Nicolo Paganini - Violinenkonzert 1 D-Dur op.6

Rachmaninov (17.10.2006, 16:47):
Forianer,

von Nicolo Paganini sind 6 seiner 8 Violinenkonzerte heute noch erhalten.

Im wesentlichen schrieb Paganini seine Konzerte für den eigenen Gebrauch um mit den Konzerten seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Sicherlich kann man sehr unterschiedlicher Meinung sein was Paganini's Violinenkonzerte angeht stellen sie doch wegen ihrer etremen Fokussierung auf den Solisten und die Darstellung des Solisten einen extremen Standpunkt dar, der sicherlich nicht gerade jedem gefallen wird.

Dennoch, mir gefällt das Violinenkonzert op.6 gut. In den richtigen Händen "brennt" die Musik regelrecht. Auch wenn der Orchesterpart nicht gerade durch kreative Ideen strotzt.

Wie gefällt euch des Violinenkonzert op.6?
Kennt jemand die Aufnahme von S. Accardo?
Welches sind eure Favoriten?

Bisher kenne ich selber:

Kogan
Shaham
Gringolts
und
Hahn
Wotan (17.10.2006, 17:21):
Hi,

der Orchesterpart ist sicherlich nichts besonders, mit der Zeit sogar ein wenig langweilig, aber der Solopart ist grandios. Ich kenne und liebe vor allem die Aufnahme von Hilary Hahn, die eben jenen Solopart unglaublich gut spielt.

MfG
Wotan
Ganong (17.10.2006, 18:43):
Accardo ist leider weit unterschätzt . Sein kultivierte sund technisch makelloses Spiel können wir wieder neu erleben in der Aufnahme des Violinkonzertes von Ludwig van Beethoven mit einem in Höchstform dirigierenden Carlo Maria Giulini ( SONY ) .

Ferner die Aufnahmen mit

Michael Rabin u n d

Ruggiero Ricci . .

Grüsse ,

Frank
Walter (17.10.2006, 19:35):
Hallo,

ich habe die Aufnahmen von Kogan, Gringolts und Hahn. Hahn spielt makellos, aber es fehlt mir an Faszination. Alles klingt zu glatt, geradezu einfach - sie kann mich nicht mitreissen obwohl es eine wirklich nette Aufnahme ist.

Gringolts lässt mich auch kalt und ist nicht so ganz mein Fall. Auch die Aufnahmequalität ist nicht auf höchstem Niveau.

Insgesamt ist mir Kogan viel lieber - die Spannung und Begeisterung springt über. So stelle ich mir Paganini vor. Eine Show vom Können eines Geigers auf höchstem Niveau
Rachmaninov (19.10.2006, 19:05):
Hallo,

die von Walter bereits angesprochene Aufnahme von Ilya Gringolts ist IMO seine beste Aufnahme. Leider bedeutet dies alledings nicht viel, da sie dennoch aus meiner Sicht die schwächste der mir bekannten (s.o.) Aufnahmen ist.



Gringolts ist einfach technisch zu schwach um hier eine echte Meisierleistung abzuliefern, die dazu ausreichen würde einem einen zufriedenstellenden Hörgenuss zu vermitteln.

Man merkt einfach das Gringolts mit den Anforderungen der Pizzicati und Flageolettogriffen die Grenzen seiner Möglichkeiten erreicht!

Bei diesem Konzert ist eine Bewertung des Orchesters dann nicht mehr nötig......
Rachmaninov (22.10.2006, 15:30):
Also nächstes meine neueste Anschaffung des Konzerts in der Aufnahme mit
Hilary Hahn und dem Swedish Radio Symphonie Orchestra unter Eiji Oue



Das Orchester spielt seinen Part professionell ohne, was auch bei Paganini schwer fällt, besonders auffallen zu können.

Paganini selber spielte seine Konzerte um sich als Virtuosen Geiger zu präsentieren. Dies macht Hahn nicht.
Wie erwartet zeigt sich Hahn ohne jeden Zweifel den technischen Anforderungen des Konzerts gewabnet. Mir ist es aber in Summer einfach zu glatt, zu brav und das ist nicht das was ich bei Paganini erwartet.
IMO muß man Paganini mehr Feuer und Leidenschaft entfachen als es hier gelingt.

Eine gute Aufnahme, aber nicht absolute Spitze

Der Klang ist gut, wenn auch nicht überragend!

Interpretation: 8
Klang: 8
sennahresor (25.10.2006, 12:45):
Hallo,

also die absolute Spitze bei diesem Konzert scheint mir die oben nur kurz erwähnte Aufnahme mit Michael Rabin (EMI, 50er Jahre) zu sein. Ist zur Zeit m. W. regulär gestrichen, man bekommt sie aber ganz gut gebraucht. Sein Spiel wirkt sehr spontan, dabei hochvirtuos, ein bißchen frech, ... einfach genial.

Viele Grüße, Hannes
Ganong (28.10.2006, 15:23):
Lieber R. ,

hast Du aufgrund Deimner umfangreichen Erfahrungen eine Begründung dafür , warum und dass heute von verschiedenen Grosskinzernen augfgenommenen Werke klangtechnisch dermassen unterschiedlich sind , sein können ?

Ich habe von der Tontechnik nicht die Ahnung , um dies auch nur annähernd nachvollziehen zu können .

Absolut falsch ist zum Beispiel hörbar (!!!) die Meinung eines A aus jüngerer Zeit , dies liege an den Eigenschaften von zwei von ihm benannten Konzertsälen .

Ich habe gerade aus Frankreich , einem Hi-tech-Land sondergleichen , eine 20 Jahre alte CD ( EMI ) bekommen . Sie wurde in der "Salle Wagram" in Paris aufgenommen und hält für meine Ohren und übergeordneten Zentren allen vergleichen der heutigen Aufnahmen stand .

Aus derselben "Salle QWagram" kenne ich Aufnahmen aus den letzten Jahren , die dagegen sogar deutlich abfallen .

Gibt es eine nachvollziehbare Erklärung ?

Grüsse,

Frank
Ganong (28.10.2006, 15:26):
Michael Rabin , dieser so schmerzhaft geprüfte Ausnahmegeiger , war nicht nur rein technisch eine aussergewöhnliche ( auch Geiger- ) Persönlichkeit .

Sein Spiel sprühte vor Raffinemnet , Verve , Emotionalität ohne auch nur ansatzweise als oberfächliches Glitzerwerk angesehen werden zu können .

Grösstes Geigenspiel - bis heute !

Frank
Rachmaninov (19.11.2006, 21:12):
Nennen möchte ich hier noch die Aufnahme von L. Kogan.



Kogan spielt voller Leidenschaft, feurig, volles Risiko. SO stelle ich mir die "Auseinandersetzung" mit Paganini vor. Nicht klingt kalkuliert, hier brennt es ......

:down
Rachmaninov (19.12.2006, 14:55):
@Frank,

absolut zu recht hast Du Rabins Aufnahme, die ich auf Empfehlung hier aus dem Forum klaufte, genannt.

Kraftvoller, glühender Ton in einer packenden Aufnahme!



Mein absoluter Favorit bleibt jedoch eine andere Aufnahme..... :engel
Rachmaninov (11.01.2007, 19:19):
Mein Favorit beim Violinenkonzert #1 von Paganini, obwohl ich die Aufnahme von M. Rabin kenne, ist die von Gil Shaham mit dem New York PO geleitet von G. Sinopoli

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5967409.jpg

In keiner anderen Aufnahme findet sich diese Kühnheit, Leidenschaft, Feuer gepaart mit einer derartigen technischen Meisterschaft und einem so klasse geleiteten Orchester.
Brilliantes Geigenspiel ohne ansgt vor risiken und völlige Beherrschung :down
Ganong (14.01.2007, 15:43):
Lieber R. ,

ergänzend möchte mich meine Neuerwerbung hinzufügen :

Zino Franescatti mit der Kadenz von Flesch .

Als "Zugaben" auf der CD gibt es noch zwei Partiten für Violine solo von J S Bach .

Grüsse ,

Frank
daniel5993 (11.05.2007, 21:34):
Hallo!



Genau diese Aufnahme habe ich vor ein paar Wochen auf Platte ersteigert!
Sehr Schön, allerdings fehlen mir bei Paganini die Vergleiche!

Gruß
daniel
Rachmaninov (30.10.2007, 15:50):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41YCJR3EZWL._SS500_.jpg

Normalerweise gefällt mir die Academy of St. Martin in the Fields unter Marriner richtig gut, abe rhier klingen sie mir deutlich zu klassich. Das passt IMO nicht wirklich zu Paganini. Da schätze ich eher die blitzblanke saubere, schnörkellose Spielweise. SAllerdings muss man darauf hinweisen, daß sie aus dem Orchesterpart wirklich viel rausholen und das ganze sauber ausarbeiten und gestallten.

Gleiches gilt hier für Mullova, die ich ebenfalls sehr schätze. Allerdings passt ihr Timbre IMO gar nicht zu diesem Konzert. Sie spielt natürlich sauber aber auch hier fehlt mit dieses auf die Spitzetreiben und der schlanke blitzsaubere Geigenklang wie ihn Shaham bei diesem Konzert für mich ideal repräsentiert.

Interpretation: 8
Klang: 7
satie (30.10.2007, 17:03):
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?
Rachmaninov (30.10.2007, 17:06):
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel
Zelenka (30.10.2007, 18:02):
Original von Rachmaninov
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel

"Klassisch" doch wohl im Gegensatz zu "romantisch"?

Gruß, Zelenka
satie (30.10.2007, 21:48):
Original von Zelenka
Original von Rachmaninov
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel

"Klassisch" doch wohl im Gegensatz zu "romantisch"?

Gruß, Zelenka

Aber das kann nicht sein, denn er meinte doch, es sei ihm nicht schnörkellos genug. Wenn klassisch im epochenhaften Sinn gemeint wäre, dann wäre es doch eher schnörkellos als wenn es romantisch gespielt wird? Oder klassisch im Sinn von "so hat es sich eingebürgert, Paganini zu spielen"? Eben eine "klassische Paganini-Interpretation"?
Zelenka (31.10.2007, 12:33):
Original von Satie
Original von Zelenka
Original von Rachmaninov
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel

"Klassisch" doch wohl im Gegensatz zu "romantisch"?

Gruß, Zelenka

Aber das kann nicht sein, denn er meinte doch, es sei ihm nicht schnörkellos genug. Wenn klassisch im epochenhaften Sinn gemeint wäre, dann wäre es doch eher schnörkellos als wenn es romantisch gespielt wird? Oder klassisch im Sinn von "so hat es sich eingebürgert, Paganini zu spielen"? Eben eine "klassische Paganini-Interpretation"?

Du hast wieder einmal recht, hochverehrter Satie! Ich hätte mich da besser raushalten sollen ... :W

Herzliche Grüße, Zelenka
Cetay (inaktiv) (11.11.2007, 10:30):
Original von Rachmaninov
Also nächstes meine neueste Anschaffung des Konzerts in der Aufnahme mit
Hilary Hahn und dem Swedish Radio Symphonie Orchestra unter Eiji Oue

Das Orchester spielt seinen Part professionell ohne, was auch bei Paganini schwer fällt, besonders auffallen zu können.

Paganini selber spielte seine Konzerte um sich als Virtuosen Geiger zu präsentieren. Dies macht Hahn nicht.
Wie erwartet zeigt sich Hahn ohne jeden Zweifel den technischen Anforderungen des Konzerts gewabnet. Mir ist es aber in Summer einfach zu glatt, zu brav und das ist nicht das was ich bei Paganini erwartet.
IMO muß man Paganini mehr Feuer und Leidenschaft entfachen als es hier gelingt.



Vier Ohren, 2 Meinungen :)

Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst. Das aggressive Gesäge, das die Konkurrenz bietet, suggeriert Feuer und Leidenschaft, könnte aber genau so gut von der technischen Überforderung stammen. Der schlechte Ruf des Konzerts als reines Virtuosen-Schaustück kommt nicht zuletzt durch diese Spielweise.

Hilary Hahn dagegen gelingt es, die lyrische Schönheit des Violinparts in den Vordergrund zu stellen. Und weil das famose Orchester deswegen nicht in den Hintergrund gespielt wird, kann es seinen Part so differenziert wie es die Partitur hergibt - und wie es Eiji Oue umsetzt - ausspielen. Angesichts des auf dieser CD Gehörten bezweifle ich, dass der Orchesterteil wirklich so schlecht ist, wie es von Generation zu Generation weitererzählt wird. Das glaube ich eher von den bisherigen Dirigenten.
satie (11.11.2007, 11:13):
Lieber Jochen,

obwohl ich die Einspielung nicht kenne und mich auch sonst nicht sonderlich für Paganini interessiere, muss ich Dir bezüglich der Argumentation absolut Recht geben. Hilary Hahn hat zweifelsohne keine technischen Probleme und kann mit einem sehr schönen Geigenton begeistern (hier würde ich durchaus Perlman als Vergleich heranziehen). Musiker, die mit dem Stück ringen, mögen leidenschaftlicher wirken (wäre immerhin möglich), doch kann sich nur ein Virtuose auch hier auf den musikalischen Aspekt konzentrieren.
Und im Grunde tut es diesen Werken besonders gut, wenn sie einmal von einer anderen Seite beleuchtet werden. Ich persönlich habe zwar weiterhin meine Zweifel an Paganini (den ich einfach für einen schwachen Komponisten halte). Doch grundsätzlich wurde hier etwas Wahres gesagt. Natürlich mag es Stücke geben, wo es tatsächlich nur das Virtuose gibt, wo es um Circensisches geht und nichts anderes. Werke aber, die sowohl eine virtuose als auch eine lyrische Dimension haben, bieten hier sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Letztlich sind es diese Werke, die uns zeigen, wer wirklich virtuos ist - technisch wie im Ausdruck.

Herzlich,
S A T I E
Rachmaninov (11.11.2007, 11:18):
Original von Dox Orkh


Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst. Das aggressive Gesäge, das die Konkurrenz bietet, suggeriert Feuer und Leidenschaft, könnte aber genau so gut von der technischen Überforderung stammen. Der schlechte Ruf des Konzerts als reines Virtuosen-Schaustück kommt nicht zuletzt durch diese Spielweise.

Ha, dann höre mal Shaham! Der ist technisch brilliant und hat irrsinniges Feuer! Und as L.Kogan technische Schwierigkeiten haben dürfte ist wohl auch eher nicht anzunehmen!
Außerdem ist ein brillianter Geigenklang nicht alleinige Voraussetzung für dieses Konzert.
Und bei Emotionalität sind einige eine klasse besser als H.H. und spielen technisch mind. so gut wie sie. Shaham ist IMO der bessere Geiger.
Cosima (11.11.2007, 11:36):
Original von Dox Orkh
Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst.

Das eine muss m.E. mit dem anderen nicht zwingend zu tun haben. Genauso gut könnte man sagen (und das klingt mir logischer), dass erst nach Überwindung aller technischen Schwierigkeiten Kapazitäten für die Gestaltung, also die eigentliche Interpretation, frei werden. (siehe Beispiele Rachmaninov)

Gruß, Cosima
Rachmaninov (11.11.2007, 11:39):
Original von Cosima
Original von Dox Orkh
Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst.

Das eine muss m.E. mit dem anderen nicht zwingend zu tun haben. Genauso gut könnte man sagen (und das klingt mir logischer), dass erst nach Überwindung aller technischen Schwierigkeiten Kapazitäten für die Gestaltung, also die eigentliche Interpretation, frei werden. (siehe Beispiele Rachmaninov)

Gruß, Cosima

:down
Cetay (inaktiv) (11.11.2007, 14:58):
Original von Cosima
Original von Dox Orkh
Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst.

Das eine muss m.E. mit dem anderen nicht zwingend zu tun haben. Genauso gut könnte man sagen (und das klingt mir logischer), dass erst nach Überwindung aller technischen Schwierigkeiten Kapazitäten für die Gestaltung, also die eigentliche Interpretation, frei werden. (siehe Beispiele Rachmaninov)

Gruß, Cosima

Das sehe ich genau so. Ich frage mich nur, ob die Interpretationen wirklich so klingen müssen, dass man auf die Ohren gedrückt bekommt, wie schwierig das zu spielen ist. Bei Hilary Hahn hört man davon absolut nichts und dadurch gewinnt das Werk als Ganzes. Ich muss allerdings gestehen, dass ich die von Rachmaniniov genannten Aufnahmen nicht gehört oder nicht im Gedächtins habe.

:hello Herbstlich-triste Grüße aus dem Schwabenland,
Jochen
Rachmaninov (17.10.2006, 16:47):
Forianer,

von Nicolo Paganini sind 6 seiner 8 Violinenkonzerte heute noch erhalten.

Im wesentlichen schrieb Paganini seine Konzerte für den eigenen Gebrauch um mit den Konzerten seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Sicherlich kann man sehr unterschiedlicher Meinung sein was Paganini's Violinenkonzerte angeht stellen sie doch wegen ihrer etremen Fokussierung auf den Solisten und die Darstellung des Solisten einen extremen Standpunkt dar, der sicherlich nicht gerade jedem gefallen wird.

Dennoch, mir gefällt das Violinenkonzert op.6 gut. In den richtigen Händen "brennt" die Musik regelrecht. Auch wenn der Orchesterpart nicht gerade durch kreative Ideen strotzt.

Wie gefällt euch des Violinenkonzert op.6?
Kennt jemand die Aufnahme von S. Accardo?
Welches sind eure Favoriten?

Bisher kenne ich selber:

Kogan
Shaham
Gringolts
und
Hahn
Wotan (17.10.2006, 17:21):
Hi,

der Orchesterpart ist sicherlich nichts besonders, mit der Zeit sogar ein wenig langweilig, aber der Solopart ist grandios. Ich kenne und liebe vor allem die Aufnahme von Hilary Hahn, die eben jenen Solopart unglaublich gut spielt.

MfG
Wotan
Ganong (17.10.2006, 18:43):
Accardo ist leider weit unterschätzt . Sein kultivierte sund technisch makelloses Spiel können wir wieder neu erleben in der Aufnahme des Violinkonzertes von Ludwig van Beethoven mit einem in Höchstform dirigierenden Carlo Maria Giulini ( SONY ) .

Ferner die Aufnahmen mit

Michael Rabin u n d

Ruggiero Ricci . .

Grüsse ,

Frank
Walter (17.10.2006, 19:35):
Hallo,

ich habe die Aufnahmen von Kogan, Gringolts und Hahn. Hahn spielt makellos, aber es fehlt mir an Faszination. Alles klingt zu glatt, geradezu einfach - sie kann mich nicht mitreissen obwohl es eine wirklich nette Aufnahme ist.

Gringolts lässt mich auch kalt und ist nicht so ganz mein Fall. Auch die Aufnahmequalität ist nicht auf höchstem Niveau.

Insgesamt ist mir Kogan viel lieber - die Spannung und Begeisterung springt über. So stelle ich mir Paganini vor. Eine Show vom Können eines Geigers auf höchstem Niveau
Rachmaninov (19.10.2006, 19:05):
Hallo,

die von Walter bereits angesprochene Aufnahme von Ilya Gringolts ist IMO seine beste Aufnahme. Leider bedeutet dies alledings nicht viel, da sie dennoch aus meiner Sicht die schwächste der mir bekannten (s.o.) Aufnahmen ist.



Gringolts ist einfach technisch zu schwach um hier eine echte Meisierleistung abzuliefern, die dazu ausreichen würde einem einen zufriedenstellenden Hörgenuss zu vermitteln.

Man merkt einfach das Gringolts mit den Anforderungen der Pizzicati und Flageolettogriffen die Grenzen seiner Möglichkeiten erreicht!

Bei diesem Konzert ist eine Bewertung des Orchesters dann nicht mehr nötig......
Rachmaninov (22.10.2006, 15:30):
Also nächstes meine neueste Anschaffung des Konzerts in der Aufnahme mit
Hilary Hahn und dem Swedish Radio Symphonie Orchestra unter Eiji Oue



Das Orchester spielt seinen Part professionell ohne, was auch bei Paganini schwer fällt, besonders auffallen zu können.

Paganini selber spielte seine Konzerte um sich als Virtuosen Geiger zu präsentieren. Dies macht Hahn nicht.
Wie erwartet zeigt sich Hahn ohne jeden Zweifel den technischen Anforderungen des Konzerts gewabnet. Mir ist es aber in Summer einfach zu glatt, zu brav und das ist nicht das was ich bei Paganini erwartet.
IMO muß man Paganini mehr Feuer und Leidenschaft entfachen als es hier gelingt.

Eine gute Aufnahme, aber nicht absolute Spitze

Der Klang ist gut, wenn auch nicht überragend!

Interpretation: 8
Klang: 8
sennahresor (25.10.2006, 12:45):
Hallo,

also die absolute Spitze bei diesem Konzert scheint mir die oben nur kurz erwähnte Aufnahme mit Michael Rabin (EMI, 50er Jahre) zu sein. Ist zur Zeit m. W. regulär gestrichen, man bekommt sie aber ganz gut gebraucht. Sein Spiel wirkt sehr spontan, dabei hochvirtuos, ein bißchen frech, ... einfach genial.

Viele Grüße, Hannes
Ganong (28.10.2006, 15:23):
Lieber R. ,

hast Du aufgrund Deimner umfangreichen Erfahrungen eine Begründung dafür , warum und dass heute von verschiedenen Grosskinzernen augfgenommenen Werke klangtechnisch dermassen unterschiedlich sind , sein können ?

Ich habe von der Tontechnik nicht die Ahnung , um dies auch nur annähernd nachvollziehen zu können .

Absolut falsch ist zum Beispiel hörbar (!!!) die Meinung eines A aus jüngerer Zeit , dies liege an den Eigenschaften von zwei von ihm benannten Konzertsälen .

Ich habe gerade aus Frankreich , einem Hi-tech-Land sondergleichen , eine 20 Jahre alte CD ( EMI ) bekommen . Sie wurde in der "Salle Wagram" in Paris aufgenommen und hält für meine Ohren und übergeordneten Zentren allen vergleichen der heutigen Aufnahmen stand .

Aus derselben "Salle QWagram" kenne ich Aufnahmen aus den letzten Jahren , die dagegen sogar deutlich abfallen .

Gibt es eine nachvollziehbare Erklärung ?

Grüsse,

Frank
Ganong (28.10.2006, 15:26):
Michael Rabin , dieser so schmerzhaft geprüfte Ausnahmegeiger , war nicht nur rein technisch eine aussergewöhnliche ( auch Geiger- ) Persönlichkeit .

Sein Spiel sprühte vor Raffinemnet , Verve , Emotionalität ohne auch nur ansatzweise als oberfächliches Glitzerwerk angesehen werden zu können .

Grösstes Geigenspiel - bis heute !

Frank
Rachmaninov (19.11.2006, 21:12):
Nennen möchte ich hier noch die Aufnahme von L. Kogan.



Kogan spielt voller Leidenschaft, feurig, volles Risiko. SO stelle ich mir die "Auseinandersetzung" mit Paganini vor. Nicht klingt kalkuliert, hier brennt es ......

:down
Rachmaninov (19.12.2006, 14:55):
@Frank,

absolut zu recht hast Du Rabins Aufnahme, die ich auf Empfehlung hier aus dem Forum klaufte, genannt.

Kraftvoller, glühender Ton in einer packenden Aufnahme!



Mein absoluter Favorit bleibt jedoch eine andere Aufnahme..... :engel
Rachmaninov (11.01.2007, 19:19):
Mein Favorit beim Violinenkonzert #1 von Paganini, obwohl ich die Aufnahme von M. Rabin kenne, ist die von Gil Shaham mit dem New York PO geleitet von G. Sinopoli

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5967409.jpg

In keiner anderen Aufnahme findet sich diese Kühnheit, Leidenschaft, Feuer gepaart mit einer derartigen technischen Meisterschaft und einem so klasse geleiteten Orchester.
Brilliantes Geigenspiel ohne ansgt vor risiken und völlige Beherrschung :down
Ganong (14.01.2007, 15:43):
Lieber R. ,

ergänzend möchte mich meine Neuerwerbung hinzufügen :

Zino Franescatti mit der Kadenz von Flesch .

Als "Zugaben" auf der CD gibt es noch zwei Partiten für Violine solo von J S Bach .

Grüsse ,

Frank
daniel5993 (11.05.2007, 21:34):
Hallo!



Genau diese Aufnahme habe ich vor ein paar Wochen auf Platte ersteigert!
Sehr Schön, allerdings fehlen mir bei Paganini die Vergleiche!

Gruß
daniel
Rachmaninov (30.10.2007, 15:50):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41YCJR3EZWL._SS500_.jpg

Normalerweise gefällt mir die Academy of St. Martin in the Fields unter Marriner richtig gut, abe rhier klingen sie mir deutlich zu klassich. Das passt IMO nicht wirklich zu Paganini. Da schätze ich eher die blitzblanke saubere, schnörkellose Spielweise. SAllerdings muss man darauf hinweisen, daß sie aus dem Orchesterpart wirklich viel rausholen und das ganze sauber ausarbeiten und gestallten.

Gleiches gilt hier für Mullova, die ich ebenfalls sehr schätze. Allerdings passt ihr Timbre IMO gar nicht zu diesem Konzert. Sie spielt natürlich sauber aber auch hier fehlt mit dieses auf die Spitzetreiben und der schlanke blitzsaubere Geigenklang wie ihn Shaham bei diesem Konzert für mich ideal repräsentiert.

Interpretation: 8
Klang: 7
satie (30.10.2007, 17:03):
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?
Rachmaninov (30.10.2007, 17:06):
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel
Zelenka (30.10.2007, 18:02):
Original von Rachmaninov
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel

"Klassisch" doch wohl im Gegensatz zu "romantisch"?

Gruß, Zelenka
satie (30.10.2007, 21:48):
Original von Zelenka
Original von Rachmaninov
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel

"Klassisch" doch wohl im Gegensatz zu "romantisch"?

Gruß, Zelenka

Aber das kann nicht sein, denn er meinte doch, es sei ihm nicht schnörkellos genug. Wenn klassisch im epochenhaften Sinn gemeint wäre, dann wäre es doch eher schnörkellos als wenn es romantisch gespielt wird? Oder klassisch im Sinn von "so hat es sich eingebürgert, Paganini zu spielen"? Eben eine "klassische Paganini-Interpretation"?
Zelenka (31.10.2007, 12:33):
Original von Satie
Original von Zelenka
Original von Rachmaninov
Original von Satie
Lieber Rachmaninov,
was bedeutet denn "zu klassisch"?

Gute frage! Wahrscheinlich der falsche Begriff. Wohl eine Thema über Musik reden.
Wenn mir was passenderes einfällt lasse ich es euch wissen :engel

"Klassisch" doch wohl im Gegensatz zu "romantisch"?

Gruß, Zelenka

Aber das kann nicht sein, denn er meinte doch, es sei ihm nicht schnörkellos genug. Wenn klassisch im epochenhaften Sinn gemeint wäre, dann wäre es doch eher schnörkellos als wenn es romantisch gespielt wird? Oder klassisch im Sinn von "so hat es sich eingebürgert, Paganini zu spielen"? Eben eine "klassische Paganini-Interpretation"?

Du hast wieder einmal recht, hochverehrter Satie! Ich hätte mich da besser raushalten sollen ... :W

Herzliche Grüße, Zelenka
Cetay (inaktiv) (11.11.2007, 10:30):
Original von Rachmaninov
Also nächstes meine neueste Anschaffung des Konzerts in der Aufnahme mit
Hilary Hahn und dem Swedish Radio Symphonie Orchestra unter Eiji Oue

Das Orchester spielt seinen Part professionell ohne, was auch bei Paganini schwer fällt, besonders auffallen zu können.

Paganini selber spielte seine Konzerte um sich als Virtuosen Geiger zu präsentieren. Dies macht Hahn nicht.
Wie erwartet zeigt sich Hahn ohne jeden Zweifel den technischen Anforderungen des Konzerts gewabnet. Mir ist es aber in Summer einfach zu glatt, zu brav und das ist nicht das was ich bei Paganini erwartet.
IMO muß man Paganini mehr Feuer und Leidenschaft entfachen als es hier gelingt.



Vier Ohren, 2 Meinungen :)

Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst. Das aggressive Gesäge, das die Konkurrenz bietet, suggeriert Feuer und Leidenschaft, könnte aber genau so gut von der technischen Überforderung stammen. Der schlechte Ruf des Konzerts als reines Virtuosen-Schaustück kommt nicht zuletzt durch diese Spielweise.

Hilary Hahn dagegen gelingt es, die lyrische Schönheit des Violinparts in den Vordergrund zu stellen. Und weil das famose Orchester deswegen nicht in den Hintergrund gespielt wird, kann es seinen Part so differenziert wie es die Partitur hergibt - und wie es Eiji Oue umsetzt - ausspielen. Angesichts des auf dieser CD Gehörten bezweifle ich, dass der Orchesterteil wirklich so schlecht ist, wie es von Generation zu Generation weitererzählt wird. Das glaube ich eher von den bisherigen Dirigenten.
satie (11.11.2007, 11:13):
Lieber Jochen,

obwohl ich die Einspielung nicht kenne und mich auch sonst nicht sonderlich für Paganini interessiere, muss ich Dir bezüglich der Argumentation absolut Recht geben. Hilary Hahn hat zweifelsohne keine technischen Probleme und kann mit einem sehr schönen Geigenton begeistern (hier würde ich durchaus Perlman als Vergleich heranziehen). Musiker, die mit dem Stück ringen, mögen leidenschaftlicher wirken (wäre immerhin möglich), doch kann sich nur ein Virtuose auch hier auf den musikalischen Aspekt konzentrieren.
Und im Grunde tut es diesen Werken besonders gut, wenn sie einmal von einer anderen Seite beleuchtet werden. Ich persönlich habe zwar weiterhin meine Zweifel an Paganini (den ich einfach für einen schwachen Komponisten halte). Doch grundsätzlich wurde hier etwas Wahres gesagt. Natürlich mag es Stücke geben, wo es tatsächlich nur das Virtuose gibt, wo es um Circensisches geht und nichts anderes. Werke aber, die sowohl eine virtuose als auch eine lyrische Dimension haben, bieten hier sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Letztlich sind es diese Werke, die uns zeigen, wer wirklich virtuos ist - technisch wie im Ausdruck.

Herzlich,
S A T I E
Rachmaninov (11.11.2007, 11:18):
Original von Dox Orkh


Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst. Das aggressive Gesäge, das die Konkurrenz bietet, suggeriert Feuer und Leidenschaft, könnte aber genau so gut von der technischen Überforderung stammen. Der schlechte Ruf des Konzerts als reines Virtuosen-Schaustück kommt nicht zuletzt durch diese Spielweise.

Ha, dann höre mal Shaham! Der ist technisch brilliant und hat irrsinniges Feuer! Und as L.Kogan technische Schwierigkeiten haben dürfte ist wohl auch eher nicht anzunehmen!
Außerdem ist ein brillianter Geigenklang nicht alleinige Voraussetzung für dieses Konzert.
Und bei Emotionalität sind einige eine klasse besser als H.H. und spielen technisch mind. so gut wie sie. Shaham ist IMO der bessere Geiger.
Cosima (11.11.2007, 11:36):
Original von Dox Orkh
Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst.

Das eine muss m.E. mit dem anderen nicht zwingend zu tun haben. Genauso gut könnte man sagen (und das klingt mir logischer), dass erst nach Überwindung aller technischen Schwierigkeiten Kapazitäten für die Gestaltung, also die eigentliche Interpretation, frei werden. (siehe Beispiele Rachmaninov)

Gruß, Cosima
Rachmaninov (11.11.2007, 11:39):
Original von Cosima
Original von Dox Orkh
Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst.

Das eine muss m.E. mit dem anderen nicht zwingend zu tun haben. Genauso gut könnte man sagen (und das klingt mir logischer), dass erst nach Überwindung aller technischen Schwierigkeiten Kapazitäten für die Gestaltung, also die eigentliche Interpretation, frei werden. (siehe Beispiele Rachmaninov)

Gruß, Cosima

:down
Cetay (inaktiv) (11.11.2007, 14:58):
Original von Cosima
Original von Dox Orkh
Ich meine, dass Hilary Hahn nur deswegen so "glatt" und "brav" klingt, weil sie nirgends an ihre technischen Grenzen stösst.

Das eine muss m.E. mit dem anderen nicht zwingend zu tun haben. Genauso gut könnte man sagen (und das klingt mir logischer), dass erst nach Überwindung aller technischen Schwierigkeiten Kapazitäten für die Gestaltung, also die eigentliche Interpretation, frei werden. (siehe Beispiele Rachmaninov)

Gruß, Cosima

Das sehe ich genau so. Ich frage mich nur, ob die Interpretationen wirklich so klingen müssen, dass man auf die Ohren gedrückt bekommt, wie schwierig das zu spielen ist. Bei Hilary Hahn hört man davon absolut nichts und dadurch gewinnt das Werk als Ganzes. Ich muss allerdings gestehen, dass ich die von Rachmaniniov genannten Aufnahmen nicht gehört oder nicht im Gedächtins habe.

:hello Herbstlich-triste Grüße aus dem Schwabenland,
Jochen
Nicolas_Aine (08.10.2008, 13:49):
warum hat hier noch keiner Perlman genannt?
Die Frage, ob er an seine technischen Grenzen stößt, ist selbstverständlich fast schon beleidigend, und er spielt das ganze mit einer typisch Perlmanschen Leidenschaft, auch immer "richtig", also mal kraftvoll, furios, fast wütend, mal süß, fast schnulzig... Die Aufnahme ist einfach ein Traum :) Ich glaub von 1971, falls es mehrere gibt, ich weiß grad das Orchester und den Dirigenten nicht, werd ich nachher ergänzen.

Die Menuhin Aufnahme hat mir nicht sooooo gut gefallen, obwohl sie natürlich alles andere als schlecht ist, aber sie trifft nicht so ganz meinen Geschmack.

Dann hab ich noch Alexander Foster, ich hab mir halt mal eine Komplettaufnahme aller 6 Konzerte gekauft und die billigste genommen^^ Nicht schlecht, aber an die hier genannten wird er wohl nicht rankommen.

Hm, irgendwie hab ich grad Lust mir die Shaham Aufnahme zu kaufen... Das interessiert mich jetzt doch glatt, den hab ich nämlich erst derletzt richtig "entdeckt"^^ Und Hahn hört sich auch interessant an... mein armer Geldbeutel :D
Cetay (inaktiv) (02.11.2011, 11:49):
Ich wecke diesen seit über 3 Jahren schlafenden Faden wieder auf, um nochmal für die schon mehrfahch genannte(n) Aufnahme(n) mit Michael Rabin einzuteten.
Er hat das Werk zwei mal eingespielt, 1956 und 1960. Während die erste Aufnahme mehr den virtuosen Aspekt (mir zu sehr) herausstellt, ist die zweite ganz auf die lyrischen Dimension des Werks fokussiert. Das ist Belcanto mit einem Geigenton, dessen Schönheit kaum noch mit irdischen Maßstäben zu messen ist, und der folgerichtig Charakterisierungen wie dunkel oder leuchtend einfach tranzendiert. Das ist pure Energie, die den Raum füllt und den Hörer gleich mit. Sorry für diese nicht so ganz fundierte Beschreibung; die Unfähigkeit eine solche abzuliefern, gibt mir immer die Gewissheit, etwas ganz Großes in meinen Ohren zu haben.

Ich kenne nur den Transfer von Testament aus dieser 6-CD-Box und der fängt die Klangschönheit und den Großen Ton von Rabin atemberaubend ein:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51jcsRZmedL._SL500_AA300_.jpg

Leider kann man (soll heißen: ich) den größten Teil des Rests der Box vergessen. Rabin war Zeit seines kurzen Lebens hauptsächlich dazu verdammt, Zirkusnummern zur Schau zu stellen und möglicherweise hat das seine Probleme verursacht: Ganz wesentlich trug hierzu sicherlich bei, dass Rabin ein unglaubliches Pensum an Konzerten mit einem in jeder Hinsicht beschränkten, meist virtuosen Repertoire zu absolvieren hatte und es ihm offenbar nicht gelang, sich lebensnotwendige Freiräume zu schaffen (Wiki). Zu Brahms und Beethoven hat es nicht mehr gereicht. :I

In zwei Tagen kommt diesselbe Zusammenstellung billigst auf Icon heraus. Ich werde mir das beim Händler meines Vertrauens anhören:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51hDfXIyKDL._SL500_AA300_.jpg
Amadé (02.11.2011, 15:20):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51hDfXIyKDL._SL500_AA300_.jpg

Alter Wein in neuen Schläuchen! Die Capitol-Aufnahmen gab es bereits von ca.20 Jahren in einer Box mit 6 Einzel-CDs von Electrola, Remastering 1989:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51DN6YRWB0L._SL500_AA300_.jpg

Beim Vergleich der Trackliste, die Rachmaninov letztens im Neuenheiten-Thread mitgeteilt hat, fällt mir auf, das die alte Electrola-Ausgabe noch mehr Geigenfutter enthält als die neue, oder hat er etwas ausgelassen?
Auch die Aufnahmedaten aller Stücke sind notiert.

Gruß Amadé
Cetay (inaktiv) (02.11.2011, 15:37):
Die Titeliste, die R gezeigt hat, ist nicht korrekt, ich habe im Thread auf ein paar Fehler hingewiesen, die mir auf die Schnelle aufgefallen sind. Die Boxen sind inhaltlich identisch. Meine Fragestellung ist konkret: Wie schneidet der 1989 Electronic Remaster beim Paganini VK1 gegenüber dem vorzüglichst gelungenen Testament Remaster ab?
Amadé (02.11.2011, 20:43):
?(

Ich kenne nur die Electrola-Box, die reicht mir.
Oder war ich gar nicht angesprochen? :ignore

Gruß Amadé