SIGISMUND THEOPHIL STADEN und die älteste erhaltene deutsche Barockoper

Don Juan d' Austria (17.02.2017, 11:18):
Sigismund Theophil Staden wurde im November 1607 im oberfränkischen Kulmbach als aus Sohn des Stadtorganisten Johann Staden. Im Jahre 1611 zog die Familie zuerst nach Bayreuth und dann nach Nürnberg, da sein Vater den Organistenposten zu St.Sebald annahm. Sigismund erhielt bei seinem Vater den ersten Musikunterricht.

Ab da ist nur wenig über das Leben Stadens bekannt. Man weiß nur, dass er Organist zu St. Lorenz in Nürnberg und ebenda auch Stadtpfeifer wurde. Er stieg zu einem der bestbezahltesten Nürnberger Musikern auf.

Georg Philipp Harsdörffer (1607 – 1658), aus einer reichen Nürnberger Familie stammend, initiiert gemeinsam mit seinem Zirkel, dem „Pegenesischen Blumenorden“ (einer Gesellschaft zur Reinigung der deutschen Sprache von fremden Einflüssen) das Projekt Seelewig. Das Wort „Oper“ nimmt in dieser Phase aber niemand in den Mund. Harsdörffer schreibt das Textbuch, beeinflusst von Erlebnissen seiner Italienreise aus den Jahren 1629/30.

Ab 1644 sind kaum noch Aufnahmen bezeugt, lediglich 1654 am Hof zu Wolfenbüttel, zu dem Harsdörffer gute Kontakte pflegt.


Sie ist die älteste noch komplett erhaltene deutsche Barockoper und in dieser Aufnahme erhältlich:




Das geistliche Waldgedicht oder Freudenspiel genannt Seelewig




Mauch, Kreidler, Luchterhandt, Gottwald, Hübner, Mammel, Gottstein, Maier,
I Ciarlatani, Klaus Winkler
Cpo 1 CD

Seelewig
Singkunst
Sinnigulda
Herziglit
Gwissulda
Künsteling
Malkunst
Ehrelob
Eitelkeit
Reichimuth
Trügewalt

Die Handelnden Personen wären nun aufgezählt. Die Oper besteht aus einem Prolog und drei Akten. Allegorische Figuren, Dichtkunst, Singkunst, Malkunst debattieren, welche denn die höchste Kunst sei. Am Ende beschließt man, dass alle Künste gleichwertig sind.