Missionierungen

Heike (06.04.2010, 20:47):
Wenn ihr alle Leser oder sogar die ganze Welt missionieren wolltet, dass sie unbedingt diese CD/ DVD kaufen sollten - welche würdet ihr nennen???

Bedingungen:
1. maximal 3 Nennungen je Person (bevorzugt mit Coverbild)
2. die CD/ DVD muss derzeit bei den gängigen Internetshops (zum Normalpreis) erhältlich sein
3. keine Boxen (Gesamtaufnahmen, Editionen etc), aber Werke, die mehrere CDs benötigen sind natürlich erlaubt
4. erlaubt ist alles, was Kultur ist - bevorzugt Klassik, aber wer unbedingt was andres unterbringen will, der tue das im Rahmen der Regeln
5. eine Begründung ist nicht verboten, aber überhaupt nicht nötig

Heike
AcomA (06.04.2010, 23:47):
liebe Heike,

davon abgesehen, dass ich niemanden missionieren möchte, antworte ich im Sinne des Spiels folgenderweise:

1. J.S. Bach: partita für klavier nr.6 e-moll mit Glenn Gould

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5099708776824.jpg

ein romantisches werk mit hoher kompositorischer verdichtung in einer interpretation von einem anderen stern.

2. chopin: auswahl von mazurken mit Ignacy Friedman

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0636943168424.jpg

tänzerische seelengebilde auf dem boden polnischer folklore. beides, das tänzerische und das transzendentale arbeitet friedman einzigartig heraus.

3. Medtner: sämtliche klaviersonaten mit Marc-Andre Hamelin

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0034571172217.jpg

kanon der kompositionstechnik und der klanglichen möglichkeiten des modernen flügels in der wahnsinnigen interpretation Hamelins mit wunderbar direkt aufgenommenen flügelklang.

gruß, siamak
Armin70 (07.04.2010, 00:08):
Ich bin auch gegen jegliche Art von Missionierung oder Bekehrung, weil das für mich immer mit einem gewissen Zwang verbunden ist. Meiner Meinung nach findet man am besten selbst Zugang zur Musik oder sonst einer Kunstform.
Des weiteren müsste ich jetzt die gleichen Werke nennen, die ich bereits im Thread "Das Wichtigste" genannt habe aber hier sollen es ja nur 3 Werke sein.

Deshalb wähle ich daraus folgende 3 Werke/Aufnahmen:

- Bach: H-Moll Messe

Für mich ist das schlicht und einfach DIE Messe in einer masstäblichen Aufnahme.

- Bruckner: 9. Sinfonie

Für mich ein mystisches Werk, gewaltig, wie ein Monolith in der für mich besten Aufnahme, die es von Bruckners 9. Sinfonie gibt.

- Sibelius: 7. Sinfonie

Sibelius Opus Ultimum. Wunderbar, wie die Musik hier in einem breiten Fluss verströmt und erklingt. Fast erhaben und majestätisch.
Heike (07.04.2010, 08:05):
Guten Morgen,
Ich bin auch gegen jegliche Art von Missionierung oder Bekehrung
Deshalb habe ich es ja auch ins Spielzimmer geschrieben :-) und im Gegensatz zu dem wichtigsten Werken von Agravain frage ich explizit nach Aufnahmen - ich hoffe da von den Opernliebhabern auch auf einige DVD-Tipps.
Interessant, dass bisher vor allem ältere Uafnahmen genannt wurden.
Heike
Heike (07.04.2010, 08:20):
Ich würde euch natürlich zu Klaviermusik bekehren: Ein Werk und eine Aufnahme für die Ewigkeit.




Und dann im Gegensatz dazu das hier - prickelnd schöne gute Laune Musik für jeden Tag und zudem noch preiswert als Doppel-CD (deshlab diese Aufnahme)



Die dritte heb ich mir noch auf, da kann ich mich grad nicht entscheiden.#
Heike
Cetay (inaktiv) (07.04.2010, 09:33):
Weil missionieren gegen das Missionieren irgendwie paradox ist, gehe ich in die Offensive und gestehe es ein:
Guten Tag. Mein Name ist Cetay und ich bin Missionar. Bisher habe ich das verdrängt und mir eingeredet, ich sei nur in einem Klassikforum um mich auszutauschen und um meinen Horizont zu erweitern. Aber jetzt habe ich eingesehen, dass ich von einer dunklen Macht getrieben werde, die nur einen Willen hat: dass andere erfahren, was wirklich gute Musik ist - und das ist, was für mich gute Musik ist - und ich werde unermüdlich werben und subtil manipulieren, bis alle nur noch das hören, was ich höre.

Meine erste Mission gilt der Indischen Klassischen Musik. Das sollte man schon mal gehört haben, wenigstens um die westliche Klassische Musik richtig einordnen zu können. Sicher, was die Form und die Polyphonie angeht, macht den großen Abendländern keiner etwas vor, aber was ist mit allen anderen Aspekten? Drumherum reden hilft kaum, hinsichtlich Rhythmus und Metrum ist unsere Klassik armselig. Man höre einen indischen Raga, bei dem man sich alle paar Minuten auf der "Eins" trifft, um zu verstehen, was metrische Komplexität ist. Noch düsterer sieht es mit der Improvisation aus - bis auf ein paar barocke Verzierungen, die man neuerdings wieder hinzufügen darf, herrscht Fehlanzeige. Beim Raga gibt es lediglich einen Rahmen, der durch Improvisation ausgefüllt werden muss. Was schließlich die Virtuosität betrifft, ist das Wasser, mit dem westliche Musiker kochen, auch nicht mehr so übermäßig heiss, wenn man sich anhört, was die indischen Meister zu bieten haben.

Eine editorische Großtat war die von ECM 1980 veröffentlichte Aufnahme Who's to Know mit dem Geiger L. Shankar (hat nichts mit dem Sitar-Spieler Ravi Shankar zu tun). Shankar spielt hier "reine" südindische Klassik ohne Netz und Crossover-Boden und vermittlelt die erhabene Größe dieser Musik wie kaum ein anderer. Vergesst den Ramsch, der in den Weltmusik-Regalen der Plattenhändler unter "Asien" abgelegt ist. Hier spielt die Musik:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41JASYAP4FL._SL500_AA300_.jpg
Shankar; Who's to Know
Jürgen (07.04.2010, 12:51):
Original von Cetay
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41JASYAP4FL._SL500_AA300_.jpg
Shankar; Who's to Know

Ich wollte kurz reinhören und stellte überrascht fest, dass jpc für den Download nur schlappe 2€ haben möchte.
Also höre ich nun etwas länger rein und siehe da: Ich kenne den Knaben von so manchen Peter Gabriel Projekten.

Übrigens das erste mal, dass ich für Geld Musik runterlade. Meist ist es mir zu teuer.

Grüße
Jürgen
Severina (07.04.2010, 23:47):
Schwierig, aber mein missionarischer Eifer würde wohl folgenden Opernaufnahmen dienen:

1. Giuseppe Verdi, Simon Boccanegra
CD Claudio Abbado (DG 1977)

Simone - Piero Cappuccilli
Fiesco - Nicolai Ghiaurov
Maria - Mirella Freni

Eine absolute Referenzeinspielung meiner liebsten Verdioper - ich wüsste keine Position, die man besser besetzen könnte!

2. Gaetano Donizetti, La Fille du Regiment

DVD ROH 2008

Regie: Laurent Pelly
D: Bruno Campanella

Tonio - Juan Diego Flórez
Marie - Natalie Dessay

Eine witzige Inszenierung - typisch Pelly - mit dem hinreißenden Paar Dessay - Flórez, die hier eine Lehrstunde in Sachen Belcanto geben. Speziell Flórez beweist hier, dass er in seinem Fach momentan in einer eigenen Liga singt.
Leider sind die anderen Rollen sind nicht so gut besetzt wie in Wien, aber das stört natürlich nur die paar Leute, die beide Versionen kennen!

3. Georges Bizet, Carmen

DVD ROH 2008

Regie: Francesca Zambello
D: Antonio Pappano

Don José - Jonas Kaufmann
Carmen - Anna Caterina Antonacci
Escamillo - Ildebrando D'Arcangelo
Micaela - Norah Amsellem

Wer wissen will, wie leidenschaftlich Oper sein kann, greife zu dieser DVD! Die Regie ist zwar ziemlich beliebig, aber die Dramatik ergibt sich aus dem großartigen Spiel von Antonacci und Kaufmann.


Sorry, liebe Heike, ich habe mich jetzt eine halbe Stunde redlich bemüht, das mit dem Cover-einstellen zu kapieren, aber ich bin einfach zu dämlich! Aber besser so als gar nicht, sage ich mal :D!

lg Severina :hello
Rideamus (08.04.2010, 00:19):
Bevor ich selbst zu missionieren anfange, gebe ich mal Svereina etwas Amtshilfe, denn ich würde sie in allen drei Fällen rückhaltlos unterstützen:




:hello Rideamus
Severina (08.04.2010, 00:26):
Lieber Rideamus,
danke, Du bist ein Schatz! :down :thanks
lg Severina :hello
Agravain (08.04.2010, 10:18):
Wenn ich zum Missionar werden müsste, dann würde ich den gottlosen Musik-Heiden ( :D) die folgenden Aufnahmen bringen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41s-9f6rTsL._SS400_.jpg

Von der großen Anzahl der Aufnahmen aus meinem Fundus, kehre ich im grunde immer wieder zu dieser zurück, weil hier einfach alles stimmt. Kollo hat nie besser gesungen als hier, die Stimme eignet sich vortrefflich und Kollo kostet alle Facetten der Partie aus. Sein "Im Mondschein auf den gräbern jhockt eine wild-gespestische Gestalt" jagt mir noch immer Schauer über den Rücken, genauso wie Christa Ludwigs Gestaltung der Textzeile "O sieh, wie eine Silberbarke schwebt der Mond" im "Abschied". Überhaupt kann man da nicht besser singen, als die Ludwig in jenen Jahren. Das ist schlicht überirdisch. Allerings gibt es sie nur noch (aber zu weitgehend normalem Preis) im Marketplace eines großpen CD Händlers.

Dann wäre da als nächstes:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028946363522.jpg

Richters Aufnahme von 1958 stellt für mich den Gipfel seiner Bach-Interpretation dar. Sicher, das ist vielleicht nicht die Aufnahme von der Musikwissenschaftler meinen, Bach hätte so musiziert. Sicher, Altistin Hertha Töpper dreht sich manchmal von unten in die Töne, Irmgard Seefried ist nicht immer ganz sauber und Keith Engens Jesus wabert vielleicht etwas. Aber was ist das schon gegen die Seele, die diese Aufnahme verstömt. Der junge Fischer-Dieskau singt „Mache dich, meine Herze, rein“ einfach himmlisch, die Erdbeben-Szene könnte gewaltiger nicht sein und das gaaaaaaaaanz langsam genommene „Wahrlich, wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen“ stellt für mich das Wundern, das Erstaunen und das Erschaudern des Volkes so plastisch dar, wie nicht ein zweites Mal.

Und abschließend:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/416WNRN971L._SL500_AA300_.jpg

Erhältlich neu nur in der GA, sonst bei dem besagten Marketplace ständig second hand für 'n Appel und 'n Ei:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51HY4XKGH1L._SS500_.jpg

Sibelius Dritte unter Maazel. Die Produktion aus Pittsburgh ist ganz, ganz hervorragend, glänzender Klang, klare Abgrenzung gegen die vorherigen Symphonien des Finnen. Ganz besonders fasziniert mich der mittlere Satz, den Maazel hier so ganz anders nimmt als die meisten Dirigenten (und wie er selbst in seiner Wiener Einspielung), nämlich recht zügig, nicht elegisch, sondern tänzerisch, ein bisschen – jetzt wird’s blumig – wie tanzende Elfen bei Mondschein.

:hello
Solitaire (08.04.2010, 11:21):
Okay, hier meine drei DVDs zu denen ich gerne bekehren würde:



Es gibt schändlich wenige Filmdokumente die Callas auf der Bühne zeigen, dies hier ist eines davon: Callas 1958 bei einem Galaabend in Paris. Im ersten Teil hat sie Arien und Opernszenen gesungen (u.a. das "Miserere" aus "Il Trovatore" womit sie Schreihälse wie Eva Marton für alle Zeiten auf die Plätze verweist :ignore). Im zweiten Teil singt und spielt sie den 2. Tosca-Akt. Als Scarpia gibt sich Tito Gobbi die Ehre, sodaß zumindest ein längeres Dokumente dieser wunderbaren Bühnenpartnerschaft für alle Zeiten erhalten geblieben ist.


Hier tue ich es Severina nach, auch ich denke, daß man diese grandiose Aufführung gesehen haben MUSS.



"Le nozze di Figaro" mit Erwin Schrott in der Titelrolle. Es mag nicht DER Jashrhundert-Figaro sein, aber ich mag die Inszenierung sehr, sie ist voller Witz und Spielfreude, Erwin Schrott ist kein Cesare Siepi, singt aber sehr gut, spielt zum Entzücken und geht m.E. wundervoll und sehr natürlich mit den Rezitativen um.
Mit Dorothea Röschmann, Miah Persson und Gerald Finley sind auch hdie übrigen Rollen klasse besetzt. Der amüsanteste (und stellenweise sehr poetische) Figaro den ich je gesehen habe.
Severina (08.04.2010, 11:42):
Liebe Solitaire,
Du wirst lachen, aber diese Nozze stand auch in meiner engeren Wahl! Denn obwohl ich bei Gott kein Schrottfan bin - schon gar nicht nach seinem grottigen Giovanni im ThadW - finde ich ihn als Figaro wirklich gut, und zwar nicht nur auf dieser DVD, sondern auch auf der aus Zürich, wo er in der modernen Bechtolf-Inszenierung natürlichen einen ganz anderen, aber nicht minder stimmigen Typ verkörpert. (Auch die restliche Züricher Besetzung ist großartig, by the way)
lg Severina :hello
Ingrid (10.04.2010, 15:21):
Liebe Severina,

durch Schrotts Don Josès war ich auch nicht unbedingt ein Fan von ihm, aber nach Figaro und Don Giovanni in München hat er mich doch sehr mit seiner Stimme und seinem Spiel versöhnt. In beiden Rollen war er samtweich und sehr verführerisch, aber auch schelmisch, frech und draufgängerisch. Leider konnte ich ihn, aus Krankheitsgründen, am Donnerstag nicht im Opernclub bei einem Interview erleben. Da wäre ich seinem Charme wahrscheinlich endgültig erlegen :D

:hello Ingrid
abendroth (27.11.2012, 09:00):
Natürlich will ich missionieren - auch wenn ich weiss, dass man damit in der Regel keinen Erfolg hat.

- Anton Bruckner, Symphonie Nr. 9, Hermann Abendroth, Leipziger Radio Sinfonieorchester (1951)
"Ein bis zur Weissglut erhitztes Orchester, das sich ständig am Rande des Abgrunds bewegt" - so aus dem Gedächtnis zitiert "Le Monde de la Musique"

- Brahms Viola - Max Rysanov (Doppel CD mit den Violaversionen der opera 120 und 114, sowie Transkriptionen des Horntrios und der ersten Violinsonate.
Die schönsten und berührendsten Brahmsaufnahmen, die ich je gehört habe.

- Mozart: Cosi fan tutte, John Elliot Gardiner (2 DVD)
Ein restloses Vergnügen für Auge und Ohr!

Und dann natürlich noch .........

freundliche grüsse
Abendroth
Viola (27.11.2012, 09:46):
?(
Heike (27.11.2012, 13:25):
Ich hebe die Beschränkung auf 3 CDs auf - jeder darf so oft und so intensiv für seine Lieblings-CDs werben, wie er mag.
Ingrid (27.11.2012, 14:33):
Original von Ingrid
durch Schrotts Don Josès war ich auch nicht unbedingt ein Fan von ihm,


Oh oh, las gerade meinen "Schrott" und wandele deshalb den Don José endlich in Escamillo um, aber das habt Ihr Euch ja sicher eh schon gedacht, dass ich die Rolle meinte. Als Don José ist mir eindeutig ein ganz bestimmter Tenor lieber :wink

:hello Ingrid
Fairy Queen (27.11.2012, 17:42):
Das ist eine schöne Thread-Idee, die zu unendlichen Geschichten einlädt, denn ich habe sehr viele Lieblings-Cds. Ich fange mal mit einer der jüngst gehörten an, die mich in Entzücken versetzt hat und die ich wie so viele Andere, Peter Brixius verdanke.




Arianna Savall muss die besten Gene ihrer beiden Eltern mitbekommen haben, sie hat die wunderschône Stimme der Mutter und den musikalischen Erfindungsreichtum des Vaters und das richtige Händchen für die besten musikalsichen Partner von Beiden. Auch Verächter alter Musik sollten es damit mal probieren (Hörproben gibts bei Amazon)- zum Abheben! Es ist sehr schwierig diese Musik richtig einzuordnen, eine Mischung aus alter Musik und Weltmusik aber mit exquisitem Stilgefûhl :engel
F.Q.
Hörbert (27.11.2012, 18:01):
Hallo!

Eigentlich sind mir Missionierungsversuche zuwieder, -jeder sollte das hören was ihm halt gefällt-, aber gute Tipps gebe ich schon gerne mal ab.

1) Max Reger: Klaviertrio Op. 102.

Jecklin Disco 604-2 Christine Ragaz/Violine
Regula Häusler/Cello
John Buttrick/Klavier

Keine andere Interpretation von Max Regers Klaviertrio hat mich so aufhorchen lassen, die drei Musiker transportieren die ungeheueren inneren Spannungen des Riesenwerkes in kongenialer Weise, hier begreift man wieso Reger als von Paul Hindemith als "der letzte Riese" bezeichnet wurde.

2)Allan Pettersson: Symphonie Nr.6

cpo 999 124-2 Manfred Trojahn/ DSO-Berlin

Das Werk ist ein gewaltiger Torso, mächtige düstere Klangballungen schieben sich ineinander, durchdringen sich, zersplittern aneinander ohne das es je zu einer Entladung kommt. Neben der 13. Petterssons gewaltigstes Werk.

3) Luigi Nono: Das atmende Klarsein.

hänssler Classic CD 93.022

Rupert Huber/Eva Furrer/SWR Vokalensemble Stuttgart

Eines der postseriellen Werke Luigi Nonos für Chor, Flöte und Live Elektronik. Die Abschnitte mit den massive Chorblöcke werden der elektronisch verstärkten Soloflöte gegenübergestellt. Eine zwar alles andere als gefällige Mussik die gerade deswegen tief berühren kann.

Diese drei Werke entsprechen keinesfalls dem Mainstreamgeschmack, leider geben die Musikschnipsel bei jpc keinen gültigen Eindruck der Werke wieder. Mal sehen ob diese Musik jemandem gefällt.

MFG Günther
jünter (27.11.2012, 18:39):
Puh, einigermaßen spontan gar nicht so einfach.

Ich bleibe mal bei den ursprünglichen 3 Vorschlägen:

Ich weiss dass gerade die Pastorale von nicht wenigen Beethoven-Fans ein wenig (oder auch mehr) verschmäht wird. Trotzdem empfehle ich diese überirdisch schöne Aufnahme überirdisch schöner Musik:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028944743326.jpg


Natürlich darf mein allerliebster Lieblingskomponist nicht fehlen:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028944559521.jpg

Von meinen 6 Aufnahmen des VK ist mir diese die liebste. Im dritten Satz geht es - ganz entgegen dem Bernstein-Stil zu dieser Zeit mit den WPh - richtig feurig zur Sache.


Und diese CD mit Schuberts wunderbarem Streichquintett ist für mich in ihrer schlichten Schönheit unübertroffen:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0724356689022.jpg
Fairy Queen (28.11.2012, 07:23):
Hier kommt gleich die nâchste Lieblings-Cd, die in ihrem Genre unerreicht ist. Die junge Natalie Dessay mit Mozart Konzert-Arien. Diese sehr virtuosen und höchst anspruchsvollen Arien, die Mozart als Bravourstücke den besten Sängerinnnen seiner Epoche in die geläufigen Gurgeln komponierte sind keine Zirkusnummern sondern mo-zärtliche Musik im besten Sinne. Natalie Dessay gibt ihnen mit ihrer unverwechselbaren Stimme die zu Zeiten der Aufnahme noch vollkommen unverbracht war einen Charme, eine Wärme und eine Tiefe, die ich sonst nirgends gehört habe. Die Leichtigkeit, mit der sie diese für "normale Soprane" unsingbaren Stücke interpretiert, ist unglaublich :down :down :down
. Für mich hat sie sich mit dieser CD in die Gesangsgeschichte eingeschrieben. Mozart wäre gewuss enchanté und hätte vielleicht sogar Aloysie Weber dafür abgeschrieben..... :D



F.Q., die allen Klassikfreunden in nah und fern einen schônen Tag wünscht
Viola (28.11.2012, 12:15):
Liebe Fairy Queen - :D - das klingt überzeugend, die Sache mit Aloisa. Wird auf den Weihnachtswunschzettel notiert, wollte diese Sängerin ohnehin immer schon mal näher kennenlernen. Bis dato habe ich Gruberova und Bartoli mit diesen Arien, unzufrieden bin ich nicht ;-)

Dann kommen auf den Zettel: der Bruckner mit dem zweiten Furtwängler, der nie gehörte Brahms. Die Sokolov-Box stand dort schon - auf diesen Pianisten bin ich besonders gespannt. Scarlatti klingt auch interessant. Danke allen Missionaren!

Leider ohne Foto, aber die meine (Mission):
Beethoven, Christus am Ölberg, Helmut Koch (ein auch etwas versunkener Dirigent, seine Haydnsche Schöpfung find ich exzellent!!), die Solisten u.a.: Geszty, Reti. Es singt der Berliner Rundfunkchor, einmalig schön, wie meist.

Ich höre diese CD immer dann, wenn ich besonders Trost brauche. Ich habe keine zweite so bewegend natürliche Oratoriumsaufzeichnung in meinem Schrank. Vor allem tröstet J. Reti - ich liebe dessen Stimme sehr. Leider hat er so verdammt wenig Aufzeichnungen hinterlassen.
Viola (28.11.2012, 13:39):
Schiebe gleich ein weiteres Lieblingsstück nach - wieder über's Sterben (passt in diese Jahreszeit), wieder ohne Cover-Foto (krieg das noch nicht hin):

Schubert, unbedingt!!, ein Schwesterwerk des Hirten auf dem Felsen:
Auf dem Strom, D 943
Aus seinem letzten Lebensjahr, berührend vor allem das Horn in der Einspielung des Wiener-Ph.-Solohornisten Wolfgang Tomboeck (am Klavier: Madoka Inui, Sopran: Genia Kühmeier)
Die CD heißt: The Art of the Vienna Horn, ist erschienen bei Naxos, mit einem herrlichen Begleittext des Hornisten übrigens, zum Staunen ("Wer ist dieser Beethover?" - ein Rezensent bei der Premiere seiner Hornsonate, bei der er selbst am Flügel saß) und Schmunzeln!!

Kurzes Zitat:
"Wir haben nie begriffen, weshalb Auf dem Strom stets so hysterisch interpretiert wird: In unserer Lesart ist das ein Lied zwischen Traum und Tod. Die Klavierstimme malt ein dunkles, gefährlich verlockendes Gewässer, das Horn kann alle seine Farben als Sehnsuchtsinstrument einsetzen. Ein Stück Sterben in Schönheit, sehr österreichisch."
Fairy Queen (02.12.2012, 11:54):
Liebe Viola, ich kenne "Auf dem Strom" serh gut und finde ebenfalls dass das ien viel zu selten aufgeführtes und zu unbekanntes (Mammut)-Lied ist. Was aber auch an der enormen Schwierigkeit für den Sänger/ die Sängerin liegen kann. Das ist Hochleistungssport, immer auf höchster Spannungsstufe und das über fast 10 Minuten. Ian Bostridge und Barbara Hendricks, die ich live beide wirklich enttâuschend fand, singen das auf Cd sehr gut, Bostridge für meinen Geschmack noch schöner.

Hier noch eine meiner Favoriten, wir bleiben bei Schubert;



Eine meiner Cds für die Insel, mit hohem Suchtfaktor. Radu Lupu lässt die Impromptus singen - das sind Lieder ohne Worte wie so viele von Schuberts Instrumentalwerken.

F.Q.
jünter (02.12.2012, 12:34):
Original von Fairy Queen

Hier noch eine meiner Favoriten, wir bleiben bei Schubert;



Eine meiner Cds für die Insel, mit hohem Suchtfaktor. Radu Lupu lässt die Impromptus singen - das sind Lieder ohne Worte wie so viele von Schuberts Instrumentalwerken.

F.Q.

Da stimme ich gerne und vorbehaltlos zu!

Das Coverfoto ist ebenso sehenswert - sagen wir mal: etwas "unvorteilhaft..." :D
Fairy Queen (02.12.2012, 16:49):
Was das Cover angeht: ja, lieber Jünter, man fragt sich manchmal wirklich wer das zu verantworten hat...... :D
Radu Lupu ist überhaupt ein Pianist der Extraklasse, man kann da eigentlich ncihts falsch machen. Aber diese Schubert-Impromptus mit einer solchen Kantabilität und Sanftmut und Melancholie- das ist nur noch zum Hinschmelzen! :engel
Florestan (09.06.2013, 14:43):
Hallo zusammen

Ich halte eigentlich auch nicht viel vom missionieren. Daher hier meine ganz und gar subjektiven Empfehlungen:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/615wpGSKnKL._SY355_.jpg

Kurz nach der Veröffentlichung dieser CD habe ich das Werk unter Gardiner live in Salzburg gehört. Es war ein prägendes Erlebnis. Diese Musik verkörpert mein Ideal von Beethoven, und von geistlicher Musik überhaupt.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51d9flEHIrL._SL500_AA240_.jpg

Unter den unzähligen Aufnahmen der h-moll Sonate die beste welche ich kenne. Auch wenn es mindestens noch 6 Aufnahmen gibt, die ich durchaus gleichwertig finde, verkörpert diese am meisten meine Vorstellung der Sonate.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51NZKjjptZL._AA160_.jpg

Hier fällt es mir schwer unter den verfügbaren Versionen mit Kleiber eine Auswahl zu treffen. Insgesamt gefällt mir aber die aus Wien am besten. Kleiber hat sein Leben lang diese Oper dirigiert, und er kannte sie so gut wie kein anderer. Er fühlte sich immer im Schatten seines Vaters. Hier ist er aus ihm herausgetreten, der "Kleiber ohne Schatten" gewissermassen.
Ich liebe diese Oper vor allen anderen, und bin bei jeder Aufführung aufs neue angerührt.

LG Florestan
palestrina (10.06.2013, 22:18):
Ich möchte ÙBERZEUGEN mit den folgenden 4 !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4011790603322.jpg

Die alles überragende Einspielung des Tristan !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947707721.jpg

Das gleiche gilt für die Traviata !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4011790600123.jpg

Wer kann das besser , vom ersten hören an bis heute voll überzeugt !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5050466100023.jpg

Und THE FIRST RECORDING von Maria Callas , allein schon wegen der Arie aus den Puritanern
" O, rendetemi la speme " . Absolutes Gänsehaut Gefühl !!!!!

LG palestrina
miclibs (10.06.2013, 22:48):
https://www.jpc.de/image/w600/front/0/9120010280016.jpg
Andersens Märchen, um eine Gesellschaft, die ein Kind verhungern lässt.
Lachenmanns musikalische Interpretation der Kälte und Herzlosigkeit dieser
Gesellschaft, macht mich nachdenklich, wenn ich an die Gesellschaft denke,
in der ich lebe.
Die Musik ist kein Wohlklang der einlullt, sondern kratzen, schaben,
Strukturklang eben, der mich nicht aus seiner Aura entlässt.