Maurice inaktiv (17.01.2020, 19:50):
Richard Wetz /1875 - 1935) wurde am 26.Februar 1875 in Gleiwitz in Oberschlesien geboren. Sein Vater kam aus Österreich und war Kaufmann von Beruf. Musik spielte in seiner Familie kaum eine Rolle, aber man besaß ein Klavier, was damals in den besseren Häusern Standard war. Richard zeigte aber an der Musik großes Interesse, so dass er mit acht Jahren endlich Unterricht erhielt. Er begann schon früh autodidaktisch kleine Stücke zu schreiben. Doch da seine schulischen Leistungen dadurch stark nachließen, wurde ihm dieser wieder gestrichen.
1897 , nachdem er dann doch sein Abitur geschafft hatte, ging er ans Leipziger Konservatorium. Er bekam Unterricht bei Carl Reinecke und Salomon Jadassohn. Doch nach sechs Wochen (!!) gab er das Ganze wieder auf, weil ihm die beiden Dozenten einfach zu veraltet erschienen. Er ging stattdessen zu Richard Hofmann und Alfred Apel, die ihm Privatunterricht gaben. Er studierte erst einmal an der Leipziger Universität Philisophie, Psychologie und Literaturwissenschaften. 1899 ging er nach München, hier studierte er bei Ludwig Thuille weiter (vor allem Kontrapunkt und Fuge).
1900 zog er bereits wieder weiter. Dieses Mal nach Stralsund. Hier bekam er eine Stelle als Kapellmeister, die ihn sein nun größter Fürsprecher, Felix Weingartner, beschafft hatte. Nach nur drei Monaten zog er bereits weiter nach Barmen, dann immer noch 1900 nach Leipzig. Dort hatte er keine Anstellung, aber er konnte die Werke von Bruckner und Liszt hören.
1906 kam er nach Erfurt. Dort wurde er Leiter des Musikvereins. Er sollte bis an sein Lebensende in Erfurt wohnen bleiben, ihm gefiel es offenbar dort. Von 1911 bis 1922 gab er Unterricht am Thüringer Landestheater, dirigierte häufig Chöre, mal mit, mal ohne Orchester. Dazu unterrichtete er ab 1916 auch in Weimar , wo er 1920 zum Professor ernannt wird. 1923 fand in Erfurt ein "Erfurter Musikfest" statt, dass ausschließlich seine Werke spielte. 1925 legte er die Leitung des Musikvereins Erfurt nieder, bleib aber Erfurt weiterhin verbunden.
Am 01.Mai 1933 wurde Wetz Mitglied der NSDAP. Er erhoffte sich wohl, dass er den Direktorenpostens in Weimar zu bekommen, aber das sollte nicht passieren. Er nahm auch keinen bedeutenden Posten an während dieser Zeit, so dass Wetz nicht als "echter Nazinalsozialist" angesehen werden konnte. 1934 wurde er zwar zum Musikbeauftragten der Stadt Erfurt ernannt, aber er erkrankte an Lungenkrebs im gleichen Jahr und verstarb schließlich am 16.Januar 1935 in Erfurt.
Wetz blieb Zeit seines Lebens der Spätromantik treu. Vor allem mit Anton Bruckners Sinfonien kann man seine Sinfonien ein wenig vergleiche, auch wenn der Umfang nicht so groß ist. Seine Erste geht rund 60 Minuten, die beiden weiteren Sinfonien haben in etwa die Länge einer Brahms - oder frühen Bruckner-Sinfonie. Einspielungen der Sinfonien liegen durch CPO vor. Auch sein Violinkonzert und Requiem hat man bei CPo eingespielt.
Quellen: Wikipedia und das Booklet von CPO für die Sinfonien.