Riesige Plattensammlung, Klassik (Schellacks und Vinyl)

KaterMerlin (01.09.2025, 18:30):
Hallo zusammen,

bin neu hier und gleich eine Frage, was ich tun kann:

Ich habe von meinem Vater eine riesige Plattensammlung geerbt, es sollten so um den Dreh 1200 Stück sein, genau weiß ich das nicht, es sind viele Alben dabei.
Teilw. historische Aufnahmen (Vorkrieg), aber auch LPs aus den 60er und 70er Jahren.

Ich selbst bin kein Fan von Klassik und möchte die Sammlung gerne loswerden, aber nicht zum Wertstoffhof bringen müssen...

Ich hab vor Jahren mal angefangen das zu katalogisieren, bei ca. 500 Stück ist mir die Lust und die Zeit ausgegangen... Aber Jetzt will ich mich wieder damit beschäftigen.
Da die ersten Katalogisierungen noch in der DOS-Zeit stattfanden, gibt es möglicherweide schon eine entsprechende Datenbank, wo man z.B. sich mit dem Titel durchhangeln kann, bis man die entsprechenden Daten hat, die dann z.B in eine EXCEL-Datei eingepflegt werden können.

Gerne kann ich hier auch schon mal vorab das anhängen, was ich bisher habe...

Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben wie weiter vorzugehen ist, wer sowas ggf ankauft.

Vielen Dank für eure Stellungnahmen,

Gruß
Wolfgang
Joe Dvorak (02.09.2025, 02:50):
Hallo Wolfgang,

ich habe vor 6 Jahren mit andrä - Musik Filme Games sehr gute Erfahrungen beim Verkauf meiner CD-Sammlung gemacht. Das war recht unkompliziert. Ich hatte nur eine Probeliste mit ca. 25 Beispielen geschickt (Massenware und Raritäten inbegriffen) und als mich die angebotenen Ankaufspreise überzeugten, die ganze Sammlung hingebracht und ihn das Katalogisieren übernehmen lassen - im Vertrauen darauf, dass der Endpreis schon fair sein würde.
Dem Wertstoffhof :S ist diese schnelle Lösung auf jeden Fall vorzuziehen.
KaterMerlin (02.09.2025, 15:27):
Danke für den Tipp. CDs sind einfacher zu katalogisieren, da gibt es Software, außerdem kann man die Titel direkt auslesen und in eine Excel-Datei kopieren.

Ich suche momentan nach einer Software, die direkt mit den entsprechenden Datenbanken kommuniziert (z.B. mit Discogs, da habe ich schon etliche Titel gefunden), über den Browser ist das Auslesen der Katalogdaten eher mühsam...
Vielleicht kennt jemand sowas...
Guenther (03.09.2025, 21:49):
Was genau soll diese Software denn tun?
Sfantu (03.09.2025, 22:49):
Hallo Wolfgang,

ich würde mich - um mein Gedanken-Fazit gleich voranzustellen - Joe's Vorschlag anschließen.

Eine kleine Einordnung von mir, die nicht altklug daher kommen soll. Da Du aber selbst schreibst, Du seist kein Klassik-Hörer, erlaube ich sie mir hier - komplett wertfrei:

Die Klassik-Hörerschaft macht nur eine kleine Nische unter den Musik-Begeisterten aus. Und darunter schwindet der Anteil derjenigen, die Musik überhaupt noch via physisches Medium hören (und dann auch noch Schallplatten), zu einem schmalen Segment von Enthusiasten/Nerds/Exzentrikern und ähnlichen Diagnose-Behafteten. Ich bin einer von ihnen.

Die Erfolgschancen, nennenswerte Preise für die jeweiligen Scheiben zu erzielen, schwinden daher auf ein sehr bescheidenes Niveau.
Da ich regelmäßig in Plattenläden abhänge (auch und vor allem in solchen, die schwerpunktmäßig Klassik im Angebot führen), bin ich immer wieder Ohrenzeuge von Gesprächen zwischen Leuten, die Sammlungen verstorbener Angehöriger zu Geld machen möchten und Händlern. Die Antworten gehen praktisch immer in etwa diese Richtung:

- Kein Standard-Repertoire
- Keine Best-Of-Geschichten
- Kein "Karajan-Express"
- Keine Weihnachts-Platten
- Mindestens "Very Good" entsprechend der MINT-Klassifikation (betrifft Platte und Cover)

Oft werden symbolische oder Good-will-Paketpreise geboten. Ein Einkaufspreis pro Platte von über 1,- Euro wird dabei nur selten erreicht.
Das separate Einstellen bei bspw. Discogs lohnt sich allein dann, wenn es sich um gesuchte Raritäten handelt (und auch dann nur mit einer möglichst guten MINT-Einstufung).

"Andrä" geschäftet allerdings nur in NRW. Bei der erwähnten Größe der Sammlung könnte sich aber auch eine etwas weitere Anreise (wie die von Joe damals) dennoch lohnen.

Ich selbst versinke in meiner eigenen Sammlung - je nach Sichtweise könnte man auch sagen: ich bewohne meine Sammlung. Dennoch bin ich krank genug, die ein oder andere Scheibe in Betracht zu ziehen, falls sie spannend genug ist. Aus den genannten Platzgründen gab ich vor etwa zwei Jahren gut 1000 LPs an das "Antiquariat im Seefeld" in Zürich ab: für mich jede Menge Schlepperei, Spritkosten, 90min hin, 90min zurück. Dafür gab's 300,- Franken. Und am Ende das von Dir beschriebene Gefühl: "Besser als zum Wertstoffhof".

Du schreibst, es seien auch DDR-Pressungen dabei?
"VEB Deutsche Schallplatten", "Eterna", "Nova"? Wenn darunter Musik von DDR-Komponisten ist (Paul Dessau, Hanns Eisler, Ernst Hermann Meyer, Georg Katzer, Kurt Schwaen, Günter Kochan, Gerd Domhard, Ruth Zechlin usw.) habe ich definitiv Interesse.

So oder so - viel Glück!
Philidor (04.09.2025, 08:06):
und ähnlichen Diagnose-Behafteten
Danke! <3