Pach-Händel-Bogentechnik

user348917977321 (01.08.2023, 19:25):
Hallo erstmal,
ich weiß noch nicht so recht, wie dieses Forum hier so funktioniert, aber hoffentlich klappt es auch so:
Als ich für unser Ensemble alte Noten der "Spielmusik für kleines Streichorchester", herausgegeben und eingerichtet von Hilmar Höcker, gemeint ist Purcells "Abdelazer" fand, stoß ich ebenso auf das Nachwort. Hier hieß es: "Über die bei diesem Satz anzuwendende Strich-Weise läßt sie streiten. Das Stück klingt zweifellos intensiver, wenn es nicht "gestoßen" gespielt, sondern mit weichem (Pach-Händel-)Bogenstrichen ausgeführt wird; doch erleichtert die Anwendung eines ganz leichten (nicht ausgesprochenen) Stakkatostrichs das exakte Zusammenspiel wesentlich, so daß dieser letzteren Strichweise schließlich doch der Vorzug zu geben ist."
Nun frage ich mich: Was ist die besagte Pach-Händel-Bogenstrichweise (die "weiche")? Und wieso ist sie nicht auf Google zu finden…?
Vielen Dank für alle Antworten schon mal im Voraus!
Joe Dvorak (03.08.2023, 07:46):
Hallo user348917977321,

Herzlich Wilkommen im Forum und ich hoffe dir faellt noch ein griffigeres Alias ein. Zum Thema kann ich nichts beisteuern, ausser der Feststellung, dass man unter den glaeufigen Bogentechniken nichts dergleichen findet - auch nichts annaehernd aehnliches, so dass man nicht von einem Schreibfehler ausgehen kann. Da muessen wir uns gedulden, bis unser Primarius aus dem Urlaub zurueck ist.
Guenther (14.08.2023, 19:58):
Hallo!

Habe gerade mehr oder weniger zufällig dieses (durchaus auch für Laien) interessante Thema der "Phrasierung und Artikulation" gesehen.

Zum Titel: Ich vermute, hier ist einfach ein Fehler unterlaufen, und es ist "Bach" gemeint. Damit ist dann der bei Bach und Händel (und allg. im Barock) übliche Bogenstrich gemeint. Dazu gibt es viele Abhandlungen, auch im Internet.

Bei den og. Stücken geht es wohl um die Artikulation, d.h. soll "legato" oder "portato" oder "leicht staccato" gespielt werden. Der Begriff "weich" ist leider wenig hilfreich und ein wenig laienhaft formuliert. Ich kann mir aber vorstellen, was gemeint ist.

Wer einmal hineinschnuppern möchte, worum sich da "die Gelehrten" streiten, kann einmal in dieses Preview hier hereinlesen:

https://www.jstor.org/stable/41124712

Hier wird gleich zu Anfang auf eine heute sehr gebräuchliche Artikulationsart eingegangen: Noten unter einem gemeinsamen Bogen: Soll hier die letzte Note kürzer gespielt werden? Heute neigt man zu "Ja".

Der Autor des Artikels stellt dieser Ansicht jedoch zeitgenössische "Spielanweisungen" gegenüber, die dies anders beschreiben, z.B. Marpurg und auch CGE Bach .

Der og. Text enthält ja neben dem (m.E. Verschreiber "Pach") noch weitere Schreib- bzw. Grammatikfehler ("Über die bei diesem Satz anzuwendende Strich-Weise läßt sie streiten.").


Daher vermute ich, es ist hier nicht der Musiker Walter Pach (*1904) gemeint, sondern JS Bach, der Zeitgenosse von GF Händel.
user348917977321 (17.08.2023, 04:08):
Hallo!

Habe gerade mehr oder weniger zufällig dieses (durchaus auch für Laien) interessante Thema der "Phrasierung und Artikulation" gesehen.

Zum Titel: Ich vermute, hier ist einfach ein Fehler unterlaufen, und es ist "Bach" gemeint. Damit ist dann der bei Bach und Händel (und allg. im Barock) übliche Bogenstrich gemeint. Dazu gibt es viele Abhandlungen, auch im Internet.

Bei den og. Stücken geht es wohl um die Artikulation, d.h. soll "legato" oder "portato" oder "leicht staccato" gespielt werden. Der Begriff "weich" ist leider wenig hilfreich und ein wenig laienhaft formuliert. Ich kann mir aber vorstellen, was gemeint ist.

Wer einmal hineinschnuppern möchte, worum sich da "die Gelehrten" streiten, kann einmal in dieses Preview hier hereinlesen:

https://www.jstor.org/stable/41124712

Hier wird gleich zu Anfang auf eine heute sehr gebräuchliche Artikulationsart eingegangen: Noten unter einem gemeinsamen Bogen: Soll hier die letzte Note kürzer gespielt werden? Heute neigt man zu "Ja".

Der Autor des Artikels stellt dieser Ansicht jedoch zeitgenössische "Spielanweisungen" gegenüber, die dies anders beschreiben, z.B. Marpurg und auch CGE Bach .

Der og. Text enthält ja neben dem (m.E. Verschreiber "Pach") noch weitere Schreib- bzw. Grammatikfehler ("Über die bei diesem Satz anzuwendende Strich-Weise läßt sie streiten.").


Daher vermute ich, es ist hier nicht der Musiker Walter Pach (*1904) gemeint, sondern JS Bach, der Zeitgenosse von GF Händel.
Nun, der vermeintlich zweite Rechtschreibfehler "läßt sich" auf mich zurückführen, die Erläuterung aber hört sich plausibel an. Vielen Dank!