SINFONISCHE DICHTUNGEN von Liszt bis Respighi

Rolf Scheiwiller (14.04.2006, 10:13):
Guten Morgen zusammen.

Immer wieder schufen Komponisten neben ihre andern Werken, seien es Opern oder Sinfonien, oder grosse Klavierwerke, sogenannte Tondichtungen.
Hier soll nur ganz kurz auf die sogenannten " Sinfonischen Dichtungen " eingegangen werden. Es sind Werke, die selten über 15 - 20 Minuten dauern. Den Text dazu lieferten Schriftsteller, die wir kaum dem Namen nach noch kennen. ( Goethe als Ausnahme bei Dukas. )


Franz Liszt schuf neben seinem berühmten Klavierkonzert ( Triangelkonz. abschätzig manchmal genannt ) verschiedene sinf. Dichtungen. Hochberühmt und vielgeschmäht sein Opus " Les Preludes ". In der Vergangenheit von gewissen Leuten missbraucht. Ein ungeheuer eindrucksvolles Stück. Daneben verblassen seine andern vollständig.



Eine ganz andere Welt tut sich auf im genialen Wurf des tschechischen Komponisten Friedrich Smetana. Sein Zyklus " Mein Vaterland ", daraus " die Moldau " kennen auch viele Menschen, denen die klassische Musik wenig gefällt.


Auch " Vyserad " und " Aus Böhmens Hain und Flur " wurde recht bekannt.
Die grössten Dirigenten haben immer wieder diese wunderbare tschechische Musik aufgeführt und eingespielt.


Rafael Kubelik , selber Tscheche, bevor er Schweizerbürger wurde, hat masstäbliche Interpretationen hinterlassen. Eine auf MERCURY 1954. ( Hervorragende Mono - Einspielung. ) Und noch einige weitere. Sowie der grosse Ferenc Fricsay mit seiner Aufnahme der " Moldau " incl. Probe.



Daneben Antonin Dvorak Er schrieb ebenfalls mehrere Sinfonische Dichtungen. Mit etwas eigenwilligen Titeln. Wie " Die Mittagshexe " oder " Das Goldene Spinnrad "Sie fussen auf Märchentexten und Sagen aus der tschechischen Geschichte.

Von Tschaikovski gibt es eine " Francesca Da Rimini " und " Romeo und Julia ".


Einer der ganz Grossen aus dem Hohen Norden war Jean ( Jan ) Sibelius.
Der Schöpfer von sieben Sinfonien, des klangschönen Violinkonzertes, sogar einer Kurzoper ( Das Mädchen im Turm. Hab ich auf CD. BIS ) war ein Meister im Schreiben von Tondichtungen .

Sie gingen um die Welt, seine besten Schöpfungen. " En Saga ", die Lemminkainen - Suite, " Der Schwan von Tuonela " und nicht zuletzt die heimliche Nationalhymne Suomis. " FINLANDIA ".
Ein überwältigend schönes, hymnisches Werk .
Es soll auch eine Version für Chor geben.
Ein weiteres beeindruckendes Stück heisst : " Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang ". Sowie " Tapiola ".
Die " Karelia - Suite" höre ich am liebsten. H. v. Karajan hatte zu Sibelius einen ganz besonderen Draht. Und auch Eugene Ormandy.


Kehren wir zurück aus dem Hohen Norden.

Der geniale Klangzauberer Richard Strauss schenkte der Welt einzigartige Sinfonische Dichtungen. Sie sind für jedes gute Orchester ein Prüfstein.
" Don Juan " Till Eulenspiegel " Also sprach... " " Tod und Verklärung " und andere werden gespielt so lange es ein Konzertleben gibt.
Rudolf Kempe, Karajan, Fritz Reiner und andere spielten Referenzeinspielungen ein. Unvergesslich Fritz Reiner !


Gehen wir kurz nach Frankreich. Auf den Text von Goethe schrieb Paul Dukas seinen Riesenhit " Der Zauberlehrling " Grossartig vertont, und von Walt Disney in " Fantasia " vollständig in Bildern umgesetzt. (ca. 17 min. )


Nun zum Schluss nach Bella Italia. Viele von uns lieben die monumentalen Kompositionen Ottorino Repighis. Ich natürlich auch.
Er hat daneben vieles andere komponiert. Opern , die niemand hören wollte.

Seine Sinfonischen Dichtungen aber gehören zum Besten das er schuf.
Ungeheuer leidenschaftliche , farbige Musik !

Manchmal schon etwas laut. Für die Orchester muss das eine höchst anstrengende Sache sein.


Drei seiner Sinfonischen Dichtungen die alle in der Ewigen Stadt spielen heissen :
Fontane di Roma, Pini di Roma und Feste romane. Das sogenannte " TRITTICO "
Noch einige andere schrieb er , die jedoch weniger populär wurden.

Auch hier gibt es herausragende Einspielungen,mit Muti, Ormandy, Karajan, Ozawa u. a.

Wie bei einigen andern Komponisten wird auch über Respighi manchmal die Nase gerümpft. Schwülstig, aufgeblasen und noch schlimmeres.
Und wenn auch ! Hie und da seine melodiösen Tondichtungen in den Player gelegt hat mir bis jetzt noch nicht geschadet !


Wisst Ihr noch von weiteren Sinfonischen Dichtungen, die man kennenlernen sollte ?

Und welche hört Ihr gerne zu Hause ?


Bitte sagt es uns hier im Forum.

Gruss an alle hier.
Rolf.
Rachmaninov (14.04.2006, 10:40):
@Rolf,

wiedereinmal ein tolles neues Thema. Wunderbar :down

Die Sinfonischen Dichtungen schätze ich auch sehr.

Original von Rolf Scheiwiller
Sie gingen um die Welt, seine besten Schöpfungen. " En Saga ", die Lemminkainen - Suite, " Der Schwan von Tuonela " und nicht zuletzt die heimliche Nationalhymne Suomis. " FINLANDIA ".
Ein überwältigend schönes, hymnisches Werk .


Finlandia von Sibelius ist ein wunderschönes Werk, da stimme ich Dir zu.

Das es die heimliche Nationalhymne der Suomis ist war mir nicht bekannt.
Cosima (14.04.2006, 10:47):
Hallo Rolf,

was für ein schönes Thema! Und so umfangreich! Wo soll man da beginnen? Du hast wieder einen tollen Einführungsbeitrag geschrieben und auch schon so vieles genannt, was wichtig und interessant ist.

Ja, die Dvorák-Kompositionen sind schon sehr schön. Die Interpretationen unter Harnoncourt finde ich durchweg sehr gelungen.

Richtig vernarrt bin ich in Rachmaninows „Die Toteninsel“ – ein ganz großes Werk für meine Begriffe. Die Bátiz-Aufnahme auf Naxos ist für mich immer noch das Maß aller Dinge.

Besonders liebe ich auch die zwei Skriabin-Werke Op. 54 „The Poem of Ecstasy“ und Op. 60 „Prometheus – The Poem of Fire“. Hier sollte man Gergiev mal gehört haben, das ist genau seine Musik, die liegt ihm einfach im Blut!

Mit Sibelius’ „Lemminkäinen“ werde ich nicht so richtig warm, dann viel lieber Respighi oder manchmal Richard Strauss. Seine „Metamorphosen“ (Klemperer) sind grandios, der „Till Eulenspiegel“ recht kurzweilig und erheiternd.

Erst einmal nur dieser grobe Überblick über meine Vorlieben und Abneigungen. Mal schauen, in welche Richtung dieser Thread gehen wird.

Viele Grüße,
Cosima :)
martin (15.04.2006, 15:24):
Hallo Rolf,

Respighi ist nicht so mein Fall. Liegt mir nicht. Habe ihn mal gehört, mochte ich überhaupt nicht.

Die sinfonischen Dichtungen von Richard Strauss mag ich sehr und kenne sie alle.

Liszt sporadisch. Les Preludes natürlich. Bin kein ausgeprägter Listfan.

Bei Sibelius ist Tapiola phantastisch. Und der Schwan von Tunuela natürlich. Ansonsten ziehe ich die Sinfonien vor. Aber vielleicht höre ich noch mal rein.

Skrjabin ist toll.

Smetanas "Mein Vaterland" ist natürlich ein Klassiker aber ich höre ihn selten. Vielleicht habe ich nicht die richtige Interpretation, irgendwie klingt Smetana für mich nach "Wunschkonzert".

Ich habe auch ein oder zwei der sinfonischen Dichtungen von Dvorac gehört. Riß mich nicht vom Hocker.

Elgars Falstaff muß ich mir noch mal vorknöpfen.

Insgesamt muß ich sagen, ziehe ich die Sinfonie der sinfonischen Dichtung vor. Allerdings, das gebe ich zu, gibt es auch in diesem Genre großartiges.



Gruß Martin
Rachmaninov (17.04.2006, 10:10):
Original von martin
Aber wenn die sinfonischen Dichtungen von Rachmaninov so gut sind, werde ich sie mir gerne mal anhören. Über die Batizaufnahme kann man ja mal nachdenken, aber was gibt es sonst?
Gruß Martin

Martin.

zwei mögliche Aufnahmen neben der bereits genannten Batiz Aufnahme wären:



Allerdings enthält diese Aufnahme die von Dir wenig geschätzte 1. Sinfonie.

oder



Mit der "isle of the Dead" und Werken von Ravel, List und C.M.v.Weber.

Muss aber ehrlich zugeben ich würde Dir zunächst zu der günstigen Naxos Aufnahme raten, da dort wohl das "interessantere" Programm drauf ist mit den Symhonic Dances und the isle of the dead.
Cosima (17.04.2006, 11:00):
Original von Rachmaninov
Muss aber ehrlich zugeben ich würde Dir zunächst zu der günstigen Naxos Aufnahme raten, da dort wohl das "interessantere" Programm drauf ist mit den Symhonic Dances und the isle of the dead.

Und nicht nur deswegen… Ich kenne die Pletnev- und auch die Previn-Aufnahme mit dem LSO, aber Bátiz ist m.E. hier unschlagbar! (Es soll aber noch eine bestimmte Svetlanov-Aufnahme geben, die Bátiz noch toppen kann, aber sie scheint momentan nicht auf dem Markt zu sein, ist nicht identisch mit der zur Zeit bei jpc erhältlichen). Die beiden anderen Einspielungen klingen glatter, gefälliger, dadurch weniger atmosphärisch. Der Bátiz ist sehr kraftvoll, dynamisch, klingt eher „russisch“.

Gruß, Cosima
Jürgen (26.04.2006, 16:28):
Hallo Rolf,

einiges ist noch unerwähnt geblieben:

Debussy, der Faun

Grieg, Peer Gynt / Holberg

Grofé, Grand Canyon

Holst, Planeten

Kodaly, Hary Janos

Mussorgsky, Nacht auf dem kahlen Berge, Bilder?

Prokofiev, Romeo&Julia, Kije, Peter&Wolf

Ravel, Une Barque

Respighi, Die Vögel (ganz anders als die Pinien/Feste/Brunnen)

Rimsky-Korsakow, Scheherazade

Vaughan Williams, The Lark Ascending, The Wasps, Three Portraits..

Das sind nur die wichtigsten, die mir relativ spontan (d.h. beim Blick auf meine Festplatte) eingefallen sind.
Das meiste davon nennt sich Suite, Ouvertüre oder ganz anders. Aber egal: Alle erfüllen den Tatbestand einer Sinfonischen Dichtung.

Grüße
Jürgen
Rolf Scheiwiller (26.04.2006, 16:42):
Original von Jürgen
Hallo Rolf,

einiges ist noch unerwähnt geblieben:

Debussy, der Faun

Grieg, Peer Gynt / Holberg

Grofé, Grand Canyon

Holst, Planeten

Kodaly, Hary Janos

Mussorgsky, Nacht auf dem kahlen Berge, Bilder?

Prokofiev, Romeo&Julia, Kije, Peter&Wolf

Ravel, Une Barque

Respighi, Die Vögel (ganz anders als die Pinien/Feste/Brunnen)

Rimsky-Korsakow, Scheherazade

Vaughan Williams, The Lark Ascending, The Wasps, Three Portraits..

Das sind nur die wichtigsten, die mir relativ spontan (d.h. beim Blick auf meine Festplatte) eingefallen sind.
Das meiste davon nennt sich Suite, Ouvertüre oder ganz anders. Aber egal: Alle erfüllen den Tatbestand einer Sinfonischen Dichtung.

Grüße
Jürgen

@ Jürgen.

Ausgezeichnet Jürgen ! Vielen Dank für Deine Aufstellung !

Ich gebe immer ganz bewusst nur eine Auswahl an. Kann auch nie alles im Kopf behalten.

Damit die Mitglieder auch was zu tun haben. Ist doch richtig ? :thanks

Gruss.
R.
Jürgen (27.04.2006, 09:47):
@ Alle

Bei Dvorak (und nicht nur bei ihm) darf man nicht vergessen, daß viele seiner Overtüren eigentlich auch sinfonische Dichtungen sind. Meine Liebste daraus ist "Karneval", die ich in der Interpretation von Kubelik (DG) seit meiner Jugend kenne und überaus schätze. Bei diesem Stück geht richtig der Punk ab. Da sprüht die Lebenslust, da ist Drive, richtig Karneval halt.


@ Martin

>Respighi, Die Vögel (ganz anders als die Pinien/Feste/Brunnen)
Das war schon ein wenig auf Dich gemünzt. Die Vögel, aber auch "Antike Tänze und Arien" bestehen aus kleineren, gefälligen Stücken, die nicht so breit instrumentiert sind wie der römische Kram.
Das hier ist meine einzige Aufnahme, die ich sehr liebe, wenn auch ich noch ein anderes Cover habe:


Und wer's doch eher römisch mag: "Kirchenfenster" schlagen in die gleiche Kerbe, sind aber nicht so bekannt aber auch nicht so gut wie die Pinien.
Ich besitze nur diese Aufnahme:




Ein Freund hat diese Aufnahme, die er sehr lobt und die ich mal vor 10 Jahren gehört habe:




Da dieser Freund ein amerikanischer Soldat war, der vor etwa 10 Jahren zurück in die USA ging, kann ich leider nicht mehr reinhören und daher auch keine Referenz angeben.

Grüße
Jürgen
Eric (28.04.2006, 21:44):
Original von Cosima


Mit Sibelius’ „Lemminkäinen“ werde ich nicht so richtig warm..

Hallo Cosima,

darf ich fragen welche Aufnahme Du von den Lemminkäinen Legenden hast?

Ich finde diese Interpretation der Lemminkäinen Legends wirklich ganz fantastisch:


http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9934153.jpg


Die zweite CD fällt da deutlich ab und auch die Aufnahmequalität ist nicht die beste, jedoch möchte ich diese CD nicht missen! :down


Gruß, Eric :P
Cosima (30.04.2006, 09:04):
Original von Eric
darf ich fragen welche Aufnahme Du von den Lemminkäinen Legenden hast?


Hallo Eric,

ich besitze diese Aufnahme: Los Angeles Philharmonic / Salonen:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000027U8.01.MZZZZZZZ.jpg

Ich glaube nicht, dass es an der Interpretation liegt, die finde ich schon gelungen. Das Werk an sich langweilt mich leider etwas. Allerdings muss ich einräumen, dass ich mich bislang nicht intensiver damit beschäftigt habe.

Viele Grüße, Cosima
Eric (05.05.2006, 22:00):
Hallo Cosima,

es ist mir leider nicht gelungen in die genannte Aufnahme reinzuhören, gibt es davon irgendwo eine Hörprobe?
Auf alle Fälle möchte ich mich bei Dir für Deine ehrliche Meinung bedanken!

Gruß, Eric :)
embe (10.05.2006, 10:49):
Hallo,
da gibts noch vieles an sinf. Dichtungen o.ä.

Der Engländer Bax schrieb Viele z. B. Tintagel oder November Woods...sehr hörenswerte Sachen.

Elgars in the South find ich super.

Ernest Farrars Heroic Ballad ist wunderbar.

Von Sibelius gibts noch die Waldnymphe, beim 1. Hören bin ich fast aus dem Sessel gefallen, so tolle Musik so lange nicht aufgeführt.

Noch mehr tolle Dichtungen.

Janaceks Musikantenkind oder Taras Bulba...

Gliere, Saporoger Kosaken...

de Sabata, Juventus u. Gethsemane...

Holmboe, Monolith...

Tcherepnin, Prayer...

Copland, Quiet City, Lincoln Portrait...

Torke, Jasper...

Antheil, McKonkeys Ferry...

Balakierev, Tamara, Russia...

Glinka, das Meer, Mittelalter uvm.

Weingartner, Gefilde der Seligen...

Nielsen Carl, Pan und Syrinx, Kranichszene, Helios....

Nielsen Ludolf, Hjortholm...

Atterberg, Schärensage, Älfen...

Magnard, Hymne a la Justice...

Leifs Jon, Hekla, Geysir, Dettifoss...

Rangström, Dithyramb....

Rautavaara, Autumn Gardens, Garden of Spaces, Book of Visions, Cantus Arcticus...

Mehr fallen mir grad nicht ein :(
Müsste mal in der Sammlung wühlen...

Gruß
embe
Holger S. (15.05.2006, 15:06):
Original von embe
Glinka, das Meer, Mittelalter uvm.


Hallo Michael,
Du meinst wohl Glasunow! Von den übrigen gefällt mir Ludolf Nielsens Hjortholm besonders, das Werk hat eine sehr interessante mystisch-geheimnisvolle Grundstimmung.

Berwald könnte man auch erwähnen, da gibt es einige tolle Sachen. Wassili Kalinnikow hat auch zwei Sinfonische Bilder geschrieben: "Die Nymphen" sowie "Zeder und Palme". Gerade letzteres ist ein wundervolles Stück nach einem Gedicht von Heine. Von Jewgeni Swetlanow gibt es Stücke wie "Tagesanbruch auf dem Felde" oder "Der rote Schneeball", ebenfalls recht stimmungsvoll. Boris Tschaikowski hat im Jahre 1984 zwei Sinfonische Dichtungen geschrieben: "Der Wind von Sibirien" und "Der Jüngling", beides recht eindrucksvolle Werke. Gerade vor kurzem habe ich eine Sinfonische Fantasie von Andrei Petrow kennen gelernt: "Der Meister und Margarita" (leider nicht auf CD erhältlich). Das Stück handelt unter anderem vom Teufel, und dementsprechend ist in den 24 Minuten eine Menge los... Eine spaßige Angelegenheit! Granville Bantock hat eine Menge sinfonische Dichtungen geschrieben, sicher auch lohnenswert (Hyperion hat vieles davon veröffentlicht). Was Mussorgskis o.g. Nacht auf dem Kahlen Berge betrifft, empfehle ich unbedingt Mussorgskis Originalfassung. Rimski-Korsakow hat das Werk ja "geglättet" (u.a. mit einem ganz anderen, ruhigen und leisen Schluss versehen), Mussorgskis Original ist wilder. Unter anderem in dieser Aufnahme erhältlich.

Viele Grüße
Holger
embe (15.05.2006, 22:36):
Hallo Holger,
huch ja, da hab ich den Glinka doch mit Glasunov verwechselt...
sorry :beer

Bantock ist nicht übel :wink
Woher kenne ich nur die Boris Tschaikovsky Werke ?( :leb :rofl

Gruß
embe
HenningKolf (08.10.2007, 18:22):
Original von Rachmaninov


Das es die heimliche Nationalhymne der Suomis ist war mir nicht bekannt.


Den Charakter der heimlichen Nationalhymne hat heute wohl eher die Chorfassung der "Finlandia Hymn".

Das Orchesterwerk wurde 1900 uraufgeführt, die Russen fanden das darin zum Ausdruck kommende Nationalbewußtsein als bedrohlich und verboten weitere Aufführungen. Kurzerhand wurden dann - ich weiss nicht ob durch Sibelius selbst - Aufführungen mit dem Titel "Suomi" veranstaltet, dagegen hatten die Russen nichts einzuwenden, weil es ihnen oder besser den Offiziellen offensichtlich an Bildung und Phantasie mangelte.....

Bis 1937 war Finlandia ein Werk ohne Worte. 1937 gab es eine erste Vertonung durch einen mir nicht weiter bekannten Opernsänger namens Wäinö Sola. Mit dem Winterkrieg 1939 hatten die Finnen erneut mit russischer Agression zu tun, der Dichter Koskiennemi schrieb einen heroischen Text, der noch heute Gültigkeit besitzt. Sibelius selbst verfasste mit diesem Text erst 1947 oder 1948 (Quellenangaben unterschiedlich)eine geänderte Fassung der "Finlandia Hymn" für gemischten Chor. Eine gute Aufnahme (sofern man das Genre mag) gibt es mit dem Jubilate Choir auf BIS. Diese Chorfassung ist heute noch mehr als das sinfonische Werk "heimliche Nationalhymne".

Gruß
Henning
teleton (09.10.2007, 11:55):
Hallo Klassikforianer/-innen,

die Form der Sinfonischen Dichtung schätze ich seit Franz Liszt sehr hoch.
Warum soll Musik nur immer absolut sein, es ist doch toll, wenn man sich gleich eine Handlung oder einen Hintergrund dazu vorstellen kann, die das gehörte untermauert !?!

Meine ersten drei Komponisten in meinem Leben waren Beethoven, Tschaikowsky und Liszt
da war ich direkt beim Thema SINFONISCHE DICHTUNG. Dieser Thread könnte sehr lang werden, aber ich möchte mich kürzer fassen ! Gelingt mir das ?


Die Sinfonischen Dichtungen Nr.1-13 von Franz Liszt sind die ersten Werke dieser Gattung. Liszt ist quasi der Begründer der Sinfonischen Dichtung. Berlioz hat die Idee aufgenommen, wie man an seinen Sinfonien op.14 bis 16 (Fantastique, Harold, Romeo und Julia) erkennen kann.
Wenn jetzt einer schreibt: Aber Beethoven hat doch die 6ste geschrieben, dann muß ich wiedersprechen, denn Beethoven hat gesagt:
Mehr Empfindung als Malerei.
Es ist also keine Programmmusik.

Die Liszt: Sinfonischen Dichtungen Nr.1-13 sind auch mein Anfang gewesen. Es war damals die schöne Philips-LP-Kassette mit Bernhard Haitink / LSO (Philips).
Diese Aufnahmen kaufte ich mir auch zur Einführung der CD um 1980 auch auf CD. Es folgten auch Einzel-CD´s mit Kurt Masur / Gewandhauso.Leipzig (EMI), , sowie Solti / LSO (Decca), die ebenfalls große Interpretationen sind.

Um den ganzen sinfonischen Liszt komplett zu haben kaufte ich mir dann 2005 die EMI-7CD-Liszt-Box die auch die Klavier-Orchesterwerke mit Beroff enthällt:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9960486.jpg
Beroff / Gewandhausorchester Leipzig / Masur
Philips, 7CD, ADD

Auf dieser EMI - 7CD - Box für 25,99EURO ist alles vorhanden in hervorragenden Aufnahmen mit Kurt Masur / Leiziger Gewandhausorch. und dem Pianisten Michel Beroff:
Was ich hier zu hören bekam, insbesondere die Werke für Klavier und Orchester hat mir jetzt nach eintreffen der CD-Box "die Socken ausgezogen".

:engel TOP-Interpretationen, auch von den bekannteren Klavier-Orchesterwerken, wie den Klavierkonzerten Nr.1+2 und dem Totentanz.
Bei den reinen Orchesterwerken schlägt Masur einen härteren Ton an als Haitink - ich finde das angemessen gut. Die o.g. Solti-Liszt-Decca-CD mit einigen Sinf.Dichtungen als Vergleich herangezogen ist auch sehr gut aber nicht besser als mit Masur.

Vor kurzem habe ich mir wegen des Totentanzes für Klavier und Orchester die Zimmermann/Ozawa-Aufnahme über EBAY preiswert zugelegt; bin aber von Ozawa´s Orchesterbegleitung nicht so 100% angetan.
Masur / Beroff leisten hier eine ungleich spannendere Version des Totentanzes und die Klavierkonzerte sind sehr gut gelungen !

Die Werke für Klavier & Orchester:
Klavierkonzerte Nr. 1 & 2; Wandererfantasie (Version mit Orchester);
Polonaise brillante; Fantasie über ungarische
Volksweisen; Fantasie über "Die Ruinen von
Athen"; Fantaisie symphonique über "Lelio";
Maledicion; Totentanz

Die Orchesterwerke:
Festklänge; Dante-Symphonie; Bergsymphonie;
Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe;
Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus;
Prometheus; 2 Episoden aus Lenaus Faust;
Mephisto-Walzer Nr.1+2; Heroide funebre; Hungaria;
Hamlet; Hunnenschlacht; Faust-Symphonie

:beer Eine empfehlenswerte Box für Liszt-Freunde !
--

Wenn man Liszt mag folgt automatisch auch bald der fantastische Ottorinao Respighi.
Dieser hat nicht nur das sinfonische Tryptichon geschrieben, sondern auch weitere Werke dieser Gattung, die höchst hörenswert sind.

Das bekannte Tryptichon ist mit Ormandy (CBS) und Reiner (RCA), aber hier ohne die Feste meine erste unglaublich gute Begegnung gewesen.
Auf CD folgte Dutoit (Decca) und mit mehr Emotion Muti (Brillant, ehemalig EMI).

Die Römischen Feste sind meine Lieblingsdichtung. Die Telarc-Aufnahme mit Jesus Lopez Cobos hat Jürgen weiter oben bereits genannt - sie ist der Wahnsinn. Die enthaltenen Kirchenfenster und Brasiainischen Impressionen wären weitere sehr gute Werke der Gattung Sinf.Dichtung.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6993386.jpg
Telarc, DDD

Die Kirchenfenster sind aber auf dieser Candos-CD mit J.Simon noch imposanter gelungen und The Queen of Sheba, hatte ich mal als Ausschnitt gehört - die GA wieder mit J.Simon ist da ein "MUSS":

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5195826.jpgChandos, DDD

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5195543.jpgChandos, DDD

Eine Superaufnahme der Belkis, Queen of Sheba -Suite und auch das Werk Metharmorphosen, das in Aufbau und Qualität mit Elgars-Enigma-Variationen Ähnlichkeit hat, war eine äußerst positive Überraschung für mich. Gefrey Simon und das Philharmonia Orchestra London liefern "Klassik vom Feinsten".
:beer Es handelt sich ja auf dieser CD um die "World-Premere-Recordings" beider Werke.
Ich könnte nun mit Tschaikowsky (hier Favorisiere ich die Aufnahmen der Sinf.Dichtungen mit Swetlanow (Eurodisc) und Dorati (Decca);

sowie dem in diesem Thread schon ausgiebig genannten Sibelius (hier Favorisiere ich Ashkenazy und Karajan);

sowie Prokofieff, Rimsky-Korsakow; Rachmaninoff, Balakiriew und einigen aus dem späteren 20.Jhd. weiter machen (Lon Leifs z.Bsp), aber das wäre zu lang und folgt ggf. später mal.
HenningKolf (09.10.2007, 13:19):
:D Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die Hinweise zu Respighis Belkis, Sheba, Metamorphosen und Kirchenfenstern....kenn ich nämlich alles nicht. Ich mag von Respighi besonders die eher "größer und gewaltiger" klingenden "Römischen" als die eher lyrischen Vögel und brasilianischen Impressionen. In welche Richtung gehen denn die vier mir nicht bekannten Kompositionen??

Wär übrigens keiner böse hier wenn Du zu zu den vier genannten Russen noch etwas schreibst :D (wobei es einen Toteninsel-thread ja immerhin schon gibt).

Gruß
Henning
teleton (09.10.2007, 13:25):
Hallo henning,
ja - aber ich :D muß ja auch mal Arbeiten und das übersteigt meinen zeitlichen Rahmen.

Die von mir genannten Werke Kirchenfenster und Belkis sind klar in der Richtung der Römischen Triologie zu sehen und keine kammermusikalischen Flachheiten, die es freilich bei Respighi auch gibt.
Aber auch die Metharmorphosen sind ein unbekanntes aber tolles Werk, das mit Elgars Enigma - Variationenn mindestens gleich ziehen kann - trotzdem unbekannt.

:hello Die anderen sollten in einem Extra-Thread später mal folgen.
HenningKolf (09.10.2007, 14:55):
das Problem mit der Arbeit stellt sich bei mir auch schon mal.... :B

dann werde ich halt die Kirchenfenster, Metamorphosen und Belkis mal auf meine Wunsch-Liste setzen

Danke für die schnelle Antwort jedenfalls
Henning
Rachmaninov (16.04.2006, 20:34):
Original von Cosima
Richtig vernarrt bin ich in Rachmaninows „Die Toteninsel“ – ein ganz großes Werk für meine Begriffe. Die Bátiz-Aufnahme auf Naxos ist für mich immer noch das Maß aller Dinge.


@Cosima,

da stimme ich Dir zu. Rachmaninov's Werke in dieser Gattung sind grandiose Kompositionen, die ich auch durchaus öfters höre als seine Sinfonien.

"Die Toteninsel" und "Der Fels" sind ein "muss" ....... :cool
martin (16.04.2006, 21:10):
Ganz vergessen hatte ich, daß ich die Tschaikovsky Tondichtungen allerdings auch kenne und teilweise auch sehr schön finde, besonders Romeo und Julia. Habe da eine sehr schöne Doppel CD ( Bild finde ich nicht, es handelt sich um Philips Duo, Tschaikowky sämtliche Tondichtungen mit Markewitsch, Haitink, Inbal).

Ansonsten: Da man diesem Forum nicht nachsagen kann, daß es Rachmaninov diskriminierte ( ich meine jetzt den Komponisten, nicht den Forumsgründer), wie wärs mit ein paar schönen CD empfehlungen?

Ich muß nämlich sagen, daß ich neulich mal wieder einen Versuch mit Rachmaninovs erster Sinfonie machte und sie ziemlich langweilig fand. Mit seiner dritten ging es mir ähnlich. Die zweite gefällt mir noch am besten. An sich mag ich von Rachmaninov nur die ersten beiden Klavierkonzerte ( das dritte schon weniger, das vierte kenne ich nicht) und die sinfonischen Tänze.

Aber wenn die sinfonischen Dichtungen von Rachmaninov so gut sind, werde ich sie mir gerne mal anhören. Über die Batizaufnahme kann man ja mal nachdenken, aber was gibt es sonst?

Gruß Martin
Jürgen (26.04.2006, 16:28):
Hallo Rolf,

einiges ist noch unerwähnt geblieben:

Debussy, der Faun

Grieg, Peer Gynt / Holberg

Grofé, Grand Canyon

Holst, Planeten

Kodaly, Hary Janos

Mussorgsky, Nacht auf dem kahlen Berge, Bilder?

Prokofiev, Romeo&Julia, Kije, Peter&Wolf

Ravel, Une Barque

Respighi, Die Vögel (ganz anders als die Pinien/Feste/Brunnen)

Rimsky-Korsakow, Scheherazade

Vaughan Williams, The Lark Ascending, The Wasps, Three Portraits..

Das sind nur die wichtigsten, die mir relativ spontan (d.h. beim Blick auf meine Festplatte) eingefallen sind.
Das meiste davon nennt sich Suite, Ouvertüre oder ganz anders. Aber egal: Alle erfüllen den Tatbestand einer Sinfonischen Dichtung.

Grüße
Jürgen
Rolf Scheiwiller (26.04.2006, 16:42):
Original von Jürgen
Hallo Rolf,

einiges ist noch unerwähnt geblieben:

Debussy, der Faun

Grieg, Peer Gynt / Holberg

Grofé, Grand Canyon

Holst, Planeten

Kodaly, Hary Janos

Mussorgsky, Nacht auf dem kahlen Berge, Bilder?

Prokofiev, Romeo&Julia, Kije, Peter&Wolf

Ravel, Une Barque

Respighi, Die Vögel (ganz anders als die Pinien/Feste/Brunnen)

Rimsky-Korsakow, Scheherazade

Vaughan Williams, The Lark Ascending, The Wasps, Three Portraits..

Das sind nur die wichtigsten, die mir relativ spontan (d.h. beim Blick auf meine Festplatte) eingefallen sind.
Das meiste davon nennt sich Suite, Ouvertüre oder ganz anders. Aber egal: Alle erfüllen den Tatbestand einer Sinfonischen Dichtung.

Grüße
Jürgen

@ Jürgen.

Ausgezeichnet Jürgen ! Vielen Dank für Deine Aufstellung !

Ich gebe immer ganz bewusst nur eine Auswahl an. Kann auch nie alles im Kopf behalten.

Damit die Mitglieder auch was zu tun haben. Ist doch richtig ? :thanks

Gruss.
R.
Jürgen (27.04.2006, 09:47):
@ Alle

Bei Dvorak (und nicht nur bei ihm) darf man nicht vergessen, daß viele seiner Overtüren eigentlich auch sinfonische Dichtungen sind. Meine Liebste daraus ist "Karneval", die ich in der Interpretation von Kubelik (DG) seit meiner Jugend kenne und überaus schätze. Bei diesem Stück geht richtig der Punk ab. Da sprüht die Lebenslust, da ist Drive, richtig Karneval halt.


@ Martin

>Respighi, Die Vögel (ganz anders als die Pinien/Feste/Brunnen)
Das war schon ein wenig auf Dich gemünzt. Die Vögel, aber auch "Antike Tänze und Arien" bestehen aus kleineren, gefälligen Stücken, die nicht so breit instrumentiert sind wie der römische Kram.
Das hier ist meine einzige Aufnahme, die ich sehr liebe, wenn auch ich noch ein anderes Cover habe:


Und wer's doch eher römisch mag: "Kirchenfenster" schlagen in die gleiche Kerbe, sind aber nicht so bekannt aber auch nicht so gut wie die Pinien.
Ich besitze nur diese Aufnahme:




Ein Freund hat diese Aufnahme, die er sehr lobt und die ich mal vor 10 Jahren gehört habe:




Da dieser Freund ein amerikanischer Soldat war, der vor etwa 10 Jahren zurück in die USA ging, kann ich leider nicht mehr reinhören und daher auch keine Referenz angeben.

Grüße
Jürgen
Eric (28.04.2006, 21:44):
Original von Cosima


Mit Sibelius’ „Lemminkäinen“ werde ich nicht so richtig warm..

Hallo Cosima,

darf ich fragen welche Aufnahme Du von den Lemminkäinen Legenden hast?

Ich finde diese Interpretation der Lemminkäinen Legends wirklich ganz fantastisch:


http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9934153.jpg


Die zweite CD fällt da deutlich ab und auch die Aufnahmequalität ist nicht die beste, jedoch möchte ich diese CD nicht missen! :down


Gruß, Eric :P
Cosima (30.04.2006, 09:04):
Original von Eric
darf ich fragen welche Aufnahme Du von den Lemminkäinen Legenden hast?


Hallo Eric,

ich besitze diese Aufnahme: Los Angeles Philharmonic / Salonen:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000027U8.01.MZZZZZZZ.jpg

Ich glaube nicht, dass es an der Interpretation liegt, die finde ich schon gelungen. Das Werk an sich langweilt mich leider etwas. Allerdings muss ich einräumen, dass ich mich bislang nicht intensiver damit beschäftigt habe.

Viele Grüße, Cosima
Eric (05.05.2006, 22:00):
Hallo Cosima,

es ist mir leider nicht gelungen in die genannte Aufnahme reinzuhören, gibt es davon irgendwo eine Hörprobe?
Auf alle Fälle möchte ich mich bei Dir für Deine ehrliche Meinung bedanken!

Gruß, Eric :)
embe (10.05.2006, 10:49):
Hallo,
da gibts noch vieles an sinf. Dichtungen o.ä.

Der Engländer Bax schrieb Viele z. B. Tintagel oder November Woods...sehr hörenswerte Sachen.

Elgars in the South find ich super.

Ernest Farrars Heroic Ballad ist wunderbar.

Von Sibelius gibts noch die Waldnymphe, beim 1. Hören bin ich fast aus dem Sessel gefallen, so tolle Musik so lange nicht aufgeführt.

Noch mehr tolle Dichtungen.

Janaceks Musikantenkind oder Taras Bulba...

Gliere, Saporoger Kosaken...

de Sabata, Juventus u. Gethsemane...

Holmboe, Monolith...

Tcherepnin, Prayer...

Copland, Quiet City, Lincoln Portrait...

Torke, Jasper...

Antheil, McKonkeys Ferry...

Balakierev, Tamara, Russia...

Glinka, das Meer, Mittelalter uvm.

Weingartner, Gefilde der Seligen...

Nielsen Carl, Pan und Syrinx, Kranichszene, Helios....

Nielsen Ludolf, Hjortholm...

Atterberg, Schärensage, Älfen...

Magnard, Hymne a la Justice...

Leifs Jon, Hekla, Geysir, Dettifoss...

Rangström, Dithyramb....

Rautavaara, Autumn Gardens, Garden of Spaces, Book of Visions, Cantus Arcticus...

Mehr fallen mir grad nicht ein :(
Müsste mal in der Sammlung wühlen...

Gruß
embe
Holger S. (15.05.2006, 15:06):
Original von embe
Glinka, das Meer, Mittelalter uvm.


Hallo Michael,
Du meinst wohl Glasunow! Von den übrigen gefällt mir Ludolf Nielsens Hjortholm besonders, das Werk hat eine sehr interessante mystisch-geheimnisvolle Grundstimmung.

Berwald könnte man auch erwähnen, da gibt es einige tolle Sachen. Wassili Kalinnikow hat auch zwei Sinfonische Bilder geschrieben: "Die Nymphen" sowie "Zeder und Palme". Gerade letzteres ist ein wundervolles Stück nach einem Gedicht von Heine. Von Jewgeni Swetlanow gibt es Stücke wie "Tagesanbruch auf dem Felde" oder "Der rote Schneeball", ebenfalls recht stimmungsvoll. Boris Tschaikowski hat im Jahre 1984 zwei Sinfonische Dichtungen geschrieben: "Der Wind von Sibirien" und "Der Jüngling", beides recht eindrucksvolle Werke. Gerade vor kurzem habe ich eine Sinfonische Fantasie von Andrei Petrow kennen gelernt: "Der Meister und Margarita" (leider nicht auf CD erhältlich). Das Stück handelt unter anderem vom Teufel, und dementsprechend ist in den 24 Minuten eine Menge los... Eine spaßige Angelegenheit! Granville Bantock hat eine Menge sinfonische Dichtungen geschrieben, sicher auch lohnenswert (Hyperion hat vieles davon veröffentlicht). Was Mussorgskis o.g. Nacht auf dem Kahlen Berge betrifft, empfehle ich unbedingt Mussorgskis Originalfassung. Rimski-Korsakow hat das Werk ja "geglättet" (u.a. mit einem ganz anderen, ruhigen und leisen Schluss versehen), Mussorgskis Original ist wilder. Unter anderem in dieser Aufnahme erhältlich.

Viele Grüße
Holger
embe (15.05.2006, 22:36):
Hallo Holger,
huch ja, da hab ich den Glinka doch mit Glasunov verwechselt...
sorry :beer

Bantock ist nicht übel :wink
Woher kenne ich nur die Boris Tschaikovsky Werke ?( :leb :rofl

Gruß
embe
HenningKolf (08.10.2007, 18:22):
Original von Rachmaninov


Das es die heimliche Nationalhymne der Suomis ist war mir nicht bekannt.


Den Charakter der heimlichen Nationalhymne hat heute wohl eher die Chorfassung der "Finlandia Hymn".

Das Orchesterwerk wurde 1900 uraufgeführt, die Russen fanden das darin zum Ausdruck kommende Nationalbewußtsein als bedrohlich und verboten weitere Aufführungen. Kurzerhand wurden dann - ich weiss nicht ob durch Sibelius selbst - Aufführungen mit dem Titel "Suomi" veranstaltet, dagegen hatten die Russen nichts einzuwenden, weil es ihnen oder besser den Offiziellen offensichtlich an Bildung und Phantasie mangelte.....

Bis 1937 war Finlandia ein Werk ohne Worte. 1937 gab es eine erste Vertonung durch einen mir nicht weiter bekannten Opernsänger namens Wäinö Sola. Mit dem Winterkrieg 1939 hatten die Finnen erneut mit russischer Agression zu tun, der Dichter Koskiennemi schrieb einen heroischen Text, der noch heute Gültigkeit besitzt. Sibelius selbst verfasste mit diesem Text erst 1947 oder 1948 (Quellenangaben unterschiedlich)eine geänderte Fassung der "Finlandia Hymn" für gemischten Chor. Eine gute Aufnahme (sofern man das Genre mag) gibt es mit dem Jubilate Choir auf BIS. Diese Chorfassung ist heute noch mehr als das sinfonische Werk "heimliche Nationalhymne".

Gruß
Henning
teleton (09.10.2007, 11:55):
Hallo Klassikforianer/-innen,

die Form der Sinfonischen Dichtung schätze ich seit Franz Liszt sehr hoch.
Warum soll Musik nur immer absolut sein, es ist doch toll, wenn man sich gleich eine Handlung oder einen Hintergrund dazu vorstellen kann, die das gehörte untermauert !?!

Meine ersten drei Komponisten in meinem Leben waren Beethoven, Tschaikowsky und Liszt
da war ich direkt beim Thema SINFONISCHE DICHTUNG. Dieser Thread könnte sehr lang werden, aber ich möchte mich kürzer fassen ! Gelingt mir das ?


Die Sinfonischen Dichtungen Nr.1-13 von Franz Liszt sind die ersten Werke dieser Gattung. Liszt ist quasi der Begründer der Sinfonischen Dichtung. Berlioz hat die Idee aufgenommen, wie man an seinen Sinfonien op.14 bis 16 (Fantastique, Harold, Romeo und Julia) erkennen kann.
Wenn jetzt einer schreibt: Aber Beethoven hat doch die 6ste geschrieben, dann muß ich wiedersprechen, denn Beethoven hat gesagt:
Mehr Empfindung als Malerei.
Es ist also keine Programmmusik.

Die Liszt: Sinfonischen Dichtungen Nr.1-13 sind auch mein Anfang gewesen. Es war damals die schöne Philips-LP-Kassette mit Bernhard Haitink / LSO (Philips).
Diese Aufnahmen kaufte ich mir auch zur Einführung der CD um 1980 auch auf CD. Es folgten auch Einzel-CD´s mit Kurt Masur / Gewandhauso.Leipzig (EMI), , sowie Solti / LSO (Decca), die ebenfalls große Interpretationen sind.

Um den ganzen sinfonischen Liszt komplett zu haben kaufte ich mir dann 2005 die EMI-7CD-Liszt-Box die auch die Klavier-Orchesterwerke mit Beroff enthällt:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9960486.jpg
Beroff / Gewandhausorchester Leipzig / Masur
Philips, 7CD, ADD

Auf dieser EMI - 7CD - Box für 25,99EURO ist alles vorhanden in hervorragenden Aufnahmen mit Kurt Masur / Leiziger Gewandhausorch. und dem Pianisten Michel Beroff:
Was ich hier zu hören bekam, insbesondere die Werke für Klavier und Orchester hat mir jetzt nach eintreffen der CD-Box "die Socken ausgezogen".

:engel TOP-Interpretationen, auch von den bekannteren Klavier-Orchesterwerken, wie den Klavierkonzerten Nr.1+2 und dem Totentanz.
Bei den reinen Orchesterwerken schlägt Masur einen härteren Ton an als Haitink - ich finde das angemessen gut. Die o.g. Solti-Liszt-Decca-CD mit einigen Sinf.Dichtungen als Vergleich herangezogen ist auch sehr gut aber nicht besser als mit Masur.

Vor kurzem habe ich mir wegen des Totentanzes für Klavier und Orchester die Zimmermann/Ozawa-Aufnahme über EBAY preiswert zugelegt; bin aber von Ozawa´s Orchesterbegleitung nicht so 100% angetan.
Masur / Beroff leisten hier eine ungleich spannendere Version des Totentanzes und die Klavierkonzerte sind sehr gut gelungen !

Die Werke für Klavier & Orchester:
Klavierkonzerte Nr. 1 & 2; Wandererfantasie (Version mit Orchester);
Polonaise brillante; Fantasie über ungarische
Volksweisen; Fantasie über "Die Ruinen von
Athen"; Fantaisie symphonique über "Lelio";
Maledicion; Totentanz

Die Orchesterwerke:
Festklänge; Dante-Symphonie; Bergsymphonie;
Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe;
Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus;
Prometheus; 2 Episoden aus Lenaus Faust;
Mephisto-Walzer Nr.1+2; Heroide funebre; Hungaria;
Hamlet; Hunnenschlacht; Faust-Symphonie

:beer Eine empfehlenswerte Box für Liszt-Freunde !
--

Wenn man Liszt mag folgt automatisch auch bald der fantastische Ottorinao Respighi.
Dieser hat nicht nur das sinfonische Tryptichon geschrieben, sondern auch weitere Werke dieser Gattung, die höchst hörenswert sind.

Das bekannte Tryptichon ist mit Ormandy (CBS) und Reiner (RCA), aber hier ohne die Feste meine erste unglaublich gute Begegnung gewesen.
Auf CD folgte Dutoit (Decca) und mit mehr Emotion Muti (Brillant, ehemalig EMI).

Die Römischen Feste sind meine Lieblingsdichtung. Die Telarc-Aufnahme mit Jesus Lopez Cobos hat Jürgen weiter oben bereits genannt - sie ist der Wahnsinn. Die enthaltenen Kirchenfenster und Brasiainischen Impressionen wären weitere sehr gute Werke der Gattung Sinf.Dichtung.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6993386.jpg
Telarc, DDD

Die Kirchenfenster sind aber auf dieser Candos-CD mit J.Simon noch imposanter gelungen und The Queen of Sheba, hatte ich mal als Ausschnitt gehört - die GA wieder mit J.Simon ist da ein "MUSS":

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5195826.jpgChandos, DDD

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5195543.jpgChandos, DDD

Eine Superaufnahme der Belkis, Queen of Sheba -Suite und auch das Werk Metharmorphosen, das in Aufbau und Qualität mit Elgars-Enigma-Variationen Ähnlichkeit hat, war eine äußerst positive Überraschung für mich. Gefrey Simon und das Philharmonia Orchestra London liefern "Klassik vom Feinsten".
:beer Es handelt sich ja auf dieser CD um die "World-Premere-Recordings" beider Werke.
Ich könnte nun mit Tschaikowsky (hier Favorisiere ich die Aufnahmen der Sinf.Dichtungen mit Swetlanow (Eurodisc) und Dorati (Decca);

sowie dem in diesem Thread schon ausgiebig genannten Sibelius (hier Favorisiere ich Ashkenazy und Karajan);

sowie Prokofieff, Rimsky-Korsakow; Rachmaninoff, Balakiriew und einigen aus dem späteren 20.Jhd. weiter machen (Lon Leifs z.Bsp), aber das wäre zu lang und folgt ggf. später mal.
HenningKolf (09.10.2007, 13:19):
:D Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die Hinweise zu Respighis Belkis, Sheba, Metamorphosen und Kirchenfenstern....kenn ich nämlich alles nicht. Ich mag von Respighi besonders die eher "größer und gewaltiger" klingenden "Römischen" als die eher lyrischen Vögel und brasilianischen Impressionen. In welche Richtung gehen denn die vier mir nicht bekannten Kompositionen??

Wär übrigens keiner böse hier wenn Du zu zu den vier genannten Russen noch etwas schreibst :D (wobei es einen Toteninsel-thread ja immerhin schon gibt).

Gruß
Henning
teleton (09.10.2007, 13:25):
Hallo henning,
ja - aber ich :D muß ja auch mal Arbeiten und das übersteigt meinen zeitlichen Rahmen.

Die von mir genannten Werke Kirchenfenster und Belkis sind klar in der Richtung der Römischen Triologie zu sehen und keine kammermusikalischen Flachheiten, die es freilich bei Respighi auch gibt.
Aber auch die Metharmorphosen sind ein unbekanntes aber tolles Werk, das mit Elgars Enigma - Variationenn mindestens gleich ziehen kann - trotzdem unbekannt.

:hello Die anderen sollten in einem Extra-Thread später mal folgen.
HenningKolf (09.10.2007, 14:55):
das Problem mit der Arbeit stellt sich bei mir auch schon mal.... :B

dann werde ich halt die Kirchenfenster, Metamorphosen und Belkis mal auf meine Wunsch-Liste setzen

Danke für die schnelle Antwort jedenfalls
Henning
teleton (16.09.2008, 10:03):
Hallo Respighi-Freunde,

ich muß leider feststellen, das der JKomponist Ottorino Respighi hier im Forum nicht die ganz große Resonanz hatte, wie man an diesem Threadverlauf erkennt.

Da ich seit ein paar Tagen eine weitere Aufnahme der Römischen Triologie mit Enrique Batiz besitze, möchte ich Euch diese positive Überraschung nicht vorenthalten:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6320191.jpg
Römische Feste
Römische Brunnen
Römische Pinien
Royal PO / E.Batiz
NAXOS, 1991, DDD

An anderer Stelle hatte ein Orchestermusiker eines mitteldeutschen Orchesters geschrieben, das er diese Aufnahme der Feste Romane mal gehört hat und das er in Erinnerung hat, dass der Schluß unsauber (insbesondere im Schlagwerk) gespielt ist und er die Aufnahme deshalb erstmal nicht kaufte. Es wäre eigebdlich seitens Naxos eine Neuaufnahme dieses Takes erforderlich gewesen, aber aus Kostengründen bei Nayos unterblieb dies.
Ich habe seit dieses Beriochtes im letztem Jahr immer mal Ausschau gehalten, ob ich die Batiz-Aufnahme nicht bekommen kann. Durch Übernahme einer CD-Sammlung habe ich sie jetzt und kann endlich diese Frage beantworten, die mich auch brennend interessiert hatte.
:engel Denn das Batiz dieser "Stoff" liegen würde war mir nach den zahlreichen Glanzaufnahmen, die ich von ihm habe, klar.

Ich habe alle drei Tondichtungen mit meinen Aufnahmen
Lopez Cobos (TELARC)-nur Feste;
* Muti (EMI/Brillant);
* Dutoit (Decca);
* Swetlanow (Scibendum);
Reiner (RCA-LP) - nur Pinien und Fontänen
verglichen.

Batiz schneidet da genial gut und äußerst brillant ab. Er baut die Sätzte dramaturgisch auf, braucht dazu bei einigen Sätzen ((Catakomben (Pienen); Jubilee (Feste) u.a)) längere Spielzeiten um dann eine wuchtige Entladung zu inzenieren. Darin Swetlanow nicht unähnlich, der auch genial interpretiert, aber hier im Vergleich mit total ungleicher Tontechnik ( die bei Swety nicht berauschend ist und mit unsauberen Blechbläser versehen ist, sodaß diese CD zur Nervensache wird).
Die Batiz - Aufnahme ist sehr Durchsichtig und das Royal PO scheint durch Batiz bis an die Grenzen der Belastbarkeit geführt, was die Aufnahme trotzdem sehr spannend macht.

Nun zur Frage mit dem Schluß der Feste im La Befana:
*Ja, der Schluß ist äufs äußerste überdreht, klingt wahnsinnig und scheint tatsächlich auch im Schlagzeug unsauber, was dem Geschehen und dem absoluten Gänsehautfaktor aber keinen Abbruch tut. Eine Überarbeitung dieses "Take" war offenbar notwendig und wurde nicht vorgenommen. Im ganzen Gewühl geht dies aber unter, sodaß man dies bei dieser TOP-Interpretation verschmerzen kann.
Swetlanows Live-Aufnahmen aus Russland dind da ungleich schlimmer, denn hier liegt so macher Blechbläser total daneben.

Das Cincinatti SO klingt bei meiner Favoritenaufnahme von den Festen unter Cobos (TELARC), souveräner und präziser, auch und gerade im Schlagzeug.
Allerdings klingt die NAXOS-Batiz-CD, wie ich heute feststellte sogar noch einen Tick brillanter.

Fazit:
Die Batiz-CD muß man als Respighi-Fan unbedingt haben und der scheinbare unsaubere Schluß bei den Festen ist überhaupt kein Grund die CD nicht zu kaufen (das sind 4Sterne) - für schlappe 5,99Euro ein MUSS.

Übrigens - die Pinien habe ich noch nie so eindrucksvoll und an den vorhandenen Stellen so Energiegeladen gehört wie auf dieser CD.
:times10 Batiz ist mein neuer Favorit für die Pinien.
teleton (21.05.2009, 11:00):
Sibelius ist in diesem Thread bereits oft erwähnt worden.

Als nächsten Punkt möchte ich seine Sinfonische Dichtung TAPIOLA (1925) ansprechen, die mich seit meiner ersten Aufnahme mit Karajan von Anfang an begeistert hat.
Tapiola ist die bedeutenste alle Sibelius-Tondichtungen !

Das Programm von Sibelius, das er aus der finnischen Mythologie entnommen hat:
Da dehnen sich des Nordlands düstere Wälder.
Uralt-geheimnisvoll in wilden Träumen.
In ihnen wohnt der Wälder großer Gott.
Waldgeister weben heimlich in dem Dunklen.

Das Werk ist in der ersten Hälfte relativ ruhig angelegt um dann mit mehreren Höhepunkten in der zweiten Hälfte aufzuwarten.
Die Erwartungshaltung auf diese Höhepunkte macht das Werk aber auch schon von Anfang an spannend und malt in düsteren Farben sehr ansprechend die düsternis der finnischen Wälder.

Ich finde das Werk von den ersten Takten an schon spannend und ergreifend.

Meine Aufnahmen im Vergleich:
* Das Karajan´s Aufnahme von EMI, 1976, ADD ist sehr angemessen interpretiert und hat IMO noch mehr Aussagekraft als die DG-Aufnahme, die ich auch mal hatte. Die EMI-CD von 1977 enthält mehrere Tondichtungen, die Karajan als TOP-Sibelius-Dirigenten ausweisen.

* Noch düsterer und geheimnisvoller und mit brachialen Ausbrüchen ist
Segerstam/Helinki PO (Ondine, 1996, DDD) , aber nicht immer so klar durchzeichnet wie die Folgende.

Ein audiophiler Leckerbissen mit viel Gefühl und ergreifenden Fortestellen mit TOP-Pauken ist die zu meinen Favoriten gehörende Aufnahme mit
Ashkenazy/Philharmonia Orchestra (Decca, 1981-83, DDD).
Die CD mit verschiedenen Tondichtungen ist ein MUSS für Sibelius-Fans und enthält die stärkste Aufnahme von Finlandia.

Lupenrein, aber vom Tempo zu schnell über die schönen Stellen hinweggehend ist
Berglund/Helsinki PO (EMI, 1994, DDD). 14:53 ist einfach zu schnell für dieses Werk (auch wenn ich ansonsten schnelle Tempi bevorzuge) - normal und angemessen sind 19-20Minuten.
Die EMI-CD ist mit den Vier Legenden aus Kalevala op.22 unter Ormandy gekoppelt - höchst empfehlenswert wegen Ormandy.

* Die Järvi-Aufnahme/ Gothenburg SO (DG, DDD), die in der Sinfonien GA mit mehreren Tondichtungen vertreten ist, ist auch stimmig und sehr gut. Besser als so manche Sibelius-Sinfonie mit Järvi.

Mein absoluter Favorit, zusammen mit Ashkenazy, bei dem alles stimmt - Ausdrucksgehalt - Stimmung - Detailarbeit - Paukensound - Klangqualität ist
Blomstedt / San Francisco SO (Decca, 1992, DDD).
Die Aufnahme ist zusammen mit Valse Triste in der Sinfonien-GA enthalten.




PS.: Ich habe neben den Sinfonien-GA alle Bernstein-Einspielungen von Sibelius-Werken auf SONY und DG.
:beer Schade das er Tapiola nie eingespielt hat, denn das wäre auch ein "Fest" geworden.

:hello Welche Tapiola-Aufnahmen favorisiert ihr ???
Welche Sinf.Dichtungen von Sibelius liegen Euch auch am Herzen ?
Amadé (21.05.2009, 14:37):
Hallo teleton,

ich habe vor 2 Jahren Tapiola mit Blomstedt und dem Gewandhausorchester live gehört, die Interpretation hat mich damals sehr überzeugt. Ich überlege nun, mir die Sinfonien-GA mit Blomstedt zu besorgen, da ist Tapiola dabei.
Kennengelernt habe ich das Werk mit Rosbaud und den Berliner Philharmonikern, ich besitze heute noch die LP, heute bei Originals:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/4170P2ZXJSL._SL160_AA115_.jpg,

später kam die Karajan DGG Platte dazu.

Gruß Vater Amadé
Cetay (inaktiv) (22.05.2009, 11:10):
Original von teleton
:hello Welche Tapiola-Aufnahmen favorisiert ihr ???
Welche Sinf.Dichtungen von Sibelius liegen Euch auch am Herzen ?

Für mich standen die sinfonischen Dichtungen von Sibelius immer klar im Schatten der Sinfonien. Mir erscheint er hier zu volkstümlich und zu plakativ. Etwa bei Pohjola's Tochter, wo mir persönlich die Themen billig, die Emotionen gespielt und die Steigerungen und Ausbrüche aufgesetzt vorkommen. Und dass man von den Lemminkäinen-Legenden heute fast nur noch den Schwan von Tuonela (der ist allerdings großartig!) zu hören bekommt, ist in meinen Ohren berechtigt.
Etwas ganz anderes ist Tapiola. Dieses düstere Schwesterwerk zur 7. Sinfonie vermeidet genau die (von mir empfundenen) Schwächen; es ist ernst und von einer bewingenden Architektur. Das ist eines meiner Lieblingswerke des Finnen - ganz besonders mit Karajan/DGG.
kreisler (22.05.2009, 15:23):
Hallo Dox Orkh,

Ja, mir geht es da ähnlich: Ich mag (und schätze) die Symphonien weit mehr als seine Tondichtungen. Zwar höre ich gerne den "Valse triste", Finlandia z.B. ist mir aber, wie dir, zu plakativ.
Und bei Tapiola stimme ich dir auch vollkommen zu! :beer

Du meinst dann wohl diese Aufnahme die ich auch habe:

http://bilder.buecher.de/produkte/20/20006/20006284n.jpg

(Habe gerade eben erst entdeckt, dass es die symphonischen Dichtungen auch noch mit Karajan bei EMI gibt)


Übrigens kann ich von mir insgesamt behaupten, dass ich Symphonien fast immer um einiges lieber habe, als solche Dichtungen. Ich bin auch kein besonderer Liszt-, Respighi- oder Strauß-freund.

lg kreiser
teleton (28.05.2009, 10:30):
Hallo Dox und Kreisler,

da liegt der Hund begraben:
Ich bin auch kein besonderer Liszt-, Respighi- oder Strauß-freund.
Ich hingegen ein ganz großer Freund dieser Komponisten und Werke.

Ich habe (wie bereits geschrieben) die Karajan-EMI-Aufnahme einiger Sibelius-Tondichtungen:
Es sind aber nur Tapiola (sehr gut mit HvK), Schwan von Tuonella (TOP mit HvK), Finlandia (OK - aber er erreicht nicht den Ashkenazy-Wahnsinn), EnSaga (OK) und die Karelia-Suite (nicht so doll mit HvK).

Mir kamen Karajans DG-Aufnahmen der Tondichtungen nicht so Aussagekräftig vor und daher habe ich die CD nicht mehr.
(Ich habe jedoch Gelegenheit in diese nochmal reinzuhören, was ich nach deinen Äußerungen tun werde.)


Pohjolas Tochter, die Tondichtung die Du weniger schätzt, höre ich sehr gerne und empfinde hier nichts aufgesetzt.
*** Bernstein bietet diese in vorher und nachher nie wieder gehörter Spielfreude mit den NewYorker PH in seiner Sinfonien - GA (SONY).
Eine Wahnsinnsaufnahme, bei der einem das Werk einfach ans Herz wachsen muß.
Wie schon von mir geschrieben: Schade das Bernstein Tapiola nie aufgenommen hat !
Nordolf (20.08.2011, 21:03):
Hallo!

Ich habe heute zwei der oben von teleton erwähnten "Tapiola"-Aufnahmen vergleichsgehört:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41MZD8QWZTL._SL500_AA300_.jpg

Vladimir Ashkenazy / Philharmonia Orchestra 1981


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51cHYRxKnhL._SL500_AA300_.jpg

Leif Segerstam / Helsinki Philharmonic Orchestra 1994


Zuerst einmal: - beide Interpretationen sind meiner Ansicht nach sehr gelungen und besitzen ihre Gültigkeit. Der Sieger ist aber denoch ganz klar der Schwede Segerstam für mich. Ich würde die obige Sternchen-Wertung von teleton umdrehen wollen: drei für Ashkenazy, vier für Segerstam.

Der Hauptunterschied besteht für mich darin, das Ashkenazy das Werk mehr wie ein "dunkles Märchen" insziniert, während Segerstam wirklich etwas Gewaltiges und Mythisches mitklingen lässt. Ich gebe teleton recht: Ashkenazy zeichnet die Teile des Werkes und die Orchestergruppen deutlich umrissener durch, er legt mehr Wert auf Brillianz und Durchhörbarkeit. Segerstam hingegen lässt auch gerne die Klangfarben einmal miteinander verschmelzen, um atmosphärische Effekte zu erzielen: - zur Klangsoße wird sein Ansatz aber nie, dafür sorgt schon allein unterstützend die hervorragende Aufnahmetechnik der CD.

Außerdem kann Ashkenazys Durchhörbarkeit bei diesem Werk leicht zur glatten Oberfläche werden. So gibt es in der "Tapiola" eine geisterhafte Klangfigur, die an einigen Stellen des Werkes variiert von den Streichern oder den Bläsern intoniert wird: - Ashkenazy stellt sie ganz klar heraus, so dass der Hörer bei diesen Stellen weiß: "ah ja da kommen jetzt die Geister oder es wird die geisterhafte Einsamkeit im Wald dargestellt". Segerstam mischt diese Klänge dagegen mit dem basslastigen, bedrohlichen Teppich der Pauken im Hintergrund, so daß der Eindruck eines "mythischen Schauders" ensteht: - "etwas Ungeheures nähert sich". Ich finde diese Wirkung viel tiefgehender und eindrücklicher. Überhaupt ist dieser Hintergrundteppich des Schlagwerks (und anderer Instrumente?) bei Segerstam wesentlich präsenter - er prägt hier mehr die Stimmung der Musik als bei Ashkenazy, lässt sie bedrohlicher, kraftvoller erscheinen. Die Klangfarben sind bei Segerstam häufig "nebelhaft-verhangener" als die etwas helleren bei Ashkenazy.

Im zweiten Teil der Komposition gibt es einige Ausbrüche. Sie verfehlen ihren Wirkung in beíden Aufnahmen nicht. So hören wir z.B. das tolle Blech des Philharmonia Orchestra in der Ashkenazy-Aufnahme. Trotzdem hat Segerstam auch hier die Nase vorn. Denn so archaisch und brachial klingt es nur bei ihm und seinem Klangkörper aus Helsinki. Bei Ashkenazy sieht man den Waldgott wie in einem Film vorbeischreiten, bei Segerstam ist man mitten drin.

Ich will noch auf zwei Dinge hinweisen: 1. die ebenfalls auf der Segerstam-CD enthaltene "Lemminkäinen-Suite" ist von ähnlicher Eindrücklichkeit und Tiefe wie die "Tapiola" und 2. auf der Ashkenazy-CD ist eine der grandiosesten und lautesten "Finlandia"-Interpretationen enthalten, die ich kenne. teletons Begeisterung kann ich hier absolut nachvollziehen.

Herzliche Grüße!
Jörg
Maurice inaktiv (14.03.2013, 03:15):
Ich möchte auch hier wieder einige Komponisten aufführen,die bsiher noch nicht genannt wurden.

Joaquim Serra : "Puigsoliu" gehört zur Naxos-Serie "Spanish Classics"
(1907-1957) "Orchesterwerke"

Carlos Chavez : "La Hija De Colquide" von ASV,aus der Serie "Musica
(1899-1978) Mexicana",Vol.7 Comd.: Enrique Batiz

Niels Gade : "Sommertag auf dem Lande",op.55 ,CPO,Cond.: Ole
Schmidt / Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

Franz Schreker : "Romantische Suite" ,Marco Polo/Naxos ,Cond.: Uwe Mund

Josef Suk :"Praga,op.26" & "Ein Sommermärchen,op.26", "Das
(1874-1935) Reifen,op.34"
Cond.: Vaclav Neumann & Libor Pesek / Tschechische
Philharmonie Prag (tolle 4-CD-Box von Supraphon)

Vitezslav Novak :"Pan,op.43" von Marco Polo
(1870-1949) Cond.: Zdenek Bilek / Slovakische Philharmonie

Mieczyslaw
Karlowicz
(1876-1909) :3 CDs mit seinen Symphonischen Dichtungen von
Naxos.Cond.: Antoni Wit

Vasilij Kalinnikov :"Zeder und Palme" & "Nymphen"
(1866-1901) Doppel-CD von BMG-Melodiya,Cond.: Jewgenij
Swetlanow

Franz Liszt :Symphonische Dichtungen 2 Einzel-CDs , Cond.:
Dresdner Philharmoniker / Michel Plasson
bei Berlin Classics erschienen.

Siegfried Wagner:"Glück" Koch/Schwann ,Cond.: Dmitri Kitajenko
(1869-1930)

Alexander von
Zemlinsky
(1871-1942) :"Die Seejungfrau" , Doppel-CD von EMI,Cond.: James
Conlon/Gürzenich-Orchester Köln

George W.
Chadwick
(1854-1931) : "Overtures and Tone Poems" Naxos , Cond.: Kenneth
Schermerhorn

"Tam O'Shanter" ,Reference Recordings ,Cond.:
José Serebrier / Tschechische Staatsphilharmonie

William Grant Still : "Africa" Naxos / American Classics , Cond.: John Peter
(1895-1978)

Ferde Grofé : "Grand Canyon Suite",Mississippi Suite","Niagara Falls
(1892-1972) Suite" + "Hollywood Suite","Hudson River Suite",
"Death Vallex Suite" 2x Naxos / American Classics ,
Cond.: William T. Stromberg / Bournemouth SO

Ich hoffe,es ist wieder etwas dabei,was ihr noch nicht kennt.Dieses Mal ausnahmsweise ohne britische Komponisten,die aber auch bereits erwähnt wurden.

Da ich die Suiten durchaus auch in den Bereich "Tondichtungen" gliedere,habe ich sie ebenfalls erwähnt.
Maurice inaktiv (19.03.2013, 09:52):
Ich besitze die 3-CD-Box von CPO der Werke Johan Svendsens.Er schrieb 2 Sinfonien und einige Sinfonische Dichtungen,alle in wunderbaren Einspielungen erhältlich.

Es handelt sich um Johan Svendsen,dem Norweger und Zeitgenossen Edward Griegs.Seine "Sinfonischen Dichtungen" findet man preisgüstig auf einer 3-CD-Box bei JPC.

Man muss aber aufpassen,denn die Werke werden auch bei La Vergne Classics über Amazon angeboten.Das betrifft die Sinfonien und die Dichtungen.

Man findet aber bei CPO keinen Hinweis darauf,dass es die gleichen Einspielungen sind.Höchst unerfreulich das Ganze.Man wird nur stutzig,weil Dirigent und Orchester überein stimmen....

Hier das Cover von CPO :

http://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/Johan-Svendsen-1840-1911-Orchesterwerke/hnum/7591501

Sie sind dort zum absoluten Schnäppchenpreis von 9,99 € gerade zu erwerben.Schlagt zu,es sind wirklich wunderschöne Einspielungen,und für DEN Preis echt der Hammer!!!!

VG,Maurice