Peter Donohoe - Der Experte für "Randrepertoire"

Jeremias (21.06.2006, 13:31):
Es wundert mich, dass er noch nicht hier genannt wurde:

http://www.hyperion-records.co.uk/jpegs/artists/donohoe.jpg

1953 in Manchester geboren, studierte Peter Donohoe am Royal Northern College of Music bei Derek Wyndham sowie in Paris bei Olivier Messiaen und Yvonne Loriod. 1982 gewann er den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und begann damit eine sehr erfolgreiche internationale Karriere.

In den letzten Jahren ist Peter Donohoe mit den fünf Londoner Orchestern, den großen regionalen Orchestern Großbritanniens (City of Birmingham Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, Scottish Chamber Orchestra, Royal Scottish National Orchestra) sowie mit den Berliner Philhamonikern (u.a. beim Antrittskonzert von Sir Simon Rattle 2002) und Symphonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Dresdner Philharmonie, dem Schwedischen Rundfunkorchester, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, der Tschechischen Philharmonie, dem Orchester des Maggio Musicale Fiorentino u.a. aufgetreten. Er ist regelmäßiger Gast bei den BBC Proms und großen Festivals wie dem Edinburgh Festival, bei dem er in sechs aufeinanderfolgenden Jahren auftrat, dem renommierten Klavierfestival von La Roque d´ Anthéron in Frankreich, dem Ruhr Festival und dem Schleswig Holstein Musik Festival in Deutschland.

Peter Donohoe tritt auch regelmäßig in Australien, Neuseeland und dem Fernen Osten auf. In den USA arbeitete er mit dem Los Angeles Philharmonic, den Symphonieorchestern von Chicago, Pittsburgh, Cincinnati, Dallas, St. Louis und Detroit und dem Cleveland Orchestra.

Für EMI hat Peter Donohoe zahlreiche preisgekrönte Platten aufgenommen, wie Liszts h-Moll Sonate (Grand Prix International du Disque Franz Liszt) und Tschaikowskis 2. Klavierkonzert (Gramophone Concerto Award). Seine Aufnahme der drei Klavierkonzerte Bartoks mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle inspirierte den Kritiker Michael Kennedy vom Klassikmagazin „Gramophone" zu folgendem Kommentar: „Dies ist ein phantastisches Trio an Einspielungen und eine erfrischende Erinnerung daran, wie schön diese Werke sind". Weitere Aufnahmen sind Beethovens Diabelli Variationen sowie die Sonate Opus 101 und die gesamten Preludes von Rachmaninov.

Seine erste Aufnahme für Chandos Records - das gesamte Werk für Klavier und Bäser von Olivier Messiaen mit dem Niederländischen Bläserensemble unter der Leitung von Reinbert de Leeuw - wurde von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Zu Bestsellern wurden seine bei Hyperion erschienene Aufnahme von Litolffs Konzert-Sinfonien Nr. 2 und 4 sowie Elgars Klavierquintett in a-Moll mit dem Maggini Quartet (Naxos).

Peter Donohoe ist geprägt von einer Verbundenheit mit der Gegend um Biringham, wo er mit seiner Frau Elaine und seiner Tochter Jessica lebt. Seit 1974 arbeitet er eng mit dem Birmingham Symphony Orchestra zusammen. Er ist nicht nur Vize-Präsident des Konservatoriums, es wurden ihm auch die Doktorwürden der Universität Birmingham sowie der University of Central England and der University of Warwick verliehen.

Seine derzeitige Diskographie umfasst v.a.:

für Hyperion:
Recordings on Hyperion:

The Romantic Piano Concerto, Vol 14 - Litolff
The Romantic Piano Concerto, Vol 26 - Litolff

für Naxos:

ALWYN: Piano Concertos Nos. 1 and 2 / Sonata alla toccata
BLISS: Oboe Quintet / Piano Quartet / Viola Sonata
BLISS: Piano Concerto / Piano Sonata / Concerto for 2 Pianos
ELGAR: String Quartet in E Major / Piano Quintet in A Minor
FERGUSON / GERHARD / ROWLEY / DARNTON: Piano Concertos
FINZI: Grand Fantasia and Toccata
HARTY: Piano Concerto
PITFIELD: Piano Concertos Nos. 1 and 2
RAWSTHORNE: Piano Concertos Nos. 1 and 2
TIPPETT: Piano Sonatas Nos. 1-3
WALTON: Spitfire Prelude and Fugue / Sinfonia Concertante
WALTON: String Quartet / Piano Quartet

für EMI:

MESSIAEN: Turangalîla-Symphonie / Quatuor pour la fin du temps
TSCHAIKOWSKY: Klavierkonzerte Nr. 1-3
BARTOK: 3 Klavierkonzerte
Cosima (21.06.2006, 17:43):
Hallo Jeremias,

ich hatte dies bereits im Thread über die Klavierkonzerte des 20. Jahrhunderts geschrieben und kopiere es hier her:

Hinweisen möchte ich noch auf die Klavierkonzerte Nr. 1 und 2 des britischen Komponisten William Alwyn. Das erste schrieb Alwyn 1930 auf Anregung von Clifford Curzon, der auch der Solist der Uraufführung war. Es ist sehr hörenswert, aber richtig gut gefällt mir das 2. Klavierkonzert, das 1960 als Kompositionsauftrag der BBC entstand. Es erinnert aufgrund seiner breit angelegten melodischen Linienführung und virtuosen Passagen an Rachmaninov, hat insgesamt einen heroischen, leidenschaftlichen Charakter. Das Finale ist ausgelassen und atemlos; insgesamt ein sehr eingängiges Werk, das anscheinend bis heute nicht öffentlich aufgeführt wurde. Erhältlich sind beide Konzerte auf einer Naxos-CD mit Peter Donohoe unter James Judd.

http://www.wom.de/image/cover/front/0/9676028.jpg

Diese CD kann ich empfehlen, ansonsten kenne ich noch nichts mit Peter Donohoe. Welche Aufnahmen würdest Du denn hervorheben? Die Hyperion-CDs sind ja häufig sehr gut…

Gruß, Cosima
Jeremias (21.06.2006, 19:10):
Die beiden Hyperions sind v.a. vom Repertoire her interessant, aber auch für Donohoe sind die Konzerte von Litolff wie gemacht! Bei Naxos gibt es auch einige interessante sachen, aber da ist das Repertoire oft Geschmackssache. Wer einen Klassiker sucht, der sollte die Tschaikowsky-Konzert bei EMI nehmen (im 2. sind die Solisten Nigel Kennedy und Steven Isserlis!) oder auch das 1. Konzert von Brahms.
AcomA (19.08.2006, 12:38):
hallo,

ich habe mir neulich seine aufnahme (EMI) der beethoven-sonate op.101 und der diabelli-variationen besorgt. aufnahmedatum 1994. eine exzellente platte. er spielt beethoven ähnlich straight forward wie solomon damals, aber IMO spontaner und mit viel wärmer. donohoe ist ein impulsiver pianist mit erstaunlichen physischen reserven. ich würde ihn gerne mal live erleben.

übrigens sah ich 1982 einen fernsehmitschnitt des damaligen tschaikowsky-wettbewerbes in moskau. donohoe erhielt zusammen mit vladimir ovshinikov den zweiten platz. der erste wurde nicht vergeben (anders bei den geigern, da wurde der erste platz zweimal vergeben, viktoria mullova und sergei stadler).

gruß, siamak :engel
Jeremias (21.06.2006, 13:31):
Es wundert mich, dass er noch nicht hier genannt wurde:

http://www.hyperion-records.co.uk/jpegs/artists/donohoe.jpg

1953 in Manchester geboren, studierte Peter Donohoe am Royal Northern College of Music bei Derek Wyndham sowie in Paris bei Olivier Messiaen und Yvonne Loriod. 1982 gewann er den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und begann damit eine sehr erfolgreiche internationale Karriere.

In den letzten Jahren ist Peter Donohoe mit den fünf Londoner Orchestern, den großen regionalen Orchestern Großbritanniens (City of Birmingham Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, Scottish Chamber Orchestra, Royal Scottish National Orchestra) sowie mit den Berliner Philhamonikern (u.a. beim Antrittskonzert von Sir Simon Rattle 2002) und Symphonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Dresdner Philharmonie, dem Schwedischen Rundfunkorchester, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, der Tschechischen Philharmonie, dem Orchester des Maggio Musicale Fiorentino u.a. aufgetreten. Er ist regelmäßiger Gast bei den BBC Proms und großen Festivals wie dem Edinburgh Festival, bei dem er in sechs aufeinanderfolgenden Jahren auftrat, dem renommierten Klavierfestival von La Roque d´ Anthéron in Frankreich, dem Ruhr Festival und dem Schleswig Holstein Musik Festival in Deutschland.

Peter Donohoe tritt auch regelmäßig in Australien, Neuseeland und dem Fernen Osten auf. In den USA arbeitete er mit dem Los Angeles Philharmonic, den Symphonieorchestern von Chicago, Pittsburgh, Cincinnati, Dallas, St. Louis und Detroit und dem Cleveland Orchestra.

Für EMI hat Peter Donohoe zahlreiche preisgekrönte Platten aufgenommen, wie Liszts h-Moll Sonate (Grand Prix International du Disque Franz Liszt) und Tschaikowskis 2. Klavierkonzert (Gramophone Concerto Award). Seine Aufnahme der drei Klavierkonzerte Bartoks mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle inspirierte den Kritiker Michael Kennedy vom Klassikmagazin „Gramophone" zu folgendem Kommentar: „Dies ist ein phantastisches Trio an Einspielungen und eine erfrischende Erinnerung daran, wie schön diese Werke sind". Weitere Aufnahmen sind Beethovens Diabelli Variationen sowie die Sonate Opus 101 und die gesamten Preludes von Rachmaninov.

Seine erste Aufnahme für Chandos Records - das gesamte Werk für Klavier und Bäser von Olivier Messiaen mit dem Niederländischen Bläserensemble unter der Leitung von Reinbert de Leeuw - wurde von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Zu Bestsellern wurden seine bei Hyperion erschienene Aufnahme von Litolffs Konzert-Sinfonien Nr. 2 und 4 sowie Elgars Klavierquintett in a-Moll mit dem Maggini Quartet (Naxos).

Peter Donohoe ist geprägt von einer Verbundenheit mit der Gegend um Biringham, wo er mit seiner Frau Elaine und seiner Tochter Jessica lebt. Seit 1974 arbeitet er eng mit dem Birmingham Symphony Orchestra zusammen. Er ist nicht nur Vize-Präsident des Konservatoriums, es wurden ihm auch die Doktorwürden der Universität Birmingham sowie der University of Central England and der University of Warwick verliehen.

Seine derzeitige Diskographie umfasst v.a.:

für Hyperion:
Recordings on Hyperion:

The Romantic Piano Concerto, Vol 14 - Litolff
The Romantic Piano Concerto, Vol 26 - Litolff

für Naxos:

ALWYN: Piano Concertos Nos. 1 and 2 / Sonata alla toccata
BLISS: Oboe Quintet / Piano Quartet / Viola Sonata
BLISS: Piano Concerto / Piano Sonata / Concerto for 2 Pianos
ELGAR: String Quartet in E Major / Piano Quintet in A Minor
FERGUSON / GERHARD / ROWLEY / DARNTON: Piano Concertos
FINZI: Grand Fantasia and Toccata
HARTY: Piano Concerto
PITFIELD: Piano Concertos Nos. 1 and 2
RAWSTHORNE: Piano Concertos Nos. 1 and 2
TIPPETT: Piano Sonatas Nos. 1-3
WALTON: Spitfire Prelude and Fugue / Sinfonia Concertante
WALTON: String Quartet / Piano Quartet

für EMI:

MESSIAEN: Turangalîla-Symphonie / Quatuor pour la fin du temps
TSCHAIKOWSKY: Klavierkonzerte Nr. 1-3
BARTOK: 3 Klavierkonzerte
Cosima (21.06.2006, 17:43):
Hallo Jeremias,

ich hatte dies bereits im Thread über die Klavierkonzerte des 20. Jahrhunderts geschrieben und kopiere es hier her:

Hinweisen möchte ich noch auf die Klavierkonzerte Nr. 1 und 2 des britischen Komponisten William Alwyn. Das erste schrieb Alwyn 1930 auf Anregung von Clifford Curzon, der auch der Solist der Uraufführung war. Es ist sehr hörenswert, aber richtig gut gefällt mir das 2. Klavierkonzert, das 1960 als Kompositionsauftrag der BBC entstand. Es erinnert aufgrund seiner breit angelegten melodischen Linienführung und virtuosen Passagen an Rachmaninov, hat insgesamt einen heroischen, leidenschaftlichen Charakter. Das Finale ist ausgelassen und atemlos; insgesamt ein sehr eingängiges Werk, das anscheinend bis heute nicht öffentlich aufgeführt wurde. Erhältlich sind beide Konzerte auf einer Naxos-CD mit Peter Donohoe unter James Judd.

http://www.wom.de/image/cover/front/0/9676028.jpg

Diese CD kann ich empfehlen, ansonsten kenne ich noch nichts mit Peter Donohoe. Welche Aufnahmen würdest Du denn hervorheben? Die Hyperion-CDs sind ja häufig sehr gut…

Gruß, Cosima
Jeremias (21.06.2006, 19:10):
Die beiden Hyperions sind v.a. vom Repertoire her interessant, aber auch für Donohoe sind die Konzerte von Litolff wie gemacht! Bei Naxos gibt es auch einige interessante sachen, aber da ist das Repertoire oft Geschmackssache. Wer einen Klassiker sucht, der sollte die Tschaikowsky-Konzert bei EMI nehmen (im 2. sind die Solisten Nigel Kennedy und Steven Isserlis!) oder auch das 1. Konzert von Brahms.
AcomA (19.08.2006, 12:38):
hallo,

ich habe mir neulich seine aufnahme (EMI) der beethoven-sonate op.101 und der diabelli-variationen besorgt. aufnahmedatum 1994. eine exzellente platte. er spielt beethoven ähnlich straight forward wie solomon damals, aber IMO spontaner und mit viel wärmer. donohoe ist ein impulsiver pianist mit erstaunlichen physischen reserven. ich würde ihn gerne mal live erleben.

übrigens sah ich 1982 einen fernsehmitschnitt des damaligen tschaikowsky-wettbewerbes in moskau. donohoe erhielt zusammen mit vladimir ovshinikov den zweiten platz. der erste wurde nicht vergeben (anders bei den geigern, da wurde der erste platz zweimal vergeben, viktoria mullova und sergei stadler).

gruß, siamak :engel