Wie angekündigt, habe ich diese Liste noch überarbeitet und bin nun zu 99% fertig. Ich höre ständig darin herum. Ich habe diesmal den Dirigenten und das Entstehungsjahr dazugeschrieben. Über meine Motivationen kann ich mal in einem Spezialfaden berichten. Wer weiss, wann ich's tu?
Eines jedoch ganz kurz: Das Vorspiel zum 3.Akt Siegfried ist schon der Kracher, so vorwärtsdrängend und gewaltig.
Grüße Jürgen
Jürgen (15.06.2012, 00:03): Original von Amadé Original von Jürgen
Eines jedoch ganz kurz: Das Vorspiel zum 3.Akt Siegfried ist schon der Kracher, so vorwärtsdrängend und gewaltig.
Kein Wunder, Wotan auf dem Weg zu seinem letzten "Rettungsversuch" zu seiner Ex, da muss er sich schon ins Zeug legen und nicht warten, bis andere für ihn die Kohlen aus dem Feuer holen.
Frage: Warum fast nur Solti und Karajan? Es gibt doch noch viele andere gerade bei den Vorspielen?
Gruß Amadé
Warum Solti? Weil er für meinen Geschmack der beste Wagnerdirigent ist, der akzeptabel auf Tonträger eingefangen wurde. Er hatte nicht nur oftmals eine hervorragende Sängerriege, sondern in den Instrumentalparts soviel Temperament und die Fähigkeit Emotionen aus dem Orchester herauszuholen.
Warum Karajan? Weil er ziemlich gut ist. Die Sänger bei ihm waren oft etwas leichtgewichtiger als bei Solti. Aber das Orchester beherrschte er meisterlich. Ausserdem habe ich viele Aufnahmen von ihm.
Warum nicht die Anderen? Kein Toscanini, Reiner, Stokowski oder Furtwängler? Weil die Aufnahmen zu alt und tontechnich zu mau sind.
Was ist mit Böhm? Sein Ring steht Soltis nur wenig nach und sein Tristan ist m.E. Referenz. Böhm gefällt mir bei den Instrumentalparts nicht ganz so gut, wenn ich mir aber mal eine Liste mit Wagnerschen Gesangsstücken zusammenstelle, werden dort der Liebestod, Einsam wachend oder die Todverkündung auftauchen. Versprochen.
Ansonsten ist diese Liste in relativ kurzer Zeit entstanden. Nach reiflicher Überlegung wird sich Monat für Monat das eine oder andere Stück noch verändern. Zumindest bei der Interpretation.
Grüße Jürgen
Heike (15.06.2012, 09:22): Eines jedoch ganz kurz: Das Vorspiel zum 3.Akt Siegfried ist schon der Kracher, so vorwärtsdrängend und gewaltig.
Genau das werde ich heute in Budapest hören (natürlich mitsamt dem Rest des Werkes :) ) Zumindest live ist Ádam Fischer richtig gut - und dazu ein Saal mit super Akustik, das fegt einen richtig vom Sitz beim Hören. Ich freu mich drauf.
Viele Grüsse von der Donau Heike
P.s. Janowski macht übrigens in Berlin gerade neue Aufnahmen fast aller Opern (Mitschnitte seines konzertanten Wagner-Zyklusses), einige sind schon erschienen
Nordolf (16.06.2012, 00:46): Hallo Jürgen!
Das ist eine interessante und spannende Playlist, die du da zusammengestellt hast...
Original von Jürgen
Warum Solti? Weil er für meinen Geschmack der beste Wagnerdirigent ist, der akzeptabel auf Tonträger eingefangen wurde.
Mit Solti gibt es übrigens eine ganz hervorragende Aufnahme der Tannhäuser-Ouvertüre ohne das Bacchanal mit dem Chicago Symphony Orchestra aus dem Jahre 1978. Ich habe die Eloquence-Ausgabe:
Für weitere Empfehlungen werde ich mich in diesem Thread bald melden.
Herzliche Grüße! Jörg
Jürgen (16.06.2012, 01:19): Solti 1978? Dann müßte ich sie als LP haben, aber leider nicht auf CD.
Ich habe aber in meinem Regal folgende CD aufgestöbert: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41CWACHE1GL._SL500_AA300_.jpg Hier dirigiert Böhm das WPO. Tannhäuser-Ouvertüre ohne Bacchanal ist enthalten. Das muß eine der letzten Aufnahmen von Böhm gewesen sein. Ob sie so gut wie diese Solti-Aufnahme ist, kann ich nicht sagen. Aber sie ist um Größenordnungen besser (eingefangen) als Gerdes, der ohne jegliche Dynamik & Dramatik einen Einheitsbrei abspult. Ich werde daher Gerdes durch Böhm ersetzen.
Grüße Jürgen
Amadé (16.06.2012, 09:52): Dann möchte ich noch etwas Exotisches beisteuern, auch wenn Wagner nicht gut auf die Franzosen zu sprechen war, liebten und lieben sie seine Musik doch umso mehr:
Nordolf (16.06.2012, 11:25): Wagner mit instrumentalen Ausschnitten aus seinen Opern zu präsentieren, rechtfertigt sich vor allem durch zwei Gründe: 1. wie kaum bei einem anderen Komponisten finden sich in seinen Opern ausgedehnte Vor- und Zwischenspiele 2. seine Musikdramen waren schnell auch außerhalb des Operngenres in Symphonie und symphonischer Dichtung einflußreich und haben die ganze spätromantische Musik stark geprägt. Bruckner hat die Wagnerische Klangwelt im Bereich der Symphonie verankert.
Die Aufnahmen mit Ouvertüren, Vor- und Zischenspielen sind zahlreich. Oben hatte ich schon die Eloquence-CD mit Solti empfohlen. Hier noch mal die Daten zur CD – bei den Jahreszahlen handelt es sich leider nicht um die exakten Aufnahme-Jahre:
Georg Solti / Chicago Symphony Orchestra 1977 (dürfte eigentlich 1976 sein – aus der Operngesamtaufnahme)
2. Lohengrin Vorspiel
Georg Solti / Wiener Philharmoniker 1987 (dürfte eigentlich 1986 sein – aus der Operngesamtaufnahme)
3. Walkürenritt 4. Feuerzauber
Georg Solti / Wiener Philharmoniker 1983
5. Die Meistersinger Von Nürnberg Vorspiel
Georg Solti / Chicago Symphony Orchestra 1972
6. Tannhäuser Ouvertüre 7. Isoldes Liebestod
Georg Solti / Chicago Symphony Orchestra 1978
8. Einzug der Götter in Walhall 9. Götterdämmerung Schluß-Szene
Georg Solti / Wiener Philharmoniker 1983
Diese CD ist besonders geeignet, um Wagner in einem hervorragenden Soundgewand mit einem effektvollen, ausdrucksstarken Dirigat zum Lowprice kennenzulernen. Meiner Ansicht nach setzt kein anderer Dirigent die Theatergesten - das eigentlich Musikdrama-hafte - in den Werken Wagners so konsequent um wie Solti.
Großartige, streng-monolithische, monumentale Wagner-Interpretationen mit breiten Tempi finden sich in dieser bekannten EMI-Doppel-CD:
Rienzi Ouvertüre Tannhäuser Ouvertüre Tannhäuser Vorspiel zum 3. Akt Lohengrin Vorspiel zum 1. Akt Lohengrin Vorspiel zum 3. Akt Die Meistersinger von Nürnberg Vorspiel zum 1. Akt Tanz der Lehrbuben & Einzug der Meister Parsifal Vorspiel zum 1. Akt Der Fliegende Holländer Ouvertüre Einzug der Götter in Walhall Walkürenritt Siegfried-Idyll Waldesweben Siegfrieds Rheinfahrt Siegfrieds Trauermarsch Tristan und Isolde Vorspiel zum 1. Akt und Liebestod
Otto Klemperer / Philharmonia Orchestra 1960 – 1963
Sehr zügig und kraftvoll agiert Mariss Jansons mit den Osloer Philharmonikern im Jahre 1991. Für die Rienzi Ouvertüre ist er mein Favorit:
Die Meistersinger von Nürnberg Vorspiel Tristan und Isolde Vorspiel zum 1. Akt und Liebestod Tannhäuser Ouvertüre Götterdämmerung Trauermarsch Walkürenritt Lohengrin Vorspiel zum 3. Akt Rienzi Ouvertüre
Amadé (16.06.2012, 16:24): Mit Solti besitze ich noch eine weitere Ouvertüren CD mit den Wiener Philharmonikern, sie wurde bereits anfang der 60er Jahre, paralle zu seiner Ring-Aufnahme produziert:
Ouvertüren zu Rienzi, Holländer und Tannhäuser, Venusberg-Bacchanal (Dresdner Fassung) sowie das Siegfried-Idyll.
Armin70 (16.06.2012, 18:15): Original von Amadé Mit Solti besitze ich noch eine weitere Ouvertüren CD mit den Wiener Philharmonikern, sie wurde bereits anfang der 60er Jahre, paralle zu seiner Ring-Aufnahme produziert:
Ouvertüren zu Rienzi, Holländer und Tannhäuser, Venusberg-Bacchanal (Dresdner Fassung) sowie das Siegfried-Idyll.
Diese Aufnahme gefällt mir auch sehr gut. Das Siegfried-Idyll wird hier in der ursprünglichen Kammerversion gespielt, d. h. mit Solostreichern und Solobläsern. Meistens wird das Werk mit einer volleren Streicherbesetzung gespielt.
Es gibt noch weitere empfehlenswerte Aufnahmen mit Ouvertüren, sowie Vor- und Zwischenspielen aus Wagners Opern:
(Ausschnitte aus den Meistersingern von Nürnberg und der Götterdämmerung)
Insbesondere das Vorspiel zu Tristan und Isolde sowie Isoldes Liebestod mit der Sopranistin Jane Eaglen finde ich in dieser Aufnahme grandios.
Und was speziell Orchesterstücke aus dem Ring angeht so sind diese 2 Aufnahmen absolut überzeugend:
Noch gar nicht kenne ich Neeme Järvis Wagner-Aufnahmen, die bei Chandos erschienen sind. Vielleicht kennt die ein oder andere Aufnahme hier jemand und kann etwas dazu schreiben:
Amadé (02.10.2013, 19:29): Ich möchte diesen Faden noch einmal beleben mit dieser kürzlich erworbenen Doppel-CD. mit Thielemann, Aufnahme eines Konzerts im Wiener Musikvereinssaal vom 28.11.2004.
Programm: Renzi-Ouvertüre Lohengrin-Vorspiel zum 1. Akt Tannhäuser-Ouvertüre Siegfrieds Rheinfahrt und Trauermarsch Karfreitagszauber Tristan-Vorspiel und Isoldes Liebestod Meistersinger-Vorspiel
Hier ein paar Anmerkungen zu Isoldes Liebestod: er wird m. E. von Th. falsch interpretiert. Isolde lebt und singt noch, in einigen Aufnahmen sehr leidenschaftlich (Sabata), doch bei Th. erklingt die Musik hier so, als wäre Isolde bereits tot, die Musik ist in dieser Interpretation bereits vor "unbewußt, höchste Lust" am Ende. Das klingt losgelöst von der Partitur schön, aber dramaturgisch finde ich es keineswegs gerechtfertigt. Sieht dies jemand anders? Übrigens ist dies die längste der mir bekannten Interpretationen.