Neue Nachtigallen am Horizont- Sänger mit Zukunft

Fairy Queen (14.10.2011, 09:31):
Ich mache diesen Thread auf, um hier neuen Sängerhoffnungen, die man live erlebt hat und von denen man gerne erzâhlen möchte, einen Raum zu geben. Ton-Konserve bitte aussen vorlassen, meine Erfahrungen sind da so zwiespâltig, das mein Vertrauen auf reine Cd-Erfahrungen gegen 0 tendiert.
Wer das gerne einbeziehen möchte, kann einen anderen Thread eröffnen.
ic hfange mal an, denn ich habe am dienstag im ateler de lyrique de Tourcoing, wo bereits Veronique Gens entdeckt wurde eine Sopranistin erlebt, die mich scho nbei den ersten Tönen verzaubert hat. Sie heisst Sabine Devielhe, ist noch total unbekannt und hat ihre allerste Bellini-Rolle, die amina aus der Sonnambula gesungen. Falls sie in eurer Nähe auftritt, geht unbedingt hin! Das ist endlich eien würdige nachfolgerin fûr Natalie Dessay;, wobei sie nicht auf das koloraturfach abonniert ist, sondern m.E. sofort Belcanto, aber erst in kleinen Häusern, singen soll und kann.
Eine wunderschône und sehr bewegende Stimme, klein aber bestesn fokussiert. Selbst die pianissimi dringen durch und die Stimme bricht nie auch nciht, wenn sie zum fil di voce wird. Bellini wird auf seiner Wolke im Paradiso an der seite der Malibran Purzelbâume schlagen, das ist wirklich sublim!
Ich weine selten in der Oper, aber hier kamn mir sofort die Tränen schon bei "Come per me sereno" und erst recht bei "Ah, non credea mirarti"
Mit ihrer zarten blonden Erscheinung ist sie ausserdem total bellini-rollendeckend.
Sie erinnert mich ein kleines bisschen an Patrizia Ciofi, aber die Stimme an sich ist viel schôner. Sie singt in der kommenden Saison Serpetta (La finta giardiniera) und Lakmé- leider wird Bellini ja serh selten gegeben. Ich hoffe jedenfalls auf DIE Giulietta, Amina und Elvira der kommenden Jahre.
In diesem Fach gibt es serh serh wenige Soprane die mich
wirklich überzeugen bzw überzeugt haben.

Leider hatte sie in Tourcoing einen Tenorpartner, der ihr vokal keinesfalls das Wasser reichen konnte- als Bûhnenfigur Elvino war er aber rollenkonform :D

F.Q.
Heike (16.10.2011, 01:28):
Toller Thread, danke Fairy!
Übrigens, jetzt müssten die Berliner Bühnen nur irgendwann mal Bellini ins Programm nehmen ....
Gespannt auf weitere Empfehlungen ... (dürfen es eigentlich auch männliche Nachtigallen sein?)
Heike
Heike (24.10.2011, 21:58):
Gestern habe ich unerwartet die junge Lucrezia Garcia als Elisabeth in Don Carlo gesehen - sie war kurzfristig eingesprungen und mehr als ein Ersatz, sie war richtig gut.

Garcia stammt aus Venezuela. Vorher habe ich noch nie von ihr gehört. Gesungen hat sie wie eine Elfe - zart, sicher und bei Verdi natürlich mit großer Dramatik - in den tiefen Registern voll und rund und mit ganz schönem, dunklen Klang. In der Höhe glockenklar. Elfenhaft ist leider ihre Körperform nicht und bewegt hat sie sich auch nicht so. Egal, gesungen hat sie toll.

Auf jeden Fall ist sie ein Talent und passt damit in den Thread!
Heike
Solitaire (28.01.2012, 12:30):
Okay, kann sein, daß ich mich jetzt ziemlich in die Nesseln setze und das Forum aufschreit "Was, DEN kennst du nicht???"
Egal, ich riskier's. In einer Dokumentation auf 3Sat ("Hochleistungssport Operngesang") sind mir letzte Woche der Name und die Stimme von Daniel Behle aufgefallen. Ich kannte ihn bis dahin nicht und bin wirklich begeistert von seiner schönen Stimme und sei er Musikalität:

Don Ottavio

Ramiro

In der Presse fielen wohl wieder einmal die Worte vom "neuen Wunderlich", aber ich denke, solchen Stuß darf man getrost vergessen. Mir gefällt er jedenfalls sehr gut.
Billy Budd (28.01.2012, 14:05):
Liebe Solitaire,
Daniel Behle war 2005-2007 Ensemblemitglied an der Wiener Volksoper.
Ich habe ihn als Alfred, Belmonte und Fenton ("Lustige Weiber") gehört und diesen April singt er auch noch bei uns den Alfred. Ich habe ein wenig auf seiner Homepage gestöbert und dort steht, dass er im November 2012 im Theater an der Wien in "Artaserse" zu hören sein wird.
Als Belmonte fand ich ihn nicht so herausragend, aber der Youtube-Ausschnitt gefällt mir sehr gut. Ich habe auch den Rundfunkmitschnitt der "Lustigen Weiber", den ich mir vielleicht wieder zu Gemüte führen werde.
Hier singt er übrigens die erste Belmonte-Arie (in unserer Inszenierung).
Billy :hello
Solitaire (28.01.2012, 17:17):
Hallo Billy Budd!
Danke für den Link! Gefällt mir auch sehr gut!
Wo du Wien erwähnst meine ich mich zu erinnern, daß er in der Sendung auch über sein Engagement dort gesprochen hat.
Tosca (29.01.2012, 13:52):
Seine Mutter ist übrigens Renate Behle, eine bekannte Sopranistin, zumindest in Deutschland.

Viele Grüße
Tosca
Ulrica (01.02.2012, 16:44):
Original von Heike
Gesungen hat sie wie eine Elfe - zart, sicher und bei Verdi natürlich mit großer Dramatik - in den tiefen Registern voll und rund und mit ganz schönem, dunklen Klang. In der Höhe glockenklar. Elfenhaft ist leider ihre Körperform nicht und bewegt hat sie sich auch nicht so. Egal, gesungen hat sie toll.


Heike

Der "elfenhafte" Hungerhaken und das sängerische Ausfüllen einer solchen Rolle mit der entsprechenden beschriebenen Stimmqualität geht auch nicht zusammen.

:hello :hello
Fairy Queen (03.10.2014, 17:04):
Bonjour, vor drei Jahren habe ich in diesem Thread eine junge frz. Sopranistin (leider mit unendlich vielen orthographischen Fehlern... :( ) beschwärmt: Sabine Devielhe. Damals noch ein Geheimtipp und wie schon Veronique Gens im Atelier Lyrique de Tourcoing von J.C. Malgoire entdeckt. Inzwischen ist sie, zumindest hier in Frankreich, ein Star geworden und ich möchte wärmstens ihre Rameau Cd im Rameau Jahr empfehlen- das ist wirklich vom Feinsten! Einige Hits (wie die Wahnsinnsarie aus Platée) aber auch ganz rare Perlen aus total unbekannten Rameau Opern. Obschon ich als Bellini Verehrerin Devielhe noch besser im romantischen Belcanto fand, ist sie bei Rameau auch genau an der richtigen Stelle. Wer diesen Meister noch nciht kennt, kommt hier voll auf seine Kosten, viele unterschiedliche Facetten seines grossartigen Werkes. Und wer ihn rein insturmental geniessen möchte, sollte Alexandre Tharaud anhören.



Ich hatte das grosse Vergnügen sie live zu hören, für mich ist diese wunderschöne Stimme ein Trost für den Verlust von Nathalie Dessay. Leider kommt das Anrührende ihres Gesangs auf der Cd viel weniger zur Geltung als live, aber die Arie der Nachtigall gibt immerhin einen Vorgeschmack. Soweit ich wiess tritt sie inzwsichen auch international auf. Wer melomanisch veranlagt ist in der Nähe einer Aufführung wohnt sollte sich das nicht entgehen lassen. Die Stimme ist allerdings eher klein und ich hoffe, sie mutet sich keine zu grossen Häuser zu..... sonst kann man den Abstieg von Bel-Canto zum Tremolieren schon absehen.

Liebe Grüsse von Fairy Queen, die eine längere Internet-Auszeit genommen hat, euch aber nicht vergessen hat. :hello :engel