cellodil (18.11.2006, 23:04): Weil ich immer auf der Suche nach Romanen, Erzählungen, Gedichten bin, die mit Musik zu tun haben, stelle ich hier mal ein neues Regal für Schmöker und Literarisches aller Art zum Thema Musik in die Forums-Bibliothek.
Das erste Buch für das neue Regal habe ich (gerade wieder gelesen) auch gleich mitgebracht:
Wolf Wondratschek, Mara: Eine Erzählung Carl Hanser Verlag (München, Wien 2003), 202 S. ISBN 3-446-20361-3
Wolf Wondratschek lässt in seinem Buch das legendäre Mara-Cello seine Lebemsgeschichte selbst erzählen. Und Mara - aus der feinen Sippe der Stradivari-Instrumente (*1711 in Cremona) - erzählt lustvoll, witzig und (bisweilen etwas zu) ausschweifend aus seinem 300jährigen, ziemlich wechselvollen Leben zwischen großen Auftritten, exzentrischen Besitzern, der ersten Begegnung mit Stahlsaiten, Katzenmassakern und dem Schiffbruch, der ihn (Mara ist ein Mann) fast das Leben gekostet hätte:"Ich war ein Haufen Kleinholz". Die rettende Operation bei den Hill-Brüdern in London dauert über 700 Stunden und hat Erfolg: Mara klingt wieder großartig. Über Umwege findet Maras Geschichte ein - vorläufiges - happy-end bei Heinrich Schiff: "Glück gehabt (...) weit und breit nicht die Spur einer eifersüchtigen Gattin oder einer durchgeknallten Geliebten oder sonst eines Störenfrieds"... Naja, fast... denn eines Tages taucht ein anderes Cello auf, ausgerechnet auch noch ein Montagnana, eine Diva, die auch noch den Namen "Sleeping beauty" trägt...
Das Regal wartet...
Gespannt auf Eure Schmöker aus der Musikecke...
und herzliche Grüße
Sabine
Ganong (21.11.2006, 15:09): Liebe Sabine ,
besten Dank für die nachdenlichstimmend e, witzige und mit einem Happyend gestaltete Einleitung . Bei Heinrich Schiff istdas Instrument , das ja immer lebt ! , sicherlich in besten Händen .
Zum zweiten Instrument : Eine Diva schläft natürlich nie . Sie zieht sich allenfalls zurück ! Gibt es über diees Instrument denn ähnlich spannendes zu berichten .
Bei Geigen gibt e sja viele spannende Geschichten , ohne dass ich dies hier ausführen kann . Würde ein Buch füllen .
Dein Beitrag fiindet hoffentlich einige Beiträge hier !
Beste Grüsse ,
Frank
PS.: Wie steht es eigentlich um das Guarneri - Cello von L van Beethoven in Bonn . Ist da näheres bekannt . Seine G e i g e ist ja mehrfach Gegenstand von Erörterungen gewesen . F:
cellodil (22.11.2006, 00:33): Lieber Frank,
eigentlich sollte es hier ja nicht um Instrumente, sondern um Bücher, genauer gesagt um Fiktionales über/um/mit Musik gehen...
Grüße
Sabine
P.S. Von Beethovens Cello ist mir nichts bekannt. Nur seine Bratsche habe ich mal - gespielt von Tabea Zimmermann - gehört, war aber kein wirklicher Genuss, weil nach jedem Satz ausführlichst nachgestimmt werden musste.
Ganong (22.11.2006, 16:02): Liebe sabine ,
Beethovens Cello steht im Beethoven - Haus in Bonn still in einer Ecke .
Ich vergesse seit Jahren , es mitzunehmen .
Viele Grüsse ,
Frank
cellodil (05.12.2006, 19:55): Fühle mich hier ein bisschen alleine auf weiter Flur... Lest Ihr wirklich alle nur Sachbücher? Oder???
Deshalb vorläufig nur noch die Titel mit Stichworten (mir selbst brauche ich den Inhalt ja nicht zu erzählen), damit das Literatur-Regal ein bisschen voller wird...
Margriet de Moor Der Virutose Übersetzung: Helga van Beuningen Deutscher Taschenbuch Verlag (München, 1997) 188 S. ISBN 3-423-12330-3
Kastraten-Liebesgeschichte
Alessandro Baricco Novecento: Die Legende vom Ozeanpianisten Übersetzung: Erika Cristiani Piper Verlag (München, Zürich, 1999), 83 S. ISBN 3-492-04104-3 (gibt es mittlerweile sicher als Taschenbuch)
Vom Meer und vom Klavier...
Hans-Ulrich Treichel Tristanakkord Suhrkamp Verlag (Frankfurt am Main, 2000) ISBN 3-518-41127-6 (gibt es sicher auch als Taschenbuch)
Unbedarfter Jüngling soll Biografie von bedeutendem zeitgenössischem Komponisten schreiben und verstrickt sich...
Thomas Bernhard Die Macht der Gewohnheit in: Thomas Bernhard, Stücke 1 Suhrkamp Taschenbuch Verlag (Frankfurt am Main, 1988) ISBN 3-518-38024-9
Vorsicht: Theaterstück! Von der Tragik der Kammermusik und des Lebens am Beispiel des "Forellenquintetts"...
Hanns-Josef Ortheil Die Nacht des Don Juan btb (2002), 381 S. ISBN 3-442-72478-3
Mozart, Casanova und Don Giovanni
Grüße
Sabine
cellodil (01.01.2007, 16:19): Gerade gelesen:
Michel Faber Die Unvollendete Übersetzung: Hans-Ulrich Möhring List Taschenbuch (Berlin, 2006),122 S. ISBN 3-548.60621-0
Ein gemischter Chor fährt zu zwei Probenwochen, in denen das Werk eines zeitgenössischen italienischen Komponisten und Porschefahrers einstudiert wird, auf ein belgisches Landschlösschen.
Das Buch ist - nicht nur wegen der Kürze - eher eine Erzählung, als ein Roman. Erfrischend an dem Text, dass er sein Geheimnis und das seiner Figuren in gewisser Weise bewahrt. Lesenswert.
nikolaus (01.01.2007, 20:01): Ein gemischter Chor fährt zu zwei Probenwochen, in denen das Werk eines zeitgenössischen italienischen Komponisten und Porschefahrers einstudiert wird, auf ein belgisches Landschlösschen.
Kling ja fast wie eine Räuberpistole, aber interessant. Ist es sozusagen eine Personenstudie ernsthafter Art, mit Augenzwinkern oder gar ein Krimi?
neugierig (schon wieder einen Vorsatz erfüllt :rofl), Nikolaus.
Gamaheh (01.01.2007, 23:19): Original von nikolaus Ein gemischter Chor fährt zu zwei Probenwochen, in denen das Werk eines zeitgenössischen italienischen Komponisten und Porschefahrers einstudiert wird, auf ein belgisches Landschlösschen.
Kling ja fast wie eine Räuberpistole, aber interessant. Ist es sozusagen eine Personenstudie ernsthafter Art, mit Augenzwinkern oder gar ein Krimi?
neugierig (schon wieder einen Vorsatz erfüllt :rofl), Nikolaus.
Klingt wie ein Groschenroman für Anspruchsvolle - vielleicht wieder eine Marktlücke geschlossen? Hier ist jedenfalls auch wieder für die verschiedensten Geschmäcker was dabei: Musikinteressierte, Laienchormitglieder, Autofans, Anhänger des Aristokratie-Kolorits - super!
Grüße, Gamaheh
cellodil (02.01.2007, 12:30): :hello Huch... Scheint ja doch jemand hier herumzulesen. Hatte bislang eher den Eindruck, dass ich hier alleine vor mich hinbrabble... :leb
Original von nikolaus Ein gemischter Chor fährt zu zwei Probenwochen, in denen das Werk eines zeitgenössischen italienischen Komponisten und Porschefahrers einstudiert wird, auf ein belgisches Landschlösschen.
Kling ja fast wie eine Räuberpistole, aber interessant. Ist es sozusagen eine Personenstudie ernsthafter Art, mit Augenzwinkern oder gar ein Krimi?.
Ist von allem ein bisschen was. Dazu noch ein bisschen Schauerroman (geheimnisvolle Schreie aus dem nächtlichen Wald). Am wenigsten Krimi. Obwohl am Ende einer tot ist. Hat sehr heitere und bizarre Momente. Ist auf eine seltsame Art spannend.
Trotz der Länge: am ehesten eine Art Kurzgeschichte, bei der vieles offen bleibt.
Original von nikolaus neugierig (schon wieder einen Vorsatz erfüllt :rofl), Nikolaus.
Und der Klavierladen wartet auch schon auf Dich... :D
Original von Gamaheh Klingt wie ein Groschenroman für Anspruchsvolle - vielleicht wieder eine Marktlücke geschlossen? Hier ist jedenfalls auch wieder für die verschiedensten Geschmäcker was dabei: Musikinteressierte, Laienchormitglieder, Autofans, Anhänger des Aristokratie-Kolorits - super!
Das trifft's irgendwie auch. Wirkt aber nicht wirklich kalkuliert. Eher britisch-grotesk (hatte ich erwähnt, dass der Chor aus vier Briten und einer mit dem Fahrrad angereisten deutschen Altistin mit Kleinkind besteht?). Fehlt nur noch der Lebertran... :tongue:
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (02.01.2007, 12:46): P.S.
Liebe Gamaheh,
apropos "britisch-grotesk": Habe gerade im Radio gehört, dass die englische Regierung zum Jahreswechsel in einem Schulversuch das Schulfach "Glücklich sein" eingeführt hat... :D ?(
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (02.01.2007, 14:21): Auch unlängst gelesen...
Richard Powers Der Klang der Zeit (OT: The Time Of Our Singing) Fischer Taschenbuch, 6. Auflage (Frankfurt am Main, 2006), 765 Seiten ISBN 3-597-15971-7
Das Buch passt und passt nicht in die musikalische Schmökerecke. Ich stell's jetzt einfach trotzdem mal hier rein...
Joey Storm und sein älterer Bruder Jonah (beide in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts geboren) haben ihr musikalisches Talent von ihren Eltern geerbt. Die Kinderzeit ist dominiert von musikalischen Spielereien. Und von ersten Erfahrungen mit Diskriminierung. Denn Jonah und Joey gehören nirgendwo wirklich hin, zumindest erleben sie dies so. Ihre Mutter stammt aus dem Haushalt eines schwarzen Arztes. Ihr Vater ist ein jüdischer Physiker, der vor den Nazis in die USA geflohen ist. Das Buch hebt die Chronologie auf. Powers verwebt die Lebensgeschichten von Jonah und Joey, die nach ihrer Ausbildung an renommierten US-amerikanischen Musikinstituten als Tenor und Klavierbegleiter Karriere zu machen versuchen, mit der Geschichte ihrer Schwester Ruth, die sich schließlich den "Black Panthers" anschließt, und der wegen der herrschenden politischen Lage "unmöglichen" Liebesgeschichte ihrer Eltern. Powers Roman ist die Geschichte einer Suche nach Identität, nach Heimat, eine Familiensaga und zugleich ein sehr politisches Buch.
Keine wirklich leichte Kost. An manchen Stellen auch eher bemüht und unökonomisch als wirklich virtuos erzählt. Einige Durchhänger. Interessant, aber nichts, was man unbedingt gelesen haben müsste. Könnte allerdings sein, dass manches auch mit der Übersetzung zu tun hat und die Originalausgabe besser ist.
Grüße
Sabine
Gamaheh (02.01.2007, 15:29): Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen, das ich nicht nur denen empfehlen möchte, die ein Klavier haben und es spielen, sondern auch denen, die die Klaviermusik lieben (ich gehöre auch leider nur zu den letzteren).
Es ist The Pianoshop on the Left Bank von T.E. Carhart, zuerst erschienen 2000 bei Chatto & Windus in London.
Der Autor ist ein in Paris lebender Amerikaner, der auf seinem täglichen Weg an einer unscheinbaren Klavierwerkstatt vorbeikommt und fasziniert ist von dem Laden, in dessen Schaufenster viele Utensilien für die Reparatur von Klavieren zur Schau gestellt sind. Zunächst scheut er sich, hineinzugehen, denn er besitzt kein Klavier und somit keinen Vorwand, obwohl er als Kind dieses Instrument spielen und lieben gelernt hat. Schießlich faßt er Mut und betritt den Laden. Es wird ihm jedoch schnell klar, daß nicht jeder dort willkommen ist, schon gar nicht in das innere Sanctum vordringen darf, in dem wohl die Klaviere lagern und repariert werden. Sein Anliegen, er trage sich mit dem Gedanken, ein Klavier zu kaufen, nützt ihm nichts. Im Laufe der Zeit erfährt er, daß er eine Empfehlung braucht, und so gelingt es ihm schließlich, in den Kreis der Erwählten aufgenommen zu werden.
Das Buch beschreibt unter anderem, wie er langsam aber beständig das Vertrauen und die Freundschaft des Klavierbauers gewinnt (auf die Art, die der Fuchs im Kleinen Prinzen "apprivoiser" nennt – "Freunde kann man nicht von der Stange kaufen") und schließlich einen Flügel – "den Stingl" – findet, den er kauft und in den Familienkreis aufnimmt.
Er findet eine solche Freude daran, dieses Instrument zu spielen, daß er beschließt, wieder Klavierunterricht zu nehmen. Er ruminiert über die Höhen und Tiefen seines Klavierunterrichts in Frankreich und den USA in seiner Kinderzeit und über die Freude, als Erwachsener wieder zu lernen – diesmal ohne jeden Anspruch außer seinem eigenen, ohne das Damoklesschwert der Hauskonzerte, ohne die Erwartungen der Lehrer und Eltern ...
Immer wieder besucht er die Klavierwerkstatt – den "Pianoshop on the Left Bank" – und wir erfahren eine Menge über Klaviere, ihre Besitzer, wie man sie spielt, über das Stimmen, welche technischen Unterschiede es gibt, wie man sie behandelt oder auch nicht ...
Der Autor wird zu einem wahren Klavierfanatiker; das geht so weit, daß er sogar einen Urlaub in Italien macht, um die Klavierfabrik Fazioli zu besuchen, nachdem er festgestellt hat, daß dieser Name, von dem er noch nie gehört hatte, in nur wenigen Jahren zu einem Gütesiegel geworden ist.
Dieses Buch habe ich in kürzester Zeit verschlungen, aber mit Genuß. Es ist gut zu lesen, und trotz der Behandlung von Technikalien in keiner Weise technisch. Obwohl kein Sachbuch, ist es auch kein Roman; vielmehr würde ich es als einen sehr ausgedehnten Essay beschreiben (239 Seiten und zwei Seiten formloser Literaturhinweise).
T.E. Carhart. The Pianoshop on the Left Bank. Taschenbuchausgabe: London: Vintage, 2001, £ 7,99.
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (02.01.2007, 15:36): Original von cellodil und einer mit dem Fahrrad angereisten deutschen Altistin mit Kleinkind besteht?). Fehlt nur noch der Lebertran...
Und denn auch noch die alleinerziehende Aussteigerin! (Nur gut, daß sie singt und nicht neben dem Kleinkind auch noch einen Kontrabaß auf ihrem Fahrrad transportieren muß!) Ich nehme an, es gibt auch ein romantisches Interesse?
apropos "britisch-grotesk": Habe gerade im Radio gehört, dass die englische Regierung zum Jahreswechsel in einem Schulversuch das Schulfach "Glücklich sein" eingeführt hat...
Dann bekommen die jetzt wohl statt der Milchzuteilung die Lebertranzuteilung?
Grüße, Gamaheh
cellodil (02.01.2007, 16:10): Original von Gamaheh Original von cellodil und einer mit dem Fahrrad angereisten deutschen Altistin mit Kleinkind besteht?). Fehlt nur noch der Lebertran...
Und denn auch noch die alleinerziehende Aussteigerin! (Nur gut, daß sie singt und nicht neben dem Kleinkind auch noch einen Kontrabaß auf ihrem Fahrrad transportieren muß!) Ich nehme an, es gibt auch ein romantisches Interesse?
Ja das gibt es auch, zumindest im Ansatz... Und einen haferbreisüchtigen, stark übergewichtigen Bass... Außerdem redet die alleinerziehende Aussteiger-Altistin immer von Ostdeutschland und hat eine Leidenschaft fürs Bergsteigen...
Original von Gamaheh Original von cellodil
apropos "britisch-grotesk": Habe gerade im Radio gehört, dass die englische Regierung zum Jahreswechsel in einem Schulversuch das Schulfach "Glücklich sein" eingeführt hat...
Dann bekommen die jetzt wohl statt der Milchzuteilung die Lebertranzuteilung?
Soll ja in vieler Hinsicht gesundheitsfördernd sein... :D
Herzliche Grüße
Sabine
P.S. Die englische Ausgabe des Carhart ist bei deutschen Großhändlern vergriffen, aber es gibt noch eine deutsche Ausgabe (Titel: "Ein Klavier in Paris"), die habe ich mir jetzt bestellt.
Alain Claude Sulzer, Annas Maske: Novelle Suhrkamp Taschenbuch (Frankfurt/M., 2006), 114 Seiten ISBN 10-3518457853
29. Juni 1910. Anna Sutter, Königliche Kammersängerin und Star der Stuttgarter Hofoper, liegt tot in ihrem Schlafzimmer in der Stuttgarter Schubartstraße. Erschossen von ihrem Exgeliebten, dem Dirigenten Aloys Obrist. Annas finstere Andeutung, die ihr Umfeld verwirrt hatte, dass auch sie ein Carmen-Schicksal ereilen würde, hat sich bewahrheitet...
Alain Claude Sulzers Novelle beruht auf einem historischen Mordfall, um den herum der Autor seinen Text - durchsetzt mit dokumentarischem Material und fiktionalen Elementen - konstruiert.
Die Komposition von Sulzers Text lässt nichts Zwingendes erkennen. Die erzählerische Struktur ist nicht-linear und eher assoziativ. Der Text wirkt sprunghaft - sowohl was die Ordnung und die Abfolge der einzelnen erzählerischen Passagen betrifft, als auch was den erzählerischen Ton, bzw. Duktus betrifft. Sulzers Text ähnelt eher dem Durchstöbern eines Zettelkastens, als einer Geschichte.
Dennoch hat die Geschichte eine gewisse Sogwirkung. Denn Sulzers fast schon fragmentarische Erzählweise inspiriert/zwingt die Phantasie des Lesers dazu, sich aus den versprengten Puzzleteilen, sein eigenes Bild von dieser Geschichte zusammenzusetzen.
nikolaus (15.04.2007, 22:08): Irgendwo hatte ich mal ein Buch erwähnt, das sich - kurz gesagt - mit Musik und ihre Verarbeitung im Gehirn beschäftigt. Ich habe es endlich wiedergefunden:
Jourdain, Robert Das wohltemperierte Gehirn. Wie Musik im Kopf entsteht und wirkt. Numberger, Markus; Mühler, Heiko
Gruß, Nikolaus.
cellodil (16.04.2007, 00:24): Lieber Nikolaus,
das klingt interessant. Hast Du das Buch schon gelesen? Kannst/magst Du ein bisschen was darüber erzählen? Wie findest Du es? Würdest Du es empfehlen? Aus was für einer Ecke kommen denn die Autoren? Was haben die für einen Ansatz? Wann ist das Buch denn erstmals erschienen? ....????
Herzliche Grüße und Dir erst einmal einen schönen und erholsamen Urlaub
Sabine
nikolaus (16.04.2007, 11:03): Original von cellodil Lieber Nikolaus,
das klingt interessant. Hast Du das Buch schon gelesen? Kannst/magst Du ein bisschen was darüber erzählen? Wie findest Du es? Würdest Du es empfehlen? Aus was für einer Ecke kommen denn die Autoren? Was haben die für einen Ansatz? Wann ist das Buch denn erstmals erschienen? ....????
Herzliche Grüße und Dir erst einmal einen schönen und erholsamen Urlaub
Sabine
Huch, so viele Fragen. O.k. denn mal los:
Der Autor Robert Jourdain ist laut Klappentext Wissenschaftler (?), Wissenschaftsjournalist, Pianist und Komponist; er lebt in Kalifornien und hat bereits sechs Bücher geschrieben. Mehr Informationen habe ich zu ihm leider nicht. Erschienen ist das Buch 1997 in Amerika unter dem Titel Music, the Brain and Ecstasy. 1998 ist die deutsche Ausgabe veröffentlicht worden.
Ich muß zugeben, daß ich das Buch vor Jahren gelesen habe und mich gar nicht gut daran erinnern kann. Ich muß sogar mit Entsetzen feststellen, daß ich es offenbar gar nicht zu Ende gelesen habe (es steckt noch ein Lesezeichen im letzten Achtel des Buches...). Das deutet ja eher darauf hin, daß es mir nicht so gut gefallen hat. Allerdings habe ich es seinerzeit auch meinem damaligen Chef zu Weihnachten geschenkt, und er hat es gerne gelesen.
Wenn man die Kritiken im Klappentext liest, meint man, es wäre ein Meisterwerk:
"Für kurze Augenblicke läßt uns Musik über unsere wirkliche Größe hinauswachsen... In dem Maße, wie unsere Gehirne "hochschalten", fühlen wir, wie sich unser Dasein erweitert, und wir erkennen, daß wir mehr zu sein vermögen, als wir normalerweise sind, und daß die Welt mehr ist, als sie zu sein scheint. Das ist Grund genug für Ekstase." Mit diesen Worten charakterisiert Robert Jourdain, Komponist, Journalist und Wissenschaftler, dei enorme Wirkung, die Musik auf uns haben kann, wenn sie uns im Innersten berührt. Wie aber können Folgen von Luftschwingungen solche Effekte hervorrufen? Wie entstehen aus Tönen Harmonien, wie aus Harmoniefolgen und Rhythmen Kompositionen? Und wie setzt unser Gehirn die eintreffenden Schallwellen um, so daß wir Musik nicht nur hören, sondern verstehen und empfinden können?
Das wohltemperierte Gehirn nimmt den Leser mit auf eine Reise, die ihn von der Physik über die Biologie bis hin zur Psychologie der Musik führt und dabei auf allen Ebenen hochinteressante musikwissenschaftliche Kenntnisse vermittelt. Der Autor wählt seine Beispiele aus verschiedenen Kulturkreisen und erläutert etwa auch, warum die Musik anderer Länder für das eigenen Ohr oft so ungewohnt oder gar abschreckend klingt. Er beschreibt ferner, in welcher Weise Musik und das Musikschaffen von Komponisten sich im Laufe der Jahrhunderte oftmals gewandelt haben, wie besondere musikalische Fähigkeiten und das absolute Gehör zu erklären sind und ob musikalische Genies charakteristische Gehirnstrukturen aufweisen.
Robert Jourdain ist, wie die Los Angeles Times schreibt, "ein hervorragender, phantasievoller Schreiber, dessen klare und prägnante Prosa die Lebhaftigkeit eines Mozart-Allegros bestitzt - eine wahrlich erstaunliche Leistung angesichts der Aufgabe, die er sich in diesem Buch gestellt hat." Die facettenreiche und fundierte Darstellung, deren Bogen sich von der Schallschwingung bis zur musikalischen Ekstase spannt, wird jeden Musikliebhaber ansprechen und anregen - und wer weiß, vielleicht wird nach der Lektüre Ihr Lieblingslied für Sie nie mehr so klingen wie zuvor.
Vielleicht hilft dir das, einen kleinen Eindruck zu bekommen. Am besten hilft ja immer noch: selber lesen!
Sonnige Grüße, Nikolaus.
cellodil (17.04.2007, 01:01): Lieber Nikolaus,
vielen Dank für Deine Mühe. :thanks :thanks
Das klingt doch ganz so, als könnte das Werk auch für Nicht-Hirnforscher, bzw. Nicht-Neurologen verständlich sein...
Wenn mein Hirn dann auch (irgendwann in einer noch nicht erahnbaren Zukunft) mal wieder wohltemperierter ist, dann werde ich mir das Buch mal genauer anschauen.
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (02.01.2007, 14:21): Auch unlängst gelesen...
Richard Powers Der Klang der Zeit (OT: The Time Of Our Singing) Fischer Taschenbuch, 6. Auflage (Frankfurt am Main, 2006), 765 Seiten ISBN 3-597-15971-7
Das Buch passt und passt nicht in die musikalische Schmökerecke. Ich stell's jetzt einfach trotzdem mal hier rein...
Joey Storm und sein älterer Bruder Jonah (beide in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts geboren) haben ihr musikalisches Talent von ihren Eltern geerbt. Die Kinderzeit ist dominiert von musikalischen Spielereien. Und von ersten Erfahrungen mit Diskriminierung. Denn Jonah und Joey gehören nirgendwo wirklich hin, zumindest erleben sie dies so. Ihre Mutter stammt aus dem Haushalt eines schwarzen Arztes. Ihr Vater ist ein jüdischer Physiker, der vor den Nazis in die USA geflohen ist. Das Buch hebt die Chronologie auf. Powers verwebt die Lebensgeschichten von Jonah und Joey, die nach ihrer Ausbildung an renommierten US-amerikanischen Musikinstituten als Tenor und Klavierbegleiter Karriere zu machen versuchen, mit der Geschichte ihrer Schwester Ruth, die sich schließlich den "Black Panthers" anschließt, und der wegen der herrschenden politischen Lage "unmöglichen" Liebesgeschichte ihrer Eltern. Powers Roman ist die Geschichte einer Suche nach Identität, nach Heimat, eine Familiensaga und zugleich ein sehr politisches Buch.
Keine wirklich leichte Kost. An manchen Stellen auch eher bemüht und unökonomisch als wirklich virtuos erzählt. Einige Durchhänger. Interessant, aber nichts, was man unbedingt gelesen haben müsste. Könnte allerdings sein, dass manches auch mit der Übersetzung zu tun hat und die Originalausgabe besser ist.
Grüße
Sabine
Gamaheh (02.01.2007, 15:29): Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen, das ich nicht nur denen empfehlen möchte, die ein Klavier haben und es spielen, sondern auch denen, die die Klaviermusik lieben (ich gehöre auch leider nur zu den letzteren).
Es ist The Pianoshop on the Left Bank von T.E. Carhart, zuerst erschienen 2000 bei Chatto & Windus in London.
Der Autor ist ein in Paris lebender Amerikaner, der auf seinem täglichen Weg an einer unscheinbaren Klavierwerkstatt vorbeikommt und fasziniert ist von dem Laden, in dessen Schaufenster viele Utensilien für die Reparatur von Klavieren zur Schau gestellt sind. Zunächst scheut er sich, hineinzugehen, denn er besitzt kein Klavier und somit keinen Vorwand, obwohl er als Kind dieses Instrument spielen und lieben gelernt hat. Schießlich faßt er Mut und betritt den Laden. Es wird ihm jedoch schnell klar, daß nicht jeder dort willkommen ist, schon gar nicht in das innere Sanctum vordringen darf, in dem wohl die Klaviere lagern und repariert werden. Sein Anliegen, er trage sich mit dem Gedanken, ein Klavier zu kaufen, nützt ihm nichts. Im Laufe der Zeit erfährt er, daß er eine Empfehlung braucht, und so gelingt es ihm schließlich, in den Kreis der Erwählten aufgenommen zu werden.
Das Buch beschreibt unter anderem, wie er langsam aber beständig das Vertrauen und die Freundschaft des Klavierbauers gewinnt (auf die Art, die der Fuchs im Kleinen Prinzen "apprivoiser" nennt – "Freunde kann man nicht von der Stange kaufen") und schließlich einen Flügel – "den Stingl" – findet, den er kauft und in den Familienkreis aufnimmt.
Er findet eine solche Freude daran, dieses Instrument zu spielen, daß er beschließt, wieder Klavierunterricht zu nehmen. Er ruminiert über die Höhen und Tiefen seines Klavierunterrichts in Frankreich und den USA in seiner Kinderzeit und über die Freude, als Erwachsener wieder zu lernen – diesmal ohne jeden Anspruch außer seinem eigenen, ohne das Damoklesschwert der Hauskonzerte, ohne die Erwartungen der Lehrer und Eltern ...
Immer wieder besucht er die Klavierwerkstatt – den "Pianoshop on the Left Bank" – und wir erfahren eine Menge über Klaviere, ihre Besitzer, wie man sie spielt, über das Stimmen, welche technischen Unterschiede es gibt, wie man sie behandelt oder auch nicht ...
Der Autor wird zu einem wahren Klavierfanatiker; das geht so weit, daß er sogar einen Urlaub in Italien macht, um die Klavierfabrik Fazioli zu besuchen, nachdem er festgestellt hat, daß dieser Name, von dem er noch nie gehört hatte, in nur wenigen Jahren zu einem Gütesiegel geworden ist.
Dieses Buch habe ich in kürzester Zeit verschlungen, aber mit Genuß. Es ist gut zu lesen, und trotz der Behandlung von Technikalien in keiner Weise technisch. Obwohl kein Sachbuch, ist es auch kein Roman; vielmehr würde ich es als einen sehr ausgedehnten Essay beschreiben (239 Seiten und zwei Seiten formloser Literaturhinweise).
T.E. Carhart. The Pianoshop on the Left Bank. Taschenbuchausgabe: London: Vintage, 2001, £ 7,99.
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (02.01.2007, 15:36): Original von cellodil und einer mit dem Fahrrad angereisten deutschen Altistin mit Kleinkind besteht?). Fehlt nur noch der Lebertran...
Und denn auch noch die alleinerziehende Aussteigerin! (Nur gut, daß sie singt und nicht neben dem Kleinkind auch noch einen Kontrabaß auf ihrem Fahrrad transportieren muß!) Ich nehme an, es gibt auch ein romantisches Interesse?
apropos "britisch-grotesk": Habe gerade im Radio gehört, dass die englische Regierung zum Jahreswechsel in einem Schulversuch das Schulfach "Glücklich sein" eingeführt hat...
Dann bekommen die jetzt wohl statt der Milchzuteilung die Lebertranzuteilung?
Grüße, Gamaheh
cellodil (02.01.2007, 16:10): Original von Gamaheh Original von cellodil und einer mit dem Fahrrad angereisten deutschen Altistin mit Kleinkind besteht?). Fehlt nur noch der Lebertran...
Und denn auch noch die alleinerziehende Aussteigerin! (Nur gut, daß sie singt und nicht neben dem Kleinkind auch noch einen Kontrabaß auf ihrem Fahrrad transportieren muß!) Ich nehme an, es gibt auch ein romantisches Interesse?
Ja das gibt es auch, zumindest im Ansatz... Und einen haferbreisüchtigen, stark übergewichtigen Bass... Außerdem redet die alleinerziehende Aussteiger-Altistin immer von Ostdeutschland und hat eine Leidenschaft fürs Bergsteigen...
Original von Gamaheh Original von cellodil
apropos "britisch-grotesk": Habe gerade im Radio gehört, dass die englische Regierung zum Jahreswechsel in einem Schulversuch das Schulfach "Glücklich sein" eingeführt hat...
Dann bekommen die jetzt wohl statt der Milchzuteilung die Lebertranzuteilung?
Soll ja in vieler Hinsicht gesundheitsfördernd sein... :D
Herzliche Grüße
Sabine
P.S. Die englische Ausgabe des Carhart ist bei deutschen Großhändlern vergriffen, aber es gibt noch eine deutsche Ausgabe (Titel: "Ein Klavier in Paris"), die habe ich mir jetzt bestellt.
Alain Claude Sulzer, Annas Maske: Novelle Suhrkamp Taschenbuch (Frankfurt/M., 2006), 114 Seiten ISBN 10-3518457853
29. Juni 1910. Anna Sutter, Königliche Kammersängerin und Star der Stuttgarter Hofoper, liegt tot in ihrem Schlafzimmer in der Stuttgarter Schubartstraße. Erschossen von ihrem Exgeliebten, dem Dirigenten Aloys Obrist. Annas finstere Andeutung, die ihr Umfeld verwirrt hatte, dass auch sie ein Carmen-Schicksal ereilen würde, hat sich bewahrheitet...
Alain Claude Sulzers Novelle beruht auf einem historischen Mordfall, um den herum der Autor seinen Text - durchsetzt mit dokumentarischem Material und fiktionalen Elementen - konstruiert.
Die Komposition von Sulzers Text lässt nichts Zwingendes erkennen. Die erzählerische Struktur ist nicht-linear und eher assoziativ. Der Text wirkt sprunghaft - sowohl was die Ordnung und die Abfolge der einzelnen erzählerischen Passagen betrifft, als auch was den erzählerischen Ton, bzw. Duktus betrifft. Sulzers Text ähnelt eher dem Durchstöbern eines Zettelkastens, als einer Geschichte.
Dennoch hat die Geschichte eine gewisse Sogwirkung. Denn Sulzers fast schon fragmentarische Erzählweise inspiriert/zwingt die Phantasie des Lesers dazu, sich aus den versprengten Puzzleteilen, sein eigenes Bild von dieser Geschichte zusammenzusetzen.
Uhrwerker (04.10.2008, 17:39): Hallo miteinander,
mir fallen zu diesem Thema spontan folgende Werke ein:
"Doktor Faustus" von Thomas Mann, verbunden mit der Frage, welche Werke von welchen Komponisten als Vorlage für fiktiven von Adrian Leverkühn dienten?
"Schlafes Bruder" von Robert Schneider, das m. E. von Anton Bruckner inspiriert ist.
"Uhrwerk Orange" von Anthony Burgess, das in seinem ganzen Aufbau schon einer klassischen Sinfonie gleicht, aber auch "Erlöse uns, Lynx!" vom selben Autor, bei dem Mozarts Jupiter-Sinfonie eine nicht unbedeutende Rolle spielt.
Beste Grüße Uhrwerker
Dr. Schön (04.10.2008, 18:28): Original von Uhrwerker "Doktor Faustus" von Thomas Mann, verbunden mit der Frage, welche Werke von welchen Komponisten als Vorlage für fiktiven von Adrian Leverkühn dienten?
Ich meine mal gelesen zu haben, dass ua. Mahlers 6te Pate gestanden haben soll. Soweit ich weiß diente Mann Arnold Schönberg als Vorbild für Leverkühn, was Schönberg aber nicht recht war, weshalb Thomas Mann in einem Nachwort nochmal klarstellen musste, dass es sich bei Leverkühn nicht um Schönberg handelt. Während ihrer Zeit im US Exil waren Mann und Schönberg gute Bekannte, aufgrund des "Faustus" haben sie ihre Beziehung dann verworfen.
Ich verehre Thomas Mann sehr, aber ich mochte den "Faustus" nicht besonders.
ab (15.10.2008, 14:46): Steht seit Jahren bei mir rum, hab noch keine Zeit gefunden, es zu lesen:
Rosendorf Quartett. von Nathan Shacham Inselverlag ISBN 3458332618
Angelblich geht es im Buch um die Geschichte von vier jüdischen deutschen Musikern in Israel Ende der 30er Jahre . Die vier haben ein Sondervisum bekommen, weil sie eine Stelle im Israel Philharmonic Orchestra haben. Sie spielen zusammen Streichquartett. Das Buch enthält 5 Schilderungen der Geschichte dieses Streichquartetts - 4 aus Sicht der Musiker, und die letzte aus der Sicht eines befreundeten Schriftstellers. Ich weiß nicht, ob man über das Leben in Israel in dieser Zeit hinaus auch interessantes zur Musik erfährt. Die Übersetzung soll mäßig sein: Etwa kommt ein Streichquartett vor namens: "Der Tod und die Jungfrau". Auch nicht schlecht...
cellodil (15.10.2008, 18:28): Original von ab Die Übersetzung soll mäßig sein: Etwa kommt ein Streichquartett vor namens: "Der Tod und die Jungfrau". Auch nicht schlecht...
:rofl
cellodil (29.01.2009, 23:36): Original von Uhrwerker "Schlafes Bruder" von Robert Schneider, das m. E. von Anton Bruckner inspiriert ist.
:hello uhrwerker!
habe den Beitrag, weil er ganz unten auf der Seite war, gerade erst mit erheblicher Zeitverzögerung gelesen.
Wenn man es möchte, dann kann man vielleicht aus "Schlafes Bruder" etwas Brucknersches heraus- oder hineinlesen. Aber "inspiriert" ist Robert Schneiders Roman - da bin ich mir in diesem Falle ausnahmsweise mal ziemlich sicher - nicht von Bruckner (oder zumindest nicht bewusst).
Liebe Grüße
Sabine
Hyacinth (16.07.2012, 10:03): Ich belebe jetzt dieses Thema wieder, weil ich ein Buch gelesen habe, dass ich unbedingt mit meiner (musikalischen) Umwelt teilen will! :D
Es geht um Mozart's Last Aria von Matt Rees.
Eigentlich lese ich nicht wirklich viel und gerne Krimis, aber das Buch ist mir ins Auge gesprungen und ich habs dann auch in zwei Tagen verschlungen.
Denn: -es ist spannend. -es geht viel um Musik. -man taucht in eine vergangene Zeit ein (Wien 1791) -es basiert nicht auf historischen Tatsachen und ist trotzdem sehr plausibel
Kurzzusammenfassung:
Nannerl Mozart bekommt einen Brief ihrer Schwägerin in dem steht, dass ihr Bruder gestorben ist. Sie solle nicht den Gerüchten glauben, dass er vergiftet worden wäre, er sei an Fieber gestorben. Nannerl reist kurzerhand nach Wien und versucht auf eigene Faust hinter die Todesursache ihres Bruders zu kommen. Durch die Zauberflöte stößt sie auf die Freimaurer und einige Freunde von Mozart aber auch auf seine Feinde mit denen sie bald persönlich Erfahrung macht.
Fazit: Mozart ersteht nicht wieder auf, aber seine Musik zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite, genug Grusel und Spannung passiert auch und für Romantiker ist auch was dabei!
PS: Ich hab das Buch auf Englisch gelesen. Ich weiß nicht, wie die deutsche Übersetzung ist, aber ich empfehle es wärmstens in Originalsprache!
LG, Hyacinth :hello
Zdenka Waldner (16.07.2012, 13:08): boa hyacinth, das klingt genial! muss ich mir unbedingt besorgen!
ich hab auch noch einen tipp, ist zwar ein kinderbuch, aber immer wieder herzerwärmend!
Und zwar "Die Jagd nach dem hohen C" von Anna und Felix Mitterer Es spielt in Venedig, alle Charaktere sind Katzen (die ale Namen von Opernfiguren haben) und es dreht sich um die Suche nach einer verschollenen gläsernen Schatulle, in der die Stimme und vor allem das schönste, unvergleichlichste hohe C der vor 150 Jahren verstorbenen Primadonna Caterina Cavalieri (auch eine Katze!) aufbewahrt ist.
Teilweise ein wenig blutrünstig, aber einfach süß :D
ein anderes Buch ist Hanns-Josef Ortheils "Die Nacht des Don Juan"
Es spielt in Prag zu der Zeit, als Mozart dort seinen Don Giovanni geschrieben hat. Als Vorbild dient ihm dabei Giacomo Casanova, der mit Vergnügen in der Geschichte mitmischt.
Die Geschichte ist aus der Sicht von etwa 6 Personen unterschiedlichen Alters und Standes erzählt, was das Ganze ungeheuer spannend und vielseitig beschreibt.