Musikerkennung: was spielen da Il Giardino Armonico & Patricia Kopatchinskaja ?
xarddam (01.09.2022, 09:31): Hallo, vielleicht kann mir jemand bei diesem Stück helfen, was Il Giardino Armonico & Patricia Kopatchinskaja vor kurzem beim Gstaad Digital Festival in Saanen gespielt haben
Angekündigt wurde es als:
Giovanni Sollima: Konzert D-Dur für Violine, Streicher und Basso continuo RV 208 «Grosso Mogul»
Das kann aber nicht stimmen, weil dieses Stück ist von Vivaldi und es kommt dann als nächstes im konzert. Ich habe das entsprechende Stück mal zum anhören breitgestellt (das Vivaldi Stück fängt hier erst bei 5',19'' an)
Bitte, kann mir vielleicht jemand sagen, was da VOR Vivaldi: Konzert D-Dur für Violine, Streicher und Basso continuo RV 208 «Grosso Mogul» gespielt wird? Evtl.ein Stück von Giovanni Sollima ?
satie (01.09.2022, 11:26): Das dürfte "Moghul" von Giovanni Sollima sein. Auf der CD ist es vermerkt: https://www.amazon.de/Whats-Vivaldi-Patricia-Kopatchinskaja-Violine/dp/B08D8CKZCK
Was für eine komische Presswurst...sorry...
Herzliche Grüße Satie
xarddam (01.09.2022, 13:06): Hallo Satie
danke
Ich glaub ich weiss was mein Fehler (Denkfehler) war Moghul von Sollima (was ich so auf Anhieb nirgends gefunden habe und die CD kenne ich nicht) Mogul von Vivaldi (was ich von Patcop & Il Giardino Armonico schon desöfteren gehört habe.
Was meinst Du mit Presswurst ? :)
Andréjo (01.09.2022, 14:01): Vielleicht ist mit der Presswurst der Cover-Verhau im Stil eines Arcimboldo gemeint. Sicherheitshalber muss ich mir das merken. :D
Patricia Kopatchinskajas Scheibenproduzenten (oder sogar sie selbst) zeigen da nicht immer das richtige Gespür. Bei Anne Sophie Mutter kommt das aber noch einmal häufiger vor.
:hello Wolfgang
satie (02.09.2022, 12:27): Nein, nein, das Cover ist auch grausig, aber ich meinte schon die Komposition. Ein bissel Barock, ein bissel Minimal, ein bissel Orientalismen... Es tut mir leid. Ich habe sowieso schon eine grundlegende Kopatchinskaja -Allergie und bei ihren komponierenden Freunden kräuseln sich mir auch die Fußnägel. Ist aber mein Problem.
xarddam (02.09.2022, 13:26): ja, ich verstehe das. Die Musik von Kopatchinskaja, bzw. auch die Art wie sie fremde und eigene Kompositionen rüberbringt und wie sie Geige spielt, mag nicht jede(r) Ich mag's ;)
Andréjo (02.09.2022, 15:29): Ich mag vor allem ihre Haltung gegenüber diverser moderner, oft avantgardistischer Musik und ich schätze den Menschen Patricia Kopatchinskaja.
Mit nicht selten werkspezifisch spröden (Ur-)Aufführungen - ich kenne etwa die nachfolgende CD - lockt man kein Massenpublikum. Das muss ehrlich gemeint sein.
Einen Ligeti beherrscht sie, weil er auch ihren Zugang duldet - im Violinkonzert. Das heißt keineswegs, dass ich den Stil der Moldauerin vor allem bei den Klassikern unproblematisch finde. Das oftmals seltsam fahle, gegen den Strich gebürstete, bisweilen grelle und schroffe Spiel scheint mir eher Masche, denn ihre Fähigkeiten dürften grandios sein. Ich kenne Beethoven mit ihr, das Violinkonzert und die Kreutzer-Sonate, und mir gefällt das nicht. Anderes habe ich mir erst gar nicht auf CD zugelegt nach entsprechenden Hinweisen, also etwa den Tschaikowsky mit Currentzis am Pult.
Was ich wiederum bislang über Currentzis mitbekommen habe, scheint mir noch einmal problematischer. Mag sein, dass die beiden zusammenpassen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass ich Satie in der obigen Angelegenheit zustimmen würde. Xarddam sowieso.
Die folgende CD verfolgt ein interessantes Konzept - unstrittig scheint es mir nicht. Vielleicht denken meine obigen Mit-Forianer in diese Richtung. Das Cover ist wiederum sehr eigenartig, aber es gefällt mir auch aus Sachgründen besser als der Pseudo-Arcimboldo.
:) Wolfgang
palestrina (03.09.2022, 10:43): Ich mag's ;) Ich auch, das Album Time & Eternity ist sowas von genial!
Auch diese gehört zu meinen Lieblingen.
LG palestrina
xarddam (03.09.2022, 11:11): Freut mich, dass es doch ein paar Kopatchinskaja Fans hier gibt. Ich kenn die "Time & Eternity" auch, und finde sie auch genial. Die "What's Next Vivaldi" kenn ich komischerweise nicht, aber ich das Konzert von Gstaad wird einen (grossen) Teil davon beinhalten. Ich find's stark, diese Mischung aus Alt und Neu und -im Gegensatz zu Andréjo- mag ich ihren gegen den Strich gebürsteten, bisweilen grellen und schroffen Geigen-Spiel-Stil. Und ja, ich denk das ist Masche. Das hat mich aufhorchen lassen als ich sie zum erten mal hörte (Beethoven Violinkonzert mit dem HR Sinfonieorchster auf youtube) Ich kenn das Tschhaikowsky Violinkonzert von ihr und ich kenn (wie gesagt) das Beethoven Violinkonzert und finde auf beiden Konzerten die Art wie sie das interpretiert, aussergewöhnlich und hörenwert. Auch ich ihre Duo Sachen, die ich gehört habe (oft bei youtube): mit Piano oder mit Cello: finde es alles hörenswert und interessant. Und das will was heissen, denn eigentlich kann ich mir "recent Klassik" (will's mal so nenen) eher weniger anfangen.
Andréjo (03.09.2022, 19:31): Um ehrlich zu sein, hat mir das Beethoven-Konzert mit Kopatchinskaja zunächst gut gefallen. Es hat mir die allbekannte Nummer, die ich eigentlich nicht mehr hören wollte, neu zugänglich gemacht - eben genau wegen der ausgefallenen, gänzlich unakademischen Sicht. Beim zweiten Mal - und ein wenig auch auf Grund kritischer Einwände aus dem Netz, das gebe ich zu - habe ich angefangen, das Andersartige stärker zu hinterfragen ... Es ist quasi auch für mich als Hörer eine Gratwanderung und eine Stimmungsfrage.
Ich bevorzuge bei den weniger klassisch-ehrfürchtigen Sichtweisen die folgende mit Christian Tetzlaff und dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von David Zinman:
Uneingeschränkt empfehlen würde ich die beiden Violinromanzen aus Sicht der Moldauerin.
:) Wolfgang
Andréjo (03.09.2022, 19:45): Was die Kreutzer-Sonate anbelangt (Quelle: youtube): Da stört mich der schroffe Stil an einzelnen Stellen tatsächlich aus eigenem Antrieb ( ;) ).
Bei der Poulenc-Sonate habe ich vom Kauf Abstand genommen - ob ich sie mir andernfalls gekauft hätte, weiß ich nicht, da mit Poulenc gut ausgestattet - als in einer Interpretations-Sendung genau zu diesem Werk die Sicht von Koptchinskaja stark kritisiert wurde und ich das allerdings nachvollziehen konnte.
Gut gefällt mir ihr Bartok neben dem Ligeti auf der folgenden Doppel-CD und auf youtube ein Konzertmitschnitt des Strawinsky-Konzerts.
Ihr merkt: Ich bin durchaus ein Verehrer und suche gerne nach ihren Aufnahmen!