es wird Zeit, darauf hinzuweisen, daß auch Hamburg seit neuestem den Ehrgeiz hat, sich zu einer Musikmetropole zu entwickeln.
Einerseits finde ich das ein bißchen schade, denn es könnte irgendwann einmal dazu führen, daß ich darüber nachdenken muß, meine Konzertkarten im Vorverkauf zu erwerben, wenn es zur Mode wird, ins Konzert zu gehen. Andererseits deutet es sich an, daß den Verantwortlichen eine Baustelle nicht reicht, sondern daß es auch ein Programm geben soll.
Das ambitionierteste Projekt, das darauf hindeutet, daß hier wirklich etwas passiert, auch wenn das Haus dafür noch Baustelle ist, ist das Programm "Mahler in Hamburg 2010/11", das in rund 40 Konzerten zwischen Juli 2010 und Juli 2011 das Gesamtwerk Gustav Mahlers aufführen wird. Anlaß sind der 150. Geburtstag des Komponisten in diesem Jahr und sein 100. Todestag im nächsten; Mahler war von 1891 bis 1897 Erster Kapellmeister in Hamburg.
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsproduktion der Elbphilharmonie Konzerte, der Philharmoniker Hamburg, des NDR Sinfonieorchesters und des Schleswig Holstein Musik Festivals (die Hamburger Sinfoniker müssen anscheinend draußen bleiben).
In den einzelnen Programmen wird im allgemeinen jeweils ein Werk Mahlers dem eines anderen Komponisten (hauptsächlich des 20. Jh.) gegenübergestellt. Ich kann hier keine Einzelheiten aufführen, das gesamte Programm findet Ihr hier: http://www.mahler-in-hamburg.de/
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (29.05.2010, 23:56): Wie alle wissen – so glauben die Hamburger – bekommt die Stadt ein neues Wahrzeichen; gleichzeitig wird sie durch Senatsbeschluß zur Musik-Metropole ernannt.
Der Bau der Elbphilharmonie wurde im Sommer 2005 beschlossen. Der Bau sollte 186 Millionen Euro kosten (wovon die Stadt 77 Millionen tragen sollte) und zu Beginn der Spielzeit 2010/11 (also demnächst) eröffnet werden. Die Grundsteinlegung war am 2.4.2007.
Im Laufe der Jahre wurde der Bau immer teurer, und der Termin für die Eröffnung verschob sich immer weiter in die Zukunft. Im Moment sind wir ungefähr (glaube ich) bei 550 Millionen und irgendwann im Jahr 2013. Hier die offizielle Seite des Baus, hier ein Zeitraffer-Film der Bauarbeiten über die Jahre.
Allerdings gibt es die Elbphilharmonie im Namen schon seit dem letzten Jahr, und Konzerte veranstaltet sie auch schon – nur eben an anderen Orten. Einen Intendanten hat sie bereits seit zwei oder drei Jahren, und überhaupt eine Menge Personal.
Der Bau des Konzerthauses mit drei Sälen geht einher mit der Entwicklung der „Hafen-City“, dem Gebiet um die Speicherstadt, durch die man vor nicht allzu vielen Jahren sonntags ganz gemütlich mit dem Rad fahren konnte, ohne einer Menschenseele zu begegnen ... heute wird dort gearbeitet und gewohnt, und es ist ein Touristenmagnet. Vom Bau der Elbphilharmonie kann man halten, was man will (und ich habe von Anfang an nicht viel davon gehalten), aber die Anlagen entlang dem Hafenbecken sind wirklich ganz attraktiv gestaltet worden. Hier ein paar Fotos, die ich am letzten Wochenende gemacht habe.
Aus aktuellem Anlass möchte ich allen, die in Hamburg leben oder mal für ein paar Tage dorthin fahren möchten unser Festival der russichen Kammermusik empfehlen.
http://www.musikfoerderung.de/kammermusikfest/
Es findet in diesem Jahr zum 4. Mal statt, und hat als Komponistenschwerpunkt Mieczyslaw Weinberg.