ich vermisse R-K´s Sheherazade in diesem Forum ? Welche Aufnahmen habt ihr ? Welche werden von Euch favorisiert ?
:engel In die Märchenwelt aus 1001Nacht einzutauchen ist schon eine sehr gute Idee für eine Komposition, die von Rimsky-Korsakoff mit einem orchestralen Meisterwerk umgesetzt wurde.
So gibt es von der Sheherazade eine unmenge an Aufnahmen. Im Laufe der Jahre haben sich auch bei mir eine Menge Interpretationsvergleiche angesammelt, die alle gut sind und ihre eigenen Qualitäten haben: Ormandy / Phiadelphia Orchestra auf CBS-LP (AAD), Karajan / Berliner PH (DG, ADD), Maazel / Berliner PH (DG, DDD), Reiner / Chicago SO (RCA) doch meine erste Aufnahme, die ich schon auf LP hatte (wie so oft) gefällt mir noch am Besten: :) Ansermet / Orchestre de la Suisse Romande auf DECCA von 1960. http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4788090.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8709596.jpg Decca, 1960, ADD Die TOP-Aufnahme gibt es jetzt in diesen beiden Versionen (ist aber die gleiche Aufnahme von 1960); ich besitze noch die Decca-Hochpreisversion als Einzel-CD mit den Polowetzer Tänzen gekoppelt, die ich nur bei Ansermet so vollendet gehört habe.
An Ansermet habe ich nur einen Kritikpunkt zu verlieren: Im letzten Satz, wenn das Schiff am Felsen zerschellt, fehlt mir etwas "schmackes". Der Felsen ist einfach für das Schiff etwas zu weich geraten. Ansermet erzählt hier nur, während Karajan und Reiner dieses Ereignis spüren lassen. Das Swetlanow, den ich durch Empfehlungen als nächste im Auge habe, diese Stelle richtiger ausbaden, könnte ich mir gut vorstellen. :hello Wer setzt diese Stelle am Besten um ?
:) Reiner´s Interpretation der Sheherazade ist durchweg brillant und dem Werk angemessen; das CSO spielt gewohnt präzise. Das die Aufnahme von 1959 sein soll ist fast nicht zu glauben, denn das Rauschen ist geringer als bei macher Analogaufnahme aus den 70er-Jahren. Derzeit ist die Aufnahme nur als relativ teure SACD zu erhalten. Die CD ist so einwandfrei, das eine SACD unnötig wäre, da diese dann auch nur 2kanalig (nicht multikanalfähig) ist. Der zweite Satz, in dem Sheherazade dem Erzähler zuhört ist sehr schon auszelebriert und ungewohnt langsamer als in anderen Aufnahmen. Dafür dreht Reiner im letzten Satz, wenn das Schiff zerschellt wieder mehr auf. http://images-eu.amazon.com/images/P/B000003FWQ.03.LZZZZZZZ RCA, 1959, ADD - als CD und SACD zu haben. Der Kauf hat sich auch wegen dem zweiten Werk auf der CD gelohnt: Strawinsky: Gesang der Nachtigall ist eine angenehme Bereicherung, denn es fehlte noch in meiner CD-Sammlung und ist aufnahmetechnisch ebenfalls so gut geraten, dass das Aufnahmedatum 1956 fast unglaublich ist - das Rauschen stört gar nicht.
:) Karajan´s Interpretation(DG) gefällt mir auch sehr gut. Da gibt es nichts zu meckern - es wird alles geboten was die Aufnahme und das Werk braucht. Packenden Zugriff und gespannte Atmosphäre; präzises Spiel der Berliner PH. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51XKQ32GG7L._AA240_.jpg DG, ADD
:) Maazel´s Interpretation (DG) - Klanglich TOP, aber das ist der einzige Vorteil, an Karajan und erst Recht Ansermet und Reiner kommt er nicht heran. Er wirkt zu zaghaft und hat nicht die Klasse der Vorgenannten. Ich war zunächst durch die gute Klangtechjnik der Aufnahme von dieser sehr angetan, aber bei näherer Betrachtung kam sie an den anderen nicht vorbei. http://www.jpc.de/image/middle/front/0/5199991.jpg DG, DDD
:beer Nun bin ich als weitere Aufnahme durch Empfehlungen auf Swetlanow (Melodiya) neugierig geworden. Als Swetlanow-Fan werde ich da wohl unbedingt zugreifen und mir diese auch noch zulegen. Ich habe ander R-K-Werke mit Swetlanow, so die Sinfonien Nr.1-3 - besser geht es nicht ! http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2463461.jpg Melodiya, 60er, ADD
:hello Ich werde berichten.
satie (20.01.2008, 14:05): Lieber teleton, tatsächlich eine gute Idee, auch dieses Werk einmal zu besprechen. Zur Interpretation muss bedacht werden, dass Korsakow die ursprünglichen programmatischen Bezeichnungen später wieder entfernte, die Musik also wieder etwas von ihrem Programmmusik-Charakter lösen wollte. Mich interessiert das Stück, das ich schon ewig nicht mehr angehört habe (ich werde es gleich nachholen!), weil ich gerade die Geschichten aus Tausendundeine Nacht gelesen habe, in einer neuen Übersetzung nach der ältesten erhaltenen Quelle: http://www.tausendundeine-nacht.com/pics/user/203_1001nacht_seite.jpg Dabei ist besonders interessant, dass die wohl bekanntesten Geschichten, jene von Sindbad und die von Ali Baba und den 40 Räubern gar nicht in der Quelle enthalten sind, sondern damals für eine französische Ausgabe hinzugefügt wurden (es sind aber trotzdem alte arabische Märchen). Doch zurück zum Stück: Was an Korsakow fasziniert, ist seine Fähigkeit bei der Orchestrierung. Er hatte ein Farbengefühl ohne Gleichen (dieses gab er später seinem Schüler Strawinsky mit auf den Weg). Er hat auch eine Instrumentationslehre geschrieben, mit 27 wurde er Professor für Orchestration und Komposition in Petersburg, nachdem er zunächst eine Laufbahn bei der Marine eingeschlagen hatte (oft wird es so dargestellt, als sei Korsakow nur Hobby-Komponist gewesen, was so aber nicht ganz stimmt). Er war von großem Einfluss vor allem für das so genannte "mächtige Häuflein" (auch Gruppe der Fünf), einer Gruppe von Komponisten, die bewusst einen nationalrussischen Stil prägen wollten (Balakirew, Borodin, Cui, Mussorgsky und eben Korsakow). Einige von ihnen hatten tatsächlich eine Doppellaufbahn eingeschlagen (Borodin etwa war mindestens so sehr Naturwissenschaftler wie Komponist, Mussorgsky war beim Militär), sie stellten sich gerne geradezu als Dilettanten dar, um sich gegen den Akademismus abzugrenzen (Balakirew war wohl der einzige, den man als richtigen Berufsmusiker bezeichnen könnte).
Doch zu Sheherazade: Die einzelnen Sätze: * I. Das Meer und Sinbads Schiff (Largo e maestoso — Allegro non troppo) * II. Die Geschichte vom Prinzen Kalender (Lento — Andantino — Allegro molto — Con moto) * III. Der junge Prinz und die junge Prinzessin(Andantino quasi allegretto — Pochissimo più mosso — Come prima — Pochissimo più animato) * IV. Feier in Bagdad. Das Meer. Das Schiff zerschellt an einer Klippe unter einem bronzenen Reiter. (Allegro molto — Vivo — Allegro non troppo maestoso)
Die Eröffnungsthemen, gefunden bei Wikipedia: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9d/RimskyScheherezadeThemes.png/500px-RimskyScheherezadeThemes.png Das erste Thema stellt den Sultan dar, der von Sheherazade immer wieder neue Geschichten erzählt bekommt, damit sie am Leben bleibt (der Hintergrund ist eine Betrugsgeschichte: während der Abwesenheit des Sultans wurden wüste Orgien gefeiert mit den Sklaven, als Rache wollte der Sultan im Grunde alle Frauen töten). Das zweite Thema ist Sheherazades Thema (übrigens: in den Geschichten ist eigentlich immer auch noch Sheherazades Schwester dabei, die ebenfalls hilft, den Sultan zu umgarnen. Die Geschichten sind tatsächlich so spannend - wäre ich der Sultan gewesen, ich hätte auch immer mehr hören wollen).
Der erste Satz lebt praktisch nur von diesen beiden Themen und ihrer motivischen Weiterspinnung (das Sultan-Thema wird gleichsam zum Meeresthema, Sheherazades Thema wird mitunter zum tänzelnden Wellenmotiv etc.). Interpretatorisch ist er nicht einfach, weil das Tempo nicht zu schnell sein darf (es muss noch die Schwere des voll beladenen Schiffs im tiefen Meer erhalten bleiben), jedoch ist es auch sofort vorbei, wenn es auch nur etwas zu langsam genommen wird.
Der zweite Satz beginnt wieder mit Sheherazades Thema (Violine und Harfe), so wie die Geschichten auch immer mit der selben Eingangs- und Schlussfloskel beginnen im Buch. Gleich darauf ein neues Thema mit prägnantem Rhythmus (Fagott solo, dann Oboe, dann Streicher, Holzbläsergruppe). Es folgt wieder eine kurze motivische Verarbeitung (Sultanthema als Pizzicati dazu), dann plötzlich eine neue, ruppige Abwandlung des Sultanthemas (Signalartig, Blech), auch Sheherazades Thema wird ungeformt (Klarinette mit Streicherpizzicati). Danach lebt der Satz von der motivischen Verarbeitung der Themen.
Einen Kontrast bietet der lyrische dritte Satz mit seiner typischen Harmonik (russisches Kolorit und Märchenthema, Streicher). Dies ist sicher der blunigste Satz mit seinen Klarinetten- und Flötengirlanden und üppigen Klangfarben, teilweise nahe an Tschaikowsky. Kontrastierend der Tanzartige Mittelteil mit Klarinette, Flöte und kleiner Trommel, Triangel, dann wieder gebrochen von den Streichern, die immer lyrisch bleiben, so einen Dialog mit den Holzbläsern entwickeln. Korsakow fasste seine Harmonik damals garantiert als orientalisierend auf, heute kann man das nur noch mit viel Fantasie nachvollziehen... Trotzdem: schöne Märchenmusik im besten Sinne. In diesen Satz mischen sich nur recht versteckt die Eingansthemen, bis dann wieder Sheherazades Thema (Violine, Harfe) auftaucht und zur Solokadenz ausgeweitet wird, dann kontrastiert von den Themen dieses Satzes. Ein Tutti, welches auch von Puccini stammen könnte, schließt sich an, gefolgt von einem instrumentalen Farbenspiel (Harfenglissandi, solo Horn u.a.). Endlcih übernehmen die Streicher das Thema der Holzbläser und transformieren es lyrisch, dann wieder abgelöst von den tänzelnden Holzbläsern, die einfach den Satz ausblenden.
Der letzte Satz beginnt wieder mit den Eingangsthemen (zyklischer Charakter). Wieder eine Violinkadenz, diesmal mit Doppelgriffen. Das deutlich energischere Sultansthema wird nun rhythmisiert, gebrochen wieder von der Geigenkadenz und einem grollenden Kontrabasston. Na ja, es geht ja auch ums Leben der Erzählerin... Die Flöten exponieren eine neues rhthmisch prägnantes Thema, welches von den Streichern aufgenommen wird, dann in den Blechbläsern ein pulsierendes Beben, dann das triumphale Thema des Satzes im Tutti. Das Tanzthema aus dem dritten Satz kommt kontrastierend dazu, die Themen lösen sich jetzt schnell ab, Fetzen von Themen im "Streitgespräch". Das Sultansthema hat nun Fanfarenfunktion, treibt die Musik vorwärts, jetzt pulsiert die Musik immer , treibt nach vorn, dann das große Crescendo, noch einmal das Sultansthema in voller Pracht (das Schiff?), das Schiff versinkt (man hört weniger das Zerschellen als das Versinken). Dann: Sheherazades Thema, es bleibt auf einem hohen Violinton stehen, während das Sultansthema tief erklingt. Das Stück endet mit den selben Holzbläserakkorden, mit denen es im ersten Satz begonnen hatte, die Violine (Sheherazade) steigt weit nach oben, das Stück ist zu Ende.
So weit das, was ich hörend dabei analysieren kann, sicher habe ich vieles nicht gehört. Leider weiß ich nicht, was für eine Aufnahme ich hier habe (es steht nicht drauf, wer spielt, aus einer gemischten Box... Ich muss unbedingt einige vergleichen. Ich bin mal gespannt, welche Tips noch kommen!
Herzlich, S A T I E
satie (20.01.2008, 15:16): Beim Probehören hat mir bisher diese CD am besten gefallen:
Anima Eterna Orchestra, Jos van Immerseel Label: ZigZag , DDD, 2004
die Scheherazade ist schon einen Thread wert, deshalb danke, teleton! Du schreibst, dass Dir Deine erste Aufnahme immer noch am besten gefällt, das ist oft so, diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht, manchmal jedoch revidieren müssen. Meine erste war Fricsay noch als LP, dann kam gerade die von Rostopovitch mit dem Orchestre de Paris heraus, die mir klanglich viel besser gefiel, im CD-Zeitalter erwarb ich noch Ansermet, Reiner, Monteux, Beecham, Karajan, Markevitch..... dazu. Voriges Jahr entdeckte ich dann noch die von Satie empfohlene Aufnahme mit Immerssel, die gefällt ebenfalls mir sehr gut.
@ Satie Danke für die informative Einführung
Grüße Amadé
HenningKolf (20.01.2008, 22:43): Auch von meiner Seite Dank an Teleton und Satie. Was das Werk betrifft habe ich durchaus Nachholbedarf. Ich nenne, wenn ich es richtig überblicke, nur eine Interpretation mein Eigen. Es handelt sich um die Ormandyaufnahme auf einer japanischen CD. Während die ebenfalls auf der CD befindlichen "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky ohne weiteres den Interpretationsolymp erklimmen, gelingt dass der Scheherazade-Aufnahme nicht. Ein wenig brav und nicht sehr spannungsvoll kommt mir die Einspielung vor.
Vollkommen begeistert war ich von einer Celibidache-Aufnahme, die ich während eines Münchenaufenthalts im Autoradio gehört habe, leider nicht ganz, sondern etwa zu zwei Dritteln. Ich fand das derartig eindrucksvoll, dass ich einen Parkplatz angefahren habe, um die Aufnahme in Ruhe zu Ende zu hören. Sicherlich recht langsam teilweise, aber gleichwohl unglaublich spannungsgeladen, besonders der letzte Satz grandios. Leider weiß ich nicht ob es diese Aufnahme
war oder möglicherweise eine nicht auf Tonträger erhältliche aus den Rundfunkarchiven. Aber da ich beim Verlinken des Covers gesehen habe, dass ein normaler Preis zu zahlen wäre und kein Celibidache-EMI-Spezialpreis wie so oft, werde ich es wohl demnächst herausfinden.
Gruß Henning
Wotan (22.01.2008, 14:36): Zwei Aufnahmen wurden hier noch nicht genannt, die aber meiner Meinung nach wirklich hervorragend sind: Zum einen Valery Gergiev mit seinem Kirov Orchestra und einer unglaublich intensiven und feurigen Interpetation: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51B2PPGC4BL._AA240_.jpg
Und zum anderen noch Kirill Kondrashin mit einem exzellenten Concertgebouw Orchestra in einer nicht minder spannenden Interpretation (plus einer tollen 2. Sinfonie von Borodin) http://pixhost.eu/avaxhome/avaxhome/2007-10-17/Scan_no_01.jpg
MfG Wotan
teleton (23.01.2008, 11:41): Hallo Wotan,
wenn mir die Konraschin-Aufnahme (Philips) mal in die Hände fällt werde ich auch zugreifen, diese soll wirklich zu den "drei" Besten gehören.
Aber von der SACD mit Gergiev habe ich an anderer Stelle dieses gelesen:
Lieber teleton, bitte keine Zitate aus anderen Forun. Danke
ich habe die Swetlanow-Sheherazade gestern erhalten. Das diese absolut charaktervoll ist kann man wohl sagen.
Hätte ich Swetlanow zuerst gehört, hatte wohl nie eine andere Aufnahme geschafft diese in meiner Gunst zu überflügeln. So geht es mir als Swetlanow-Fan mit sehr vielen seiner Interepretationen.
Swetlanows Sheheradade ist 1969 aufgenommen - eine hustenfreie Studioaufnahme. Doch hier warteten einige Überraschungen: Das Klangbild wurde 2006 neu remastert und führt zu einem sehr trockenen und durchsichigen, fast analytischen Klangbild, das sämtliche orchestralen Schwächen offenlegt. Den sonst gewohnten russischen Orchesterklang mit größerem Hallanteil wird man hier nicht vorfinden. Das Orchester wirkt kleiner, gegenüber den anderen Aufnahmen. Selbstverständlich malt Swetlanow ein wunderbar russisches Klangbild und läßt es an packenden Zugriff nicht fehlen. Seine Interpretation unterscheidet sich aber von den anderen doch sehr. Vieles klingt daher für meine heutigen Ohren bei Swetlanow fremd. :cool Ich möchte aber darauf hinweisen, dass bei mir der Zug abgefahren ist und ich von Ansermet, Karajan und Reiner einfach schon zu sehr geprägt bin.
Ich vermisse bei Swetlanow das opulente Klangbild, wie ich es bei Ansermet (Decca1960) höre, der trotzdem absolut packend interpretiert (die tiefen Bässe wie bei Ansermet fehlen ganz), sowie das orchestral Perfekte, dass die Karajan - Aufnahme (DG1967) ausmacht. Reiner´s Aufnahme (RCA1960) stellt für meinen Begriff die goldene Mitte dar, und hat die Perfektion und Opulenz von Ansermet und Karajan.
Sehr gut war bei Swetlanow im 4.Satz das zerschellen des Schiffes am Felsen, wie überhaupt der 4.Satz mit Swetlanow mit den rasenden Figuren in den Streichern absolut präzise und beeindruckend klangen (wenn auch fremd für meine Ohren im Vergleich). Die Musiker spieln um ihr Leben.
Eine tolle CD, die auch Werke zu bieten hat, die mir noch fehlten
und die ich zum ersten mal höre - jetzt zum Glück mit Swetlanow: SADKO-Sinf.Dichtung Fantasy über serbische Themen At the Tomb-Prelude für Orchester.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2463461.jpg USSR SO, Swetlanow (Komisch, heute steht auf den CD´s immer USSR SO, früher bei Eurodisc stand genau um welches Orchester es sich handelt - z.Bsp.Staatliches SO der UDSSR Moskau oder Orchster des Bolshoi Theaters Moskau ...) Melodiya, Aufnahme 1969, remastert 2006, ADD
Amadé (26.01.2008, 15:33): Hallo teleton,
die von Dir genannte Melodya-Aufnahme kenne ich nicht, dafür aber eine mit London Symphony Orchestra aus dem Jahr 1978. http://ecx.images-amazon.com/images/I/41J4J460PDL._AA240_.jpg Sie scheint gestrichen zu sein, aber bei Amazon markrtplace noch im Handel. Mir gefällt die Aufnahme sehr gut, zusätzlich sind noch auf der DCD: Glasunov: Die Jahreszeiten op.67, 2 Konzert-Walzer (alles mit Svetlanov)und von Anton Arensky Variationen über eine Thema von Tschaikowsky, dirigiert von J. Barbirolli. Die EMI-Aufnahme wurde vermutlich zeitgleich mit einem Londoner Konzert eingespielt, das bei BBCL veröffentlicht wurde: http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0684911412123.jpg Diese CD besitze ich jedoch nicht. Ich habe Svetlanov mit dem Staatl. Sinf.Orchster der UdSSR einmal live erlebt, 1970, u.a. Beethoven 7.
ich vermisse R-K´s Sheherazade in diesem Forum ? Welche Aufnahmen habt ihr ? Welche werden von Euch favorisiert ?
:engel In die Märchenwelt aus 1001Nacht einzutauchen ist schon eine sehr gute Idee für eine Komposition, die von Rimsky-Korsakoff mit einem orchestralen Meisterwerk umgesetzt wurde.
So gibt es von der Sheherazade eine unmenge an Aufnahmen. Im Laufe der Jahre haben sich auch bei mir eine Menge Interpretationsvergleiche angesammelt, die alle gut sind und ihre eigenen Qualitäten haben: Ormandy / Phiadelphia Orchestra auf CBS-LP (AAD), Karajan / Berliner PH (DG, ADD), Maazel / Berliner PH (DG, DDD), Reiner / Chicago SO (RCA) doch meine erste Aufnahme, die ich schon auf LP hatte (wie so oft) gefällt mir noch am Besten: :) Ansermet / Orchestre de la Suisse Romande auf DECCA von 1960. http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4788090.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/8709596.jpg Decca, 1960, ADD Die TOP-Aufnahme gibt es jetzt in diesen beiden Versionen (ist aber die gleiche Aufnahme von 1960); ich besitze noch die Decca-Hochpreisversion als Einzel-CD mit den Polowetzer Tänzen gekoppelt, die ich nur bei Ansermet so vollendet gehört habe.
An Ansermet habe ich nur einen Kritikpunkt zu verlieren: Im letzten Satz, wenn das Schiff am Felsen zerschellt, fehlt mir etwas "schmackes". Der Felsen ist einfach für das Schiff etwas zu weich geraten. Ansermet erzählt hier nur, während Karajan und Reiner dieses Ereignis spüren lassen. Das Swetlanow, den ich durch Empfehlungen als nächste im Auge habe, diese Stelle richtiger ausbaden, könnte ich mir gut vorstellen. :hello Wer setzt diese Stelle am Besten um ?
:) Reiner´s Interpretation der Sheherazade ist durchweg brillant und dem Werk angemessen; das CSO spielt gewohnt präzise. Das die Aufnahme von 1959 sein soll ist fast nicht zu glauben, denn das Rauschen ist geringer als bei macher Analogaufnahme aus den 70er-Jahren. Derzeit ist die Aufnahme nur als relativ teure SACD zu erhalten. Die CD ist so einwandfrei, das eine SACD unnötig wäre, da diese dann auch nur 2kanalig (nicht multikanalfähig) ist. Der zweite Satz, in dem Sheherazade dem Erzähler zuhört ist sehr schon auszelebriert und ungewohnt langsamer als in anderen Aufnahmen. Dafür dreht Reiner im letzten Satz, wenn das Schiff zerschellt wieder mehr auf. http://images-eu.amazon.com/images/P/B000003FWQ.03.LZZZZZZZ RCA, 1959, ADD - als CD und SACD zu haben. Der Kauf hat sich auch wegen dem zweiten Werk auf der CD gelohnt: Strawinsky: Gesang der Nachtigall ist eine angenehme Bereicherung, denn es fehlte noch in meiner CD-Sammlung und ist aufnahmetechnisch ebenfalls so gut geraten, dass das Aufnahmedatum 1956 fast unglaublich ist - das Rauschen stört gar nicht.
:) Karajan´s Interpretation(DG) gefällt mir auch sehr gut. Da gibt es nichts zu meckern - es wird alles geboten was die Aufnahme und das Werk braucht. Packenden Zugriff und gespannte Atmosphäre; präzises Spiel der Berliner PH. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51XKQ32GG7L._AA240_.jpg DG, ADD
:) Maazel´s Interpretation (DG) - Klanglich TOP, aber das ist der einzige Vorteil, an Karajan und erst Recht Ansermet und Reiner kommt er nicht heran. Er wirkt zu zaghaft und hat nicht die Klasse der Vorgenannten. Ich war zunächst durch die gute Klangtechjnik der Aufnahme von dieser sehr angetan, aber bei näherer Betrachtung kam sie an den anderen nicht vorbei. http://www.jpc.de/image/middle/front/0/5199991.jpg DG, DDD
:beer Nun bin ich als weitere Aufnahme durch Empfehlungen auf Swetlanow (Melodiya) neugierig geworden. Als Swetlanow-Fan werde ich da wohl unbedingt zugreifen und mir diese auch noch zulegen. Ich habe ander R-K-Werke mit Swetlanow, so die Sinfonien Nr.1-3 - besser geht es nicht ! http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2463461.jpg Melodiya, 60er, ADD
:hello Ich werde berichten.
satie (20.01.2008, 14:05): Lieber teleton, tatsächlich eine gute Idee, auch dieses Werk einmal zu besprechen. Zur Interpretation muss bedacht werden, dass Korsakow die ursprünglichen programmatischen Bezeichnungen später wieder entfernte, die Musik also wieder etwas von ihrem Programmmusik-Charakter lösen wollte. Mich interessiert das Stück, das ich schon ewig nicht mehr angehört habe (ich werde es gleich nachholen!), weil ich gerade die Geschichten aus Tausendundeine Nacht gelesen habe, in einer neuen Übersetzung nach der ältesten erhaltenen Quelle: http://www.tausendundeine-nacht.com/pics/user/203_1001nacht_seite.jpg Dabei ist besonders interessant, dass die wohl bekanntesten Geschichten, jene von Sindbad und die von Ali Baba und den 40 Räubern gar nicht in der Quelle enthalten sind, sondern damals für eine französische Ausgabe hinzugefügt wurden (es sind aber trotzdem alte arabische Märchen). Doch zurück zum Stück: Was an Korsakow fasziniert, ist seine Fähigkeit bei der Orchestrierung. Er hatte ein Farbengefühl ohne Gleichen (dieses gab er später seinem Schüler Strawinsky mit auf den Weg). Er hat auch eine Instrumentationslehre geschrieben, mit 27 wurde er Professor für Orchestration und Komposition in Petersburg, nachdem er zunächst eine Laufbahn bei der Marine eingeschlagen hatte (oft wird es so dargestellt, als sei Korsakow nur Hobby-Komponist gewesen, was so aber nicht ganz stimmt). Er war von großem Einfluss vor allem für das so genannte "mächtige Häuflein" (auch Gruppe der Fünf), einer Gruppe von Komponisten, die bewusst einen nationalrussischen Stil prägen wollten (Balakirew, Borodin, Cui, Mussorgsky und eben Korsakow). Einige von ihnen hatten tatsächlich eine Doppellaufbahn eingeschlagen (Borodin etwa war mindestens so sehr Naturwissenschaftler wie Komponist, Mussorgsky war beim Militär), sie stellten sich gerne geradezu als Dilettanten dar, um sich gegen den Akademismus abzugrenzen (Balakirew war wohl der einzige, den man als richtigen Berufsmusiker bezeichnen könnte).
Doch zu Sheherazade: Die einzelnen Sätze: * I. Das Meer und Sinbads Schiff (Largo e maestoso — Allegro non troppo) * II. Die Geschichte vom Prinzen Kalender (Lento — Andantino — Allegro molto — Con moto) * III. Der junge Prinz und die junge Prinzessin(Andantino quasi allegretto — Pochissimo più mosso — Come prima — Pochissimo più animato) * IV. Feier in Bagdad. Das Meer. Das Schiff zerschellt an einer Klippe unter einem bronzenen Reiter. (Allegro molto — Vivo — Allegro non troppo maestoso)
Die Eröffnungsthemen, gefunden bei Wikipedia: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9d/RimskyScheherezadeThemes.png/500px-RimskyScheherezadeThemes.png Das erste Thema stellt den Sultan dar, der von Sheherazade immer wieder neue Geschichten erzählt bekommt, damit sie am Leben bleibt (der Hintergrund ist eine Betrugsgeschichte: während der Abwesenheit des Sultans wurden wüste Orgien gefeiert mit den Sklaven, als Rache wollte der Sultan im Grunde alle Frauen töten). Das zweite Thema ist Sheherazades Thema (übrigens: in den Geschichten ist eigentlich immer auch noch Sheherazades Schwester dabei, die ebenfalls hilft, den Sultan zu umgarnen. Die Geschichten sind tatsächlich so spannend - wäre ich der Sultan gewesen, ich hätte auch immer mehr hören wollen).
Der erste Satz lebt praktisch nur von diesen beiden Themen und ihrer motivischen Weiterspinnung (das Sultan-Thema wird gleichsam zum Meeresthema, Sheherazades Thema wird mitunter zum tänzelnden Wellenmotiv etc.). Interpretatorisch ist er nicht einfach, weil das Tempo nicht zu schnell sein darf (es muss noch die Schwere des voll beladenen Schiffs im tiefen Meer erhalten bleiben), jedoch ist es auch sofort vorbei, wenn es auch nur etwas zu langsam genommen wird.
Der zweite Satz beginnt wieder mit Sheherazades Thema (Violine und Harfe), so wie die Geschichten auch immer mit der selben Eingangs- und Schlussfloskel beginnen im Buch. Gleich darauf ein neues Thema mit prägnantem Rhythmus (Fagott solo, dann Oboe, dann Streicher, Holzbläsergruppe). Es folgt wieder eine kurze motivische Verarbeitung (Sultanthema als Pizzicati dazu), dann plötzlich eine neue, ruppige Abwandlung des Sultanthemas (Signalartig, Blech), auch Sheherazades Thema wird ungeformt (Klarinette mit Streicherpizzicati). Danach lebt der Satz von der motivischen Verarbeitung der Themen.
Einen Kontrast bietet der lyrische dritte Satz mit seiner typischen Harmonik (russisches Kolorit und Märchenthema, Streicher). Dies ist sicher der blunigste Satz mit seinen Klarinetten- und Flötengirlanden und üppigen Klangfarben, teilweise nahe an Tschaikowsky. Kontrastierend der Tanzartige Mittelteil mit Klarinette, Flöte und kleiner Trommel, Triangel, dann wieder gebrochen von den Streichern, die immer lyrisch bleiben, so einen Dialog mit den Holzbläsern entwickeln. Korsakow fasste seine Harmonik damals garantiert als orientalisierend auf, heute kann man das nur noch mit viel Fantasie nachvollziehen... Trotzdem: schöne Märchenmusik im besten Sinne. In diesen Satz mischen sich nur recht versteckt die Eingansthemen, bis dann wieder Sheherazades Thema (Violine, Harfe) auftaucht und zur Solokadenz ausgeweitet wird, dann kontrastiert von den Themen dieses Satzes. Ein Tutti, welches auch von Puccini stammen könnte, schließt sich an, gefolgt von einem instrumentalen Farbenspiel (Harfenglissandi, solo Horn u.a.). Endlcih übernehmen die Streicher das Thema der Holzbläser und transformieren es lyrisch, dann wieder abgelöst von den tänzelnden Holzbläsern, die einfach den Satz ausblenden.
Der letzte Satz beginnt wieder mit den Eingangsthemen (zyklischer Charakter). Wieder eine Violinkadenz, diesmal mit Doppelgriffen. Das deutlich energischere Sultansthema wird nun rhythmisiert, gebrochen wieder von der Geigenkadenz und einem grollenden Kontrabasston. Na ja, es geht ja auch ums Leben der Erzählerin... Die Flöten exponieren eine neues rhthmisch prägnantes Thema, welches von den Streichern aufgenommen wird, dann in den Blechbläsern ein pulsierendes Beben, dann das triumphale Thema des Satzes im Tutti. Das Tanzthema aus dem dritten Satz kommt kontrastierend dazu, die Themen lösen sich jetzt schnell ab, Fetzen von Themen im "Streitgespräch". Das Sultansthema hat nun Fanfarenfunktion, treibt die Musik vorwärts, jetzt pulsiert die Musik immer , treibt nach vorn, dann das große Crescendo, noch einmal das Sultansthema in voller Pracht (das Schiff?), das Schiff versinkt (man hört weniger das Zerschellen als das Versinken). Dann: Sheherazades Thema, es bleibt auf einem hohen Violinton stehen, während das Sultansthema tief erklingt. Das Stück endet mit den selben Holzbläserakkorden, mit denen es im ersten Satz begonnen hatte, die Violine (Sheherazade) steigt weit nach oben, das Stück ist zu Ende.
So weit das, was ich hörend dabei analysieren kann, sicher habe ich vieles nicht gehört. Leider weiß ich nicht, was für eine Aufnahme ich hier habe (es steht nicht drauf, wer spielt, aus einer gemischten Box... Ich muss unbedingt einige vergleichen. Ich bin mal gespannt, welche Tips noch kommen!
Herzlich, S A T I E
satie (20.01.2008, 15:16): Beim Probehören hat mir bisher diese CD am besten gefallen:
Anima Eterna Orchestra, Jos van Immerseel Label: ZigZag , DDD, 2004
die Scheherazade ist schon einen Thread wert, deshalb danke, teleton! Du schreibst, dass Dir Deine erste Aufnahme immer noch am besten gefällt, das ist oft so, diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht, manchmal jedoch revidieren müssen. Meine erste war Fricsay noch als LP, dann kam gerade die von Rostopovitch mit dem Orchestre de Paris heraus, die mir klanglich viel besser gefiel, im CD-Zeitalter erwarb ich noch Ansermet, Reiner, Monteux, Beecham, Karajan, Markevitch..... dazu. Voriges Jahr entdeckte ich dann noch die von Satie empfohlene Aufnahme mit Immerssel, die gefällt ebenfalls mir sehr gut.
@ Satie Danke für die informative Einführung
Grüße Amadé
HenningKolf (20.01.2008, 22:43): Auch von meiner Seite Dank an Teleton und Satie. Was das Werk betrifft habe ich durchaus Nachholbedarf. Ich nenne, wenn ich es richtig überblicke, nur eine Interpretation mein Eigen. Es handelt sich um die Ormandyaufnahme auf einer japanischen CD. Während die ebenfalls auf der CD befindlichen "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky ohne weiteres den Interpretationsolymp erklimmen, gelingt dass der Scheherazade-Aufnahme nicht. Ein wenig brav und nicht sehr spannungsvoll kommt mir die Einspielung vor.
Vollkommen begeistert war ich von einer Celibidache-Aufnahme, die ich während eines Münchenaufenthalts im Autoradio gehört habe, leider nicht ganz, sondern etwa zu zwei Dritteln. Ich fand das derartig eindrucksvoll, dass ich einen Parkplatz angefahren habe, um die Aufnahme in Ruhe zu Ende zu hören. Sicherlich recht langsam teilweise, aber gleichwohl unglaublich spannungsgeladen, besonders der letzte Satz grandios. Leider weiß ich nicht ob es diese Aufnahme
war oder möglicherweise eine nicht auf Tonträger erhältliche aus den Rundfunkarchiven. Aber da ich beim Verlinken des Covers gesehen habe, dass ein normaler Preis zu zahlen wäre und kein Celibidache-EMI-Spezialpreis wie so oft, werde ich es wohl demnächst herausfinden.
Gruß Henning
Wotan (22.01.2008, 14:36): Zwei Aufnahmen wurden hier noch nicht genannt, die aber meiner Meinung nach wirklich hervorragend sind: Zum einen Valery Gergiev mit seinem Kirov Orchestra und einer unglaublich intensiven und feurigen Interpetation: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51B2PPGC4BL._AA240_.jpg
Und zum anderen noch Kirill Kondrashin mit einem exzellenten Concertgebouw Orchestra in einer nicht minder spannenden Interpretation (plus einer tollen 2. Sinfonie von Borodin) http://pixhost.eu/avaxhome/avaxhome/2007-10-17/Scan_no_01.jpg
MfG Wotan
teleton (23.01.2008, 11:41): Hallo Wotan,
wenn mir die Konraschin-Aufnahme (Philips) mal in die Hände fällt werde ich auch zugreifen, diese soll wirklich zu den "drei" Besten gehören.
Aber von der SACD mit Gergiev habe ich an anderer Stelle dieses gelesen:
Lieber teleton, bitte keine Zitate aus anderen Forun. Danke
ich habe die Swetlanow-Sheherazade gestern erhalten. Das diese absolut charaktervoll ist kann man wohl sagen.
Hätte ich Swetlanow zuerst gehört, hatte wohl nie eine andere Aufnahme geschafft diese in meiner Gunst zu überflügeln. So geht es mir als Swetlanow-Fan mit sehr vielen seiner Interepretationen.
Swetlanows Sheheradade ist 1969 aufgenommen - eine hustenfreie Studioaufnahme. Doch hier warteten einige Überraschungen: Das Klangbild wurde 2006 neu remastert und führt zu einem sehr trockenen und durchsichigen, fast analytischen Klangbild, das sämtliche orchestralen Schwächen offenlegt. Den sonst gewohnten russischen Orchesterklang mit größerem Hallanteil wird man hier nicht vorfinden. Das Orchester wirkt kleiner, gegenüber den anderen Aufnahmen. Selbstverständlich malt Swetlanow ein wunderbar russisches Klangbild und läßt es an packenden Zugriff nicht fehlen. Seine Interpretation unterscheidet sich aber von den anderen doch sehr. Vieles klingt daher für meine heutigen Ohren bei Swetlanow fremd. :cool Ich möchte aber darauf hinweisen, dass bei mir der Zug abgefahren ist und ich von Ansermet, Karajan und Reiner einfach schon zu sehr geprägt bin.
Ich vermisse bei Swetlanow das opulente Klangbild, wie ich es bei Ansermet (Decca1960) höre, der trotzdem absolut packend interpretiert (die tiefen Bässe wie bei Ansermet fehlen ganz), sowie das orchestral Perfekte, dass die Karajan - Aufnahme (DG1967) ausmacht. Reiner´s Aufnahme (RCA1960) stellt für meinen Begriff die goldene Mitte dar, und hat die Perfektion und Opulenz von Ansermet und Karajan.
Sehr gut war bei Swetlanow im 4.Satz das zerschellen des Schiffes am Felsen, wie überhaupt der 4.Satz mit Swetlanow mit den rasenden Figuren in den Streichern absolut präzise und beeindruckend klangen (wenn auch fremd für meine Ohren im Vergleich). Die Musiker spieln um ihr Leben.
Eine tolle CD, die auch Werke zu bieten hat, die mir noch fehlten
und die ich zum ersten mal höre - jetzt zum Glück mit Swetlanow: SADKO-Sinf.Dichtung Fantasy über serbische Themen At the Tomb-Prelude für Orchester.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/2463461.jpg USSR SO, Swetlanow (Komisch, heute steht auf den CD´s immer USSR SO, früher bei Eurodisc stand genau um welches Orchester es sich handelt - z.Bsp.Staatliches SO der UDSSR Moskau oder Orchster des Bolshoi Theaters Moskau ...) Melodiya, Aufnahme 1969, remastert 2006, ADD
Amadé (26.01.2008, 15:33): Hallo teleton,
die von Dir genannte Melodya-Aufnahme kenne ich nicht, dafür aber eine mit London Symphony Orchestra aus dem Jahr 1978. http://ecx.images-amazon.com/images/I/41J4J460PDL._AA240_.jpg Sie scheint gestrichen zu sein, aber bei Amazon markrtplace noch im Handel. Mir gefällt die Aufnahme sehr gut, zusätzlich sind noch auf der DCD: Glasunov: Die Jahreszeiten op.67, 2 Konzert-Walzer (alles mit Svetlanov)und von Anton Arensky Variationen über eine Thema von Tschaikowsky, dirigiert von J. Barbirolli. Die EMI-Aufnahme wurde vermutlich zeitgleich mit einem Londoner Konzert eingespielt, das bei BBCL veröffentlicht wurde: http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0684911412123.jpg Diese CD besitze ich jedoch nicht. Ich habe Svetlanov mit dem Staatl. Sinf.Orchster der UdSSR einmal live erlebt, 1970, u.a. Beethoven 7.