Oper für Einsteiger

Jimi (27.04.2006, 07:43):
Hallo zusammen,

wenn man beginnt sich mit Opernaufnahmen zu beschäftigen, steht man ja einem ziemlich unüberschaubaren Angebot gegenüber, da ist guter Rat teuer, denn auf die „Fachpresse“ kann man sich ja IMO auch nur bedingt verlassen.
Dann ist es gut wenn man ein paar gute Tipps für den Anfang bekommt. Anspieltipps sozusagen, nicht unbedingt gleich Empfehlungen von Gesamtaufnahmen. Also z.B. hör dir mal die Arie „abc“ von dem Sänger „xyz“.

Genau das soll hier passieren.

Was würdet ihr Einsteigern vorspielen, was ist für den Anfang eurer Meinung nach„geeignet“?

Aufnahmen die einen selbst überragend erscheinen könnten auf Opernneulinge eher abschreckend wirken. Eine der eindrucksvollsten Aufnahmen die je gemacht wurde, ist sicher die Medea von Maria Callas, aber ist das für jemanden geeignet der noch nie Oper gehört hat?

Hier mal ein paar Vorschläge von mir:

Bizet : Die Perlfischer "Au fond du temple saint“
Mit Jussi Björling und Robert Merrill.

Humperdinck : Hänsel und Gretel "Abends will ich schlafen gehen“
mit Elisabeth Grümmer und Elisabeth Schwarzkopf

Mozart : Die Zauberflöte "Bei Männern“
mit Gundula Janowitz und Walter Berry.

Mozart: Cosi fan tutte "Soave sia il vento“
mit Schwarzkopf, Ludwig, Berry.

Mozart: Le Nozze di Figaro "Canzonetta sull aria”
mit Kiri Te Kanawa und Lucia Popp

Huch noch gar keine Arie dabei mal was fröhliches :

Donizetti : La Fille du regiment "Ah! mes amis…" von Juan Diego Florez

So das soll erst mal reichen.
Bin auf eure Vorschläge gespannt.

Viele Grüße

Jimi
Engelbert (27.04.2006, 09:01):
Hallo Jimi,

ich bin auch Deiner Meinung, dass man bei Einstiegswilligen nicht gleich mit einer Gesamtaufnahme, sondern mit einem Sängerporträt anfangen soll. Am besten ein deutschsprachiges Recital zunächst bevorzugen und erst danach zu Donizetti und Verdi übergehen.

Danach ist mit den Stimmfächern vertraut machen. Bei den Tenören habe ich eine persönliche Vorliebe für Peter Seiffert. Der Rheinländer kann das Wort "Liebchen" nicht richtig aussprechen und singt "Mein Liebschen". Karita Mattilla hat ein Poträt mit deutschen Arien eingespielt, in dem hauptsächlich "Weber" vorkommt. Mit "Abscheulicher, wo eilst du hin" erfährt der Neulung, dass es in der Oper wie im Leben auch Bösewichter gibt.



Bei jugendlichen Einsteigern würde ich mit solchen Opern beginnen,
die sich mit Heldensagen beschäftigen. Die frühen Wagneropern: "Holländer, Tannhäuser, Lohengrin" sind durchaus geeignet. DVDs mit Bildunterschrift vor der CD den Vorzug geben!
Den Neunjährigen bekomme ich vom Bildschirm nicht weg, wenn er "Ruslan und Ludmilla" oder "Fürst Igor" sieht. Abstrahierte Inszenierungen vermeiden!

Erste Operngesamtaufnahmen als Anschaffung wären: Donizettis "Liebestrank" oder die von Dir erwähnten "Perlenfischer".
-

Meinen eigenen Einstieg hatte ich mit dem Kinofilm "Aida" gespielt von Sofia Loren und gesungen von Renata Tebaldi. Meine ersten Opernquerschnitt (Gesamtaufnahmen in den sechziger Jahren eine Preisfrage) waren "Aida" (mit Milanov, Bjoerling) und "Rigoletto"
(mit Berger, Peerce) sowie die "Carmen" mit Rise Stevens.

In Köln habe ich meine erste Life-Oper gesehen "Rheingold", "Turandot"
und wiederum "Aida", natürlich in deutscher Sprache. Damals war es noch undenkbar, diese italienisch zu singen, weil die hauseigenen Kräfte nur in deutsch einstudiert hatten. Die Nilarie klingt in deutsch furchtbar.
Da Aida eine Dunkelhäutige ist, wurde sie kräftig eingeschwärzt.

Von Haus aus bekam ich keinerlei Zuspruch, man ließ mich aber gewähren. Wenn die Callas-Norma dagegen zu laut und schrill wurde, ging die Wohnzimmertür auf und es kam der Spruch von meiner Mutter: "Hast du die alte Gallerziege schon wieder dran?"


LG.

Engelbert
:engel
Rolf Scheiwiller (27.04.2006, 11:07):
Hallo Jimi und Engelbert.

Bei mir hat die Beschäftigung mit der Oper 1959 begonnen. Auf 17 cm Schallplatten trug ich etwas aus Böhms " Zauberflöte " nach Hause. Ich glaube die " Bildnis " - und " Papageno- "Arie. Die alte DECCA - Einspielung von 1955. Dann etwas aus dem " Barbiere di Sevilla ". Die" Rosina"- Arie mit Callas unter Galliera. Richtig los gings aber erst 1966. Dann gab es kein Halten mehr !

Man darf sicher sagen, dass Mozarts " Zauberflöte " bei sehr vielen Musikfreunden der Auslöser war, Opern genauer kennenzulernen und immer mehr zu lieben.

Gruss.
R.

@ Engelbert. Jimi und ich, und auch sämtliche andern Mitglieder sind sehr froh, dass wir mit Dir eine so kompetente Persönlichkeit hier bekommen haben. :thanks
Ganong (27.04.2006, 15:33):
Liber Jimi ,
es hat sich wohl kaum etwas geändert sein meiner Schulzeit . Pflichtoern waren "Hänsel und Gretel" und "der Freischütz" . Danach kam die "Zauberflöte" .

In der Literatur waren es mit einem damals überragenden Ewald Balser "Nathan der Weise" und der arg geschundene "Wilhelm Tell" . Unser Schulzeit klang au s, literarisch , mit "Fausti" und "Faust II" , weil wir unser Abi-Abschlussfahrt nach Wien machen durften ( gottlob nicht nach Berlin - West oder London ) .

da Herr D. Kaiser , unser grossartiger Klassenlehrer und Menschenfreudn in Sachen Abiturbezwimngung , nicht so viel von Opern hielt , "beschloss" ich mein musikalisches Schülerdasein mit "Le Nozze di Figaro" in der Wineer Staatsoper . Ich habe die auuführung für immer behalten .

Man sollte tatsächlich in der Regel mit Werken der Muttersprache beginnen. Ausnahme : man kann eine Fremdspreache sehr gut .

I höheren Klassen sollt eunbedingt der "Wozzeck" besprochen werden w, weil Georg Büchners "Woyzeck" von einzigartiger Eindringlichkeit ist . Ich konnte das bei unserem Deutschlehrer Dietrich Kaiser ausführlich machen .

Auch "Lulu" ( mit der Stratas ) würde ich sehr empfehlen .

Viele Grüsse , Frank
Cosima (27.04.2006, 18:06):
Hallo,

ich bin ja der typische Einsteiger, der über diesen Status wohl auch nie hinauskommen wird. Angefangen - und bald danach auch wieder aufgehört - habe ich mit:

La Traviata - die Kleiber-Aufnahme, dann jene mit der Callas unter Giulini (Diese Oper liebe ich schon sehr, aber wie könnte das auch anders sein?)

Rigoletto –Solti

Der Freischütz und Die Fledermaus –beide unter Carlos Kleiber.

Tristan und Isolde – Kleiber wie gehabt

Die Zauberflöte – Böhm

Die Walküre – Furtwängler

Im Grunde habe ich nur wegen Kleiber zu den Opern gegriffen. Richtig gut gefallen haben mir dann auch erst einige russische Werke (z.B. Chowanschtschina, Der feurige Engel, Die Zarenbraut, Pique Dame).

Soweit die unmaßgebliche Meinung eines kompletten Opern-Laien. Die Idee mit den Sängerporträts kam mir auch, hat bei mir jedoch überhaupt nicht gefruchtet. Wenn schon Oper, dann lieber ein ganzes Werk. Ich hatte begonnen, solche Porträts zu sammeln, sie inzwischen jedoch allesamt wieder verkauft. Allein den Flórez habe ich behalten, weil ich seine Stimme sehr gerne höre.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (27.04.2006, 22:13):
hallo,

durchaus als "Einsteigeroper" würde ich Verdi's Aida nennen, da diese doch eine sehr "packende" oper ist, die durchaus auch beim ersten Hören interessant ist. Was meint ihr?

R
Jack Bristow (27.04.2006, 22:32):
Ich bin kein großer Opernfan, aber ich halte das Anbieten von ein paar "Schlagern" wie den ganz oben genannten Stücken für eher zweifelhaft. Ein opernferner Zeitgenosse wird Hänsel&Gretel vermutlich unerträglich kitschig oder kindisch finden (ähnliche Bedenken habe ich ehrlich gesagt bei der Zauberflöte) und mit solchen einzelnen Liedern kaum etwas anzufangen wissen.
Am besten erscheint mir eine Live-Aufführung, wenn das nicht geht, ein Video einer möglichst dramatischen Inszenierung. Oper ist Theater, nicht nur ein Kranz bunter Melodien. Am besten ist daher die volle Packung Sex & Crime (oder wenigstens eins von beiden), also z.B. Tosca, Rigoletto, La Traviata, evtl. auch Fidelio, Walküre, Salome oder spritzige, schnelle Komödie wie Mozarts Figaro oder Don Giovanni.

Es kommt aber natürlich immer darauf an, was für Musik die Person hört, ob sie theaterinteressiert ist usw. Ich habe aber den starken Eindruck, dass der Zugang über die "Schönsten Melodien aus Oper und Operette" heute etwas altfränkisch wirkt...

viele Grüße

J. Bristow
Atilla (28.04.2006, 20:49):
Hallo,

eine Bekannte von uns wollte sich mal für Oper interessieren und wir haben überlegt, was wir ihr als Einstieg anbieten sollen.
Wir sind auf den Liebestrank gekommen, in der Inszenierung aus Lyon mit Papanno, Alagna und Gheorghiu
oder aber mit La Traviata, den Zefirelli Film mit Domingo und Theresa Stratas.
Unser Angebot an Filmen ist nicht so groß, aber das schien uns geeignet für den Einstieg. Schöne Bilder in beiden Filmen, und schöne, auch eingängige Melodien.
Leider hat sich das Interesse der Bekannten für die Oper wieder aufgelöst.

Gruß Ralf
ab (16.05.2006, 22:24):
Meine Einsteigeropern als Kind waren Beethovens Fidelio und Karl Orfs Die Kluge (später auch der Mond).

Natürlich sollte da die Muttersprache eine Rolle spielen!
Mime (19.05.2006, 18:29):
Mit meinem Patensohn hab ich auf dessen Wunsch (Mutprobe) Tristan und Isolde angeschaut.Er hats überlebt und wird dem Richard weiterhin die Stange halten.
martin (25.05.2006, 11:44):
Hallo!

Ich bin auch eher ein Opernbanause, das gebe ich zu, wobei es mich beruhigt, damit nicht alleine zu stehen.

Opernsampler gibt es im übrigen oft schon sehr billig, weil sie ja gewissermaßen Reklame für die vollständigen Produkte darstellen. So einen Sampler kann man dann ja mal abgreifen.

Ansonsten: Es ist wirklich sehr schwer vorauszusagen, was jemandem anderen gefällt und was nicht. Deshalb tue ich es auch nicht. Es ist auch nicht gesagt, daß man unbedingt immer die ganze Oper braucht, manchmal tuts ein Querschnitt auch. Also mir ist es so gegangen, daß ich einen Querschnitt aus Otello vor einiger Zeit kaufte ( mit Fritz Busch) und dieser einen ungeheuren Eindruck bei mit hinterließ. Dann hörte ich den Otello in der Oper, dann mit Karajan, zum Schluß gelang es mir, die ganze Oper mit Fritz Busch zu erlangen. Letzlich enttäuschte mich dies. Also in diesem Querschnitt waren doch letzlich schon die besten Sachen dabei und im Grunde höre ich ihn am liebsten.

Gruß Martin
Janina (26.05.2006, 02:14):
Potentiellen Einsteiger sofort mit in die Oper nehmen, nicht nur eine CD vorsetzen! Das soll schließlich sofort zum Erlebnis werden. Und der in klassischer Musik unbeleckte Hörer ist so auch leichter zu fesseln.
Ich hab da auch so meine Erfahrungen gemacht und muss sagen, ich war etwas überrascht. Die erste Oper, in die ich meinen Freund Deniz mitgenommen habe, war Mozarts Figaro. Seine Reaktion war, dass er es etwas zu albern fand. Opera buffa scheint also nicht für jeden Einsteiger was zu sein... Ich dachte, da wäre der Zugang leicht. Vielleicht doch lieber Klischeeopern von Verdi oder Puccini... :wink
Grundsätzlich würde ich sagen: Besser eine fremdsprachige Oper mit Übertitelung. Der ungeübte Hörer versteht auch bei einer deutschsprachigen Oper kein Wort. Und da fehlt ja (in der Regel) die Übertitelung.
Solitaire (06.03.2008, 13:33):
Bohème
O soave fanciulla
Pavarotti/Freni


Don Giovanni
La ci darem la mano
Berger/Siepi

Nozze di Figaro
Che soave zefiretto
Berger/Grümmer

Traviata
Un di felice
Villazón (jawoll! :D)

Traviata
Parigi o cara
Callas/Kraus

Eugen Onegin
Kuda, kuda
Wunderlich oder Villazón, beides sehr schön.

Don Giovanni
Dalla sua pace
Wunderlich
Norma
Casta diva
Callas, wer sonst?

Wenn dann die Neugierde geweckt ist, auch mal längere Szenen, z. B.
Carmen
C'est toi? C'est moi
Norman/Shicoff

Als Einsteigeroper fürs Theater empfehle ich immer noch "Carmen". Da sind so viel Ohrwürmer drin die JEDER kennt, daß es schon ordinär wäre, wäre die Musik nicht so grandios. Oder auch "La Traviata". Dann aber mit dem Hinweis vor Beginn, daß das Vorspiel zum ersten Akt nicht mit den Worten "Ich hab dein Knie geseh'n" beginnt.
Das hat mir nämlich eine Freundin zugeflüstert, als ich sie mit in ihre erste Oper (eben Traviata) genommen habe. "Das kenne ich! Das ist Ich hab dein Knie geseh'n!!!" :J
Cetay (inaktiv) (06.03.2008, 14:43):
Original von Solitaire
Als Einsteigeroper fürs Theater empfehle ich immer noch "Carmen". Da sind so viel Ohrwürmer drin die JEDER kennt, daß es schon ordinär wäre, wäre die Musik nicht so grandios. Oder auch "La Traviata". Dann aber mit dem Hinweis vor Beginn, daß das Vorspiel zum ersten Akt nicht mit den Worten "Ich hab dein Knie geseh'n" beginnt.
Das hat mir nämlich eine Freundin zugeflüstert, als ich sie mit in ihre erste Oper (eben Traviata) genommen habe. "Das kenne ich! Das ist Ich hab dein Knie geseh'n!!!" :J

Es hätte schlimmer kommen können, wenn ihr im Rigoletto gewesen wärt und sie dir zugeflüstert hätte: "Das kenne ich! Das ist Schoko Crossies!!!"

NB: Für mich hätte sich keines der genannten Werke als Einsteigeroper geeignet, eben WEIL so viele Ohrwürmer drin sind. Ich hab Jahre lang keinen Zugang zur Klassischen Musik von Bach bis Brahms gefunden, weil mir deren populäre Themen einfach zu banal erschienen und ich konnte nie begreifen, warum man diese Kinderliedmelodien als "Ernste Musik" bezeichnet, während man die unsingbaren Themen des Jazz in die Unterhaltungsecke stellt. Ich musste mich in einem mühsamen Desensiblisierungsprozess rückwärts durch die Musik-Geschichte fressen von Cage über Berg und Boulez zu Sibelius und Bruckner und dann erst zu Mozart und Beethoven. Meine erste Oper war Glass' Echnaton und allzuviele andere hab ich auch noch nicht vollständig gehört. Die Desensibilisierung gegen klassisch-romantisches Arien-Geträller und -Geschmetter will nicht so recht gelingen. :ignore

:hello Herzlich Willkommen
Solitaire (06.03.2008, 15:28):
Je nun. Man kann populäre „Kindermelodie-Arien“ seelenlos trällern, oder man macht ein tief erschütterndes menschliches Drama daraus wie z.B. Callas in „La Traviata“.
Anderes Beispiel: wenn ich die Berliner „Carmen“ von 2006 ansehe, so ist die zwar in vieler Hinsicht m.E. entsetzlich albern inszeniert, dennoch ist es nicht bloß ein Wunschkonzert in seltsamer Kulisse, dafür sorgen Marina Domashenko und Rolando Villazón,der zwar manchmal singt, daß einem himmelangst um ihn wird, dessen langsam irre werdender Don José aber weit mehr ist als ein Spitzentöne schmetternder Startenor.
Ich stimme dir zu, daß es albern ist, den „Liebestrank“ (den ich, das möchte ich betonen, sehr schätze!) als E-Musik zu werten und Billie Holidays „Strange fruit“ als U-Musik. Das ist albern und unangebracht, keine Frage.
Wie eingängig und allgemein beliebt ein Werk, eine Melodie ist, sagt m.E. nichts über die Qualität aus. Weder im Guten, noch im Schlechten.

Zu den Choco-Crossies: ist mir auch schon passiert. Ich renne fröhlich „La donna è mobile...“ trällernd über die Flure und ein Kollege antwortet mit „Sind Choco-Crohosieeees...“
Was will man machen.
Ich wurde in meiner Eigenschaft als Bibliotheksangestellte auch schon mal nach „der Musi aus der Sprengel-Werbung“ gefragt. Es stellte sich dann als „O Fortuna“ aus Carmina Burana raus.

Danke für die Willkomensgrüße :)
nikolaus (06.03.2008, 21:09):
Herzlich willkommen, Solitaire!

Ich krieche gerade wieder unter dem Tisch hervor, unter dem ich vor Lachen lag!! :rofl

:thanks Nikolaus.

P.S.: Solitaire, welch ein schöner Name!
manrico (06.03.2008, 23:58):
Hallo Solitaire!

Ich glaube, es wird ganz dringend zeit, dass wir einen Eugen Onegin Thread aufmachen. Ich habe mich ja schon lange mit dem Gedanken getragen, für diese - einer meiner Lieblings-opern einen Thread zu eröffnen. Jetzt, wo ich eine Verbündete für Onegin habe, ist es natürlich noch viel mehr an der Zeit. Onegin und Pique Dame sind, glaube ich, die einzigen Aufnahmen, die ich auf deutsch, russisch und italienisch hab.
Und Wunderlich hat einen grossen Konkurrenten: den genialen Anton Dermota. Der ist für mich ein echter Tenor der Extraklasse.

Onegin eignet sich übrigens gut als Einsteiger-oper, wenn man mal die erste Gutshofszene beiseite lässt. Die fand ich anfangs etwas zäh, erst viel später hab ich begonnen, ihre Schönheit zu verstehen.

lg

Werner
Solitaire (07.03.2008, 07:30):
Guten Morgen!
Erstmal danke an Nikolaus für die Willkommensgrüße! Es wäre zu überlegen, mal ein Thema zu "Seltsame Umschreibungen eines gesuchten Werkes" o.Ä. aufzumachen. Da haben Bibliotheksmenschen allerhand zu berichten. Ich hatte mal zwei junge, sehr hübsche Mädchen zu beraten, die sich augenscheinlich mehr für ihr Make-Up als für den Musikunterricht begeistert haben (ist ja auch nicht verboten wenn man 16 ist). Jedenfalls suchten sie was über den "Musiker Riffel" ?( ?( ?( ?(
Ich habe wirklich alles versucht: die Epoche erfragen aus der er kommen soll, die Musikrichtung, das allgemeine Thema des Musikunterrichts. Ob es ein Komponist, ein Instrumentalist oder was auch immer ist. Nix, sie hatten keinen blassen Schimmer. Ich rechne es meinem Kollegen, den ich dann um Hilfe angegangen bin heute noch hoch an, daß er auf die Idee gekommen ist, daß es sich um Maurice Ravel handeln könnte...

@manrico
Der Onegin-Thread ist eien gute Idee. Aber ob ich da solch eiine Hilfe bin? Habe die Oper bisher erst einmal gesehen (vor ein paar Monaten hier in Remscheid) und war absolut hingerissen. Danach habe ich den Film ausgeliehen der in den 70gern mal für das Fernsehen gedreht wurde, mit Teresa Stratas und Hermann Prey. Ich weiß nicht, ob du ihn kennst. Mir hat er gut gefallen, aber wie gesagt, ich bin da blutiger Anfänger. Lasse mich aber gerne über alles belehren, was es da so zu wissen und zu hören gibt. Wie man in Zukunft unschwer merken wird, bin ich großer Villazón-Fan (kann aber gut damit leben, wenn andere den Kerl nicht ausstehen können :D ) und war deshalb hocherfreut als ich gelesen habe, daß er Cavaradossi zugunsten von Lensky sausen lassen will. Eine, meiner bescheidenen Ansicht nach, in vieler Hnisicht gute Idee.
Wunderlichs Lensky kenne ich nur in Auszügen, einmal natürlich die Arie, außerdem gibt es in dem Wunderlich-Portrait daß im vergangenen Jahr häufig im Fernsehen zu sehen war, noch verschiedene Ausschnitte. Es hat mir sehr gefallen. Aber gut, das ist ja bei Wunderlich normal. Er ist und bleibt für mich der größte, beste, herrlichste von Allen. Anton Dermotta habe ich noch nicht gehört, wäre also nachzuholen. Ich habe in der Bibliothek zwei Onegins auf CD vor der Nase (beide auf russich), die ich mir aber noch nicht näher angeschaut habe, muß das bald mal dringend machen.
thwinter12 (13.12.2008, 14:39):
Original von thwinter12 vom 05.12.2008 aus „Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2008?“
und nun ein erneuter Versuch von mir in die Welt der Oper "vorzudringen":



Ernst Krenek (1900-1991)
"The 3 Opera Set"
Capriccio 2004Original von cellodil
Deinen "Opernversuch" finde ich originell. Wenn ich das richtig interpretiere, versuchst Du Dir mit Krenek Zugang zu Opern zu verschaffen. Oder habe ich das falsch verstanden? Auf jeden Fall ein origineller Weg. Nicht Mozart, keine Italiener, sondern Krenek. Würde mich interessieren, wieso gerade Krenek... Original von Dox Orkh
Ich kann th12 verstehen und halte aufgrund meiner eigenen Erfahrungen die Italiener für absolut ungeeignet. Meine Einstellung war in etwa: Wenn man schon diese komische unnatürliche affektierte Art des Singens ertragen muss, dann sollten es nicht gerade Kinderliedmelodien sein, die einem vorgesetzt werden. :ignore
Mittlerweile bin ich von der Allergie gegen klassischen Gesang geheilt und höre auch ab und an mal eine nicht-moderne Oper. Original von HenningKolf
Bei mir ist es weniger das Melodiöse, sondern mehr der (oft dämliche :ignore) Inhalt der erzählten Geschichte, der mich oft abzuhalten vermag. Lieber schöne Melodien, möglichst in nicht deutlichem Italienisch (sonst würde ich ja doch ein wenig verstehen) gesungen, besonders wenn es um Puccini und Bellini geht kein Blick ins Libretto und die deutsche Übersetzung............
Hallo Sabine + Jochen + Henning,

Liebe Sabine, Du hast ganz recht – die am letzten Wochenende zur nächtlichen Stunde gehörte Krenek’sche Doppel-CD ist die 2. Oper in meinem Leben. Oder besser gesagt meine 2. + 3. + 4. Oper, denn auf dieser Einspielungen sind ja 3 „Kurzopern“ von Ernst Krenek enthalten. Nichtsdestotrotz war vom Komponisten vorgesehen, sie immer in einem „Aufwaschen“ zu spielen.

Eure „Anteilnahme“ hat mich motiviert, vielleicht meine langsamen und zögerlichen Schritte in diese für mich noch völlig neue „Welt“ von Zeit zu Zeit zu kommentieren und diesen Thread von Jimi weiter zu „befüllen“. Grundsätzlich höre ich neben wuchtiger Instrumentalmusik auch sehr gerne Lieder mit Klavierbegleitung, das geht von Beethoven über französische Komponisten wie Widor – von Messiaen bis zu Brubeck. Außerdem ein paar Theaterbesuche im Jahr und liebend gern sakrale Vokalmusik. Also schon mal nicht so schlecht! :ignore Siehe dazu auch meinen Eintrag vom letzten Samstag bei Wer bin ich?!. Ich empfehle vor dem Weiterlesen mal dort reinzugucken…

Weiter geht's gleich mit meiner 1.Oper... :hello

Servas,
Thomas
thwinter12 (13.12.2008, 14:52):
Hallo allen,

... so und jetzt die Fortsetzung: Was war eigentlich meine 1. Oper? Na was wohl!? Hier mein Eintrag vom 22.11.2008 aus „Was höre ich gerade jetzt – Jahr 2008?“:Original von thwinter12
mein „Pendler-Programm“ dieser Woche war (Teil 1):



Wolfgang Amadeus Mozart
„Die Zauberflöte“
Wiener Philharmoniker, Karl Böhm 1955
Decca 1999

Ich liebe Walter Berry als Papageno! So soll er klingen... :down
Grundsätzlich wollte ich dass meine ersten Versuche in deutscher Sprache stattfinden. Ich will verstehen was gesungen wird, oder zumindest auf deutsch mitlesen können, damit ich den Inhalt und den Sinn einer Oper auch wirklich mitkriege. Inhaltsangaben hin oder her, wenn ich nicht den gesamten vorgetragenen Text verstehen kann, entgehen mir einfach viele Details der Opernhandlung die für mich relevant sind.

Und was wäre da wohl besser geeignet, als ein Werk, welches schon in frühester Kindheit und Jugend in der Schule durchgenommen wird: Mozarts „Zauberflöte“! Spätestens nach dem 1. Akt hat bei mir aber damals das kindliche Interesse nachgelassen:

-) Wer ist jetzt bitte wirklich der Böse? Wer der Gute?
-) Ich will gefälligst einen Kampf auf Leben und Tod zwischen Sarastro und Tamino sehen!
-) Papageno soll Pamina kriegen, das wär ein Spaß!
-) Wozu machen die jetzt überhaupt Prüfungen? Pamina ist doch schon „befreit“!?

Um was geht’s jetzt überhaupt – kenn‘ mich nicht mehr aus! Zum Glück ist gleich Pause und diese fade Musikstunde vorbei… :J

Ja, Ja – so war das damals! Ich Banause! :ignore Heute weiß ich dieses Mozart-Werk schon etwas mehr zu schätzen. Wunderschöne eingängige und bekannte Melodien und der Sinn der Handlung ist mir jetzt auch schon etwas verständlicher, aber so ganz noch immer nicht! Irgendwie ist der Höhepunkt der Oper für mich zum Ende des 1. Aktes hin, was dann noch kommt wirkt für mich so „zusammengeflickt“!? :ignore

Zur Böhm-Einspielung selbst: Ich wollte bei der „Zauberflöte“ einen Klassiker als Aufnahme haben! Und als ich vor ein paar Wochen beim Saturn in der Wiener Mariahilfer Str. (noch etwas zögerlich) bei den Opern „herumkrebste“ fiel mir diese Double-Decca für EUR 9,99 auf, die ich löblich in Erinnerung hatte. Und so griff ich zu und wurde weitestgehend nicht enttäuscht! :down

Am besten gefällt mir Walter Berry als Papageno. IMO hört man den sogenannten „Wiener Schmäh“ treffend aus seiner Stimme – ich bin begeistert und werde mir noch so manche Aufnahme mit Ihm zulegen, auch Lieder etc. Aber auch die Leistungen von Simoneau, Lipp und Böhme könnte ich nicht tadeln (mir fehlt halt noch etwas der Vergleich! :(). Einzig Paul Schoeffler als „Priester“ gefällt mir nicht – seine Stimme, ich mag sie nicht! Eine Frechheit finde ich das Booklet: in großer Schrift und mit spärlichen Informationen ausgestattet – mehr „Zauberflöte für Dummies…“! Hier hätte ich mir wirklich mehr erwartet - ich bin ja kein Kind mehr oder uralt! Als Ergänzung kaufte ich mir dann die Reclam-Ausgabe um zumindest mitlesen zu können und eine kurze Einführung ins Werk zu haben. Auch die deutsche Wikipedia-Site hatte einen interessante Artikel zur „Zauberflöte“ parat!

Dieses erste „Hörerlebnis“ hat mir aber auf alle Fälle Lust auf mehr gemacht! Was also als nächste Oper? Wieder Mozart? Nein es sollte gleich Krenek sein – meine Eindrücke und das Weshalb folgen baldigst…

Eines meiner - wahrscheinlich sehr hochgesteckten - Ziele ist Wagners „Ring des Nibelungen“ komplett zu hören. Eure Kommentare und Gedanken bei Der Welt Anfang und Untergang - Zu Richard Wagners "Ring des Nibelungen" machen mir ja ganz schön den Mund (und die Ohren!) „wässrig“. Aber vom Kauf der „Solti-Box“ bin ich natürlich noch Lichtjahre entfernt! :ignore :I

Ich hoffe, dass meine Kommentare nicht ab und zu Kopfschütteln unter den „Opernexperten“ unter Euch auslösen werden, weil meine Gedanken ev. etwas naiv wirken oder „aus dem Bauch heraus“ geschrieben sind. Wie gesagt, ich bin im Opernbereich noch so etwas wie ein Erstklässler mit Schultüte in der Hand, der gerade den ersten Tag die Schulbank drückt! Für wegweisende Ratschläge und ergänzende Anmerkungen Eurerseits wäre ich daher ab und zu sehr dankbar… :thanks

Servas,
Thomas
thwinter12 (29.05.2009, 08:01):
Original von thwinter12 aus "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" (24.05.2009)
Jetzt ein "Lauschen" in die Vergangenheit:

Verdi/Faure/Donizetti/De Crescenzo etc.
"The Complete Recordings of Enrico Caruso Vol. 7 (1912-13)"
Naxos 2001
Original von Jimi (28.05.2009)
Hallo Thomas,

das überrascht mich dass hier im Forum so alte Aufnahmen aus der akustischen Aufnahmeära(vor 1925) hört. Hast du noch mehr davon?
Wenn nicht solltest unbedingt auch mal die früheren Aufnahmen Vol 2 und 3 (1904-1907) anhören, die finde ich mit am besten.
Hallo Jimi,

aus der Caruso-Naxos-Serie besitze ich noch Vol. 11. Als ich vor ein paar Monaten begann (oder der Versuch begann) "etwas" Oper zu hören, wollte ich einerseits mit Operngesamtaufnahmen in deutscher Sprache (siehe weiter oben im Thread) und andererseits mit Arien-/Lieder-Zusammenstellungen eines "Kultsänger", einer Legende starten. Da fielen mir diese historischen Aufnahmen von Caruso in die Hände. Die nächste Vol. welche ich mir in Kürze kaufen möchte, wäre dann sowieso die 1. und dann weiter der Reihe nach.

Ich habe dabei entdeckt, dass ich solche alten Aufnahmen mag und das mich das Rauschen auch nicht im geringsten stört. Es strahlt IMO vielmehr eine gewisse Wärme aus und ich finde es faszinierend diese Stimmen aus einer fernen Vergangenheit zu hören.

Naxos Historical ist da ja wirklich ein Hit! Was hältst Du von diesem Label und hast Du die o.a. Caruso-Aufnahmen auch von Naxos?

Eine Frauenstimme soll es bei mir in nächster Zeit auch noch sein. Ich schwanke da noch zwischen Nellie Melba (wären dann auch Aufnahmen so um 1900) oder Rosa Ponselle (beginnend in den 20er Jahren). Was meinst Du? Bei den Männern würde mich noch Jussi Björling interessieren, aber mal abwarten... :wink

Servas,
Thomas
Solitaire (29.05.2009, 10:37):
Ich rate zu Rosa Ponselle! Ich kann dir ihre Traviata empfehlen. Es rauscht, es knistert, es wird der Stimme nicht immer grecht, aber welch eine großartige, lebensgierige, exaltierte, panische, verzweifelte, wunderbare Violetta.
Vielleicht die Einzige, die Callas in dieser Rolle das Wasser reichen kann.
Jimi (29.05.2009, 13:25):
Original von thwinter12 Als ich vor ein paar Monaten begann (oder der Versuch begann) "etwas" Oper zu hören, wollte ich einerseits mit Operngesamtaufnahmen in deutscher Sprache (siehe weiter oben im Thread) und andererseits mit Arien-/Lieder-Zusammenstellungen eines "Kultsänger", einer Legende starten. Da fielen mir diese historischen Aufnahmen von Caruso in die Hände.

Hallo Thomas,

wenn dieser Thread etwas gezeigt hat, dann das,dass der Zugang zur Oper von Person zu Person,sehr unterschiedlich sein kann.
Das du mit einer" Gesangslegende" angefangen hast finde ich interessant, ich habe Caruso übrigens auch recht schnell entdeckt als ich mich intensiver mit der Oper beschäftigt habe, leider gab es da die Naxos-Edition noch nicht.

Original von thwinter12
Naxos Historical ist da ja wirklich ein Hit! Was hältst Du von diesem Label und hast Du die o.a. Caruso-Aufnahmen auch von Naxos?


Ganz meine Meinung, besonders das Preis/Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar, andere Labels die einen ähnliche Qualität bieten, wie zb Preiser oder Nimbus Records sind teurer.
Die Carusoaufnamen habe ich komplett(12CD's) und noch etliche andere dazu. Ich würde dir empfehlen mit Vol 2 weiterzumachen und die Vol 1 am Schluß nachzuholen, die ersten Aufnahmen von Caruso(April 1902) sind nicht ganz so gut wie die ab 1904.
Wie Solitäre rate ich dir bei den Frauenstimmen mit Rosa Ponselle anzufangen, aber nicht als Erstes die Traviata , die klingt wirklich furchtbar, sondern diese Aufnahme(falls du Verdi magst):

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0636943172827.jpg

So,die Mittagspause ist um, ich schreib dir nachher noch was zu Björling.

:hello Jimi
thwinter12 (19.08.2009, 20:23):
Original von Jürgen aus "Heute doch nicht gekauft..." (17.08.2009)
Thomas (thwinter12) hat unlängst berichtet, dass der Solti-Ring für unter 70€ zu haben istOriginal von thwinter12
Nicht nur berichtet... :ignore Original von Jürgen
Oohoo, infiziert++ :D

oder schon länger her?
Auf alle Fälle hoffnungslos angesteckt! :D Denn seit diesem Wochenende höre ich bereits aus der mit Spannung erwarteten Solti-Box - getraute es mich aber bei "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ?" noch nicht zu posten (schon vor ein paar Wochen begann ich damit mich in den "Ring" etwas einzulesen und zunächst das komplette Libretto mehrmals buchSTÄBlich durchzuackern - aber dazu weiter unten mehr).

"Das Rheingold" bereits an die 3 Mal gehört, finde ich Gustav Neidlinger als Alberich einfach nur genial: Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an der Stelle angelangt bin, bei der er der Liebe abschwört. Bei ihm hatte ich genau dasselbe Gefühl wie bei Walter Berry als Papageno in Mozarts "Zauberflöte": Die Figuren scheinen ihnen wie perfekt auf den Leib geschrieben zu sein! :down

Vielleicht zu früh für Wagner? ?( Ich weiß nicht! Ich weiß nur, dass ich mich schon den ganzen Tag auf daheim freue, wenn ich die nächsten Szenen des "Ring" hören und in die Wagner'sche Welt versinken kann. Die ganze Tiefe dieses Monumentalwerkes zu begreifen ist mir sicherlich noch fern und wird wahrscheinlich (nicht nur) mir auch nie ganz begreiflich werden. Aber ich arbeite dran! Und genau DAS ist für mich die Essenz der letzten Monate:

Die vorherige Beschäftigung mit der Materie ist für das Verständnis und den Genuss eines solchen Werkes sichtlich unerlässlich! Dazu gehören für mich grundsätzlich das Lesen einer Inhaltsangabe und des vollständigen Librettos vor dem Hören der Oper und das Mitlesen (sofern in deutscher Sprache) beim 1. Anhören des Werks, sowie - bei Interesse - anschließend die weitere Vertiefung anhand von Spezialtexten.

So selbstverständlich und simpel es auch klingt! Andernfalls bleibt das Gesungene nur " Wagalaweia!“ und " Wallala! Lalaleia! Leialalei!" und damit die Oper für den ahnungslosen Hörer unverständlich. Ich brauchte anscheinend auch meine Zeit, um das zu lernen: Zuerst habt Ihr mir Mozart schmackhaft gemacht und nun erschloss sich mir ein noch weiteres "Betätigungsfeld": die Welt der Oper! :down

Nach Mozarts „Zauberflöte“ kamen die Kurzopern Ernst Kreneks - danach ein Sprung zu historischen Aufnahmen von Caruso & Co. - dann noch weiter in die Vergangenheit zu Monteverdis "L'Orfeo" - und nun Wagner!

Vielleicht wird es ja bald Zeit der "Obhut" von Jimis Thread Lebwohl zu sagen… :wink

Servas,
Thomas

P.S.: Weiter oben schrieb ich zu den beiden Sängern Neidlinger und Berry: "Die Figuren scheinen ihnen wie perfekt auf den Leib geschrieben zu sein!" Ich denke dabei, dass es auf alle Fälle eine spannende Suche wird, gerade solche SängerInnen "aufzuspüren"!?

Die menschliche Stimme scheint mir sogar noch mehr dazu befähigt, Gefühle des Glücks, der Trauer etc. darzustellen bzw. in ihren Zuhörern auszulösen, als andere Musikinstrumente. Doch wird dies sicherlich von Person zu Person anders wahrgenommen und dieser Gedanke entspringt vielleicht auch nur meiner derzeitigen Euphorie... :hello
Cetay (inaktiv) (20.08.2009, 08:27):
Original von thwinter12
Die vorherige Beschäftigung mit der Materie ist für das Verständnis und den Genuss eines solchen Werkes sichtlich unerlässlich! Dazu gehören für mich grundsätzlich das Lesen einer Inhaltsangabe und des vollständigen Librettos vor dem Hören der Oper und das Mitlesen (sofern in deutscher Sprache) beim 1. Anhören des Werks, sowie - bei Interesse - anschließend die weitere Vertiefung anhand von Spezialtexten.

So selbstverständlich und simpel es auch klingt! Andernfalls bleibt das Gesungene nur " Wagalaweia!“ und " Wallala! Lalaleia! Leialalei!"


Damit wird mir einiges klar... :J
Hosenrolle1 (17.05.2015, 21:14):
Original von Jimi
Humperdinck : Hänsel und Gretel "Abends will ich schlafen gehen“
mit Elisabeth Grümmer und Elisabeth Schwarzkopf

Ich würde eher Grümmer/Köth empfehlen, auch wenn die Tonquali schlechter ist.

Die Version Schwarzkopf/Grümmer finde ich wenig gelungen, weil Schwarzkopf die Grümmer übertönt, dazu klingt sie so, als würde sie den Mund beim singen gar nicht bewegen.

Die Köth klingt wesentlich jünger und frischer, und man hört die Grümmer als Hänsel ebenfalls sehr gut.


Alternativ würde ich vom Abendsegen die Version Larmore/Ziesak empfehlen; die Klangqualität ist natürlich besser, man hört die Streicher deutlicher, und vor allem diese Stelle

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/larmoreotgwf9q27b.jpg

habe ich noch in keiner Version schöner gesungen gehört, speziell die ersten beiden Viertel klingen herrlich!




LG,
Hosenrolle1