Ondine

HenningKolf (28.11.2007, 23:47):
Im hohen Norden sorgt nicht nur BIS für hervorragende Aufnahmen. Für mich persönlich ziemlich bedeutend sind die Aufnahmen des Labels Ondine geworden, was auch damit zu tun hat, das ich über das von mir genutzte downloadportal recht kostengünstig Zugang erhalte.


1985 zunächst entstanden, um das Kuhmo Kammermusikfestival auf Tonträger zu dokumentieren, hat das label mittlerweile über 400 CDs herausgebracht, von denen noch mehr als 250 im Katalog befindlich sind.

Natürlich liegt der Schwerpunkt - Ondine ist in Helsinki ansässig - auf skandinavischen, insbesondere finnischen Komponisten.


Nennen möchte ich hier die von der Kritik als herausragend eingeschätze Einspielung der Sinfonien und eines Teils des sonstigen sinfonischen Werkes durch Segerstam mit dem Philharmonischen Orchester Helsink.

Stellvertretend für die Einspielungen stelle ich hier mal dieses Cover ein:



http://www.ondine.net/_cache/tmpl_plugin_thumbnail/a2a3e5b96852354b619d12a40f5c56c7.jpg



Ich persönlich finde die Einspielung nur gut, mir fehlt es manchmal an Transparenz und ich mache an einigen Stellen leicht verwaschenen Klang aus - für mein Dafürhalten haben die Tontechniker hier und da den Dynamikumfang gekappt (ich habe mir mal eine CD geliehen, es liegt nicht daran, dass mir mp3s zur Verfügung stehen).

Aber ich muss sagen, dass ich mit dieser Meinung eher alleine stehe, die Aufnahmen haben fast überall nicht nur höchste Interpretationsnoten, sondern auch höchste Klangbewertungen erhalten!



Zahlreich im Katalog vertreten ist auch Rautavaara, z.B. mit diesen hervorragenden Einspielungen:

http://www.ondine.net/_cache/tmpl_plugin_thumbnail/0b6e0edad4ae8ff542fd99e7ddf9d2bc.jpg


http://www.ondine.net/_cache/tmpl_plugin_thumbnail/7c5137c4b82cb88d717a96c03bf847d7.jpg


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Als herausragende Interpreten möchte ich insbesondere die

Tapiola Sinfonietta

und

Pekka

und

Jakko Kuuisisto

herausstellen.

Diese Aufnahme ist ein wahrer Traum

http://www.ondine.net/_cache/tmpl_plugin_thumbnail/b1e1e699ffefe9ad6a652f879d0bbf3b.jpg

Transparent, luftig, beschwingt, vibratolos historisch informiertes Musizieren ohne dass man deswegen historische Instrumente benutzt hätte, soweit ich das beurteilen kann. Die CD beinhaltet BWV 1041 bis 1043 und BWV 1060. Hier haben mir mp3s nicht gereicht, da musste dann der volle Klang auf CD her!


Ein auf Ondine herausgebrachter Künstler, mit dem ich mich gelegentlich - durchaus nicht immer - schwer tue, ist, jedenfalls wenn er als Pianist auftritt, Olli Mustonen

Hieran

http://www.ondine.net/_cache/tmpl_plugin_thumbnail/72b03c6f85b0c88b1491c5305f8dea90.jpg

gefällt mir zum Beispiel nicht viel. Bach klingt nicht nach Bach, Schostakowitsch nicht nach Schostakowitsch, sondern beides klingt irgendwie undefinierbar, wie ich finde. Ich habe mir nur einige Stücke gedownloadet und daraufhin vom Kauf abgesehen.

Eine allerdings eher wohlwollende Rezension dazu findet sich hier


Erwähnen möchte ich auch noch das traumhaft schöne Klavierspiel auf dieser CD


http://www.ondine.net/_cache/tmpl_plugin_thumbnail/8486974c721e3d7688fe33770dcb3ad2.jpg

die ich gerade eben gedownloadet habe und in die ich zur Zeit hineinhöre. Bei Bartos Ravel ist der Funke nicht wirklich zu mir übergesprungen, aber hier umso mehr.



Gruß
Henning
Rachmaninov (29.11.2007, 17:28):
Original von HenningKolf
Im hohen Norden sorgt nicht nur BIS für hervorragende Aufnahmen. Für mich persönlich ziemlich bedeutend sind die Aufnahmen des Labels Ondine geworden, was auch damit zu tun hat, das ich über das von mir genutzte downloadportal recht kostengünstig Zugang erhalte.


@Henning,

natürlich ist Ondine, IMO kurz hinter BIS, ein wichtiges Label für Kompositionen, vor allem der neueren Zeit, aus dem skandinavischen Bereich.


1985 zunächst entstanden, um das Kuhmo Kammermusikfestival auf Tonträger zu dokumentieren, hat das label mittlerweile über 400 CDs herausgebracht, von denen noch mehr als 250 im Katalog befindlich sind.


Es ist schade, daß sie dennoch bei "lediglich" 400 Aufnahmen bereits 150 gstrichen haben, aber erfreulich, daß sie einen "low cost" Markt bedienen, indem sie ältere Aufnahmen reduziert auf den Markt bringen.


Aber ich muss sagen, dass ich mit dieser Meinung eher alleine stehe, die Aufnahmen haben fast überall nicht nur höchste Interpretationsnoten, sondern auch höchste Klangbewertungen erhalten!


Zahlreich im Katalog vertreten ist auch Rautavaara, z.B. mit diesen hervorragenden Einspielungen:


Da kenne ich zwei Aufnahmen. Das von Dir gezeigte Klavierkonzert #3, und die Sinfonie #6 gekoppelt mit dem Cellokonzert.
Letztere überzeugt mich als Aufnahme weniger als die Aufnahmen von der schwedischen "Konkurenz".


Diese Aufnahme ist ein wahrer Traum

http://www.ondine.net/_cache/tmpl_plugin_thumbnail/b1e1e699ffefe9ad6a652f879d0bbf3b.jpg

Transparent, luftig, beschwingt, vibratolos historisch informiertes Musizieren ohne dass man deswegen historische Instrumente benutzt hätte, soweit ich das beurteilen kann. Die CD beinhaltet BWV 1041 bis 1043 und BWV 1060. Hier haben mir mp3s nicht gereicht, da musste dann der volle Klang auf CD her!


Wirklich? Müßte ich mal wieder hören, aber ich erinnere mich an gut, aber an mehr nicht...


Ein auf Ondine herausgebrachter Künstler, mit dem ich mich gelegentlich - durchaus nicht immer - schwer tue, ist, jedenfalls wenn er als Pianist auftritt, Olli Mustonen


Die Mustonen Kopplung Bach / Schostakowitsch ist in gewisserweise Interessant, der Pianist interessiert mich nicht mehr!
Du hast Recht, Bach und Schostakowitsch "verschwimmen"!

Denke, Ondine hat es schwer spitzen Musiker zu "verpflichten". BIS ist da eindeutig stärker!
HenningKolf (29.11.2007, 22:01):
@ Rachmaninov

- Ich weiß natürlich nicht, was Du bzgl. Bach als Alternativeinspielungen hast bzw. kennst (?)...mir ist bisher nichts Besseres untergekommen (ok., muss nicht viel heißen).............ich finde gerade bei dieser Art von Musik ist der gewählte Ansatz mit einem eher kleinen Ensemble und einem nicht zu sehr im Vordergrund stehenden Solisten recht passend


- zu einem umfassenden Rautavaara-Vergleichshören bin ich noch nicht gekommen.....................

- Ondine hat auch noch den einen oder anderen eher unbekannten Komponisten im Katalog, dazu werde ich dann im Faden über skandinavische Komponisten hier und da ein paar Worte verlieren, wenn ich gerade einen frischen Höreindruck habe

Gruß
Henning
Amadé (30.11.2007, 21:21):
Hallo Henning,

schon seit einigen Monaten besitze ich einige CDs von Ondine. Darunter auch die oben genannte mit den Violinkonzerten von Bach mit den Kuusistos, die mir sehr gut gefällt.
Neben vielen Aufnahmen mit Werken skandinavischer Komponisten pflegt Ondine auch, jedoch mehr am Rande, den Main-stream Bereich, z.B. Beethoven mit Olli Mustonen

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51IxuH7f8vL._AA240_.jpg
die Musik wird hier reichlich gestelzt vorgetragen, das ich nicht unbedingt meine Sache.

Der Dirigent Christoph Eschenbach hat bei Ondine ein Forum erhalten, einige CDs sind erschienen, meist live-Mitschnitte:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41YMsd8LebL._AA240_.jpg

auch die 5.Sinfonie ist erhältlich. Als Füller werden die 12 Stücke op.37 "Die JAhreszeiten" zugegeben, bei NR.4 1-6, bei Nr.5 6-12. Bei den Sinfonien lässt sich Eschenbach viel Zeit.

Dann einer Mahler-Sinfonie

http://ecx.images-amazon.com/images/I/412E3GzdYIL._AA240_.jpg

sowie Bartok, den ich noch nicht gehört habe, und auch Bruckner:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/31PTXK7H87L._AA240_.jpg

Die Aufnahme gefällt mir nicht, zu langsam, zu träge, die Musik schleppt sich dahin. Da gefällt mir Celibidache, der noch mehr Zeit braucht, viel besser, bei ihm wird die Gestaltung der Musik erlebbar.

Grüße Bernd
HenningKolf (01.12.2007, 09:00):
Original von Amadé



Neben vielen Aufnahmen mit Werken skandinavischer Komponisten pflegt Ondine auch, jedoch mehr am Rande, den Mainstream Bereich, z.B. Beethoven mit Olli Mustonen

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51IxuH7f8vL._AA240_.jpg
die Musik wird hier reichlich gestelzt vorgetragen, das ich nicht unbedingt meine Sache.

Der Dirigent Christoph Eschenbach hat bei Ondine ein Forum erhalten, einige CDs sind erschienen, meist live-Mitschnitte:



Grüße Bernd


Hallo Bernd,

ich denke, dass es für ein kleines Label nur bedingt ratsam ist, solche Kompositionen wie die KK von Beethoven einzuspielen. Es gibt ja eine unzählige Anzahl großer Pianisten, großer Dirigenten und großartiger Orchester...wer kauft da - außer der Handvoll Sammler wie Du und ich - schon Mustonen? (wobei ich es gleich gelassen habe, weil ich kurz reinhören konnte). Ein Geschäft kann man damit nur machen, wenn man groß genug ist, die Werbetrommel zu rühren - damit verkauft man dann auch solche Mendelssohn-Vergewaltigungen wie die von Kurz-Kurz. Aber schön, dass solch kleinere Label wie Ondine die eher exotischen Komponisten herausbringen oder auch von den Branchengrößen geschassten Künstlern wie Barto ein Forum geben...zu EMIs Zeiten hätte der nie sagen können ich spiele jetzt Rameau - und dazu noch auf diese polarisierende Art und Weise - ein. Natürlich ist Sibelius kein Exot, aber insoweit steht man als finnisches Label in der Pflicht und insoweit hat man mit Segerstam durchaus einen klingenden Namen verpflichtet, wobei ich jetzt nicht weiß, ob er tatsächlich von BIS zu Ondine gewechselt ist oder parallel für beide Label arbeitet.

Zu Eschenbach: Mahler und Bruckner werde ich aus Sammlergründen wohl jedenfalls als Datei kaufen, auch wenn mir noch nichts sonderlich Überzeugendes von Eschenbach begegnet ist..

Gruß
Henning
tubi (23.02.2024, 12:17):
Hallo,

Ich mag die Aufnahmequalität von ONDINE sehr. Alles ist schön sauber, man hört die Raumakustik und die Töne bis zum letzten Ton.

Ich liebe den 24/96 Download von 2013 :
Kaija Saariaho
Chamber Works for Strings
Vol. I

Vieleicht könnt ihr mir noch ein paar Empfehlungen von dem Label geben. Ich höre nur Downloads und benutzte nur im Notfall CD´s.
Dieser Thread ist ja nun schon 17 Jahre alt und wir sollten das Label wieder ins Rampenlicht rücken.
Sfantu (23.02.2024, 13:45):
Hallo tubi
und willkommen bei uns!

Deinen Enthusiasmus für den Klang der Ondine-Veröffentlichungen - kann ich ihn teilen?
Mal ja, mal eher nein.

Ich beginne mit einem weniger berauschenden Beispiel:
die verdienstvolle Gesamtaufnahme der sechs Sinfonien Erkki Melartins mit der Tampere Filharmonia und Leonid Grin würde ich von der Darbietung her als grundsolide bis gut bezeichnen - der Klang allerdings ist eher so lala. Da wäre sicher noch Luft nach oben gewesen.

Bei diesem Melartin-Album hat die Ondine-Aufnahmetechnik dagegen ausgezeichnete Arbeit geleistet:



Erkki Melartin

Traumgesicht op. 70
Marjotta op. 79*
Auszüge aus dem Ballett "Sininen helmi" (Die blaue Perle) op.160

*Soile Isokoski, Sopran
Radion sinfoniaorkesteri Helsinki - Hannu Lintu
(CD, 2016)

Da Du mit Kaija Saariaho für Neue Musik zu begeistern bist, fällt mir dieses Album (Beitrag Nr. 67) ein, das ich vor allem wegen Tiensuus spannender Musik empfehlen kann. Aber ja - auch der Klang ist sicher mehr als gut.

Apropos Saariaho -
die folgende CD gefällt mir gerade auch vom Klang her sehr gut. Bei Werken mit Zuspielung elektronischer Klanquellen bin ich zuerst immer skeptisch da ich handgemachte Musik bevorzuge. In diesem Falle aber ist das Ergebnis überzeugend. Und vielleicht ist das Einbinden von Elektronik ja gerade besonders herausfordernd für die Aufnahmetechnik.



Kaija Saariaho

Lonh für Sopran und Elektronik
Près für Violoncello und Elektronik
Noanda für Flöte und Elektronik
"Sechs japanische Gärten" für Schlagwerk und Elektronik

Dawn Upshaw, Sopran
Anssi Karttunen, Violoncello
Camilla Haitenga, Flöte
Florent Jodelet, Perkussion
(CD, 1997)
Joe Dvorak (24.02.2024, 01:09):
Odine ist mir noch nicht durch einen außergewöhnlich guten oder labeltypischen Klang (wie z.B. Tacet) aufgefallen. Zu meinen Dauerbrennern gehören das gezeigte Album von Saariaho und die Beethoven Klavierkonzerte 3 & "6" mit dem oben mehrfach abgewatschten Mustonen.
Off topic ein technischer Hinweis: Der Link kann auch direkt auf Beitrag 67 gesetzt werden, indem man auf die Beitragsnummer klickt und dann den Permalink kopiert.
tubi (05.03.2024, 12:43):
Vielen Dank für Eure Tips.
Ich bin froh von euch Inspiration zu bekommen. Mit solcher Musik bin sehr allein in meinem Umfeld.

Es ist schade, daß die Qualität bei vielen Labels so sehr schwankt.
Digitalrecording ist von jedem zu machen, der einen PC bedienen kann. Zu Analogzeiten brauchte man eine jahrelange Ausbildung, um die Technik bedienen zu können. Man bekam im optimalen Fall sehr viel Wissen über Akustik und Mikrophonierung.
Da der Markt so riesig groß ist, will ich mich hauptsächlich auf gute Aufnahmen konzentrieren.
Sehr zufrieden bin ich auch mit Aufnahmen von Acousence. Diese klingen wie gute Analogaufnahmen mit viel Feinheiten, räumlicher Tiefe und Realismus. Allerdings ist die musikalische Bandbreite begrenzt.
Viele Digitalaufnahmen haben null Nebengeräusche, Rauschen oder Hall. Alles ist tot und wie weg gefiltert.
Pentatone und Sony würde ich als Beispiele dafür nennen.

Sfantu hat mir gleich ein paar spannende Alben geschrieben, die zum Teil auf den Download-Seiten nicht verfügbar sind.
Qobuz hat eigentlich ein breites Angebot, aber bei PrestoMusic konnte ich alle finden.

Die Erkki Melartin "Traumgesicht...." habe ich auf Presto Music in 24/48 gefunden. Damit werde ich anfangen.
Tiensuu und Saariaho sind noch 16 Bit, also werde ich mal nach den CD´s schauen.
Es ist schade, wenn so relativ neue Digitalaufnahmen nur in 16 Bit gemastert oder gar aufgenommen wurden.
Erst mit 24Bit/>48kHz kommt man in die Nähe von guten Analogaufnahmen der 60´er und 70´er Jahre.

Ich bin eigentlich kein Freund von klassischem Gesang und Oper mag ich gar nicht. Manchmal kann aber auch Gesang in neuen Kompositionen sehr schön sein.
Ich mag die Kombination von elektronische Klangquellen in Verbindung mit klassischen Instrumenten.
Mason Bates Kompositionen mag ich z. B. sehr.

Ich bin jetzt bestimmt öfter hier. Da ich meine Online-Zeiten möglichst gering halte und in der Freizeit lieber Musik höre, kann es manchmal etwas dauern.