Mozarts Exultate, jubilate

ab (11.12.2007, 21:27):
Wolfgang Amadeus Mozarts Exsultate, jubilate (KV 165) (in der Originalhandschrift "Exultate, jubilate") ist eine lateinische Motette für Sopran und Orchester. Mozart komponierte das viersätzige Werk während seiner letzten Italienreise im Januar 1773 in Mailand. Das Werk wurde durch den dortigen "Primo Uomo" in Mozarts Oper Lucio Silla, den Kastraten Rauzzini uraufgeführt. Neben dem originalen, marianischen Text, existiert eine Salzburger Fassung aus dem Jahr 1779, in der Alternativtexte zum Trinitatisfest und zu Weihnachten vorgesehen sind. Die Salzburger Fassung (KV6 158a), die erst 1979 wieder entdeckt wurde, unterscheidet sich weiterhin durch die Verwendung von Flöten statt Oboen.

Dieses Werk, das ich bloß in einer mir gar nicht gefallenden Aufnahme mit Nikolaus Harnoncourt (Teldec) kannte, hörte ich mir anlässlich der Bitte um eine Empfehlung in verschiedenen Interpretationen überflugsartig an. Die folgenden Anmerkungen sind also aus einem kurzen Eindruck entstanden und sind nicht Resultat einer intensivern Auseinandersetzung.

Am besten hat mir die atmende Interpretation von Barbara Bonney mit Trevor Pinnock (den ich sonst nicht so mag) gefallen (Archiv), gefolgt von der uralten mit Stader und Fricsy (der mir bei Mozart immer gefällt) (DGG). Selbst die opernhafte quasi späte-70er-jahremäßige von Kathleen Battle aus den 80ern mit dem Klangzugang von André Previn (EMI) hat mir mehr zugesagt als die viel gerühmte von Carolyn Sampson mit Robert King (Hyperion), mit deren seltsamen - mir unnatürlich anmutenden - Linien. Sampson hat aber eine wunderbare Stimme, eine superbe Technik, zweifellos die beste, die ich bei diesem Werk gehört haben. Äußerst interessant fand ich noch den außergewöhnlichen Gestaltungsreichtum von Ruth Zisak mit La Statione unter Schneider (HMD), die das ganz vom Barock herkommend angehen; sie ist mir halt zu wenig ausdrucksstark, ihre Stimme zu blutleer und mir alles zu wenig mozärtlich.

Nicht erwähnenswert fand ich Felicity Lott mit Glovers (ASV) oder die Aufnahme mit Marriner (Philips). Voll daneben fand ich eigentlich nur mit der Cecilia Bartoli und ganz schrecklich ihr ungarischer Dirigent György Fischer (Decca).

Was empfehlt ihr mir?
nikolaus (11.12.2007, 21:36):
Christine Schäfer!?

Ich habe ein Konzert aus der Dresdner Frauenkirche in Erinnerung, das im Fernsehen übertragen wurde. Sie war "Einspringerin" für - ich glaube - Cecilia Bartoli :D
Ihr Auftitt hat mich sehr beeindruckt, jetzt gibt es dieses Konzert auch auf CD/DVD

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/8904289.jpg

Mit dabei (off-topic) ist Simon Keenlyside, den ich auch sehr schätze.

Nikolaus.
Mime (12.12.2007, 19:54):
Meine bevorzugte Aufnahme ist die alte DG mit Maria Stader. :down
Da können sich die jungen Sängerinnen allesamt eine Scheibe von abschneiden.
ab (11.12.2007, 21:27):
Wolfgang Amadeus Mozarts Exsultate, jubilate (KV 165) (in der Originalhandschrift "Exultate, jubilate") ist eine lateinische Motette für Sopran und Orchester. Mozart komponierte das viersätzige Werk während seiner letzten Italienreise im Januar 1773 in Mailand. Das Werk wurde durch den dortigen "Primo Uomo" in Mozarts Oper Lucio Silla, den Kastraten Rauzzini uraufgeführt. Neben dem originalen, marianischen Text, existiert eine Salzburger Fassung aus dem Jahr 1779, in der Alternativtexte zum Trinitatisfest und zu Weihnachten vorgesehen sind. Die Salzburger Fassung (KV6 158a), die erst 1979 wieder entdeckt wurde, unterscheidet sich weiterhin durch die Verwendung von Flöten statt Oboen.

Dieses Werk, das ich bloß in einer mir gar nicht gefallenden Aufnahme mit Nikolaus Harnoncourt (Teldec) kannte, hörte ich mir anlässlich der Bitte um eine Empfehlung in verschiedenen Interpretationen überflugsartig an. Die folgenden Anmerkungen sind also aus einem kurzen Eindruck entstanden und sind nicht Resultat einer intensivern Auseinandersetzung.

Am besten hat mir die atmende Interpretation von Barbara Bonney mit Trevor Pinnock (den ich sonst nicht so mag) gefallen (Archiv), gefolgt von der uralten mit Stader und Fricsy (der mir bei Mozart immer gefällt) (DGG). Selbst die opernhafte quasi späte-70er-jahremäßige von Kathleen Battle aus den 80ern mit dem Klangzugang von André Previn (EMI) hat mir mehr zugesagt als die viel gerühmte von Carolyn Sampson mit Robert King (Hyperion), mit deren seltsamen - mir unnatürlich anmutenden - Linien. Sampson hat aber eine wunderbare Stimme, eine superbe Technik, zweifellos die beste, die ich bei diesem Werk gehört haben. Äußerst interessant fand ich noch den außergewöhnlichen Gestaltungsreichtum von Ruth Zisak mit La Statione unter Schneider (HMD), die das ganz vom Barock herkommend angehen; sie ist mir halt zu wenig ausdrucksstark, ihre Stimme zu blutleer und mir alles zu wenig mozärtlich.

Nicht erwähnenswert fand ich Felicity Lott mit Glovers (ASV) oder die Aufnahme mit Marriner (Philips). Voll daneben fand ich eigentlich nur mit der Cecilia Bartoli und ganz schrecklich ihr ungarischer Dirigent György Fischer (Decca).

Was empfehlt ihr mir?
nikolaus (11.12.2007, 21:36):
Christine Schäfer!?

Ich habe ein Konzert aus der Dresdner Frauenkirche in Erinnerung, das im Fernsehen übertragen wurde. Sie war "Einspringerin" für - ich glaube - Cecilia Bartoli :D
Ihr Auftitt hat mich sehr beeindruckt, jetzt gibt es dieses Konzert auch auf CD/DVD

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/8904289.jpg

Mit dabei (off-topic) ist Simon Keenlyside, den ich auch sehr schätze.

Nikolaus.
Mime (12.12.2007, 19:54):
Meine bevorzugte Aufnahme ist die alte DG mit Maria Stader. :down
Da können sich die jungen Sängerinnen allesamt eine Scheibe von abschneiden.
ab (14.02.2008, 15:17):
Zwar alles andere als perfekt, aber dafür eine geradlinig musikalisch ehrliche und insbesondere vom Ausdruck sehr erfeuende Interpretation - im Stile à la frühe 70er - ist mir nun noch in die Hände gefallen: Gabrielle Fuchs mit der Camarata Academica Salzburg unter Ernst Hinreiner. (Keine Ahnung, wann sie entstanden ist.) Sie ist bei mehreren Billig-Labels greifbar. Klanglich wenig erfreulich
Carola (31.07.2008, 14:33):
Original von ab

Neben dem originalen, marianischen Text, existiert eine Salzburger Fassung aus dem Jahr 1779, in der Alternativtexte zum Trinitatisfest und zu Weihnachten vorgesehen sind. Die Salzburger Fassung (KV6 158a), die erst 1979 wieder entdeckt wurde, unterscheidet sich weiterhin durch die Verwendung von Flöten statt Oboen.



Diese Salzburger Fassung (mit einem trinitarischen Text) ist 1984 von Emma Kirkby zusammen mit "The Academy of Ancient Music" unter Leitung von Christopher Hogwood aufgenommen worden.

Ich kenne sie von dieser Sammel-CD:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41SG67SV6DL._SL500_AA240_.jpg

Die Aufnahme gefällt mir sehr, schön leichtfüßig und klar gesungen.

Gruß, Carola
Sarastro (04.11.2008, 22:32):
Mozarts Exsultate, jubilate spricht mich mir in seiner jugendlichen Frische sehr an. Das typische absteigende Motiv im abschließenden Allegro (Takt 33ff.) findet sich ähnlich - im Charakter aber völlig verschieden - im bekannten Variationssatz von Haydns Kaiserquartett.
Ich habe zwei Aufnahmen davon, die oben nicht genannt wurden, mir aber beide recht gut gefallen, einmal eine LP mit Ingeborg Hallstein und dem Münchner Runfunkorchester unter Kurt Eichhorn, und dann diese hier mit Judith Blegen und dem Mozart Festival Orchestra unter Pinchas Zukerman (das Cover läßt nicht erkennen, daß neben dem Requiem auch KV 165 drauf ist) :

http://i17.ebayimg.com/01/i/001/18/37/4178_1.JPG


Hier ein Link zu einer Kritik der letztgenannten Aufnahme (das Cover ist dort ein anderes),

Schöne Grüße,
Sarastro