ab (06.06.2006, 23:12): Heute einen kurzen Ausschnitt im Radio gehört:
Dimitri Schostakowitsch: Sonate für Klavier Nr. 2 h-moll op. 61
Welche Aufnahme könnt ihr mir empfehlen, und warum gerde diese?
Geben tut es etwa:
Emil Gilels Tatjana Nikolajewa Alexander Braginsky Alexei Lubimov Vladimir Ashkenazy Boris Bermann Colin Stone Raymond Clarke Johan Schmidt
Rachmaninov (07.06.2006, 21:26): @ab,
ich besitze die von Dir genannte Lubimov Aufnahme und die von Dir nicht genannte von E. Leanskaja. Letztere mit auf der CD mit den sehr schönen Einspielungen der beiden Klavierkonzerte Schostakowitsch's!
Werde beide Aufnahmen die kommenden Tage hören und berichten.
Gruß
ab (07.06.2006, 21:38): Danke! Das wäre nett!
Von Lubimov war auch der Radio-Ausschnitt und von Elisabeth Leonskaja wusste ich tatsächlich nicht, dass sie diese Sonate eingespielt hat. (Seltsam, dass diese CD nicht in der Apex-Reihe wieder veröffentlicht worden ist!)
(Die Klavierkonzerte betreffend habe ich ja die beiden Konzertmitschnitte, bei denen Schostakowitsch selbst am Klavier sitzt, mindestesns eine davon, wenn ichmich recht entsinne, ist sogar die Uraufführung. Sonst konnte mich wenig überzeugen, am interessantesten noch fand ich stellenweise die von Yefim Bronfman / Zubin Mehta]
Rachmaninov (07.06.2006, 21:40): Original von ab Von Lubimov war auch der Radio-Ausschnitt und von Elisabeth Leonskaja wusste ich tatsächlich nicht, dass sie diese Sonate eingespielt hat. (Seltsam, dass diese CD nicht in der Apex-Reihe wieder veröffentlicht worden ist!)
Ja, seltsamer, aber sie wurde von Apex nicht aufgelegt in Europa! Habe sie aus den USA.
Berichte folgen :engel
nubar (08.06.2006, 19:56): Lieber ab,
diese Sonate ist leider viel zu wenig beachtet, obwohl ich sie für eine der besten im 20.Jahrhundert halte. Persönlich besitze ich nur die Aufnahme von Colin Stone, hatte mich aber schon einmal nach Alternativen umgeschaut, da ich denke, dass es noch enormes Potential gibt zu Stones Interpretation. Da ich aber auch noch so viel anderes mir zulegen möchte oder habe, bin ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen, mir eine weitere Aufnahme zuzulegen. Jedenfalls, wenn es dir hilft, hier meine persönliche Wahl, die auf jeden Fall zugelegt werden soll: Gilels. Dieser Aufnahme soll bis jetzt die 2. schlechthin sein. Keiner hat anscheinend Giels je im Ausdruck erreicht.
:hello nubar
Rachmaninov (10.06.2006, 11:30): Hallo ab,
was die Aufnahme von Leonskaja angeht kann ich Dir nur empfehlen Dir diese Aufnahme einmal anzuhören. Sensibel und feinfühlig mit dem richtigen Sinn für den Azsdruck gestallten Leonskaja die Sonate einfach vorzüglich. Ein Genuß.
Gekoppelt mit den beiden sehr guten Einspielungen der beiden Konzerte für mich ein klarer Kauf, sofern man die Aufnahme überhaupt noch bekommen kann! Zurecht im Harenberg als Empfehlung genannt.
bzw. in der Apex Auflage
AcomA (01.08.2006, 17:54): hallo,
es stimmt, da ich sie gerade seit langer zeit wieder höre. die 2. sonate schostakowitschs mit emil gilels aus dem jahre 1965, 13. märz, großer saal des tschaikowsky-konservatoriums. ich höre übrigens das gesamte recital dieses abends ! der dritte satz (moderato - allegretto con moto - adagio - moderato) ist der absolute wahnsinn. eine art variationssatz über dieses klopfende bis düstere thema. die motorische entfesselung und gleichsam das klangempfinden gilels' sind fanatisierend, eine wahre eruption. das kann man IMO nicht mehr toppen.
die sonate befindet sich auf dem vol.4 aus der gesamtedition. wird wohl nicht mehr aufgelegt.
die aufnahme boris bermans klingt dagegen langweilig akademisch.
gruß, siamak :engel
Rachmaninov (01.08.2006, 18:05): anbei das Cover der Vol.4
Es handelt sich um die Live Aufnahme vom 13. März 1965. (nicht zu verwechseln mit einer ebenfalls 1965 entstandenen Aufnahme)
Wenn mich mein "Adlerauge" nicht täuscht dürfte diese Aufnahme inhaltlich der o.g. entsprechen!? (siehe Datum oben rechts)
Schubert:Moments musicaux D. 780 +Schostakowitsch: Klaviersonate Nr. 2 +Schumann: Arabeske op. 18 +Chopin: Ballade Nr. 1
Rachmaninov (06.08.2006, 21:16): @Siamak,
diese Aufnahme besitze ich nun auch bereits seit Samstag und habe sie seit dem bereits 2 mal gehört.
Gilels spielt mit einer intensität und spannung, die einfach atemberaubend sind. Der von dir angesprochene dritte satz ist eine ndemonstration des könnens UND der ausdrucksfähigkeit eines der größten pianisten des letzten jahrhunderts! :down
Cosima (05.10.2007, 22:07): Ich kannte die 2. Klaviersonate schon eine Weile durch die Aufnahmen von Konstantin Scherbakov (Naxos) und Alexei Lubimow (ECM). Beide Interpretationen sind IMO nicht schlecht, aber Begeisterung für diese Sonate kam für mich erst durch Evgeni Koroliovs Einspielung auf.
Der strenge und introvertierte Stil Koroliovs passt m.E. exakt zu dem melancholischen, depressiven Tonfall der Klaviersonate. Sein Spiel wirkt sehr intim, ist sehr zurückhaltend im Ausdruck und dennoch von großer Intensität. Trifft genau meinen Nerv!
Gruß, Cosima
Cosima (06.10.2007, 23:56): Noch etwas zu der Koroliov-Einspielung: (Komplett nachzulesen hier )
„Diese scheinbare Neutralität des Notentexts hat dazu geführt, dass der Expressionsgehalt der vorhandenen Interpretionen weiter auseinander driftet als bei Schostakowitschs Musik gemeinhin üblich: Vladimir Ashkenazy (Decca) und Konstantin Scherbakov (Naxos) etwa deuten das Stück, mit raschen Tempi, als schlanke neoklassische Studie, andere, so Margarete Babinsky (Capriccio), ebenso konsequent als trauerverhangene Elegie, deren melancholischer Charakter alle drei Sätze gleichermaßen beherrscht. Evgeni Koroliov beschreitet in der vorliegenden Einspielung einen Mittelweg, deutet den Kopfsatz als ebenso energisches wie neutrales Präludium zur Weltabgewandtheit des zentralen langsamen Walzers, dessen Lyrismus bei ihm nicht, wie gelegentlich zu hören, im Äther verschwimmt, sondern wie von Eis umgürtet erscheint. Koroliov nimmt sich genügend Zeit für das todtraurige, im unisono intonierte Thema der finalen Variationsfolge, versinkt aber im Laufe des Satzes nicht in Schwermut, sondern lässt das motivisch-kontrapunktische Gefüge in vorbildlicher Deutlichkeit sich entfalten. Eine kompromisslos ernste, strenge Interpretation mithin, die dem werkinhärenten Charakter von sublimierter Trauer sehr entgegenkommt.“
Ich hätte nicht gedacht, dass mich diese Klaviersonate so packen würde! Allein den zart-melancholischen Anfang des 3. Satzes könnte ich ununterbrochen hören! :down
Gruß, Cosima
Rachmaninov (08.10.2007, 07:29): Original von Cosima Ich kannte die 2. Klaviersonate schon eine Weile durch die Aufnahmen von Konstantin Scherbakov (Naxos) und Alexei Lubimow (ECM). Beide Interpretationen sind IMO nicht schlecht, aber Begeisterung für diese Sonate kam für mich erst durch Evgeni Koroliovs Einspielung auf.
Der strenge und introvertierte Stil Koroliovs passt m.E. exakt zu dem melancholischen, depressiven Tonfall der Klaviersonate. Sein Spiel wirkt sehr intim, ist sehr zurückhaltend im Ausdruck und dennoch von großer Intensität. Trifft genau meinen Nerv!
Gruß, Cosima
@Cosima, Scherbakov ist sicherlich einer der Pianisten, denen es im großen und ganzen an dem "besonderen Ausdruck" fehlt. So ziemlich bei allem. Nett um mal ein werk gehört zu haben, aber bei weitem immer entfernt von großen Interpretationen.
Ich hatte vor Monaten in die Koroliov Aufnahme reingehört. Fand sie interessant, aber ich liebe einfach Gilels Aufnahme der 2. Sonate :)
ab (06.06.2006, 23:12): Heute einen kurzen Ausschnitt im Radio gehört:
Dimitri Schostakowitsch: Sonate für Klavier Nr. 2 h-moll op. 61
Welche Aufnahme könnt ihr mir empfehlen, und warum gerde diese?
Geben tut es etwa:
Emil Gilels Tatjana Nikolajewa Alexander Braginsky Alexei Lubimov Vladimir Ashkenazy Boris Bermann Colin Stone Raymond Clarke Johan Schmidt
Rachmaninov (07.06.2006, 21:26): @ab,
ich besitze die von Dir genannte Lubimov Aufnahme und die von Dir nicht genannte von E. Leanskaja. Letztere mit auf der CD mit den sehr schönen Einspielungen der beiden Klavierkonzerte Schostakowitsch's!
Werde beide Aufnahmen die kommenden Tage hören und berichten.
Gruß
ab (07.06.2006, 21:38): Danke! Das wäre nett!
Von Lubimov war auch der Radio-Ausschnitt und von Elisabeth Leonskaja wusste ich tatsächlich nicht, dass sie diese Sonate eingespielt hat. (Seltsam, dass diese CD nicht in der Apex-Reihe wieder veröffentlicht worden ist!)
(Die Klavierkonzerte betreffend habe ich ja die beiden Konzertmitschnitte, bei denen Schostakowitsch selbst am Klavier sitzt, mindestesns eine davon, wenn ichmich recht entsinne, ist sogar die Uraufführung. Sonst konnte mich wenig überzeugen, am interessantesten noch fand ich stellenweise die von Yefim Bronfman / Zubin Mehta]
Rachmaninov (07.06.2006, 21:40): Original von ab Von Lubimov war auch der Radio-Ausschnitt und von Elisabeth Leonskaja wusste ich tatsächlich nicht, dass sie diese Sonate eingespielt hat. (Seltsam, dass diese CD nicht in der Apex-Reihe wieder veröffentlicht worden ist!)
Ja, seltsamer, aber sie wurde von Apex nicht aufgelegt in Europa! Habe sie aus den USA.
Berichte folgen :engel
nubar (08.06.2006, 19:56): Lieber ab,
diese Sonate ist leider viel zu wenig beachtet, obwohl ich sie für eine der besten im 20.Jahrhundert halte. Persönlich besitze ich nur die Aufnahme von Colin Stone, hatte mich aber schon einmal nach Alternativen umgeschaut, da ich denke, dass es noch enormes Potential gibt zu Stones Interpretation. Da ich aber auch noch so viel anderes mir zulegen möchte oder habe, bin ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen, mir eine weitere Aufnahme zuzulegen. Jedenfalls, wenn es dir hilft, hier meine persönliche Wahl, die auf jeden Fall zugelegt werden soll: Gilels. Dieser Aufnahme soll bis jetzt die 2. schlechthin sein. Keiner hat anscheinend Giels je im Ausdruck erreicht.
:hello nubar
Rachmaninov (10.06.2006, 11:30): Hallo ab,
was die Aufnahme von Leonskaja angeht kann ich Dir nur empfehlen Dir diese Aufnahme einmal anzuhören. Sensibel und feinfühlig mit dem richtigen Sinn für den Azsdruck gestallten Leonskaja die Sonate einfach vorzüglich. Ein Genuß.
Gekoppelt mit den beiden sehr guten Einspielungen der beiden Konzerte für mich ein klarer Kauf, sofern man die Aufnahme überhaupt noch bekommen kann! Zurecht im Harenberg als Empfehlung genannt.
bzw. in der Apex Auflage
AcomA (01.08.2006, 17:54): hallo,
es stimmt, da ich sie gerade seit langer zeit wieder höre. die 2. sonate schostakowitschs mit emil gilels aus dem jahre 1965, 13. märz, großer saal des tschaikowsky-konservatoriums. ich höre übrigens das gesamte recital dieses abends ! der dritte satz (moderato - allegretto con moto - adagio - moderato) ist der absolute wahnsinn. eine art variationssatz über dieses klopfende bis düstere thema. die motorische entfesselung und gleichsam das klangempfinden gilels' sind fanatisierend, eine wahre eruption. das kann man IMO nicht mehr toppen.
die sonate befindet sich auf dem vol.4 aus der gesamtedition. wird wohl nicht mehr aufgelegt.
die aufnahme boris bermans klingt dagegen langweilig akademisch.
gruß, siamak :engel
Rachmaninov (01.08.2006, 18:05): anbei das Cover der Vol.4
Es handelt sich um die Live Aufnahme vom 13. März 1965. (nicht zu verwechseln mit einer ebenfalls 1965 entstandenen Aufnahme)
Wenn mich mein "Adlerauge" nicht täuscht dürfte diese Aufnahme inhaltlich der o.g. entsprechen!? (siehe Datum oben rechts)
Schubert:Moments musicaux D. 780 +Schostakowitsch: Klaviersonate Nr. 2 +Schumann: Arabeske op. 18 +Chopin: Ballade Nr. 1
Rachmaninov (06.08.2006, 21:16): @Siamak,
diese Aufnahme besitze ich nun auch bereits seit Samstag und habe sie seit dem bereits 2 mal gehört.
Gilels spielt mit einer intensität und spannung, die einfach atemberaubend sind. Der von dir angesprochene dritte satz ist eine ndemonstration des könnens UND der ausdrucksfähigkeit eines der größten pianisten des letzten jahrhunderts! :down
Cosima (05.10.2007, 22:07): Ich kannte die 2. Klaviersonate schon eine Weile durch die Aufnahmen von Konstantin Scherbakov (Naxos) und Alexei Lubimow (ECM). Beide Interpretationen sind IMO nicht schlecht, aber Begeisterung für diese Sonate kam für mich erst durch Evgeni Koroliovs Einspielung auf.
Der strenge und introvertierte Stil Koroliovs passt m.E. exakt zu dem melancholischen, depressiven Tonfall der Klaviersonate. Sein Spiel wirkt sehr intim, ist sehr zurückhaltend im Ausdruck und dennoch von großer Intensität. Trifft genau meinen Nerv!
Gruß, Cosima
Cosima (06.10.2007, 23:56): Noch etwas zu der Koroliov-Einspielung: (Komplett nachzulesen hier )
„Diese scheinbare Neutralität des Notentexts hat dazu geführt, dass der Expressionsgehalt der vorhandenen Interpretionen weiter auseinander driftet als bei Schostakowitschs Musik gemeinhin üblich: Vladimir Ashkenazy (Decca) und Konstantin Scherbakov (Naxos) etwa deuten das Stück, mit raschen Tempi, als schlanke neoklassische Studie, andere, so Margarete Babinsky (Capriccio), ebenso konsequent als trauerverhangene Elegie, deren melancholischer Charakter alle drei Sätze gleichermaßen beherrscht. Evgeni Koroliov beschreitet in der vorliegenden Einspielung einen Mittelweg, deutet den Kopfsatz als ebenso energisches wie neutrales Präludium zur Weltabgewandtheit des zentralen langsamen Walzers, dessen Lyrismus bei ihm nicht, wie gelegentlich zu hören, im Äther verschwimmt, sondern wie von Eis umgürtet erscheint. Koroliov nimmt sich genügend Zeit für das todtraurige, im unisono intonierte Thema der finalen Variationsfolge, versinkt aber im Laufe des Satzes nicht in Schwermut, sondern lässt das motivisch-kontrapunktische Gefüge in vorbildlicher Deutlichkeit sich entfalten. Eine kompromisslos ernste, strenge Interpretation mithin, die dem werkinhärenten Charakter von sublimierter Trauer sehr entgegenkommt.“
Ich hätte nicht gedacht, dass mich diese Klaviersonate so packen würde! Allein den zart-melancholischen Anfang des 3. Satzes könnte ich ununterbrochen hören! :down
Gruß, Cosima
Rachmaninov (08.10.2007, 07:29): Original von Cosima Ich kannte die 2. Klaviersonate schon eine Weile durch die Aufnahmen von Konstantin Scherbakov (Naxos) und Alexei Lubimow (ECM). Beide Interpretationen sind IMO nicht schlecht, aber Begeisterung für diese Sonate kam für mich erst durch Evgeni Koroliovs Einspielung auf.
Der strenge und introvertierte Stil Koroliovs passt m.E. exakt zu dem melancholischen, depressiven Tonfall der Klaviersonate. Sein Spiel wirkt sehr intim, ist sehr zurückhaltend im Ausdruck und dennoch von großer Intensität. Trifft genau meinen Nerv!
Gruß, Cosima
@Cosima, Scherbakov ist sicherlich einer der Pianisten, denen es im großen und ganzen an dem "besonderen Ausdruck" fehlt. So ziemlich bei allem. Nett um mal ein werk gehört zu haben, aber bei weitem immer entfernt von großen Interpretationen.
Ich hatte vor Monaten in die Koroliov Aufnahme reingehört. Fand sie interessant, aber ich liebe einfach Gilels Aufnahme der 2. Sonate :)
Heike (08.01.2012, 10:53): Auf Rachmaninoffs Wunsch hin schreibe ich gern hier was zu der Koroliov-Einspielung, die ich gestern hörte:
Es ist für mich eine gute Aufnahme, ohne dass sie mich rundum begeistert. Koroliov arbeitet sehr schön die Stimmen raus, besonders das Finale gefällt mir. Auch klanglich sind seine Differenzierungen detailreich und hörenswert. An Eindringlichkeit und Intensität mangelt es ihm nicht, es hat was unaufdringlich versunkenes, grüblerisches, was ja durchaus zu Schostakowitsch passt. Aber mir fehlt Spannung und Dynamik. Also es berührt mich zwar, aber es lässt mich nicht verzweifeln.