Mini-Instrumentenkunde

Hosenrolle1 (05.11.2016, 14:07):
Diese Übersicht soll keine ins Detail gehende Übersicht über jedes einzelne Instrument sein. Ebenfalls interessante Dinge wie der Tonumfang, die Historie oder unterschiedliche Bauweisen (z.B. das Wiener Horn, verschiedene Klappenmechaniken bei Clarinetten, usw.) kommen hier nicht vor, da das den Rahmen sprengen würde. Wenn es um den Tonumfang gehen würde, müsste man bereits alle möglichen im Laufe der Zeit erfundenen Erweiterungen in die Tiefe und Höhe berücksichtigen, sowie selten gebaute Instrumente, die sich nicht durchgesetzt haben. Das wäre zu viel. Auch soll es nicht um die Notation unterschiedlicher Spielweisen gehen - wie wird ein Flageolet, wie ein gestopftes Horn notiert, usw.

Im Vordergrund sollte hier stehen, wie diese Instrumente notiert werden, und zu lesen sind. Besonders hilfreich wird das - so hoffe ich jedenfalls - für den Notenleser sein, der auf die Schnelle nachsehen möchte, ob die Altoboe jetzt nach oben oder nach unten transponiert wird, ohne sich durch Wikipedia-Einträge wühlen zu müssen.

Diese von mir hier aufgestellte Liste hat keinen Anspruch darauf, fehlerfrei oder vollständig zu sein. Es fehlen noch Instrumente, und wichtige Bemerkungen etwa zu unterschiedlichen Notationsweisen in unterschiedlichen Zeiten. Sie ist nur ein Grundgerüst, das man mit zusätzlichen wertvollen Informationen bestücken kann. Meine Idee ist, dass man in den nachfolgenden Beiträgen Dinge ergänzt oder korrigiert, darüber diskutiert, damit dieser erste Beitrag immer wieder von mir bearbeitet werden kann, damit man hier nicht zig neue Listen hat - besser ist es, EINE Liste, gleich im ersten Beitrag, immer auf den neuesten Stand zu bringen.

Auf Korrekturen und Ergänzungen sowie Anregungen freue ich mich sehr!

LG,
Hosenrolle1




Holzblasinstrumente:

Piccoloflöte: klingt eine Oktave höher als notiert.

Große Flöte: wird klingend notiert.

Oboe: wird klingend notiert.

Altoboe (Englischhorn): klingt eine Quint tiefer als notiert. (a1 wird notiert, es erklingt d1)

Klarinetten:
in D: klingt eine große Sekund höher als notiert. (c1 wird notiert, es erklingt d1)
in Es: klingt eine kleine Terz höher als notiert. (c1 wird notiert, es erklingt es1)
in B: klingt eine große Sekund tiefer als notiert. (d1 wird notiert, es erklingt c1)
in A: klingt eine kleine Terz tiefer als notiert. (a1 wird notiert, es erklingt fis1)
Bassklarinette in B: klingt eine None tiefer als notiert. (d1 wird notiert, es erklingt c)
Fagott: wird klingend notiert.

Kontrafagott: klingt eine Oktave tiefer als notiert.


Blechblasinstrumente:

Horn: klingt in allen Stimmungen tiefer als notiert.

Tenorposaune: wird klingend notiert.

Bassposaune: wird klingend notiert.

Kontrabassposaune: wird klingend notiert.

Basstuba: wird klingend notiert.

Kontrabasstuba: wird klingend notiert.

Cimbasso: wird klingend notiert.


Schlagwerk:

Pauke: wird klingend notiert.

Kleine Trommel: wird auf einer einzigen Linie notiert; früher auf der Höhe des c2.

Große Trommel: wird auf einer einzigen Linie notiert; früher auch auf der Höhe des A, seltener c.

Tamburin: wird auf einer einzigen Linie notiert; früher auch als c2 oder c.

Xylophon: klingt eine Oktave tiefer als notiert; früher auch klingend notiert.


Streichinstrumente:

Violine: wird klingend notiert.

Viola: wird klingend notiert.

Violoncello: wird klingend notiert.

Kontrabass: klingt eine Oktave tiefer als notiert.
Hosenrolle1 (06.11.2016, 10:19):
Mir gehen z.B.die Trompeten ab, bei denen ich nicht weiß, ob alle tiefer oder höher notiert werden, oder ob das unterschiedlich ist.



LG,
Hosenrolle1
EinTon (06.11.2016, 17:41):
Gewöhnliche Trompeten werden heutzutage immer in B notiert.

Für Basstrompeten, Piccolotrompeten etc siehe:


https://de.wikipedia.org/wiki/Trompete
Hosenrolle1 (06.11.2016, 18:49):
Gewöhnliche Trompeten werden heutzutage immer in B notiert.

Für Basstrompeten, Piccolotrompeten etc siehe:
Dort steht: "Die genannten Töne klingen dann auf der B-Trompete einen Ganzton tiefer, bei der A-Trompete eine kleine Terz tiefer, bei der C-Trompete wie notiert und bei der D-Trompete einen Ganzton höher etc."

Deswegen möchte ich ja eine genaue Auflistung der unterschiedlichen Trompeten machen (wie ich das auch bei den Klarinetten gemacht habe). Was ich nicht verstehe, wieso klingen eine B- und eine A-Trompete tiefer, eine in D aber höher?

In meinen Partituren finden sich Trompeten in C, D, Es, E, F, A und B.
Kann man sagen, dass alle Trompeten bis auf C, A und B höher klingen als notiert, C klingend notiert wird, und A und B tiefer klingen als notiert?




LG,
Hosenrolle1
EinTon (06.11.2016, 19:24):
Was ich nicht verstehe, wieso klingen eine B- und eine A-Trompete tiefer, eine in D aber höher?
Weil B in der Tonleiter einen Ganzton unter dem C liegt, ein D ein Ganzton über dem C. ;) (Natürlich würde auch eine Septime unter dem C gehen, aber die D-Trompete ist eben ein höherklingendes Instrument). Bei den Klarinetten ist es ja ähnlich:

in Es: klingt eine kleine Terz höher als notiert. (c1 wird notiert, es erklingt es1)
in A: klingt eine kleine Terz tiefer als notiert. (a1 wird notiert, es erklingt fis1)




In meinen Partituren finden sich Trompeten in C, D, Es, E, F, A und B.
Diese Stimmen werden heute (soweit ich weiss) in Sinfonieorchestern meist auf B-Trompeten realisiert. Wenn Du es ganz genau wissen willst, musst Du Maurice fragen - wahrscheinlich weiss es aber auch Satie.
Hosenrolle1 (06.11.2016, 19:32):
Dann werde ich, nach eurer Absegnung, folgende Eintragung machen.


Trompeten:
in A: klingt tiefer als notiert
in B: klingt tiefer als notiert
in C: wird klingend notiert
in D: klingt höher als notiert
in Es: klingt höher als notiert
in E: klingt höher als notiert
in F: klingt höher als notiert


Beispiele a la "e1 wird notiert, es erklingt ..." weiß ich keine, weil ich den Tonumfang der unterschiedlichen Instrumente nicht kenne.

Ich überlege auch noch, wie ich das mit dem hohen Bassschlüssel beim Horn mache. Muss ich mir mal meine Partituren ansehen.



LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (06.11.2016, 20:26):
So, was den hohen Bassschlüssel beim Horn angeht, werde ich folgende Eintragung machen.

_____

Hoher Bassschlüssel

(In vielen alten Partituren wurde die Hornstimme, die im Bassschlüssel notiert war, um eine Quart nach oben transponiert.
Beispiel für zwei Hörner in F:

Notation (links) und Klang (rechts):

http://b8.is.pp.ru/p/partituren/1/50879281oOa.jpg http://b8.is.pp.ru/p/partituren/9/50879289EfD.jpg



_____



Kann man das so lassen?



LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (09.12.2016, 19:09):
"Horn in D", "Horn in G", Horn in XY" findet man in alten Partituren, und ich dachte immer, dass es für jede Stimmung ein eigenes Horn gibt. Jetzt habe ich gesehen, dass diese Naturhörner offenbar aufsteckbare Erweiterungen haben, um die Stimmung zu verändern. Auf einer Seite, die solche Hörner verkauft, werden einzelne Aufsteckteile in verschiedenen Stimmungen angeboten.

War das damals auch schon so, dass ein Musiker, wenn da stand "Horn in D" den entsprechenden D-Aufstecker benutzt hat, um damit weiterzuspielen?



LG,
Hosenrolle1
satie (09.12.2016, 19:17):
Ja, das stimmt!
Hosenrolle1 (09.12.2016, 19:32):
Wow! Das ist aber ein geiles System, wie ich finde - "Ah, Horn in G, also her mit dem G-Aufstecker". Ich hab mich schon gewundert, wie mehrere Hornisten da jeweils 3, 4 oder 5 Hörner stehen haben, schon aus Platzgründen.



LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (19.12.2016, 11:52):
Wenn bei Mozart oder Haydn ein Horn notiert wird, dann ist völlig klar, dass damit nur ein Naturhorn gemeint sein kann.

Aber wie ist es mit Kompositionen, die zur Zeit des Ventilhorns entstanden sind? Kann man da anhand der Noten ungefähr feststellen, ob das für ein Natur- oder Ventilinstrument geschrieben wurde? Ich kenne mich mit der Physik des Horns leider überhaupt nicht aus, ich weiß nicht, welche Töne ein Naturhorn an sich produziert, und ob diese Töne - jeweils in anderer Tonhöhe - in jeder Stimmung die gleichen sind.

Ich vermute, dass man, wenn man das weiß, daran halbwegs erkennen kann? Dazu kommt, dass man durch das Stopfen auch Halbtöne erzeugen kann. Bin da etwas ratlos.



LG,
Hosenrolle1
Hosenrolle1 (19.04.2017, 15:20):
Übersicht über offene und gestopfte Töne beim Naturhorn:










LG,
Hosenrolle1