S. Rachmaninov: Die Klavierkonzerte

Rachmaninov (20.03.2006, 21:41):
S. Rachmaninov schrieb insgesamt 5 Werke für Orchester mit Soloinstrument:

Klavierkonzert n.1 fis-Moll op.1 - 1891, revidiert 1917
Klavierkonzert n.2 c-Moll op.18 - 1901
Klavierkonzert n.3 d-Moll op.30 - 1909
Klavierkonzert n.4 g-Moll op.40 - 1926, revidiert 1941
Rhapsodie op.43 - für Klavier und Orchester nach einem Thema von Paganini, 1934

In diesem Beitrag werde ich zunächst jedes Klavierkonzert beschreiben und ggf. ein oder mehrere Hinweise auf Einspielungen geben. Die Rhapsodie op.43 wird später sicherlich in einem anderen Betrag diskutiert und soll hier nicht besprochen werden.

Gruß
Ganong (21.03.2006, 13:46):
Liebe Forumsmitglieder ,
grossartige Musik , die an alle Beteiligten der Interpretation grösste Anforderungen stellt .
Es gibt alleine vom sog. Rach-3 ca. 160 verschiedene Aufnahmen .
Und das 2. Klavierkonzert in c-Moll ist das wohl meistgespielte Klavierkonzert in den USA gewesen .
Dies ist sicherlich nicht ohne Grund so .
Massstab für die Interpretation jedes der Konzerte ist sicherlich die Interpretation durch Rachmaninov selbst . Sergey Rachmaninov war bekantlich einer der besten Pianisten aller Zeiten und beherrschte die zum Teil aberwitzigen technischen Schwierigkeiten besonders des 3. Klavierkonzertes souverän . Er spielte es vierhändig mit Vladmir Horowitz in seinem Haus in Los Angeles ( gäbe es davon nur eine Aufnahme ! ) .
Rachmaninov hat die Konzerte selbst mehrfach bearbeitet und Unterschiede ergeben sich etwa im "Rach-3" alleine schon durch die Kadenz . Selbst Rachmanonov spielte mit L. Stokowsky ( Xaxos ) die kurze Version und erste Alexis Weiossenberg mit Leonard Bernstein und dem Orchestre National de France haben in den 1970er Jahren das gesamte Werk vollständig bei EMI France aufgenommen ( die Aufnahme ist in technisch hervorragend durch Toshiba-EMI überarbeiteten Zustand seit 2005 wieder erhältlich ) . Nebenbei ist interesant , dass Weisenberg von den 6 mir bekannten seiner Aufnahmen hier Rachmaninovs eigener Interpretation sehr nahe kommt , weil er alles rein pianistisch Spektakuläre beiseite lässt und in Bernstein einen völlig wrekorietierten Dirigenten - Freund an seiner Seite hat . Was den "packenden Zugriff" , die "pianistischen Hochleistungsstrecken" ( matthias Kornemann ) anbelangt , so sind die Aufnahmen vor allem des frühen Horowitz ( mit A Coates , m. E. noch mit Fritz Reiner) , Martha Argerich mit Chailly oder Weissenberg mit Pretra oder Ozawa - live in Boston ; LP - ) unerreicht . Emils Gilels hat mit Cluytens in Paris mitte der 1950er Jahre eine der zwingensten Wiedergaben des "Rach-3" gespielt , die ich unter meinen rund 35 Aufnahmen des Werkes kenne (Testament) . Sollte man ein Ranking kurz erwähnen , so gehört die Aufnahme mit Byron Janis noch zu meinen Top-Aufnahmen .
Das "Rach-2" in Hollywood oft als Filmhintergrundmusik missbraucht , wurde von Rachmaninov selbst als sein bevorzugtes Klavierkonzert immer wieder hervorgehoben . Die darin liegende typische "russische Seele" haben Weissenberg mit Karajan und den berliner Philharmonikern mit opulentem slawischen Klang bis heute unter den vielen interpretationen eingespielt . Erneut sei auf rachmaninov selbst als Interpreten hingewiesen . Daneben noch auf jedn Fall Sviatoslav Richter , Byron Janis , Simon Barere ( live in der Carnegie Hall ) , William Kapell .
Trotz aller in den letzten jahren erschienen Aufnahmen beeindruckt mich Sergey rachgmaninov alleine durch seine wundervolle nie hektisch unkontrollierte Souveränität bei dem Konzerten 1 und 4 am meisten . Hier ist alles ganz natürlichj , organisch . Wer könnte dies heute noch so spielen ?
Grüssse , Ganong
Cosima (21.03.2006, 14:34):
Hallo Ganong, hallo allerseits,

Du hast schon sehr viel Interessantes angesprochen! Und großartige Kompositionen sind es allemal, die Konzerte Nr. 2 und 3 gehören zu meinen liebsten überhaupt.
Bevor ich gerne meine Favoriten vorstellen möchte, würde mich interessieren, was Ihr von der Stephen-Hough-Einspielung (Hyperion) aller 4 Klavierkonzerte haltet. Dies war meine letzte Anschaffung in Sachen Rachmaninov, und ich bin mir bis heute nicht ganz schlüssig, was ich davon halten soll.

Beim ersten Anhören erschienen sie mir etwas fad, zu wenig „russisch“ und emotional. Mein Ohr war wohl zu sehr an Richter, Weissenberg und Co. gewöhnt. Inzwischen tendiere ich eher zu der Ansicht, dass sie Rachmaninovs eigenen Interpretationen stilistisch recht nahe kommen; zudem sind sie klangtechnisch sehr gut. Trotzdem will sich die richtige Leidenschaft und Freude darüber nicht einstellen.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (21.03.2006, 14:47):
Original von Cosima
Hallo Ganong, hallo allerseits,

Du hast schon sehr viel Interessantes angesprochen! Und großartige Kompositionen sind es allemal, die Konzerte Nr. 2 und 3 gehören zu meinen liebsten überhaupt.
Bevor ich gerne meine Favoriten vorstellen möchte, würde mich interessieren, was Ihr von der Stephen-Hough-Einspielung (Hyperion) aller 4 Klavierkonzerte haltet. Dies war meine letzte Anschaffung in Sachen Rachmaninov, und ich bin mir bis heute nicht ganz schlüssig, was ich davon halten soll.

Beim ersten Anhören erschienen sie mir etwas fad, zu wenig „russisch“ und emotional. Mein Ohr war wohl zu sehr an Richter, Weissenberg und Co. gewöhnt. Inzwischen tendiere ich eher zu der Ansicht, dass sie Rachmaninovs eigenen Interpretationen stilistisch recht nahe kommen; zudem sind sie klangtechnisch sehr gut. Trotzdem will sich die richtige Leidenschaft und Freude darüber nicht einstellen.

Gruß, Cosima

@Cosima,
Du bringst es auf den Punkt! Mir geht es da ebenso wie Dir! Einfach zu kalt. Mag sein, daß es eher an Rachmaninov eigener Interpretation erinnert, aber es muß ja nicht zwingend so sein, daß der Komponist, slebst wenn er ein grandioser Pianist ist, der beste Interpret seiner Werke ist! Übrigens hat Rachmaninov ja angeblich auch aufgehört das 3. Klako zu spielen, als er Horowitz damit hörte.
Rachmaninov (21.03.2006, 17:41):
Rachmaninov - Klavierkonzert No.1 op.1

Noch vor der Vollendung seines 18. Lebenjahr began Rachmaninov mit der Arbeit an seinem ersten Klavierkonzert.
Zu dieser Zeit war Rachmaninov noch ein Jahr vor dem Abschluß seines Studiums, dessen frühzeitigen Abschluß ihn - aufgrund der Forderung Arenskys
zur Komposition einer Oper (Aleko) und einer Symphonie - zang. Die Symphonie wurde allerdings doch erst zu seinem späteren Zeitpunkt fertiggestellt.

Ein Brief von Rachmaninov an einen seiner Cousins vom 26.03.1891 enthält erstmals Hinweise auf das Konzert, das am 06.07.1891 fertiggestellt wurde.
Gewidmet ist das Werk Ziloti.

Nach einem langen Weg erfolgte die revidierte Ausgabe 1917.

Wie alle Klavierkonzerte zeigt auch bereits das erste den ständigen "Kampf" Rachmaninovs zwischen seiner immer wieder, auch aufgrund von Ereignisse in seinem Leben, aber auch seiner insgesamt "labilen" Psyche und diesem grenzenlosen Potential für kreatives Komponieren.

Rachmaninov, der Griegs Klavierkonzert als sein liebstes Konzert bezeichnete, ließ sich bei ersten Klavierkonzert motivisch hiervon beeinflussen.

Trotz aller, bereits in jungen Jahren vorhandenen Fähigkeiten Rachmaninovs,ist das Klavierkonzert No.1 sicherlich bereits ein gelungenes Werk, aber nicht ganz zu unrecht weniger beliebt als das 2. und 3. Klavierkonzert! Daran haben auch die zahlreichen Änderungen bis zu 1917 Version nichts geändert!

Eine Empfehlung für dieses Konzert kann ich derzeit kaum aussprechen. Eventuell die Aufnahme von B. Janis.
Cosima (21.03.2006, 18:31):
Hallo,

für mich steht das 1. Klavierkonzert zu sehr im Schatten der anderen, als dass ich mich besonders darum gekümmert hätte. Aufnahmen besitze ich von Rachmaninov selber, dann die erwähnte Hough-Aufnahme und eine mit Zimerman/Ozawa, die mir aus der Erinnerung heraus noch am besten gefiel.

Gruß, Cosima
Ganong (21.03.2006, 19:31):
Liebe Cosima , lieber Richard ,
Houghs Rachmaninov - Deutungen haben mich in allen vier Konzerten enttäuscht . Seine Interpretationen sind durchweg hast unbeteiligt kühl bei durchaus vorhandenen sehr guten manuellen Fähigkeiten .
Rachmaninov selbst hatte bei seinen eigenen Werken einen ausgesprochen schlanken Klavierton ( was bei anderen Werken übrigens keineswegs der Fall war . Z.B. "Carnaval" oder Chopins mit allen Freiheiten interpretierte b-Moll-Sonate ) . Rachs technik ist makellos und seine Tonabstufungen sind schon beeindruckend . Dass rachmaninov dann ausgerechnet auf Horowitz treffen musste , ist für das d-Moll-Konzert bahnbrechend gewesen . Das konzert war ein Leben lnag Horowitz' Visitenkarte neben der 2. Klaviersonate . Dass Horowitz in seiner späten Aufnahme mit Ormandy in New York seinem Alter und seinem angegriffenen Gesundheitszustand Tribut zollen musste , schmälert nicht im geringsten seine epochemachende Leistung für das Klaviewerk Rachmaninovs .
Als Vladimir Horowitz in Paris in den frühen 1950er jahren Alexis Weissenberg mit dem 3. Klavierkonzert live erlebte sagte er wörtlich : Wenn mir einmal jemand folgen kann , dann ist es Alexis Weissenberg".
Dessen mir auf Tonträger festgehaltenen Aufnahmen sind für mich immer noch neben denen von rachmaninov , Horowitz und der durch Argerich die profundesten Aufnahmen des Konzertes .
Grüsse , Ganong
AcomA (21.03.2006, 23:38):
hallo,

zunächst mal zu dem 1. klavierkonzert. ich mag es sehr ! jugendlicher sturm und drang, russische melodik und im dienste der aussage eingesetzte virtuosität. schon die einleitende takte des ersten satzes sind eine 'donnerschlag' ! vor einiger zeit operierte ich zusammen mit unserem kiefer-gesichtschirurgen interdisziplinär eine patientin. der kollege ist auch klavierfanatiker und hobby-pianist (hatte damals sogar neben dem medizinstudium das konservatorium besucht). während des eingriffes kamen wir beide in entspannten momenten zum schwärmen über dieses konzert. unisono sangen/summten wir die besagten einleitenden takte... :leb die op-schwestern fanden es extrem nervend :rofl

eigentlich kenne ich keine schlechte aufnahme dieses konzertes. meine erfahrungen:

byron janis/chicago SO/reiner (RCA) - referenzstatus
s. richter/leningrader PO (?)/dir. (?) (original-LP) - vehement
pletnev/Philharmonia Orch./ L. Pesek (virgin) - referenzstatus
zimerman/boston SO/ozawa (DG) - top
lugansky/birmingham SO/s.oramo (warner) - top, etwas glatt

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gruß, siamak :)
Cosima (23.03.2006, 16:45):
Hallo allerseits,

jetzt habe ich mir zunächst einen groben Überblick über meine Aufnahmen der Rachmaninov-Konzerte verschafft:

Klavierkonzerte 1-4:

Sergei Rachmaninov (Ormandy / Stokowski):
1929-1941 eingespielt; grausam in der Klangqualität, aber interessant zum Vergleichen.

Stephen Hough: Darüber sprachen wir ja schon. Mein Eindruck gleicht dem meiner Vorredner: Irgendwie etwas zu unbeteiligt und trocken, nicht so recht mein Geschmack.

Nr. 1:

Zimerman (Ozawa): Das 1. Konzert spricht mich nicht so an, deshalb nur die eine Aufnahme.

Nr. 2:

Sviatoslav Richter (Stanislaw Wislocki):
Der Olymp, der Super-Hammer, die Wahnsinns-Scheibe! Wenn ich nur eine einzige CD behalten dürfte, dann wäre es genau diese! (Die Richter/Sanderling-Aufnahme aus 1959 gefällt mir übrigens auch gut.)

Van Cliburn (Fritz Reiner): Auch eine schöne Aufnahme, empfehlenswert.

Zimerman (Ozawa): Ausdrucksstark und leidenschaftlich, tolle Orchesterbegleitung, sehr empfehlenswert.

Weissenberg (Karajan, 1970): Ist nicht so mein Fall, was aber vorrangig an der Orchesterbegleitung liegt. Das Ganze erscheint mir zu „plüschig“, dann wieder zu träge, insgesamt zu langatmig. An einigen Stellen vordergründig bombastisch, ohne rechten Tiefgang. Weissenberg kann das alles durch sein recht ausdruckstarkes Spiel etwas relativieren, aber so richtig begeistert bin ich nicht.

Kapell (Steinberg): War eine echte Überraschung für mich. Leider starb dieser amerikanische Pianist bereits im Alter von 31 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Die Naxos-Aufnahme stammt aus 1950, wurde aber recht gut remastered, so dass die Klangqualität überraschend gut ist. Zügig, temperamentvoll und klar gespielt – eine meiner Lieblingsaufnahmen.

Kissin (Gergiev): Wirklich nicht schlecht, tolle Orchesterbegleitung, aber für meine Favoriten keine wirkliche Konkurrenz.

Nr. 3:

Vladimir Horowitz (Ormandy): War lange Zeit mein Favorit, höre ich immer noch gern. Ich habe noch eine Horowitz/Reiner-Aufnahme, aber ich meine, die ist nicht so gut.

Mikhail Pletnev (Rostropovich): Gelungene Einspielung, die mich aber nicht mitreißt.

Martha Argerich (Chailly): Temperamentvoll und feurig, wie man die Argerich kennt – ich frage mich beim Hören aber immer: Warum hastet sie so sehr, dass das Orchester stellenweise gar nicht mehr folgen kann?

Vladimir Ashkenazy (Bernhard Haitink): Nobel und elegant, aber m.E. zu seelenlos.

Cliburn (Kondrashin): Starke Aufnahme, empfehlenswert.

Arcadi Volodos (Levine): Für mich enttäuschend, wirkt auf mich lieblos heruntergespielt.

Emil Gilels (Kondrashin): Es ist traurig, dass die Klangqualität dieses 1949 eingespielten 3. Klavierkonzertes so absolut miserabel ist. Gilels spielt hier (so weit man es beurteilen kann) umwerfend, genau so wie ich das Rach3 hören möchte.

Emil Gilels (Cluytens): Aufnahme von 1955, aber ordentlich remastered. Was Gilels hier zaubert ist fantastisch! Ausdrucksstark und mit Temperament, ohne falsches Pathos, die Feinheiten klar ausgeleuchtet; tolle Orchesterbegleitung.

Alexis Weissenberg (Pretre): Aus der "Les Introuvables“-Box; ungeheuer emotionsgeladen und spannend, ein echter Knaller!


Jetzt fehlt eigentlich nur noch die besagte Berezovsky-Aufnahme. Und Byron Janis hätte ich natürlich gerne noch, den vergesse ich immer wieder. Von Nr. 4 habe ich gar keine Einzelaufnahme sehe ich gerade.

Gruß, Cosima

P.S. an Siamak: Gut, dass die Patienten nicht mitbekommen, was Ihr nebenbei da so treibt. :D
AcomA (23.03.2006, 17:14):
hallo Cosima,

ja, gut, dass es die vollnarkose gibt. was ich in den US-amerikanischen OP-sälen nervend finde, ist die ständig laufende heavy metal rock-musik (selbst in L.A. erlebt).

nun zu rachmaninovs 2. klavierkonzert c-moll. das populäre werk des komponisten neben seinem prelude cis-moll op.3 nr.2 ! sein dank an seinen psychoanalytiker dr. dahl. ich hörte einige takte des ersten satzes erstmalig im rahmen der berühmten (billy wilder ?)- komödie ' das verflixte siebte jahr' mit u.a. marilyn monroe ! :I da saßen sie zu zweit am flügel und stellten leicht angetrunken fest, rachmaninov ginge ins blut... ich war zu dem zeitpunkt vielleicht 11 jahre alt.

naja, meine erste aufnahme war die von Cosima angeführte mit s. richter, der warschauer philh. unter s. wislocki (DG). absolute referenz !

bis heute gibt es für mich eine olympische aufnahme dieses konzertes und übrigens auch der paganini-rhapsodie: julius katchen/london philh. orch, london symph. orchestra/solti, boult/ ca. 1960 (decca, stereo)

http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000042E4.03.LZZZZZZZ.gif

das zusammenspiel zwischen solist und orchester ist selbst in den ekstatischen momenten perfekt. dazu ist die akustik bzw. der sound großartig. das spiel katchens ist von stupender virtuosität. seine accelerandi sind atemberaubend !

und dann der aktuelle boris bereszovsky mit dem philh. orchester des ural ! es ist für mich die DDD-referenz. der pianistische part wird s. richter ebenbürtig ausgeführt. herrlicher spannungsaufbau, meditative einlagen und rhythmisch straff im finale. und dann der orchestersound ! unglaublich, dieser orchesterklang !

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9203150.jpg

weitere aufnahmen, die ich kenne:

kapell, cliburn, weissenberg, gawrilov, ashkenazy (frühe), rubinstein (späte), vasary, anievas, grimaud (späte), rachmaninov.

gruß, siamak :)
Cosima (23.03.2006, 17:26):
Original von AcomA
bis heute gibt es für mich eine olympische aufnahme dieses konzertes und übrigens auch der paganini-rhapsodie: julius katchen/london philh. orch, london symph. orchestra/solti, boult/ ca. 1960 (decca, stereo)


Hallo Siamak!

Himmel, ja - die habe ich natürlich vergessen! Die Katchen-Aufnahme war sogar mal eine Empfehlung von Dir, glaube ich. Die ist natürlich auch grandios! Gut, dass Du mich dran erinnert hast.

Gruß, Cosima

P.S.: Lenkt Musik nicht von der Arbeit am Patienten ab? ?( Ich kann nicht mal ein Buch nebenbei konzentriert lesen. :D
Rachmaninov (23.03.2006, 18:38):
Original von AcomA
nun zu rachmaninovs 2. klavierkonzert c-moll. das populäre werk des komponisten neben seinem prelude cis-moll op.3 nr.2 ! sein dank an seinen psychoanalytiker dr. dahl.


Sah Rachmaninov sicherlich auch so, daher die Widmung! :tongue:
AcomA (23.03.2006, 22:44):
hallo Cosima,

unser chef verbietet das hören von musik im OP. in den USA ist es wie oben beschrieben. ich muss sagen, dass ich über die vielen jahre daran gewöhnt bin, die signale des monitorings von seiten der anästhesisten mitzuhören. es beruhigt zum einen, zum anderen merkt man sofort, dass etwas nicht stimmt ! gerade bei operationen in sog. halbsitzender position ist das wichtig ! aber wenn man sich auf dem 'rückzug befindet, dann wird geredet oder wie oben beschrieben 'gesungen' :rofl

gruß, siamak
Jeremias (25.03.2006, 18:28):
@ Siamak: Kenne ich jenen Kollegen, mit dem du zusammen operiert hast?

Das 2. Konzert lege ich immer auf, wenn jemand behauptet, Klassik sei langweilig.... ich nenne es die "Zeugen-Jehovas-Taktik", langsam heranführen....
Rachmaninov (25.03.2006, 20:33):
Rachmaninov Klavierkonzert No.2 op.30 stellt IMO eine der bedeutensten Kompositionen dieser Gattung dar, die jemals geschrieben wurden. Keinem anderen Werk habe ich in meiner Sammelleidenschaft einer derartigen Aufmerksam gewidmet wie diesem Konzert.
Wer jemals etwas über den Menschen Rachmaninov erfahren will, seinen "Seelenzustand" und die Schwankungen in seime Gemüt, der kann ggf. Tagelang eine seiner Biographien lesen, aber keine vermag es seine Seele so zu offenbaren wie dieses Konzert, das wie kein anderes alle emotionalen Höhen und Tiefen der menschlichen gefühlswelt anspricht........

Die Widmung für Dr.Dahl (meine er war sogar ein Deutscher, oder?) ist sicherlich zurecht erfolgt. Diesem Mann verdanken wir wahrscheinlich zahlreiche Werke Rachmaninov's!

Aufnahmen besitze ich viele:

Richter (2x), Janis, Cliburn, Zilberstein, Hough, Ashkenazy, Grimaud, Gavrilov, Zimerman, Sokolov, Gutierrez, Lang Lang, Kapell, Weissenberg, Andsnes, Berezovsky..... gehört habe ich noch Lugansky!

Dabei sind grausige und göttliche Aufnahmen :wink
Jeremias (25.03.2006, 21:02):
Lang lang z.B. finde ich furchtbar, aber ich schätze dafür ganz besonders Julius Katchen und Zimerman.

Wie gefällt Dir denn Gutierrez?
Rachmaninov (25.03.2006, 21:29):
Original von Jeremias
Lang lang z.B. finde ich furchtbar...........?

@Jeremias,
wie soll man diese Aufnahme auch anders beschreibe?!
Habe sie gerade nochmal gehört. Naja, eigentlich reingehört, da ich mir das nicht in voller Länge wirklich antuen wollte.
Wäre das die erste Aufnahme, die ich jemals von diesem Konzert gehört hätte, ich hätte es mir wahrscheinlich nie wieder angehört.
Was immer Lang Lang und Gergiev sich bei dieser Interpretation gedacht haben (unterstelle ja mal sie haben sich was gedacht) es it einfach grausam. Dieses uninspirierte Klavierspiel überträgt sich linear auf das Orchester, das wohl bei jeder Note dachte: "Steht da, spielen wir ... gleich haben wir es geschafft!" Wenn ich das höre ist mir jegliche Hype der um Lang Lang gemacht wird echt völlig unklar.
Man höre sich nur alleine von jedem Satz die erste Minute an im Vergleich zu einer der vielen guten Aufnahmen und man begreift es sofort: GRAUSAM!

Interpretation: 2-3*
* gleich vorne weg, das wurde bei der Rhapsody noch unterboten!
Klang: 7
AcomA (26.03.2006, 17:16):
hallo liebe rachmaninov-fans,

ich würde nun meine erfahrungen mit seinem dritten konzert in d minor darlegen. ich würde es auch als das von mir favorisierte bezeichnen. hier nochmal das schöne hauptthema des ersten satzes:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6e/Rach3_Beginning.jpg/500px-Rach3_Beginning.jpg

erstmalig hörte ich von der existenz dieses konzertes über joachim kaisers buch 'die großen pianisten unserer zeit'. gerade kam die einspielung (eine der ersten digitalaufn. von EMI) mit folgender besetzung heraus, die ich mir als mc zulegte: alexis weissenberg/orchestre nat. de france/leonard bernstein. diese aufnahme prägte mich lange zeit. ich durfte sie sogar in der 12. klasse im musik-kurs vorstellen. das war dann auch der zeitpunkt für alternativen. unser musiklehrer (ein kommilitone von stockhausen und den kontarsky-brüdern, hatte auch komposition bei frank martin studiert !) lieh mir folgende LP aus: van cliburn/symphony in the air/k. kondrashin, live in der carnegie-hall 1958 zwei tage nach dem sieg in moskau (incl. chrutschow-kuss). es folgten aufnahmen mit dem späten horowitz, ashkenazy, berman und dem erst 13-jährigen (!) dimitris sgouros.

insgesamt überblicke ich folgende aufnahmen die ich in vier kategorien wertend einordne: I. top of the top, II. top, III. moderate und dann noch eine zusatzkategorie IV. special case

I.
vladimir horowitz/LSO/a. coates (EMI, naxos historical, 1930)
sergei rachmaninov/philadelphia orchestra/e. ormandy (rca, 1939)
emil gilels/orch. de la soc./a. cluytens (EMI, 1955)
byron janis(boston SO/c. munch (RCA, 1960 ?)
boris bereszovsky/philh. Orch. des ural/d. liss (mirare, aktuell)

II.
lazar berman/LSO ?/abbado (CBS, 70er jahre)
alexis weissenberg/orch. national de france/l. bernstein (EMI, ca.1980)
martha argerich/RSO berlin/chailly (philips, 80er)
zoltan kocsis/san franc. SO/ e. de waart (philips, 80er)
nikolai lugansky/city of birm. O/s. oramo (warner , aktuell)

III.
bronfman, barto, bolet, kissin, volodos, gawrilov, ashkenazy, andsnes, görner, bereszovsky (frühe aufnahme)

IV.
van cliburn/symphony of the air/kondrashin (RCA, live, 1958)
vladimir horowitz/NY PO/e. ormandy (RCA, live, 1978)
dimitris sgouros/berl. philh./? (EMI, 80er jahre)
bernd glemser/national polnish orch./wit (naxos, 90er)

wenn ich die orchesterleistung mitbewerten sollte, so ziehe ich derzeit die neue berezovsky-aufnahme allen anderen vor. der klang des orchesters ist verzaubernd. man hört jede kontrapunktische bewegung der streicher, jede kantilene der bläser minutiös. das zusammenspiel aller ist blindlings. berezovsky benutzt die plastischere und kompaktere alternativ-kadenz im ersten satz, welche schwieriger klingt, wohl aber manualtechnisch besser zu packen ist. die variationen im letzten satz werden sehr abwechslungsreich und lebhaft gestaltet, eine phase, wo der zuhörer schnell die aufmerksamkeit streifen lässt. die stretta kurz vor schluss wird wie vorgeschrieben acceleriert und a tempo gehalten. ekstatische momente ! :down

zu den besonderen fällen:

cliburn hat zwar technische probleme, aber kämpft beeindruckend. der live-aspekt ist gut durchhörbar. die späte horowitz-live-aufnahme ist biographisch interessant, seine erste arbeit mit orchester seit langem gewesen, seine herausarbeitung der polymelodik im zweiten satz bleibt IMO unerreicht. dimitris sgouros schließlich war der jüngste, der dieses konzert aufnahm. pianistisch absolut firm, in der phrasierung jedoch etwas unreif. bernd glemser spielt phänomenal. transparent, a tempo, arbeitet die polymelodik im 2. satz sehr schön auf. leider sehr schwaches orchester. es ist die mir einzig bekannte aufnahme eines deutschen pianisten nach gieseking. ich bin überzeugt, wenn glemser es mit dem philadelphia orchestra, mit dem er das 3.konzert vor kurzem aufführte, aufgenommen hätte, er wäre in kategorie I gelandet !

das wars erstmal.

gruß, siamak :engel
Cosima (26.03.2006, 17:36):
Original von AcomA
I.

emil gilels/orch. de la soc./a. cluytens (EMI, 1955)


Hallo Siamak,

die Gilels-Aufnahme hat sich auch als mein Favorit herauskristallisiert. Janis und Berezovsky führst Du ja auch unter „top of the top“ auf – eine von beiden werde ich mir wohl tatsächlich noch zulegen müssen, vorzugsweise die neue Berezovsky-Aufnahme.

Die viel gerühmte Argerich hätte ich auch in Kategorie 2 aufgeführt, Volodos auch in 3, Cliburn/Kondrashin fand ich eher stark. Oder verwechsele ich das mit dem 2. Konzert? Muss ich noch mal hören…

Weissenberg / Bernstein führst Du in Kategorie 2 auf. Die Aufnahme kenne ich nicht, aber Weissenberg / Pretre (1967) ist für mich ein Kategorie 1-Kandidat.

Auf jeden Fall eine sehr schöne und interessante Zusammenstellung von Dir!

Gruß, Cosima :)
AcomA (26.03.2006, 18:52):
liebe Cosima,

ich habe extra die cliburn-aufnahme in der kategorie des besonderen aufgeführt, da sie einen besonderen reiz ausübt. es dieses ekstatische moment, welches hier herüberkommt, wie bei nur wenigen aufnahmen. trotzdem ist unüberhörbar, dass cliburn nicht über die technischen reserven eines z.b. janis oder gar dimitris sgouros verfügte. ich habe in dieser kategorie z.b. auch glemser aufgeführt, da ihm ein mittelmäßiges orchester zur seite stand und die aufnahmetechnik auch nicht 'dolle' ist. wie du wahrscheinlich bemerkst, habe ich den glemser wie auch jorge bolet zunächst 'vergessen'. das passiert einem schon mal bei der anzahl von aufnahmen. insgesamt kenne ich wohl von kaum einem anderen konzert so viele aufnahmen. bei dir ist es wohl auch so ?(

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4526320.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9203150.jpg

die gilels-aufnahme (siehe oben), habe ich in der testament-ausgabe, es gibt sie jetzt auch in der EMI-great recording-serie !

übrigens hier die aufnahmen, wo die erste kadenz, die sog. schwierigere, welche jedoch sich 'schlanker' anhört, zum einsatz kommt, da sie deutlich seltener gespielt wird:
horowitz, janis, weissenberg, bolet, gilels, argerich, glemser.

gruß, siamak :)
Cosima (26.03.2006, 19:07):
Original von AcomA
insgesamt kenne ich wohl von kaum einem anderen konzert so viele aufnahmen. bei dir ist es wohl auch so ?(


Lieber Siamak,

ja, so ähnlich, wenn ich auch längst nicht so viele Interpretationen wie Du besitze. Ich wollte sogar mal alle Aufnahmen sammeln. Allerdings nur solange, bis ich herausfand, dass es über 160 Aufnahmen gibt. Das fand ich dann doch etwas übertrieben.

Vom Gilels habe ich auch die Testament-Ausgabe; interessant, dass sie nun endlich auch in der EMI-Serie erscheint. Kennst Du auch die alte Lugansky-Aufnahme? Die wurde ja (oder wird noch?) sehr günstig verscherbelt.

Gruß, Cosima
AcomA (26.03.2006, 19:35):
hallo Cosima,

nein die alte lugansky-aufnahme kenne ich nicht. ich hab mal beim ruhr-festival einen fanatiker getroffen, der lugansky durch ganz europa folgt, um ihn ständig zu hören. also glaube ich schon, dass sie gut sein wird. ich würd ein deiner stelle lieber einmal noch mehr investieren und den 'neuen' bereszovsky zulegen. dringliche empfehlung. dann sollte man mit dem fundus für die nächsten 10 jahre auskommen. aber wer weiß, vielleicht wird uns demnächst denis matsuev eines besseren belehren !!! :J

kleine zusatzinfos: wenn es Sergejewitsch nicht schon erwähnte, rachmaninov hatte immer betont, dass es zwei pianisten gab, die sein drittes konzert besser als er selbst spielten: vladimir horowitz und walter gieseking ! die gieseking-aufnahme wird sicher interessant sein, soll aber akustisch extrem schlecht sein. jetzt die überraschung, sowohl claudio arrau als auch clara haskil führten dieses 'konzert für elefanten' in jungen jahren live auf ! :B

gruß, siamak :)
Rachmaninov (26.03.2006, 19:37):
Was das 2. Klavierkonzert angeht gibt es glücklicherweise einige sehr gute Aufnahmen. Um es wie Siamak zu machen, eine Gruppe I Aufnahme ist dabei diese V. Cliburn Aufnahme. Packend, kraftvoll und jederzeit passt der Solist und das Orchster zusammen.



Man höre sich nur den Anfang des dritten Satzes an :down :down
Cosima (26.03.2006, 20:00):
Original von AcomA
ich hab mal beim ruhr-festival einen fanatiker getroffen, der lugansky durch ganz europa folgt, um ihn ständig zu hören.

Hallo Siamak,

wir können ja einen Thread über „fanatische Fans“ einrichten. Ich stelle mich gerne als Studienobjekt zur Verfügung (kleiner Scherz)... :rofl

Mit Claudio Arrau kann ich mir das Rach3 gut vorstellen, bei Clara Haskil habe ich da Probleme. Sie ist mir nur als Mozart-Interpretin bekannt.

Gruß, Cosima
Ganong (27.03.2006, 16:14):
Lieber Siamak ,
es bleibt Tatsache :Meine Mutter konnt eisch in der Chirurgischen Uni-Klinik Düsseldorf im Rahmen einer Plexusanästhesie sogar die Musik zu / während der Operation 1976 aussuchen . Ich habe in Erinnerung , dass es ihr sehr gut getan hat . Der Operateur , Prof. Sailer , liebte wie meine Mutter Mozart .
Und weil Du die "Essener Sangeskunst" beschrieben hast : es gab während meiner Famulaturzeit in der Kilinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie ( Essen ) bei Prof. D. Schettler einen OA ( Name spielt keine Rolle ) , der regelmässig einen Liebessong auf dem Weg zum Op ganz still vor sich hinsang .
Viele Grüsse , Ganong
Ganong (27.03.2006, 16:19):
Lieber Siamak ,
es gibt mehrere Aufnahmen des "Rach-3" - ursprünglich natürlich auf LP - mit Gieseking . A l l e sind schwach .
Es wundert mich , dass noch niemand an den grossen Pianisten gedacht hat ( bisher ) , dem das d-Moll-Konzert gewdimet ist : Josef Hofmann , der es jedenfalls öffentlich nie gespielt hat .
Zum "Rach-2" : als Gary Graffman noch gesund war , hat er dieses Konzert mit Leonard bernstein und dem New York Philharmonic Orchestra aufgenommen ( CBS / Sony ) . Sehr empfehlenswert .
Viele Grüsse , Ganong
Ganong (27.03.2006, 16:23):
Lieber Siamak ,
Denis M a t s u e v , ja Du sprichst es an . Ich hatte gedacht ( gehofft ) , dass er nach den unbegreiflichen Lobeshymnen ganz vergessen wäre ( bezieht sich auf seine 1. CD ) . Hast Du ihn einmal live erlebt ?
"A tribute to Horowitz" ist doch an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten .
Ein Fehlkauf nur deswegen nicht , weil ich sonst nichts zu seinem Spiel sagen könnte .
Viele Grüsse , Ganong
Rolf Scheiwiller (27.03.2006, 16:26):
@ Ganong.

Das erinnert mich an meinen letzten Spitalaufenthalt.
Vor der OP, als ich bereits unter den grünen Tüchern lag, fragte mich ein Mitglied des Teams ob, und welche Art von Musik ich über KH hören möchte.
Sie hatten Vivaldi, Bach und Kuschelrock im Programm.

Natürlich wählte ich das letzte!
Rolf.
Ganong (27.03.2006, 16:28):
Liebe Cosima ,
es gibt auch aus meiner Erfahrung solche "hinterherreisenden Fans" gar nicht so selten .
1999 hab eich einen kleine Vortrag gehalten . Zufällig kam ich anschliessend mit einigen ( jüngeren ) Damen ins Gespräch , die mir voller Emphase und laut durcheinander redend berichtetetn , dass sie , wenn immer möglich , Ivo Pogorelich nachreisen würden . Ihre nach Ivo zweite grosse Liebe waren dessen "Bilder einer Ausstellung" .
Eine sehr gut aussehende Dame in den besten mittleren Jahren reiste regelmässig dorthon , wo Francisco Araiza auftrat . Die Liste liesse sich fortsetzen .
Viele Grüsse , Ganong
AcomA (27.03.2006, 19:59):
hallo Ganong,

dein urteil über die gieseking-aufnahme hört sich ziemlich ernüchternd an ! denis matsuev habe ich bisher nur gehört mit der live-aufnahme des 5. klavierkonzertes von rodion schdschedrin mit dem sinfonieorch. des BR unter mariss jansons. obwohl ich natürlich keinen vergleich bezgl. dieses konzertes habe, matsuev spielt sehr stark ! er ist noch sehr jung, bleibt zu hoffen, dass er sich wie z.b. bereszovsky weiterentwickelt.

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/9263081.jpg

gruß, siamak :)
korngold (28.03.2006, 21:47):
Hallo,
ich muß leider bestätigen, daß die Gieseking-Aufnahmen wirklich schwach sind.
An manchen Stellen geradezu unfreiwillig komisch.
Etwa auf dem Niveau der Wittgenstein-Ravel-D-Dur-Aufnahme.
Anhand dieser live-Aufnahmen ist Rachmaninows Begeisterung völlig unverständlich.......

Besten Gruß,

Michael
Cosima (30.03.2006, 23:06):
Original von Rolf Scheiwiller
Ja, der Stravinsky hatte schon eine spitze Zunge..
Seine Aussage über seinen Landsmann Rachmaninov wirst Du sicher kennen.


Hallo Rolf,

was hat Strawinsky denn nun eigentlich gesagt?

Ich weiß nur, dass Rachmaninov ziemlich konservativ war (um es mal vorsichtig zu formulieren); weder für Prokofjew noch für Strawinsky hatte er viel übrig, weil er deren Musik nicht folgen konnte oder wollte. Die Aufführung des „Sacre“ wollte er in seiner Funktion als Beirat des Russischen Musikverlags sogar verhindern, mit der „Skythischen Suite“ war es ebenso.

Es kam wohl nur zu einem einzigen Treffen zwischen Strawinsky und Rachmaninov. Über Musik soll bezeichnenderweise erst gar nicht geredet worden sein, um Streitigkeiten zu verhindern. Strawinskys Worte werden also wohl nicht sehr schmeichelhaft ausgefallen sein.

Gruß, Cosima


Hilfe, Richard! Könntest Du das mal bitte in den Rachmaninov-Klavierkonzerte-Thread verschieben? Danke!
Rolf Scheiwiller (31.03.2006, 06:39):
Original von Cosima
Original von Rolf Scheiwiller
Ja, der Stravinsky hatte schon eine spitze Zunge..
Seine Aussage über seinen Landsmann Rachmaninov wirst Du sicher kennen.


Hallo Rolf,

was hat Strawinsky denn nun eigentlich gesagt?

Ich weiß nur, dass Rachmaninov ziemlich konservativ war (um es mal vorsichtig zu formulieren); weder für Prokofjew noch für Strawinsky hatte er viel übrig, weil er deren Musik nicht folgen konnte oder wollte. Die Aufführung des „Sacre“ wollte er in seiner Funktion als Beirat des Russischen Musikverlags sogar verhindern, mit der „Skythischen Suite“ war es ebenso.

Es kam wohl nur zu einem einzigen Treffen zwischen Strawinsky und Rachmaninov. Über Musik soll bezeichnenderweise erst gar nicht geredet worden sein, um Streitigkeiten zu verhindern. Strawinskys Worte werden also wohl nicht sehr schmeichelhaft ausgefallen sein.

Gruß, Cosima


Hilfe, Richard! Könntest Du das mal bitte in den Rachmaninov-Klavierkonzerte-Thread verschieben? Danke!


Guten Tag Cosima, aus der Stadt, die Wissen schafft!

Strawi über Rach

ZWEI METER RUSSISCHE TRUEBSAL


Gruss
R.
Cosima (31.03.2006, 14:02):
Original von Rolf Scheiwiller
Strawi über Rach

ZWEI METER RUSSISCHE TRUEBSAL


Böse, böse... :D

Lieben Gruß,
Cosima
nikolaus (02.04.2006, 12:20):
Hallo,

ich besitze Rach 3 mit Martha Argerich, für mich eine Aufnahme für "die Insel"!!
Dabei habe ich, wenn ich Martha Argerich höre - egal was sie spielt-, nie das Gefühl, dass sie "hastet". Für mich ist es weniger eine gewollte Schnelligkeit, sondern eine unglaubliche Energie, von der sie sich treiben lässt.
Andere Beispiele: Brahms Klavierquartett Nr. 1 mit Kremer, Bahmet, Maisky; Shostakovich Sonate für Cello und Klavier op. 40!
Dass sie auch anders kann, habe ich in Lugano erlebt, als sie mit Vengerov und G.Capucon das Klaviertrio von Shostakovich spielte. Da gab es einen Moment tiefster, fast schon morbider Ruhe, der einem die Sprache verschlug.

Kurz: ich finde sie einfach klasse! :down :times10

Nikolaus
Rachmaninov (05.04.2006, 13:04):
@Siamak,

Deine Einschätzung bzgl. der Berezovsky Aufnahme teile 100%ig.
Superbe Gestalltung im Klavierpart, spielerische Leichtigkeit und insb. im dritten Konzert noch feinste Phrasierungen. Dazu dieses bestens disponierte Orchster. Der Klang ebenfalls top. Kenne kaum eine Aufnahme bei der unter vollem Orchestereinsatz das Klavier noch derart sauber zu hören ist.

Eine der besten Aufnahmen dieser beiden Konzerte überhaupt
AcomA (05.04.2006, 15:51):
lieber Sergejewitsch,

das orchester, aus dem tiefen ural kommend, es zieht einen dermaßen in den bann, die bläser, die streichergruppen. der sound ist etwas ganz eigenes und besonderes. demnächst sollen ja noch die konzerte nr.1 und 4 mit diesem kollektiv durchwandert werden ! :J

gruß, siamak :beer

ps: wie lange wird Cosima noch widerstehen ?( ?(
Rachmaninov (05.04.2006, 15:52):
Original von AcomA
..............demnächst sollen ja noch die konzerte nr.1 und 4 mit diesem kollektiv durchwandert werden ! :J

gruß, siamak :beer

:leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb
AcomA (05.04.2006, 16:28):
Sergejewitsch,

du lässt da ja einen richtigen formationstanz aufführen !

gruß, siamak :leb
Cosima (08.04.2006, 12:09):
Liebe Klassik-Freunde,

ich schrieb ja bereits, dass ich die Berezovsky-Aufnahme nun endlich gehört habe. Sie ist großartig! Das Orchester ist ein Traum! Genauso verstehe ich Rachmaninovs Musik:
Geradlinig, klar und dynamisch; schwankende Emotionen mit jeweils präzisen Steigerungen und klar akzentuierten Höhepunkten, dabei stets natürlich und fließend. Ich glaube, ich habe nie ein Orchester gehört, das dieses 2. Konzert (das 3. habe ich noch gar nicht gehört) mit dieser eindrucksvollen sinnlichen Klangschönheit gespielt hätte! Einfach zum Niederknien! :down

Aber Berezovsky muss ich mit Richter im 2. Konzert vergleichen, das geht nicht anders. Wenn ich Einspielungen des Rach2 vergleiche, ziehe ich immer eine bestimmte Stelle im ersten Satz heran. Es sind vor allem diese rund 3 Minuten, die für mich darüber entscheiden, ob die Aufnahme – was den pianistischen Part angeht – eine neue Referenz darstellt. Ab ungefähr 5:10 beginnt diese Stelle bei Richter. Das Orchester beginnt ein kleines Zwiegespräch, dann dominiert das Klavier, beide steigern sich in einen wahren Rausch hinein. Dann ab 6:47! Hört doch mal, wie Richter hier spielt! So auftrumpfend und leidenschaftlich, dann dieses leichte, atemberaubende Stocken bei 6:59! Das ist fast erotisch! Mir läuft auch nach 100-maligem Hören ein kalter Schauer den Rücken herunter. Was für eine Entschlossenheit, was für eine Suggestivkraft! Ich habe diese Stelle noch von keinem anderen Pianisten so männlich-kraftvoll und verinnerlicht und voller Sinnlichkeit gehört! Im direkten Vergleich verschleppt Berezovsky diese markante Stelle fast ein wenig (obwohl er sie immer noch besser spielt als die meisten anderen Pianisten) – er ist IMO Lichtjahre von der Ausdruckstiefe eines Richter entfernt.

Berezovsky ist gut und vermittelt Gefühle, so als spräche er über sie – aber Richter ist pure Emotion, er lebt sie in seinem Klavierspiel aus! Auch in den ruhigen Passagen ist für mich Richters Spiel überlegener, weil anmutiger und würdevoller. Es hat die Größe eines Mannes, der kein Risiko scheut, sich in seinen Emotionen bis zum Äußersten darzulegen. Das sind die Unterschiede für mich. Genau deshalb liebe ich Richter so sehr, und deshalb ist er in diesem Klavierkonzert unerreicht für mich und wird vielleicht auch immer unerreicht bleiben. :down

Gruß, Cosima

P.S.: Ich nahm vorhin fälschlicherweise an, dass Gergiev in der Kissin-Aufnahme sein eigenes Orchester dirigiert. Gergiev ist ein Dirigent, der ein Orchester auch zu derartigen Höchstleistungen bringen könnte, wie Liss das Ural PO. Der Rachmaninov liegt Gergiev im Blut. Aber es ist ja das LSO, welches meilenweit vom Ural PO entfernt ist!
Ganong (13.04.2006, 17:51):
Liebe Forumsmitglieder !
Ich habe einen Aufnahme aller Klavierkonzert evon "rach" , aber habe noch nirgendwo eine Rezesion etc, gelesen bzw. von Euch , dass Ihr sie auch kennt oder habt :
M. Rudy , piano , und M. Janssons (EMI ) .
Sie ergänzt meine sammlung , aber insgesamt bin ich heut edoch eher enttäuscht , was meiner Meinung nach weniger am Pianisten Rudy liegt als an Janssons ganz eigenartigem ( nicht nur eigenwilligen ) Dirigierstil und seiner Auffassung vom Inhalt der Kompositionen Rachmaninovs .
kennt jemand hier die Aufnahme(n) ?
Viele Grüsse , Frank
Cosima (13.04.2006, 19:22):
Lieber Frank,

leider kenne ich die Aufnahme nicht.

Aber eine Frage an Dich: Sammelst Du die Rachmaninov-Konzerte? Ich meine im Sinne von: Strebst Du eine vollständige Sammlung aller jemals eingespielten 3. Rachmaninov-Konzerte an? Schriebst Du nicht an anderer Stelle einmal, dass Du in Kontakt zu diesem „Piano-Wizard“ stehst, der die Rach-3-Konzerte sammelt und inzwischen rund 150 Einspielungen besitzt?

Mein liebstes Rach-3 ist ja nach wie vor die Weissenberg/Pretre-Aufnahme. Daran ändert auch Berezovsky nichts.

Viele Grüße,
Cosima
Cosima (15.04.2006, 23:19):
Hallo Frank,

ich wollte nicht neugierig erscheinen wegen Weissenberg. Den Wikipedia-Artikel habe ich gelesen, sehr informativ!

Viele Grüße,
Cosima
AcomA (16.04.2006, 08:53):
hallo Cosima und Frank,

die von Cosima abgebildete aufnahme mit weissenberg/bernstein hatte ich auch, undzwar kurz nach dem erstmaligen erscheinen auf dem markt. sie war meine erstbekanntschaft mit diesem konzert. auch heute noch, wie schon weiter oben aufgefuehrt, wuerde ich sie als top bezeichnen. die verbindung des intensiv bis 'sentimentalen' orchesterklanges und dem nuechternen stil weissenbergs hat etwas besonderes. ich weiss nicht, was Frank damit meint, dass es sich hierbei um die erste aufnahme mit der grossen kadenz handelt ?( ja, weissenberg spielt die sog. 'schwere ' kadenz (aber auf den hoerer weniger kompakt erscheinende), vor ihm nahmen folgende mit dieser kadenz auf: rachmaninov selbst, horowitz, gilels, janis und ashkenazy ! wie auch immer, technisch-manuell kommt weissenberg an die top of the top eben doch nicht heran. das problem bei ihm ist, dass er seine kraft ausschliesslich aus den oberarmen entwickelte. bei horowitz z.b. kommt es aus den handgelenken und den fingern !! ueberdies hoert man in der abschluss-kadenz des ersten satzes eindeutig einen 'schnitt' der tontechnik ! also, ich will dieser aufnahme ihren mehr als soliden platz bestaetigen, nur, wenn dann auch noch hoert, dass weissenberg und bernstein im letzten satz ein eher gemuetliches tempo anschlagen (weil weissenberg nicht 'ziehen' kann ?( und wie langweilig die variationen im mittelteil des letzten satzes vorueber 'spazieren', wuerde ich von einer aufwendigen beschaffungsaufnahme abraten.

gruss, siamak, aus teheran :engel
Cosima (16.04.2006, 11:58):
Lieber Siamak, lieber Frank,

aufgrund Siamaks generellen Urteils über Weissenberg habe ich die Pretre-Aufnahme und die mit Berezovsky jetzt einmal direkt (allerdings nur den 3. Satz) verglichen. Ich muss Siamak Recht geben und mein obiges Urteil zugunsten der Berezovsky-Aufnahme revidieren. Es ist erstaunlich, mit welcher Mühelosigkeit sich Berezovsky steigert. Das Finale ist ein einziger Rausch, fantastisch! Dennoch hat diese Weissenberg-Aufnahme ihren besonderen Reiz, klingt für mich irgendwie „russischer“, vielleicht eher im Sinne Rachmaninovs.

Dieser Berezovsky ist schon ein Teufelskerl! Ich würde zu gerne sein 4. Beethoven-Konzert unter Dausgaard hören! Richard, wann kaufst Du sie Dir endlich und berichtest darüber? :W

Gruß, Cosima
Ganong (24.04.2006, 15:12):
Lieber Siamak ,
aber ist es nicht äusserst kultiviertes Klavierspiel ? Beiseit evon allem Hochvirtuosenpomp ?!
Ich denke hier hören wir auch die grosse pianistische Kultur eines Rachmaninov .
Bei Orozco kenn eich bis huet nu reine Aufnahme , die wirklich schwach ist : Schumanns Toccat C-Dur opus 7 .
Viele Grüsse , Frank
PS.
1. Schliesse gerade "meine" Toccata ab . Morgen platziere ich sie hier mit einigen vergleichenden Aufnahmebesprechungen u n d
2. Bin ganz verwirrt , dass ich von einem grossen Klassikfreund, der jetzt in Halle ( Saale ) lebt eine E-Mail bekommen ahbe .
Er habe 2005 Alexis weissenberg in Zürich und LUgano getroffen .
U der sei über seinen 1987 verstorbene n Grossvater mit Alexis verwandt . der verfasser kannte soviele details aus der familengeschichte der familie Weissenberg , das ich schon verwundert bin , dass solch ein erwachsener Mann nicht Weissenbergs Management in Paris oder seinem Sekretariat schreibt .
Er hätte sich ja auch an Martha Argerich , meine ich ernst , wenden können , weil die beiden sehr enge Freunde sind .
's ist seltsam . F.
Rachmaninov (28.05.2006, 18:27):
Original von AcomA
lugansky/birmingham SO/s.oramo (warner) - top, etwas glatt


@Siamak,

was Deine Einschätzung zum 1. Klavierkonzert in der o.g. Einspielung angeht schließe ich mich Deiner Meinung an.



S. Oramo mit dem Birmingham SO ist für mich eine guter, aber mit Sicherheit kein absoulter Top-Begleiter bei diesem Konzerte(n) für Lugansky, der für mich hier recht überzeugend aufspielt!
ab (28.08.2006, 21:55):
Kennt ihr die Aufnahme mit Kun Woo Paik und Fedosejew bei RCA? Wie findet ihr die?
http://images-eu.amazon.com/images/P/B000024BDJ.03.LZZZZZZZ.jpg
AcomA (26.06.2007, 11:18):
hallo,

zum Klavierkonzert n.4 g-Moll op.40, welches 1941 von s. rachmaninov revidiert wurde, sollte auch geschrieben werden. es ist wohl das konzert aus der serie, welches am wenigsten gespielt wurde ! die gründe liegen wohl auch daran, dass es im zusammenspiel mit dem orchester eher als symphonisches konzert begriffen werden kann. die häufig auftretenden zäsuren gerade im letzten satz sind schwer zu gestalten.

nach rachmaninovs eigener aufnahme wurde es m.E. wohl erst durch arturo benedetti michelangeli wieder dokumentiert. mit dieser legendären EMI-aufnahme hörte ich das konzert als schüler erstmalig. ich war sofort gefangen von den einleitenden akkorden des ersten satzes, welche einen sehr deklamatorischen effekt ausüben.

mich würden die erfahrungen anderer mit diesem unbequemen konzert interessieren, bevor ich zu einigen aufnahmen stellung beziehe.

gruß, siamak :engel
Jeremias (26.06.2007, 23:16):
Ich muss zugeben, dass ich das 4. eigentlich gar nicht kenne, es hat mich nie sonderlich interessiert und gereizt. Vielleicht hätte er gar besser nach dem 3. aufgehört.... dafür ist die Paganini-Rhapsody umso interessanter!
Rachmaninov (27.06.2007, 07:33):
Original von Jeremias
Ich muss zugeben, dass ich das 4. eigentlich gar nicht kenne, es hat mich nie sonderlich interessiert und gereizt. Vielleicht hätte er gar besser nach dem 3. aufgehört.... dafür ist die Paganini-Rhapsody umso interessanter!

@Jeremias,
die Paganini-Rhapsody als inoffizielles 5. Konzert ist sicherlich sehr interessant.

Das 4. Klavierkonzert ist sicherlich deutlich schwächer als #2 und #3.
Es zeigt irgendwie die "Zerrischenheit" der Person Rachmaninov und sein von Selbstzweifel geprägtes Wesen.
Wahrscheinlich hat er sich hier im Versuch etwas Großes zu schaffen eher selbst gehindert als geholfen.

Die AMB Aufnahme steht hier allerdings zurecht.
AcomA (27.06.2007, 11:23):
liebe Freunde,

an die selbstverständlichkeit der sprache der ersten konzerte kommt das g-moll konzert wohl nicht heran. aber es handelt sich IMO um ein werk, dass durch wiederholtes hören über jahre an kontur gewinnt. mittlerweile höre ich dieses werk z.b. lieber als das 2. konzert. um in meinen eigenen bereich zu wechseln:

das 2. konzert entspricht einer wunderschönen und gut von der hand laufenden hirntumoroperation !

das 4. konzert empfinde ich als schwierige und vom verlauf her unruhige bis zermürbende operation eines hirnangiomes. :B

wie auch immer,

ich kann über drei aufnahmen des konzertes berichten. keines der dokumente ist durchschnittlich !

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41M07FFSBCL._AA240_.jpg

diese aufnahme gewinnt dadurch, dass der dirigent auf eigene erfahrungen als solist zuückgreifen kann. manuell ist thibaudet sehr beweglich. seine schwächen ergeben sich bei der erarbeitung von details.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5187890.jpg

ABM's aufnahme fokussiert auf den klavierpart. IMO ist das die referenzaufnahme. die kantablen facetten werden wunderbar formuliert, der zugriff ist großzügig.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4663065.jpg

IMO handelt es sich hierbei um meine bevorzugte aufnahme, da die interpreten das werk als symphonisches konzert vorführen. der orchesterpart ist sehr differenziert und schöpft sein armamentarium aus. berezovsky zeigt sich wie in der anderen platte mit den konzerten 2 und 3 als versierter rachmaninov-spieler, der sich auch in rauschhaften zustand spielen kann. die aufnahmetechnik ist superb. ich kann diese platte (incl. konzert nr. 1 und der paganini-rhapsodie !) wärmstens empfehlen.

gruß, siamak :engel
Ganong (27.06.2007, 19:35):
Lieber Siamak ,

präzise so wier Du das 4. KK vpon Rachmaninov hörst , analysierst und empfindest , geht es mir auch .

Wobei ich ABM mehr auf die Seite des kühlen Analytikers stellen möchte und Rachmaninov selbst auf die Seitede des Interpreten , der dieses Konzert erfreulicherweise als selbststsändiges Werk verssteht und nicht als eine Fortsetzung des zweiten und dritten Klavierkonzertes .

Grüsse ,

Frank
nikolaus (27.06.2007, 21:40):
Hm, ich glaube, ich muß es wieder öfter hören.
Heute habe ich zum ersten Mal seit Jahrenden diese meine einzige Aufnahme gehört:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1560934.jpg
Vladimir Ashkenazy, Concertgebouw Orchestra, Bernard Haitink

Es war eine meiner ersten Klassik-CDs, und ich habe sie damals häufiger und gerne gehört.
Jetzt also, wie gesagt, das erste Mal seit langer Zeit.
Vielleicht lag es an meinem Zustand (müde und genervt von der Arbeit kommend), aber in meinen Ohren zerbröselte es in viele Einzelteile ohne Rahmen und hat mich nicht gefesselt oder berührt.
Ich werde es mir also wiederholt zu Gemüte führen und mich dann ggf. erneut zu Wort melden.

Nikolaus.
HenningKolf (17.01.2008, 22:44):
Da ich mir kürzlich die Beresowski/Liss-Einspielungen zugelegt habe, besteht Anlass, mich hier zu äußern (Verstehe auch nicht recht, warum ich dies bisher noch nicht getan habe, wo doch das 2. und 3. KK zu meinen Lieblingskonzerten überhaupt gehören).

Bei den Paganini-Variationen und den Konzerten Nr.2 und 4 bestehen gute Chancen, dass diese Einspielungen sich zu meinen Lieblingsaufnahmen entwickeln (so etwas weiss ich nicht immer nach dem ersten Anhören, sondern erst nach einem halben oder ganzen Jahr - wobei: bei den Paganinivariationen bin ich schon fast sicher, zumal hier die in meinem Besitz befindliche "Konkurrenz" deutlich geringer ist als bei den anderen Konzerten). Dass die sehr gute Einspielung des dritten Konzerts in meiner Beliebtheitsskala sich vor Argerich/Chailly einreihen wird, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass diese Einspielung jemals aus dem Olymp verdrängt wird (mag sein, dass die Aufnahme, wenn man "Konzert" wörtlich im Sinne von conserere=zusammenfügen versteht suboptimal und Beresowski/Liss unterlegen ist, aber wenn man Konzert auf concertare bezieht, wird ein Schuh draus. Man meint zu spüren, wie Martha Herrn Chailly und dem Orchester den Schweiss auf die Stirn treibt...ungeheuer emotional, ungeheuer spannend). Bei Beresowskis Aufnahme des 1. Konzerts hatte ich gestern, beim allerersten Anhören, das Gefühl, dass die Klangtechnik ein wenig eindickt und etwas Transparenz und Luftigkeit fehlt - aber möglicherweise waren gestern nach einem anstrengenden Tag auch nur die Ohren belegt.............


Welche Aufnahmen ich sonst noch besonders mag?

Nennen möchte ich zunächst bzgl. des 1. Konzerts und der Paganini-Variationen Pletnjow/Pesek - Siamak hatte ja schon darauf hingewiesen.

Bei den Konzerten Nr. 2 und 3 höre ich oft und gern die Naxos-Aufnahmen mit Biret und Glemser. Klar, die orchestrale Begleitung ist etwas schwächer (aber insbesondere Wit mit seinen Polen ist nicht so schlecht, wie dies manchmal dargestellt wird), die Klangtechnik recht suboptimal, aber sowohl Frau Biret als auch - insbesondere - Bernd Glemser gehören für mich zu den sträflich unterschätzten Pianisten.


Wenn ich es mal etwas kühler und eleganter mag, greife ich zu Aschkenasi unter Haitink

Eine Frage fällt mir noch ein...Neulich hatte ich eine Decca-Box mit Aufnahmen von Kocsis (Dirigent, Orchester erinnere ich dochj jetzt momentan tatsächlich nicht X( ?( ) in den Händen, die mir allerdings zu teuer war. Würde sich eine Anschaffung zu einem angemessenen Preis lohnen??


Gruss
Henning
Rachmaninov (18.01.2008, 07:59):
@Henning,

bei Berezovsky stimme ich Dir bei den Konzerten zu was den Paganini angeht hatte ich mich einst hier geäußert.

Was Kocis angeht so ist zumindestens die 2. Klaviersonate von Rachmaninov ein MUSS. Bei den Konzerten kann ich es Dir nicht sagen.
teleton (18.01.2008, 10:56):
Hallo Rachmaninoff-Freunde,

von Bezerowsky´s Rachmaninoff-KK habe ich auch schon viel positives gelesen, doch da ich zufrieden eingedeckt bin ist die Frage ob es unbedingt sein muß ?

Ich hatte zu meiner Schallplattenzeit die sehr stimmige und brillante Aufnahme mit Entremont / Philadelphia Orchestra / Ormandy (CBS-LP) kennengelerrnt und war damit jahrelang zufrieden (damals kaufte ich kaum doppelt).

Später auf CD stellte ich fest, das die SONY-CD-Übernahme dieser Aufnahme sehr mulmig und dumpf im Klang war.
Ich kaufte Ashkenazy / LSO / Previn (Decca) und lernte diese ebenfalls schätzen, sodaß ich keine andere wollte. Dies fühte ich aber auch auf die ungleich bessere Klangqualität zurück, die das Klavier und Ashkenazys präzisen Anschlag sehr deutlich wiedergibt.
Einzelausgaben u.a. mit Horowitz/Ormandy (RCA) (Nr.3) waren ganz interessante "Ausflüge", aber Ashkenazy fand ich immer besser.

Weil ich ewig auf der Suche nach einer Aufnahme der Sinfonischen Tänze op.45 war (nach Swetlanow auf Eurodisc-LP, nie etwas besseres gehört), hatte ich mit auch die Janssons-GA aller Rachmaninoff-Orchesterwerke (EMI) zugelegt (war billiger als die Einzel-CD !) und hier sind die Rachmaninoff-Klavierkonzerte und die Paganini-Variationen op.43 mit
Micheal Rudi enthalten.
Das ist eine Interpretation, die IMO mit den Allerbesten mithalten kann und den Kauf der ganzen EMI-Box wert. Jansons, der mit bei den anderen Werken zu sehr überromantisiert (so auch bei den Sinfonien) ist hier mit Rudi erste Sahne - eine perfekte Aufnahme.
:W Wenn ich Rachmaninoff-KK höre greife ich heute am liebsten zu dieser.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6229634.jpg
Rachmaninoff:
Symphonien Nr. 1-3, Die Toteninsel;
Klavierkonzerte Nr. 1-4; Paganini-Rhapsodie op.43
Scherzo in d;Vocalise; Symphonische Tänze op.45;
+Tschaikowsky:Klavierkonzert Nr. 1
Rudy, St. Petersburg PO, Jansons
EMI , DDD, 1990-1998
Jürgen (23.01.2008, 16:47):
Ich habe bei Argerich noch echte Lücken. Ich dachte, Rach3 wäre die richtige Waffe, um eine der Lücken zu schließen. Die Aufnahme mit Chailly wird ja auch überall gelobt.
Letztens las ich den Pollux' Beitrag aus dem Video-Clip-Thread:
Original von Pollux
Als Fan von Marha Argerich war ich ebenso veblüfft wie erfreut, bei youtube Ausschnitte aus dem berühmten Berliner Rach3-Konzert von 1982 mit Chailly vorzufinden. Wusste gar nicht, dass es davon überhaupt Fernsehaufnahmen gibt. Was die Argerich da abfackelt, ist schlichtweg der Hammer!

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Überhaupt kommen Argerich-Fans bei youtube voll auf ihre Kosten. Sogar rare Argerich-Interviews gibt's da. Weiß der Geier, wo die Leute all diese Clips her haben. Aber uns kann's ja wurscht sein.

Gruß,
Pollux
Ist das denn vom Ton identisch mit dieser Aufnahme?
http://ecx.images-amazon.com/images/I/61DX5WY3EHL._AA240_.gif

Denn das, was ich bei youtube gesehen/gehört habe gefiel mir nicht unbedingt. Argerich ist natürlich gigantisch, aber das arme Orchester ist stellenweise gar nicht mehr in der Lage, zu folgen. Ich will nicht behaupten, dass falsch gespielt wird oder Töne fehlen, aber bei manchen Passagen fehlt mir der Ausdruck, weil sich manche Töne insbesondere im Blech erst garnicht richtig aufbauen können (3.clip 3:15-3:20 und 3:35-3:40).

Um diese Stellen rauszusuchen, habe ich den Clip noch zweimal gesehen. Nun muß ich sagen, ich bleibe bei meiner Einschätzung, es gibt aber genug andere Passagen, die einen sehr starken Ausdruck haben und in der Lage sind, die von mir genannten Schwachstellen zu (über)kompensieren.
Mit anderen Worten: Mit jedem Hören wirds besser. Aber komisch, beim ersten Mal hat es mich immens gestört.

Grüße
Jürgen
nikolaus (23.01.2008, 17:43):
@ Jürgen

Ja, das ist die Aufnahme.
Ich habe gerade CD versus Clip verglichen. Die von Dir genannten Stellen klingen auf CD schon etwas besser.
Da ich aber keine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Aufnahmen habe, bin ich mir nicht sicher, was genau du meinst. Müssten die Bläser prominenter klingen, geht Argerich über das Orchester hinweg?
Ich denke, dass das Orchester stellenweise nicht hinterherkommt, steht ausser Frage.

Ansonsten gilt für mich das, was auch liegnitz an anderer Stelle bemerkt hat:

Ohne Worte

Nikolaus.
Jürgen (24.01.2008, 10:03):
Hallo Nikolaus,

>Müssten die Bläser prominenter klingen,
>geht Argerich über das Orchester hinweg?


Nein, Klavier und Orchester spielen hier im Wechsel.
Erst spielt Argerich zwei Akkorde und danach das Ochester "ta ta taah".
Und das ganze wiederholt sich ein paarmal. (sorry, wenn ich mich so laienhaft ausdrücke).

Ich hörte im Vergleich gestern Eschenbach/Barto und da nimmt dieses "ta ta taah" mindestens doppelt so viel Zeit in Anspruch. Dabei entwickelt es wesentlich mehr Größe, kling erhabener.
Na gut das ist ein Detail, das uns zeigt, dass es eine perfekte Aufnahme nie geben wird.
Und unterm Strich gefällt mir Chailly/Argerich mittlerweile besser, weil hier mehr Spielfreude durchklingt. Vielleicht, weil es live ist.

Grüße
Jürgen
Jeremias (25.03.2006, 18:28):
@ Siamak: Kenne ich jenen Kollegen, mit dem du zusammen operiert hast?

Das 2. Konzert lege ich immer auf, wenn jemand behauptet, Klassik sei langweilig.... ich nenne es die "Zeugen-Jehovas-Taktik", langsam heranführen....
Rachmaninov (25.03.2006, 20:33):
Rachmaninov Klavierkonzert No.2 op.30 stellt IMO eine der bedeutensten Kompositionen dieser Gattung dar, die jemals geschrieben wurden. Keinem anderen Werk habe ich in meiner Sammelleidenschaft einer derartigen Aufmerksam gewidmet wie diesem Konzert.
Wer jemals etwas über den Menschen Rachmaninov erfahren will, seinen "Seelenzustand" und die Schwankungen in seime Gemüt, der kann ggf. Tagelang eine seiner Biographien lesen, aber keine vermag es seine Seele so zu offenbaren wie dieses Konzert, das wie kein anderes alle emotionalen Höhen und Tiefen der menschlichen gefühlswelt anspricht........

Die Widmung für Dr.Dahl (meine er war sogar ein Deutscher, oder?) ist sicherlich zurecht erfolgt. Diesem Mann verdanken wir wahrscheinlich zahlreiche Werke Rachmaninov's!

Aufnahmen besitze ich viele:

Richter (2x), Janis, Cliburn, Zilberstein, Hough, Ashkenazy, Grimaud, Gavrilov, Zimerman, Sokolov, Gutierrez, Lang Lang, Kapell, Weissenberg, Andsnes, Berezovsky..... gehört habe ich noch Lugansky!

Dabei sind grausige und göttliche Aufnahmen :wink
Jeremias (25.03.2006, 21:02):
Lang lang z.B. finde ich furchtbar, aber ich schätze dafür ganz besonders Julius Katchen und Zimerman.

Wie gefällt Dir denn Gutierrez?
Rachmaninov (25.03.2006, 21:29):
Original von Jeremias
Lang lang z.B. finde ich furchtbar...........?

@Jeremias,
wie soll man diese Aufnahme auch anders beschreibe?!
Habe sie gerade nochmal gehört. Naja, eigentlich reingehört, da ich mir das nicht in voller Länge wirklich antuen wollte.
Wäre das die erste Aufnahme, die ich jemals von diesem Konzert gehört hätte, ich hätte es mir wahrscheinlich nie wieder angehört.
Was immer Lang Lang und Gergiev sich bei dieser Interpretation gedacht haben (unterstelle ja mal sie haben sich was gedacht) es it einfach grausam. Dieses uninspirierte Klavierspiel überträgt sich linear auf das Orchester, das wohl bei jeder Note dachte: "Steht da, spielen wir ... gleich haben wir es geschafft!" Wenn ich das höre ist mir jegliche Hype der um Lang Lang gemacht wird echt völlig unklar.
Man höre sich nur alleine von jedem Satz die erste Minute an im Vergleich zu einer der vielen guten Aufnahmen und man begreift es sofort: GRAUSAM!

Interpretation: 2-3*
* gleich vorne weg, das wurde bei der Rhapsody noch unterboten!
Klang: 7
AcomA (26.03.2006, 17:16):
hallo liebe rachmaninov-fans,

ich würde nun meine erfahrungen mit seinem dritten konzert in d minor darlegen. ich würde es auch als das von mir favorisierte bezeichnen. hier nochmal das schöne hauptthema des ersten satzes:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6e/Rach3_Beginning.jpg/500px-Rach3_Beginning.jpg

erstmalig hörte ich von der existenz dieses konzertes über joachim kaisers buch 'die großen pianisten unserer zeit'. gerade kam die einspielung (eine der ersten digitalaufn. von EMI) mit folgender besetzung heraus, die ich mir als mc zulegte: alexis weissenberg/orchestre nat. de france/leonard bernstein. diese aufnahme prägte mich lange zeit. ich durfte sie sogar in der 12. klasse im musik-kurs vorstellen. das war dann auch der zeitpunkt für alternativen. unser musiklehrer (ein kommilitone von stockhausen und den kontarsky-brüdern, hatte auch komposition bei frank martin studiert !) lieh mir folgende LP aus: van cliburn/symphony in the air/k. kondrashin, live in der carnegie-hall 1958 zwei tage nach dem sieg in moskau (incl. chrutschow-kuss). es folgten aufnahmen mit dem späten horowitz, ashkenazy, berman und dem erst 13-jährigen (!) dimitris sgouros.

insgesamt überblicke ich folgende aufnahmen die ich in vier kategorien wertend einordne: I. top of the top, II. top, III. moderate und dann noch eine zusatzkategorie IV. special case

I.
vladimir horowitz/LSO/a. coates (EMI, naxos historical, 1930)
sergei rachmaninov/philadelphia orchestra/e. ormandy (rca, 1939)
emil gilels/orch. de la soc./a. cluytens (EMI, 1955)
byron janis(boston SO/c. munch (RCA, 1960 ?)
boris bereszovsky/philh. Orch. des ural/d. liss (mirare, aktuell)

II.
lazar berman/LSO ?/abbado (CBS, 70er jahre)
alexis weissenberg/orch. national de france/l. bernstein (EMI, ca.1980)
martha argerich/RSO berlin/chailly (philips, 80er)
zoltan kocsis/san franc. SO/ e. de waart (philips, 80er)
nikolai lugansky/city of birm. O/s. oramo (warner , aktuell)

III.
bronfman, barto, bolet, kissin, volodos, gawrilov, ashkenazy, andsnes, görner, bereszovsky (frühe aufnahme)

IV.
van cliburn/symphony of the air/kondrashin (RCA, live, 1958)
vladimir horowitz/NY PO/e. ormandy (RCA, live, 1978)
dimitris sgouros/berl. philh./? (EMI, 80er jahre)
bernd glemser/national polnish orch./wit (naxos, 90er)

wenn ich die orchesterleistung mitbewerten sollte, so ziehe ich derzeit die neue berezovsky-aufnahme allen anderen vor. der klang des orchesters ist verzaubernd. man hört jede kontrapunktische bewegung der streicher, jede kantilene der bläser minutiös. das zusammenspiel aller ist blindlings. berezovsky benutzt die plastischere und kompaktere alternativ-kadenz im ersten satz, welche schwieriger klingt, wohl aber manualtechnisch besser zu packen ist. die variationen im letzten satz werden sehr abwechslungsreich und lebhaft gestaltet, eine phase, wo der zuhörer schnell die aufmerksamkeit streifen lässt. die stretta kurz vor schluss wird wie vorgeschrieben acceleriert und a tempo gehalten. ekstatische momente ! :down

zu den besonderen fällen:

cliburn hat zwar technische probleme, aber kämpft beeindruckend. der live-aspekt ist gut durchhörbar. die späte horowitz-live-aufnahme ist biographisch interessant, seine erste arbeit mit orchester seit langem gewesen, seine herausarbeitung der polymelodik im zweiten satz bleibt IMO unerreicht. dimitris sgouros schließlich war der jüngste, der dieses konzert aufnahm. pianistisch absolut firm, in der phrasierung jedoch etwas unreif. bernd glemser spielt phänomenal. transparent, a tempo, arbeitet die polymelodik im 2. satz sehr schön auf. leider sehr schwaches orchester. es ist die mir einzig bekannte aufnahme eines deutschen pianisten nach gieseking. ich bin überzeugt, wenn glemser es mit dem philadelphia orchestra, mit dem er das 3.konzert vor kurzem aufführte, aufgenommen hätte, er wäre in kategorie I gelandet !

das wars erstmal.

gruß, siamak :engel
Cosima (26.03.2006, 17:36):
Original von AcomA
I.

emil gilels/orch. de la soc./a. cluytens (EMI, 1955)


Hallo Siamak,

die Gilels-Aufnahme hat sich auch als mein Favorit herauskristallisiert. Janis und Berezovsky führst Du ja auch unter „top of the top“ auf – eine von beiden werde ich mir wohl tatsächlich noch zulegen müssen, vorzugsweise die neue Berezovsky-Aufnahme.

Die viel gerühmte Argerich hätte ich auch in Kategorie 2 aufgeführt, Volodos auch in 3, Cliburn/Kondrashin fand ich eher stark. Oder verwechsele ich das mit dem 2. Konzert? Muss ich noch mal hören…

Weissenberg / Bernstein führst Du in Kategorie 2 auf. Die Aufnahme kenne ich nicht, aber Weissenberg / Pretre (1967) ist für mich ein Kategorie 1-Kandidat.

Auf jeden Fall eine sehr schöne und interessante Zusammenstellung von Dir!

Gruß, Cosima :)
AcomA (26.03.2006, 18:52):
liebe Cosima,

ich habe extra die cliburn-aufnahme in der kategorie des besonderen aufgeführt, da sie einen besonderen reiz ausübt. es dieses ekstatische moment, welches hier herüberkommt, wie bei nur wenigen aufnahmen. trotzdem ist unüberhörbar, dass cliburn nicht über die technischen reserven eines z.b. janis oder gar dimitris sgouros verfügte. ich habe in dieser kategorie z.b. auch glemser aufgeführt, da ihm ein mittelmäßiges orchester zur seite stand und die aufnahmetechnik auch nicht 'dolle' ist. wie du wahrscheinlich bemerkst, habe ich den glemser wie auch jorge bolet zunächst 'vergessen'. das passiert einem schon mal bei der anzahl von aufnahmen. insgesamt kenne ich wohl von kaum einem anderen konzert so viele aufnahmen. bei dir ist es wohl auch so ?(

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4526320.jpg http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9203150.jpg

die gilels-aufnahme (siehe oben), habe ich in der testament-ausgabe, es gibt sie jetzt auch in der EMI-great recording-serie !

übrigens hier die aufnahmen, wo die erste kadenz, die sog. schwierigere, welche jedoch sich 'schlanker' anhört, zum einsatz kommt, da sie deutlich seltener gespielt wird:
horowitz, janis, weissenberg, bolet, gilels, argerich, glemser.

gruß, siamak :)
Cosima (26.03.2006, 19:07):
Original von AcomA
insgesamt kenne ich wohl von kaum einem anderen konzert so viele aufnahmen. bei dir ist es wohl auch so ?(


Lieber Siamak,

ja, so ähnlich, wenn ich auch längst nicht so viele Interpretationen wie Du besitze. Ich wollte sogar mal alle Aufnahmen sammeln. Allerdings nur solange, bis ich herausfand, dass es über 160 Aufnahmen gibt. Das fand ich dann doch etwas übertrieben.

Vom Gilels habe ich auch die Testament-Ausgabe; interessant, dass sie nun endlich auch in der EMI-Serie erscheint. Kennst Du auch die alte Lugansky-Aufnahme? Die wurde ja (oder wird noch?) sehr günstig verscherbelt.

Gruß, Cosima
AcomA (26.03.2006, 19:35):
hallo Cosima,

nein die alte lugansky-aufnahme kenne ich nicht. ich hab mal beim ruhr-festival einen fanatiker getroffen, der lugansky durch ganz europa folgt, um ihn ständig zu hören. also glaube ich schon, dass sie gut sein wird. ich würd ein deiner stelle lieber einmal noch mehr investieren und den 'neuen' bereszovsky zulegen. dringliche empfehlung. dann sollte man mit dem fundus für die nächsten 10 jahre auskommen. aber wer weiß, vielleicht wird uns demnächst denis matsuev eines besseren belehren !!! :J

kleine zusatzinfos: wenn es Sergejewitsch nicht schon erwähnte, rachmaninov hatte immer betont, dass es zwei pianisten gab, die sein drittes konzert besser als er selbst spielten: vladimir horowitz und walter gieseking ! die gieseking-aufnahme wird sicher interessant sein, soll aber akustisch extrem schlecht sein. jetzt die überraschung, sowohl claudio arrau als auch clara haskil führten dieses 'konzert für elefanten' in jungen jahren live auf ! :B

gruß, siamak :)
Rachmaninov (26.03.2006, 19:37):
Was das 2. Klavierkonzert angeht gibt es glücklicherweise einige sehr gute Aufnahmen. Um es wie Siamak zu machen, eine Gruppe I Aufnahme ist dabei diese V. Cliburn Aufnahme. Packend, kraftvoll und jederzeit passt der Solist und das Orchster zusammen.



Man höre sich nur den Anfang des dritten Satzes an :down :down
Cosima (26.03.2006, 20:00):
Original von AcomA
ich hab mal beim ruhr-festival einen fanatiker getroffen, der lugansky durch ganz europa folgt, um ihn ständig zu hören.

Hallo Siamak,

wir können ja einen Thread über „fanatische Fans“ einrichten. Ich stelle mich gerne als Studienobjekt zur Verfügung (kleiner Scherz)... :rofl

Mit Claudio Arrau kann ich mir das Rach3 gut vorstellen, bei Clara Haskil habe ich da Probleme. Sie ist mir nur als Mozart-Interpretin bekannt.

Gruß, Cosima
Ganong (27.03.2006, 16:14):
Lieber Siamak ,
es bleibt Tatsache :Meine Mutter konnt eisch in der Chirurgischen Uni-Klinik Düsseldorf im Rahmen einer Plexusanästhesie sogar die Musik zu / während der Operation 1976 aussuchen . Ich habe in Erinnerung , dass es ihr sehr gut getan hat . Der Operateur , Prof. Sailer , liebte wie meine Mutter Mozart .
Und weil Du die "Essener Sangeskunst" beschrieben hast : es gab während meiner Famulaturzeit in der Kilinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie ( Essen ) bei Prof. D. Schettler einen OA ( Name spielt keine Rolle ) , der regelmässig einen Liebessong auf dem Weg zum Op ganz still vor sich hinsang .
Viele Grüsse , Ganong
Ganong (27.03.2006, 16:19):
Lieber Siamak ,
es gibt mehrere Aufnahmen des "Rach-3" - ursprünglich natürlich auf LP - mit Gieseking . A l l e sind schwach .
Es wundert mich , dass noch niemand an den grossen Pianisten gedacht hat ( bisher ) , dem das d-Moll-Konzert gewdimet ist : Josef Hofmann , der es jedenfalls öffentlich nie gespielt hat .
Zum "Rach-2" : als Gary Graffman noch gesund war , hat er dieses Konzert mit Leonard bernstein und dem New York Philharmonic Orchestra aufgenommen ( CBS / Sony ) . Sehr empfehlenswert .
Viele Grüsse , Ganong
Ganong (27.03.2006, 16:23):
Lieber Siamak ,
Denis M a t s u e v , ja Du sprichst es an . Ich hatte gedacht ( gehofft ) , dass er nach den unbegreiflichen Lobeshymnen ganz vergessen wäre ( bezieht sich auf seine 1. CD ) . Hast Du ihn einmal live erlebt ?
"A tribute to Horowitz" ist doch an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten .
Ein Fehlkauf nur deswegen nicht , weil ich sonst nichts zu seinem Spiel sagen könnte .
Viele Grüsse , Ganong
Rolf Scheiwiller (27.03.2006, 16:26):
@ Ganong.

Das erinnert mich an meinen letzten Spitalaufenthalt.
Vor der OP, als ich bereits unter den grünen Tüchern lag, fragte mich ein Mitglied des Teams ob, und welche Art von Musik ich über KH hören möchte.
Sie hatten Vivaldi, Bach und Kuschelrock im Programm.

Natürlich wählte ich das letzte!
Rolf.
Ganong (27.03.2006, 16:28):
Liebe Cosima ,
es gibt auch aus meiner Erfahrung solche "hinterherreisenden Fans" gar nicht so selten .
1999 hab eich einen kleine Vortrag gehalten . Zufällig kam ich anschliessend mit einigen ( jüngeren ) Damen ins Gespräch , die mir voller Emphase und laut durcheinander redend berichtetetn , dass sie , wenn immer möglich , Ivo Pogorelich nachreisen würden . Ihre nach Ivo zweite grosse Liebe waren dessen "Bilder einer Ausstellung" .
Eine sehr gut aussehende Dame in den besten mittleren Jahren reiste regelmässig dorthon , wo Francisco Araiza auftrat . Die Liste liesse sich fortsetzen .
Viele Grüsse , Ganong
AcomA (27.03.2006, 19:59):
hallo Ganong,

dein urteil über die gieseking-aufnahme hört sich ziemlich ernüchternd an ! denis matsuev habe ich bisher nur gehört mit der live-aufnahme des 5. klavierkonzertes von rodion schdschedrin mit dem sinfonieorch. des BR unter mariss jansons. obwohl ich natürlich keinen vergleich bezgl. dieses konzertes habe, matsuev spielt sehr stark ! er ist noch sehr jung, bleibt zu hoffen, dass er sich wie z.b. bereszovsky weiterentwickelt.

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/9263081.jpg

gruß, siamak :)
korngold (28.03.2006, 21:47):
Hallo,
ich muß leider bestätigen, daß die Gieseking-Aufnahmen wirklich schwach sind.
An manchen Stellen geradezu unfreiwillig komisch.
Etwa auf dem Niveau der Wittgenstein-Ravel-D-Dur-Aufnahme.
Anhand dieser live-Aufnahmen ist Rachmaninows Begeisterung völlig unverständlich.......

Besten Gruß,

Michael
Cosima (30.03.2006, 23:06):
Original von Rolf Scheiwiller
Ja, der Stravinsky hatte schon eine spitze Zunge..
Seine Aussage über seinen Landsmann Rachmaninov wirst Du sicher kennen.


Hallo Rolf,

was hat Strawinsky denn nun eigentlich gesagt?

Ich weiß nur, dass Rachmaninov ziemlich konservativ war (um es mal vorsichtig zu formulieren); weder für Prokofjew noch für Strawinsky hatte er viel übrig, weil er deren Musik nicht folgen konnte oder wollte. Die Aufführung des „Sacre“ wollte er in seiner Funktion als Beirat des Russischen Musikverlags sogar verhindern, mit der „Skythischen Suite“ war es ebenso.

Es kam wohl nur zu einem einzigen Treffen zwischen Strawinsky und Rachmaninov. Über Musik soll bezeichnenderweise erst gar nicht geredet worden sein, um Streitigkeiten zu verhindern. Strawinskys Worte werden also wohl nicht sehr schmeichelhaft ausgefallen sein.

Gruß, Cosima


Hilfe, Richard! Könntest Du das mal bitte in den Rachmaninov-Klavierkonzerte-Thread verschieben? Danke!
Rolf Scheiwiller (31.03.2006, 06:39):
Original von Cosima
Original von Rolf Scheiwiller
Ja, der Stravinsky hatte schon eine spitze Zunge..
Seine Aussage über seinen Landsmann Rachmaninov wirst Du sicher kennen.


Hallo Rolf,

was hat Strawinsky denn nun eigentlich gesagt?

Ich weiß nur, dass Rachmaninov ziemlich konservativ war (um es mal vorsichtig zu formulieren); weder für Prokofjew noch für Strawinsky hatte er viel übrig, weil er deren Musik nicht folgen konnte oder wollte. Die Aufführung des „Sacre“ wollte er in seiner Funktion als Beirat des Russischen Musikverlags sogar verhindern, mit der „Skythischen Suite“ war es ebenso.

Es kam wohl nur zu einem einzigen Treffen zwischen Strawinsky und Rachmaninov. Über Musik soll bezeichnenderweise erst gar nicht geredet worden sein, um Streitigkeiten zu verhindern. Strawinskys Worte werden also wohl nicht sehr schmeichelhaft ausgefallen sein.

Gruß, Cosima


Hilfe, Richard! Könntest Du das mal bitte in den Rachmaninov-Klavierkonzerte-Thread verschieben? Danke!


Guten Tag Cosima, aus der Stadt, die Wissen schafft!

Strawi über Rach

ZWEI METER RUSSISCHE TRUEBSAL


Gruss
R.
Cosima (31.03.2006, 14:02):
Original von Rolf Scheiwiller
Strawi über Rach

ZWEI METER RUSSISCHE TRUEBSAL


Böse, böse... :D

Lieben Gruß,
Cosima
nikolaus (02.04.2006, 12:20):
Hallo,

ich besitze Rach 3 mit Martha Argerich, für mich eine Aufnahme für "die Insel"!!
Dabei habe ich, wenn ich Martha Argerich höre - egal was sie spielt-, nie das Gefühl, dass sie "hastet". Für mich ist es weniger eine gewollte Schnelligkeit, sondern eine unglaubliche Energie, von der sie sich treiben lässt.
Andere Beispiele: Brahms Klavierquartett Nr. 1 mit Kremer, Bahmet, Maisky; Shostakovich Sonate für Cello und Klavier op. 40!
Dass sie auch anders kann, habe ich in Lugano erlebt, als sie mit Vengerov und G.Capucon das Klaviertrio von Shostakovich spielte. Da gab es einen Moment tiefster, fast schon morbider Ruhe, der einem die Sprache verschlug.

Kurz: ich finde sie einfach klasse! :down :times10

Nikolaus
Rachmaninov (05.04.2006, 13:04):
@Siamak,

Deine Einschätzung bzgl. der Berezovsky Aufnahme teile 100%ig.
Superbe Gestalltung im Klavierpart, spielerische Leichtigkeit und insb. im dritten Konzert noch feinste Phrasierungen. Dazu dieses bestens disponierte Orchster. Der Klang ebenfalls top. Kenne kaum eine Aufnahme bei der unter vollem Orchestereinsatz das Klavier noch derart sauber zu hören ist.

Eine der besten Aufnahmen dieser beiden Konzerte überhaupt
AcomA (05.04.2006, 15:51):
lieber Sergejewitsch,

das orchester, aus dem tiefen ural kommend, es zieht einen dermaßen in den bann, die bläser, die streichergruppen. der sound ist etwas ganz eigenes und besonderes. demnächst sollen ja noch die konzerte nr.1 und 4 mit diesem kollektiv durchwandert werden ! :J

gruß, siamak :beer

ps: wie lange wird Cosima noch widerstehen ?( ?(
Rachmaninov (05.04.2006, 15:52):
Original von AcomA
..............demnächst sollen ja noch die konzerte nr.1 und 4 mit diesem kollektiv durchwandert werden ! :J

gruß, siamak :beer

:leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb :leb
AcomA (05.04.2006, 16:28):
Sergejewitsch,

du lässt da ja einen richtigen formationstanz aufführen !

gruß, siamak :leb
Cosima (08.04.2006, 12:09):
Liebe Klassik-Freunde,

ich schrieb ja bereits, dass ich die Berezovsky-Aufnahme nun endlich gehört habe. Sie ist großartig! Das Orchester ist ein Traum! Genauso verstehe ich Rachmaninovs Musik:
Geradlinig, klar und dynamisch; schwankende Emotionen mit jeweils präzisen Steigerungen und klar akzentuierten Höhepunkten, dabei stets natürlich und fließend. Ich glaube, ich habe nie ein Orchester gehört, das dieses 2. Konzert (das 3. habe ich noch gar nicht gehört) mit dieser eindrucksvollen sinnlichen Klangschönheit gespielt hätte! Einfach zum Niederknien! :down

Aber Berezovsky muss ich mit Richter im 2. Konzert vergleichen, das geht nicht anders. Wenn ich Einspielungen des Rach2 vergleiche, ziehe ich immer eine bestimmte Stelle im ersten Satz heran. Es sind vor allem diese rund 3 Minuten, die für mich darüber entscheiden, ob die Aufnahme – was den pianistischen Part angeht – eine neue Referenz darstellt. Ab ungefähr 5:10 beginnt diese Stelle bei Richter. Das Orchester beginnt ein kleines Zwiegespräch, dann dominiert das Klavier, beide steigern sich in einen wahren Rausch hinein. Dann ab 6:47! Hört doch mal, wie Richter hier spielt! So auftrumpfend und leidenschaftlich, dann dieses leichte, atemberaubende Stocken bei 6:59! Das ist fast erotisch! Mir läuft auch nach 100-maligem Hören ein kalter Schauer den Rücken herunter. Was für eine Entschlossenheit, was für eine Suggestivkraft! Ich habe diese Stelle noch von keinem anderen Pianisten so männlich-kraftvoll und verinnerlicht und voller Sinnlichkeit gehört! Im direkten Vergleich verschleppt Berezovsky diese markante Stelle fast ein wenig (obwohl er sie immer noch besser spielt als die meisten anderen Pianisten) – er ist IMO Lichtjahre von der Ausdruckstiefe eines Richter entfernt.

Berezovsky ist gut und vermittelt Gefühle, so als spräche er über sie – aber Richter ist pure Emotion, er lebt sie in seinem Klavierspiel aus! Auch in den ruhigen Passagen ist für mich Richters Spiel überlegener, weil anmutiger und würdevoller. Es hat die Größe eines Mannes, der kein Risiko scheut, sich in seinen Emotionen bis zum Äußersten darzulegen. Das sind die Unterschiede für mich. Genau deshalb liebe ich Richter so sehr, und deshalb ist er in diesem Klavierkonzert unerreicht für mich und wird vielleicht auch immer unerreicht bleiben. :down

Gruß, Cosima

P.S.: Ich nahm vorhin fälschlicherweise an, dass Gergiev in der Kissin-Aufnahme sein eigenes Orchester dirigiert. Gergiev ist ein Dirigent, der ein Orchester auch zu derartigen Höchstleistungen bringen könnte, wie Liss das Ural PO. Der Rachmaninov liegt Gergiev im Blut. Aber es ist ja das LSO, welches meilenweit vom Ural PO entfernt ist!
Ganong (13.04.2006, 17:51):
Liebe Forumsmitglieder !
Ich habe einen Aufnahme aller Klavierkonzert evon "rach" , aber habe noch nirgendwo eine Rezesion etc, gelesen bzw. von Euch , dass Ihr sie auch kennt oder habt :
M. Rudy , piano , und M. Janssons (EMI ) .
Sie ergänzt meine sammlung , aber insgesamt bin ich heut edoch eher enttäuscht , was meiner Meinung nach weniger am Pianisten Rudy liegt als an Janssons ganz eigenartigem ( nicht nur eigenwilligen ) Dirigierstil und seiner Auffassung vom Inhalt der Kompositionen Rachmaninovs .
kennt jemand hier die Aufnahme(n) ?
Viele Grüsse , Frank
Cosima (13.04.2006, 19:22):
Lieber Frank,

leider kenne ich die Aufnahme nicht.

Aber eine Frage an Dich: Sammelst Du die Rachmaninov-Konzerte? Ich meine im Sinne von: Strebst Du eine vollständige Sammlung aller jemals eingespielten 3. Rachmaninov-Konzerte an? Schriebst Du nicht an anderer Stelle einmal, dass Du in Kontakt zu diesem „Piano-Wizard“ stehst, der die Rach-3-Konzerte sammelt und inzwischen rund 150 Einspielungen besitzt?

Mein liebstes Rach-3 ist ja nach wie vor die Weissenberg/Pretre-Aufnahme. Daran ändert auch Berezovsky nichts.

Viele Grüße,
Cosima
Ganong (14.04.2006, 13:56):
Liebe Cosima ,
die Weissenberg - Pretre - Aufnahme ist auch meine bevorzugte Aufnahme . Hier stimmt wirklich alles .
ich hatte einmal begonnen , das "Rach-3" möglichst so zu sammeln , wie dies möglich ist . "Piano-Wizard" ( er heisst eigentlich Kwoon und lebt u.a. in Boston / USA ) ist ein fanatischer Sammler . Wenn Du seine Website anschaust , dann wirst Du feststellen bezüglich seiner Bewertungen des "Rach-3" , dass manche seine Aussagen einfach sachlich falsch sind ( Kadenzen ! ) . Ein Gesamtaufnahmemuss eben auchdie Intentione n des komponistenin gewisser Weis eberücksichtigen. Hier also die Stimmungswelt rachmaninovs . Dies fehlrt bei "Piano-Wizard" dann leider fast ganz . es handelt sich um eine fast fanatische Fleissarbeit . Nachteil bei Kwoon : er will alles haben , aber man erhält nichts zurück . ( Ich kenne mehrere beispiele ) . S e i n Ziel ist die völlige Inthrioniesierung in Sachen Rachmaninov von Horowitz . Obwohl er selbst dessen letzte Aufnahme des "Rach-3" selbst nicht gut wegkommen lässt . Horowitz war damals ein sehr alter Herr mit teilweisen und zeitweisen neurologischen Ausfallserscheinungen . So konnt er sich nicht mehr an Eugen Ormandy "erinnern" , obwohl er sehr viel mit ihm zusammengearbeitet hatte in seiner langen Karriere . Un des handelt sich auch um eine der - üblichen - "Livemitschnitte" aus zig Takt - Zusamenstzungen ! das Orchester finde ich im übrigen schlecht .
Sehr rachmaninovnah im Sinne seiner eigene Aufnahme finde ich die mit Weissenberg und Bernstein und einem hervorragenden disponierten Orchester . Die Weissenberg / Ozawa-Aufnahme hat mir Alexis Weissenberg 1983 geschenkt . Ozawa hatte sie nicht mit seinem Namenszug "geadekt" und als ich ihn im November 1989 darum bat über einen recht bekannten Musiker , fragte Ozawa mich , wie ich denn an diese Platte ( = LP ) komme . er war furchtbar aufgeregt wegne deds Coyright .
dann liess er sich freundlich werdend herab , mir zu glauben . da die Proben am nächsten Tag fortgingen ( ich war in Dresden zugegen 9 , war die LP "verschwunden" ) .
Sie ist über die Gesellschaft der Freunde des Boston Symphony Orchestras wohl erhältlich , aber man muss wohll Mitglied sein . Das ist sehr ärgerlich .
Alles Gute , Frank
Cosima (14.04.2006, 15:22):
Original von Ganong
Sehr rachmaninovnah im Sinne seiner eigene Aufnahme finde ich die mit Weissenberg und Bernstein und einem hervorragenden disponierten Orchester

Lieber Frank,

danke für Deine Ausführungen! Furchtbar schade, dass Dir die Weissenberg/Ozawa-Aufnahme „abhanden“ gekommen ist! Du hast also Weissenberg sogar persönlich kennen gelernt!? Das war mir gar nicht so bewusst.

Nach der Weissenberg/Bernstein-Aufnahme des Rach3 habe ich vor Monaten schon einmal gesucht, weil Du sie empfohlen hattest. Jetzt ist sie – sogar recht günstig – als Japan-Import zu bekommen. Das muss sie sein:

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00069BO6E.01.LZZZZZZZ.jpg

Was meinst Du, lohnt sich die Anschaffung wirklich? Ich habe ja schon so viele Rach3-Aufnahmen. Oder ist die Pretre-Aufnahme deutlich besser?

Viele Grüße,
Cosima
Ganong (15.04.2006, 11:38):
Liebe Cosima ,
ich bin mit Bekanntschaften , Freundschaften , wenn es sich um sog. Berühmte handelt , immer sehr sparsam in Mitteilungen . Alexis Weissenberg habe ich das erste Mal live nach seinenm Comeback in Paris gehört und dann mit zwei Abenden in der carnegie Hall , unter anderem einem rieen Schumannabend und der von Harold C. Schonberg so enthusiastisch gefeierten Interpretation am 4. Dezember 1070 in der "New York Times" .
Dann sporadisch bis ca. 1974 . Am 9. Oktober 1976 mit Bachs Chromatischer fantasie und Fuge , BWV 903 , der 3. Sonat evon Chopin und den "Bildern einer Ausstellung" . So kamen wir dann ins gespräch . Und ab Juni 1980 im Rahmen seiner zweiten "Goldberg-Variationen" , die er um diese Zeit oft spielte bot er mir das Du an und seither sind wir eigentlich sehr befreundet . Er istr ein wundervoller Mensch ! Für mich ist es immer wieder eine grosse Freude , ihn sprechen zu können . Seine Krankheit hat ja ab ca. 1994 sehr vieles unmöglich gemacht .

Mehr möcht eich hier nicht schreiben . Es könnte ein Büchlein werden .

Die Aufnahme des "rach-3" mit Bernstein ist einfach anders von Klang her . Sie ist mit der grossen Kadenz dier erste gewesen , die auf den Markt gekommen ist . Du solltest sie kaufen und vergleichend hören . Es lohnt sich .
Absolut !

Nebenbei : Es ist sehr schade , dass es wegen der unterschiedlichen Plattengessellschaftverträgen zu keiner bisher veröffentlichten Aufnahme mit Bernstein gekommen ist . dasselbe gilt für Abende mir Abbado unden frühen Livekonzerten mit Szell und Ormandy .
Das Projekt des B-Dur-konzertes ( das mit Ormandy geplant war ; EMI ) ist dann mit dem sehr eigenen und eigenwilligen Riccardo Muti nicht zustande gekommen .
Viele Grüsse , Frank

PS.: der grösste teil des textes bei wikipedia.de/Weissenberg stammt von mir .
Ganong (16.04.2006, 14:00):
Lieber Siamak ,
die Sache mit der "ersten ungekürzten Aufnahme des werkes" geht auf eine Mitteilung von EMi France ( LP ) zurück . Die CD kommt aus Japan , und das Bookletist leider ausschliesslich auf Japanisch .
nach Deinen Einwänden werde ich mir die Aunahme mit Noten noch einmal in Ruhe anhören .
Abgesehen von meinem 4-tage-Dienst à 24 Stunden , hab eich heut edie "Toccata" von Schumann in vier verschiedenen Versionen im Ohr . das ist schon reichtig anstrengend . Aber ungemein spannend . es macht richtig Freude , sich so in Schumanns Wer(e) reinzuarbeiten . Grossartig .
Viele Grüsse , Frank
Ganong (23.04.2006, 18:37):
Liebe Cosima ,
liebe Freund der Klavierkonzerte Rachmaninovs :
ich möcht eEuch unbedingt auf die wieder erhältlich Aufnahmen der Rach-konzert edurch Rafael Orozco aufmerksam machen !!!
Selbst mein US-Freund Kwoin , der rund 160 verschiedene Aufnahmen besitzt , kannte diese Einspielung nicht .
Grüsse , Frank
AcomA (23.04.2006, 23:51):
hallo Frank,

mein bruder hatte damals die rachmaninov-konzerte mit orozco gehabt. wir waren beide nicht wirklich begeistert, solide. :ignore

gruß, siamak :)
Rachmaninov (28.05.2006, 18:27):
Original von AcomA
lugansky/birmingham SO/s.oramo (warner) - top, etwas glatt


@Siamak,

was Deine Einschätzung zum 1. Klavierkonzert in der o.g. Einspielung angeht schließe ich mich Deiner Meinung an.



S. Oramo mit dem Birmingham SO ist für mich eine guter, aber mit Sicherheit kein absoulter Top-Begleiter bei diesem Konzerte(n) für Lugansky, der für mich hier recht überzeugend aufspielt!
ab (28.08.2006, 21:55):
Kennt ihr die Aufnahme mit Kun Woo Paik und Fedosejew bei RCA? Wie findet ihr die?
http://images-eu.amazon.com/images/P/B000024BDJ.03.LZZZZZZZ.jpg
AcomA (26.06.2007, 11:18):
hallo,

zum Klavierkonzert n.4 g-Moll op.40, welches 1941 von s. rachmaninov revidiert wurde, sollte auch geschrieben werden. es ist wohl das konzert aus der serie, welches am wenigsten gespielt wurde ! die gründe liegen wohl auch daran, dass es im zusammenspiel mit dem orchester eher als symphonisches konzert begriffen werden kann. die häufig auftretenden zäsuren gerade im letzten satz sind schwer zu gestalten.

nach rachmaninovs eigener aufnahme wurde es m.E. wohl erst durch arturo benedetti michelangeli wieder dokumentiert. mit dieser legendären EMI-aufnahme hörte ich das konzert als schüler erstmalig. ich war sofort gefangen von den einleitenden akkorden des ersten satzes, welche einen sehr deklamatorischen effekt ausüben.

mich würden die erfahrungen anderer mit diesem unbequemen konzert interessieren, bevor ich zu einigen aufnahmen stellung beziehe.

gruß, siamak :engel
Jeremias (26.06.2007, 23:16):
Ich muss zugeben, dass ich das 4. eigentlich gar nicht kenne, es hat mich nie sonderlich interessiert und gereizt. Vielleicht hätte er gar besser nach dem 3. aufgehört.... dafür ist die Paganini-Rhapsody umso interessanter!
Rachmaninov (27.06.2007, 07:33):
Original von Jeremias
Ich muss zugeben, dass ich das 4. eigentlich gar nicht kenne, es hat mich nie sonderlich interessiert und gereizt. Vielleicht hätte er gar besser nach dem 3. aufgehört.... dafür ist die Paganini-Rhapsody umso interessanter!

@Jeremias,
die Paganini-Rhapsody als inoffizielles 5. Konzert ist sicherlich sehr interessant.

Das 4. Klavierkonzert ist sicherlich deutlich schwächer als #2 und #3.
Es zeigt irgendwie die "Zerrischenheit" der Person Rachmaninov und sein von Selbstzweifel geprägtes Wesen.
Wahrscheinlich hat er sich hier im Versuch etwas Großes zu schaffen eher selbst gehindert als geholfen.

Die AMB Aufnahme steht hier allerdings zurecht.
AcomA (27.06.2007, 11:23):
liebe Freunde,

an die selbstverständlichkeit der sprache der ersten konzerte kommt das g-moll konzert wohl nicht heran. aber es handelt sich IMO um ein werk, dass durch wiederholtes hören über jahre an kontur gewinnt. mittlerweile höre ich dieses werk z.b. lieber als das 2. konzert. um in meinen eigenen bereich zu wechseln:

das 2. konzert entspricht einer wunderschönen und gut von der hand laufenden hirntumoroperation !

das 4. konzert empfinde ich als schwierige und vom verlauf her unruhige bis zermürbende operation eines hirnangiomes. :B

wie auch immer,

ich kann über drei aufnahmen des konzertes berichten. keines der dokumente ist durchschnittlich !

http://ec1.images-amazon.com/images/I/41M07FFSBCL._AA240_.jpg

diese aufnahme gewinnt dadurch, dass der dirigent auf eigene erfahrungen als solist zuückgreifen kann. manuell ist thibaudet sehr beweglich. seine schwächen ergeben sich bei der erarbeitung von details.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5187890.jpg

ABM's aufnahme fokussiert auf den klavierpart. IMO ist das die referenzaufnahme. die kantablen facetten werden wunderbar formuliert, der zugriff ist großzügig.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4663065.jpg

IMO handelt es sich hierbei um meine bevorzugte aufnahme, da die interpreten das werk als symphonisches konzert vorführen. der orchesterpart ist sehr differenziert und schöpft sein armamentarium aus. berezovsky zeigt sich wie in der anderen platte mit den konzerten 2 und 3 als versierter rachmaninov-spieler, der sich auch in rauschhaften zustand spielen kann. die aufnahmetechnik ist superb. ich kann diese platte (incl. konzert nr. 1 und der paganini-rhapsodie !) wärmstens empfehlen.

gruß, siamak :engel
Ganong (27.06.2007, 19:35):
Lieber Siamak ,

präzise so wier Du das 4. KK vpon Rachmaninov hörst , analysierst und empfindest , geht es mir auch .

Wobei ich ABM mehr auf die Seite des kühlen Analytikers stellen möchte und Rachmaninov selbst auf die Seitede des Interpreten , der dieses Konzert erfreulicherweise als selbststsändiges Werk verssteht und nicht als eine Fortsetzung des zweiten und dritten Klavierkonzertes .

Grüsse ,

Frank
nikolaus (27.06.2007, 21:40):
Hm, ich glaube, ich muß es wieder öfter hören.
Heute habe ich zum ersten Mal seit Jahrenden diese meine einzige Aufnahme gehört:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1560934.jpg
Vladimir Ashkenazy, Concertgebouw Orchestra, Bernard Haitink

Es war eine meiner ersten Klassik-CDs, und ich habe sie damals häufiger und gerne gehört.
Jetzt also, wie gesagt, das erste Mal seit langer Zeit.
Vielleicht lag es an meinem Zustand (müde und genervt von der Arbeit kommend), aber in meinen Ohren zerbröselte es in viele Einzelteile ohne Rahmen und hat mich nicht gefesselt oder berührt.
Ich werde es mir also wiederholt zu Gemüte führen und mich dann ggf. erneut zu Wort melden.

Nikolaus.
HenningKolf (17.01.2008, 22:44):
Da ich mir kürzlich die Beresowski/Liss-Einspielungen zugelegt habe, besteht Anlass, mich hier zu äußern (Verstehe auch nicht recht, warum ich dies bisher noch nicht getan habe, wo doch das 2. und 3. KK zu meinen Lieblingskonzerten überhaupt gehören).

Bei den Paganini-Variationen und den Konzerten Nr.2 und 4 bestehen gute Chancen, dass diese Einspielungen sich zu meinen Lieblingsaufnahmen entwickeln (so etwas weiss ich nicht immer nach dem ersten Anhören, sondern erst nach einem halben oder ganzen Jahr - wobei: bei den Paganinivariationen bin ich schon fast sicher, zumal hier die in meinem Besitz befindliche "Konkurrenz" deutlich geringer ist als bei den anderen Konzerten). Dass die sehr gute Einspielung des dritten Konzerts in meiner Beliebtheitsskala sich vor Argerich/Chailly einreihen wird, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass diese Einspielung jemals aus dem Olymp verdrängt wird (mag sein, dass die Aufnahme, wenn man "Konzert" wörtlich im Sinne von conserere=zusammenfügen versteht suboptimal und Beresowski/Liss unterlegen ist, aber wenn man Konzert auf concertare bezieht, wird ein Schuh draus. Man meint zu spüren, wie Martha Herrn Chailly und dem Orchester den Schweiss auf die Stirn treibt...ungeheuer emotional, ungeheuer spannend). Bei Beresowskis Aufnahme des 1. Konzerts hatte ich gestern, beim allerersten Anhören, das Gefühl, dass die Klangtechnik ein wenig eindickt und etwas Transparenz und Luftigkeit fehlt - aber möglicherweise waren gestern nach einem anstrengenden Tag auch nur die Ohren belegt.............


Welche Aufnahmen ich sonst noch besonders mag?

Nennen möchte ich zunächst bzgl. des 1. Konzerts und der Paganini-Variationen Pletnjow/Pesek - Siamak hatte ja schon darauf hingewiesen.

Bei den Konzerten Nr. 2 und 3 höre ich oft und gern die Naxos-Aufnahmen mit Biret und Glemser. Klar, die orchestrale Begleitung ist etwas schwächer (aber insbesondere Wit mit seinen Polen ist nicht so schlecht, wie dies manchmal dargestellt wird), die Klangtechnik recht suboptimal, aber sowohl Frau Biret als auch - insbesondere - Bernd Glemser gehören für mich zu den sträflich unterschätzten Pianisten.


Wenn ich es mal etwas kühler und eleganter mag, greife ich zu Aschkenasi unter Haitink

Eine Frage fällt mir noch ein...Neulich hatte ich eine Decca-Box mit Aufnahmen von Kocsis (Dirigent, Orchester erinnere ich dochj jetzt momentan tatsächlich nicht X( ?( ) in den Händen, die mir allerdings zu teuer war. Würde sich eine Anschaffung zu einem angemessenen Preis lohnen??


Gruss
Henning
Rachmaninov (18.01.2008, 07:59):
@Henning,

bei Berezovsky stimme ich Dir bei den Konzerten zu was den Paganini angeht hatte ich mich einst hier geäußert.

Was Kocis angeht so ist zumindestens die 2. Klaviersonate von Rachmaninov ein MUSS. Bei den Konzerten kann ich es Dir nicht sagen.
teleton (18.01.2008, 10:56):
Hallo Rachmaninoff-Freunde,

von Bezerowsky´s Rachmaninoff-KK habe ich auch schon viel positives gelesen, doch da ich zufrieden eingedeckt bin ist die Frage ob es unbedingt sein muß ?

Ich hatte zu meiner Schallplattenzeit die sehr stimmige und brillante Aufnahme mit Entremont / Philadelphia Orchestra / Ormandy (CBS-LP) kennengelerrnt und war damit jahrelang zufrieden (damals kaufte ich kaum doppelt).

Später auf CD stellte ich fest, das die SONY-CD-Übernahme dieser Aufnahme sehr mulmig und dumpf im Klang war.
Ich kaufte Ashkenazy / LSO / Previn (Decca) und lernte diese ebenfalls schätzen, sodaß ich keine andere wollte. Dies fühte ich aber auch auf die ungleich bessere Klangqualität zurück, die das Klavier und Ashkenazys präzisen Anschlag sehr deutlich wiedergibt.
Einzelausgaben u.a. mit Horowitz/Ormandy (RCA) (Nr.3) waren ganz interessante "Ausflüge", aber Ashkenazy fand ich immer besser.

Weil ich ewig auf der Suche nach einer Aufnahme der Sinfonischen Tänze op.45 war (nach Swetlanow auf Eurodisc-LP, nie etwas besseres gehört), hatte ich mit auch die Janssons-GA aller Rachmaninoff-Orchesterwerke (EMI) zugelegt (war billiger als die Einzel-CD !) und hier sind die Rachmaninoff-Klavierkonzerte und die Paganini-Variationen op.43 mit
Micheal Rudi enthalten.
Das ist eine Interpretation, die IMO mit den Allerbesten mithalten kann und den Kauf der ganzen EMI-Box wert. Jansons, der mit bei den anderen Werken zu sehr überromantisiert (so auch bei den Sinfonien) ist hier mit Rudi erste Sahne - eine perfekte Aufnahme.
:W Wenn ich Rachmaninoff-KK höre greife ich heute am liebsten zu dieser.

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6229634.jpg
Rachmaninoff:
Symphonien Nr. 1-3, Die Toteninsel;
Klavierkonzerte Nr. 1-4; Paganini-Rhapsodie op.43
Scherzo in d;Vocalise; Symphonische Tänze op.45;
+Tschaikowsky:Klavierkonzert Nr. 1
Rudy, St. Petersburg PO, Jansons
EMI , DDD, 1990-1998
Jürgen (23.01.2008, 16:47):
Ich habe bei Argerich noch echte Lücken. Ich dachte, Rach3 wäre die richtige Waffe, um eine der Lücken zu schließen. Die Aufnahme mit Chailly wird ja auch überall gelobt.
Letztens las ich den Pollux' Beitrag aus dem Video-Clip-Thread:
Original von Pollux
Als Fan von Marha Argerich war ich ebenso veblüfft wie erfreut, bei youtube Ausschnitte aus dem berühmten Berliner Rach3-Konzert von 1982 mit Chailly vorzufinden. Wusste gar nicht, dass es davon überhaupt Fernsehaufnahmen gibt. Was die Argerich da abfackelt, ist schlichtweg der Hammer!

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Überhaupt kommen Argerich-Fans bei youtube voll auf ihre Kosten. Sogar rare Argerich-Interviews gibt's da. Weiß der Geier, wo die Leute all diese Clips her haben. Aber uns kann's ja wurscht sein.

Gruß,
Pollux
Ist das denn vom Ton identisch mit dieser Aufnahme?
http://ecx.images-amazon.com/images/I/61DX5WY3EHL._AA240_.gif

Denn das, was ich bei youtube gesehen/gehört habe gefiel mir nicht unbedingt. Argerich ist natürlich gigantisch, aber das arme Orchester ist stellenweise gar nicht mehr in der Lage, zu folgen. Ich will nicht behaupten, dass falsch gespielt wird oder Töne fehlen, aber bei manchen Passagen fehlt mir der Ausdruck, weil sich manche Töne insbesondere im Blech erst garnicht richtig aufbauen können (3.clip 3:15-3:20 und 3:35-3:40).

Um diese Stellen rauszusuchen, habe ich den Clip noch zweimal gesehen. Nun muß ich sagen, ich bleibe bei meiner Einschätzung, es gibt aber genug andere Passagen, die einen sehr starken Ausdruck haben und in der Lage sind, die von mir genannten Schwachstellen zu (über)kompensieren.
Mit anderen Worten: Mit jedem Hören wirds besser. Aber komisch, beim ersten Mal hat es mich immens gestört.

Grüße
Jürgen
nikolaus (23.01.2008, 17:43):
@ Jürgen

Ja, das ist die Aufnahme.
Ich habe gerade CD versus Clip verglichen. Die von Dir genannten Stellen klingen auf CD schon etwas besser.
Da ich aber keine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Aufnahmen habe, bin ich mir nicht sicher, was genau du meinst. Müssten die Bläser prominenter klingen, geht Argerich über das Orchester hinweg?
Ich denke, dass das Orchester stellenweise nicht hinterherkommt, steht ausser Frage.

Ansonsten gilt für mich das, was auch liegnitz an anderer Stelle bemerkt hat:

Ohne Worte

Nikolaus.
Jürgen (24.01.2008, 10:03):
Hallo Nikolaus,

>Müssten die Bläser prominenter klingen,
>geht Argerich über das Orchester hinweg?


Nein, Klavier und Orchester spielen hier im Wechsel.
Erst spielt Argerich zwei Akkorde und danach das Ochester "ta ta taah".
Und das ganze wiederholt sich ein paarmal. (sorry, wenn ich mich so laienhaft ausdrücke).

Ich hörte im Vergleich gestern Eschenbach/Barto und da nimmt dieses "ta ta taah" mindestens doppelt so viel Zeit in Anspruch. Dabei entwickelt es wesentlich mehr Größe, kling erhabener.
Na gut das ist ein Detail, das uns zeigt, dass es eine perfekte Aufnahme nie geben wird.
Und unterm Strich gefällt mir Chailly/Argerich mittlerweile besser, weil hier mehr Spielfreude durchklingt. Vielleicht, weil es live ist.

Grüße
Jürgen
jünter (16.10.2008, 10:26):
Und das 2. Klavierkonzert in c-Moll ist das wohl meistgespielte Klavierkonzert in den USA gewesen .

Hierzu eine Frage am Rande:
Hängt die Popularität des 2. Klavierkonzerts in den USA vielleicht damit zusammen, dass der zweite Satz in den 70er Jahren von einem gewissen Eric Carmen zu der unsäglichen Pop-Schnulze „All By Myself“ (WÜRG!) vergewaltigt wurde?
Das „Werk“ war natürlich ein Riesenhit und wurde zur Krönung des ganzen dann noch dutzendfach gecovert.

Grüße, jünter

P.S. noch eine kleine Polemik: Meine Frage beruht maßgeblich auf meinen großen Vertrauen in die Geschmackssicherheit des US-Publikums.
teleton (16.10.2008, 14:31):
Liebe Rachmaninoff-Freunde,

das KK - Nr.2 ist nunmal das meistgespielteste und belibteste Konzert. Da wurde auch schonmal mit dem Themenmaterial Schindluder getrieben - so etwas muß man sich ja nicht anhören.

Anhören muß und sollte man sich aber auf jeden Fall die Aufnahme mit Zimmerman / Boston SO / Ozawa (DG, 1997(1.),2000(2.), DDD).
:engel Diese CD gehört zu meinen Neuzugängen und steht fortan bei mir an der Spitze.
Diese DG-CD wurde schon in diesem Thread von ACOMA und Cosima als "TOP", ohne weitere Beschreibung, beurteilt.

Ich habe auch mal intensiv, auf die von cosima beschriebenen Stellen im 1.Satz des KK Nr.2 gehört, die sie mit Richter (DG) so umwerfend findet.
:thanks Zimmerman ist IMO bei diesen Stellen auch ganz hervorragend; aber nicht nur an diesen Stellen, sondern meistert die beiden KK Nr.1 und 2 bis ins letzte Detail hervorragend und referenzwürdig. Die Orchesterbegleitung mit Ozawa ist mehr als angemessen und bietet einen präzisen und packenden Zugriff auf die Werke - Klasse !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028945964324.jpg
DG, 1997-2000, DDD

Eine TOP-Alternative zu meinen weiteren Aufnahmen aller Rachzmaninoff-KK mit Ashkenazy/Previn (Decca), Rudi/Jansons (EMI) die ich alle auch sehr schätze. Andere zahlreiche Aufnahmen habe ich von den Konzerten bereits besessen, aber nicht für behaltenswert gehalten .
Die Paganini-Variationen finde ich mit Rudi/Jansons ganz brillant und begeisterungswürdig.

Grausam fand ich Rachmaninoff-himself, aber das lag wohl auch an der grausigen Klangquailität und die vermutlich für die Zeit seltsame Interpretationsweise. Die hatte ich als LP-Box - aber lange wieder abgesetzt. Konnte man wirklich nicht anhören.

Beim KK Nr.3 schätze ich von den Einzelaufnahmen
Horowitz/Ormandy (RCA).
Da würde mich Zimmerman auch interessieren - steht wohl noch aus !?!
Rachmaninov (16.10.2008, 16:39):
Original von jünter
Und das 2. Klavierkonzert in c-Moll ist das wohl meistgespielte Klavierkonzert in den USA gewesen .

Hierzu eine Frage am Rande:
Hängt die Popularität des 2. Klavierkonzerts in den USA vielleicht damit zusammen, dass der zweite Satz in den 70er Jahren von einem gewissen Eric Carmen zu der unsäglichen Pop-Schnulze „All By Myself“ (WÜRG!) vergewaltigt wurde?
Das „Werk“ war natürlich ein Riesenhit und wurde zur Krönung des ganzen dann noch dutzendfach gecovert.

Grüße, jünter



Nehme ich nicht an. Das Konzert war schon sehr beliebt als Rachmaninov selber es in den US spielte.
Es ist einfach richtig gut....
Rachmaninov (16.10.2008, 16:46):
Original von teleton
Anhören muß und sollte man sich aber auf jeden Fall die Aufnahme mit Zimmerman / Boston SO / Ozawa (DG, 1997(1.),2000(2.), DDD).
:engel Diese CD gehört zu meinen Neuzugängen und steht fortan bei mir an der Spitze.

Die Orchesterbegleitung mit Ozawa ist mehr als angemessen und bietet einen präzisen und packenden Zugriff auf die Werke - Klasse !

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028945964324.jpg
DG, 1997-2000, DDD


Naja, das ist wohl gelinde gesagt etwas zu ungerecht formuliert. Ozawa's Leitung macht die Aufnahme zu einem Leckerbissen, da er es versteht den Orchsterpart zu deuten und zu gestallten wie kaum Dirigenten vor ihm. IMHO.


Grausam fand ich Rachmaninoff-himself, aber das lag wohl auch an der grausigen Klangquailität und die vermutlich für die Zeit seltsame Interpretationsweise. Die hatte ich als LP-Box - aber lange wieder abgesetzt. Konnte man wirklich nicht anhören.Da würde mich Zimmerman auch interessieren - steht wohl noch aus !?!

Rachmaninoff war einer der größten Pianisten aller Zeiten, und wohl der bedeutenste Pianist der russischen Komponisten die selber spielten. IMHO war er Prokofiev und Schostakowitsch hier weit überlegen.

Man muss ihm wohl zugestehen sein Werk so gespielt zu haben wie er es als Komponist selber sah. Viele spielten es dannach wohl etwas romantisch "verklärter" als er. Die Klangqualität spielt aber hier auch eine nicht vzu vernachlässigende Rolle.

Bei 2&3 Konzert muss man Bryon Janis nennen!
teleton (17.10.2008, 09:55):
Hallo Rachmaninov,

Ozawa's Leitung macht die Aufnahme zu einem Leckerbissen, da er es versteht den Orchsterpart zu deuten und zu gestallten wie kaum Dirigenten vor ihm. IMHO.
Ganz meine Meinung und nichts anderes habe ich auch in meinem Beitrag geschrieben:
Zimmerman ist IMO bei diesen Stellen auch ganz hervorragend; aber nicht nur an diesen Stellen, sondern meistert die beiden KK Nr.1 und 2 bis ins letzte Detail hervorragend und referenzwürdig. Die Orchesterbegleitung mit Ozawa ist mehr als angemessen und bietet einen präzisen und packenden Zugriff auf die Werke - Klasse !

Ich freue mich nun auch von Dir mehr als nur ein TOP (wie bisher) über diese Aufnahmen zu lesen.
Ich finde das Ozawa es auch orchestral erreicht mit den besten russischen Aufnahmen mit vollem Biss mitzuhalten.
Rachmaninov (17.10.2008, 13:40):
Original von teleton
Hallo Rachmaninov,

Ozawa's Leitung macht die Aufnahme zu einem Leckerbissen, da er es versteht den Orchsterpart zu deuten und zu gestallten wie kaum Dirigenten vor ihm. IMHO.
Ganz meine Meinung und nichts anderes habe ich auch in meinem Beitrag geschrieben:
Zimmerman ist IMO bei diesen Stellen auch ganz hervorragend; aber nicht nur an diesen Stellen, sondern meistert die beiden KK Nr.1 und 2 bis ins letzte Detail hervorragend und referenzwürdig. Die Orchesterbegleitung mit Ozawa ist mehr als angemessen und bietet einen präzisen und packenden Zugriff auf die Werke - Klasse !

Ich freue mich nun auch von Dir mehr als nur ein TOP (wie bisher) über diese Aufnahmen zu lesen.
Ich finde das Ozawa es auch orchestral erreicht mit den besten russischen Aufnahmen mit vollem Biss mitzuhalten.

Ich würde mich sehr freuen wenn das Klaviekonzert 3+4 ebenfalls noch auf den Martk käme mit diesem Gespann.
Rachmaninov (17.10.2008, 13:56):
Original von teleton
Grausam fand ich Rachmaninoff-himself, aber das lag wohl auch an der grausigen Klangquailität und die vermutlich für die Zeit seltsame Interpretationsweise. Die hatte ich als LP-Box - aber lange wieder abgesetzt. Konnte man wirklich nicht anhören.


Welche Aufnahme hast Du eigentlich genau gehört?
teleton (17.10.2008, 20:15):
Hallo Rachmaninov,

kurz und Bündig:
Die Aufnahme mit Rachmaninoff, Klavier / Philadelphia Orchestra / Ormandy und Stokowsky der KK Nr.1-4, die in den Jahren 1929 - 1941 entstanden und in einer Schallplattenkassette (ich meine es war RCA) zusammengefaßt waren - diese ist auch auf CD zu haben.
Leider technisch nicht ansprechend.

Es wäre super dieses Gespann mit heutiger Klangtechnik zu hören - so war es leider für mich unbrauchbar.


Ich habe nämlich später auch auf LP einige Rachmaninoff-KK mit dem Philadelphia Orchestra und Ormandy kennengelernt. Ein hervorragendes Gespann für Rachmaninoff in brauchbarer CBS-Klangtechnik - natürlich in Stereo.
*** Der Pianist war allerdings hier P.Entremont, der mich besonders bei den Paganini-Variationen begeisterte.
nikolaus (22.11.2010, 22:53):
Ich habe mir kürzlich die neue Einspielung des 3. und 4. Konzertes von Leif Ove Andsnes zugelegt, in erster Linie wegen des 4., das mir beim Probehören sehr gut gefiel.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5099964051628.jpg

Somit habe ich seinen kompletten Zyklus.
Der Dirigent Antonio Pappano ist ihm treu geblieben, die Berliner Philharmoniker sind nicht mehr dabei, dafür das London Symphony Orchestra.

Was Andsnes im 4. Klavierkonzert zu Gehör bringt, ist wirklich brillant. Das hat Biss, eine großartige Rhythmik, Freiheit und bei aller Geschwindigkeit (und die ist wirklich hoch!) auch Zeit für die Schönheit der Melodien.
Ich hörte gerade zum Vergleich Yevgeny Sudbin (mit dem North Carolina Symphony unter Grant Llewllyn). Er geht das Konzert wesentlich ruhiger an, es klingt dadurch "romantischer". Den Spannungsbogen hält er trotzdem.
Zum Vergleich die Zeiten:
Andsnes: I. 9.37 II. 6.35 III. 8.43
Sudbin: I. 11.03 II. 7.13 III. 12.16

Andsnes Begleitung durch die Londoner unter Pappano ist erstklassig, voller Volumen und trotzdem detailreich und sehr flexibel in der Dynamik.

Im direkten Vergleich hat Sudbin (den ich sehr schätze) allerdings das Nachsehen gegen Andsens aufregend frische Aufnahme.


Das 3. Klavierkonzert ist für mich etwas problematisch.
Meine non-plus-ultra-Einspielung ist die von Martha Argerich mit dem RSO Berlin unter Riccardo Chailly, sie ist mir einfach persönlich ungeheuer wichtig und wertvoll. Deshalb bin ich voreingenommen.
Trotzdem kann ich auch Andsnes hier etwas abgewinnen. Den ersten Satz gestaltet er wirklich gut. Zudem spielt er m.E. eine andere Kadenz, zumindest klingt ihr Anfang anders, wuchtiger (im Booklet ist auch von zwei unterschiedlichen Kadenzen die Rede, beide von Rachmaninov: eine brillante für "flinke Hände", eine zweite von "kolossaler Wucht"). Auch der Beginn des zweiten Satzes ist wirklich sehr schön und schlicht gelungen. Aber im dritten Satz fehlt mir einfach der energetische (und emotionale) Fluß, den Argerich so kompromisslos bringt.
Das holt auch die wiederum erstklassige Begleitung nicht raus. Eigentlich sind die Londoner und Pappano hier wirklich mehr als Begleitung, nicht wenige Impulse gehen von ihnen aus.

Nikolaus.
Rachmaninov (23.11.2010, 09:56):
@Nikolaus,

wie würdest Du Andsnes Einspielung im Vergleich zur Einspielung von ABM "werten"?
nikolaus (23.11.2010, 10:06):
Das ist mir jetzt aber peinlich, die Aufnahme von ABM kenne ich leider nicht, auch wenn sie weiter oben als Referenz genannt wird.

Mein Urteil über Andsnes begründet sich leider nur im Vergleich zu den zwei Aufnahmen (Sudbin und Ashkenazy unter Haitink, diese höre ich aber nicht mehr) und im subjektiv sehr stimmigen Gesamteindruck.

Sorry, Nikolaus.
AcomA (25.10.2011, 22:13):
Hallo,

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0710357614828.jpg

Das 3. Konzert wird hier live zu Ehren des sehr bekannten Klavierprofessors des Moskauer Konservatoriums, Jakov Flier, musiziert. Jakov Flier war Lehrer von Mikhail Pletnev und Vladimir Feltsman. Pletnev dirigiert sein orchester und feltsman spielt den Flügel.
Grundsätzlich ist es von großem Vorteil, wenn der Dirigent auch den Klavierpart beherrscht ! Diese Interpretation würde ich in die erste kategorie stellen, zusammen mit den Horowitz-Aufnahmen, Gilels, Kapell und Berezovsky.
Dem 1. und 2. Satz würde ich 10/10 geben. Dem 3. Satz 8/10. Während Pleetnev sehr schön die Bläser formulieren lässt, kostet Feltsman die kontrapunktischen relationen in den Klavierstimmen voll aus. Und dabei kommen die Emotionen nicht zu kurz. Absolut empfehlenswert für den rachmaninov-Fan.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0822231850526.jpg

Aber auch diese recht aktuelle Einspielung gehört in die erste Kategorie. Während hier der live-Eindruck fehlt, gewinnt diese Interpretation auf der klanglichen Seite. Während hier Matsuev die häufig gespielte Ersatzkadenz im 1. Satz spielt (sehr wuchtig, Akkordmassive) spielt Feltsman wie Horowitz, Gilels, Kapell und Weissenberg die von Rachmaninov vorgezogene vertrackte und klaviertechnisch schwierigere Kadenz.

Ich bin froh, beide Aufnahmen zu haben !

LG, Siamak
artemis (31.10.2011, 15:05):
Original von Rachmaninov
@Siamak,

Deine Einschätzung bzgl. der Berezovsky Aufnahme teile 100%ig.
Superbe Gestalltung im Klavierpart, spielerische Leichtigkeit und insb. im dritten Konzert noch feinste Phrasierungen. Dazu dieses bestens disponierte Orchster. Der Klang ebenfalls top. Kenne kaum eine Aufnahme bei der unter vollem Orchestereinsatz das Klavier noch derart sauber zu hören ist.

Eine der besten Aufnahmen dieser beiden Konzerte überhaupt



@Rachmaninov
Ist dies noch so, oder favorisierst Du zwischenzeitlich andere Aufnahmen'?

LG - artemis
Rachmaninov (31.10.2011, 18:24):
Original von artemis
Original von Rachmaninov
@Siamak,

Deine Einschätzung bzgl. der Berezovsky Aufnahme teile 100%ig.
Superbe Gestalltung im Klavierpart, spielerische Leichtigkeit und insb. im dritten Konzert noch feinste Phrasierungen. Dazu dieses bestens disponierte Orchster. Der Klang ebenfalls top. Kenne kaum eine Aufnahme bei der unter vollem Orchestereinsatz das Klavier noch derart sauber zu hören ist.

Eine der besten Aufnahmen dieser beiden Konzerte überhaupt



@Rachmaninov
Ist dies noch so, oder favorisierst Du zwischenzeitlich andere Aufnahmen'?

LG - artemis

Die Aufnahme würde ich auch weiterhin empfehlen!

Die Auswahl bein 2 & 3 Klavierkonzert ist ohnehin riesig!
AcomA (31.10.2011, 22:19):
Hallo,

verdammt, ich habe eine Studio-Aufnahme straeflich vergessen !

3. Konzert

Andrei Gavrilov, piano
Philadelphia Orchestra
Riccardo Muti
EMI, 80er Jahre

Eine Interpretation, die ich auch in die erste Kategorie stellen wuerde. Gavrilov auf der Hoehe seiner Kunst und das Orchester mit seinem tollen Sound (Ormandy-Sound). Muti nimmt das Konzert als symphonische Dichtung mit obligatem Klavier, sehr ueberzeugend.

LG, Siamak
jünter (02.11.2012, 19:31):
Original von Rachmaninov

Bei 2&3 Konzert muss man Bryon Janis nennen!

Lieber R.,

meinst Du bei #3 speziell die Aufnahme mit Munch/Boston SO oder die mit Dorati/London SO?
Letztere ist in dieser Box

http://www.jpc.de/image/w220/front/0/5029365918220.jpg

heute bei mir eingetroffen und läuft gerade im Player.

Ich bin schwerstens angetan (auch von der Klangqualität)!
Rachmaninov (04.11.2012, 19:57):
Original von jünter
Original von Rachmaninov

Bei 2&3 Konzert muss man Bryon Janis nennen!

Lieber R.,

meinst Du bei #3 speziell die Aufnahme mit Munch/Boston SO oder die mit Dorati/London SO?
Letztere ist in dieser Box

http://www.jpc.de/image/w220/front/0/5029365918220.jpg

heute bei mir eingetroffen und läuft gerade im Player.

Ich bin schwerstens angetan (auch von der Klangqualität)!

Ich kenne nur die Dorati Aufnahme von #2 &3

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51BW0Sw2JIL._SL500_AA240_.jpg
AcomA (06.09.2015, 23:41):
Liebe Rachmaninov-Freunde,

ich höre nun mehrfach das 3. Rachmaninov-Konzert in insgesamt 11 Aufnahmen, welche ich auf CD derzeit verfügbar habe. Ich werde darüber berichten.

LG, Siamak