Opern - Querschnitte

Amadé (17.08.2007, 20:58):
Hallo Opernfreunde,

mit Einführung der Langspielplatte ca. 1950 war es Musikliebhabern möglich, die große Oper via eines Querschnitts in ihr heimisches Wohnzimmer zu holen. Gesamtaufnahmen wurden damals eher noch selten produziert. His Masters Voice war sich damals ziemlich unschlüssig Tristan und Isolde mit Furtwängler aufzunehmen, da sich die Aufnahme in den nächsten Jahren kaum amortisieren würde.
Highlights waren damals extra produzierte Querschnitte bekannter Opern unter Beteiligung der bekanntesten Sängern: E.Grümmer, M.Muszely, E.Köth,R.Streich, E. Lindermeier,S.Wagner, R.Schock, F.Wunderlich, H.Prey, J.Metternich, G.Frick u.a..
Gerade in Westdeutschland tat sich die Electrola, eine Tochterfirma von HMV mit bemerkenswerten Produktionen hervor, die fast alle von dem bedeutenden Produzenten Fritz Ganss betreut wurden. In allen Aufnahmen wurde in deutscher Sprache gesungen, wie damals auch im deutschen Stadttheater. Vor einigen Jahren wurden viele von ihnen nach 40 Jahren Dornröschenschlaf auf CD wiedererweckt und wegen der längeren Laufzeit der CD um Arien der Künstler, die in einem anderen Zusammenhang (meist Arienplatten) eingespielt wurden, und Ouvertüren ergänzt. Am Dirigentenpult standen damals metiersichere Künstler wie Wilhelm Schüchter,der die meisten Querschnitte dirigierte, aber auch A. Erede, R.Kempe, O.Ackermann, L.v.Matacic, B.KLobucar.
Hier einige CD-Cover:














Neben der Electrola brachte auch die DGG einige wenige Querschnitte heraus:









Wer die Querschnitte noch nicht kennt, sollte sich schnellstens in den nächsten Plattenladen begeben, es lohnt sich - und es wurde damals meist besser gesungen als heute!!!

Grüße Amadé
daniel5993 (17.08.2007, 23:10):
Hallo amade!

Irgentwie kann ich mich mit einem Querschnitt nicht anfreunden! Es ist nur ein Teil eines ganzen, vom Komponisten komponierten Werkes!
Ich höre mir immer gern das Ganze Werk an! Auch wenn das Bühnenspiel noch zwischendurch noch läuft!

Was meinst du damit, das auf diesen Querschnitten meist besser gesungen wurde? Meinst du damit, dass sie sich besser auf das "wenige" was sie zu singen hatten besser konzentrieren konnten? Oder ist es die Erfahrung, dass die Sänger von früher wie Berry, Dieskau überhaupt den Sängern von Heute überlegen waren?

Irgentwie brauch ich immer das ganze Werk vor mir, sonst ist mir nicht wohl!


Gruß
Daniel
:beer
Amadé (18.08.2007, 10:17):
@ Daniel

Dir als LP-Freak ist sicher bekannt, das es neben den LPs (17 oder 30 cm) noch die Singles mit 45 Upm gab. Ich besitze z.B. solch ein Juwel mit Rudolf Schock, auf der er die Arie des Max aus dem Freischütz singt, auf der Rückseite die des Florestan. Begleitet wurde er vom Orchester der Stätischen Oper Berlin unter Leitung von Artur Rother. Solche Singles trafen den Geschmack des Publikums und verkauften sich viel besser als Gesamtaufnahmen auf 2-4 LPs.

Die Sängerinnen und Sänger der in den 50er Jahren produzierten Platten konnten sich in der Regel auf eine langjährige Bühnenpraxis stützen, sie wussten, was sie und ihre Partner sangen. Ihre Stimmen waren viel langsamer gereift und abgesicherter als heute, sie konnten Wagner singen, weil sie jahrelang an Mozart, Gluck, Weber, Lortzing ... geschult worden waren. Die nach ca. 1975 produzierten Opernaufnahmen leiden meist daran, dass nicht mehr ein eingespieltes Ensemble singt, sondern jeder Sänger, jede Sängerin seine/ihre Arie abliefert, die nicht unbedingt zum großen Ganzen des Werks Bezug nimmt. Die Schuld für diese Misere liegt hauptsächlich an Großen Dirigenten und Plattenproduzenten, die sich mit illustren Namen schmücken möchten, ohne die Zukunft der Stimme/des Sängers im Auge zu haben. So wurden/werden Sängerinnen und Sänger regelrecht verheizt, wenn sie zu früh und nur noch auf Othellos, Siegfrieds,Tristans und ähnliche schwere Rollen fixiert werden und ihnen keine Möglichkeit zur Entwicklung zugestanden werden. Rolando Villazon scheint leider auf diesem Weg zu gehen, schade!

Grüße Bernd :hello
manrico (18.08.2007, 23:35):
Ich bin eher auch kein Fan von Querschnitten und kaufe sie entweder nur, weil sie so kurios sind, weil der Sänger, der mich interessiert, mit der ganzen Partie vertreten ist, oder weil man den Sänger oder dass Werk anders nicht kriegt. Von den von Bernd genannten habe ich nur Eugen Onegin, und das auch nur wegen Fritz Wunderlich.
Aber ich gebe dir völlig recht, Bernd, dass viele Aufnahmen die seit dieser Zeit entstanden sind, den Beigschmack von Austauschbarkeit haben. Die Erarbeitung eines individuellen Gesichts für eine Rolle wird zugunsten von Hochglanz-Festspielproduktionen aufgegeben.
In letzter Zeit ist aber wieder, glaube ich, ein Umdenken im Gange.

Es sind vor relativ kurzer Zeit bei Polydor aber noch skurillere Dinge wiederaufgetaucht: Operpotpourris. Jede Musiknummer wird nur mehr oder minder kurz angesungen, dabei spielt die chronologische Reihenfolge der einzelnen Werke überhaupt keine Roll.

Ein solches Potpourri habe ich mir vonTroubadour/Rigoletto zugelegt. Ich wollte einfach wissen, wie S. Konya als Herzog/Manrico wirkt.

Liebe grüße


Werner
Cosima (19.08.2007, 17:08):
Ich mag eigentlich keine Opern, noch weniger mag ich Opern-Querschnitte. Wagner höre ich auch nur ungern. Dennoch besitze ich diesen einen Querschnitt der Walküre:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41RG93RJT4L._AA240_.jpg

Ich glaube, ich hatte ihn schon 3-mal bei ebay eingestellt, aber ich werde das Ding einfach nicht los. Vielleicht sollte ich ihn mal intensiver anhören - und finde noch Gefallen daran... :D

Gruß, Cosima
Amadé (19.08.2007, 18:12):
LIebe Cosima,

unbedingt behalten und hören!

Die Aufnahme entstand 1951, Sieglinde war die vor dem 2.Weltkrieg sehr berühmte und Bayreuth-erprobte Sopranistin Maria Müller, die jahrelang dort u.a. auch als Elsa (zus. mit Franz Völker als Lohengrin) eingesetzt war.
In den 60er Jahren habe ich die LP vergebens gesucht, kurze Zeit war sie dann auf dem DGG-Label Heliodor erhältlich, bis sie vor 3 Jahren endlich auch auf CD erschien. In der Fachpresse erhielt sie leider nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit, sodass jüngere Sammler sie nicht beachteten.
es ist übrigens kein Querschnitt, sondern der gesamte erste Akt der Oper.

Grüße Bernd
Cosima (20.08.2007, 20:08):
Original von Amadé
es ist übrigens kein Querschnitt, sondern der gesamte erste Akt der Oper.


Oh ja, stimmt. Ich höre gerade "Winterstürme wichen dem Wonnemond". :(

Danke für Deine Hinweise, aber das wird nichts.

Ich kaufte die CD seinerzeit als Zugeständnis an einen guten Bekannten, der ausschließlich (!) Wagner hört. (Ich wäre längst durchgedreht.) Inzwischen besitze ich sogar die ganze Walküre (unter Furtwängler). Auch die habe ich noch nicht komplett anhören können.

Gruß, Cosima
Jürgen (21.08.2007, 08:03):
Original von Cosima
http://ec1.images-amazon.com/images/I/41RG93RJT4L._AA240_.jpg
Ich glaube, ich hatte ihn schon 3-mal bei ebay eingestellt, aber ich werde das Ding einfach nicht los.

Das liegt wohl daran, dass die Urheberrechte abgelaufen sind und dadurch die Preise stark gefallen sind. Bei Amazon.de wird diese Aufnahme für 1,90€ (wenn auch gebraucht) angeboten. Ich habe auch Hemmungen, etwas zu kaufen, wenn der Versand deutlich teurer als die Ware ist.
Mach doch mal ein Bündel draus, ich bin nicht abgeneigt.

Original von Cosima
Inzwischen besitze ich sogar die ganze Walküre (unter Furtwängler). Auch die habe ich noch nicht komplett anhören können.

Du hast wohl eine Schwäche für historische Aufnahmen. Ich hoffe Du bist schmerzfrei bzgl. Rauschen und Co. Ansonsten solltest Du es mit einer etwas jüngeren Aufnahme ausprobieren.

Übrigens höre auch ich (auch ein Wagner-Fan) äusserst selten ganze Opern am Stück. Schon aus Zeitgründen, aber auch, weil man sich irgendwann satthört. Der erste Walkürenakt ist jedoch ein Stückchen, das ich oft komplett durchhöre.

Grüße
Jürgen
Jimi (21.08.2007, 09:43):
Hallo zusammen , hallo Bernd,

wenn mir eine Opernaufnahme wichtig ist, kaufe ich mir eigentlich immer die Gesamteinspielung, wenn möglich mit Libretto usw.

Wenn ich mir einen Querschnitt zulege, dann aus ähnlichen Gründen wie Werner, meistens weil mich nur ein Teil(meist ein bestimmter Sänger oder eine bestimmte Arie) der Aufnahme interessiert.

Ein Beispiel ist eine Carmen Aufnahme unter Alain Lombard:


http://ec1.images-amazon.com/images/I/41YNHK1QPHL._AA240_.jpg


Insgesamt gehört sie für mich nicht zu den wirklich ganz guten Einspielungen, aber was Jose van Dam als Escamillo bietet ist wirklich sensationell. Da schauen die meisten seiner Kollegen in bekannteren Aufnahmen alt aus.

Ich hab eigentlich gedacht ich kann das allseits bekannte Torero-Lied nicht mehr hören, van Dam hat mich da eines besseren belehrt, es muss nur vernünftig interpretiert werden.

Fazit: bei dieser Aufnahme ist eigentlich nur der Escamillo wirklich hörenswert, also nichts wie her mit dem Querschnitt.

:hello Jimi
Amadé (17.08.2007, 20:58):
Hallo Opernfreunde,

mit Einführung der Langspielplatte ca. 1950 war es Musikliebhabern möglich, die große Oper via eines Querschnitts in ihr heimisches Wohnzimmer zu holen. Gesamtaufnahmen wurden damals eher noch selten produziert. His Masters Voice war sich damals ziemlich unschlüssig Tristan und Isolde mit Furtwängler aufzunehmen, da sich die Aufnahme in den nächsten Jahren kaum amortisieren würde.
Highlights waren damals extra produzierte Querschnitte bekannter Opern unter Beteiligung der bekanntesten Sängern: E.Grümmer, M.Muszely, E.Köth,R.Streich, E. Lindermeier,S.Wagner, R.Schock, F.Wunderlich, H.Prey, J.Metternich, G.Frick u.a..
Gerade in Westdeutschland tat sich die Electrola, eine Tochterfirma von HMV mit bemerkenswerten Produktionen hervor, die fast alle von dem bedeutenden Produzenten Fritz Ganss betreut wurden. In allen Aufnahmen wurde in deutscher Sprache gesungen, wie damals auch im deutschen Stadttheater. Vor einigen Jahren wurden viele von ihnen nach 40 Jahren Dornröschenschlaf auf CD wiedererweckt und wegen der längeren Laufzeit der CD um Arien der Künstler, die in einem anderen Zusammenhang (meist Arienplatten) eingespielt wurden, und Ouvertüren ergänzt. Am Dirigentenpult standen damals metiersichere Künstler wie Wilhelm Schüchter,der die meisten Querschnitte dirigierte, aber auch A. Erede, R.Kempe, O.Ackermann, L.v.Matacic, B.KLobucar.
Hier einige CD-Cover:














Neben der Electrola brachte auch die DGG einige wenige Querschnitte heraus:









Wer die Querschnitte noch nicht kennt, sollte sich schnellstens in den nächsten Plattenladen begeben, es lohnt sich - und es wurde damals meist besser gesungen als heute!!!

Grüße Amadé
daniel5993 (17.08.2007, 23:10):
Hallo amade!

Irgentwie kann ich mich mit einem Querschnitt nicht anfreunden! Es ist nur ein Teil eines ganzen, vom Komponisten komponierten Werkes!
Ich höre mir immer gern das Ganze Werk an! Auch wenn das Bühnenspiel noch zwischendurch noch läuft!

Was meinst du damit, das auf diesen Querschnitten meist besser gesungen wurde? Meinst du damit, dass sie sich besser auf das "wenige" was sie zu singen hatten besser konzentrieren konnten? Oder ist es die Erfahrung, dass die Sänger von früher wie Berry, Dieskau überhaupt den Sängern von Heute überlegen waren?

Irgentwie brauch ich immer das ganze Werk vor mir, sonst ist mir nicht wohl!


Gruß
Daniel
:beer
Amadé (18.08.2007, 10:17):
@ Daniel

Dir als LP-Freak ist sicher bekannt, das es neben den LPs (17 oder 30 cm) noch die Singles mit 45 Upm gab. Ich besitze z.B. solch ein Juwel mit Rudolf Schock, auf der er die Arie des Max aus dem Freischütz singt, auf der Rückseite die des Florestan. Begleitet wurde er vom Orchester der Stätischen Oper Berlin unter Leitung von Artur Rother. Solche Singles trafen den Geschmack des Publikums und verkauften sich viel besser als Gesamtaufnahmen auf 2-4 LPs.

Die Sängerinnen und Sänger der in den 50er Jahren produzierten Platten konnten sich in der Regel auf eine langjährige Bühnenpraxis stützen, sie wussten, was sie und ihre Partner sangen. Ihre Stimmen waren viel langsamer gereift und abgesicherter als heute, sie konnten Wagner singen, weil sie jahrelang an Mozart, Gluck, Weber, Lortzing ... geschult worden waren. Die nach ca. 1975 produzierten Opernaufnahmen leiden meist daran, dass nicht mehr ein eingespieltes Ensemble singt, sondern jeder Sänger, jede Sängerin seine/ihre Arie abliefert, die nicht unbedingt zum großen Ganzen des Werks Bezug nimmt. Die Schuld für diese Misere liegt hauptsächlich an Großen Dirigenten und Plattenproduzenten, die sich mit illustren Namen schmücken möchten, ohne die Zukunft der Stimme/des Sängers im Auge zu haben. So wurden/werden Sängerinnen und Sänger regelrecht verheizt, wenn sie zu früh und nur noch auf Othellos, Siegfrieds,Tristans und ähnliche schwere Rollen fixiert werden und ihnen keine Möglichkeit zur Entwicklung zugestanden werden. Rolando Villazon scheint leider auf diesem Weg zu gehen, schade!

Grüße Bernd :hello
manrico (18.08.2007, 23:35):
Ich bin eher auch kein Fan von Querschnitten und kaufe sie entweder nur, weil sie so kurios sind, weil der Sänger, der mich interessiert, mit der ganzen Partie vertreten ist, oder weil man den Sänger oder dass Werk anders nicht kriegt. Von den von Bernd genannten habe ich nur Eugen Onegin, und das auch nur wegen Fritz Wunderlich.
Aber ich gebe dir völlig recht, Bernd, dass viele Aufnahmen die seit dieser Zeit entstanden sind, den Beigschmack von Austauschbarkeit haben. Die Erarbeitung eines individuellen Gesichts für eine Rolle wird zugunsten von Hochglanz-Festspielproduktionen aufgegeben.
In letzter Zeit ist aber wieder, glaube ich, ein Umdenken im Gange.

Es sind vor relativ kurzer Zeit bei Polydor aber noch skurillere Dinge wiederaufgetaucht: Operpotpourris. Jede Musiknummer wird nur mehr oder minder kurz angesungen, dabei spielt die chronologische Reihenfolge der einzelnen Werke überhaupt keine Roll.

Ein solches Potpourri habe ich mir vonTroubadour/Rigoletto zugelegt. Ich wollte einfach wissen, wie S. Konya als Herzog/Manrico wirkt.

Liebe grüße


Werner
Cosima (19.08.2007, 17:08):
Ich mag eigentlich keine Opern, noch weniger mag ich Opern-Querschnitte. Wagner höre ich auch nur ungern. Dennoch besitze ich diesen einen Querschnitt der Walküre:

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41RG93RJT4L._AA240_.jpg

Ich glaube, ich hatte ihn schon 3-mal bei ebay eingestellt, aber ich werde das Ding einfach nicht los. Vielleicht sollte ich ihn mal intensiver anhören - und finde noch Gefallen daran... :D

Gruß, Cosima
Amadé (19.08.2007, 18:12):
LIebe Cosima,

unbedingt behalten und hören!

Die Aufnahme entstand 1951, Sieglinde war die vor dem 2.Weltkrieg sehr berühmte und Bayreuth-erprobte Sopranistin Maria Müller, die jahrelang dort u.a. auch als Elsa (zus. mit Franz Völker als Lohengrin) eingesetzt war.
In den 60er Jahren habe ich die LP vergebens gesucht, kurze Zeit war sie dann auf dem DGG-Label Heliodor erhältlich, bis sie vor 3 Jahren endlich auch auf CD erschien. In der Fachpresse erhielt sie leider nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit, sodass jüngere Sammler sie nicht beachteten.
es ist übrigens kein Querschnitt, sondern der gesamte erste Akt der Oper.

Grüße Bernd
Cosima (20.08.2007, 20:08):
Original von Amadé
es ist übrigens kein Querschnitt, sondern der gesamte erste Akt der Oper.


Oh ja, stimmt. Ich höre gerade "Winterstürme wichen dem Wonnemond". :(

Danke für Deine Hinweise, aber das wird nichts.

Ich kaufte die CD seinerzeit als Zugeständnis an einen guten Bekannten, der ausschließlich (!) Wagner hört. (Ich wäre längst durchgedreht.) Inzwischen besitze ich sogar die ganze Walküre (unter Furtwängler). Auch die habe ich noch nicht komplett anhören können.

Gruß, Cosima
Jürgen (21.08.2007, 08:03):
Original von Cosima
http://ec1.images-amazon.com/images/I/41RG93RJT4L._AA240_.jpg
Ich glaube, ich hatte ihn schon 3-mal bei ebay eingestellt, aber ich werde das Ding einfach nicht los.

Das liegt wohl daran, dass die Urheberrechte abgelaufen sind und dadurch die Preise stark gefallen sind. Bei Amazon.de wird diese Aufnahme für 1,90€ (wenn auch gebraucht) angeboten. Ich habe auch Hemmungen, etwas zu kaufen, wenn der Versand deutlich teurer als die Ware ist.
Mach doch mal ein Bündel draus, ich bin nicht abgeneigt.

Original von Cosima
Inzwischen besitze ich sogar die ganze Walküre (unter Furtwängler). Auch die habe ich noch nicht komplett anhören können.

Du hast wohl eine Schwäche für historische Aufnahmen. Ich hoffe Du bist schmerzfrei bzgl. Rauschen und Co. Ansonsten solltest Du es mit einer etwas jüngeren Aufnahme ausprobieren.

Übrigens höre auch ich (auch ein Wagner-Fan) äusserst selten ganze Opern am Stück. Schon aus Zeitgründen, aber auch, weil man sich irgendwann satthört. Der erste Walkürenakt ist jedoch ein Stückchen, das ich oft komplett durchhöre.

Grüße
Jürgen
Jimi (21.08.2007, 09:43):
Hallo zusammen , hallo Bernd,

wenn mir eine Opernaufnahme wichtig ist, kaufe ich mir eigentlich immer die Gesamteinspielung, wenn möglich mit Libretto usw.

Wenn ich mir einen Querschnitt zulege, dann aus ähnlichen Gründen wie Werner, meistens weil mich nur ein Teil(meist ein bestimmter Sänger oder eine bestimmte Arie) der Aufnahme interessiert.

Ein Beispiel ist eine Carmen Aufnahme unter Alain Lombard:


http://ec1.images-amazon.com/images/I/41YNHK1QPHL._AA240_.jpg


Insgesamt gehört sie für mich nicht zu den wirklich ganz guten Einspielungen, aber was Jose van Dam als Escamillo bietet ist wirklich sensationell. Da schauen die meisten seiner Kollegen in bekannteren Aufnahmen alt aus.

Ich hab eigentlich gedacht ich kann das allseits bekannte Torero-Lied nicht mehr hören, van Dam hat mich da eines besseren belehrt, es muss nur vernünftig interpretiert werden.

Fazit: bei dieser Aufnahme ist eigentlich nur der Escamillo wirklich hörenswert, also nichts wie her mit dem Querschnitt.

:hello Jimi
Solitaire (05.04.2008, 07:37):
Ich bin mit Opernquerschnitten aufgewachsen und nenne einige davon mein Eigen, "Traviata" mit Schock, Muszely und Metternich, "Macht des Schicksals" mit Schock und Metternich, "Hoffmanns Erzählungen" mit gleichem Personal, "Don Giovanni" mit Wunderlich etc. Sie sind in aller Regel großartig gesungen (ich kann mich vor Begeisterung über Muszelys Violetta gar nicht wieder einkriegen!) und gespielt und eine ideale Lösung, wen für eine komplette Oper die Zeit fehlt.
Die Singleschallplatten kenne ich auch noch und habe einige davon meiner Mutter abgeluchst: "Je crois entendre encore" aus "Die Perlenfischer" zum Beispiel, auf italienisch gesungen von Gigli, oder "Che gelida manina" vom wunderbaren Josef Schmidt. Auf der B-Seite dann "Mimi è una civetta". Diesmal auf Deutsch. Auch gaaanz alte Schellack-Platten spuken hier noch rum, können auf unserer modernen Anlage aber nicht mehr abgespielt werden.
Hosenrolle1 (05.12.2015, 13:09):
Ich wollte ergänzend dazu sagen, dass Opernquerschnitte damals auf Vinyl auch vor allem deswegen gemacht wurden, weil Gesamtaufnahmen sehr, sehr teuer waren, und mit den Querschnitten konnten auch Leute, die das Geld dafür nicht hatten, trotzdem in den Genuss von zumindest ein paar Stücken kommen.




LG,
Hosenrolle1