ich bin ja ein unverbesserlicher Gergiev-Fan, insofern empfehle ich eine DVD (Live von den Salzburger Festspielen) mit den Wienern unter Gergiev; darauf spielen sie eine hinreißende "Klassische". Alternativ kenne ich nur noch die Rostropovich-Aufnahme, die aber in Sachen Spielfreude, Witz und Charme hier nicht mithält.
Als "Zugaben" bekommst Du darauf noch: Schnittke: Violakonzert (mit Bashmet) und Strawinsky: Der Feuervogel. Außerdem siehst Du diesen charismatischen Dirigenten gleich mal in Aktion und verstehst vielleicht, warum ich so angetan von ihm bin. :tongue:
Ich habe die DVD noch für knapp 7 Euro kaufen können, jetzt scheint sie leider wieder teurer zu sein.
Gruß, Cosima :)
Cosima (13.07.2006, 17:27): Hallo,
ich hole diesen Thread mal wieder nach oben, weil er doch sehr versandet ist. Dabei ist die Klassische Symphonie ein so schönes (sommerleichtes :) ) Werk. Jetzt, wo ich von Mozart so begeistert bin, rückt mir auch dieses Prokofjew-Werk wieder näher. (Fragt mich nicht nach dem Zusammenhang, es ist nur ein Gefühl meinerseits.)
Vielleicht hat ja jemand neue Erkenntnisse bzgl. irgendeiner Interpretation gewonnen. Oder hat gar die Einspielung mit dem LSO unter Gergiev inzwischen gehört?
Gruß, Cosima
Nachtrag:
Dies ist ja kein komplexes Werk. Fast Haydn.
Das klang mir etwas zu abschätzig. So, als habe Prokofjew lediglich einen Stil imitiert. So ist es aber eben nicht, und deshalb ist es m.E. doch gar nicht so einfach, eine wirklich gute Interpretation zu finden. Sie darf eben nicht wie Haydn klingen, sondern muss sich subtil mit ironischer Doppelbödigkeit von der Vorlage distanzieren. Dabei dürfen aber der Witz und Charme nicht verloren gehen, dieser sollte aber eben nicht das typisch Haydn’sche Augenzwinkern zum Ausdruck bringen, sondern quasi ein Augenzwinkern über dieses Augenzwinkern ausdrücken. Vielleicht versteht mich jemand und kann mir eine entsprechende Interpretation nennen.
nikolaus (13.07.2006, 21:15): Danke, Cosima, daß du den Faden weiterknüpfst. Ich muß gestehen, daß ich - obwohl angefangen - nicht weiter verfolgt habe. Daher besitze ich noch immer keine Aufnahme. Gergiev klingt interessant, weil ich es mir nicht richtig vorstellen kann, wie er sie interpretiert. Also: wer hat sie schon gehört?
Ansonsten gehe ich konform mit dem, wie du, Cosima, Prokofievs Musik beschreibst. Danke!
Nikolaus. :thanks
Cosima (07.08.2006, 19:20): Mir ist erst gestern, als ich „Romeo und Julia“ intensiver hörte, aufgefallen, dass Prokofjew dort im ersten Akt als „Gavotte“ eine bearbeitete Fassung der „Gavotte“ aus der Klassischen Sinfonie benutzt. Wunderschön ist das!
Im Übrigen empfehle ich mittlerweile die Aufnahme unter Leonard Bernstein (New York Philharmonic, CBS). Sie scheint aber nur noch gebraucht erhältlich zu sein. Es lohnt sich aber sehr, danach zu suchen. Besser geht es m.E. nicht, diese Sinfonie zu interpretieren! :down
Gruß, Cosima
nikolaus (23.01.2008, 20:07): So, inzwischen habe ich eine Aufnahme der "Klassischen Sinfonie", nämlich diese hier unter Ashkenazy:
Es gab zwar wenig Auswahl, aber im Probehören gefiel sie mir. Sie hat das, was ich gerne bei dieser Sinfonie höre: Drive und eine gewisse "Schärfe", die ich wichtig für Prokofiev finde. Sie hat sich gegen diese Aufnahme unter Temirkanov durchgesetzt, die ich eher träge fand:
Vorteil meiner Wahl ist auch: zwei CDs zum Preis von einer, quasi die anderen Werke zum Kennenlernen, da ich mich damit auf vollkommen unbekanntes Terrain bewege :cool.
Nikolaus.
Amadé (23.01.2008, 20:27): Hallo Forianer,
meine Lieblings "Klassische" stammt von Ferenc Fricsay und seinem RIAS Sinfonie-Orchester aus dem Jahr 1954. Neben den bekannten Fricsay-Tugenden hören wir einen atmosphärereichen langsamen Satz, andere Interpreten kriegen das nicht so hin, unbedingt hören! Leider nicht einzeln sondern nur in dieser Box zu haben: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41EMQE88Z0L._AA240_.jpg
Grüße Amadé
nikolaus (23.01.2008, 20:34): Ach M...; vielleicht hätte ich doch noch mehr suchen sollen...
Egal, ich habe ja auch von anderen Werken mehr als eine Aufnahme... :engel
Nikolaus :thanks
Wotan (23.01.2008, 23:18): Ich kann die Gesamtaufnahme mit Gergiev und dem LSO wärmstens empfehlen. Die "klassische" ist sehr spritzig und mit viel Esprit, wenngleich ich kein großer Fan dieser Sinfonie bin und vielmehr die späteren Sinfonien Prokofievs schätze. Aber die Gergiev-Box lohnt sich in jedem Fall. http://www.musicweb-international.com/classrev/2006/July06/Prokofiev_symphonies_Gergiev_4757655.jpg
die Klassische Sinfonie ist ja nun wirklich aus anderem Holz geschnitzt als Prokofieffs weitere Sinfonien. Daher ist eine GA der Sinfonien auch ganz anders zu betrachten, als wenn man nur die Klassische Sinfonie betrachtet.
Interessant ist Nikolaus Beitrag der die Prokofeiff - Sinfonien mit Ashkenazy hat. Die Sinfonie Nr.1 gefällt ihm mit Ashkenazy gut. Wie sind denn die anderen Sinfonien mit Vladimir ???
Herausragende Aufnahmen der Klassischen Sinfonie sind für mich folgende, die ich auf CD habe: Kitaenko / Moskauer PH (Melodiya) - eine symiose aus russischem Orchesterklang und präzisem Ausdrucksgehalt - Klasse.
Karajan / Berliner PH (DG) - präzises Spiel der Berliner PH, eine Aufnahme mit Drive, die rundum überzeugt und die alleine schon ausreichen würde.
:leb Meine Lieblingsaufnahme ist aber Bernstein / New Yorker PH (CBS-CD), die bei mir passend mit der Bizet-Sinfonie Nr.1 gekoppelt ist (die ich schon doppelt in der SONY-Royals Serie habe).
Lieber wäre mir diese SONY-CD-Ausgabe, weil ich dann bernsteins Interpretation der Sinfonie Nr.5 dazu hätte: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41M1VEAT8QL._AA240_.jpg New Yorker PH, Bernstein SONY, 60er, ADD
:times10 An Spielfreude und Drive ist diese Bernstein-Aufnahme der Klasischen Sinfonie nicht zu übertreffen.
nikolaus (24.01.2008, 14:32): Original von teleton Interessant ist Nikolaus Beitrag der die Prokofeiff - Sinfonien mit Ashkenazy hat. Die Sinfonie Nr.1 gefällt ihm mit Ashkenazy gut. Wie sind denn die anderen Sinfonien mit Vladimir ???
Wie ich oben schon erwähnt habe, betrete ich mit den Sinfonien Prokofievs Neuland, daher ist es für mich schwierig, die Askenazys Aufnahme einzuordnen. Bei der Sinfonie Nr. 1 will ich nicht unbedingt "russischen" Klang hören, wenn man damit dunkle, satte, erdige Farben meint. Die Sinfonien 5-7 höre ich zum ersten Mal. Sie erscheinen mir recht spröde und erschliessen sich mir nicht direkt (ähnlich wie Shostakovich), wobei durchaus eine Faszination von ihnen ausgeht. Soweit ich das bisher beuteilen kann, erscheint mir Ashkenazys Interpretation insgesamt - ich nenne es mal - "feinnervig" und hoffe, ihr versteht, was ich ungefähr meine.
Gruß, Nikolaus.
ab (30.01.2008, 21:38): Abraten kann ich von Neeme Järvi bei Chandos und Ozawa bei Philips, da ziehe ich allememal sogar noch Karajan vor. Den Gergiev-Zyklus kenne ich leider nocht nicht, erwarte mir aber eigentlich viel davon. Interessieren würde mich die von Igor Markevich, die mir leider nie in Hände fiel.
Derzeit präferiere ich ebenfals Fricsay, denn ich erst seit kurzen hier kenne: die ist wirklich im Sinne der Klassik interpretiert!
nikolaus (21.04.2006, 14:22): Hallo zusammen!
Wer kann mir Aufnahmen von Prokofievs "Klassischer" Sinfonie empfehlen?
Ein wunderbares Werk ! Gestern hab ich 2 Aufnahmen heruntergeladen. Von solchen , die ich nicht auf CD habe.
Das ist : Kurt Masur - London Ph. O. TELDEC
Hugh Wolff - Saint Paul Chamber O. TELDEC
Es gibt sehr viele sehr gute Aufnahmen.
Du findest sicher eine Dir zusagende.
Dies ist ja kein komplexes Werk.
Fast Haydn.
Gruss. R.
nikolaus (21.04.2006, 18:09): Danke allerseits für die Ratschläge. Sie helfen mir weiter!!
Gruß, Nikolaus.
Cosima (13.07.2006, 17:27): Hallo,
ich hole diesen Thread mal wieder nach oben, weil er doch sehr versandet ist. Dabei ist die Klassische Symphonie ein so schönes (sommerleichtes :) ) Werk. Jetzt, wo ich von Mozart so begeistert bin, rückt mir auch dieses Prokofjew-Werk wieder näher. (Fragt mich nicht nach dem Zusammenhang, es ist nur ein Gefühl meinerseits.)
Vielleicht hat ja jemand neue Erkenntnisse bzgl. irgendeiner Interpretation gewonnen. Oder hat gar die Einspielung mit dem LSO unter Gergiev inzwischen gehört?
Gruß, Cosima
Nachtrag:
Dies ist ja kein komplexes Werk. Fast Haydn.
Das klang mir etwas zu abschätzig. So, als habe Prokofjew lediglich einen Stil imitiert. So ist es aber eben nicht, und deshalb ist es m.E. doch gar nicht so einfach, eine wirklich gute Interpretation zu finden. Sie darf eben nicht wie Haydn klingen, sondern muss sich subtil mit ironischer Doppelbödigkeit von der Vorlage distanzieren. Dabei dürfen aber der Witz und Charme nicht verloren gehen, dieser sollte aber eben nicht das typisch Haydn’sche Augenzwinkern zum Ausdruck bringen, sondern quasi ein Augenzwinkern über dieses Augenzwinkern ausdrücken. Vielleicht versteht mich jemand und kann mir eine entsprechende Interpretation nennen.
nikolaus (13.07.2006, 21:15): Danke, Cosima, daß du den Faden weiterknüpfst. Ich muß gestehen, daß ich - obwohl angefangen - nicht weiter verfolgt habe. Daher besitze ich noch immer keine Aufnahme. Gergiev klingt interessant, weil ich es mir nicht richtig vorstellen kann, wie er sie interpretiert. Also: wer hat sie schon gehört?
Ansonsten gehe ich konform mit dem, wie du, Cosima, Prokofievs Musik beschreibst. Danke!
Nikolaus. :thanks
Cosima (07.08.2006, 19:20): Mir ist erst gestern, als ich „Romeo und Julia“ intensiver hörte, aufgefallen, dass Prokofjew dort im ersten Akt als „Gavotte“ eine bearbeitete Fassung der „Gavotte“ aus der Klassischen Sinfonie benutzt. Wunderschön ist das!
Im Übrigen empfehle ich mittlerweile die Aufnahme unter Leonard Bernstein (New York Philharmonic, CBS). Sie scheint aber nur noch gebraucht erhältlich zu sein. Es lohnt sich aber sehr, danach zu suchen. Besser geht es m.E. nicht, diese Sinfonie zu interpretieren! :down
Gruß, Cosima
nikolaus (23.01.2008, 20:07): So, inzwischen habe ich eine Aufnahme der "Klassischen Sinfonie", nämlich diese hier unter Ashkenazy:
Es gab zwar wenig Auswahl, aber im Probehören gefiel sie mir. Sie hat das, was ich gerne bei dieser Sinfonie höre: Drive und eine gewisse "Schärfe", die ich wichtig für Prokofiev finde. Sie hat sich gegen diese Aufnahme unter Temirkanov durchgesetzt, die ich eher träge fand:
Vorteil meiner Wahl ist auch: zwei CDs zum Preis von einer, quasi die anderen Werke zum Kennenlernen, da ich mich damit auf vollkommen unbekanntes Terrain bewege :cool.
Nikolaus.
Amadé (23.01.2008, 20:27): Hallo Forianer,
meine Lieblings "Klassische" stammt von Ferenc Fricsay und seinem RIAS Sinfonie-Orchester aus dem Jahr 1954. Neben den bekannten Fricsay-Tugenden hören wir einen atmosphärereichen langsamen Satz, andere Interpreten kriegen das nicht so hin, unbedingt hören! Leider nicht einzeln sondern nur in dieser Box zu haben: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41EMQE88Z0L._AA240_.jpg
Grüße Amadé
nikolaus (23.01.2008, 20:34): Ach M...; vielleicht hätte ich doch noch mehr suchen sollen...
Egal, ich habe ja auch von anderen Werken mehr als eine Aufnahme... :engel
Nikolaus :thanks
Wotan (23.01.2008, 23:18): Ich kann die Gesamtaufnahme mit Gergiev und dem LSO wärmstens empfehlen. Die "klassische" ist sehr spritzig und mit viel Esprit, wenngleich ich kein großer Fan dieser Sinfonie bin und vielmehr die späteren Sinfonien Prokofievs schätze. Aber die Gergiev-Box lohnt sich in jedem Fall. http://www.musicweb-international.com/classrev/2006/July06/Prokofiev_symphonies_Gergiev_4757655.jpg
die Klassische Sinfonie ist ja nun wirklich aus anderem Holz geschnitzt als Prokofieffs weitere Sinfonien. Daher ist eine GA der Sinfonien auch ganz anders zu betrachten, als wenn man nur die Klassische Sinfonie betrachtet.
Interessant ist Nikolaus Beitrag der die Prokofeiff - Sinfonien mit Ashkenazy hat. Die Sinfonie Nr.1 gefällt ihm mit Ashkenazy gut. Wie sind denn die anderen Sinfonien mit Vladimir ???
Herausragende Aufnahmen der Klassischen Sinfonie sind für mich folgende, die ich auf CD habe: Kitaenko / Moskauer PH (Melodiya) - eine symiose aus russischem Orchesterklang und präzisem Ausdrucksgehalt - Klasse.
Karajan / Berliner PH (DG) - präzises Spiel der Berliner PH, eine Aufnahme mit Drive, die rundum überzeugt und die alleine schon ausreichen würde.
:leb Meine Lieblingsaufnahme ist aber Bernstein / New Yorker PH (CBS-CD), die bei mir passend mit der Bizet-Sinfonie Nr.1 gekoppelt ist (die ich schon doppelt in der SONY-Royals Serie habe).
Lieber wäre mir diese SONY-CD-Ausgabe, weil ich dann bernsteins Interpretation der Sinfonie Nr.5 dazu hätte: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41M1VEAT8QL._AA240_.jpg New Yorker PH, Bernstein SONY, 60er, ADD
:times10 An Spielfreude und Drive ist diese Bernstein-Aufnahme der Klasischen Sinfonie nicht zu übertreffen.
nikolaus (24.01.2008, 14:32): Original von teleton Interessant ist Nikolaus Beitrag der die Prokofeiff - Sinfonien mit Ashkenazy hat. Die Sinfonie Nr.1 gefällt ihm mit Ashkenazy gut. Wie sind denn die anderen Sinfonien mit Vladimir ???
Wie ich oben schon erwähnt habe, betrete ich mit den Sinfonien Prokofievs Neuland, daher ist es für mich schwierig, die Askenazys Aufnahme einzuordnen. Bei der Sinfonie Nr. 1 will ich nicht unbedingt "russischen" Klang hören, wenn man damit dunkle, satte, erdige Farben meint. Die Sinfonien 5-7 höre ich zum ersten Mal. Sie erscheinen mir recht spröde und erschliessen sich mir nicht direkt (ähnlich wie Shostakovich), wobei durchaus eine Faszination von ihnen ausgeht. Soweit ich das bisher beuteilen kann, erscheint mir Ashkenazys Interpretation insgesamt - ich nenne es mal - "feinnervig" und hoffe, ihr versteht, was ich ungefähr meine.
Gruß, Nikolaus.
ab (30.01.2008, 21:38): Abraten kann ich von Neeme Järvi bei Chandos und Ozawa bei Philips, da ziehe ich allememal sogar noch Karajan vor. Den Gergiev-Zyklus kenne ich leider nocht nicht, erwarte mir aber eigentlich viel davon. Interessieren würde mich die von Igor Markevich, die mir leider nie in Hände fiel.
Derzeit präferiere ich ebenfals Fricsay, denn ich erst seit kurzen hier kenne: die ist wirklich im Sinne der Klassik interpretiert!