R. Schumann : Klaviersonate Nr. 1 , fis-Moll Opus 11
Ganong (16.05.2006, 14:10): Liebe Freunde unserer Beiträge zu Robert Schumanns Werk ,
"Clara zugeeignet von Florestan und Eusebius" schreibt Robert Schumann über das Werk . Er ist in seinen Empfindungen und in seinem kompositorischen Denken beide . Und so gibt er Florestan und Eusebius , die "Davidsbündler" , auch als den Komponisten an ! Dies ist sicherlich bis zu dem damaligen Zeitpunkt in der Musikgeschichte einmalig .
Das Werk ist mehr eine leidenschaftliche Fantasie , eine durch ein Band , das aus zitatenhaften thematischen Bezügen besteht, miteinender verbundene Improvisation als eine Sonate im herkömmlichen Sinne . Und auch keine "Sonata quasi una fantasia" im Beethovenschen Sinn ( dasselbe gilt für seine C - Dur - Fantasie , die Siamak hier vorgestellt hat , wie für Franz Liszts h - Moll - Sonate . Die vier Sätze sind - unschwer zu hören - in sich geschlossene Charakterstücke .
Der sog. Fandangogedanken Schumanns vom 30. Mai 1832 ( s. Schumanns Tagebücher , Bd. 1 ) hat nichts mit dem berühmten spanischen Tanz gemeinsam . Er wird zum zentralen thematischen Element der Sonate !
Schumann überschreibt den Beginn des Werkes mit "Introduzione . Un poco Adagio." Keine langsame Einleitung im traditionellen Sinn , sondern darin sind die thematischen und motivischen Keimzellen für die gesamte Sonate enthalten . Wir denken sofort an Liszts h - Moll - Sonate . Der zweite Gedanke der Einleitung nimmt dann das Thema des langsamen Satzes vorweg . Der Bezug zu Clara Wiecks fantastischer Klavierszene "Ballets des revenants" opus 5 , als Thema des Allegro vivace ist evident .
Nach dem leidenschaftlichen , emotional geradezu aufwühlenden ersten Satz bildet die Aria in A - Dur , 3/4-Takt , einen vorübergehenden Pol der scheinbaren Beruhigung . Schumann schreibt als Vortragsbezeichnung vor :Senza passione , ma espressione" , also ohne Leidenschaft aber mit mit Ausdruck . Auch weitere Hinweise wie "semplice" im 6. Takt un pp vorzutragen machen im Gesamtsatz durchdie wiederkehrenden Hinweise auf den "Eusebiuscharakter" Sinn , wenn der Komponist etwa im 41. Takt erneut ein "semplice" ausdrücklich vorschreibt . Bei aller innerer Aufgewühltheit in Schumanns Seelenzustand und seinem Intellekt ("Herzensschrei nach Dir" ist Schumann überlegen genug , alles in wohlüberlegte kompositorische Form zu schreiben .
Der 3. Satz ist "Scherzo e Intermezzo" überschrieben und steht in in fis-moll und im 3/4-Takt mit der Vortragbezeichnung "Allegrissimo" . Das zweite Intermezzo ist "alla burla" bezeichnet . Dort werden das Terz- wie das "Schlagzeug" - Qiuintmotiv übernommen . Es ist ein typisches "Florestan-Stück" in seinem Aufbau . In diesem Satz folgt den leidenschaftlichen Rhythmen und für Robert Schumann nicht untypischen keckhaften Sprüngen eine gewisse innere Beruhigung . Grössere Gegensätze kann ich mir kaum vorstellen !
Der Schlussatz i ist mit "Allegro un poco maestoso" überschrieben und steht erneut im 3/4-Takt und der Tonart fis - moll . Die Taktwahl eines Werkes ist von eminenter Bedeutung . So sei darauf hingewiesen , dass bei Frédéric Chopins 4 Scherzi alle im 3/4-Takt stehen , und Leonard Bernstein hat die Taktwahl anhand der "Pathétique" - Symphonie von P. I. Tschaikowsky umfangreich in einem seiner Bücher und Vorträgen in Tanglewood schon Anfang der 1960er Jahre erläutert .
Dieser Schlussatz voller Gegensätze wird durch diese inneren Spannungen zusammengehalten . Er bietet dem Interpreten sehr viele Möglichkeiten , auch sein hochvirtuoses Können zu beweisen .
Musikwissenschaftlich ist festzuhalten , dass die thematische Vereinheitlichung spätestens seit Franz Schuberts "Wanderer - Fantasie" ( 1822 ) bekannt ist . Franz Liszt , der selbst in seiner grossen h - Moll - Sonate dieses Stilmittel anwenden sollte , bezeichnete die fis - Moll - Sonate von Schumann als "das beste Werk der Gattung seit Beethoven" ( Schumann , Tb I , p. 401 ) .
Schumann hat diese für ihn nicht hörbare und aus dem Notentext nicht herauslesbare Veieinheitlichung in Chopins b - Moll - Sonate opus 35 , diese thematische Vereinheitlichung offensichtlich als Fortschritt der Sonatenkomposition vermisst und geschrieben :"Ein Stück aus guter alter Zeit" , was aber die Verhältnisse zwischen den Sonaten Schumanns und Chopins n i c h t zutreffend erfasst und beschreibt !
Schärfer formuliert : Schumann , der grosse Chopin- Verehrer und -Bewunderer , hat diese b - Moll - Sonate nicht verstanden .
Für mich ist dies eigentlich nicht nachvollziehbar , zumal Robert Schumann der wahrscheinlich toleranteste , offenste Komponist u n d Musikwissenschaftler sowie Musikrezensent war für Neuerungen . Und chopin hat mit seinen drei Klaviersonaten eindeutig kompositiorisches Neuland beschritten .
Innerhalb der Kompositionen für Klavier ( und darüber hinaus ) bleibt die fis - Moll - Sonate für Klavier opus 11 eines der Kernwerke Schumanns ! . Franz Liszt hat dies sofort erfasst .
Mein persönliches Bekenntnis ist : Diese Sonate ist eine meiner Lieblingskompositionen überhaupt !
Die Frage nach den persönlich bevorzugten Interpretationen ist überraschenderweise nicht schwer zu beantworten , ohne dass ich hier eine vergleichende Rezension schreiben möchte . Einige Hinweise seien gestattet .
Einer Aufnahme gebührt der Gipfel unter allen Interpretationen die ich kenne :
Vladimir Sofronitzky 8 Live-Mitschnitt ; Mai 1960 ; Moskau ; Melodiya , 2 CDs ) .
Der Meister erfasst auf ganz selbstverständliche Weise Schumanns Geist , sein Wesen , seine Vorstellungen und alles , was der Komponist in der fis-Moll-Sonate ausdrücken wollte . Dies ist eine Sternstunde der Interpretatiosnkunst ! .
Fast gleichauf sind :
Emil Gilels ( 1947 ; "The Piano masters" und "Masters of the Piano" ; mono ) .
Vanessa Wagner ( 2001 ; LYRINX . kombiniert mit den opp. 22 u n d 23 von Robert Schumann . Auch als DVD erhältlich ) . bei ihr , wie zuvor bei Emil Gilels, erleben wir eine ungewöhnliche Dichte des Vortrages . Grösste Kunst .
Emil Gilels ( 1959 ; Live , BBC Legends ) . Hier trifftdie generalisierende Aussage von Joachim Kaiser über Gilels nicht zu , dass dieser live immer "besser" , "packender" gespielt habe . Diese Aufnahme ist natürlich ein Muss , aber die frühe ist doch zwingender , schumannverwandter .
Shura Cherkassky ( 1963 , Livemitschnitt ; CH - Lugano ; Ermitage /AURA ) . Es ist faszinierend , was Cherkassky in seinen sehr guten Jahren zu leisten vermochte . Er hat das Werk genau analysiert und , anders als bei seinem mehrfach aufgenommen "Carnaval" oder den "Études Symphoniques" , auch interpretierend treffend umzusetzen vermocht . Als ich mir bei meiner Zusammenstellung "Meine 100 Top Interpretationne und Interpreten" ( 2005 ff. ) überlegte, ob ich Shura Cherkassky in diese Liste aufnahmen sollte und warum , falls ja , so war es unter anderem diese Aufnahme , die mich dazu bewog dies zu tun . Ich kannte einmal einen ProfiPinaisten , der mir zu meiner grössten Verwunderung um 1980 ganz beiläufig erklärte , dass Shura Cherkassky der einzige Pinaist sei , den er immer in seinen Konzerten besuche .
Harold Bauer ( April 1916 ; NIMBUS ; technisch perfekt remastered ). Bauers Spiel ist schon aus interpretationsgeschichtlichen Gründen hochinteressant . Den Introduzione - Beginn lässt er fast unendlich verweilen . Das "Andante cantabile" gelingt ihm betörend . das "Scherzo e Intermezzo" ist erfüllt von einem träumerisch verträumt romantischen schumannschen Geist . Der Pianist ist ganz der alten Tradition verpflichtetr . Die immer wieder beschriebene Gefahr des "Zerlaufens" der Schlussatzes meistert Harold Bauer durch scharfe Markierungen . Er teilt den recht langen Schlussatz mit einer seltenen analytische Schärfe auf und steigert das Finale mit viel Freiheiten , die Schumann keineswegs ausschloss .
Lazar Berman ( Mai 1990 ;livemitschnitt ; Montreal , Canada ; PHOENIX Classics . Kombiniert mit Liszts h - Moll - Sonate und dessen "Funérailles" ) . Vor allem in den Ecksätzen die "ruhigste" Aufnahme . Die "Aria" spielt Berman betörend schön . Und auch das Scherzo gelingt ihm herausragend . Wie Vanessa Wagner nimmt er die Vortragsbezeichnung "Allegro un poco maestoso - Più allgero" sehr genau , so dass er nie Gefahr läuft , daraus ein reines Bravourstück zu machen .
Beste Grüsse ,
F r a n k
PS.: Da dies fis - Moll - Sonat eine Art Schnittstelle in Schumanns kompositiorischem und alltäglichen Leben bedeutet , werde ich gesondert dazu einige Ausführungen machen . F.
Zelenka (16.05.2006, 14:48): Lieber Frank:
Schon jetzt meinen allerherzlichsten Dank für Deine engagierte Einführung und Schumanns Opus 11! Deine Lieblingsaufnahme (Sofronitsky Melodiya Russian Piano School (vol. 5) 74321251772) besitze ich, sie ist wirklich außerordentlich! Meine anderen (nur) drei Aufnahmen fallen deutlich ab. Ich werde sie trotzdem hervorkramen und durchhören:
Martin Arion ARN268218 Pollini Philips Great Pianists of the 20th Century 4569372 Demus Nuova Era 7313
Allerbeste Grüße,
Zelenka
Ganong (16.05.2006, 15:14): Lieber Zelenka ,
ich hatte erwartet , dass es wilde Proteste geben würde , weil die Aufnahme mit Maurizio Pollini fehlt .
dazu folgendes : 1. 1973 (!) gab es sie als LP in Hochpreisfassung für damalige Verhältnisse . Sie erfüllte keine der Schumannschen Vorgaben .
2. In der Edition "Great Pianists of the Century" ist sie groteskerweise enthalten . Es wäre die Aufnahme Pollinis , die ihn , würde der Pinaistenkreis vernünftg(er) und sachlich korrekter zusammengesetzt , ihn aus den grossen Pianisten herauskatapultieren würde . Alleine der Introduzioone - Beginn ist schrecklich ...
3. Die DGG hat dann , jedenfalls bei SATURN Düssseldorf , den Presi für die CD 8 gekoppelt mit der genauso grausam gespielten Schubert - Sonate D 845 ) für 7,99 angeboten . Aber es reichte nicht ! Also : weg mit den beständen : zuletzt für 4,99 Euro .
Jörg Demus , eher unterschätzt , beweist hier wider einmal , wie problematisch es ist , gesamtaufnahmen zu kaufen .
es gilt für mich der Satz von Alexis Weissenberg :" Niemand spielt alle Werke eines Komponisten gleich gut !" .
Dies gilt auch für Maestro Weissenberg - aus meiner Sicht .
V. Banfield scheitert auch an dieser Sonate wie Demidenko . man kann dies hören ! Radu Lupu hat vor genau einer Woche diese Sonate in Düsseldorf gespielt . Er hat den Sinn der Sonat e absolut verstanden . Grossartiges Interpretieren . Aber , was war passiert ? der Flügel war schon vor der Pause in einem desolaten Zustand . In der Pause wurde er , in Düsseldorf keine Seltenheit , "nachgestimmt" ( ABM hätte sine Sachen gepackt und wäre zu recht gegangen ! ) . . Auch bei der fis-Moll-Sonate, der viel zu kleine Saal für so viele Zuhörer wra "überfeuchtet" - eine Zumutung ! - und der Flügel klang stumpf , matt , ohne eigenes Leben . dass lupu mehrfach grob "patzte" wird wohl eher seine enttäuschung über die "Düsseldorfer Verhältnisse" gewesen sein als dass er dem Werk nicht gewachsen gewsen wäre . Denn : Welche Töne , die er dem Instrument zu entlocken versuchte , konnt eman erahnenn , wenn man das Werk kannte . In der Lokalpresse ("Notizen aus der Kleinprovinz" ) kein Wort darüber ! Unbegreiflich .
ich habe mir überlegt , dass es für einen Pianisten vom rang eines radu Lupu besser gewesen wäre , sein Rcital in Köln oder bonn zu geben . Dort herrschen verhältnisse , die internationalen Standarts entsprechen . I c h wäre nach Köln gefahren. Wer Schzumanns Werke mag auch .
Beste Grüsse , X( X( X( :( :( :( F r a n k
AcomA (16.05.2006, 15:19): hallo Jan Dismas,
also dass die aufnahme des frühen pollini deutlich abfallen soll, da würde ich doch ein veto einlegen wollen, obwohl ich kein veto-recht besitze ! :(
gruß, siamak
Ganong (16.05.2006, 15:29): Lieber Siamak ,
ich wusste natürlich , dass Du dies schreiben würdest .
es ist ja gut , dass es unterschiedliche Meinungen gibt . daraus kann man ja , ja ollt eman lernen ( können ) .
Im konkrten Fall gelingt mir dies seit 1973 (!) n i c h t ! . Dies gilt auch für Pollinis Schubert - Aufnahmen .
Ich hatte nur geschrieben, daß Pollini gegenüber Sofronitsky abfällt, ich wollte auch keineswegs dagegen protestieren, daß sein Name in der Einführung zum Faden fehlt. Ich besitze ihn eben nur eher zufällig. Er ist sicher auch keineswegs so schlecht, wie Frank meint. Ansonsten: De gustibus ... Und ich werde Pollini erst einmal wiederhören, wenn ich nach Hause komme. Die bei mir vorhandenen Demus-Platten hatte ich gekauft, weil auf den entsprechenden Folgen sonst sehr schlecht erreichbare Schumann-Klavierwerke gekoppelt sind. - Tut mir leid zu hören, daß das Lupu-Konzert in Düsseldorf eine herbe Enttäuschung war ...
Gruß,
Zelenka
AcomA (16.05.2006, 16:14): hallo ihr beiden, Frank und Jan Dismas,
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6269988.jpg
nun wird die aufnahme bekanntermaßen nicht besser dadurch, dass man das cover präsentiert. ich mache es trotzdem, weil diese interpretationen für mich zum besten dieses pollini gehören. ich gebe zu, dass das un poco adagio des ersten satzes bei maurizio etwas mehr wie un poco grave klingt. es kontrastiert jedoch sehr gut. die gesamte interpretation ist gekennzeichnet durch:
1. eine pianistische beherrschung des manualtechnischen und des orchestralen klangspektrums, wie es kaum jemand gleichtun kann. man erinnert sich an die chopin-etüden.
2. der jugendliche sturm und drang ist spürbar, feuer ! dennoch ist die glühende leidenschaft des jungen pollini 'kontrolliert', beherrscht. die seele und das herz wollen rasen, der verstand hält sie im zaum, mit freilgung der struktur und transparenz. für mich ungeheuerlich, da ich weiß, wie anstrengend so ein verfahren ist, auch für die hände.
auch ich habe die frühe gilels-aufnahme aus den piano-masters. sie ist dem pollini ebenbürtig, hat jedoch nicht diese 'glut' und außerdem die schlechte aufnahmetechnik.
die demidenko-interpretation ist sehr gut, es fehlt etwas anteilnahme. ein weiterer tip:
eine live-aufnahme christian zacharias' aus 1975 (EMI). sie ist unbeherrschter als bei pollini und knüpft an die leistung der davidsbündler an. sagenhaft ! :down
gruß, siamak :engel
Zelenka (16.05.2006, 17:01): Hallo Siamak:
Bei laufendem Pollini: Du hast in allen Punkten recht! Aber mehr Feuer, jugendlicher Sturm und Drang und Glut sind beim etwa 59jährigen Sofronitsky zu finden ... Die einzelnen Trackzeiten sprechen allein schon eine deutliche Sprache. (Behäbig übrigens bei mir der Yves Nat-Schüler Jean Martin.) Danke für den Zacharias-Tip!
Gruß,
Zelenka
Cosima (16.05.2006, 17:10): Original von AcomA eine live-aufnahme christian zacharias' aus 1975 (EMI). sie ist unbeherrschter als bei pollini und knüpft an die leistung der davidsbündler an. sagenhaft ! :down
Lieber Siamak, liebe Schumann-Freunde!
Nun hast Du bereits meine Trumpfkarte ausgespielt. :rofl Die Zacharias-Aufnahme ist wirklich sehr empfehlenswert! Und das Unvorstellbare: Ich fand sie zufällig in einer sog. Wühlkiste, die tolle Doppel-CD für 2,99 Euro. Eine Zusammenstellung von Werken anlässlich Zacharias’ 50. Geburtstag:
Warum denkst Du demidenko scheitert bei dieser Sonate?
Gruß
Ganong (16.05.2006, 21:21): Lieber Rachmaninov ,
Demidenko spielt mir die Einleitung , diese vor allem , und den gesamten ersten Satz zu sehr wie ihn Siamak bei Pollini bespricht ( s. o. ) . Dies ist eindeutig gegen Schumanns Vorschriften !.
U n d : Wir müssen Schumanns Werke ja immer im Kontext zu seinem Leben hören .
es gibt ein 2001 bei "Artemis & Winkler" erschienenes Buch von V. B e c i , eine rin Münster lebenden Musikwissenschaftlerin , das in dieser Hionsicht alles in Grund und Boden schreibt , was ich an über 50 Schumann - Biographien kenne . Und das auf ca. 20 Seiten . Für Schumann - Freunde ein Muss ! .
Die andere auf der CD enthaltene Sonate interpretiert Demidenko dann auf einem anderen Niveau .
Viele Grüsse , Frank
AcomA (16.05.2006, 22:55): lieber Frank,
ich kann dein statement gegenüber pollini wiedermal nicht unbeantwortet lassen. zunächst einmal spielt demidenko die erste sonate IMO ziemlich kalt bzw. neutral. wie mal jemand sagte: 'der charme der roten armee'. bei maurizio pollini ist es luzide, warm und leidenschaftlich. ich höre ihn gerade mit eben dieser sonate. die punktierten abschnitte des ersten satzes macht ihm so vehement und flexibel keiner nach ! das pollini nicht den autorentext befolgt, halte ich für ziemlich spekulativ. florestan und eusebius werden im ersten satz lehrbuchartig voneinander abgesetzt. und trotzdem klingt es so organisch, wie aus einem fluss, dank pollinis überragenden und flexiblen händen. der zweite satz, die wundersame aria, herrlich ausgesungen und klanglich abgetönt. diese kunst des pedaleinsatzes kenne ich sonst nur von alfredo perl. überhaupt, pollini ist ein sehr gewissenhafter befolger des notentextes, das hat er über jahrzehnte bewiesen.
gruß, siamak :)
Rachmaninov (16.05.2006, 22:57): Original von AcomA lieber Frank,
ich kann dein statement gegenüber pollini wiedermal nicht unbeantwortet lassen. zunächst einmal spielt demidenko die erste sonate IMO ziemlich kalt bzw. neutral.
Ich finde den vierten Satz gigantisch gut!!!!!!!!!
wie mal jemand sagte: 'der charme der roten armee'.
Wer?
AcomA (16.05.2006, 23:02): lieber Sergejewitsch,
das mit dem charme schrieb mal ein rezensent über einen klavierabend konstantin scherbakovs.
ja, der vierte satz gelingt maurizio natürlich ebenfalls grandios. der improvisatorische charakter, das träumen und fantastische kommen richtig zur geltung, ohne das der satz zerfällt. überhaupt ist pollini ein 'anti-destillator', das gegenteil eines z.b. pletnev. ich schrieb es schon mal.
gruß, siamak :)
Rachmaninov (16.05.2006, 23:03): Original von AcomA ja, der vierte satz gelingt maurizio natürlich ebenfalls grandios. der improvisatorische charakter, das träumen und fantastische kommen richtig zur geltung, ohne das der satz zerfällt.
Meinte den vierten Satz bei Demidenko! Für mich einfach nur klasse :hello
AcomA (16.05.2006, 23:14): lieber Sergejewitsch,
kein problem, jeder soll mit seinem liebling glücklich werden ! es zeigt, wie stark das werk selbst ist !
gruß, siamak :)
Ganong (17.05.2006, 18:51): Lieber Richard ,
lieber Siamak ,
es geht nicht um "recht haben" . So bleibt es wohl bei jedem von uns bei seinen favorosireten interpretn ( dies ist ja auch bei anderen Werken so . Und dies ist auch sicherlich gut so . ) .
Letztendlich kommt es auf die Qualität des Werkes an !
Grüsse , Frank
ab (19.05.2006, 10:37): Eine kurze Verständisfrage: Gehe ich Recht in der Annahme, Frank, dass Du meinst, Pollini (und Demidenko) spielten deshalb verfehlt, weil sie die Vorschrift Schumanns missachteten, der ersten Satz sei "leidenschaftlich , emotional geradezu aufwühlenden" zu spielen? Wer die "glühende Leidenschaft" so 'kontrolliert', wie siamak schreibt, der gehe daran vorbei? Ist das der Grund Deiner Ablehung (insbesondere) der Pollini-Interpretation?
(Mein Beitrag zu dieser Sonate folgt später noch...)
ab (19.05.2006, 10:52): Kennt ihr auch:
Vladimir Sofronitzky, Klavier Schumann:Carnaval op. 9;Papillon op. 2, Urania, wie ist die?
Rachmaninov (19.05.2006, 12:26): Original von ab Kennt ihr auch:
Vladimir Sofronitzky, Klavier Schumann:Carnaval op. 9;Papillon op. 2, Urania, wie ist die?
Soweit ich weiß halt Walter sie! u.A. ist da auch die Kreisleriana drauf. Soweit ich mich erinnere alles TOP!!!
Werde ich mich nochmals ausleihen und dann berichten!
Beziehe mich dabei auch diese Aufnahme
Arabesque Op.18 Carnaval Op.9 Des Abends Op.12 No.1 Kreisleriana Op.16
Ganong (19.05.2006, 17:01): Lieber ab ,
das Grundproblem , wie ein Künstler diese Sonate interpretiert , ergibt sich direkt aus der Introduzione - Einleitung . Da gibt ein Pianist seine Visitenkarte vom Verständnis des Werkes u n d ihrer Entsetehungsgeschichte ab . Die sbezieht ausdrücklich den gesamten Kontext mit ein . Also muss man immer und grundsätzlich die bei Robert Schumann ja umfagreich vorhandenn eigegen Mitteilungen lesen . Die Tagebücher , Briefe , die NZfM etc. . Dies halte ich für eine Grundvoraussetzung . Bei Schumann selbst kommt entscheidend hinzu seine ganz persönliche Situation , die ja gerade , wie ich es auch kurz geschrieben habe , eine zentrale Rolle durch die fis - Moll - Sonate erfährt und die Sonate ist Teil der Seele , der Psyche und Physis von Schumann . Dies ist bei Frédéric Chopin vergleichbar mit dessen Scherzo nr. 1 , h - Moll .
Dieses innere Wesen der Sonate haben eben Sofronitzky , der frühe Gilels und ebenbürtig Vanessa wagner ( LYRINX ) erfasst .
Wenn ich mich jetzt hier zum Deutungskünstler anderer Interpretationen aufschwingen wollte , dann sind die Wiedergaben durch pollini , Demidenko oder Volker Banfield dann verstehbar , wenn diese von dem leicht misszuverstehenden Satz ausgehen :"...ein einziger herzensschrei nach Dir" 8 robert Schumann an Clara Wieck ) . Zu dieem Satz kann man sicherlich sehr viel sagen . ich will dies , wie in meinem Eingangsbeitrag geschrieben , ja noch versuchen aufzuhellen . Und : Schumann muss immer im Gegensatz seiner eigenen Persönlichkeitsstruktur bei seinen Kompositionne gesehen werden . Und im Alltagsleben war Schumann keineswegs so naiv und hilflos , wie verschiedene Autoren dies immer wieder darstellen ud glaubhaft zu machen versuchen ( das bekannteste Beispiel ist sein Verhalten während der Flucht aus Dresden mit dem Zurücklassen der Kinder ) . Schumann wusste zeit seines Lebens , jedemfalls bis etwa 1851 s e h r genau , was er lebenspraktisch tun musste und zu wie er Erfolg haben konnte .
Radu Lupu hat vorige Woch ehie rin seinem Konzert das Wesen Schumanns in seinen Kompositionen trotz der extrem widrigen äusseren Bedinungen ( eine unglaubliche Zumutung an ihn !!! ) faszinierend erfasst . Dass die Kritiken in Düsseldorfer zeitungen dem Spiel und den Interpretationen von radu Lupu nicht zu folgen vermochten , spricht ausdrücklich für den Meister !
Selbst die heiklen "Waldszenen" hat er als Ganzes begriffen und gespielt und nicht auf den "Vogel als Prophet" als Einzelstück für Virtuosen gespielt .
Die Humoreske " hat er im Konzert sehr viel zwingender interpretiert als auf der CD . Er ( nota bene 9 spielte das Werk fast 5 Minuten länger als auf der CD , ohne dass es zu einem "Spannungsabfall" gekommen wäre . Im gegenteil . Gäbe es diese Interpretation vom 9. Mai 2006 zu kaufen , ich würde dies sofort tun .
Beste Grüsse , Frank
Rachmaninov (21.05.2006, 16:25): Hallo,
alos ich finde die Aufnahme von N. Demidenko viel besser als sie bisher hier weg kommt.
Voller Energie und Spannung packt mich diese Aufnahme der Sonate bei jedem Hören erneut.
Grandios dieser vierte Satz, der mich immer wieder mit voller Konzentration hören läßt und für mich mit zu den schönsten gehört was Schumann je für das Klavier schrieb!
Ganong (22.05.2006, 15:30): Lieber Rachmaninov ,
auch wenn ich mich wiederhole : Diese Sonate lebt aus der Introduzione -Einleitung als Keimzelle des Werkes . Die spielen Sofronitzky , der frühe Gilels und Vanessa Wagner einzigartig . und Radu Lupu tat dies am 9. Mai 2006 liv in Düsseldorf trotz der katastrophalen äusseren Bedingungen auch .
Den "rest" meistert Demidenko , nicht nur im Schlussatz , wirklich gut . Und da ich ihn hier erwähnt habe : Besser als Volker Banfield .
Bei Demidenko überzeugt mich die f-Moll-Sonate intensiver .
Grüsse , Frank
ab (22.05.2006, 15:47): Lieber Frank,
danke für Deine Ausführungen dieser Sonate! Für mich persönlich bedeutet diese Sonate besonders viel, weil ich damit eine der ersten Aufnahmen des Solo-Klavier-Repertoirs überhaupt verbinde, mit der ich mich als Student (endlich) begonnen hatte, diesem – mittlerweile besonders geliebten – Repertoire zuzuwenden (obgleich ich ja selbst n.a. jahrelang Klavier gelernt habe). Zuvor habe ich – nach der pubertären Rock-Phase und dem Übergang über Jazz – zunächst hauptsächlich Zeitgenössisches und Streichquartette gehört.
Diese Sonate fiel mir in der Interpretation von Charles Rosen (diesem eher durch seine Bücher zum Klassischen Stil und der Romantik bekannten Musikwissenschaftler) in einer Bibliothek in die Hände: The Revolutionary Masterpieces Vol. II (Globe,1983), gemeinsam mit dem Carnaval. Noch heute spricht mich sein Ausdruck unmittelbar stark an, wenn sie auch nicht mehr meinen heutigen technischen Erwartungen entspricht – aber das spielt ja zum Glück nur eine untergeordnete Rolle, wenn es um ästhetischen Genuss geht. Seither hat mich diese Sonate nicht mehr losgelassen. Was mich bei Rosen so angesprochen hat, ist erstens seine innerlich glühende Leidenschaft gleich von Beginn weg, Leidenschaft, die rückwärtsgewandt ist – und zwar einheitlich über alle vier Sätze hinweg. Zweitens begeistert mich noch heute bei der Introduzione die Polyphonie der Linienführung, die ich noch nie getrennter gehört habe – gewöhnlich wird immer versucht, eine Linie deutlich herauszuarbeiten (selbst Gieseking und besonders Cherkassky). Drittens gefällt mir sein (wie ich es gerne nenne) „klassischer“ Zugang, tendenziell die Betonung auf den Beginn der einzelnen Phrasen zu legen und nicht weiterfließend oder gar -drängend auf ein imaginiertes Ende zu verlagern: Das verschafft innere Ruhe. „Tendenziell“ sage ich, weil ich, viertens, die sehr harmonischen Spannungsbögen des plötzlichen Vorwärts-Anziehens und wieder Entspannens schätze: Hier gestaltet er einzig durch Kraft und nicht durch romantischen Pathos. Damit ist, fünftens, ein rhythmisierter Zugang verbunden, wodurch er auch seine Beseeltheit entstehen lässt und – vor allem !!! – einen durchgängigen Zusammenhang über alle vier Sätze erreicht.
Als nächstes hörte ich Pollinis metallen schneidenden Charme, wenn schon nicht der Roten, so doch einer Armee, um einen Ausdruck aus diesem Forum zu übernehmen. Heute halte ich sie für doch einheitlicher als jene tastendonnerig breitklangliche Demidenkos, die ich damals als nächstes hörte, und die ich auf dem ersten Eindruck Pollini vorzog. Zu dieser Zeit gewann ich die Aufnahme Perahias, dessen Klangwärme mir damals noch unzugänglich war, die ich aber heute den anderen beiden Aufnahmen vorziehen würde.
Mit Glemser (der mir immer zu sehr gelobt wird) und Banfield sowie Kissin kann ich gar nichts anfangen, mit Zacharias wenigstens klanglich.
Shura Cherkassky Konzertmitschnitt von 1963 mag ich auch sehr, wundere mich nur, weshalb Du ihn so lobst, weil doch die Introduzione gerade nicht das enthält, von dem ich annehme, dass Du es „leidenschaftlich“ nennst.
Bei ungebremster, ungestümer Leidenschaft muss ich natürlich an Walter Gieseking von 1942 ((the piano library, vol. V.) denken, eine der besten Aufnahmen dieser Sonate überhaupt, die ich kenne. Manchmal hat man da ja den Eindruck, er geht über die Grenzen seiner Fähigkeit ungestüm hinaus. Eine auch nur annäherungsweise gleich abwechslungsreiche Einspielung habe ich noch nie gehört. Das ist Frühromantik pur. Was ich an Gieseking so schätze, ist, dass er, sobald er anzieht, nicht dramatischer, also ausdruckstärker im Sinne subjektiver Emotionen wird, sondern nur kraftvoller, energiegeladener wird.
Was Emil Gilels betrifft, so gefällt mir von den Moskauer Aufnahme die von 1957 (BrilliantClassics) wesentlich besser als die von 1948 (The Piano Masters), die mir etwas steril vorkomme (wie mir übrigens auch bei einem kurzen Reinhören der BBC-Legends Mitschnitt vorgekommen ist. Ist das jene CD mit den 7 so wenig inspiriert gespielten Scarlatti Sonaten?) Gilels und Schumann ist so eine zwiespältige Sache: Seine großen Bögen und seine Räumlichkeit, denen viele Impulse und Gestaltungsmöglichkeiten zum Opfer fallen müssen, gefallen mir eigentlich bei Schumanns spontanem Abwechslungsreichtum nur bei den langsamen Sätzen richtig, diese dafür in Ihrer Innigkeit besonders.
Gerne hörte ich einmal die Aufnahmen von Elisso Wirssaladze (Live Classics) oder von Catherine Collard (Warner), die ich beide noch nie in Händen bekomme habe. Leider kenne ich weder die von Vladimir Sofronitzky (ist das dieselbe wie bei vista vera?), Vanessa Wagner, Harold Bauer oder Lazar Berman. Es gibt noch viel zu hören...
ab (22.05.2006, 16:01): Lieber Frank,
leider habe ich Deinen Gedanken immer noch nicht erfasst. Verzeih daher bitte nochmals meine Frage:
Weshalb bist Du der Ansicht, dass Sofronitzky , Gilels oder Wagner "dieses innere Wesen der Sonate" erfasst hätten? Oder genauer: Was haben sie erfasst? Meinst Du solches wie: das Leidenschaftliche , das Emotionale, das geradezu Aufwühlende? Oder meinst Du etwas anderes?
Sehr interessant finde ich Deine Anmerkung, dass Schumann "immer im Gegensatz seiner eigenen Persönlichkeitsstruktur bei seinen Kompositionen gesehen werden" müsse. Demzufolge, scheint mir, müssten (in den nicht-lyrischen Passagen) glühend introvertiertere Interpretationen mehr das Wesen treffen als extrovertiert-vorwärtsträngende, oder?
Herzlicher
Ganong (22.05.2006, 16:12): Lieber ab ,
es handelt sich bei Gilels tatsächlich bei den BBC Legends um die Aufnahme mit den furchtbar "trockenen" Scarlatti-Sonaten . Die schwächste seiner Aufnahmen der Sonate .
Glemser wird sehr überschätzt , find e ich . Sein Schumann idt ohne jedes affektive Mitschwingen .
Perahia ist der vielleicht am schönsten spieldne Pianist der geegnwart . Sein ton ist von einer beseelten Wärme . Viel besser als Schiff ( sowohl Schumann als auch die Goldberg-variationen ) .
Cherkassky ist einfach ein Erlebnis ( hier ) , obwohl nicht wenige seiner Aufnahmen serh willkürlich sind ( Schumann opp. 13 und fast noch mehr der "Carnaval" ) . es ist aber phänomenal , wie er ganz junge Leute gegeisstern konnte , in Klasssikabende zu gehen ! dass dieser "alte Haudegen" immer in Hotelzimmern lebte , ist auch irgendwie verwirrend ! Früher 8 so vor 25 bis 30 Jahren ) mocht eich Shura Cherkassyk wegen einiger seiner bizarren "Einlagen" und zugaben nicht sehr . Un dmanches von Chopin war doch sehr oberflächlich . Aber wer seine Tschaikowskykonzerte kennt , der weiss , was er zu leisten im Stande war ( eine absolute Konkurrenz für Argerich udn Horowitz beim b-Moll-konzert ) !
Grüsse , Frank
Rachmaninov (22.05.2006, 16:57): Original von ab Leider kenne ich weder die von Vladimir Sofronitzky (ist das dieselbe wie bei vista vera?)
Auf der einen gelisteten VistaVera Aufnahme ist die Sonate nicht enthalten!
ab (22.05.2006, 17:10): Sorry, ich hatte fälschlich in Erinnerung, dass es eine ganze Serie bei vista vera mit Aufnahmen von ihm gäbe, habe dies aber mit der Maria Yudina-Serie verwechselt!
Ganong (23.05.2006, 20:18): Original von ab Lieber Frank,
leider habe ich Deinen Gedanken immer noch nicht erfasst. Verzeih daher bitte nochmals meine Frage:
Weshalb bist Du der Ansicht, dass Sofronitzky , Gilels oder Wagner "dieses innere Wesen der Sonate" erfasst hätten? Oder genauer: Was haben sie erfasst? Meinst Du solches wie: das Leidenschaftliche , das Emotionale, das geradezu Aufwühlende? Oder meinst Du etwas anderes?
Sehr interessant finde ich Deine Anmerkung, dass Schumann "immer im Gegensatz seiner eigenen Persönlichkeitsstruktur bei seinen Kompositionen gesehen werden" müsse. Demzufolge, scheint mir, müssten (in den nicht-lyrischen Passagen) glühend introvertiertere Interpretationen mehr das Wesen treffen als extrovertiert-vorwärtsträngende, oder?
Herzlicher vo r. Die
Lieber ab ,
in Deinem zweiten Absatz hast Du genau das beschrieben , wie ich persönlich Schumanns Sicht seiner eigenen Werke und seine oft innere Zerrissenheit seiner Kompositionen sehe . Diese Kompositionstechnik geht auf jeden Fall bis 1839 einschliesslich .
Die sog. Lieder-jahre oder die zeit des symphonischen Schaffens sind dann eine andeer Sache .
Für mich bleibt eines festzustellen : Bei Schumann lag bis 1839 / 1840 keine psychische Krankheit vor . Dieses hochromantische Erleben ud Nachleben ist für mich normalpsychologisch zu verstehen .
Beste Grüsse , Frank
Rachmaninov (23.05.2006, 21:28): @Frank,
eben habe ich mir, nach langer, sehr langer Zeit, nochmal die Perahia Aufnahem der Sonate angehört. Eine klar Meinung konnte ich mir ehrlich gesagt noch nicht bilden. Stellenweise überzeugend, stellenweise "vermisste" ich allerdings etwas.
Was macht für Dich die Klasse / der Reiz dieser Aufnahme aus?
Die Sofronitsky Aufnahme muss ich mir wohl noch beschaffen :D
Ganong (28.05.2006, 18:47): Lieber Rachmaninov ,
dass D U die Soforonitzky - Interpretation nicht hast , das ist kaum zu glauben .
Im "Notfall" kann ich dies ja "vervielfältigen" und Dir zusenden . Angeblich soll die alte "Melodiya-edition" neu aufgelegt wreden ( mit neuem Cover ) . Antwort erbeten an : Bekannt .
Lieber ab ,
ich habe die Schlüsselstelle zum Schumann - Verständnis gefunden . ich möchte der Antwort nicht vorgreifen , da sie von Wilhelm Kempff stammt . ich habe sie dem ausgezeichnetn Booklet zu Kempffs Aufnahmen bei BBC Legends ( Aufnahme mit der C-Dur-Fantasie , den superben "Papillons" und einer Brahms-Sonate ) entnommen . ich werd eauf diese CDs gesondert eingehen .
Aus diesem Boklet lassemn sich auch einiger der hier offensichtlich aufgetretenen Meinungsunterschiede zu u d über Alfred Brendel anhand eigenerAussagen von Brendel selbst einfach lösen .
Viele Grüsse , Frank
Rachmaninov (28.05.2006, 18:49): Original von Ganong Lieber Rachmaninov ,
dass D U die Soforonitzky - Interpretation nicht hast , das ist kaum zu glauben . Im "Notfall" kann ich dies ja "vervielfältigen" und Dir zusenden . Angeblich soll die alte "Melodiya-edition" neu aufgelegt wreden ( mit neuem Cover ) . Antwort erbeten an : Bekannt .
Ja, wirklich fast nicht zu glauben, aber ich werde sie mir bald beschaffen :D
Mozart: Fantasie KV 475 +Schubert: Impromptus D. 899 Nr. 3 & 4 +Schumann: Klaviersonate Nr. 1 +Chopin: Nocturnes Nr. 4 & 5; Scherzi Nr. 1 & 2 +Rachmaninoff: Moments music. op. 16 Nr. 2 & 5 +Scriabin: Klaviersonate Nr. 4;Poeme tragique op. 34; Valse op. 38;Etude op. 8, 11 +Prokofieff: 4 Tales of a Grandmother op. 31; Vision fugitiv op. 22, 7;Sarcasm op. 17, 3; Klavierstücke op. 12 Nr. 2, 3,6-9 Vladimir Sofronitsky, Klavier
Sie ist nämlich erneut aufgelegt und bei J P C erhältlich!
Ganong (28.05.2006, 19:06): Liebe Verehrer der Kunst Sofronitzkys ,
ursprünglich waren es 2 CDs in der Melodyia - reihe . Wer nie einen Zugang zu Scriabin , Schumanns - Sonaten - Welt oder einem Schubertschen Impromptu bekommen konnte , der wir d, ja m u s s ihn hierdurch finden .
Grosses Klavierspiel eine sso seltsam "gespaltenen" Mannes !
Viele Grüsse , Frank
TIP : S o f o r t kaufen ( gibt es auch bei "saturn" )
Cosima (28.05.2006, 19:44): Original von Rachmaninov Sie ist nämlich erneut aufgelegt und bei J P C erhältlich!
Zu seiner Interpretation der Schumann-Sonate habe ich noch gar nichts geschrieben, wie mir eben einfällt. Aber ich denke, es wurde bereits alles gesagt. Diese Doppel-CD ist ein Hammer!
Gruß, Cosima
ab (01.06.2006, 00:26): Original von Ganong ich habe die Schlüsselstelle zum Schumann - Verständnis gefunden . ich möchte der Antwort nicht vorgreifen , da sie von Wilhelm Kempff stammt .
Lieber Frank,
auf diese Ausführungen warte ich schon gespannt!
Ganong (02.06.2006, 19:21): Lieber ab ,
ich habe nichts vergessen .
ich mache Pfingsten durch bereitschaftsdienste und bin dann erst ab ca. 13. Juni 206 wieder in Düsseldorf .
Dann schreibe ich über die "Kinderszenen" und über Wilhelm Kempffs sensationelllen CDs bei BBC Legends . Darin ist Kempffs Sicht enthalten über Schumann ) . .
eben hörte ich nun erstmalig die Aufnahme mit V. Sofronitsky! Unglaublich, einfach eine andere Dimension des Schumannspiels.
Was dieser Mann am Klavier vollbrachte ist einfach exorbitant und atemberaubend.
Zelenka (08.06.2006, 20:18): Original von Rachmaninov @Frank, Schumannfreunde,
eben hörte ich nun erstmalig die Aufnahme mit V. Sofronitsky! Unglaublich, einfach eine andere Dimension des Schumannspiels.
Was dieser Mann am Klavier vollbrachte ist einfach exorbitant und atemberaubend.
In der Tat!!!!!
Gruß,
Zelenka
Ganong (16.09.2006, 15:40): Liebe Schumnann - Freund e,
ich habe heute vormittag bei SATURN eine bis lang unbekannte Einspielung des Werkes durch EMIL GILELS aus dem Jahr 1956 , live in Mailnd , gehört . Einfach überragdn .
Gekoppelt ist die Aufnahme mit dem b-Moll-Konzert vion Tschaikowsky ( ebefalls in Mailnd ; live ) .
Viele Grüsse ,
Frank
Ganong (22.09.2006, 16:50): Wegen einerRückfrage :
Diese Aufnahme ist erschienen bei "URANIA" , 2006 .
Sie ist laut Cover nie zuvor veröffentlicht worden .
Das Booklet besteht aus einem Blatt .
Grüsse ,
Frank
ab (27.09.2006, 16:39): Ich habe heute gehört, Grimaud hat diese Sonate damals bei DENON aufgenommen, ist also nun vermutlich in der BrilliantClassicsBox enthalten. Wie ist denn die? Wer kennt sie?
Ganong (28.09.2006, 15:43): Lieber "ab" ,
Hélène Grimaud gehört sicherlich zu den meistüberschätztesten Pianistinnen . Die sgilt vor allem für ihre "frühe" ( bei dem Alter ! ) Zeit . Schlecht , selbst nach ihren eigenen Aussagen , ist ihr später Brahms ( Referenz : Radu Lupu , Claudio Arrau , Julius Katchen ) . Gruss ,
Frank
Rachmaninov (05.01.2007, 16:22): Eben hörte ich Kissin mit der ersten Schumann Sonate op.11
Meine in der Erinnerung verbliebenen Eindrucke fand ich erneut bestätigt. Kissin spielt IMO nicht mit der nötoigen Ausdruckskraft, ja wirkt hie rund da für meinen Geschmack zu "sportlich", um nicht gehetzt zu schreiben.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6106944.jpg
Mein Schumann Verständnis ist dies jedenfalls nicht. Keine schlechte Aufnahme aber sicherlich nicht TOP IMO!
Jeremias (05.01.2007, 17:01): @ Admin: Den Eindruck habe ich auch immer. Kissin spielt IMO zu sauber, zu klar. Bei dieser Sonate darf man als Pianist auch ruhig mal ein wenig "rumsauen". Sehr gut gefallen mir die Aufnahmen von Perahia und Pollini. Dies sind - spontan - meine Referenzen. Auch von Sokolov war ich live etwas enttäuscht, der mir die sache zu stakr und kräftig angegangen ist
Rachmaninov (25.04.2008, 06:55): Heute morgen hörte ich die Aufnahme mit Banfield (CPO)
Muß sagen, ich schließe mich der vor einiger Zeit gemachten Aussage von "ab" an. MIt Banfield kann ich ebenfalls nichts anfangen. Er "bügelt" über so viele Stellen einfach nur hinweg wie ich meine. MIr ist das besonders an einigen meiner Lieblingsstellen bewußt geworden, wie z.B. im 4. Satz.
Begeistert mich gar nicht.
jünter (13.05.2009, 19:57): Ich bin bei meiner momentanen Suche nach einer empfehlenswerten Aufnahme auf die von Leif-Ove Andsnes von 1996 gestossen. Amade´ lobt sie auf seiner Webseite sehr, ebenso wie Andsnes´Aufnahme der Fantasie C-Dur Op. 17.
Beide gibts seit Januar sehr günstig auf dieser CD:
Wollte ich als Noch-nicht Kenner der Werke nur als Tip loswerden.
Grüße, jünter
nikolaus (13.05.2009, 23:00): Ich habe sie kürzlich erst wieder gehört und kann sie wirklich empfehlen!
Nikolaus :hello
ab (15.05.2009, 10:31): Danke für den Tipp!
Meine Lieblingsaufnahmen dieser Sonate sind bislang immer noch mit Rosen, Gieseking und Cherkassky die gleichen wie oben geblieben, obwohl ich inzwischen auch Kempffs Mono-DG-Aufnahme recht gerne höre.
Die Aufnahme von Shura Cherkassky (Live aus Luganon 5.12.1963), ist inzwischen auch in einer Great-Pianists-Wallet-Box von Documents greifbar, in der zehn der CDs aus dem Fundus des Labels Aura enthalten sind. (Hier gibts Hörschnipsel)
ab (07.10.2009, 09:48): Original von ab Diese Sonate fiel mir in der Interpretation von Charles Rosen (diesem eher durch seine Bücher zum Klassischen Stil und der Romantik bekannten Musikwissenschaftler) in einer Bibliothek in die Hände: The Revolutionary Masterpieces Vol. II (Globe,1983), gemeinsam mit dem Carnaval. Noch heute spricht mich sein Ausdruck unmittelbar stark an, wenn sie auch nicht mehr meinen heutigen technischen Erwartungen entspricht – aber das spielt ja zum Glück nur eine untergeordnete Rolle, wenn es um ästhetischen Genuss geht. Seither hat mich diese Sonate nicht mehr losgelassen. Was mich bei Rosen so angesprochen hat, ist erstens seine innerlich glühende Leidenschaft gleich von Beginn weg, Leidenschaft, die rückwärtsgewandt ist – und zwar einheitlich über alle vier Sätze hinweg. Zweitens begeistert mich noch heute bei der Introduzione die Polyphonie der Linienführung, die ich noch nie getrennter gehört habe – gewöhnlich wird immer versucht, eine Linie deutlich herauszuarbeiten (selbst Gieseking und besonders Cherkassky). Drittens gefällt mir sein (wie ich es gerne nenne) „klassischer“ Zugang, tendenziell die Betonung auf den Beginn der einzelnen Phrasen zu legen und nicht weiterfließend oder gar -drängend auf ein imaginiertes Ende zu verlagern: Das verschafft innere Ruhe. „Tendenziell“ sage ich, weil ich, viertens, die sehr harmonischen Spannungsbögen des plötzlichen Vorwärts-Anziehens und wieder Entspannens schätze: Hier gestaltet er einzig durch Kraft und nicht durch romantischen Pathos. Damit ist, fünftens, ein rhythmisierter Zugang verbunden, wodurch er auch seine Beseeltheit entstehen lässt und – vor allem !!! – einen durchgängigen Zusammenhang über alle vier Sätze erreicht.
Ich habe heute entdeckt, dass das Niederländische Label Globe wieder auferstanden (?) ist aber zumindest einen WEB-Auftritt pflegt. Ich habe gleich hingeschrieben, um eine Wiederveröffentlichung der Aufnahmen Rosens anzuregen.
:hello
Mario (09.08.2012, 20:09): Bin erst heute auf diesen Beitrag stossen, nachdem ich in France Musique Maurizio Pollini mit dieser Sonate gehört habe. Ich war gleich begeistert von der Intepretation wie als ich sie zum ersten mal ex der DG-LP gehört habe. Für mich nach wie vor eine Referenzinterpretation, wobei man sich über den Geschmack ja nicht einig sein muss. Die Sofronitzki-Aufnahme kenne ich leider nicht, schätze aber Sofronitzki überaus. Schumann und Schubert höre ich heute als unverbesserlicher Richter-Fan live am liebsten von Radu Lupu und Grigory Sokolov.
Amadé (09.08.2012, 20:25): Hallo Mario,
herzlich willkommen hier im Klassikforum, speziell im Unterforum "KLaviermusik". Pollinis Einspielung von op.11 war eine seiner frühen Platten bei der DGG, auch heute noch kündet sie von großer Eindringlichkeit der DArstellung. Man sollte daneben von den aktuellen CDs auch Andsnes "befragen" sowie Demidenko. Sehr lohnend auch die Einspielung des austro-kanadischen Pianisten Anton Kuerti, die jedoch nicht überall erhältlich sein könnte.