cellodil (23.01.2010, 09:13): Original von Agravain Original von Cetay Also wenn du mitten im Adagio nebenher hier schreiben kannst, dann kann das eine vielleicht nicht uninteressante aber keinefalls eine sehr gute Aufnahme sein. (...)
Das ist zwar ein möglicher Schluss, aber kein richtiger, und zwar a) weil ich die Aufnahme schon häufig ganz in Ruhe (d.h. mindestens in zwei Durchläufen - ohne und dann mit Partitur) gehört habe und b) weil ich in (fast) jeder lebenslage schreiben kann. Man(n) ist schließlich "multitaskingfähig". :leb (...)
Ich nehme diese Zitate aus dem Was höre ich gerade jetzt-Thread zum Anlass, hier eine Diskussion zu eröffnen, weil mich dieses Thema schon länger beschäftigt. Ich frage mich immer wieder, woran das liegen könnte, dass ich manche Werke und Interpretationen bei (hirnlastigen) Arbeiten hören kann, dass ich bei manchen sogar den Eindruck habe, dass sie mich bei der Arbeit unterstützen, andere eher nicht. Zu einer richtig schlüssigen Antwort bin ich bislang allerdings nicht gekommen...
Bei mir funktioniert das zwar insgesamt auch ganz gut mit Arbeit und Musikhören. Aber nicht mit jeder Musik. Wobei ich nicht glaube, dass das unbedingt ein Qualitätskriterium für jeweilige Interpretation ist.
Bei mir hat das eher mit den Kompositionen und der Instrumentierung zu tun. Klavierwerke kann ich tendenziell ganz gut nebenbei hören (auch in großartigen Einspielungen, denen ich auch gerne meine ganze Aufmerksamkeit schenke). Gesungenes eher nicht (Ausnahme zum Beispiel die unlängst erworbenen Händel-Arien). Und auch Cellomusik (mit einigen Ausnahmen) zieht eher die Aufmerksamkeit auf sich. Aber nicht jede. Was gar nicht geht, das sind Werke, die an denen ich mich selbst mal versucht habe (das sind ja zum Glück nicht so viele :D ). Meinen geliebten Bach kann ich prima (zumindest auf dem Klavier) zum Arbeiten hören (die Solo-Cellosuiten allerdings gar nicht), der hilft mir sogar dabei, meine Gedanken zu strukturieren. Barockes und Älteres geht tendeziell gut. Früher Mozart auch und Haydn. Die nicht so sehr geliebten Romantiker lenken mich hingegen eher ab. Andererseits ist das auch von der Tagesform abhängig. An manchen Tagen gehen zum Beispiel die Beethoven-Quartette und sogar Orchestrales, an anderen nicht.
Wie ist das bei Euch? Und was glaubt ihr, woran das liegen könnte? ?(
Liebe Grüße
Sabine
Gerion (23.01.2010, 10:41): Liebe Sabine,
ein sehr interessantes Thema, das Du da angestoßen hast. Irgendwo ist es einmal angesprochen worden, aber nirgends vertieft.
Mir geht es ähnlich wie Dir. Vieles kann ich nebenbei hören, oftmals Klavieraufnahmen oder auch Orgelmusik. Auch Modernes, z.B. erwäge ich gerade den Kauf von Cages "Organ2/ASlAP" als "Musik zum Arbeiten". Manches geht aber absolut gar nicht, und insgesamt "das Meiste nur manchmal". Bach/Klavier geht in den meisten Fällen. Bei mir ist die Hemmschwelle zum Musik-Anschalten jedoch auch eher hoch, ich höre also nicht grundsätzlich neben der Arbeit Musik. Oft schalte ich sie dann nur kurz an und sofort wieder aus.
Über Kopfhörer könnte ich übrigens gar nicht hören, das wäre viel zu direkt, da könnte ich nicht "weghören".
Ich glaube, das alles liegt daran, dass wir nicht wirklich weghören können. Wenn wir etwas hören, das uns in eine positiv-ruhig-gelassene Stimmung versetzt, können wir das für die Arbeit nutzen. Aufwühlendes oder konzentrationsbehaftetes können wir dann nicht hören. Vielleicht kannst Du deswegen keine Cellomusik hören, Sabine.
Ich möchte die Thematik noch um einen Punkt erweitern: Wie steht es denn bei Euch mit der Akzeptanz von Musik am Arbeitsplatz? Dabei meine ich nicht direkte "Störwirkungen" - ich gehe davon aus, dass wir alle nur dann bzw. nur so Musik am Arbeitsplatz hören, dass wir andere nicht stören. Aber: Wie reagieren denn die "lieben Kollegen", wenn Sie Musik bei Euch hören, wenn sie zB ins Büro kommen? Ich habe zum Glück bislang nur positive Erfahrungen gemacht, habe aber auch schon Anderes gehört...
Grüße Gerion
Fairy Queen (23.01.2010, 13:23): Liebe Sabine, bei diesem Thema könnte man alle Erkenntnisse über die psychologischen Wirkungen von Musik einbringen- vom Mozart-Effekt angefangen. Vieleleciht kommen wir nach und nach ein bisshcen dahin, aber erstmal beantworte ich nur Deine Frage: ich kann bei der Hausarbeit und bei allen mechanischen Arbeiten ohne intellektuelle Beanspruchung sehr gut Musik hören. Je mechanischer und simpler Arbeit ist, desto komplizierter darf die Musik sein. Kunstlied beim Kartoffelschälen geht, Kunstlied beim wirklichen Kochen geht schon nciht mehr, da geht nur noch Instrumentales.Bei unangenehmen arbeiten wie Putzen muss die Musik serh beschwingt sein und gute Laune verbreiten. Barock ist da immer iene gute Wahl oder auch Nicht-Klasssiches z.B. Cesare siepi mit Cole Porter :down oder Dawn Upshaw mit Sondheim und Gershwin. :down Das macht auch die ödesten Arbeiten erträglich! Bei geistiger Arbeit höre ich keine Musik, aber vorher und nachher umso lieber.
Es handelt sich bei mir sowohl um eine Frage der Aufmerksamkeit als auch der Motivierungsqualität, welche Musik ich beim Arbieten hören kann und will.
Dass Du keine Dinge hören kannst, die Deine Aufmerksamkeit beanspruchen, wie etwas Gesungens(Text plus Musik ist doppeltye aufmerksamkeit!) oder Dinge die Du selbst gespielt hast(weil Du Dich da auf jede Note konzentrierst) leuchtet mir als vollkommen logisch ein.
Euphonia
Mime (23.01.2010, 16:06): Als angenehm bei der Arbeit empfinde ich, eine Haydn- oder Mozart-Sinfonie zu hören. Die Musik berührt meine Seele und trotzdem kann ich mich auf mein Tun konzentrieren.
Ob ein Zusammenhang zur besseren Ergiebigkeit von Milchkühen beim Beschallen mit "harmonischen Klängen" besteht, weiss ich allerdings nicht.
Aufklärung thut Noth :D
Heike (24.01.2010, 12:55): Ich kann mich hier absolut Euphonia anschließen, exakt genauso geht es mir auch.
Ich möchte die Thematik noch um einen Punkt erweitern: Wie steht es denn bei Euch mit der Akzeptanz von Musik am Arbeitsplatz?
Wir 5 Kollegen haben (neben individuellen Arbeitsräumen) ein gemeinsames Büro und Pausenraum. Nur dort können wir Musik hören (logisch, weil man während einer Behandlung keine Musik anmacht). Das ist in den Pausen immer interessant, denn alle anderen hören normalerweise wenig bis keine Klassik. Bisher klappt es sehr gut, wir schalten jeder jeweils das ein, was wir mögen (also wenn ich zuerst da bin läuft eben Klassik, sonst anderes). Die Musik ist normalerweise ganz leise, denn sonst stört es uns alle enorm, wenn während der Unterhaltungen zimmerlaute Musik an ist. Ich finde, dann kann man auf Dauer kein Gespräch führen. Außerdem stellen wir Musik immer kurz stumm, wenn ein Telefonat reinkommt. Heike
cellodil (24.01.2010, 15:33): Original von Mime Die Musik berührt meine Seele und trotzdem kann ich mich auf mein Tun konzentrieren.
Schön gesagt!
Das bringt es vielleicht auch auf den Punkt, eine Musik, die einen berührt (und vielleicht auch stützt) und zugleich genügend Raum für Konzentration auf etwas anderes lässt.
Original von Mime Ob ein Zusammenhang zur besseren Ergiebigkeit von Milchkühen beim Beschallen mit "harmonischen Klängen" besteht, weiss ich allerdings nicht.
:rofl
Ja, ja der berühmte "Mozart-Effekt" mit dem sich alles und gar nix erklären lässt...
Original von Gerion Mir geht es ähnlich wie Dir. Vieles kann ich nebenbei hören, oftmals Klavieraufnahmen oder auch Orgelmusik. Auch Modernes, z.B. erwäge ich gerade den Kauf von Cages "Organ2/ASlAP" als "Musik zum Arbeiten". Manches geht aber absolut gar nicht, und insgesamt "das Meiste nur manchmal". Bach/Klavier geht in den meisten Fällen. Bei mir ist die Hemmschwelle zum Musik-Anschalten jedoch auch eher hoch, ich höre also nicht grundsätzlich neben der Arbeit Musik. Oft schalte ich sie dann nur kurz an und sofort wieder aus.
Stimmt, Zeitgenössisches geht bei mir auch ganz gut nebenbei - jedenfalls, wenn es eher ins Meditative geht und in der Instrumentierung reduziert ist, wie zum Beispiel John Taveners Protecting Veil oder auch Phil Glass oder Torsten Senses Requiem für Kurt, Cage könnte ich mir auch gut vorstellen, höre ich aber sehr, sehr selten.
Original von Gerion Über Kopfhörer könnte ich übrigens gar nicht hören, das wäre viel zu direkt, da könnte ich nicht "weghören".
Über Kopfhörer höre ich nur in ganz speziellen Arbeitssituationen Musik (wenn ich im Zug oder im Freibad etwas lese), aber dann ist das eher, um die anderen Umgebungsgeräusche abzudämpfen und auch eher leise. Ansonsten könnte ich mir das auch nicht vorstellen.
Original von Gerion Ich glaube, das alles liegt daran, dass wir nicht wirklich weghören können. Wenn wir etwas hören, das uns in eine positiv-ruhig-gelassene Stimmung versetzt, können wir das für die Arbeit nutzen. Aufwühlendes oder konzentrationsbehaftetes können wir dann nicht hören. Vielleicht kannst Du deswegen keine Cellomusik hören, Sabine.
Ja, das trifft es. Und Cello versetzt mich zwar in eine Stimmung kompletten Wohlbefindens, aber da ist bei den vielen Stücken meine Neugier (wie spielt der das? wie macht der das?) zu groß, als dass ich das nebenbei hören könnte. Das ist aber auch ein bisschen von meiner Befindlichkeit insgesamt abhängig, manchmal geht das auch... Und einige Cello-CDs kann ich wunderbar beim Schreiben hören, das sind dann aber meistens Kompositionen, die ich beim Nur-Hören eher etwas - naja - langweilig finde.
Original von Gerion Ich möchte die Thematik noch um einen Punkt erweitern: Wie steht es denn bei Euch mit der Akzeptanz von Musik am Arbeitsplatz?
Gut, dass Du das ansprichst. Ich hatte das wohl vergessen, weil das bei mir gar keine Rolle spielt, weil ich Musik nur höre, wenn ich alleine vor mich hinwurstle. Und bei Besprechungen und Telefonkonferenzen bietet sich das nicht so an, die Beschallung.
Original von Euphonia Bei geistiger Arbeit höre ich keine Musik, aber vorher und nachher umso lieber.
Original von Hebre Ich kann mich hier absolut Euphonia anschließen, exakt genauso geht es mir auch.
Interessant wäre dann ja vielleicht die Frage, wieso Ihr bei geistiger Arbeit gar keine Musik hört, ob Euch das stört oder Euch vielleicht noch gar nie in den Sinn gekommen ist.
Original von Euphonia Dass Du keine Dinge hören kannst, die Deine Aufmerksamkeit beanspruchen, wie etwas Gesungens(Text plus Musik ist doppeltye aufmerksamkeit!) (...) leuchtet mir als vollkommen logisch ein.
Naja. Mit der vollkommenen Logik und der Allgemeingültigkeit ist es so eine Sache. Es gibt, das hatte ich ja auch oben erwähnt, durchaus Gesungenes, was ich gut zum Arbeiten hören kann. Besagte Händel-Arien zum Beispiel (die ich, wenn ich gerade nicht arbeite, recht gerne mitsinge) oder auch die alten Engländer (zum Beispiel Barbara Bonney Fairest Isle) und manchmal (selten) auch ganze Opern.
Euch allen erst einmal :thanks für die Antworten und liebe Grüße
Sabine
Heike (24.01.2010, 15:40): Hallo, Interessant wäre dann ja vielleicht die Frage, wieso Ihr bei geistiger Arbeit gar keine Musik hört, ob Euch das stört oder Euch vielleicht noch gar nie in den Sinn gekommen ist. Bei mir ist es so, dass mich Musik zu sehr ablenkt. Ich brauche dann viel länger, um mit der Aufgabe fertig zu werden. Wobei ich unter "geistiger Arbeit" etwas verstehe, das einen gewissen kreativen Anspruch hat sowie wirklich anstrengenden Arbeitscharakter hat. Beim stupiden Kopfrechnen oder beim Forum-Schreiben kann ich sehr gut Musik hören! Heike
Fairy Queen (24.01.2010, 16:27): Liebe Sabine,ich kann nur eine anspruchsvolle Sache wirklich intensiv machen und meine Konzentration bei geistiger Arbeit nicht zweiteilen. Beispiel: Ich bin im Moment (und die kommenden Monate....) dabei, meine Diplomarbeit in Kunst Therapie zu schreiben und verbringe deshalb viel Zeit einsam am Computer oder Quellen lesend auf dem Sofa. Dabei Musik zu hören, wäre zwar wunderbar, ist aber leider unmöglich für mich, weil ich Geräuschkulisse und Musik aus Prinzip nciht gleichsetze und eine Musik wirklich hören will und nicht nur als Hintergrundgeräusch haben kann. Das geht ergo nur bei mechanischen und weniger anspruchsvollen Tätigkeiten zu verbinden, weil dann meine Konzentration der Musik so zugewendet werden kann, wie ich es dieser Kunst für würdig halte.
Leichte Muse kann ich eher nebenbei und unkonzentriert hören, wobei das kein Werturteil sondern eine rein subjektive Wahrnehmungsästhetik ist.
Euphonia
Severina (24.01.2010, 19:24): Mir geht es ähnlich wie Euphonia, bei einer "Hirnarbeit" empfinde ich Hintergrundmusik eher lästig, auch beim Lesen genieße ich die Stille um mich herum. Anders ist es bei Hausarbeit u.ä., da höre ich gerne Orchestermusik oder Sängerporträts, nie aber Oper oder gar Lieder, weil ich mich dabei immer im Libretto mitlese oder aber konzentriert auf den Text höre. Ein Schubertlied so nebenbei geht bei mir gar nicht! Meine "Frühstücksmusik" ist fast immer Rossini, weil der mich augenblicklich in gute Laune versetzt, was besonders an nebelig-grauen Wintermorgen bitter nötig ist. lg Severina :hello
Honoria Lucasta (25.01.2010, 10:49): Nebenbei kann ich Musik auch nicht wirklich hören - es hat nichts mit malngelnder multi-tasking-Fähigkeit zu tun, wenn man sich auf das eine oder andere konzentrieren möchte... Aber morgens im Büro, wenn ich durch die Zeitungen schaue (am PC), läuft immer etwas Orchestrales oder wenigstens Instrumentales - derzeit höre ich mich, streng in der Numerierungsreihenfolge von 001 bis 100, durch die Box "Meisterkonzerte", die es letzthin bei einem Krauterer für unschlagbare 49,90 € für 100 CDs gab. Bei dem Preis kann man erstens nichts falsch machen, zweitens kann man später noch einmal vertiefend hören und drittens lerne zumindest ich so auch Unbekanntes kennen: Bartóks Konzert für Orchester, SZ 116, vom Chicago Symphony Orchestra unter Fritz Reiner war eine echte und sehr positive Überraschung.
Grüße!
Honoria
cellodil (26.01.2010, 16:10): :hello Ihr Lieben,
jetzt hat sich hier ja noch die Gruppe bekennender Nicht-bei-der-Arbeit-Musikhörerinnen zu Wort gemeldet. Interessant fand ich, dass es sich hierbei vorwiegend um Frauen zu handeln scheint (wo die doch angeblich das multi-tasking-fähige Geschlecht sein sollen).
Dabei wurde - mit einem gewissen Recht - angeführt, dass man (oder in diesem Falle eher frau) bei geistiger Tätigkeit Musik ja gar nicht wirklich hören könne, dass Musik hierbei zu bloßer Geräuschkulisse degradiert würde. (Falls das etwas überspitzt formuliert sein sollte, so bitte ich an dieser Stelle schon mal vorab um Verzeihung)
Ganz bestimmt ist das Nebenbeihören etwas anderes als ein konzentriertes, bewusstes Zuhören (was vielleicht letztlich doch nur im Konzert wirklich möglich ist).
Trotzdem sträube ich mich gegen diese Einschätzungen. Denn hier wird impliziert (meiner Meinung nach), dass es im Prinzip egal ist, was man hört, sondern die Musik nur den Sinn hätte, etwas zu überlagern (seien es nun andere Geräusche, sei es die Stille). Ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Dass im Gegenteil der Musik beim Arbeiten (nicht immer, aber manchmal) durchaus auch eine Funktion zukommt, dass sie einem ein Wohlbefinden vermittelt, dass sie einem auch helfen kann, Struktur in die Gedanken zu bringen.
Liebe Grüße
Sabine
Gerion (26.01.2010, 17:54): Liebe Sabine,
Du hast sicher recht; tja, bei mir ist es wahrscheinlich so: Habe ich keine Lust zum Arbeiten oder stehe ich vor einer (mental) schwierigen Aufgabe, wird die Musik mich eher ablenken als motivieren. Fürchte ich.
Trotzdem - manchmal wirkt sie auch positiv, auch als Geräuschkulisse. Gerade setze ich sie ein, um das ummtata-ummtata meiner "lieben Nachbarn" wegzudämpfen. Es ist ja meist auch so, dass es immer irgendeine Geräuschkulisse gibt (gerade, wenn man in keiner professionellen Einzelbüroumgebung arbeitet, aber auch dort). Dann wähle ich öfters auch lieber die "versüßte" musikalisch angereicherte Geräuschkulisse.
Ich finde übrigens, dass die meiste Musik es aushalten kann, auch einmal nebenher gehört zu werden.
Achja, eigentlich müsste noch ein Thread "Klassikforum beim Arbeiten" her... :wink
Liebe Grüße, Gerion :hello
Heike (26.01.2010, 17:57): Hallo Gerion, Ich finde übrigens, dass die meiste Musik es aushalten kann, auch einmal nebenher gehört zu werden. Das möchte ich unbedingt unterschreiben! Ich höre Musik bei allem möglichem und bei weitem nicht immer aufmerksam. Heike
Fairy Queen (26.01.2010, 19:21): Original von Hebre ! Ich höre Musik bei allem möglichem und bei weitem nicht immer aufmerksam. Heike
Um Missverständnisse zu vermeiden: das tue ich auch , nur eben nicht bei geistiger Arbeit, auf die mich konzentrieren muss. Das hat nichts mit Mukti-Tasking, sondern in meinem Fall eher mit Multi-Thinking zu tun. Leider funktiioniert das bei mir nicht und ich wäre froh wenn es anders wäre, denn dann könnte ich im Leben mindestens doppelt soviel Musik kennenlernen. Euphonia
Gerion (26.01.2010, 19:24): Original von Euphonia Leider funktiioniert das bei mir nicht und ich wäre froh wenn es anders wäre, denn dann könnte ich im Leben mindestens doppelt soviel Musik kennenlernen. Euphonia
Das bringt mich zu einem weiteren Punkt: Hört Ihr eigentlich auch schon einmal neue, vorher unbekannte Musik zum erstem Mal beim Arbeiten (zB die CD, die man am Vortag gehört hat), oder nur Bekanntes und Ausgewähltes?
Gruß Gerion
cellodil (26.01.2010, 20:29): Original von Gerion Das bringt mich zu einem weiteren Punkt: Hört Ihr eigentlich auch schon einmal neue, vorher unbekannte Musik zum erstem Mal beim Arbeiten (zB die CD, die man am Vortag gehört hat), oder nur Bekanntes und Ausgewähltes?
Ja, ich höre schon auch unbekannte, neue CDs neben der Arbeit. Zumindest versuchsweise. Wenn sie mich zu sehr ablenken, dann wechsle ich sie wieder gegen "Bewährtes" aus und höre sie dann später an, wenn ich Muße habe (am besten in der Badewanne oder im Bett oder auch beim Kochen, wobei ich in der Küche eher Hörbücher bevorzuge :D ). Bei mir ist das auch sehr tagesformabhängig, was ich zum Arbeiten hören kann.
Liebe Grüße
Sabine
nikolaus (26.01.2010, 21:09): Hier mal ein paar Anmerkungen von mir:
Ich kann mich an ein Experiment erinnern, das wir in der Unterstufe im Musikunterricht durchgeführt haben: wir bekamen eine Menge einfacher Rechenaufgaben vorgelegt, die wir innerhalb einer bestimmten Zeit lösen mussten - einmal ohne und einmal mit Musik im Hintergrund (welche Art von Musik weiss ich nicht mehr). Alle ohne Ausnahme schnitten bei gleichzeitig laufender Musik schlechter ab (das äusserte sich bei mir, dass ich mehr Zeit brauchte).
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube schon, dass Musik bei ("geistiger") Arbeit ablenkt. Ob man dies nun "störend" oder "schlimm" empfindet oder nicht, bleibt wohl einem selbst überlassen.
Leider kann ich bei der Arbeit in der Klinik keine Musik hören, obwohl ich das manchmal gerne würde. Zuhause - das gebe ich ehrlich zu - vermeide ich allzu schwierige "geistige" Arbeit (bzw. drücke mich davor :ignore). Allerdings hilft mir Musik bei "handwerklicher" Arbeit wie z.B. Putzen http://www.smilies.4-user.de/include/Frech/smilie_frech_025.gif, da motiviert sie mich ungemein...
Und: ich finde es auch nicht schlimm, Musik auch mal "neben her" zu hören. Umso schöner ist es zu erfahren, welche Details man heraushört, wenn man sie "bewusst" hört...
Nikolaus.
cellodil (26.01.2010, 21:16): Original von nikolaus Ich kann mich an ein Experiment erinnern, das wir in der Unterstufe im Musikunterricht durchgeführt haben: wir bekamen eine Menge einfacher Rechenaufgaben vorgelegt, die wir innerhalb einer bestimmten Zeit lösen mussten - einmal ohne und einmal mit Musik im Hintergrund (welche Art von Musik weiss ich nicht mehr). Alle ohne Ausnahme schnitten bei gleichzeitig laufender Musik schlechter ab (das äusserte sich bei mir, dass ich mehr Zeit brauchte).
... das kann kein Bach gewesen sein. Mit dem rechnet es sich nämlich besser...
Grinsige Grüße
Sabine
Brangäne (27.01.2010, 19:54): ... weil stets sie mit Geräusch verbunden. Was natürlich nicht zu jeder Arbeit paßt.
Original von Euphonia
Leichte Muse kann ich eher nebenbei und unkonzentriert hören, wobei das kein Werturteil sondern eine rein subjektive Wahrnehmungsästhetik ist.
Euphonia
Radio Arabella? :D Oder welche Sender habt Ihr in Eurer Gegend?
Also bei mir ist es ähnlich: Manuelle Arbeiten, Hausarbeit und Autofahren - da kann ich fast alles dazu hören. Und möcht auch meist Musik dazu hören. Einfache geistig nicht fordernde Arbeiten (im Büro was ordnen, Aufträge einbuchen, Überweisungen tätigen, einfache Mails beantworten) - auch dabei ist die Musik kaum wegzudenken. Aber auch eher angenehm zu hörende Klassik oder "leichte Muse" aber auch mal Classic Rock. Vielerlei von Bach über Schubert bis Neil Diamond und Freddy Mercury.
Beim Aufräumen oder Autofahren auch sehr gern Oper. Ich fahr meist öfters am Tag eher kurze Strecken. Da ist dann aber auch tagelang eine Opern-Gesamtaufnahme mit und wird stückelweise angehört. Aber diese Taktik nur, wenn ich's schon kenne.
Intensives Lesen, kreatives Schreiben, sachliches Studium, Büroarbeit mit Telefonaten - da muss Ruhe herrschen.
Und dann gibt es viel an Musik, wo ich nur wenig daneben machen kann bzw. machen möchte. Halt weil ich zuhören möchte, weil es mich zu sehr interessiert und zu sehr in Anspruch nimmt.
Die Quellen: Beim bewußten Zuhören natürlich CD oder eine bestimmte Übertragung im Radio. Bei Hausarbeit, Auto etc. Radio oder CD. Im Büro oft auch ein Online-Stream von OE1, myclassicworld.com oder naja ja ich gebs zu - Radio Arabella. :D :D
Insgesamt möcht ich Cellodil und Nikolaus recht geben: Musik die nebenher läuft ist nur selten Geräuschkulisse (da schalt ich nämlich eher ab) - die Musik erzeugt Wohlbefinden, die Arbeit geht leichter von der Hand, die Autofahrt wirkt kürzer, ich bin insgesamt froher, motivierter.
cellodil (27.01.2010, 23:18): Original von Brangäne
Radio Arabella? :D Oder welche Sender habt Ihr in Eurer Gegend? (...) Im Büro oft auch ein Online-Stream von OE1, myclassicworld.com oder naja ja ich gebs zu - Radio Arabella. :D :D
:hello Brangäne,
ich muss mich hier gleich mal wieder als Hinterwäldler outen: Was ist denn Radio Arabella?
Du erwähnst ja auch Musik beim Autofahren. Ein Spezialfall, finde ich. Beim Autofahren (und beim Kochen übrigens auch) kann ich eigentlich sehr gut und konzentriert zuhören. Allerdings nur, wenn ich ausgeruht bin und nicht schon einen langen Sitzungstag hinter mir habe...
Früher habe ich bei langen Autofahrten generell gerne Musik gehört. Als dann aber mal auf einer nächtlichen Rückfahrt von einem anstrengenden Termin im Radio ein Streichquartett von Glass gespielt wurde, das in meiner musikalischen Hausapotheke normalerweise als bewährtes Mittel gegen Schlaflosigkeit zum Einsatz kommt, wurde ich, obwohl ich gar nicht richtig hingehört habe, Opfer meiner eigenen Konditionierung und schlagartig müde. Seither höre ich zum Wachbleiben auf langen oder langweiligen Autofahrten nach anstrengenden Tagen nur noch Hörbücher, das funktioniert ganz gut. Interessant bei Hörbüchern finde ich auch immer, dass man da wahrnehmen kann, was man beim Musikhören nicht unbedingt merkt, dass man nämlich zwischendurch (meistens in Situationen, die Aufmerksamkeit erfordern, aber auch sonst) einfach weghört.
Liebe Grüße
Sabine
Brangäne (28.01.2010, 09:12): Radio Arabella Link zum Stream
:D Ok - Also bitte eben für zwischendurch - nette Musik. Keine Klassik.
Das mit dem Weghören bei den Hörbüchern ist eine sehr interessante Beobachtung. Also ich kann beim Autofahren und auch bei einer Arbeit wo ich dann und wann "aufpassen" muss, keine Hörbücher brauchen. Klar hört man weg - und kennt sich dann nicht so aus. Bei der Musik stört das weniger.
Bin insges. kein Hörbuchfan. Optischer Mensch, der gern ein bisschen Papier schnuppert beim Lesen.
ab (28.01.2010, 10:10): Ich höre, wo nur möglich, ständig Musik, also auch beim Arbeiten, und das nicht nur beim stupiden Abarbeiten von geistig unterfordernden Tätigkeiten. Ich habe nämlich den Eindruck, dass mir die Musik ein immenser Kraftspender ist, sozusagen als Ausgleich zur kraftraubenden Kontentrationstätigkeit der geistig kreativen Tätigkeiten. Einzig beim Studium fremdsprachiger Texte komplizierten Satzbaus und fordernden Vokabulars kann es vorkommen, dass mich gleichzeitige Musik überfodert. Ganz selten auch bei gesundheitlicher Beeinträchtigung.
Am besten bin ich im "Fluss", wenn ich es schaffen, gleichzeitig sowohl bei der Sache als auch der Musik zu sein. Das kommt mir so ähnlich vor, wie beim Bach-Hören von Interpretationen, die zwei polyphone Linien wie vollständig getrennt spielen: So wie es erhebend ist, es zu schaffen, beide Linien gleichzeitig zu verfolgen, so ähnlich kommt es mir auch vor beim Musikhören als gleichsam einer Linie und der geistigen Arbeit als anderer.
Hirnforscher würde wohl sagen, dass dadurch meine linke Gehirnhälfte mit der Aktivierung auch der rechten besser genutzt werden würde :W
Auch beim Autofahren habe ich das Gefühl, dass mich die Stimmung der Musik in ihren Gleichklang bringt, in dem ich mich aufgehoben empfinden kann. Gerade wenn es hektisch ist, hilft sie mir, mich in ihre Ruhe einzufinde (oder aber auch entsprechend anzutreiben).
Musikzuhören ("listen to the music") im Gegensatz zu Musikhören ("hearing the noise it makes") ist natürlich zweierlei. Bewusstes Genießen der Musik um ihrer selbst Willen ist eine Qualität für sich, die mit der Verwendung als Gebrauchmusik wenig gemein hat. - Auf beides möchte ich nicht verzichten müssen.
Manche behaupten gelegentlich, ich sei musiksüchtig. Das ist aber natürlich Unsinn, denn Sucht zieht Entzugserscheinungen nach sich, wenn sie nicht gestillt wird; und solche habe ich nie, auch wenn ich lange Zeit, im Urlaub etwa, nichts zu hören bekomme. Das gilt gleichermaßen sowohl fürs Musikzuhören als auch fürs Musikhören. :hello
cellodil (28.01.2010, 15:15): Lieber ab,
ich kann Dir aus ganzem Herzen zustimmen.
Das, was Du beschreibst, Musik als Kraftspender (bei der Arbeit), trifft sich ziemlich genau mit meinen Erfahrungen und Empfindungen.
Liebe Grüße
Sabine
cellodil (28.01.2010, 15:18): P.S.
Liebe Brangäne,
Danke für die Aufklärung! Schon wieder eine Bildungslücke geschlossen.
Übrigens: Warmly welcome!
Wenn Du magst, kannst Du Dich im Mitgliederbereich ja mal vorstellen.
Liebe Grüße
Sabine
RmalouguR (09.02.2010, 16:42): Laut Studien hilft ja Mozart beim Lernen, was zB Mathematik anbelangt... und angeblich sollte man Beethoven hören, wenn man sich Vokabeln einprägen sollte.
Ich bin leider nicht in der Lage, bei geistiger Arbeit (in meinem Falle: Lernen) klassische Musik zu hören, da ich mich voll und ganz auf die Musik konzentrieren möchte und dann komme ich mit meinem Lernstoff nicht wirklich weiter.