Opernsänger - Wer ist " TOP " - Wer ist " FLOP " ?
Rolf Scheiwiller (21.04.2006, 11:20): Analog den andern beiden Threads über Violonisten und Pianisten soll hier und jetzt dasselbe mit grossen und weniger grossen Sängerinnen und Sängern geschehen.
Welche gehören an die Spitze und welche besser nicht, oder nicht mehr ?
Welche sind überbewertet, und welche, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, möchtet Ihr gerne ganz weit oben auf der Karriereleiter sehen ?
Ich selber kann nicht ganz verstehen, dass um die Italienerin , die in Berlin lebt ,zeitweise so ein Rummel gemacht wurde. CALLAS - Nachfolgerin !
Die Rede ist von Lucia Aliberti.
Warum denn hat sich keine der grossen Plattenfirmen damals um sie gekümmert ?
So gibt es viele Interpreten, die nicht immer die Ansprüche der zahlreichen Opernmanager, und der andern Instanzen, und nicht zuletzt der Besucher und Plattenkäufer erfüllen können.
Wie denken unsere ( noch ) wenigen Opernkenner hier im Forum über dieses heikle Thema ?
Rolf.
Wotan (21.04.2006, 12:20): Anna Netrebko ist meiner Meinung nach gut, aber extrem überbewertet! Die Aufnahme von "La Traviata" ist allenfalls mittelmaß, keine Konkurrenz zur Referenz von Kleiber.
Sehr gut finde ich nach wie vor Waltraud Meier und Siegfried Jerusalem.
Mfg Marco
Mime (21.04.2006, 13:48): Schon wieder wird das Sängerthema an der Traviata festgemacht.Die Kleibersche Aufnahme ist keinesfalls Referenz und wird es auch nicht werden.Domingos Alfred ist schon zu alt,die Stimme zu schwer und die Rumänin Ileana Cotrubas :( hat den Charme eines Hippopotamus im Vergleich zur Russin Anna Netrebko,die in den gängigen Foren so gerne heruntergemacht wird.Dabei fällt mir immer der Vergleich von den Trauben ein,die dem Fuchs zu hoch hängen und deshalb als sauer eingestuft werden. Die Netrebko ist nun mal der Publikumsmagnet Nr.1 in der internationalen Opernszene und das hat wohl seinen berechtigten Grund. :engel Lucia Aliberti überzeugt eher durch ihr Minenspiel :A als durch ihren Gesang. :J Bei ihr scheint die Migräne Dauergast zu sein. :S Noch eine positive Erscheinung bei den hochtönenden Damen:Angela Gheorghiu. :W Die kann es,aber mit ihren Allüren und ihrem drittklassigen Tenorgatten manövriert sie sich meistens selbst ins Abseits.Das bestgehasste Paar im Opernbetrieb.Hausverbot an der Wiener Staatsoper kommt nicht von ungefähr. :ignore Top-Sänger gibt es im italienischen Fach genügend:Marcelo Alvarez,Salvatore Licitra,Juan Diego Florez,Rolando Villazón etc.Jeder in seiner Art einmalig. :leb Das deutsche Fach unterbesetzt wie eh und je. Einziger Fixstern derzeit Peter Seiffert. :down Die Flopper befürfen keiner Erwähnung.Sie sind oft Ärgernis genug. X( X( X(
nikolaus (21.04.2006, 14:13): Einen sonnigen Nachmittag! :cool
Ich bin zwar zur Zeit nicht so auf dem Laufenden, was gute Sänger betrifft, den einen oder anderen habe ich dennoch hinzuzufügen:
Toll finde ich Karita Mattila :down, es gab vor ca. 10 Jahren einen in meinen Augen sehr gelungenen Don Carlos in Paris mit ihr als Elisabeth, Roberto Alagna als Don Carlos (so schlecht isser doch gar nicht :wink), José van Dam, Waltraud Meier ( :down) und Thomas Hampson ( :down :down).
Agnes Baltsa habe ich auch immer gerne gehört, weiss aber nicht, wie es im Moment um sie steht. Ebenso gehört Grace Bumbry für mich zu den Grossen.
Selbst wenn ich mich jetzt unbeliebt mache: mit Edita Gruberova kann ich gar nichts anfangen :ignore.
Sicher fallen mir mit der Zeit noch mehr Sänger ein...
Nikolaus.
Zelenka (21.04.2006, 14:16): Ich habe die Karriere der Netrebko in letzter Zeit nicht weiter verfolgt, aber man kann nur hoffen, daß sie ihre kleineren technischen Schwächen inzwischen überwunden hat. Vorallem sieht sie im PR-Material sehr gut aus, wie sie in Natur aussieht, ist eine andere Sache. Gheorghiu und Alagna (der doch eigentlich ein wenig aufs Abstellgleis geschoben worden ist): Die etwaigen Allüren interessieren mich eigentlich wenig, wenn das Können da ist. (Ich abonniere nicht die Bunte.) Im Falle Gheorghius ist es in der Tat vorhanden. Ich nehme nicht an, daß Netrebko sich wie das sprichwörtliche Mädchen von nebenan benimmt. Allüren und anderer Firlefanz gehören einfach zum Opernbetrieb, das Publikum scheint sie geradezu zu verlangen.
Gruß,
Zelenka
Rolf Scheiwiller (22.04.2006, 11:32): Original von nikolaus Einen sonnigen Nachmittag! :cool
Ich bin zwar zur Zeit nicht so auf dem Laufenden, was gute Sänger betrifft, den einen oder anderen habe ich dennoch hinzuzufügen:
Toll finde ich Karita Mattila :down, es gab vor ca. 10 Jahren einen in meinen Augen sehr gelungenen Don Carlos in Paris mit ihr als Elisabeth, Roberto Alagna als Don Carlos (so schlecht isser doch gar nicht :wink), José van Dam, Waltraud Meier ( :down) und Thomas Hampson ( :down :down).
Agnes Baltsa habe ich auch immer gerne gehört, weiss aber nicht, wie es im Moment um sie steht. Ebenso gehört Grace Bumbry für mich zu den Grossen.
Selbst wenn ich mich jetzt unbeliebt mache: mit Edita Gruberova kann ich gar nichts anfangen :ignore.
Sicher fallen mir mit der Zeit noch mehr Sänger ein...
Guten Tag Nikolaus.
Ich sah vor einem Jahr Agnes Baltsa in " Carmen ". Wenn man weiss wie alt sie ist, dann muss man gnädig sein.
Man darf ohne Uebertreibung sagen, dass sie ihre beste Zeit schon einige Jahre hinter sich hat. Heute wird sie sicher vornehmlich ob ihres glanzvollen Namens noch überall engagiert.
Grace Bumbry hat in ihrem Leben und in ihrer Karriere sehr schweres erdulden müssen.
Aber Gerüchte und verwandtes haben hier nichts zu suchen.
Ja, Peter Seiffert ist wirklich herausragend. Auch bei den Wagner - Einspielungen Barenboims.
Was ist eigentlich mit dem Tenor Uwe Heilmann ? Ist der noch aktiv ? Ich hab einiges. Mit Solti.
Gruss.
R.
Mime (22.04.2006, 12:34): Hallo Rolf,
erlaube zunächst die Frage nach den Gerüchten: Ich konnte keine entdecken-zumindest in diesem Forum-und ich hoffe sehr,daß das so bleibt.Grace Bumbry ist meine Tannhäuser-Venus und wird es bleiben.Mit dem unvergessenen Wolfgang Windgassen die ideale Kombination an Stimmen. Von Uwe Heilmann weiß ich,daß er in Japan Gesangsunterricht erteilt,seit er seiner Frau in ihre Heimat gezogen ist.Er wollte an der Stuttgarter Staatsoper in Fritz Wunderlichs Fußstapfen treten,doch seine Schuhe waren einige Nummern zu klein.So ist er über einen durchschnittlichen Mozartsänger nie hinausgekommen.Und der Freischütz-Max,den er u.a.auch bei den Ludwigsburger Schloßfestspielen gesungen hat,war eine absolute Grenzerfahrung für ihn. Nikolaus Bemerkung zu Frau Gruberova teile ich voll und ganz.Ich mag sie nicht hören und noch weniger sehen.Ihr Gesang klingt kalt und seelenlos und ihre Grimassen verstärken diesen Eindruck noch. :S :S Was den Koloraturgesang betrifft,muß hier unbedingt Diana Damrau erwähnt werden.Sie hatte glänzende Erfolge als Konstanze und als Königin der Nacht,die sie heuer in Salzburg singen wird.Kostproben gibts auf ihrer sehr hübschen hp. :engel :engel :engel Viele Grüße von Mime
Rolf Scheiwiller (22.04.2006, 14:44): Hallo Mime.
Das mit den Gerüchten meinte ich in Bezug auf Grace Bumbry, die ja viel Pech in ihrer Karriere hatte.
Zuerst ganz oben in Bayreuth, und dann die vielen schweren Krisen. Das soll genügen.
Aber sie hat einige eindrucksvolle Einspielungen gemacht. " Aida " mit L. Price unter Leinsdorf.
Oder " Macbeth " Oder " Don Carlo " unter Solti. Und sie sieht immer noch toll aus !
Ich hab eine " Zauberflöte " mit D. Damrau unter Colin Davis. Sie singt die beiden Arien hochvirtuos. Spitzentöne kommen alle. Auf DVD aus Covent Garden.
Gruss. R.
Rolf Scheiwiller (25.04.2006, 09:37): Original von Jimi Hallo zusammen, hallo Rolf,
Zunächst mal ist mir etwas nicht ganz klar. In den beiden vergleichbaren Threads geht es ja um junge Pianisten bez. Violinisten. Soll das hier genauso sein oder ist das Alter der Sänger egal, bez. müssen sie noch aktiv sein, oder nicht?
Ein paar Anmerkungen zu einigen schon erwähnten Künstlern:
Ich habe Diana Damrau als Gilda in der umstrittenen Aufführung des „ Planet der Affen – Rigoletto“(München Feb 2005) im Radio gehört. IMO war sie der Lichtblick in einer insgesamt eher durchschnittlichen Besetzung.
Margaret Marshall und Rachel Harnisch kenn ich nicht.
Von Naomi Nadelmann hab ich mal in ein Recital reingehört, kann mich aber nicht mehr wirklich gut daran erinnern (kein gutes Zeichen). Ich glaube Sempre Libera war mit dabei. Sie hat wohl die Spitzentöne halbwegs sicher gesungen aber ansonsten konnte sie nicht so recht überzeugen.
Bei dem „Don Carlos“ aus Paris(1996) kann ich Nikolaus nur beipflichten, eine durchaus überzeugende Vorstellung von Roberto Alagna . In den später entstandenen Opernfilmen „Romeo und Julia“ und „Tosca“ find ich ihn weniger gut. Vor allem das hineinschleifen bei den Spitzentöne behagt mir gar nicht (z.b. bei Ah! leve-toi, soleil!). Ich würde ihn nicht als erstklassig,(z.B. im Vergleich mit Carlo Bergonzi als Don Carlo) aber auch sicher nicht als drittklassig bezeichnen. Ach ja , Waltraud Meier , als Kundry konkurrenzlos , ist als Eboli mit den Koloraturen im maurischen Lied heillos überfordert. Mit dieser Aufnahme hat sie sich keinen Gefallen getan. Man vergleiche sie nur einmal mit Shirley Verret im Giulini - Don Carlo von 1970.
Mit Edita Gruberova hab ich auch so meine Schwierigkeiten. Koloraturen singt sie rein technisch schon Klasse, aber ansonsten berührt sie mich nicht so recht. Ausnahme ist ein Duett aus „Lucia di Lammermoor“ mit dem überragenden Alfredo Kraus: Qui di sposa … . Absolut begeisternd.
Viele Grüße
Jimi
Guten Morgen Jimi.
Jung oder älter, bereits abgetreten oder gerade am Anfang einer vielleicht erstaunlichen Karriere, hier hat es für alles einen Platz. Also Du hast es bereits sehr gut gemacht.
Von Shirley Verrett hab ich einen " Orfeo ed Euridice " , der aus dem Jahr 1965 stammt. RCA.
Was meinst Du zum schwedischen Tenor Jussi Bjoerling, der italienische Oper perfekter singen konnte, als viele Italiener ?
Kennst Du seine " Boehme " mit Beecham ? Oder die " Turandot " unter Leinsdorf ?
Dumme Frage, die kennst Du auf jeden Fall !!
Gruss.
Rolf.
Jimi (25.04.2006, 12:03): Hallo Rolf,
Äh ja, ich muss zugeben jetzt hast du einen absoluten Volltreffer gelandet. Meine Lieblingstenöre ab ca. 1940 im ital. Bereich : Björling, Bergonzi, Tucker.Und wenn ich mich auf einen festlegen müsste dann ähm, grübel… BJÖRLING
Über ihn gibt es viel zu erzählen, viele seiner besten Aufnahmen sind (zumindest in Deutschland) wenig bekannt. z.B. Romeo und Julia(Gounod) live von 1947. IMO mit Abstand der beste Romeo den ich kenne. Oder seine Duettaufnahmen mit Robert Merrill. Der ist auch viel zu unbekannt. Ich kenne nach der Schellackära keinen Bariton der den Barbier und den Rigoletto so überzeugend gesungen hat.
Wobei wir bei der Beecham Boheme währen. De los Angeles, Merrill und Bjorling sind überragend. Sie werden IMO in keiner mir bekannten Einspielung erreicht geschweige denn überboten und Beecham zählt sicher zu den besten Puccini Dirigenten überhaupt. Auch der Rest der Besetzung ist ausgezeichnet. Ich bin mit der Bezeichnung Referenzaufnahme sehr, sehr vorsichtig, aber hier ist sie gerechtfertigt, obwohl es natürlich auch sehr gute andere Einspielungen gibt(u.a. mit Pavarotti).
Sehr zu empfehlen sind auch Jussi Björlings Schellackaufnahmen von Mitte der 30er bis Ende der 40er Jahre. Sehr gut die neuen Überspielungen der Firma Naxos :
Es gibt noch viel über ihn und die anderen erwähnten Sänger zu berichten, vielleicht in einem eigenen Thread ? (ich könnte noch „ewig“ weiter machen muss jetzt aber arbeiten).
Viele Grüsse
Jimi
Rolf Scheiwiller (25.04.2006, 12:19): Hallo Jimi. Dann überarbeit Dich bitte nur nicht. Ich hab das seit ein paar Monaten hinter mir ! :leb
Nur schnell zum MET Bariton. Der Grund, weshalb er bei uns so wenig bekannt blieb, ist der, dass er nie auf europäischen Bühnen auftrat. Er kam ausschliesslich wegen anstehenden Schallplattenaufnahmen nach Rom. Der Ehemann Roberta Peters war in italienischen Opern immer eine Trumpfkarte ! Die " Boehme " IST wirklich eine sogenannte Jahrhunderteinspielung.
Gruss. R.
Rolf Scheiwiller (25.04.2006, 15:23): Hallo Jimi. Die Sängerin, die dazumal als legitime Callas - Nachfolgerin gehandelt wurde, und nach ein paar Jahren völlig mit ruinierter Stimme und Psyche wieder verschwand, - du weisst sicher, wen ich meine ? Elena Suliotis. Die Griechin singt im " Nabucco " der DECCA unter Lamberto Gardelli. Ich hab noch eine" Norma " mit ihr. Die kam jedoch nie auf CD raus. DECCA weiss warum ! Einen " Macbeth " hab ich auch noch. Das ist schon alles.
Auf diesen Einspielungen ist sie sehr gut bei Stimme. Mit Ausnahme der " Norma ".
Oder erinnern wir uns an die letztes Jahr verstorbene Ghena Dimitrova. Auch sie nahm mit Sinopoli einen fulminanten " Nabucco " auf. Sowie einiges vom späteren Verdi. Auf DVD hab ich die berühmte " Aida" Inszenierung aus der " Scala " unter Maazel.
Hier war sie eine dämonische Amneris. Bei phantastischer Stimme ! Auf DVD sah ich sie vor ein paar Tagen.Levines Bühnenjubiläum 1996. Aus der MET. Mit vielen andern grossen Sängern stand auch sie auf der Bühne. Bedauernswerte Sänger, die zu so einem Anlass noch aufgeboten werden !
Ileana Cotrubas sang Lehar ! " Meine Lippen, sie küssen so heiss". Mit den Resten der Stimme. Fast nicht zum anhören.
Gruss. Rolf.
Ganong (25.04.2006, 17:33): LiberJimi , Merrill zu unbekannt ? Er war und bleibt einer der zuverlässigsten Baritone . Toscanini wies nicht nur auf Merrills stimmliche Mittel hin , sondern auf die wichtige Tatsache , dass er Fremdsprachen tatsächlich auch beherrschte . Sein Rigoletto hat nicht die Leidenschaft eines Piero Cappuccili , nicht die Zwiespältigkeit des Rogoletto-Carakters eines Gobbi oder die Damonie und Verzweiflung eines Giuseppe Taddei . Aber inssgesamt finde ich die Aufnahme mit ihm , Anna Moffo (!) un d Kraus in seiner vielleicht besten Rolle und einem sensationellen Soltui als d i e refernzaufnahme an .
Jussi Björling war nach einer Umfrage in den USA ca. 2002 / 2003 n a c h Franco Corelli der beliebteste Tenor .
Bei der La Bohème bin ich andere Meinung . Auf jeden Fall Mirella Freni . Di Stefano in der Callas-Produktion singt über seine sonstigen Leistungen deutlich hinaus . Und das restliche Ensembl eist wohl auch eher Geschmachssache .
gut finde ich noch die Aufnahmen von Cavalleria rusticana und Bajazzo mit Jussi Björling . Grüsse , Frank
bezüglich Robert Merill habe ich mich hier wohl etwas unglücklich ausgedrückt:
Oder seine Duettaufnahmen mit Robert Merrill. Der ist auch viel zu unbekannt. Ich kenne nach der Schellackära keinen Bariton der den Barbier und den Rigoletto so überzeugend gesungen hat.
Ich hätte besser „ Ich kenne…keinen Bariton der sowohl den Barbier als auch den Rigoletto so überzeugend gesungen hat.“ schreiben sollen.
Ich will also nicht behaupten das er der beste Rigoletto und der beste Barbier war, sondern nur, dass er eben beide Rollen hervorragend interpretiert hat. Tito Gobbi finde ich z.B. in Cortigiani… besser als Merrill, aber als Barbier nicht gerade berauschend.
Deine Beurteilung des Solti-Rigoletto kann nur bestätigen, es ist auch für mich die insgesamt beste Einspielung. Kraus ist wohl der beste Herzog der mir bekannten Gesamtaufnahmen(fast noch besser find ich ihn in „Lucrezia Borgia“, für mich hier der ideale Donizetti-Tenor). Auch Anna Moffo ist als Gilda in einer ihrer besten Rollen zu hören, toll das Duett mit Alfredo Kraus. Die Duette Gilda-Rigoletto finde ich allerdings von Gobbi-Callas unerreicht interpretiert. (O.k. ich kenn noch eine alte Aufnahme von Guiseppe de Luca und Amelita Galli-Curci die find ich genauso gut).
Zum Bekanntheitsgrad von Merrill ist noch zu sagen, in meinen Bekanntenkreis kannte ihn keiner. Mit keiner mein ich jetzt „durchschnittliche Klassikhörer“ die auch Oper hören(also keine Sammler). Aber auch einem „älteren“ Herrn(nur wenige Jahre jünger als Merrill) der in den 50er in einem Opernchor gesungen hat, war er unbekannt.
Viele Grüße
Jimi
Rolf Scheiwiller (28.04.2006, 16:01): Wem ist der kanadische Tenor LEOPOLD SIMONEAU noch ein Begriff ?
Ein Sänger der wirklich für eine Weltkarriere in Frage gekommen wäre !
Warum hat das nicht geklappt ? Sind die Plattenfirmen daran" mitschuldig" ?
Leider zu seiner Glanzzeit von den Schallplattenfirmen schwer vernachlässigt. Herausragende Aufnahmen mit ihm gibt es deshalb recht wenige.
ich möchte mich nun doch noch einmal zu Roberto Alagna äußern. Kennengelernt habe ich ihn in einer Fernsehübetragung aus Lyon im Elisir d´Amore zusammen mit Angela Gheorghiu, mit der er damals noch nicht verheiratet war. Ich war und bin von dieser Aufführung immer noch hingerissen, lebendig, mit viel Ausdruck in der Stimme und im Darstellerischen. Habe mich daraufhin für Alagna interessiert und bin ihm "wiederbegnet". In dem schon erwähnten Don Carlo. Und auch hier hat er mich überzeugt. Dann gab es eine Fernsehübertragung, ich glaube aus Paris Lucie di Lamermoor zusammen mit Patricia Ciofi. Den Alagna fand ich hier auch ganz gut, aber herausragend fand ich Patricia Ciofi als Lucie. Ich bin ganz gebannt gewesen, auch von der schauspielerischen Leistung. Dann habe ich Ciofi bei der Wiedereröffnung des Fenice als Violetta gesehen (im TV), war o.k., dann in einer Übetragung in der Pia di Tolomei von Donizetti im Rundfunk, auch gut und nun noch einmal als Lucia aus Mailand vom 21.3. des Jahres. Die Lucia scheint ja ihre Rolle zu sein. Alagna fand ich in dem Tosca Film dann auch nicht mehr so herausragend, ganz schlimm finde ich das larmoyante Gehabe in La Boheme beim Tode Mimis. Dieses aufgesetze Weinen verdirbt wir regelrecht die schöne Schlussszene. Was kritisiert ihr denn so an Alagna. Dass er zweit - oder drittklassig ist, ist doch noch sehr unkonkret. Das könnte ich als Geschmackssache hinstellen. Gibt es andere Bewertungskriterien?
Gruß Ralf (Atilla)
Rolf Scheiwiller (29.04.2006, 07:26): Original von Atilla Hallo,
ich möchte mich nun doch noch einmal zu Roberto Alagna äußern. Kennengelernt habe ich ihn in einer Fernsehübetragung aus Lyon im Elisir d´Amore zusammen mit Angela Gheorghiu, mit der er damals noch nicht verheiratet war. Ich war und bin von dieser Aufführung immer noch hingerissen, lebendig, mit viel Ausdruck in der Stimme und im Darstellerischen. Habe mich daraufhin für Alagna interessiert und bin ihm "wiederbegnet". In dem schon erwähnten Don Carlo. Und auch hier hat er mich überzeugt. Dann gab es eine Fernsehübertragung, ich glaube aus Paris Lucie di Lamermoor zusammen mit Patricia Ciofi. Den Alagna fand ich hier auch ganz gut, aber herausragend fand ich Patricia Ciofi als Lucie. Ich bin ganz gebannt gewesen, auch von der schauspielerischen Leistung. Dann habe ich Ciofi bei der Wiedereröffnung des Fenice als Violetta gesehen (im TV), war o.k., dann in einer Übetragung in der Pia di Tolomei von Donizetti im Rundfunk, auch gut und nun noch einmal als Lucia aus Mailand vom 21.3. des Jahres. Die Lucia scheint ja ihre Rolle zu sein. Alagna fand ich in dem Tosca Film dann auch nicht mehr so herausragend, ganz schlimm finde ich das larmoyante Gehabe in La Boheme beim Tode Mimis. Dieses aufgesetze Weinen verdirbt wir regelrecht die schöne Schlussszene. Was kritisiert ihr denn so an Alagna. Dass er zweit - oder drittklassig ist, ist doch noch sehr unkonkret. Das könnte ich als Geschmackssache hinstellen. Gibt es andere Bewertungskriterien?
Gruß Ralf (Atilla)
Guten Morgen Ralf.
Diese beiden DVD aus Paris und Lyon hab ich ebenfalls. Besonders die witzige Aufführung mit Georghiu unter Pido finde ich sehr gelungen.
Wenn ich mir eine Opernaufführung auf DVD anschaue, ist bei mir immer zuerst der Gesamteindruck entscheidend.
Hat mir das Endergebnis gefallen , kann ich dann, wenn ich will, die einzelnen Gesangsleistungen bewerten.
Auch wenn ich vielleicht von einem Sänger enttäuscht bin,kann mir die Aufführung trotzdem unvergesslich bleiben.
Wenn ein Sänger allerdings an einer Wiener Staatsoper Hausverbot verordnet bekommt...
Soeben hab ich mir eine Aufführung des " Don Pasquale " aus dem Opernhaus in Calgari auf DVD zu Ende angesehen. Eine wunderbare, frische, mit manchen sinnvollen Gags versehene Inszenierung. Mit Eva Mei A. Corbelli und....
.... dem Ernesto , gesungen von einem der kommenden TOP - Sänger ( hoffentlich )
Sein Name, ANTONINO SIRAGUSA !
Ein prachtvolles Timbre in der Stimme. Ich möchte mehr von diesem Sänger hören. Ansonsten, ausser dieser DVD kenne ich nichts von ihm.
Ich hab diesen Namen bis anhin noch nie gehört.
Auch wenn ich keine Sängerin und keinen Sänger anhimmle, oder " verehre ", das finde ich unnötig und ungesund ), so haben manche eben doch ein bisschen mehr einen Symphatiebonus als andere.
Auf TDK erschienen.
Gruss.
R.
Atilla (30.04.2006, 13:28): Hallo,
Antonio Siragusa sang im letzten Jahr im April in Brüssel zusammen mit Sumi Jo in La Sonnambula. Ist bei mir als Rundfunkmitschnitt gelandet. Mir geht es genauso, eine traumhafte Stimme. Wie geschaffen für den Belcanto.
Gruß Atilla
Jimi (03.05.2006, 08:34): Hallo Zusammen,
kaum ist man ein paar Tage weg, gibt es hier im Forum so viel neues, das man schon mit dem Lesen nicht mehr nachkommt.
@Rolf und Zelenka:
Ich kann Euch bei Simoneau nur bestätigen. Ein wunderbarer leider unterschätzter Sänger.
Das von Zelenka erwähnte Recital kann ich nur empfehlen, ich habs aber verschenkt und mir diese 7Cd-Box besorgt, die einen rel. kompletten Überblick gibt(inkl. Lieder von Duparc) :
Ausserdem muss man noch unbedingt seinen Ferrando in Karajans Cosi fan tutte erwähnen. IMO der beste Ferrando auf Cd.
Sonst habe ich noch außer den von Rolf erwähnten Orfee und den Perlenfischern 2 Liveaufnahmen:
LES CONTES D’HOFFMANN aus Wien 1954 mit George London unter Lee Schaenen und
IPHIGENIE EN TAURIDE aus Aix-en- Provence unter C.M. Giulini .
Viele Grüße
Jimi
Rolf Scheiwiller (23.04.2006, 10:34): Eine Sängerin, die ganz und gar nicht " Flop " sondern sehr " TOP " ist, oder war (das ist eben die Frage ) ist die bedeutende englische Sopranistin Margaret Marshall. Auf der Opernbühne und im Konzertsaal war sie Anfang der 90er Jahre weltweit präsent. Urplötzlich verschwand sie aus der Oeffentlichkeit.
Wer weiss näheres ?
Ich habe eine DVD mit der Matth. Passion, die der Hobbydirigent ( ? ) E.von und zu Guttenberg dirigiert. Da wirkt sie mit. Oder mit Agnes Baltsa im " Orfeo " unter Muti.
Gruss. R.
Rolf Scheiwiller (24.04.2006, 09:35): Bei einer wenig bekannten Schweizer Sopranistin scheiden sich ebenso die Meinungen, ob sie wirklich zu den herausragenden Vertreterinnen gehört.
Ich meine Noemi Nadelmann. Noch nie war sie bei einer namhaften Plattenfirma unter Vertrag. In Berlin soll sie recht bekannt gewesen sein. Ich glaube an der " Komischen Oper " sang sie die " Violetta " . In Deutsch. Wär nichts für mich !
Kennt jemand diese Sängerin ?
R.
Rolf Scheiwiller (24.04.2006, 09:51): Guten Tag.
Eine weitere Sopranistin, welche es verdient, dass sie weiter auf der Erfolgsleiter hinaufsteigt, ist Rachel Harnisch. Sie stammt aus dem Kanton Wallis.
Ich sah sie in Salzburg, als sie 1999 mit Abbado,im Beisein der Witwe Karajans und der Töchter, aus Mozarts " Grabmusik " Ausschnitte sang. Sowie das " Laudate Dominum ".
Anschliessend folgte Mozarts " Requiem " mit Karita Mattila u. a. Im Salzburger Dom, aus Anlass des Gedenkens an Karajans vor 10 Jahren erfolgten Hinschieds.
Sie, ( Rachel Harnisch ) soll in der neuen " Zauberflöte " die Abbado produzierte, mit dabei sein. Vermutlich als Pamina.
Hat jemand unter Euch diesen Namen schon mal gehört ?
Zunächst mal ist mir etwas nicht ganz klar. In den beiden vergleichbaren Threads geht es ja um junge Pianisten bez. Violinisten. Soll das hier genauso sein oder ist das Alter der Sänger egal, bez. müssen sie noch aktiv sein, oder nicht?
Ein paar Anmerkungen zu einigen schon erwähnten Künstlern:
Ich habe Diana Damrau als Gilda in der umstrittenen Aufführung des „ Planet der Affen – Rigoletto“(München Feb 2005) im Radio gehört. IMO war sie der Lichtblick in einer insgesamt eher durchschnittlichen Besetzung.
Margaret Marshall und Rachel Harnisch kenn ich nicht.
Von Naomi Nadelmann hab ich mal in ein Recital reingehört, kann mich aber nicht mehr wirklich gut daran erinnern (kein gutes Zeichen). Ich glaube Sempre Libera war mit dabei. Sie hat wohl die Spitzentöne halbwegs sicher gesungen aber ansonsten konnte sie nicht so recht überzeugen.
Bei dem „Don Carlos“ aus Paris(1996) kann ich Nikolaus nur beipflichten, eine durchaus überzeugende Vorstellung von Roberto Alagna . In den später entstandenen Opernfilmen „Romeo und Julia“ und „Tosca“ find ich ihn weniger gut. Vor allem das hineinschleifen bei den Spitzentöne behagt mir gar nicht (z.b. bei Ah! leve-toi, soleil!). Ich würde ihn nicht als erstklassig,(z.B. im Vergleich mit Carlo Bergonzi als Don Carlo) aber auch sicher nicht als drittklassig bezeichnen. Ach ja , Waltraud Meier , als Kundry konkurrenzlos , ist als Eboli mit den Koloraturen im maurischen Lied heillos überfordert. Mit dieser Aufnahme hat sie sich keinen Gefallen getan. Man vergleiche sie nur einmal mit Shirley Verret im Giulini - Don Carlo von 1970.
Mit Edita Gruberova hab ich auch so meine Schwierigkeiten. Koloraturen singt sie rein technisch schon Klasse, aber ansonsten berührt sie mich nicht so recht. Ausnahme ist ein Duett aus „Lucia di Lammermoor“ mit dem überragenden Alfredo Kraus: Qui di sposa … . Absolut begeisternd.
Viele Grüße
Jimi
Rolf Scheiwiller (25.04.2006, 09:37): Original von Jimi Hallo zusammen, hallo Rolf,
Zunächst mal ist mir etwas nicht ganz klar. In den beiden vergleichbaren Threads geht es ja um junge Pianisten bez. Violinisten. Soll das hier genauso sein oder ist das Alter der Sänger egal, bez. müssen sie noch aktiv sein, oder nicht?
Ein paar Anmerkungen zu einigen schon erwähnten Künstlern:
Ich habe Diana Damrau als Gilda in der umstrittenen Aufführung des „ Planet der Affen – Rigoletto“(München Feb 2005) im Radio gehört. IMO war sie der Lichtblick in einer insgesamt eher durchschnittlichen Besetzung.
Margaret Marshall und Rachel Harnisch kenn ich nicht.
Von Naomi Nadelmann hab ich mal in ein Recital reingehört, kann mich aber nicht mehr wirklich gut daran erinnern (kein gutes Zeichen). Ich glaube Sempre Libera war mit dabei. Sie hat wohl die Spitzentöne halbwegs sicher gesungen aber ansonsten konnte sie nicht so recht überzeugen.
Bei dem „Don Carlos“ aus Paris(1996) kann ich Nikolaus nur beipflichten, eine durchaus überzeugende Vorstellung von Roberto Alagna . In den später entstandenen Opernfilmen „Romeo und Julia“ und „Tosca“ find ich ihn weniger gut. Vor allem das hineinschleifen bei den Spitzentöne behagt mir gar nicht (z.b. bei Ah! leve-toi, soleil!). Ich würde ihn nicht als erstklassig,(z.B. im Vergleich mit Carlo Bergonzi als Don Carlo) aber auch sicher nicht als drittklassig bezeichnen. Ach ja , Waltraud Meier , als Kundry konkurrenzlos , ist als Eboli mit den Koloraturen im maurischen Lied heillos überfordert. Mit dieser Aufnahme hat sie sich keinen Gefallen getan. Man vergleiche sie nur einmal mit Shirley Verret im Giulini - Don Carlo von 1970.
Mit Edita Gruberova hab ich auch so meine Schwierigkeiten. Koloraturen singt sie rein technisch schon Klasse, aber ansonsten berührt sie mich nicht so recht. Ausnahme ist ein Duett aus „Lucia di Lammermoor“ mit dem überragenden Alfredo Kraus: Qui di sposa … . Absolut begeisternd.
Viele Grüße
Jimi
Guten Morgen Jimi.
Jung oder älter, bereits abgetreten oder gerade am Anfang einer vielleicht erstaunlichen Karriere, hier hat es für alles einen Platz. Also Du hast es bereits sehr gut gemacht.
Von Shirley Verrett hab ich einen " Orfeo ed Euridice " , der aus dem Jahr 1965 stammt. RCA.
Was meinst Du zum schwedischen Tenor Jussi Bjoerling, der italienische Oper perfekter singen konnte, als viele Italiener ?
Kennst Du seine " Boehme " mit Beecham ? Oder die " Turandot " unter Leinsdorf ?
Dumme Frage, die kennst Du auf jeden Fall !!
Gruss.
Rolf.
Jimi (25.04.2006, 12:03): Hallo Rolf,
Äh ja, ich muss zugeben jetzt hast du einen absoluten Volltreffer gelandet. Meine Lieblingstenöre ab ca. 1940 im ital. Bereich : Björling, Bergonzi, Tucker.Und wenn ich mich auf einen festlegen müsste dann ähm, grübel… BJÖRLING
Über ihn gibt es viel zu erzählen, viele seiner besten Aufnahmen sind (zumindest in Deutschland) wenig bekannt. z.B. Romeo und Julia(Gounod) live von 1947. IMO mit Abstand der beste Romeo den ich kenne. Oder seine Duettaufnahmen mit Robert Merrill. Der ist auch viel zu unbekannt. Ich kenne nach der Schellackära keinen Bariton der den Barbier und den Rigoletto so überzeugend gesungen hat.
Wobei wir bei der Beecham Boheme währen. De los Angeles, Merrill und Bjorling sind überragend. Sie werden IMO in keiner mir bekannten Einspielung erreicht geschweige denn überboten und Beecham zählt sicher zu den besten Puccini Dirigenten überhaupt. Auch der Rest der Besetzung ist ausgezeichnet. Ich bin mit der Bezeichnung Referenzaufnahme sehr, sehr vorsichtig, aber hier ist sie gerechtfertigt, obwohl es natürlich auch sehr gute andere Einspielungen gibt(u.a. mit Pavarotti).
Sehr zu empfehlen sind auch Jussi Björlings Schellackaufnahmen von Mitte der 30er bis Ende der 40er Jahre. Sehr gut die neuen Überspielungen der Firma Naxos :
Es gibt noch viel über ihn und die anderen erwähnten Sänger zu berichten, vielleicht in einem eigenen Thread ? (ich könnte noch „ewig“ weiter machen muss jetzt aber arbeiten).
Viele Grüsse
Jimi
Rolf Scheiwiller (25.04.2006, 12:19): Hallo Jimi. Dann überarbeit Dich bitte nur nicht. Ich hab das seit ein paar Monaten hinter mir ! :leb
Nur schnell zum MET Bariton. Der Grund, weshalb er bei uns so wenig bekannt blieb, ist der, dass er nie auf europäischen Bühnen auftrat. Er kam ausschliesslich wegen anstehenden Schallplattenaufnahmen nach Rom. Der Ehemann Roberta Peters war in italienischen Opern immer eine Trumpfkarte ! Die " Boehme " IST wirklich eine sogenannte Jahrhunderteinspielung.
Gruss. R.
Rolf Scheiwiller (25.04.2006, 15:23): Hallo Jimi. Die Sängerin, die dazumal als legitime Callas - Nachfolgerin gehandelt wurde, und nach ein paar Jahren völlig mit ruinierter Stimme und Psyche wieder verschwand, - du weisst sicher, wen ich meine ? Elena Suliotis. Die Griechin singt im " Nabucco " der DECCA unter Lamberto Gardelli. Ich hab noch eine" Norma " mit ihr. Die kam jedoch nie auf CD raus. DECCA weiss warum ! Einen " Macbeth " hab ich auch noch. Das ist schon alles.
Auf diesen Einspielungen ist sie sehr gut bei Stimme. Mit Ausnahme der " Norma ".
Oder erinnern wir uns an die letztes Jahr verstorbene Ghena Dimitrova. Auch sie nahm mit Sinopoli einen fulminanten " Nabucco " auf. Sowie einiges vom späteren Verdi. Auf DVD hab ich die berühmte " Aida" Inszenierung aus der " Scala " unter Maazel.
Hier war sie eine dämonische Amneris. Bei phantastischer Stimme ! Auf DVD sah ich sie vor ein paar Tagen.Levines Bühnenjubiläum 1996. Aus der MET. Mit vielen andern grossen Sängern stand auch sie auf der Bühne. Bedauernswerte Sänger, die zu so einem Anlass noch aufgeboten werden !
Ileana Cotrubas sang Lehar ! " Meine Lippen, sie küssen so heiss". Mit den Resten der Stimme. Fast nicht zum anhören.
Gruss. Rolf.
Ganong (25.04.2006, 17:33): LiberJimi , Merrill zu unbekannt ? Er war und bleibt einer der zuverlässigsten Baritone . Toscanini wies nicht nur auf Merrills stimmliche Mittel hin , sondern auf die wichtige Tatsache , dass er Fremdsprachen tatsächlich auch beherrschte . Sein Rigoletto hat nicht die Leidenschaft eines Piero Cappuccili , nicht die Zwiespältigkeit des Rogoletto-Carakters eines Gobbi oder die Damonie und Verzweiflung eines Giuseppe Taddei . Aber inssgesamt finde ich die Aufnahme mit ihm , Anna Moffo (!) un d Kraus in seiner vielleicht besten Rolle und einem sensationellen Soltui als d i e refernzaufnahme an .
Jussi Björling war nach einer Umfrage in den USA ca. 2002 / 2003 n a c h Franco Corelli der beliebteste Tenor .
Bei der La Bohème bin ich andere Meinung . Auf jeden Fall Mirella Freni . Di Stefano in der Callas-Produktion singt über seine sonstigen Leistungen deutlich hinaus . Und das restliche Ensembl eist wohl auch eher Geschmachssache .
gut finde ich noch die Aufnahmen von Cavalleria rusticana und Bajazzo mit Jussi Björling . Grüsse , Frank
bezüglich Robert Merill habe ich mich hier wohl etwas unglücklich ausgedrückt:
Oder seine Duettaufnahmen mit Robert Merrill. Der ist auch viel zu unbekannt. Ich kenne nach der Schellackära keinen Bariton der den Barbier und den Rigoletto so überzeugend gesungen hat.
Ich hätte besser „ Ich kenne…keinen Bariton der sowohl den Barbier als auch den Rigoletto so überzeugend gesungen hat.“ schreiben sollen.
Ich will also nicht behaupten das er der beste Rigoletto und der beste Barbier war, sondern nur, dass er eben beide Rollen hervorragend interpretiert hat. Tito Gobbi finde ich z.B. in Cortigiani… besser als Merrill, aber als Barbier nicht gerade berauschend.
Deine Beurteilung des Solti-Rigoletto kann nur bestätigen, es ist auch für mich die insgesamt beste Einspielung. Kraus ist wohl der beste Herzog der mir bekannten Gesamtaufnahmen(fast noch besser find ich ihn in „Lucrezia Borgia“, für mich hier der ideale Donizetti-Tenor). Auch Anna Moffo ist als Gilda in einer ihrer besten Rollen zu hören, toll das Duett mit Alfredo Kraus. Die Duette Gilda-Rigoletto finde ich allerdings von Gobbi-Callas unerreicht interpretiert. (O.k. ich kenn noch eine alte Aufnahme von Guiseppe de Luca und Amelita Galli-Curci die find ich genauso gut).
Zum Bekanntheitsgrad von Merrill ist noch zu sagen, in meinen Bekanntenkreis kannte ihn keiner. Mit keiner mein ich jetzt „durchschnittliche Klassikhörer“ die auch Oper hören(also keine Sammler). Aber auch einem „älteren“ Herrn(nur wenige Jahre jünger als Merrill) der in den 50er in einem Opernchor gesungen hat, war er unbekannt.
Viele Grüße
Jimi
Rolf Scheiwiller (28.04.2006, 16:01): Wem ist der kanadische Tenor LEOPOLD SIMONEAU noch ein Begriff ?
Ein Sänger der wirklich für eine Weltkarriere in Frage gekommen wäre !
Warum hat das nicht geklappt ? Sind die Plattenfirmen daran" mitschuldig" ?
Leider zu seiner Glanzzeit von den Schallplattenfirmen schwer vernachlässigt. Herausragende Aufnahmen mit ihm gibt es deshalb recht wenige.
ich möchte mich nun doch noch einmal zu Roberto Alagna äußern. Kennengelernt habe ich ihn in einer Fernsehübetragung aus Lyon im Elisir d´Amore zusammen mit Angela Gheorghiu, mit der er damals noch nicht verheiratet war. Ich war und bin von dieser Aufführung immer noch hingerissen, lebendig, mit viel Ausdruck in der Stimme und im Darstellerischen. Habe mich daraufhin für Alagna interessiert und bin ihm "wiederbegnet". In dem schon erwähnten Don Carlo. Und auch hier hat er mich überzeugt. Dann gab es eine Fernsehübertragung, ich glaube aus Paris Lucie di Lamermoor zusammen mit Patricia Ciofi. Den Alagna fand ich hier auch ganz gut, aber herausragend fand ich Patricia Ciofi als Lucie. Ich bin ganz gebannt gewesen, auch von der schauspielerischen Leistung. Dann habe ich Ciofi bei der Wiedereröffnung des Fenice als Violetta gesehen (im TV), war o.k., dann in einer Übetragung in der Pia di Tolomei von Donizetti im Rundfunk, auch gut und nun noch einmal als Lucia aus Mailand vom 21.3. des Jahres. Die Lucia scheint ja ihre Rolle zu sein. Alagna fand ich in dem Tosca Film dann auch nicht mehr so herausragend, ganz schlimm finde ich das larmoyante Gehabe in La Boheme beim Tode Mimis. Dieses aufgesetze Weinen verdirbt wir regelrecht die schöne Schlussszene. Was kritisiert ihr denn so an Alagna. Dass er zweit - oder drittklassig ist, ist doch noch sehr unkonkret. Das könnte ich als Geschmackssache hinstellen. Gibt es andere Bewertungskriterien?
Gruß Ralf (Atilla)
Rolf Scheiwiller (29.04.2006, 07:26): Original von Atilla Hallo,
ich möchte mich nun doch noch einmal zu Roberto Alagna äußern. Kennengelernt habe ich ihn in einer Fernsehübetragung aus Lyon im Elisir d´Amore zusammen mit Angela Gheorghiu, mit der er damals noch nicht verheiratet war. Ich war und bin von dieser Aufführung immer noch hingerissen, lebendig, mit viel Ausdruck in der Stimme und im Darstellerischen. Habe mich daraufhin für Alagna interessiert und bin ihm "wiederbegnet". In dem schon erwähnten Don Carlo. Und auch hier hat er mich überzeugt. Dann gab es eine Fernsehübertragung, ich glaube aus Paris Lucie di Lamermoor zusammen mit Patricia Ciofi. Den Alagna fand ich hier auch ganz gut, aber herausragend fand ich Patricia Ciofi als Lucie. Ich bin ganz gebannt gewesen, auch von der schauspielerischen Leistung. Dann habe ich Ciofi bei der Wiedereröffnung des Fenice als Violetta gesehen (im TV), war o.k., dann in einer Übetragung in der Pia di Tolomei von Donizetti im Rundfunk, auch gut und nun noch einmal als Lucia aus Mailand vom 21.3. des Jahres. Die Lucia scheint ja ihre Rolle zu sein. Alagna fand ich in dem Tosca Film dann auch nicht mehr so herausragend, ganz schlimm finde ich das larmoyante Gehabe in La Boheme beim Tode Mimis. Dieses aufgesetze Weinen verdirbt wir regelrecht die schöne Schlussszene. Was kritisiert ihr denn so an Alagna. Dass er zweit - oder drittklassig ist, ist doch noch sehr unkonkret. Das könnte ich als Geschmackssache hinstellen. Gibt es andere Bewertungskriterien?
Gruß Ralf (Atilla)
Guten Morgen Ralf.
Diese beiden DVD aus Paris und Lyon hab ich ebenfalls. Besonders die witzige Aufführung mit Georghiu unter Pido finde ich sehr gelungen.
Wenn ich mir eine Opernaufführung auf DVD anschaue, ist bei mir immer zuerst der Gesamteindruck entscheidend.
Hat mir das Endergebnis gefallen , kann ich dann, wenn ich will, die einzelnen Gesangsleistungen bewerten.
Auch wenn ich vielleicht von einem Sänger enttäuscht bin,kann mir die Aufführung trotzdem unvergesslich bleiben.
Wenn ein Sänger allerdings an einer Wiener Staatsoper Hausverbot verordnet bekommt...
Soeben hab ich mir eine Aufführung des " Don Pasquale " aus dem Opernhaus in Calgari auf DVD zu Ende angesehen. Eine wunderbare, frische, mit manchen sinnvollen Gags versehene Inszenierung. Mit Eva Mei A. Corbelli und....
.... dem Ernesto , gesungen von einem der kommenden TOP - Sänger ( hoffentlich )
Sein Name, ANTONINO SIRAGUSA !
Ein prachtvolles Timbre in der Stimme. Ich möchte mehr von diesem Sänger hören. Ansonsten, ausser dieser DVD kenne ich nichts von ihm.
Ich hab diesen Namen bis anhin noch nie gehört.
Auch wenn ich keine Sängerin und keinen Sänger anhimmle, oder " verehre ", das finde ich unnötig und ungesund ), so haben manche eben doch ein bisschen mehr einen Symphatiebonus als andere.
Auf TDK erschienen.
Gruss.
R.
Atilla (30.04.2006, 13:28): Hallo,
Antonio Siragusa sang im letzten Jahr im April in Brüssel zusammen mit Sumi Jo in La Sonnambula. Ist bei mir als Rundfunkmitschnitt gelandet. Mir geht es genauso, eine traumhafte Stimme. Wie geschaffen für den Belcanto.
Gruß Atilla
Jimi (03.05.2006, 08:34): Hallo Zusammen,
kaum ist man ein paar Tage weg, gibt es hier im Forum so viel neues, das man schon mit dem Lesen nicht mehr nachkommt.
@Rolf und Zelenka:
Ich kann Euch bei Simoneau nur bestätigen. Ein wunderbarer leider unterschätzter Sänger.
Das von Zelenka erwähnte Recital kann ich nur empfehlen, ich habs aber verschenkt und mir diese 7Cd-Box besorgt, die einen rel. kompletten Überblick gibt(inkl. Lieder von Duparc) :
Ausserdem muss man noch unbedingt seinen Ferrando in Karajans Cosi fan tutte erwähnen. IMO der beste Ferrando auf Cd.
Sonst habe ich noch außer den von Rolf erwähnten Orfee und den Perlenfischern 2 Liveaufnahmen:
LES CONTES D’HOFFMANN aus Wien 1954 mit George London unter Lee Schaenen und
IPHIGENIE EN TAURIDE aus Aix-en- Provence unter C.M. Giulini .
Viele Grüße
Jimi
Solitaire (07.03.2008, 08:03): Michael Schade. Ich habe den Mann operntechnisch bisher nur als Don Ottavio gehört, und es hat mich aus den Schuhen gehauen. Es gab bisher für miich eigentlich nur einen wahren Don Ottavio und das war Fritz Wunderlich, aber Michael Schade kann ihn m.E. mehr als nur gerade so eben das Wasser reichen. Zu hören und zu sehen hier klick Außerdem habe ich auf Youtube Videoclips gefunden , in denen er den Tenorpart aus Mozarts Requiem singt. Und das, wenn ich das mal sagen darf, zum niederknieen schön. Auf meiner dringend-kaufen-Liste steht noch das hier: klick
Daß ich Rolando Villazón sehr mag habe ich schon mehrfach erwähnt. Ich weiß, er singt manchmal, daß man Angst kriegt und seine Krise hat mich wohl erschreckt, aber keineswegs überrascht. Dennoch: was für eine Energie, was für eine Intensität, was für eine rückhaltlose Identifikation mit jedem seiner Bühnencharaktere. :down :down :down Wie es mein Gatte mal formuliert hat: "Der Mann könnte auch singen 'Ich will ein Schnitzel sein', ich würde es ihm sofort glauben!" Und nicht zuletzt: was für eine unglaublich schöne Stimme. Ich hoffe sehr, daß er es in Zukunft ein bißchen ruhiger angehen wird, es wäre ein Jammer um ihn. Daß er Cavaradossi gecancelt hat und nun wohl Lensky singen wird, und überhaupt seinen Terminklaender radikal zusammengestrichen hat stimmt mich aber hoffnungsfroh.
nikolaus (07.03.2008, 18:27): Original von Solitaire Michael Schade. Ich habe den Mann operntechnisch bisher nur als Don Ottavio gehört, und es hat mich aus den Schuhen gehauen. Es gab bisher für miich eigentlich nur einen wahren Don Ottavio und das war Fritz Wunderlich, aber Michael Schade kann ihn m.E. mehr als nur gerade so eben das Wasser reichen. Zu hören und zu sehen hier klick Außerdem habe ich auf Youtube Videoclips gefunden , in denen er den Tenorpart aus Mozarts Requiem singt. Und das, wenn ich das mal sagen darf, zum niederknieen schön. Auf meiner dringend-kaufen-Liste steht noch das hier: klick
Ich werde es vielleicht heute abend mal wieder hören...
Nikolaus.
Solitaire (07.03.2008, 22:27): Kenne ich noch nicht will ich aber schon lange haben. Vielleicht bestelle ich es gleich morgen bei jpc. Es ist noch ein bißchen Spielgeld übrig, das drignend unters Volk gebracht werden muß. :D
Solitaire (10.03.2008, 12:35): Wenn religiöse Anspielungen in unserer Zeit nicht so brandgefährlich wären, würde ich sagen „Mozart ist groß und Fritz Wunderlich ist sein Prophet“, so aber verkneife ich mir diese Bemerkung lieber... :cool Jedenfalls ist Fritz Wunderlich für mich der wunderbarste Sänger aller Zeiten und ich freue mich sehr, über das vielzitierte Fritz-Wunderlich-Revival ,das wir zur Zeit erleben dürfen. Die schöne Stimme ist es nicht allein, schöne Stimmen gibt es wie Sand am Meer. Was mich am alten Fritz vor allem immer wieder aufs neue fasziniert und frappiert ist die Tatsache, daß dieser Mann offenbar wirklich alles singen konnte, und nichts davon klang jemals billig oder ordinär. Ich kenne nicht eine einzige Wunderlich-Aufnahme, die ich unter die Rubrik „war wohl nix“ einreihen würde. Das ist bei anderen Sängern die ich an sich sehr mag durchaus manchmal der Fall. Ich glaube, Wunderlichs „Geheimnis“ ist, neben seiner umwerfenden Musikalität, die Tatsache, daß er alles was er singt ernst nimmt. Für ihn sind ein Schlager oder eine Operettenmelodie in ihrer Art nicht weniger wert und haben nicht weniger Daseinsberechtigung als eine Arie aus einer Bach-Passion, und das hört man seinem Gesang auch an, deshalb konnte er alles singen. Ich frage ich oft, wie seine künstlerische Entwicklung weitergegangen wäre. Ich besitze, ganz gegen meine sosntige Gewohnheit, nur eine einzige Aufnahme der „Dichterliebe“ und das ist diese: KLICK. Es geht einfach nicht schöner, bewegender, vollkommener.
Tranquillo (10.03.2008, 21:22): Original von Solitaire Es ist noch ein bißchen Spielgeld übrig, das drignend unters Volk gebracht werden muß. :D
Monopoly-Geldscheine sind als Zahlungsmittel im allgemeinen nicht so gerne gesehen :D
Jedenfalls ist Fritz Wunderlich für mich der wunderbarste Sänger aller Zeiten und ich freue mich sehr, über das vielzitierte Fritz-Wunderlich-Revival ,das wir zur Zeit erleben dürfen.
Ich kann Deine Begeisterung durchaus nachvollziehen. Ich habe eine Aufnahme von Bachs Matthäus-Passion, wo Wunderlich die Tenor-Arien singt. Das ist einfach nur unglaublich schön, nicht von dieser Welt...
Die schöne Stimme ist es nicht allein, schöne Stimmen gibt es wie Sand am Meer.
Naja, wenn ich da so an meine eigene denke :ignore
Ich glaube, Wunderlichs „Geheimnis“ ist, neben seiner umwerfenden Musikalität, die Tatsache, daß er alles was er singt ernst nimmt. Für ihn sind ein Schlager oder eine Operettenmelodie in ihrer Art nicht weniger wert und haben nicht weniger Daseinsberechtigung als eine Arie aus einer Bach-Passion, und das hört man seinem Gesang auch an, deshalb konnte er alles singen.
Wenn Wunderlich singt, klingt das für mich ganz natürlich und niemals gekünstelt. Man hat irgendwie spontan den Eindruck, so und nicht anders müsse das jetzt klingen - es kann einfach nicht anders sein. Ich bin weder ein Sänger- noch gar ein Wunderlich-Experte, aber mein Eindruck ist, dass er sich ein gesundes Maß an Naivität (im positiven Sinn!) und Unbefangenheit gegenüber der Musik bewahrt hat, und das verbunden mit seiner Musikalität und seiner schönen Stimme ist einfach zutiefst beeindruckend.
Viele Grüsse Andreas
Solitaire (11.03.2008, 07:09): Original von Tranquillo
Wenn Wunderlich singt, klingt das für mich ganz natürlich und niemals gekünstelt. Man hat irgendwie spontan den Eindruck, so und nicht anders müsse das jetzt klingen - es kann einfach nicht anders sein. Ich bin weder ein Sänger- noch gar ein Wunderlich-Experte, aber mein Eindruck ist, dass er sich ein gesundes Maß an Naivität (im positiven Sinn!) und Unbefangenheit gegenüber der Musik bewahrt hat, und das verbunden mit seiner Musikalität und seiner schönen Stimme ist einfach zutiefst beeindruckend.
Ja, das trifft es wohl ziemlich genau, was mich an ihm so begeistert. Bei Erna Berger empfinde ich das übrigens in den meisten (nicht allen) Fällen ähnlich. Sie singt diese kunstvollen Koloraturen, und es klnigt völlig selbtverständlich und so, als könnte das jeder. Deshalb gehört Erna Berger für mich auch unbedingt auf die "Top"-Seite.
nikolaus (15.03.2008, 18:22): Ich glaube, ich habe sie schon mal erwähnt, aber tue es gerne noch einmal:
Karita Mattila - top!
Ich würde mir von ihr Verdis Requiem wünschen.
Nikolaus.
Solitaire (16.03.2008, 16:16): Ich kenne sie bisher nur von den youtube-Ausschnitten zum Mozart-reqiuem, zusammen mit Schade und Terfel. Da gefällt sie mir außerordentlich gut :)
Jimi (16.03.2008, 17:20): Hallo Nikolaus und Solitaire
außer der DonCarlos DVD mit Roberto Alagna in der Titelrolle(damals noch in Topform) kenne ich von Karita Mattila noch ein Cd mit Liedern von Grieg und Sibelius :
Kann ich nicht immer hören, aber wenn dann finde ich Ihr sehr individuelle Interpretation der doch recht unterschiedlichen Lieder recht eindrucksvoll.
Original von Solitaire Bei Erna Berger empfinde ich das übrigens in den meisten (nicht allen) Fällen ähnlich. Sie singt diese kunstvollen Koloraturen, und es klnigt völlig selbtverständlich und so, als könnte das jeder. Deshalb gehört Erna Berger für mich auch unbedingt auf die "Top"-Seite.
@Solitaire Welche Aufnahmen von Erna Berger findest du am besten? Ich kenne nicht allzu viel von Ihr.
:hello Jimi
nikolaus (16.03.2008, 17:22): Original von Solitaire Ich kenne sie bisher nur von den youtube-Ausschnitten zum Mozart-reqiuem, zusammen mit Schade und Terfel. Da gefällt sie mir außerordentlich gut :)
Dann empfehle ich Dir als Opernliebhaberin diese DVD:
Eine Produktion aus dem Theatre du Chatelet Paris, Regie: Luc Bondi.
Roberto Alagna, Thomas Hampson, Waltraut Meier, Karita Mattila, José van Dam, Orchestre de Paris, Antonio Pappano (211 Min.)
Nikolaus :hello
Solitaire (18.03.2008, 13:42): Das ist auch insofern ein guter Hinweis, als ich den "Don Carlos" sehr ma,g und schon lange eine gute DVd suche. Ich habe die Version mit Villazón aus Amsterdam. Aber da gibt es diese Sopranistin, die mir gar nicht gefällt. Die DVD kommt also auf die to-do-Liste :)
Jeremias (18.03.2008, 14:52): Eine wunderbare Stimme: Olga Borodina
Ein sehr warmer, angenehmer Mezzo/Alt! Bekannt v.a. durch Aufnahmen mit Gergiev russischer Opern, aber auch als Partnerin von Domingo u.a. an der Wiener Staatsoper. Ich hörte sie kürzlich mit dem Verdi-Requiem, ihr Lacrimosa war einer der bewegendsten musikalischen Momente, den ich je erlebt habe! :down
Solitaire (18.03.2008, 15:48): Dann wird dich interessieren, daß am Karfreitag um 21.00 auf 3 SAT das Requiem von Verdi gezeigt wird. Mit Borodina. Ich habe das damals live in Köln sehen dürfen, und war sehr, sehr, sehr begeistert.
manrico (21.03.2008, 11:44): Im allgemeinen mag ich schlanke, sehnige Stimmen, die es verstehen, schöne Bögen zu halten, bei den oberen Registern nicht kreischen und Emotionen zu transportieren. Und wenn sie dann auch noch schönes Stimmmaterial haben, den Figuren Leben und Individualität einhauchen, bin ich vollauf zufrieden. Meine TOPs erfüllen für mich diese Vorgaben, die, die ich als "FLOPs" bezeichne, sind natürlich auch verdiente Sänger, haben die eine oder andere interessante Aufnahme gemacht und singen zumindest nicht arg falsch. Trotzdem stört mich an deren Gesang irgendwas massiv. Mit Flop meine ich, dass für mich künstlerische Leistung und öffentliche Einschätzung (Publikumswirkung, Zahl der Einspielungen, Resonanz in der Presse,...) einfach nicht zusammenpassen.
Ich will das jetzt nicht hier in der Liste begründen, tu es aber gerne getrennt. Sorry, wenn ich den einen oder anderen Liebling von euch diskreditiere, ihn für überschätzt oder von der Plattenindustrie für gepuscht halte, ich werde auch entsprechend Busse tun und mir zur Versöhnung eine Aufnahme von ihm anhören :D Wenn ich meine Favoriten einmal nach Stimmgattungen ordnen müsste, wären für mich die folgenden Sänger "TOP":
Mezzo: Agnes Baltsa (v.a. live) Vesselina Kassarova Federica von Stade Marylin Horne Fedora Barbieri Shirley Verrett Brigitte Fassbaender Christa Ludwig
Tenor: Jussi Björling Leopold Simoneau Giacomo Aragall Carlo Bergonzi Fritz Wunderlich Anton Dermota Bruce Ford Placido Domingo Francisco Araiza Neill Shikoff Nicolai Gedda Juan Diego Florez Peter Seiffert
Bariton: Giuseppe Taddei Leonard Warren Josef Metternich Thomas Hampson Robert Merrill Giorgio Zancanaro George London Jose van Dam Renato Bruson Dmitri Hvorostovsky Simon Keenlyside
Bässe: Cesare Siepi Boris Christoff Nicolai Ghiaurov
für überschätzt halte ich:
Sopran: Renata Scotto !! - unangefochten!!!!! Die find ich wirklich unerträglich Edita Gruberova Gwyneth Jones Beverly Sills
mit Vorbehalt: Montserrat Caballe Joan Sutherland Mirella Freni Renata Tebaldi Mara Zampieri
Tenor: Mario del Monaco Franco Corelli Giuliano Cianella (leidgeprüft an der Wiener Staatsoper) Gianni Poggi
mit Vorbehalt: Luciano Pavarotti Rudolf Schock Hans Beirer
Bariton: Ettore Bastianini Dietrich Fischer-Dieskau Hermann Prey
Vielleicht fallen mir im Moment nicht so viele Flops ein, weil ich ein positiv denkender Mensch bin und sie zumeist aktiv verdränge. Aber die werden sich schon noch aus ihren Löchern (respektive CD-Hüllen) trauen, und dann kommen sie auch auf die Liste.
lg
Werner
Solitaire (22.03.2008, 12:29): Ich finde es immer spannend zu lesen, daß auch die größten nicht davon verschont sind, vom einen oder anderen nicht gemocht zu werden und es nicht jedem recht machen zu können. Für mich ist zum Beispiel Mirella Freni eine der wunderbarsten Sängerinnen die ich kenne, hingegen kann ich, hab das ja schon öfter betont, mit Sutherland ebenfalls gar nichts anfangen, und Renata Tebaldi auch nur unter sehr großen Vorbehalten ertragen, andere wiederum lieben gerade diese Sängerinen heiß und innig und werden gute Gründe dafür haben. Bei Maria Callas höre ich all die stimmlichen Schwächen und Probleme durchaus, ich bin ja nicht komplett taub, aber sie sind mir Sch***egal, weil diese Frau so grandios war und selbst ihr Atemholen und ihre Pausen schon Musik sind.
Ich habe mich im Laufe der Jahre zu der Erkenntnis durchgerungen, daß es mehr mit dem Hörer als mit dem Sänger zu tun hat, wer auf der persönlichen Flop oder Top Liste steht. Natürlich gibt es Dinge, die nicht wegzudiskutieren sind (wenn man denn Ahnung davon hat, was ich für mich nicht unbedingt in Anspruch nehme). damit meine ich Technik, Stilsicherheit, Musikalität etc. Davon hat der eine mehr, der andere weniger, das ist wie im richtigen Leben auch. Davon aber abgesehen ist vieles einfach nur Geschmackssache. Ich finde die Grabenkämpfe die in manchen Diskussionen (nicht hier)ausgetragen werden immer sehr lustig: Pavarotti oder Domingo? Callas oder Tebaldi? Hat Anna N. überhaupt den richtigen Beruf ergriffen ? Und wer zum Teufel läßt Villazón noch auf irgendeine Bühne? Wer einmal bei "Wetten daß"war... :J Der einzige mir beaknnte Sänger von dem ich sicher bin, daß er nie solche Diskussionen ausgelöst hat ist der unfassbar grandiose Fritz Wunderlich.
manrico (24.03.2008, 11:37): Hallo Solitaire!
Du hast recht, ich kenne kaum jemanden, der Wunderlich nicht höchsten Respekt zollt. Ich glaube, das ist, weil er absolut ehrlich musiziert und immer konzentriert bei der Sache ist. Ich glaube aber auch, dass es noch andere Künstler gibt, die relativ einhellig positive Resonanz erfahren. Nur stehen diese nicht so im medialen Interesse, wurden von den Plattenfirmen nicht zu Stars hochgepeitscht und konnten daher (fast) immer im Rahmen ihrer Möglichkeiten singen. Ich denke da vor allem an die unvergleichliche Sena Jurinac. Man sagt, dass in Wien die älteren Opernbesucher immer noch in jede Nozze-Vorstellung gehen in der Erwartung eine neue Cherubino-Offenbarung zu erleben und nach dem Fallen des Vorhangs enttäuscht feststellen müssen, dass keiner je an die Jurinac herankommen wird. Aber auch bei Eileen Farrell, Giuseppe de Luca, Giuseppe Taddei, Renato Bruson oder Leyla Gencer kenn ich eigentlich fast durchwegs nur Lobeshymnen (und muss mich ihnen anschliessen).
Die Freni hatte für mein Dafürhalten in den 60er Jahren einen sehr schönen lyrischen Sopran, der auch durchaus zu Koloraturen fähig war. Davon zeugen einerseits ihre "Figlia del reggimento" 1969, andererseits ihre sehr überzeugende Zerlina unter Solti 1962. Dann aber ist sie (wie leider auch die Ricciarelli, bei der ich das besonders bedauere) Opfer der Zeit (und eines gewissen Herrn K.) geworden. Die Stimme wird breit und gleichförmig, etwas träge. Sie klingt für mich wie das DG-Cover zur Manon Lescaut ausschaut: ein Mädel vom Land zur Hochglanzlady aufpoliert. Alles klingt nach dick-süsslich-sentimentalem Puccini, es gibt überhaupt keine differenzierten Rollenportraits mehr. Wenn ich mir die Desdemona in dem hochgelobten Scala-Mitschnitt unter Kleiber (Domingos bester Otello, wie ich finde) und vergleichsweise dazu die viel weniger publicity-trächtige Anna Tomowa-Sintow im Wiener Otello unter Metha anhören, dann liegen dazwischen Welten. Die Sintow ist einfach eine Dame aus vornehmsten Haus, die Freni ist es nicht. Sie führt ihre Stimme nicht schlank, sondern bietet Puccini-Eintopf. Und das ist für mich ein unverzeihliches Sakrileg gegenüber dem für mich grossartigsten Komponisten aller Zeiten. Und wenn ich die beiden jetzt noch einmal gegenüberstelle: Die Sintow hat auch in Wien die Aida gesungen, aber sie hat es als Kammerspiel aufgefasst, war eine äthiopische Prinzessin und ging nicht in den Breitwand-Klangfluten unter (obwohl eigentlich auch eine K.-Protegee, aber sie hat sich offensichtlich aus dieser tödlichen Umarmung lösen können). Und wenn man in bereits pensionsfähigem Alter mit Rossschwanz als Manon Lescaut über die Bühne hüpft (tatsächlich!!!) oder sich ein paar Jahre später als Tatjana im Onegin versucht, hört sich für mich jede Glaubwürdigkeit auf. Es war einfach mehr desselben, und daher für langweilig. Die Freni hat mich auf der Bühne kein einziges Mal überzeugt. Aber das mag halt auch daran liegen, dass ich diese Puccini-Hochglanz-Festivalästhetik K.s mit Freni und der testosteronfreien Stimme Pavarottis einfach nicht mag.
lg
Werner
Jimi (28.03.2008, 14:59): Hallo Werner,
ich glaube wir waren uns meistens ziemlich einig was die Beurteilung von Sängern angeht, so wird es dich wohl auch nicht wundern, dass ich mit deiner Auflistung zu großen Teilen übereinstimme. Allerdings kenne ich nicht alle Interpreten gut genug um mir ein Urteil zu erlauben, zb Giorgio Zancanaro. Das ist überhaupt eine wichtige Frage : kenne ich von einem Interpreten den ich nicht so sehr mag eigentlich die wirklich guten Aufnahmen. Ein gutes Beispiel ist Jose Carreras, von Ihm muß man die Aufnahmen aus den 70er Jahren kennen um Ihn wirklich beurteilen zu können. Welche Aufnahmen von Katia Ricciarelli gefallen dir am besten? Die Aida und Turandot waren sicherlich zu dramatisch für Ihre lyrische Stimme, die Aufnahmen die ich von Ihr kenne(Rossini) sind danach entstanden, sicher nicht schlecht, aber auch nicht außergewöhnlich. Sind die früheren Aufnahmen zu bevorzugen?
Original von manrico für überschätzt halte ich: Sopran: Renata Scotto !! - unangefochten!!!!! Die find ich wirklich unerträglich
Bei Renata Scotto habe ich auch Probleme, was Ihre späten Aufnahmen angeht(sie singt teilweise nicht mehr, sie schreit !), kann ich deine Einschätzung verstehen. Die ganz frühen Aufnahmen, Ende der 50er Jahre aufgenommen sind erheblich besser, da braucht sie den Vergleich mit vielen anderen bekannten Sängerinnen nicht zu scheuen. Allerdings habe ich den Eindruck dass sich hier die späteren Probleme schon ein wenig andeuten, die Spitzentöne scheinen mir im Vergleich zu den allerbesten Sopranistinnen nicht 100% zentriert zu sein. Dennoch singt sie zb auch in Sempre Libera(1958) die schwierigen verzierten Passagen recht sicher, im Vergleich finde ich dazu Teresa Stratas in der bekannten Zeffirelli Verfilmung absolut schauderhaft, ein einziges geleiere in den Koloraturen.Auch "Qui la voce" aus "I puritani" finde ich von Scotto überzeugender als zb von Caballe oder Sutherland.
Original von manrico Im allgemeinen mag ich schlanke, sehnige Stimmen, die es verstehen, schöne Bögen zu halten, bei den oberen Registern nicht kreischen und Emotionen zu transportieren.
Das mit den Emotionen transportieren finde ich auch wichtig, aber die Frage ist mit welchen Mitteln und wieviel davon.
Auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen, ich finde dass es Rolando Villazon in der Beziehung (v.a. live weniger bei Studioaufnahmen) gewaltig übertreibt(immer mindestens 110% Ausdruck). Obwohl ich seine Stimme mag und er auch technisch gut singt finde ich Ihn deswegen eher etwas überschätzt. Das ist natürlich Geschmacksache, mir liegt er halt stilistisch nicht so sehr.
Das das Gegenteil davon : Alfredo Kraus
Immer sehr elegant(vielleicht manchmal sogar etwas zu elegant), keinerlei Übertreibungen und Manierismen, perfekte Technik, einer meiner Lieblingssänger.
:hello Jimi
Solitaire (28.03.2008, 15:20): Original von Jimi
Auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen, ich finde dass es Rolando Villazon in der Beziehung (v.a. live weniger bei Studioaufnahmen) gewaltig übertreibt... mir liegt er halt stilistisch nicht so sehr.
Och, nur keine Angst und keine Hemmungen :D Bisher habe ich den Eindruck, daß ich hier der einzige RV-Fanatiker im Forum bin Klassenkeile wird's also definitv nicht geben. Und ich bin da sowieso nicht so heikel und für Kritik durchaus zugänglich, solange das Argument nicht "Der tritt in Wetten daß auf..." lautet :D. Mir geht es übrigens durchaus auch so, daß ich RV nicht immer hören kann, ich liebe seine Art sich in seine Charaktere zu schmeißen, ich liebe auch seine 110 Prozent, aber manchmanl ist das auch mir zuviiel, und ich brauche dann was ganz strenges. Bach holt mich dann immer ganz gut auf den Boden zurück :) Was Stratas angeht muß ich dir zustimmen: ich mag ihre Traviata sehr, aber die Koloraturen sind gewaltig daneben gegangen.
Freni ist ja tatsächlich in erster Linie als Puccinisängerin bekannt geworden, und ich muß sagen, ihre Mimi und ihre Butterfly gefallen mir ausgesprochen gut. Aber ich gebe zu, daß Puccini natürlich mächtig auf's Blech haut. Nicht umsonst wurde der unsägliche Andrew Lloyd Webber mehr als einmal als "Bonsai-Puccini" bezeichnet... :ignore
Alfredo Kraus ist ein wunderbarer Sänger, da gibt es keinen Zweifel. Er scheint ja auch ein wirkllich großer Liedersänger gewesen zu sein. Das ist auch bei großen Opernsängern nicht immer selbstverständlich. RV tut sich mit seiner Dichterliebe ja, wie man so liest, eher schwer. Ich denke nicht, daß das an akuten Stimmproblemen liegt, sondern wohl eher generell ein Problem zu sein scheint. Tatsächlich zuviel Emotion ?
Jimi (28.03.2008, 21:49): Original von Solitaire Och, nur keine Angst und keine Hemmungen :D Bisher habe ich den Eindruck, daß ich hier der einzige RV-Fanatiker im Forum bin Klassenkeile wird's also definitv nicht geben. Und ich bin da sowieso nicht so heikel und für Kritik durchaus zugänglich, solange das Argument nicht "Der tritt in Wetten daß auf..." lautet :D.
Hallo Solitaire,
schön dass du so entspannt reagierst, ich will dir auch dem guten Rolando nicht mies machen oder dich zu einem anderen Sänger bekehren. Dennoch fände ich einen Vergleich von Rolando Villazon mit anderen Sängern sehr spannend, zb in einem Thread über aktuelle Tenöre. Es gibt ja vergleichbare Threads "die jungen Pianisten" usw. In den Fachmedien gab es in der letzten Zeit einige merkwürdige Aussagen zu dem Thema die einigen Diskussionstoff bieten : zb Jonas Kaufmann nimmt auf seiner akt. CD ein Repertoire in Angriff mit dem Villazon und Florez Ihre Karrieren begründet haben. Ich finde es wichtig solche groben Verallgemeinerungen mal zu kommentieren.
Original von Solitaire
Alfredo Kraus ist ein wunderbarer Sänger, da gibt es keinen Zweifel. Er scheint ja auch ein wirkllich großer Liedersänger gewesen zu sein. Das ist auch bei großen Opernsängern nicht immer selbstverständlich. RV tut sich mit seiner Dichterliebe ja, wie man so liest, eher schwer. Ich denke nicht, daß das an akuten Stimmproblemen liegt, sondern wohl eher generell ein Problem zu sein scheint. Tatsächlich zuviel Emotion ?
Ich glaube es ist nicht verkehrt dass sich RV mit dem Liedgesang beschäftigt, denn da muss er seine Emotionen kontrollieren sonst haut das mit Sicherheit nicht hin. Man darf natürlich auf die Schnelle keine Wunder erwarten, auch andere Sänger haben ihre Zeit gebraucht bis sie richtig gute Liedinterpreten wurden, erst Recht wenn man eine andere Muttersprache hat.
Von Alfredo Kraus sind mir zumindest deutsche Liedaufnahmen nicht bekannt, eine(vermutlich frühe) Aufnahme der Bildnisarie aus der Zauberflöte auf Deutsch ist eher für spanische Ohren geeignet(Klartext: die Aussprache ist grauenvoll :ignore).
:helloJimi
Solitaire (29.03.2008, 08:44): Original von Jimi
schön dass du so entspannt reagierst Je nun, ich bin ja keine 15 mehr, und wir reden hier auch nicht von Tokio Hotel. (Deren Fans müssen, nebenbei bemerkt, auch zittern: der arme Bill hat's an den Stimmbändern... :D ).
Es stimmt schon, daß Herr Kaufmann auf seiner CD nahezu die gleichen Stücke singt, wie RV auf seinem ersten Album (und wie sie auch Ramon Vargas aufgenommen hat), aber haben RV und Florez wirklich auf diesem Repertoire ihre Karrieren begründet? Vor allem bei Florez sehe ich das etwas anders. Den habe ich, obwohl ich noch nicht soviel von ihm kenne, als Belcanto-Tenor par excellence auf dem Zettel (und das heißt eben nicht Verdi und Puccini, sondern Rossini, Donizetti etc.) , das ist m. E. bei Kaufmann nicht, und auch bei RV bisher nur in Maßen der Fall. Allerdings habe ich Kaufmanns CD noch nicht gehört. Ich werde siewohl auch nicht kaufen, da ich das eiskalte Händchen und "La fleur...." nicht zum 100mal in meinem Plattenschrank brauche. Vielleicht, wenn er irgendwann mal was anderes aufnimmt. Habe ihn als Florestan gesehen, und er hat mir gut gefallen, obschon, wie Leute sagen die es angebliich wissen, der Florestan nicht unbedingt seine Rolle sein soll. Da es mein erster Fidelio war habe ich keine Vergleichsmöglichkeit und kann mich dazu nicht äußern. Um nochmal auf RV zu kommen: man mag von ihm halten was man will, aber ich glaube kaum jemand wird ernsthaft bestreiten können, daß sein Französisches album ganz wunderbar nud zum niederknieen schön gesungen ist. :down Wobei es bei den RV-Diskussionen ja im allgemeinen auch weniger um die Schönheit der Stimme geht, die ihm kaum jemand abspricht. Es ist eher das, was du beschreibst: diese extreme Emotionalität. TANTE EDIT SAGT Übirgens fiel mir noch was zu Alfredo Kraus ein: ich habe vor ewigen Zeiten im Fernsehen ein Portrait über ihn gesehen, in dem auch von seinen Liederabenden die Rede war. Allerdings ist das 1. wirklich lange her, 2. stand ich ziemlich neben mir, weil ich mich mit den schlimmsten Zahnschmerzen meines Lebens rumgeschlagen habe und (völlig gegen meine Gewohnheit) komplett unter Schmerzmitteln stand (Dolomo. Die blauen knallen besonders gut :rofl). Ich weiß also nicht mehr, ob es sich bei den Liederabenden um die deutschen Liederzyklen gehandelt hat, oder doch eher um spanisches Liedgut. Hatte eigentlich gehofft, du könntest mir da als Kraus-Verehrer weiterhelfen. Kennst du diese DVD?:
Und wenn ja, lohnt sie sich? Ich habe schon oft überlegt sie zu kaufen, aber der gute Alfredo war da ja nicht mehr der jüngste, deshalb habe ich bisher immer gezögert.
Jimi (29.03.2008, 12:32): Original von Solitaire Allerdings habe ich Kaufmanns CD noch nicht gehört. Ich werde siewohl auch nicht kaufen, da ich das eiskalte Händchen und "La fleur...." nicht zum 100mal in meinem Plattenschrank brauche.
Ok , man muss diese Arien sicher nicht zig mal haben, allerdings kann man dieses Argument genauso bei Rollando Villazon's ersten Album anführen:
La donna e mobile Una furtiva lagrima Che gelida manina E lucevan le stelle
Was Kaufmann angeht, kennst du seine älteren Aufnahmen: Der Vampyr (Marschner), Ekkehard(Abert), Oberon(Weber),Nina o sia(Paisiello)... ?
Die Lucia- Dvd mit Alfredo Kraus kenne ich nicht, auf anderen Aufnahmen aus der Zeit war seine Stimme in einwandfreien Zustand.
Bis vor 5 min kannte ich nur "nicht deutsche" Liedaufnahmen von ihm zb
Alfredo Kraus sings Tosti
zu meiner Überraschung hat er aber tatsächlich auch
Strauss
gesungen.
Die Aussprache ist im Vergleich zur Aufnahme der Bildnisarie deutlich verbessert.
:helloJimi
Solitaire (29.03.2008, 15:59): Ich stimme dir absolut zu, was das erste Album von RV angeht. Ich habe es mir auch als letztes gekauft, eigentlich nur, um meine Sammlung zu vervollständigen :D Vielleicht war das Album bei RV gemeint als: Guckt mal, was der Pavarotti kann, kann ich auch! Und bei Kaufmann: Pah! Was Speedy Gonzales hinkriegt, mach ich aber mit links! :wink Nein im Ernst, ich finde es schon schade, daß es bei Tenoralben oft immer das gleiche Programm ist. Ramon Vargas hat ein nahezu identisches Album aufgenommen, daß bei uns in der Biiliothek wie Sauerbier angeboten wird. Kein Mensch nimmt es mit, weil sie alle den Kram schon 100mal zuhause haben. Ich kenne Kaufmanns ältere Aufnahmen bisher nicht, das muß anders werden :) Habe vorhin bei youtube mal in Kraus-Aufnahmen aus der Zeit der Lucia reingehört und war in der Tat überrascht, wie gut seine Stimme klang. Allerdings sieht Kraus doch schon seeehr reif für einen leidenschafltichen Edgardo aus. Aber ich will mal nicht so oberflächlich sein :J Luciana Serra habe ich bisher als Olympia und als Königin der Nacht gehört, in beiden Rollen hat sie mir gut gefallen.
Von RV gibt es eine Aufnahme mit der Bildnisarie aus einem Konzert in Japan. Soviel ich weiß hat er diese Arie dort zum erstenmal gesungen : sein Deutsch ist wirklich gut (wenn auch natürlich mit Akzent), und er singt das m. E. sehr, sehr schön. Ich würe ihn ohnehin gerne endlich mal mit Mozart hören.
Rachmaninov (29.03.2008, 16:04): Original von Solitaire Ich stimme dir absolut zu, was das erste Album von RV angeht. Ich habe es mir auch als letztes gekauft, eigentlich nur, um meine Sammlung zu vervollständigen :D Vielleicht war das Album bei RV gemeint als: Guckt mal, was der Pavarotti kann, kann ich auch!
Und, kann er das was der Jahrhunderttenor konnte?
Solitaire (29.03.2008, 16:15): Er hat eine völlig andere Stimme als Pavarotti, das vorweg. Sein eiskaltes Händchen, und seine Nemorino-Arien gefallen mir sehr gut, aber Pavarotti war darin einfach unschlagbar. Pavarotti ist für mich immer noch der beste Rodolfo und der beste Nemorino, den ich mir denken kann. Habe vor Weihnachten mal wieder "Bohème" mit Pavarotti und Freni gesehen, und ich kann mir beim besten Willen und aller Syphathie nicht denken ,daß RV und AN das mit ihrem Film toppen können. Das heißt ja nun aber nicht, daß sie es nicht versuchen dürfen. Sonst bräuchte auch keine Sopranistin mehr Tosca, Norma oder Violetta zu singen. Von Lucia und Medea ganz zu schweigen. Auch war Big P. ein Meister des hohen C, was RV, wie wir alle wissen, nunmal nicht ist. Das ist aber auch nicht schlimm, der Mann hat dafür andere Qualitäten. So hat er, (für meinen Geschmack) einer der schönsten Stimmen, die ich jemals gehört habe. (Ich weiß: Ansichtssache :) ) Und so wie Pavarotti für mich als Nemorino, Rodolfo und Riccardo bisher ungeschlagen ist, so habe ich auf der anderen Seite auch noch keinen besseren Alfredo und keinen faszinierenderen Don José gesehen, als RV. eDIT @Jimi Habe erst jetzt gesehen, daß du nach Aufnahmen von erna Berger gefragt hast. Habe diese CD , die mir serh gut gefällt: klick Außerdem einen alten "Martha" Querschnitt undd einen Querschnitt aus "Bohème" mit Erika Köth (Musetta), Rudolf schock, Hermann Prey u.a. Außerdem habe ich einen "Don Giovanni" auf Video mit Cesare Siepi, da singt sie (natürlich) Zerlina. Ich mag das alles sehr. Die Frau war wunderbar.
Solitaire (30.03.2008, 20:41): Auf meiner Top-Liste möchte ich noch unbedingt den Bariton Thomas Laske erwähnen. Ich weiß nicht, ob ihn hier jemand kennt, er ist häufig in unserem Theater zu hören und begeistert mich immer auf's neue. Ich habe ihn bisher als Besenbinder (Hänsel und Gretel), Malatesta (Don Pasquale) und in Zaide gehört. Wenn alles gut geht und ich noch Karten kriege, werde ich in Ende der Woche als Figaro in "Figaros Hochzeit" hören. Er war Ensemblemitglied der Detuschen Oper am Rhein in Düsseldorf/Duisburg und der Wuppertaler Bühnen. Ich hoffe sehr, ihn mal als Eugen Onegin erleben zu dürfen.
manrico (01.04.2008, 00:30): Hallo zusammen!
Kaum ist man ein paar Tage weg, schon kommt man kaum mit dem Lesen nach :D.
Meine Top- und Flop Liste ist natürlich nicht ganz sauber, da ich Bühneneindrücke und CD-Aufnahmen gemischt habe. Manche, wie z.B. die Scotto, habe ich nie auf der Bühne gesehen, und schon gar nicht in ihren Glanzzeiten. Andere, etwa Giorgio Zancanaro, hat mich auf der Bühne immer mehr beeindruckt als beispielsweise Cappuccilli, z. B. als Ezio in Verdis Attila.
Die Ricciarelli gefällt mir speziell gut in den Aufnahmen der frühen 70er Jahren, z.B. als Helene in Jerusalem, als Violetta Valery (mit dem damals sehr guten Carreras), als Lucrezia Contarini in I due Foscari, als Madame Cortese in Il viaggio a Reims oder als Lida in La battaglia di Legnano (wobei da die Gencer noch eindrucksvoller ist). Auch später hat sie für noch durchaus sehr schöne Produktionen gesungen, etwa als Zaira, als Paolina (Poliuto) oder als sehr eindrucksvolle Maria de Rudenz. Ich mag auch ihre Desdemona, die Elisabetta di Valois (Live -Mitschnitte aus den 70er Jahren, nicht die Abbado-Einspielung) und ihre Amelia (Ballo in maschera) oder die Valentine in Les Huguenots. Dazu kommt, dass für mich ihre unglaubliche Bühnenpräsenz immer noch im Hinterkopf mitschwingt (Desdemona, Maria Stuarda, Mimi,.....), an die nur ganz wenige herankommen. Die Aida ist sicherlich nicht die ideale Rolle für die Ricciarelli, trotzdem singt sie "Oh patria mia" mit grösserer Spannung als viele ihrer Kolleginnen. Als Michaela, Turandot oder Tosca überzeugt sie mich nicht.
lg
Werner
Solitaire (28.04.2008, 06:47): Ich muß, nachdem ich sie Samstag in "La fille du Régiment" erleben durfte, ganz dringend Natalie Dessay auf meine Top-Liste setzen. Habe sie bisher als Manon an der Seite von Rolando Villazón erlebt und jetzt eben als Marie und bin begeistert. Außerdem hat mir Juan Diego Florez sehr gefallen.
Travi (28.04.2008, 16:21): Ja, dem kann ich mich nur anschließen, obwohl ich eigentlich keine Anhängerin der Top-und-Flop-Listen bin. La Dessay ist schon klasse!
Travi
Travi (29.04.2008, 10:23): Hier noch ein Hinweis auf eine DVD, auf der Natalie Dessay in etlichen ihrer Paraderollen zu hören und zu sehen ist:
Le miracle d'une voix Ses plus grands rôles sur scène/ Greatest moments on stage Includes Natalie Dessay's comments for each role.
135 min. approx. English with subtitles: GB, F, D, SP, IT Virgin Classics DVD region-free
Da kann man nur sagen: Viel Vergnügen!
nikolaus (31.07.2008, 23:05): Beim Stöbern in den Konzerten des diesjährigen Verbier Festivals bin ich auf dien Sopranistin Measha Brueggergosman gestossen. Sie hat inzwischen einen Vertrag mit der DG und wird ordentlich gepusht, sodass ich skeptisch war.
Aber ich muss sagen, sie hat mich begeistert!! Es ist vielleicht (noch) zu hoch gegriffen, aber man möchte sie in eine Linie mit Grace Bumbry oder auch Jessye Norman stellen. Sie hat Seele in der Stimme, Musikalität und eine überwältigende Ausstrahlung (mit ihren riesigen Augen und breitem Lachen) mit einer enormen positiven Energie; sie reisst sowohl Publikum als auch die begleitenden Musiker rigoros mit. Dabei hat sie offenbar ehrlich Spaß an der Musik. Ihr Auftreten ist überaus sympathisch und unbefangen, da wird zur Begrüßung ins Publikum gewunken, auch mal die Faust geballt oder gejuchzt vor Vergnügen. Was sie in Verbier gesungen hat, finde ich sehr anspruchsvoll: Berg, Villa-Lobos, Barber, ein bisschen Mozart als Zugabe. Und soviel ich weiss, hat sie auch schon Beethovens 9. aufgenommen.
Auch wenn ich wahrscheinlich nerve, weil ständig angegeben, hier nochmal der link zu den Mitschnitten aus Verbier.
Nikolaus.
Solitaire (01.08.2008, 11:51): Nein, damit nervst du ganz und gar nicht: das ist wie mit meiner Villazón-Verehrung, man gibt einfach die Hoffnung nicht auf, daß die anderen doch noch zum rechten Glauben finden... :wink Wenn ich mehr Zeit habe, sehe ich mir die Links in Ruhe an. Bin gerade bei der Hausarbeit. X(
Rachmaninov (01.08.2008, 12:21): Original von Solitaire Nein, damit nervst du ganz und gar nicht: das ist wie mit meiner Villazón-Verehrung, man gibt einfach die Hoffnung nicht auf, daß die anderen doch noch zum rechten Glauben finden... :wink
Das glaubte die spanische Inquisition doch auch, oder?
Solitaire (01.08.2008, 12:29): Ja in der Tat :D Wie sagen die Jungs von Monty Python so treffend: "No one expects the spanish inquisition" Aber ich bin da toleranter, ich lasse durchaus auch andere Konfessionen gelten. Michael Schade und Juan Diego Florez, um mal nur zwei Beispiele zu nennen. RV ist für mich das, was für einen gestandenen, nüchternen Protestanten ein katholischer Gottesdienst ist: ab und an verschämt reinschleichen und all den Weihrauch und den Pomp in vollen Zügen genießen. :D
Ingrid (08.01.2010, 00:36): Original von nikolaus Beim Stöbern in den Konzerten des diesjährigen Verbier Festivals bin ich auf dien Sopranistin Measha Brueggergosman gestossen. Sie hat inzwischen einen Vertrag mit der DG und wird ordentlich gepusht, sodass ich skeptisch war.
Aber ich muss sagen, sie hat mich begeistert!! Es ist vielleicht (noch) zu hoch gegriffen, aber man möchte sie in eine Linie mit Grace Bumbry oder auch Jessye Norman stellen. Sie hat Seele in der Stimme, Musikalität und eine überwältigende Ausstrahlung (mit ihren riesigen Augen und breitem Lachen) mit einer enormen positiven Energie; sie reisst sowohl Publikum als auch die begleitenden Musiker rigoros mit. Dabei hat sie offenbar ehrlich Spaß an der Musik. Ihr Auftreten ist überaus sympathisch und unbefangen, da wird zur Begrüßung ins Publikum gewunken, auch mal die Faust geballt oder gejuchzt vor Vergnügen. Was sie in Verbier gesungen hat, finde ich sehr anspruchsvoll: Berg, Villa-Lobos, Barber, ein bisschen Mozart als Zugabe. Und soviel ich weiss, hat sie auch schon Beethovens 9. aufgenommen.
Lieber Nikolaus,
obwohl es jetzt schon über sechs Jahre her sind, seit ich Frau Measha Brueggergosman erlebte, hat sie bei mir doch einen ähnlichen Eindruck hinterlassen wie bei Dir. Es war mein erster ARD-Wettbewerb, den ich als Zuschauer mit erleben durfte und da war sie wirklich wie ein bunter Paradiesvogel und es ging schon bei ihrem Erscheinen ein Raunen durch den Saal, da sie einfach traumhafte Roben trug und ja, das Lächeln war auch so, dass sie einfach auch den Publikumspreis bekommen mußte. An ihre Stimme kann ich mich leider nicht mehr so gut erinnern, denn da sind die von 2009 doch noch um einiges präsenter, aber sie war bestimmt nicht schlecht, sonst hätte sie sicher nicht den 2. Preis erhalten.
:hello Ingrid
Fairy Queen (08.01.2010, 11:54): Liebe Ingrid, ich erinnerte mich dunkel diesen Namen schon mal gehört zu haben und eben fiel mir wieder ein, dass es im Zusammenhang eines Ranking von Reynaldo Hahn Liedern war, wo Rideamus mich auf sie aufmerksam machte. Ich habe mir ein kurzes(megakitschig aufgemachtes!) Video mit ihr angesehn, die Vergleiche mit Jessye Norman oder Grace Brumbry sind gut nachvollziehbar. Es ist einfach beneidenswert, was schon allein die Gesichts-Morphologie bei manchen farbigen Frauen an Resonanzmöglichkeiten hergibt, die sich weniger von der Natur begünstige Gesichtsschnitte mühsam erarbeiten müssen. Ich hatte mal eine farbige Mezzo-Partnerin, die zwar riesengross und gertenschlank war, aber auch diesen ausgeprägt breiten Mund-Gaumenraum hatte und das Timbre einer Stimme, das ja nicht zuletzt durch die Anatomie mitbestimmt wird, ähnelt sich da oft. Euphonia
Mime (08.01.2010, 16:49): Mich hat Tatiana Serjan als Aida auf der Bregenzer Seebühne sehr beeindruckt. Sie ist eine liebenswerte Künstlerin mit sehr guter Stimme und enormer Ausstrahlung. Dabei spricht sie ein perfektes Italienisch, was ihrer Rollengestaltung zugutekommt. Ein Lichtblick am Opernhimmel.
Severina (09.08.2010, 00:53): Ich denke, mit meinen Tops brauche ich niemanden zu nerven, die sind wohl allseits bekannt :wink, aber ein Sänger, den ich für ziemlich überschätzt halte, ist Joseph Calleja. Mir gefällt sein Timbre nicht - aber das ist bekanntlich Geschmackssache -, mich stört sein extrem ausgeprägtes Vibrato und vor allem seine nicht vorhandene Bühnenpräsenz. Auf mich wirkt er immer wie ein singender Bilanzbuchhalter, als glühender amante kitzelt er mich eher zum Lachen. Aber in den letzten beiden Jahren hörte man ohnehin wenig von ihm, offensichtlich halte nicht nur ich ihn für überschätzt.
Überhaupt nicht nachvollziehen kann ich die hier geäußerte Begeisterung für Katia Ricciarelli. Ich lernte sie aber auch erst live kennen, als sie offensichtlich schon über ihre Stimmgrenzen hinaussang. Was ihre Bühnenpräsenz betrifft, so hatte sie auf mich immer eine ausgesprochen sediative Wirkung - auf gut Deutsch: Ich fand sie zum Einschlafen!
lg Severina :hello
Fides (10.08.2010, 12:41): Joseph Calleja feiert in Amerika, vor allem an der Met, Riesenerfolge....was ich nicht so richtig nachvollziehen kann, denn mein Fall ist er auch nicht. Mir scheint immer, dass er zwar über eine bombige Höhe verfügt, aber sich darunter nicht wirklich viel tut. In meinen Ohren klingt er wie Giglis kleiner Bruder, überhaupt klingt er wie ein Tenor aus der Vorkriegszeit , irgendwie antiquiert :ignore ! Frau Ricciarelli ist in meinen Augen...und Ohren....eines der gar nicht so wenigen" Karajan-Opfer". Mitte der siebziger Jahre verfügte sie über eine wunderbare lyrische Stimme mit Potential für die Verdi-Leonoren, doch dann kam Karajan und ließ sie Turandot singen und Aida und dann verabschiedete sich die Stimmschönheit recht schnell...ein Ausbund an Temperament war sie allerdings nie, ihre Bühnenpräsenz beschränkte sich auf's Da-Sein.
Du siehst Severine, hier bin ich ganz bei Dir :D
LG Fides :hello
Severina (10.08.2010, 13:02): Liebe Fides, ich denke, das sind nicht unsere einzigen Gemeinsamkeiten, und wo unsere Geschmäcker auseinanderdriften, werden wir es beide akzeptieren, ohne uns darob in die Haare zu kriegen, da bin ich ganz sicher! "Antiquiert" trifft Callejas Gesang perfekt, daher schwärmen wohl auch so viele für ihn, die es in erster Linie mit historischen Stimmen halten. Zumindest kann ich das in meinem Bekanntenkreis feststellen, dass da für manche der Malteser als legitimer Nachfolger von Björling & Co gilt.
In Wien war er eine Zeitlang so was wie unser Haustenor, man konnte ihm kaum entkommen, wenn man Belcanto und überhaupt die Italiener liebt, und mein Leidensdruck stieg. Seit einem Jahr ist er nun gottlob völlig weg, dass er sich nun in Amerika austobt, wusste ich nicht. Ich gönne ihm seine Erfolge von Herzen, möge er doch weiterhin Übersee glücklich machen!! :D
Die Ricciarelli lernte ich eben erst in den Achtzigerjahren kennen, wo ihre Stimme schon hinüber war, und das motivierte mich natürlich nicht, mir CDs aus ihrer guten Zeit anzuschaffen.
lg Severina :hello
helene (19.08.2010, 16:14): Hallo alle zusammen,
ich arbeite gerade an einem Radiobeitrag über Luciano Pavarotti und suche noch einen echten Fan aus NRW. Falls diese Beschreibung auf jemanden passt, bitte bis zum 27.08.10 melden - am besten unter helene.pawlitzki@gmx.de!
Danke!
Liebe Grüße,
Helene
peter337 (25.08.2010, 19:34): Martina Serafin hat mich in der Tosca am 29.3.2010 angenehm überrascht, wobei Alfred Kim ein blendender Cavaradossi war - über Herrn Gallo schweige ich lieber. Martina Serafin hat zum Glück nur den Namen ihres Vaters, nicht dessen aufdringliches Gehabe. Sie singt ja großteils in Rom oder in Venedig, aber sie kommt als Tosca wieder nach Wien - so ein Glück,
denn Frau Hasmiak Papian war so ein Schund X( X(, gar nicht in der Partie drin, dabei muss sie sich Martina Serafin angesehen haben, denn in der letzten Tosca spielte sie wenigtens, ein wenig, die Primadonna .
Martina Serafin sint in Italien die Turandot und gar nicht so schlecht, denn Frau Ghuligenia ist schon etwas ausgesungen.
Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :hello
Mime (27.08.2010, 17:46): Wäre Joseph Calleja so ein antiquierter Sänger, wie hier geschrieben wird, wäre er wohl kaum in der kommenden Saison als Edgardo an die MET verpflichtet worden.
Severina (27.08.2010, 18:57): Lieber Mime, oh doch, denn viele lieben Calleja ja gerade wegen seines antiquierten Stils - "Der klingt so wie die auf meinen alten Schallplatten!" meint z.B. eine Bekannte immer ganz begeistert, denn speziell sein ausgeprägtes Vibrato ist typisch für viele historische Stimmen. Und das MET-Publikum gilt generell als konservativ, also wundert's mich nicht, dass die beim "maltesischen Ziegenbock" :wink ausflippen. Antiquiert" ist also kein Verächtlichmachen Callejas, sondern charakterisiert nur seinen Gesangsstil.
lg Severina :hello
Fides (30.08.2010, 11:13): Lieber Mime, liebe Severina, Wenn wir ehrlich sind, dann ist es mit Sängerstimmen doch so wie es immer ist....dem Einen gefällt Sänger X und dem Anderen ( ich lasse die politisch korrekten weiblichen Formen mal weg) Sänger Y. Mir liegen kraftvolle, männliche, etwas baritonal klingende Tenorstimmen und für mich ist das Singen eines Joseph Calleja...naja... bestenfalls nett und das auch nur für fünf Minuten. Wenn ich alten Schellack-Aufnahmen begegne, bin ich von den oft unerträglich süßlichen, larmoyanten, vibrato-intensiven Stimmen entsetzt...damals war das "State of the Art"!!! Wir äußern Meinungen, oft auch Empfindungen, verallgemeinern sollte man das nicht! Und manchmal ist etwas Polemik doch das salz in der Diskussionssuppe...oder nicht?!
LG Fides :hello
Billy Budd (25.05.2012, 21:54): Bereits im Sommer 2011 habe ich angekündigt, meine (live gehörten) Lieblingssänger vorstellen zu wollen. Das habe ich leider vergessen, weswegen ich es erst jetzt nachholen kann. Nun bin ich nicht unbedingt ein Freund solcher Top/Flop-Listen (ich habe ja auch die monatliche Rückschau im Staatsopern-Thread eingestellt), weshalb ich betonen möchte, dass meine Einschätzungen einen subjektiven Maßstab unterliegen (Severina wird sich gewiss fragen, was ich an Pecoraro und Jelosits so toll finde). Rückmeldungen sind selbstverständlich willkommen. Nicht bei allen Sängern habe ich Anmerkungen hinter die Namen gesetzt. Das kommt daher, da ich über mache erwähnte Sänger schon einige Bericht verfasst habe. Um sie zu finden, nutzt am besten die Suchfunktion. Die Namen sind alphabetisch geordnet.
TOP:
Wolfgang Bankl – ein erstklassiger Singschauspieler
Janina Baechle
Renato Bruson
Sorin Coliban – Weshalb er von manchen als Bassbariton gehandelt wird, verstehe ich überhaupt nicht – Coliban ist eindeutig ein Bass! Mit dem Sarastro ist er nächste Saison allerdings ganz, ganz schlecht beraten.
Andreas Conrad
Markus Eiche
Norbert Ernst – Mir ist kein besserer Charaktertenor in seinem Alter bekannt. Im September wird er als Aegisth leider eine totale Fehlbesetzung sein; den derbläst er garantiert nicht.
Daniela Fally
Walter Fink – mein absoluter Lieblingssänger (männlich). Ich kann keinen besseren Bassisten nennen. Auch wenn Fink schon seine beste Zeit hinter sich hat, ist er noch um Klassen besser, als viele andere Sänger.
Elina Garanca – einer der wenigen „Stars“, die seinen Rang verdienen
Otoniel Gonzaga – der unterschätzeste Tenor der letzten fünfzig Jahre! Jetzt ist er schon fast 70, erbringt aber noch immer (gemeinsam mit Florian Spiess) als geharnischer Mann exzellente Leistungen. Früher sang er u.a. Radamés, Bacchus, Florestan, Calaf und Otello (also viele schwere Partien), hat aber seine Stimme völlig intakt gehalten. Hier finden sich ein paar Hörbeispiele, von denen ich begeistert war.
Stephen Gould
Franz Grundheber
Peter Jelosits – Ich erlaube mir, einen Link in ein anderes Forum zu legen. Hinzufügen möchte ich, dass ich ihn auch als Jaquino und Blind hervorragend fand. Er drängt sich nie in den Vordergrund ist ist auch ein guter Schauspieler. An der Staatsoper ist er schon über unglaubliche 1700 Mal aufgetreten. Link zum Spielplanarchiv. Laut diesem hat er den ersten Priester in der „Zauberflöte“ auf der Staatsoperbühne schon an 156 Abenden verkörpert!
Wolfgang Koch
Elisabeth Kulman
Genia Kühmeier
Jennifer O’Loughlin
Yonghoon Lee
Edith Lienbacher – eine völlig unter ihrem Wert gehandelte Sängerin! 1985 debütierte sie an der Volksoper und war auch später an der Staatsoper zu hören. Vor einem knappen Jahr beendete sie ihre Gesangskarriere und nahm still und heimlich am 14. Juni 2011 mit der Rosalinde Abschied von der Bühne. Das bedauerte ich sehr, konnte es aber nicht ändern. Ich habe sie u.a. als Konstanze (da war sie – obgleich nicht mehr die Jüngste – erstklassig), erste Dame (absolute Luxusbesetzung!) und in drei Operettenpartien (Rosalinde, Hanna Glawari und Kurfürstin Marie) erlebt. Sie war die mit Abstand beste Rosalinde meines Lebens, denn sie verfügte sowohl über den notwenigen Wiener Schmäh, als auch über die stimmlichen Mittel für diese nicht zu unterschätzende Partie. Ich besitze eine „Fledermaus“-Aufzeichnung von 1994, auf der sie die Adele singt und mir sehr gut gefällt. Schlussendlich bedaure ich, dass sie nie die Küsterin verkörpert hat, denn da wäre sie vermutlich nach Agnes Baltsa die erste Wahl gewesen.
Zeljko Lucic
Soile Isokoski – Von einigen wird sie als „Inkarnation nordischer Kälte“ gehandelt. Doch mich berührt sie sehr, allerdings habe ich sie schon länger nicht gehört. Umso mehr freue ich mich auf ihre Desdemona und Ariadne!
Simina Ivan - „Schreckschraube mit Allerweltsstimme“, urteilte ein Freund. Doch ich sehe das ganz anders – sie gehört zu den Sängern, bei denen ich meinen Standpunkt nicht recht begründen kann.
Ambrogio Maestri – Als Dulcamara unbezahlbar, aber auch sonst nicht zu verachten.
Waltraud Meier
Martina Micelic – Für sie gilt ähnliches, wie für Florian Spiess.
Camilla Nylund – Meine Mutter sagte einmal, wenn Stimmen Metall wären, wäre Nylunds Gold. Das ist ein treffender Vergleich! Ihr Vibraro ist mir allerdings zu stark.
Herwig Pecoraro – ein wortdeutlicher und höhensicherer Charaktertenor mit einem Timbre, das ich liebe. Als Mime hat er mir am besten gefallen.
Peter Seiffert – Dass ich ihn sehr mag, habe ich in mehreren Berichten festgestellt. Hinzufügen möchte ich, dass ich es bedaure, dass er – warum auch immer – in die Wagner-Schublade gesteckt wurde. Als Turiddu (den er inzwischen schon zurückgelegt hat) fand ich ihn in der letzten Vorstellung super, und auch auf Youtube finden sich auch (ältere) Aufnahmen Seifferts mit italienischen Arien, wo er mir ausgezeichnet gefällt (z.B. Il mio tesoro, Addio fiorito asil und Una furtiva lagrima).
Florian Spiess – für einen Bassisten ist er noch mit – wenn mich mein Wissensstand nicht trügt – 26 extrem jung, aber er ist ein Versprechen für die Zukunft. Ich bin am Überlegen, ob ich ihm in eine „Zauberflöte“ gehen soll, um ihn als Sprecher zu erleben.
Alfred Šramek
Kay Stiefermann – Gehört habe ich ihn in zwei gänzlich unterschiedlichen Partien (Danilo in der "Lustigen Witwe“ und Gyges im "König Kandaules“) und war beide Male äußerst angetan. Ein Wiederhören wäre Anlass zur Freude!
Ramón Vargas
Linda Watson
FLOP:
Ain Anger – als Hunding super, sonst nicht mal brauchbares Mittelmaß
Benjamin Bruns
Charles Castronovo
José Cura
Albert Dohmen
Michael Ende – meine letzte Begegnung mit ihm liegt schon einige Zeit zurück; seit dem bin ich ihm immer ausgewichen. Allerdings bekomme ich stets erzählt, dass er furchtbar gewesen sein soll, folglich wird mein Entschluss, ihn zu meiden, nicht falsch sein.
Edita Gruberová
Olga Guryakova
Il Hong
Stephanie Houtzeel – Diese Frau ist schrill bis zum Geht-nicht-mehr.
Dmitri Hvorostovsky
Eva Johansson
Eijiro Kai
Jonas Kaufmann
Benedikt Kobel – Müsste ich eine Liste mit den schlechtesten Sängern seit Menschengedenken aufstellen, wäre er unter den ersten dreien. Er singt hässlich, laut und so falsch, dass es mir die Zehennägel aufrollt.
Zoryana Kushpler
Alexandru Moisiuc – wacklige, fahle Röhre
Anna Netrebko
Julia Novikova – zu Beginn ihres Engagements an der Wiener Staatsoper hatte sie noch eine schöne, aber leichte Stimme. 1 ½ Jahre später war ihre Stimme ruiniert.
Leo Nucci – Früher grölte er, anstatt zu singen. Jetzt hat er nur mehr Stimmreste, mit denen er versucht, zu grölen.
Carlos Osuna
Hasmik Papian
Laura Polverelli
Marina Poplavskaya
Sylvia Schwartz
Nina Stemme – Ich habe schon in einem anderen Forum festgestellt, dass mich ihr Singen an Blöken eines Schafs erinnert. Das hat mir herben Gegenwind eingebracht, aber dazu stehe ich.
Ian Storey
Marian Talaba
Iréne Theorin
Rolando Villazón – Der Clown der Oper (das ist nicht positiv gemeint). Durch falsche Rollen (Don Carlo, Hoffmann, Don José) hat er sich sein Instrument ruiniert und ist jetzt mit 40 (!) kaputt.
Hoffentlich habe ich niemanden vergessen – vielleicht kommt es zu einem Nachtrag.
Wie gesagt: Das ist nur meine Meinung. (Ich warte auf die Watschn der Villazón- und Stemme-Fans! :haha)
Billy :hello
Zdenka Waldner (17.07.2012, 19:21): haha Billy,
als Trostpflaster im Voraus auf die Watschn: Ich teile deine meinung über villazon "aus tiefstem herzen"^^
meine topliste wäre:
GENIA KÜHMEIER (na wer hätte das gedacht? :haha)
Magdalena Kozena (ich liebe ihre tschechischen lieder und fand sie auch als carmen abslout überzeugend und toll, egal, was die kritiken sagen. vielleicht stellt man sich eine carmen anders vor, aber ich sage nur: offen für neues, bitte!)
Elisabeth Kulman
Michael Schade
Vesselina Kasarova (leider noch nie live gesehen, allerdings ist meine freundin ein großer fan von ihr und über sie hab ich recht viel von ihr gehört, vor allem ihr "Jai perdu mon euridice" und ihr sesto von den sbg festspielen hat mir unglaublich gut gefallen!)
Natalie Dessay (die ich leider auch nie live gesehen habe, die mich aber schon als kleines kind auf aufnahmen unglaublich beeindruckt hat zb Königin der Nacht, fille du regiment)
Cecilia Bartoli (weil sie meiner meinung nach einfach eine absolut spezielle stimme und großartige bühnenpräsenz hat!)
Dorothea Röschmann (obwohl mir vorkommt, dass ihre stimme nicht mehr ganz so schön ist wie früher)
Christiane Karg
Evelyn Herlitzius
Anne Schwanewilms
Christian Gerhaher
Marcello Alvarez
Flop:
Jonas Kaufmann
Rolando villazon
aga mikolaij (was aber eigneltich ungerecht von mir ist, weil das eher persönliche gründe hat, die sehr kindisch sind, aber besonders schön finde ich ihre stimme trotzdem nicht)
Peter Bronder (bei der Aufnahme der Zauberflöte aus der Scala hab ich mich ernsthaft gefragt, ob er gesang studiert und die partie gelernt hat. genaugenommen hat er eigentlich nur den text gekonnt und den rest ohne rücksicht auf verluste irgendwie herausgebrüllt)
Alex Esposito (stimmlich eigentlich schön, aber als papageno in der selben zauberflöte für mich darstellerisch unerträglich. fünf minuten lang ist es lustig, dann einfach nur noch anstrengend)
lg zdenka
Billy Budd (17.07.2012, 19:43): Liebe Zdenka, als Trostpflaster im Voraus auf die Watschn: Ich teile deine meinung über villazon "aus tiefstem herzen"^^ Freut mich! :D
Esposito hab ich einmal als Leporello gehört und ihn weder besonders gut, noch besonders schlecht gefunden. Die Frau neben mir hat gesagt, dass er völlig falsch gesungen hat, aber ich konnte das damals noch nicht beurteilen.
Auf meiner Liste habe ich unter den Tops Piotr Beczala vergessen; das muss ich gleich nachtragen. Anne Schwanewilms gehört eigentlich auch drauf; vor allem nach ihrer hervorragenden Chrysothemis vor kurzem.
Billy :hello
Zdenka Waldner (17.07.2012, 19:55): Original von Billy Budd Anne Schwanewilms gehört eigentlich auch drauf; vor allem nach ihrer hervorragenden Chrysothemis vor kurzem.
Billy :hello
das hab ich leider nicht gesehen, aber ich war begeistert von ihr in FroSch und in Arabella, als sie am 5. September für Adrianne Pieczonka eingesprungen ist. Um mich bei dir und Hyacinth nicht unbeliebt zu machen :P: Pieczonka hätte ich auch gern gesehen, aber ich habe mich doch sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass Frau Schwanewilms einspringt, war das doch kurze Zeit nach der letzten FroSch *nostalgie*
Billy Budd (17.07.2012, 19:57): Ja, Schwanewilms war für Pieczonka sicher ein gleichwertiger Ersatz! Billy :hello
Zdenka Waldner (17.07.2012, 22:04): Und das aus deinem Mund (oder Fingern)???!!! du überraschst mich^^
Ich kanns nicht sagen, bei meinem zweiten Mal Arabella wars dann Emily Magee, da war ich dann doch ein bissl genervt, weil ich Pieczonka endlich mal live sehen wollte.
Aber im großen und ganzen muss ich zugeben, dass ich natürlich nicht explizit wegen einer der beiden dort war :D
um das wiedeholte OT zu entschuldigen, noch ein weiterer Name für meine topliste, den ich vergessen habe: Barbara Bonney: sie war meine erste pamina (uraltaufnahme mit harnoncourt aus Zürich, die ich mir seit meinem 4. lebensjahr in endlosschleife reingezogen habe^^) und ich schätze sie nach wie vor sehr!
lg zdenka
Billy Budd (18.07.2012, 09:07): Natürlich war ich ob der Pieczonka-Absage enttäuscht (das kann ich übrigens nachweisen, schau mal hier :W ), aber gleichzeitig froh, dass mit Schwanewilms ein sehr guter Ersatz aufgeboten wurde. Im Mai 2012 hat dann übrigens nicht Pieczonka, sondern Fleming abgesagt, weswegen Magee von der Salome (die dann von einer gewissen Lise Lindstrom übernommen wurde) zur Arabella gewechselt hat. Aber so wie ich Dich kenne, warst Du nur wegen der Zdenka-Interpretin dort, stimmts? :D Billy :hello
Zdenka Waldner (18.07.2012, 11:00): Original von Billy Budd Aber so wie ich Dich kenne, warst Du nur wegen der Zdenka-Interpretin dort, stimmts? :D Billy :hello
nein, wo denkst du hin? :haha
jap, stimmt, das war fleming. trotzdem hätte ich gerne pieczonka gehört... emily magee hat mich nicht besonders überzeugt, muss ich sagen...sie hat nicht wirklich "schwesternhaft" gespielt, also mir wars ein bisschen zu viel rampe und zu wenig liebevoll...das beweist übrigens auch die mezzoaufnahme, wo arabella den kopf auf zdenkas schulter legen sollte und sie es solange nicht gemacht hat, bis zdenka den kopf auf ihre schulter gelegt hat. ja ich weiß das ist jetzt pingelig^^
ich finds toll, was du da geschrieben hast :D also bei dem link :DDD
kann ich verstehen, dass du enttäuscht warst. ich hasse es auch, wenn genia absagt, ist mir in münchen 2 von 3x passiert...
alles liebe, zdenka
Billy Budd (18.07.2012, 11:11): Ich fand die Magee ziemlich durchschnittlich. Ich weiß schon, dass wir bezüglich der Arabella in letzter Zeit verwöhnt wurden. :wink Damals habe ich über sie folgendes geschrieben: ]Original von Billy Budd Renée Fleming war ursprünglich für die Titelrolle vorgesehen; sie sagte zu meiner gar nicht großen Enttäuschung ab und Emily Magee, welche diese Tage die Salome singen hätte sollen, wechselte zur Arabella. Im Vorfeld habe ich von einer großartigen Leistung gehört, aber ich fand sie „nur“ gut. Ihr Sopran scheint mir zu stark aufs Deutsche Fach getrimmt, denn unter anderem klangen manche Höhen recht scharf. Die Textverständlichkeit wäre ausbaufähig, aber dass mir ihr Timbre nicht besonders liegt, fällt unter persönlichen Geschmack. Alles in allem erbrachte sie eine gute Leistung, konnte aber nicht in die ihrer Rollenvorgänger (Anne Schwanewilms, Camilla Nylund, Adrianne Pieczonka) heranreichen. Billy :hello
Zdenka Waldner (18.07.2012, 12:12): oh ja, da kann ich dirt nur zustimmen, mir hat ihre höhe und generell das timbre auch nciht besonders gefallen.
naja, ein bissl verwöhnt darf man schon sein :D
Hyacinth (18.07.2012, 17:27): Top
Wolfgang Bankl Erstklassiges Ensemblemitglied. Ohne ihn wären etliche Repertoire-Vorstellungen langweilig.
Diana Damrau ein Jammer, dass ich ihre Lucia nicht gehört habe. Sie ist die Königin der Koloratursopranistinnen!
Norbert Ernst junges Ensemblemitglied mit schöner Stimme, auf den ich mich aus irgendeinem Grund immer freue, wenn er auf die Bühne kommt, auch wenn er nur einen Satz singt. Dazu sind Ensemblemitglieder da.
Adrian Eröd Ich habe ihn schon seit ich meine erste Zauberflöte mit fünf gesehen habe sehr gut gefunden und im Juni mit ihm im Stephansdom (ich im Chor) Mozartrequiem gesungen. Jetzt ist mein Klavierauszug durch seine Unterschrift geadelt und ich bin sehr stolz, mit ihm gesungen zu haben, da er seit Jahren ein herausragender, exzellenter Sänger und Darsteller ist.
Daniela Fally ich verstehe es überhaupt nicht, wieso sie seit Jahren mit so kleinen Rollen abgespeist wird. Hoffentlich wird Meyer bei der Ariadne-Premiere klar, was er an ihr hat.
Elina Garanca hat als Sesto wieder mal bewiesen, dass sie sich ihren Ruf verdient hat.
Genia Kühmeier ohne Worte :down
Elisabeth Kulman war zwar als Begbick fehlbesetzt, da zu jung und zu schön, aber dann sitzt man halt da und denkt sich "Mein Gott, hat die eine Stimme!". Auch nicht schlecht :wink
Laurent Naouri kannte ich nicht wirklich, bis ich ihn dann in Mailand als Dr.Miracle/Lindorf/Coppelius/Dapertutto in "Les Contes D'Hoffmann" sah. Ein sympathischer Franzose wird zum abgrundtief diabolischen, mit dunkelschwarz gefärbtem Bass singenden Bösewicht. Den will ich öfter hören und sehen!
Adrianne Pieczonka die Beste ihres Fachs, meiner Meinung nach.
Michael Schade hat vor allem bei seinem Liederabend in der Staatsoper gezeigt, dass seine Stimme immer noch leise, lyrisch und ausdrucksstark ist. Einer der wenigen Tenöre, die ich wirklich schätze.
Beatrice Uria-Monzon war diesen März meine erste Eboli und ihre Darstellung war hauptsächlich der Grund dafür, dass ich mich in diese Figur regelrecht verliebt habe.
Flop
Juliane Banse hat mich überhaupt nicht als Vitellia überzeugt. Wer schon die ersten Takte von "Non piu di fiori" nicht sauber intoniert, sollte auf seine Stimme achtgeben!
Francesco Demuro er schlimmste Tenor diese Saison! Seine Wackler bzw. sein starkes Vibrato - es war nicht zu unterscheiden - waren mehr als bedenklich. Wer hat ihn an die Staatsoper gelassen?
Angela Gheorgiu glaubt anscheinend, dass sie alles singen kann (siehe Opernball 2012). Nein, kann sie nicht.
Hans Peter Kammerer trifft als Papageno einen von fünf Tönen singend und brüllt den Rest, außerdem verhaut er alle Witze. Mir tut seine Sprechstimme in den Ohren weh.
Jonas Kaufmann Ich mag seine abgedunkelte, kehlige Stimme nicht. Ich habe nichts gegen baritonal klingende Tenöre, aber jedes Mal bekomme ich ein unangenehmes Ziehen im Kehlkopf, wenn ich ihn höre, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass seine Art zu singen angenehm ist.
Zoryana Kushpler ich mag ihre in der Höhe gequetsche, scharfe Stimme nicht. Vor allem als Adelaide, wo sie immer wieder an den Tönen vorbeischrammt.
Chen Reiss hat für mich keine besondere Stimme. Und irgendwie immer eine leicht prepotente Ausstrahlung. Aber vielleicht liegts ja an mir.
Hyacinth :hello
Hyacinth (18.07.2012, 17:31): Original von Billy Budd Anna Netrebko Leo Nucci – Früher grölte er, anstatt zu singen. Jetzt hat er nur mehr Stimmreste, mit denen er versucht, zu grölen.
Mich würde interessieren, wieso Netrebko auf deiner Flop-Liste ist. Ich bin absolut kein Fan von ihr, gerade deshalb würde ich gern deine Beweggründe erfahren.
Der Leo Nucci Kommentar ist genial! Ich hab mich totgelacht :rofl Ich hab ihn das letzte Mal als Belcore gehört, da war er eher peinlich..
Hyacinth :hello
Billy Budd (18.07.2012, 17:40): Das ist eine sehr gute Frage! Hin und wieder kommt es mir so vor, als würde sie ungenau singen, aber ich weiß nicht mehr, wo ich diesen Eindruck hatte. Aber ich habe mir öfters bestimmte Arien (z.B. Mondlied aus der Rusalka) vergleichend angehört und da hat sie mir jedes Mal am wenigsten gefallen.
Insgesamt würde ich sagen, dass ich sie durchaus für eine passable Sängerin halte, nur gibt es einige bessere. Vielleicht hätte ich ihren Namen einklammern müssen, denn sie verdient es nicht, zwischen Kobel, Kushpler, Moisiuc, Novikova, Nucci und Osuna zu stehen.
Das was Du in Deiner Liste zu Bankl, Fally, Kulman, Pieczonka, Demuro, Kammerer, Kaufmann und Kushpler schreibst, unterschreibe ich sofort.
Billy :hello
Hyacinth (18.07.2012, 17:47): Netrebko hat es zumindest für ihre Interpretation der Micaela auf die Flop-Liste geschafft, finde ich. Da ich aber hauptsächlich von dieser Saison ausgegangen bin, habe ich sie vergessen. Ich fand sie als Micaela wie sonst immer. Kokett, schöne Augen machend und überhaupt nicht das, was diese Figur ausmacht. Ihr Timbre ist nicht ganz meins, auch nicht ihr Schleifen über die Koloraturen, aber ich würde sie ganz gerne mal wieder hören, damit ich mir ein neues Urteil bilden kann...
Hyacinth :hello
Billy Budd (18.07.2012, 17:56): Da hab ich sie gesehen, kann mich aber gar nicht mehr erinnern. In der nächsten Saison wird sie bei uns ja Tatjana singen und Gerüchten zufolge später Contessa d'Almaviva. Warten wir also ab! Billy :hello
Hyacinth (18.07.2012, 18:03): Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie als Contessa hören will. Es wäre sicher "interessant",aber ich liebe diese Partie zu sehr..
Hyacinth :hello
Zdenka Waldner (18.07.2012, 18:09): Original von Hyacinth Netrebko hat es zumindest für ihre Interpretation der Micaela auf die Flop-Liste geschafft, finde ich. Da ich aber hauptsächlich von dieser Saison ausgegangen bin, habe ich sie vergessen. Ich fand sie als Micaela wie sonst immer. Kokett, schöne Augen machend und überhaupt nicht das, was diese Figur ausmacht.
Hyacinth :hello
allerdings! vielleicht sind wir da verwöhnt, aber selbst wenn: DAS war KEINE micaela!!!!! xD
das was du über die contessa sagst, unterschreib ich auch gleich! ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie zu der rolle passt.
nicht dass diese rollen in irgendeiner form "reserviert" sind für bestimmte leute, wenn sie micaela gesungen hat und bald contessa singt: geschenkt, aber wenn sie als nächstes mit antonia daherkommt, kriegt sie eine auf den deckel!!!
zdenka
Zdenka Waldner (18.07.2012, 18:10): oder vielleicht gleich Zdenka!
ok, da muss ich fast lachen, wenn ich mir das vorstelle xD
Billy Budd (18.07.2012, 18:15): Original von Zdenka Waldner wenn sie als nächstes mit antonia daherkommt, kriegt sie eine auf den deckel!!!
Ja von mir auch. :J
Aber angeblich will sie die Elsa (!!) singen. Jössas!
Billy :hello
Zdenka Waldner (18.07.2012, 18:20): hehe wagner kann sie von mir aus singen, soviel sie will, davon werd ich nicht viel mitkriegen^^
ich muss llerdings zugeben, dass mich ihre violetta ziemlich beeindruckt hat. die hab ich auf der siemens festspielleinwand in salzburg gesehen, als ich 12 jahre alt, vollkommen geniaverblendet (halt so wie heute^^) und über alles und jeden geschimpft habe, der/die/das nicht genia kühmeier war, am liebsten über die netrebko, obwohl ich sie gar nicht wirklich gekannt hab^^ sie war mir nur unsympatisch, da sie zu dieser zeit gerade so total im rampenlicht und divamäßig war, was mir schon damals zu viel war. irgendwann hats mein vater nciht mehr ausgehalten udn mich zur traviata geschleppt und da musste ich zugeben, dass sie nicht soooo schrecklich ist^^ auch anna bolena fand ich ganz gut (außer die inszenierung, die war echt furchtbar finde ich^^), aber elina garanca hat mir schon viel besser gefallen!
lg zdenka
Hyacinth (18.07.2012, 18:45): Original von Billy Budd Aber angeblich will sie die Elsa (!!) singen. Jössas!
Damit will sie aber warten, wegen der sprachlichen Barriere. Ich kann mir das nicht vorstellen, dass sie so ihre Stimme ruinieren würde. Noch dazu kann ich mir das gar nicht vorstellen. Das passt doch hinten und vorne nicht.
ar (18.07.2012, 22:47): Sorry Leute, aber für mich WAR das eine Michaela und eine der besten Partien Netrebkos überhaupt. Ich will euch eure Meinung ja auch nicht absprechen, aber ihr habt manchmal schon ein bisschen den Ton von "wir entscheiden was gut ist, niemand sonst". Bevor ihr mich aber falsch versteht: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Erklärung, wieso es kürzlich im Wunschbesetzungsthread gekracht hat. Also nehmt mir diese Bemerkung nicht übel, ich finde eure Beiträge allesamt interessant und würde es vermissen, diese zu lesen (mit anderen Worten: ich mag euch, auch wenn ihr mich jetzt vielleicht nicht mehr).
Zur Elsa. Nun ja, IMHO sehe ich sie (vorausgesetzt, dass sie die sprachliche Barriere überwindet) genau in diesem Fach (aber keine Spur dramatischer). Ich mochte sie am Anfang auch als Mozartsängerin, seit ihrer Anna an der Scala nicht mehr. Die Susanna fand ich aber interessant, wenigstens mal keine Soubrette. Ich glaube sowieso, dass Susanna, Cherubino und die Gräfin in der UA allesamt lyrische Soprane, Cherubino vielleicht auch eine Soubrette, waren.
Ich möchte eher eine Topliste notieren, als eine Flopliste:
1. Christa Ludwig = Gott (obwohl sie manchmal auch ziemlich undeutlich sang (Ortrud)) (Nun weiter ohne Wertung) Dietrich Fischer-Dieskau (trotz Manieriesmen) Bryn Terfel (trotz der Unart, dramatische Wagnerpassagen zu bellen) Luca Pisaroni (IMO DER Mozartbariton) Anna Netrebko (trotz zum Teil zu künstlich abgedunkelter Mittellage) Jonas Kaufmann (siehe Netrebko) Waltraud Meier (auch wenn sie den Zenit erreicht hat) Pavol Breslik Johannes Weisser Christopher Purves Gerald Finley (was kann er nicht singen) Goerne (siehe Netrebko) Nina Stemme (siehe Netrebko) Miah Persson (auch wenn nicht jede Höhe gelingt, als Fiordiligi IMO Nummer 1) Anna Bonitatibus (trotz nicht immer fokussierter Mittellage) Ruben Drole (auch wenn er noch jung ist und technisch noch nicht alles kann) Eva Liebau Elina Garanca Genia Kühmeier Joyce DiDonato :down Juan Diego Florez Cecilia Bartoli (siehe DiFiDi) June Anderson (bin ich der einzige, der da Parallelen zu Netrebko hört?) Diana Damrau (vielleicht die Koloratursopranistin mit der besten Technik heute) Ildebrando d'Arcangelo Marlis Petersen Pietro Spagnoli Veronique Gens (trotz der Höhe eines Mezzosoprans und der Tiefe eines Soprans) und und und
Was mir auffällt: Alle haben zum Teil grosse Schwächen. Aber jeder von ihnen schafft es, mich in eine andere Welt zu transportieren. Ich kann obwohl ich mittlerweile alle diese Fehler höre, es trotzdem geniessen. Weil Oper mehr als nur Technik ist und weil man mich einfach zu leicht zufrieden stellen kann (meine Freunde würden jetzt aber behaupten, ich sei sehr kritisch und solle jetzt bitte nicht so Mist erzählen).
Liebe Grüsse
Severina (18.07.2012, 23:32): Lieber ar,
Deine Einleitung kann ich nur unterstreichen! Ich halte Netrebko als Micaela zwar nicht für die ultimative Besetzung - die ist auch für mich Genia Kühmeier - aber auf ihre Art sehr gut. Denn "was diese Figur ausmacht", darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich fand z.B. Matthias Hartmans so völlig gegen den Strich gekämmte Regie in Zürich speziell in Bezug auf Micaela sehr interessant - da hätte die Netrebko wunderbar hineingepasst. (Am besten hat sie mir live bisher als Juliette und Manon gefallen, sieht man von ihrem grottigen Französisch ab. Sprachtalent ist sie leider wirklich keines...)
Aber bevor ich wieder wegen OT gerügt werde :wink (Die Forumspolizei ist wachsam...) meine Top-Liste! (Flop-Liste gibt es von mir auch keine, denn nur weil ich mit einem Sänger nichts anfangen kann, bedeutet nicht, dass er ein Flop ist!)
Agnes Baltsa (Natürlich nicht in ihrer aktuellen Form....) Edita Gruberova (s.o....) Joyce di Donato - die absolute Nummer 1 im Belcantofach Natalie Dessay Diana Damrau Elina Garanca Anna Netrebko Martina Jankova Cecilia Bartoli Eva Mei Anna Bonitatibus Elisabeth Kulmann Genia Kühmeier Daniel Fally Krassimira Stoyanova Simone Kermes Marlis Petersen A.C. Antonacci Anja Harteros Sophie Koch Julia Kleiter
Juan Diego Flórez (mit Di Donato mein Belcanto-Dreamteam!) Piotr Beczala Placido Domingo Jonas Kaufmann Rolando Villazón (VOR 2006...) Pavol Breslik Saimir Pirgu Simon Keenlyside Carlos Alvarez Zeijlko Lucic Michael Volle Michele Pertusi Thomas Hampson (vor einigen Jahren...) Ruben Drole Adrian Eröd Markus Eiche Ferruccio Furlanetto Georg Zeppenfeld Christian Gerhaher Peter Mattei Ildebrando D'Arcangelo Ruggero Raimondi (siehe Hampson...)
Dies ist keine Rangordnung, sondern eine zufällige Reihenfolge, außerdem beeinhaltet diese Liste nur aktive Sänger, die ich bereits live gehört habe.
lg Severina :hello
ar (18.07.2012, 23:37): Wenn ich nur die Hälfte von denen live gehört hätte. Ich bin wieder sehr eifersüchtig auf euch Wiener. Die Besten habt ihr!
Bei deiner Liste merke ich, dass ich das halbe Zürcher Opernensemble vergessen habe (Jankova und Co.).
Severina (18.07.2012, 23:46): Aber die meisten von meiner Liste treten doch auch in Zürich auf! Eigentlich haben viele Wiener immer neiderfüllt nach Zürich gelinst, weil Ihr doch immer das interessantere Repertoire und vor allem viel bessere Inszenierungen hattet (Und seit bei uns Meyer wütet, auch die besseren Besetzungen!)! Wie es allerdings unter Homoki wird.....
lg Severina :hello
ar (18.07.2012, 23:52): Letzter OT-Beirag:
Ich traue Herrn Homoki viel zu (besonders im Hinblick auf die Inszenierungen).
Dann holt er auch Terfel an die Oper (Danke!). Jetzt hat Homoki ein besseres Budget als in Berlin und kann sich auch andere Sänger leisten. Zudem bete ich dafür, dass er auch ein bisschen mehr Raritäten auf den Plan setzt.
Was mich besorgt, sind die vielen Änderungen im Ensemble (zum Beispiel weiss ich noch nicht, ob ich mich auf Frau Harnisch freuen soll).
Übrigens komme ich aus dem "Feind"-Kanton Zürichs ;)
Severina (19.07.2012, 00:11): Meine Züricher Freunde sehen das ganz genauso: Optimistisch in Bezug auf Repertoire und Inszenierungen, besorgt, was den Kahlschlag im Ensemble betrifft. Die Besetzungen für die nächste Saison klingen auch in der Tat nicht so aufregend, verglichen mit den letzten Jahren.
Feindkanton??? Gibt's denn so etwas unter den Eidgenossen? :engel
lg Severina :hello
Hyacinth (19.07.2012, 00:33): Original von ar Sorry Leute, aber für mich WAR das eine Michaela und eine der besten Partien Netrebkos überhaupt. Ich will euch eure Meinung ja auch nicht absprechen, aber ihr habt manchmal schon ein bisschen den Ton von "wir entscheiden was gut ist, niemand sonst". Bevor ihr mich aber falsch versteht: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Erklärung, wieso es kürzlich im Wunschbesetzungsthread gekracht hat. Also nehmt mir diese Bemerkung nicht übel, ich finde eure Beiträge allesamt interessant und würde es vermissen, diese zu lesen (mit anderen Worten: ich mag euch, auch wenn ihr mich jetzt vielleicht nicht mehr).
Danke, lieber ar, für die Kritik! Ich werde sie mir zu Herzen nehmen. Ich bin ja prinzipiell kein rücksichtsloser Mensch, der nur auf seiner Meinung beharrt, ich blocke halt bei einem gewissen Tonfall ab. Deswegen finde ich es auch so interessant im Forum zu schreiben, weil es Leute gibt, die unterschiedliche Meinungen haben. Und das ist gut so! Ich respektiere deine Meinung absolut, ich finde Netrebko als Traviata toll, würde sie gerne auch mal wieder auf der Bühne sehen, wie ich schon oben erwähnt habe, weil ich ja gerne ihre gesangliche Leistung beurteilen will, nicht ihre Medienpräsenz.
Bei manchen Sängern (das geht mir auch bei meinen Lieblingen so) kann ich mir manche Rollen schwer vorstellen. Die menschliche Vorstellungskraft hat Grenzen und ich höre Netrebko in meinem Kopf bei Wagner irgendwie nicht. Genia Kühmeier konnte ich mir als Antonia auch nicht vorstellen, weil diese Rolle anders ist als Strauss oder Mozart, das sie ja meistens singt. Als Donna Anna dafür aber Ton für Ton. Es heißt ja nichts gutes oder schlechtes, es ist einfach so, wahrscheinlich ist es auch besser, wenn man ohne Erwartungen hingeht.
Lg, Hyacinth :hello
Hyacinth (19.07.2012, 00:38): Original von Severina Joyce di Donato - die absolute Nummer 1 im Belcantofach Juan Diego Flórez (mit Di Donato mein Belcanto-Dreamteam!)
Wie konnte ich die beiden vergessen?? Wie peinlich! :B Und das, wo ich doch stolze Besitzerin von "Le Comte Ory" auf DVD aus der Met bin (mit Damrau noch dazu). 1. Belcanto vom allerfeinsten und 2. zum Schießen :J
Hyacinth :hello
Severina (19.07.2012, 01:03): Hast Du auch den Barbiere vom ROH mit den beiden? Zum Niederknien! Di Donato mit gebrochenem Bein im Rollstuhl, aber nach sptestens einer halben Stunde glaubt man, das steht so im Libretto. Außerdem endlich einmal ein Barbiere, der nicht völlig vergagt wird und im Klamauk erstickt, sondern wo die Liebesgeschichte zwischen Almaviva und Rosina wirklich anrührend gespielt wird! (Es gibt noch einen anderen Barbiere mit Flórez& Di Donato, aber der vom ROH ist meine ultimative Aufnahme!)
lg Severina :hello
Zdenka Waldner (19.07.2012, 08:17): Original von Hyacinth Original von ar Sorry Leute, aber für mich WAR das eine Michaela und eine der besten Partien Netrebkos überhaupt. Ich will euch eure Meinung ja auch nicht absprechen, aber ihr habt manchmal schon ein bisschen den Ton von "wir entscheiden was gut ist, niemand sonst". Bevor ihr mich aber falsch versteht: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Erklärung, wieso es kürzlich im Wunschbesetzungsthread gekracht hat. Also nehmt mir diese Bemerkung nicht übel, ich finde eure Beiträge allesamt interessant und würde es vermissen, diese zu lesen (mit anderen Worten: ich mag euch, auch wenn ihr mich jetzt vielleicht nicht mehr).
Danke, lieber ar, für die Kritik! Ich werde sie mir zu Herzen nehmen. Ich bin ja prinzipiell kein rücksichtsloser Mensch, der nur auf seiner Meinung beharrt, ich blocke halt bei einem gewissen Tonfall ab. Deswegen finde ich es auch so interessant im Forum zu schreiben, weil es Leute gibt, die unterschiedliche Meinungen haben. Und das ist gut so! Ich respektiere deine Meinung absolut, ich finde Netrebko als Traviata toll, würde sie gerne auch mal wieder auf der Bühne sehen, wie ich schon oben erwähnt habe, weil ich ja gerne ihre gesangliche Leistung beurteilen will, nicht ihre Medienpräsenz.
ich schließe mich - mal wieder - an (d h ich wllt was ähnliches schrieben, aber du bist irgendwie fast immer schneller, hyacinth
ich wollte echt niemandem meine meinung aufzwingen, vielleicht hätte das ganze etwas weniger "wumm" formuliert werden müssen.
wie auch schon oben erwähnt, mir hat netrebko sowohl in traviata als auch in anna bolena und juliette sehr sehr gut gefallen!
ich bin auch die letzte, die sagt: genia kühmeier ist die einizge und die andern sind alle schrott (das hab ich wie gesagt mit 11 oder 12 gemacht und wurde schnell eines besserern belehrt), im gegenteil! mit einer sängerin allein kann man schließlich keine oper machen^^
ich finds sehr interessant, dass in vielen threads über zürich gesprochen wird! als halbe zürcherin (väterlicherseits) freut mich das total :D ich war bis jetzt erst dreimal in zürich in der oper (tosca, figaro, la comte ory) und war jedes mal ganz begeistert. malin hertelius habe ich noch aus einer zauberflöte aus meinen kleinkindertagen gekannt (allerdings nur eine aufnahme!) und vor eineinhalb jahren dann als gräfin gehört, sie fasziniert mich immer wieder! vielleicht habe ich ja die möglichkeit, an eine festspielkarte fürs labyrinth zu kommen :D martina jankova hätte susanna singen sollen, hat aber leider abgesagt und wurde von alexandra reinprecht vertreten, die hb ich also leider noch nicht gehört, ob wohl ich sehr neugierig auf sie gewesen wäre (ich mag tschechische sänger! :D)
was uns salzburger angeht: wir blicken sowohl nach wein als auch münchen als auch zürich ganz neidisch, weil wir keine staatsoper haben... :(
lg zdenka
Hyacinth (19.07.2012, 09:21): Original von Severina Hast Du auch den Barbiere vom ROH mit den beiden? Zum Niederknien!
Nein, die kenn ich gar nicht! Danke für den Tipp, ich hab sowieso noch keinen Barbiere zuhause :D
Hyacinth :hello
Billy Budd (19.07.2012, 10:47): Original von Zdenka Waldner Original von Hyacinth Original von ar Sorry Leute, aber für mich WAR das eine Michaela und eine der besten Partien Netrebkos überhaupt. Ich will euch eure Meinung ja auch nicht absprechen, aber ihr habt manchmal schon ein bisschen den Ton von "wir entscheiden was gut ist, niemand sonst". Bevor ihr mich aber falsch versteht: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Erklärung, wieso es kürzlich im Wunschbesetzungsthread gekracht hat. Also nehmt mir diese Bemerkung nicht übel, ich finde eure Beiträge allesamt interessant und würde es vermissen, diese zu lesen (mit anderen Worten: ich mag euch, auch wenn ihr mich jetzt vielleicht nicht mehr).
Danke, lieber ar, für die Kritik! Ich werde sie mir zu Herzen nehmen. Ich bin ja prinzipiell kein rücksichtsloser Mensch, der nur auf seiner Meinung beharrt, ich blocke halt bei einem gewissen Tonfall ab. Deswegen finde ich es auch so interessant im Forum zu schreiben, weil es Leute gibt, die unterschiedliche Meinungen haben. Und das ist gut so! Ich respektiere deine Meinung absolut, ich finde Netrebko als Traviata toll, würde sie gerne auch mal wieder auf der Bühne sehen, wie ich schon oben erwähnt habe, weil ich ja gerne ihre gesangliche Leistung beurteilen will, nicht ihre Medienpräsenz.
ich schließe mich - mal wieder - an (d h ich wllt was ähnliches schrieben, aber du bist irgendwie fast immer schneller, hyacinth
ich wollte echt niemandem meine meinung aufzwingen, vielleicht hätte das ganze etwas weniger "wumm" formuliert werden müssen. Ich schließe mich auch an. Billy :hello
Zdenka Waldner (19.07.2012, 12:34): nachdem sich die wogen geglättet haben, noch ein sänger, den ich auf meine topliste setze (und vermutlich gleich massakriert werde :wink)
Roberto Alagna
Soweit ich das mirgekriegt habe, ist er jetzt ziemlich viel in Wien, wovon einige wiener nicht sonderlich begeistert sind. ich hab nur wenige aufnahmen mit ihm gesehen, darunter die garancacarmen aus der met und da gefällt mir seine stimme unglaublich gut, vor allem die arie in der schenke hat mir leichte gänsehaut gemacht (im positiven sinne^^)
lg zdenka
Hyacinth (19.07.2012, 12:38): Also ich finde, er ist ähnlich wie Shicoff in manchen Rollen genial, zum Beispiel als Don Jose, er ist ein geniales neurotisches Muttersöhnchen. Ich finde seine Stimme nicht sonderlich aufregend. Normalerweise mag ich Tenöre nicht, er ist mir eher egal. Solange er nicht irgendwo von der Bühne stürmt und sich sonst auffällig verhält :J
Hyacinth :hello
Billy Budd (19.07.2012, 12:39): Original von Zdenka Waldner Soweit ich das mirgekriegt habe, ist er jetzt ziemlich viel in Wien, wovon einige wiener nicht sonderlich begeistert sind.
Ich gehöre zu diesen Wienern. :cool
Nächste Saison macht er Don Carlo, Riccardo, Werther, José und Cavaradossi = 19 Abende.
Billy :hello
Zdenka Waldner (19.07.2012, 12:46): hehe, jap, das hab ich gemerkt, billy^^
ok, dass er so viel singt, ist wirklich übertrieben!
hyacinth, ich habs auch nicht unbedingt mit tenören, da ist die gefahr irgendwie sehr groß, dass man einen "schreihals" kriegt, der sich so bemühen muss, dass er kaum noch ans spielen denkt (so einen jose hab ich mal in prag gesehen...leider)
wie gesagt, tenöre sind auch nicht wirklich meins, außer michael schade, ich finde seine stimme einfach unglaublich warm und gefühlvoll, auch wenn er beim Singen manchmal etwas furchterregend aussieht, wie mir bei den arabellaaufnahme aufgefallen ist^^
Billy Budd (19.07.2012, 12:52): Ja, dass er Meyers Busenfreund ist, ist kein Geheimnis mehr. :D
Aber richtig lustig wird es dann, wenn er sich als Otello versucht - ich fürchte, das kommt auch noch ...
Billy :hello
Zdenka Waldner (19.07.2012, 12:54): ach, über beziehungen funktioniert das? dann ist er aber nur stimmlich auf meiner topliste, weil diese ewige beziehungsscheiße macht mich einfach nur krank, da könnte ich echt...
tut mir leid, dass ich so auszucke, aber mit sowas hab ich auch schon ziemlich ziemlich schreckliche erfahrungen gemacht und bin echt allergisch! zdenka
Hyacinth (19.07.2012, 16:09): Original von Billy Budd Nächste Saison macht er Don Carlo, Riccardo, Werther, José und Cavaradossi = 19 Abende.
Was?! Da gibt es nur ganz wenige Sänger, wo ich das tolerieren würde, dass die so viel singen wie er (ich rede nicht von Residenzverträgen und Ensemblemitgliedern). Kann auch sein, dass es daran liegt, dass ich mir bei Alagna jedes Mal neu überlegen muss, was ich von ihm halte. Irgendwie ist er mir unsympathisch, aber das ist ja kein Qualitätskriterium und irrelevant. Naja, egal. Ich werds spätestens bei Carmen und Werther sehen, wo ich dank Garanca hingehen "muss" :)
Hyacinth :hello
Billy Budd (19.07.2012, 16:20): Wenn ich ehrlich sein soll: Ich glaube gar nicht, dass er alle 19 singen wird. Wenn er jetzt schon im September kräfitg ausgebuht wird, wird er es wohl bleiben lassen (hoffentlich).
Live gesehen habe ich ihn noch nie (den Faust mit Schrott und Reinprecht und die Manon mit Amsellem hab ich ausgelassen - ich glaube, das war keine schlechte Entscheidung) und ihn Interviews kommt er mir auch ziemlich von sich eingenommen vor.
Billy :hello
Hyacinth (19.07.2012, 16:26): Ich kenn ihn von zahlreichen Aufnahmen und eben solchen merkwürdigen Selbstdarstellungen oder Zwischenfällen, nach denen ich ihn aber als Sänger nicht beurteilen möchte. Mal sehen, wie oft ich ihn sehen werde :wink
Billy Budd (19.07.2012, 16:27): Ja, da kann man ja auf Youtube sehen, wie er mitten in einer Aida-Aufführung von der Bühne marschiert. :J Billy :hello
Hyacinth (19.07.2012, 16:31): Genau, das Video kenn ich. Naja, er wirkt wie ein psychisch nicht sehr stabiler Mensch (so wie Shicoff auch)...
Severina (19.07.2012, 17:48): Original von Zdenka Waldner nachdem sich die wogen geglättet haben, noch ein sänger, den ich auf meine topliste setze (und vermutlich gleich massakriert werde :wink)
Roberto Alagna
Soweit ich das mirgekriegt habe, ist er jetzt ziemlich viel in Wien, wovon einige wiener nicht sonderlich begeistert sind. ich hab nur wenige aufnahmen mit ihm gesehen, darunter die garancacarmen aus der met und da gefällt mir seine stimme unglaublich gut, vor allem die arie in der schenke hat mir leichte gänsehaut gemacht (im positiven sinne^^)
lg zdenka
Nun, Alagna gehört zu meinen "Danke-nein-Tenören", der löst bei mir ähnliche Reflexe aus wie bei euch Kaufmann, und ich weiß schon jetzt, welche Vorstelungen ich mir in der nächsten Saison sicher nicht anschaue. In der "Carmen" muss ich ihn wohl ertragen, denn Garanca lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Die MET-DVD mit den beiden besitze ich auch: Garanca :down, Alagna :ignore, obwohl er da zugegeben nicht so schlimm ist wie als des Grieux. Das war für mich das absolut Letzte. Erstaunlich finde ich ich ja, dass jemand, für den Kaufmann permanent angestrengt klingt, für Alagna eingenommen ist, denn der ist für mich das Paradebeispiel eines in der Höhe schwer überforderten Tenors. Und was Alagna für Piani hält, ist für mich nur heiße Luft. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ihm jetzt gleich im Kopf eine Ader platzt. Das ist jetzt übrigens KEINE Kritik an Eurer Wahrnehmung, ich finde es nur immer wieder interessant, wie unterschiedlich man Stimmen beurteilen kann.
ABER: Vor 20 Jahren zählte Alagna zu meinen Lieblingssängern, damals hatte er ein wunderschönes, weiches Timbre, fantastische Höhen und riss mich darstellerisch ebenso mit wie heute ein Kaufmann. (Das ist auch heute noch sein Plus, er kann eine Rolle sehr intensiv gestalten.) Leider ist er heute nur mehr ein Schatten seiner selbst und bereitet mir ebenso große Qualen wie in seinen guten Jahren Verzückungen.
lg Severina :hello
PS: Ohne sein Verhalten entschuldigen zu wollen, glaube ich, dass der Größenwahn und die Präpotenz seiner lieben Frau auf ihn abgefärbt haben. Angela Gheoghiu ist für mich das Paradebeispiel einer hysterischen Zicke, und ich ärgere mich immer wieder, dass so viele Intendanten vor ihr auf dem Bauch kriechen und alle Allüren durchgehen lassen.
Hyacinth (19.07.2012, 17:53): Ich habe eine Aufnahme von ihm aus den 90ern als Don Carlos, da ist er nicht schlecht. Allerdings gefällt mir seine Höhe, zu deiner Beruhigung, auch gar nicht. Und dann noch seine Schluchzer, mit denen er die Töne verbindet. Vordergründig ist er mir allerdings unsympatisch, was aber nichts über seine sängerischen Leistungen sagt, die mir egal sind, eben weil ich ihn nicht mag, und deshalb bin ich lieber still und sag erst was, wenn ich ihn gehört habe :wink
Hyacinth :hello
Zdenka Waldner (19.07.2012, 18:05): Original von Billy Budd Ja, da kann man ja auf Youtube sehen, wie er mitten in einer Aida-Aufführung von der Bühne marschiert. :J Billy :hello
nicht im ernst oder?!
@severina: das mit gheorghiu finde ich wirklich seltsam, zumal ich sie für keine besonders tolle sängerin halte (meiner meinung nach war ihre habanera auf dem opernball eher peinlich...) bzw gefällt sie halt mir nciht besonders. und diese ewigen allüren sind auch nervig. aber die haben auch nur die leute, die sie offenbar nötig haben!
lg zdenka
Severina (19.07.2012, 18:07): Falls Du den Carlos mit Hampson und Mattila meinst (Lyon? Paris?), da finde ich ihn auch noch OK. Ich habe ihn leider schon (zu :ignore) oft live gehört, und speziell in den letzten Jahren war es alles andere als ein Vergnügen.
lg Severina :hello
Billy Budd (19.07.2012, 18:07): Original von Zdenka Waldner Original von Billy Budd Ja, da kann man ja auf Youtube sehen, wie er mitten in einer Aida-Aufführung von der Bühne marschiert. :J Billy :hello
nicht im ernst oder?!
Schau mal hier. Billy :hello
Hyacinth (19.07.2012, 18:11): Original von Zdenka Waldner Original von Billy Budd Ja, da kann man ja auf Youtube sehen, wie er mitten in einer Aida-Aufführung von der Bühne marschiert. :J Billy :hello
nicht im ernst oder?!
Das kennst du nicht? Ist legendär :D Aber wie gesagt, ich kanns bis zu einem gewissen Grad verstehen, vor allem wenn man psychisch ein unausgeglichener Mensch ist.
http://www.youtube.com/watch?v=AxyBxbGF-Qg
Hyacinth (19.07.2012, 18:13): Billy, das mit dem Gedanken lesen verrätst du mir mal, ja? ?( :J
Hyacinth (19.07.2012, 18:15): Original von Severina Falls Du den Carlos mit Hampson und Mattila meinst (Lyon? Paris?), da finde ich ihn auch noch OK. Ich habe ihn leider schon (zu :ignore) oft live gehört, und speziell in den letzten Jahren war es alles andere als ein Vergnügen.
Ja, den mein ich. Der einzige französische Don Carlos (allerdings ohne Chor am Anfang :( ) den wir haben, daher höre ich mir den immer an. Ich habe ihn meines Wissens nach nie live gehört.. Vielleicht wirds ja nicht so schlimm, sonst kann ich immer noch buh schreien :P
Hyacinth :hello
Zdenka Waldner (19.07.2012, 18:40): Original von Billy Budd Original von Zdenka Waldner Original von Billy Budd Ja, da kann man ja auf Youtube sehen, wie er mitten in einer Aida-Aufführung von der Bühne marschiert. :J Billy :hello
nicht im ernst oder?!
Schau mal hier. Billy :hello
tatsächlich! schon schlimm, ich mein ich verstehs ja, das es zkein besonders tolles gefühl ist, so ausgebuht zu werden, aber dass man da gleich von der bühne geht, ist doch wahnsinnig übertrieben und auch unprofessionell. schwanewilms und herlitzius wurden auch ausgebuht, trotzdem sind sie nicht von der bühne gegangen, sondern haben sich hat nachher gegnseitig getröstet und beim zweiten mal (da saß wieder ein buher drin) nachher mit uns drüber gelacht^^
Billy Budd (19.07.2012, 18:43): Ich wusste gar nicht, dass es da Buhs gab. Aber ich denke, dass es ein Unterschied ist, ob man während oder nach einer Vorstellung ausgebuht wird. Ich kenne keinen Sänger, dem das nicht mal passiert ist. Billy :hello
Zdenka Waldner (19.07.2012, 18:56): ja, nach zwei vorstellungen. wahrscheinlich war das einer, der genau deshalb da reingesetzt wurde, solls ja geben, ich hab sogar mal in einem interview gelesen, dass es leute gibt, die vor der vorstellung zu sängern gehen und geld verlangen bekommen sies, rufen die bravo, wenn nicht, buhen sie. schon gruslig...
bei der premiere von FroSch wurde sogar der kinderchor ausgebuht, von der regie ganz zu schweigen
Severina (19.07.2012, 21:20): Original von Zdenka Waldner
ich finds sehr interessant, dass in vielen threads über zürich gesprochen wird! als halbe zürcherin (väterlicherseits) freut mich das total :Dich war bis jetzt erst dreimal in zürich in der oper (tosca, figaro, la comte ory) und war jedes mal ganz begeistert. malin hertelius habe ich noch aus einer zauberflöte aus meinen kleinkindertagen gekannt (allerdings nur eine aufnahme!) und vor eineinhalb jahren dann als gräfin gehört, sie fasziniert mich immer wieder! vielleicht habe ich ja die möglichkeit, an eine festspielkarte fürs labyrinth zu kommen :D martina jankova hätte susanna singen sollen, hat aber leider abgesagt und wurde von alexandra reinprecht vertreten, die hb ich also leider noch nicht gehört, ob wohl ich sehr neugierig auf sie gewesen wäre (ich mag tschechische sänger! :D)
lg zdenka
Liebe Zdenka,
Die Züricher Oper ist neben der WSO mein "drittes Wohnzimmer", ich bin seit 1984 mehrmals im Jahr dort und habe großartige Aufführungen mit großartigen Sängern erlebt. Und meist wesentlich bessere Inszenierungen als in Wien...... Inzwischen habe ich in Zürich auch viele liebe Freunde, speziell an der Oper, und nehme an dem, was dort so vor sich geht, ebenso regen Anteil wie an der WSO. Welche "Tosca" hast Du denn gesehen? Die mit Magee, Kaufmann und Hampson? Der "Comte Ory" wird 2013 vom ThadW übernommen, ich freue mich schon riesig darauf, auch ohne Flórez&Di Donato :wink!
Martina Jankova finde ich großartig, sie hat mich gemeinsam mit Eva Mei erst im Mai in Mozarts Jugendwerk "Il Re Pastore" begeistert. (Und vor einigen Jahren war sie ein ganz entzückender Cherubino!) Auch Malin Hartelius mag ich sehr. Wie überhaupt die Oper Zürich unter Pereira ein ganz hervorragendes Ensemble hatte, weil er ganz ähnlich wie Holender enorm viel von Stimmen versteht und junge Talente sehr verantwortungsvoll aufgebaut und gefördert hat. (Kasarova ist z.B. unter Pereira groß geworden, die konnte mit Holender nicht!)