinderella'-platte und seine auswahl von klavierwerken c.p.e. bachs. hier (bach) konnte pletnev seine anschlagskunst und seine lust an tüftelei voll ausspielen. der wechsel von bizzarer form, großer pausen und melancholischem gesang gelingt vorzüglich

Kann ich "unterscheiben"

Seine Beethovenplatte mit den Bagatellen muss man allerdings wirklich nicht besitzen! :ignore :I

hommage a Rachmaninov:

mal abgesehen davon, dass die interpretationen bei hervorragender aufnahmetechnik exzellent daherkommen, das recital wurde in der rachmaninovschen villa (schweiz) auf seinem steinway-flügel, der aus den 30er jahren stammt, gespielt. auf diesem instrument hat der komponist seine corelli-variationen komponiert. der klang ist im vergleich zu den neuen flügeln viel obertonreicher und wärmer ! eine der besten klavierplatten, die ich überhaupt kenne, Sergejewitsch wird mir zustimmen ! :down


Ohne jeden Zweifel eine der besten Klavieraufnahmen, die man überhaupt kaufen kann! Die beste Corelli Variation Aufnahme meines Bestandes.

Was hälst Du von seiner Schumann Aufnahme.
Da geht es mir ein wenig wie bei Deiner Erläuterung zur Liszt Sonate.
Etwas mehr "Pletnev" als "Schumann" höre ich da, aber lange nicht mehr gehört!

Im Sommer werde ich ihn aber live sehen (wie Du weißt) :engel
AcomA (29.04.2006, 11:05):
lieber Sergejewitsch,

es gibt die vorletzte variation in 'deinen' corelli-variationen, wo die notation durch eine ganze leiter von verschiedenen tonarten wandert und der eindruck beim hörer entsteht, als wolle sich der künstler vom publikum verabschieden und bedanken, bis dann in der letzten variation der 'vorhang' sich schließt. diese hörpsychologie erfasst keiner so prägnant wie mikgail pletnev, eine wesentliche stelle des werkes !

in die schumann-aufnahme hörte ich lediglich rein. außerdem erlebte ich ihn ja live mit den symph. etüden. es war nicht so überragend, dass ich mich zu einem kauf entschied. da habe ich zu starke aufnahmen im regal.

gruß, siamak :)
Rachmaninov (29.04.2006, 11:13):
Original von AcomA
in die schumann-aufnahme hörte ich lediglich rein. außerdem erlebte ich ihn ja live mit den symph. etüden. es war nicht so überragend, dass ich mich zu einem kauf entschied. da habe ich zu starke aufnahmen im regal.
gruß, siamak :)

Aber ich weiss das Du ihn einen Tag vor mir in Essen mit der Kreisleriana wieder hören wirst .... :leb
AcomA (29.04.2006, 11:26):
lieber Sergejewitsch,

ja, so ist es ! :rofl

gruß, siamak :)
Rachmaninov (06.05.2006, 10:07):
Original von AcomA

hier nun etwas ganz besonderes: griegs klaviersonate e-moll op.7 gefällt mir außerordentlich gut. ein sehr frisches werk. dann möchte ich auf 7 fugen für klavier hinweisen, welche grieg während seines studiums in leipzig schrieb. sehr nett und gut strukturiert. all das und einige der schönsten lyrischen stücke sowie das abschließende stück (aus dem karnaval) aus dem zyklus 'aus dem volksleben' op.19 sind zu hören auf einer der gelungendsten cds m. pletnevs (DG).

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1773971.jpg



Siamak,

vollste Zustimmung. Sehr schöne Musik fantastisch gespielt und "ausgelotet" :down
Eine sehr lohnenswerte Anschaffung!
Rachmaninov (20.02.2007, 06:25):
gestern hörte ich die Skrjabin Preludes op.11 in der Aufnahme mit M. Pletnev an.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8301668.jpg

Diese Stücke sind einfach etwas für Pletnev. Hier kann er all seine pianistischen Fähigkeiten voll zur Geltung bringen.

Für mich eine seiner Top 5 Aufnahmen :cool
Rachmaninov (14.04.2006, 13:12):
@Cosima,

die Aufnahme der Werke C.P.E. Bach's sind grandios. Hier ist Pletnev in seinem Element und dort spielt er seine enormen technischen Fähigkeiten aus. Eine perfekte Aufnahme mit wunderschöner Musik und genialer Interpretation.

Die "Hommage à Rachmaninov" ist, so würde ich behaupten, ein Geniestreich. Nicht nur wegen der Nutzung von Rachmaninov's eigenem Steinway in seiner ehemaligen Villa. Nein, auch die Corelli Variationen sind wunderbar. Ebenfalls eine meiner liebsten Klavieraufnahmen.

Glaube Aufgrund seiner Tanyev Aufnahme bei der DG entstanden auch die Kontakte Repins zur DG, die letztendlich zur Unterzeichnung des neuen Kontraktes des Geigers führte.

Seine Aufnahme mit den Sonaten Mozart's besitze ich auch. SO recht einschätzen kann ich sie nach mehrmaligem Hören noch nicht...... aber eine der Aufnahme wo viel Pletnev drin steckt. Wie auch in seiner Schumann Aufnahme ...... ?(
AcomA (28.04.2006, 22:46):
hallo,

ich habe pletnev zweimal live erlebt. beim erstenmal mit chopins scherzi und tschaikowskys großer g-dur klaviersonate (top of the top) und später mit schumanns symph. etüden und eigener tschaikowsky-transkription. der schumann war etwas 'schlampig' vorgetragen, schade.

schon vor 25 jahren hatte ich ihn im rundfunk mit haydn und einer großartigen gould vergleichbaren darstellung von j.s. bachs e-moll partita (nr. 6) gehört.

eigentlich kenne ich keine schlechte pletnev-aufnahme ! er spielt sehr transparent. sein spiel wird besonders dann sehr stark, wenn es auf dissoziation übereinandergeschichteter linien sowie um anschlagsdifferenzierung geht. er ist ein 'tüftler'. das wiederum schadet einigen wenigen interpretationen, da dadurch der große impetus etws verloren geht. wenn ich mehr als eine stunde ununterbrochen pletnev höre, tritt bei mir ein ermüdungseffekt auf. ich verliere das interesse am spiel ! wiedermal aufgefallen ist mir dieses gestern ! ich hörte seine liszt-solo-cd mit den sonaten und dem 'funerailles'. ich wollte danach seine cpe bach-scheibe hören, tat es aber nicht und hörte dann pollini (schubert/schumann). bei maurizio pollini treten nie solche symptome auf !

ein grund könnte die 'tüftelnde art' seines spiels sein. er benutzt verschiedene anschlagsvarianten zwar, aber seine phrasierung ist häufig bis ins letzte motiv konstruiert und differenziert. pausen treten gelegentlich übermäßig deutlich auf, die dynamik wechselt häufig im bereich p bis ppp. dadurch wird der natürliche musikalische fluss gestört. bei der lisztschen h-moll sonate ist dieses evident. sie versackt geradezu in dieser spielerei. pollini z.b. sucht regelmäßig die fortschreitende entwicklung, ist 'straight forward' !

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000001HC0.03.LZZZZZZZ.jpg

die aufnahmen sind von 1978 und 1984 (melodiya, ADD/DDD). oletnevs eigene transkription der nussknacker-suite tschaikowskys, prolog und 'pferderennen' aus r. shchedrins ballett 'anna karenina', ebenfalls vom pianisten selbst arrangiert, prokofievs 7.sonate in einer schlanken und sehr klassischen interpretation, und w.a. mozarts sonate b-dur KV 570. diese sonate gehört zu meinen favoriten. kennengelernt hatte ich sie damals in einer späten arrau-aufnahme. das adagio wird hier noch 'romantischer' als beim alten arrau zelebriert. der finalsatz kommt noch 'witziger' und 'luftiger' als bei friedrich gulda. man muss hier pletnev einfach bescheinigen, dass er dem späten gulda anschlagstechnisch überlegen ist.

die aufnahmen bei virgin, die ich kenne, sind sehr stark: scriabin (preludes, sonate nr. 4 und 10), haydn-sonaten, scarlatti.

ab mitte der 90er jahre dann bei der DG. ich persöhnlich finde seine liszt-platte sehr stark (apres une lecture de dante, funerailles, gnomenreigen), die h-moll sonate aber zu detailverliebt. sehr gelungen: grieg (klaviersonate, lyrische stücke), hommage a rachmaninov. die klavierkonzerte nr. 3 von prokofiev/rachmaninov sind leider akustisch nicht vorteilhaft aufgezeichnet.

pletnevs carnegie-mitschnitt der DG vom 01.11.2000: es handelt sich hierbei um den mitschnitt von pletnevs debut in der new yorker carnegie hall. zunächst einmal bravo an die tontechniker und an die disziplin der zuhörer.

die bearbeitung der bachschen chaconne für solo-violine durch busoni ist wieder in mode gekommen. über jahrzehnte war benedetti-michelangelis platten-version (mono) eine referenz die klangliche abstufung und formale entwicklung betreffend. in letzter zeit kamen beeindruckende aufnahmen hinzu, kissin und oppitz. während die beiden letztgenannten sich am kompakten zugriff orientierten, erinnert pletnevs darbietung in der klanglichen differenzierung und kantabilität eher an benedetti michelangeli, vielleicht etwas weniger pedalgebrauch.

beethovens letzte klaviersonate wird im ersten satz analytisch zerlegt, die pathetische geste wird manchem wohl fehlen, dafür wird der arietta-satz herrlich klanglich entwickelt, wie wir es von benedetti michelangeli oder pogorelich kannten.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3432538.jpg

der pianistische höhepunkt: chopins scherzi ! wenig pedalgebrauch, dissoziation der übereinandergeschichteten linien und traurig-sonorer klaviergesang werden hier zur interpretatorischen wünschelrute. ich habe ihn mit diesen stücken in köln auch live erlebt, phantastisch, wie er das macht. erstmalig bekommt das letzte scherzo seinen sinn. dieses scherzo ist gestalterisch am schwierigsten, typisches spätwerk.

die zugaben auf der bonus-cd sind vom feinsten: rachm., scriabin, scarlatti, moszkowski und

balakirevs islamey, prüfstein für vollgriffigen satz und ausdauer. so entfesselnd und gleichzeitig makellos kenne ich es nur noch von einer live-demonstration pogorelichs.

pjotr i. tschaikowsky
18 stücke op.72

fryderyk chopin
nocturne nr.20 cis-moll op. posth.

mikhail pletnev, piano

DG, DDD, aufn. (live) 2004

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4897608.jpg

der tschaikowsky ist zwar nicht tiefschürfend, aber abwechslungsreich und wartet mit einigen überraschungen auf. absolutes highlight ist das zugegeben nocturne chopins !

hier nun etwas ganz besonderes: griegs klaviersonate e-moll op.7 gefällt mir außerordentlich gut. ein sehr frisches werk. dann möchte ich auf 7 fugen für klavier hinweisen, welche grieg während seines studiums in leipzig schrieb. sehr nett und gut strukturiert. all das und einige der schönsten lyrischen stücke sowie das abschließende stück (aus dem karnaval) aus dem zyklus 'aus dem volksleben' op.19 sind zu hören auf einer der gelungendsten cds m. pletnevs (DG).

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1773971.jpg

meine absoluten renner sind die sog. 'cinderella'-platte und seine auswahl von klavierwerken c.p.e. bachs. hier (bach) konnte pletnev seine anschlagskunst und seine lust an tüftelei voll ausspielen. der wechsel von bizzarer form, großer pausen und melancholischem gesang gelingt vorzüglich !

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4233934.jpg

pletnev bearbeitete prokofievs ballett 'cinderella' für zwei klaviere und spielte sie mit der widmungsträgerin martha argerich ein. sie koppelten ravels 'ma mère l'oye' (mutter gans). interessant, dass hier pletnev die argerich unter kontrolle hält, um es mal so zu formulieren.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9780349.jpg

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8790756.jpg

so, mikhail pletnev spielt hier klavierwerke, die sergei rachmaninov in seinem repertoire als konzertpianist hatte:

rachmaninov
corelli-variationen
einige etudes-tableaux

beethoven
sonate es-dur les adieux

mendelssohn
rondo capriccioso u.a.

chopin
andante spianato et grande polonaise brilliante


mal abgesehen davon, dass die interpretationen bei hervorragender aufnahmetechnik exzellent daherkommen, das recital wurde in der rachmaninovschen villa (schweiz) auf seinem steinway-flügel, der aus den 30er jahren stammt, gespielt. auf diesem instrument hat der komponist seine corelli-variationen komponiert. der klang ist im vergleich zu den neuen flügeln viel obertonreicher und wärmer ! eine der besten klavierplatten, die ich überhaupt kenne, Sergejewitsch wird mir zustimmen ! :down


so, das war es zunächst, diese hommage an mikhail pletnev.

gruß, siamak :engel
Rachmaninov (29.04.2006, 10:25):
Original von AcomA
eigentlich kenne ich keine schlechte pletnev-aufnahme ! er spielt sehr transparent. sein spiel wird besonders dann sehr stark, wenn es auf dissoziation übereinandergeschichteter linien sowie um anschlagsdifferenzierung geht. er ist ein 'tüftler'. das wiederum schadet einigen wenigen interpretationen, da dadurch der große impetus etws verloren geht. wenn ich mehr als eine stunde ununterbrochen pletnev höre, tritt bei mir ein ermüdungseffekt auf. ich verliere das interesse am spiel !


Siamak,
da verstehe ich genau was Du meinst! Er "treibt" wahrscheinlich das Maß der Anschlagsdifferenzierung derat hoch, daß beim Hören eine enorme Konzentration erfolderlich ist um die "geistig" zu verarbeiten!


Klavierkonzerte nr. 3 von prokofiev/rachmaninov sind leider akustisch nicht vorteilhaft aufgezeichnet.


Ja, avber wer hat jemals derart transparent am Anfang des 3. Satzes bei Rachmaninov den Klavierpart so dargestellt?
Die Aufnahme krank IMO im wesentlichen am Dirigat von Rostropovich!


balakirevs islamey, prüfstein für vollgriffigen satz und ausdauer. so entfesselnd und gleichzeitig makellos kenne ich es nur noch von einer live-demonstration pogorelichs.


Und ich möchte betonen: Diese Leistung am Ende des Mamutprogramms!!


pjotr i. tschaikowsky
18 stücke op.72


Toll gespielt, aber IMO eher langweilige Musik :ignore

Die Grieg CD steht seit langem Auf meinem "Zettel" :hello


meine absoluten renner sind die sog. 'cinderella'-platte und seine auswahl von klavierwerken c.p.e. bachs. hier (bach) konnte pletnev seine anschlagskunst und seine lust an tüftelei voll ausspielen. der wechsel von bizzarer form, großer pausen und melancholischem gesang gelingt vorzüglich

Kann ich "unterscheiben"

Seine Beethovenplatte mit den Bagatellen muss man allerdings wirklich nicht besitzen! :ignore :I

hommage a Rachmaninov:

mal abgesehen davon, dass die interpretationen bei hervorragender aufnahmetechnik exzellent daherkommen, das recital wurde in der rachmaninovschen villa (schweiz) auf seinem steinway-flügel, der aus den 30er jahren stammt, gespielt. auf diesem instrument hat der komponist seine corelli-variationen komponiert. der klang ist im vergleich zu den neuen flügeln viel obertonreicher und wärmer ! eine der besten klavierplatten, die ich überhaupt kenne, Sergejewitsch wird mir zustimmen ! :down


Ohne jeden Zweifel eine der besten Klavieraufnahmen, die man überhaupt kaufen kann! Die beste Corelli Variation Aufnahme meines Bestandes.

Was hälst Du von seiner Schumann Aufnahme.
Da geht es mir ein wenig wie bei Deiner Erläuterung zur Liszt Sonate.
Etwas mehr "Pletnev" als "Schumann" höre ich da, aber lange nicht mehr gehört!

Im Sommer werde ich ihn aber live sehen (wie Du weißt) :engel
AcomA (29.04.2006, 11:05):
lieber Sergejewitsch,

es gibt die vorletzte variation in 'deinen' corelli-variationen, wo die notation durch eine ganze leiter von verschiedenen tonarten wandert und der eindruck beim hörer entsteht, als wolle sich der künstler vom publikum verabschieden und bedanken, bis dann in der letzten variation der 'vorhang' sich schließt. diese hörpsychologie erfasst keiner so prägnant wie mikgail pletnev, eine wesentliche stelle des werkes !

in die schumann-aufnahme hörte ich lediglich rein. außerdem erlebte ich ihn ja live mit den symph. etüden. es war nicht so überragend, dass ich mich zu einem kauf entschied. da habe ich zu starke aufnahmen im regal.

gruß, siamak :)
Rachmaninov (29.04.2006, 11:13):
Original von AcomA
in die schumann-aufnahme hörte ich lediglich rein. außerdem erlebte ich ihn ja live mit den symph. etüden. es war nicht so überragend, dass ich mich zu einem kauf entschied. da habe ich zu starke aufnahmen im regal.
gruß, siamak :)

Aber ich weiss das Du ihn einen Tag vor mir in Essen mit der Kreisleriana wieder hören wirst .... :leb
AcomA (29.04.2006, 11:26):
lieber Sergejewitsch,

ja, so ist es ! :rofl

gruß, siamak :)
Rachmaninov (06.05.2006, 10:07):
Original von AcomA

hier nun etwas ganz besonderes: griegs klaviersonate e-moll op.7 gefällt mir außerordentlich gut. ein sehr frisches werk. dann möchte ich auf 7 fugen für klavier hinweisen, welche grieg während seines studiums in leipzig schrieb. sehr nett und gut strukturiert. all das und einige der schönsten lyrischen stücke sowie das abschließende stück (aus dem karnaval) aus dem zyklus 'aus dem volksleben' op.19 sind zu hören auf einer der gelungendsten cds m. pletnevs (DG).

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1773971.jpg



Siamak,

vollste Zustimmung. Sehr schöne Musik fantastisch gespielt und "ausgelotet" :down
Eine sehr lohnenswerte Anschaffung!
Rachmaninov (20.02.2007, 06:25):
gestern hörte ich die Skrjabin Preludes op.11 in der Aufnahme mit M. Pletnev an.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8301668.jpg

Diese Stücke sind einfach etwas für Pletnev. Hier kann er all seine pianistischen Fähigkeiten voll zur Geltung bringen.

Für mich eine seiner Top 5 Aufnahmen :cool
Heike (07.07.2010, 13:33):
Spiegel online berichtet heute:

"Schwerwiegende Vorwürfe: Im Urlaub in Thailand soll sich der russische Pianist Michail Pletnjow an einem Minderjährigen vergangen haben. Jetzt wurde er wegen Vergewaltigung angeklagt - bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

...Pletnjow soll außerdem auf einer Reihe von kompromittierenden Fotos mit minderjährigen Jungen zu sehen sein.

...Pletnjow selbst bestreitet der Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge die Vorwürfe. "


Quelle und ganzer Artikel: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,705115,00.html

Ich hoffe sehr, dass sich das nicht als wahr herausstellt.
Heike
Leachim (07.07.2010, 20:15):
Ich habe langsam den Eindruck, daß wenn jemand nach Thailand fliegt, dort schon die vermeintlichen Opfer Schlange stehen, um zu kassieren und notfalls Anzeige zu erstatten: Armut ist erfinderisch, nicht?
Jürgen (08.07.2010, 07:17):
Original von Leachim
Ich habe langsam den Eindruck, daß wenn jemand nach Thailand fliegt, dort schon die vermeintlichen Opfer Schlange stehen, um zu kassieren und notfalls Anzeige zu erstatten: Armut ist erfinderisch, nicht?


Die Armut treibt die Kinder aber auch in die Prostitution.


Aber Herr Pletnev gilt so lange als unschuldig, bis er verurteilt ist.

Grüße
Jürgen
Heike (25.07.2010, 12:49):
Der aktuelle Sachstand laut klassik.com

http://aktuell.klassik.com/news/teaser.cfm?ID=8134&nachricht=Thailand%20hebt%20Visum%20f%FCr%20Pletnev%20auf

Zitat:
"Bangkok, 23.07.2010. Das thailändische Einwanderungsbüro hat die Aufenthaltserlaubnis für den russischen Dirigenten und Pianisten Mikhail Pletnev zurück gezogen. Als Grund hierfür nannte Generalmajor Pansak Kasamsan das "abträgliche" Verhalten Pletnevs.
....
Pletnev besitzt im südöstlich von Bangkok gelegenen Pattaya ein Haus und hat dort eine Musikschule eingerichtet. Die Anschuldigungen gegen sich hat er vor Gericht bislang abgestritten. Er werde jedoch die Polizei bei den Untersuchungen unterstützen. Derzeit befindet sich Pletnev in Moskau, um den Geburtstag seiner Mutter zu feiern. Durch die Aufhebung des Visums kann Pletnev selbst wenn die Vorwürfe fallen gelassen werden, nicht mehr nach Thailand zurückkehren ohne eine Abschiebung befürchten zu müssen. "
Heike (14.10.2010, 19:15):
Weiß eigentlich jemand, was aus den Vorwürfen geworden ist? Das ist ja sehr unbefriedigend, wenn das so ungeklärt im Raum stehen bleibt.
Heike
Armin70 (14.10.2010, 19:33):
Neues weiss ich nicht, nur, dass der Vorwurf gegen Pletnev weiterhin im Raum steht und hier fand ich einen Artikel, wo es im August diesen Jahres bei Gastspielen des Russian National Orchestra mit Mikhail Pletnev in London bei den Proms zu Protesten gegen seinen Auftritt kam. Daraufhin wurde zwar eine Pressemitteilung des Orchesters veröffentlicht, in der auf die Unschuld von Pletnev hingewiesen wird aber letztlich musste er sich den Protesten beugen und trat dann nicht auf.

Auf der (inoffiziellen) Homepage von Pletnev kann man ein von ihm verfasstes Statement nachlesen, siehe hier, bzw. hier.
Heike (15.10.2010, 09:37):
Wenn man sein Statement liest, dann scheinen ja einige Pressemeldungen wirklich aus der Luft gegriffen zus ein. Er sagt, es sei keinerlei Bildmaterial auf seinem PC gefunden worden und er habe nie eine Musikschule oder ähnliches dort betrieben.
Ich hoffe sehr, dass sich das alles bald aufklärt. Mit so einem Verdacht im Hinterkopf habe ich zur Zeit gar nicht richtig Spaß an seinem CDs, wenn ich mir aber vorstelle, dass er vielleicht zu Unrecht beschuldigt sein könnte, geht es mir auch nicht gut.
Heike
Rachmaninov (17.10.2011, 07:52):
Original von Heike
Wenn man sein Statement liest, dann scheinen ja einige Pressemeldungen wirklich aus der Luft gegriffen zus ein. Er sagt, es sei keinerlei Bildmaterial auf seinem PC gefunden worden und er habe nie eine Musikschule oder ähnliches dort betrieben.
Ich hoffe sehr, dass sich das alles bald aufklärt. Mit so einem Verdacht im Hinterkopf habe ich zur Zeit gar nicht richtig Spaß an seinem CDs, wenn ich mir aber vorstelle, dass er vielleicht zu Unrecht beschuldigt sein könnte, geht es mir auch nicht gut.
Heike

Hat jemand jemals wieder etwas von diesen Vorwürfen gehört?
Heike (17.10.2011, 19:25):
Ich wüsste auch gern, was daraus geworden ist. Habe beim googeln nicts gefunden dazu.
Heike
Dulcamara (17.10.2011, 19:41):
Die Vorwürfe wurden fallen gelassen. Hier z.B. ein Bericht.
Heike (17.10.2011, 19:47):
Hallo,
ja, das hatte ich auch gelesen - aber ein paar Tage später wird das wieder dementiert. siehe z.B. hier. Seitdem hört man nichts.
Heike
Cantus Arcticus (19.10.2011, 12:03):
Das mit Pletnev ist so eine Sache:
In asiatischen oder auch südamerikanischen Ländern herrschen oft grundfalsche Vorstellungen bezüglich der Lebensweisen und finanziellen Möglichkeiten der Einwanderer oder Touristen vor. Gerade prominente Personen laufen da Gefahr, Opfer von Begehrlichkeiten zu werden und geraten dadurch nicht selten in Situationen, in denen ihre Reputation Schaden nehmen kann. Pech gehabt: In diesen Ländern gilt lokales Recht und entspricht bei weitem nicht unserem Rechtsempfinden.
Vielleicht hat da auch die russische Mentalität eine Rolle gespielt beim Wecken von Begehrlichkeiten bei den Thais, ich weiss es nicht und möchte hier kein Urteil fällen. Nach wie vor gilt die Unschuldsvermutung.

Abgesehen davon: Pletnev hat mich noch nie (weder als Solist noch als Dirigent) vom Sockel gehauen :(

Grüsse
Stefan