Schubert: Impromptu D899 und D935

Rachmaninov (05.02.2008, 21:32):
Hallo Forianer,

zunächsteinmal möchte ich auf die allgemeine Erklärung des Begriffs IMpromtu auf Wikipedia.de verweisen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Impromptu

Die Impromptu gehören zu den Charakterstücken im Gegensatz zur Programmmusik und stellen wohl das, oder zumindestens eins, der meistgespielten Klabierwerke Schuberts dar. Der Anspruch an den Pianisten ist nicht sonderlich hoch und so wurden die beiden Impromptus auch als "gehobene Hausmusik" bezeichnet und behinderten dadurch die Wertschätzung Schuberts als Komponisten hochwertiger Sonaten. Gemeint sind bei dieser Bemerkung vor allem D899,4, D899 #3, sowie D935 #2.

Insgesamt scheint Schubert immer wieder im Schatten des großen L.v.Beethoven zu stehen. Sein Klavierwerk verdient aber sicherlich große Würdigung und daher möchte ich heute einen Thread zu seinen beiden Impromptu D899 und D935 starten.

Impromtu D899

#1 - c-moll Allegro molto moderatoHörprobe
#2 - ES-dur Allegro Hörprobe
#3 - Ges-dur Andante Hörprobe
#4 - As-dur Allegretto - Trio Hörprobe

Impromtu D935

#1 - f-moll Allegro moderato
#2 - As-dur Allegretto - Trio
#3 - B-dur Thema: Andante Var. I-V
#4 - f-moll Allegro scherzando

Noten und Klangbeispiele findet man übrigends hier = http://www.fluegel-klavier.de/schubert/Impromptus.htm


Der erfahrene Schubert-Freund wird sicherlich gleich erkannt haben, daß die Impromptus D899 und D935 zwischen den

Sonatenzyklen D840,D845, D850 & D894 sowie D958,D959 & D960 entstanden sind. Also zwei der großen Zyklen in Schuberts Schaffen für die Gattung der Klaviersonaten.
D899 entstand Herbst 1827 und D935 im Dezember 1827. Erstdruck waren für D899 #1 und #2 1827, D899 #3 und #4 1857, sowie für D935 1839 mit der op.. post. Anngabe 142.
Die Bezeichnung Impromtu schrieb der Verleger Tobias Haslinger über die 1827 veröffentlichten D899 #1 und #2. Bei D935 schrieb Schubert persönlich diesen Titel über die von ihm durchnummerierten Impromtus #5-#8.

Die Impromtus lassen sich als aufgrund des Aufbaus als komplette Hefte spielen oder aber auch Auszüge einzelner Impromptu sind denkbar und werden gespielt. Allerdings muss ich gestehen, daß ich sie lieber als komplette Hefte höre, da sie für mich eben nicht gänzlich unabhängig sind und dadurch eine noch interessante Wirkung auf mich haben.

D899 #1, D935 #1 sowie D899 #3 können an gewisse Formen erinnern, die auch in Sonaten vorkommen. Alle anderen klingen für mich eher tänzerisch und beschwingt.

Für mich zählen diese "einfachen" Werke zu den ganz großen Kompositionen, die zeigen mit welch einfachen Mitteln Schubert in der Lage war großartige ergeifende Werke zu komponieren.

Wie gefallen euch diese Werke?
Welchen Stellenwert haben sie für euch?
Seht ihr sie auch eher als Zyklus oder als Einzelstücksammlung?
Welche Impromptu liebt ihr besonders?
Zelenka (06.02.2008, 17:01):
Lieber Rachmaninov:

Herzlichen Dank für einen sicher schon lange überfälligen Faden zu Schuberts Impromptus im etwas ruhigen Klavier-Unterforum. Und ich habe gern gelesen, daß es demnächst mit der Sonate D 894 weitergehen soll.

Zu den Impromptus: Die Ansprüche an den Pianisten mögen nicht besonders hoch sein, sie sind aber keineswegs ganz niedrig, die Impromptus D 935 sind immerhin Franz Liszt gewidmet. Und im Prinzip waren natürlich alle Kompositionen für Soloklavier zu Schuberts Zeiten Hausmusik und nicht für den Konzertsaal gedacht ...

Beide Vierergruppen kann man mit etwas Recht als verkappte viersätzige Sonaten betrachten, Robert Schumann hat es im Falle von D 935 auch so gehalten: "Doch glaub' ich kaum, daß Schubert diese Sätze wirklich "Impromptus" überschrieben; der erste ist so offenbar der erste einer Sonate, so vollkommen ausgeführt und abgeschlossen, daß gar kein Zweifel aufkommen kann. Das zweite Impromptu halte ich für den zweiten Satz derselben Sonate ... man könnte vielleicht das vierte Impromptu als Finale betrachten ..." Bei genauerem Hinsehen ist die Annahme, daß man es mit einer Sonate zu tun haben könnte, für D 899 weniger wahrscheinlich, die Abfolge der verwendeten Tonarten spricht dagegen. Soll man also die beiden Vierergruppen immer vollständig spielen? Nicht unbedingt, finde ich. Ich höre meine Lieblinge D 899, No. 2 und 4 auch gerne einmal allein und für sich, auch andere Impromptus.

Nach Aufnahmen und ihrer Einschätzung hast Du noch nicht gefragt, was auch ganz richtig ist.

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (06.02.2008, 17:21):
Original von Zelenka
Nach Aufnahmen und ihrer Einschätzung hast Du noch nicht gefragt, was auch ganz richtig ist.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

aufgrund meiner geringen Zeit nur kurz hierzu etwas.
Diese Entscheidung hatte ich bewußt getroffen, da für mich zunächst das Werk und das Werkverständnis im Vordergrund steht und dann erst die existierenden Aufnahmen und deren Einschätzung.
Zelenka (06.02.2008, 17:30):
Original von Rachmaninov
Original von Zelenka
Nach Aufnahmen und ihrer Einschätzung hast Du noch nicht gefragt, was auch ganz richtig ist.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

aufgrund meiner geringen Zeit nur kurz hierzu etwas.
Diese Entscheidung hatte ich bewußt getroffen, da für mich zunächst das Werk und das Werkverständnis im Vordergrund steht und dann erst die existierenden Aufnahmen und deren Einschätzung.

Lieber Rachmaninov:

Ich finde auch, daß man erst einmal das Werk in den Vordergrund stellen sollte! Obwohl ich sicher schon oft genug gegen dieses Prinzip verstoßen habe und mit Aufnahmen ins Haus bzw. ins Forum gefallen bin ...

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (07.02.2008, 08:14):
Original von Zelenka

Beide Vierergruppen kann man mit etwas Recht als verkappte viersätzige Sonaten betrachten, Robert Schumann hat es im Falle von D 935 auch so gehalten: "Doch glaub' ich kaum, daß Schubert diese Sätze wirklich "Impromptus" überschrieben; der erste ist so offenbar der erste einer Sonate, so vollkommen ausgeführt und abgeschlossen, daß gar kein Zweifel aufkommen kann. Das zweite Impromptu halte ich für den zweiten Satz derselben Sonate ... man könnte vielleicht das vierte Impromptu als Finale betrachten ..." Bei genauerem Hinsehen ist die Annahme, daß man es mit einer Sonate zu tun haben könnte, für D 899 weniger wahrscheinlich, die Abfolge der verwendeten Tonarten spricht dagegen. Soll man also die beiden Vierergruppen immer vollständig spielen? Nicht unbedingt, finde ich. Ich höre meine Lieblinge D 899, No. 2 und 4 auch gerne einmal allein und für sich, auch andere Impromptus.

@Zelenka,

ließt man die Beschreibung zum Impromtu auf Wikipedia und hört man die Impromptu so stellt man fest, daß es hier bei Schuberts Impromtu wohl nicht so einfach ist eine eindeutige Gattungszuordnung zu finden. Wie Du auch schon schreibst sind deutliche Anzeichen von Klaviersonaten zu erkennen. Wahrscheinlich hat Schubert D899 eben daher nicht mit diesem Titel bedacht.
Vielleicht hat Schubert auch Entwürfe für Sonaten hier verwendet oder zumindestens einfließen lassen. Muss ich mich nochmals tiefer einlesen. Meine irgendwo eine entsprechende Bemerkung gelesen zu haben.

Wie ich lese sind Deine Favoriten eher aus D899. Interessant, meine Lieblinge sind aus D899. Aber so oder so. Schuberts Klaviermusik ist einfach großartig :leb
daniel5993 (07.02.2008, 11:37):
Hallo Rachmaninov, Zelenka,

Ein schöner Thread!
Gerade in den letzten 2 Monaten hab ich mich stärker auf Schuberts Klavierwerke gewagt und stoße überall auf Gold :engel. Mehr oder weniger schnell, aber ich hab gemerkt suchen und nachhaken lohnt sich. Zumal ich ja kein Spezialist bei Klaviermusik bin.


Wie gefallen euch diese Werke?
Sie gehören zu meinen Lieblingen in der Klaviermusik, dem Inhalt nach, nahe den 3 Klavierstücken D.946


Welchen Stellenwert haben sie für euch?
Einen sehr Hohen, wie Schuberts Klavierwerke sowieso (Obwohl ich noch nicht alles verinnerlicht habe)


Seht ihr sie auch eher als Zyklus oder als Einzelstücksammlung?
Ich höre diese beiden Impromptus Werke (D.899 & 935) NUR am Stück. Die gehören Zusammen. Keine Einzelgeschichten! Zumal es keine Schwachstellen (für mich) in diesem Werk gibt, gibts auch keinen Grund, langweilige Nummern zu überspringen.


Welche Impromptu liebt ihr besonders?
Eine ganz schwere Frage! Jedes einzelne ist Brilliant! Auch ändert das "mein Liebstes" je nach Stimmung.
Aber ein Impromptu hab ich doch am Liebsten: D.935 No. 1 (Eine Weltentrückende Schönheit unter den anderen Impromptus)

Wenn ich zwischen D.899 und D. 935 wählen müsste?
Schweren Herzens würd ich mich für das Werk D.935 entscheiden.

Gruß
Daniel
Zelenka (07.02.2008, 17:43):
Original von Rachmaninov

Schuberts Klaviermusik ist einfach großartig :leb

Lieber Rachmaninov:

Da sind wir zur Abwechslung mal einer Meinung! :D - Es ist sicher nicht ganz einfach, eine klare Definition für das Impromptu zu geben. Bei seinem ungeheueren melodischen Einfallsreichtum konnte wohl auch nicht alles zu formal strengeren Sonaten ausgebaut werden ...

Gruß, Zelenka
Amadé (07.02.2008, 20:33):
Der Anspruch an den Pianisten ist nicht sonderlich hoch und so wurden die beiden Impromptus auch als "gehobene Hausmusik" bezeichnet

So einfach sind sie gerade doch nicht. Beim Ges-dur Impromptus D.889,3 musste ich auf Grund einer drohenden Sehnenscheidenentzündung das Üben aufgeben. Da spielt die rechte Hand 6 - 7 Minuten lang immer zur Oktave gespreizt, das erfordert schon eine vollkommen durchtrainierte Hand, das lässt sich nicht so einfach vom Blatt spielen. Auch das As-dur Stück hat seine Tücken.

Insgesamt präferiere ich wegen Nr.1 und 3 den zweiten Zyklus D.935.

Auf Lieblingsaufnahmen möchte ich mich jetzt nicht festlegen, sehr gut gefallen mir Lupu

http://ecx.images-amazon.com/images/I/318NN0F28KL._AA240_.jpg

Zimerman

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41W1PFTSWPL._AA240_.jpg

sowie die alte, aber immer noch junge EMI-Einspielung mit Edwin Fischer, jetzt bei Testament:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0749677114527.jpg

Da sollte man als erstes zugreifen!

Grüße Amadé
Zelenka (07.02.2008, 20:43):
Original von Amadé

Auf Lieblingsaufnahmen möchte ich mich jetzt nicht festlegen, sehr gut gefallen mir Lupu

http://ecx.images-amazon.com/images/I/318NN0F28KL._AA240_.jpg

Zimerman

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41W1PFTSWPL._AA240_.jpg

sowie die alte, aber immer noch junge EMI-Einspielung mit Edwin Fischer, jetzt bei Testament:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0749677114527.jpg

Da sollte man als erstes zugreifen!

Grüße Amadé

Eigentlich sollte ja noch nicht von Aufnahmen gesprochen werden ...

Gruß, Zelenka
Amadé (07.02.2008, 20:45):
Ach ja!

:ignore
Rachmaninov (07.02.2008, 20:57):
Original von Zelenka
Eigentlich sollte ja noch nicht von Aufnahmen gesprochen werden ...

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

das Unvermeidliche läßt sich doch eh kaum abwenden :wink
daniel5993 (07.02.2008, 21:36):
das Unvermeidliche läßt sich doch eh kaum abwenden :wink

Juhuuu.
Ich fasse das als einen Startschuss auf :D
_____________________________________________

Guten Abend,

Wie ich zu dem Werk stehe, hab ich ja oben schon geschrieben.
Jetzt zu meinen Einspielungen.

Kempff (1966)
Brendel (D.899 - 1972, D.935 - 1974)
Brendel (1988)
Schnabel (1939 & 1950)

Ich hör jede dieser Einspielungen gern.
Aber eine Lieblingseinspielung hab ich trotzdem (Mit Abstand): Alfred Brendel (D.899 & D.935) vom Juli 1988.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942223721.jpg

So sollen diese Stücke für mich klingen......so müssen sie für mich klingen.....Ich kann das Besondere dieser Aufnahme nicht beschreiben, nicht erklären. Es funkt einfach gewaltig! Aber jeder wird wissen was ich meine, wenn er in diese Aufnahme reinhört :engel! Auch Klanglich erfüllt diese Aufnahme die Höchsten Wünsche.

Weiter empfehlen würd ich noch die Imprumptus mit Wilhelm Kempff,
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028945941226.jpg
welche mir ebenfalls sehr Gut gefallen.


Gruß
Daniel
:W
HenningKolf (07.02.2008, 21:38):
Gut, da Aufnahmen außen vor bleiben sollen kurz und knapp:

Ich beschäftige mich noch nicht lange mit Klaviermusik und noch kürzer mit Schubert. Ich schätze D 899 und D 935 ( wenn auch mein derzeitiges Lieblingsklavierstück von Schubert die D 960 ist ) und höre die Zyklen immer ganz. Ein Bedürfnis, immer beide Zyklen zu hören habe ich jedoch nicht.

Gruß
Henning
Rachmaninov (08.02.2008, 09:46):
Original von Amadé

http://ecx.images-amazon.com/images/I/318NN0F28KL._AA240_.jpg

sowie die alte, aber immer noch junge EMI-Einspielung mit Edwin Fischer, jetzt bei Testament:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0749677114527.jpg

Da sollte man als erstes zugreifen!

Grüße Amadé

@Amade,

Du hast hier zwei Aufnahmen genannt, die ich mir ggf. auch noch kaufen würde. Mich würde interessieren warum Du gerade diese beiden Aufnahmen im Bezug auf die Gestallt der Werke als empfehlenswert ansiehst?
Amadé (08.02.2008, 18:32):
@ Rachmaninov

Bei Edwin Fischer habe ich immer den Eindruck, als säße Schubert selbst am Flügel und brächte seine Musik zum Singen.

Lupu liebe ich vor allem deshalb, weil er eine große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, hier soll nichts vorgeführt oder demonstriert werden. Der Blick wird eher ins Werk hinein gerichtet. Z.B. Ges-dur: Die Klangebenen Diskant und Bass sind wunderbar austariert, die rasche filigrane Mittelstimme drängt sich nirgends vor, As-dur: Kein Glitzerstück, tieftrauriges Trio in cis-moll. Dies bedeutet jedoch nicht, das Lupu, wo gefordert, auch die Klavierpranke zeigt. Mir gefällt die Aufnahme, gerade als Alternative.

@ alle Schubert- speziell Impromptu-Freunde

Chopin hat gewiss Schuberts Impromptus sowie die Moments musicaux gekannt. Seine 4 Impromptus sind nicht so gewichtig und so lang wie die von Schubert, sondern, wie der Name sagt, eher Einfälle, aus dem Stegreif entstanden. Aber ich glaube, das Schuberts Werke Pate gestanden haben bei einigen Nocturnes oder sogar Balladen, ohne jetzt konkret sagen zu können bei welchen. Ich denke es war die Stimmung, die auf Chopin stumulierend gewirkt hat.
Wie seht ihr das?

Grüße Amadé
Rachmaninov (09.02.2008, 08:41):
Original von Amadé
@ Rachmaninov

Bei Edwin Fischer habe ich immer den Eindruck, als säße Schubert selbst am Flügel und brächte seine Musik zum Singen.


Die Klangbeispiele auf JPC klangen vielversprechend. Aber wie istr der KLang?
#
Lupu liebe ich vor allem deshalb, weil er eine große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, hier soll nichts vorgeführt oder demonstriert werden. Der Blick wird eher ins Werk hinein gerichtet. Z.B. Ges-dur: Die Klangebenen Diskant und Bass sind wunderbar austariert, die rasche filigrane Mittelstimme drängt sich nirgends vor, As-dur: Kein Glitzerstück, tieftrauriges Trio in cis-moll. Dies bedeutet jedoch nicht, das Lupu, wo gefordert, auch die Klavierpranke zeigt. Mir gefällt die Aufnahme, gerade als Alternative.


Genau so spielt Lupu Schubert, genau das ist seine KUNST!


@ alle Schubert- speziell Impromptu-Freunde

Chopin hat gewiss Schuberts Impromptus sowie die Moments musicaux gekannt. Seine 4 Impromptus sind nicht so gewichtig und so lang wie die von Schubert, sondern, wie der Name sagt, eher Einfälle, aus dem Stegreif entstanden. Aber ich glaube, das Schuberts Werke Pate gestanden haben bei einigen Nocturnes oder sogar Balladen, ohne jetzt konkret sagen zu können bei welchen. Ich denke es war die Stimmung, die auf Chopin stumulierend gewirkt hat.
Wie seht ihr das?

Grüße Amadé

Naja, Schubert hat sich ja auch von Vorisek inspirieren lassen. Muss mal die Chopin Balladen genauer hören hinsichtlich dieser Stimmungsvergleiche.
Amadé (09.02.2008, 20:17):
Lieber Richard,

die Impromptus wurden 1938 aufgezeichnet, sie klingen schon etwas besser als Schnabels Beethoven-Sonaten. Aber das macht eigentlich nichts aus. Das menschliche Ohr gewöhnt sich schnell an die Klangverhältnisse, insofern dürfte der Hörgenuss nicht sonderlich beeinträchtigt werden. Die Moments musicaux wurden 1950 aufgenommen.

Gruß Bernd
Zelenka (10.02.2008, 13:00):
Original von Amadé


Bei Edwin Fischer habe ich immer den Eindruck, als säße Schubert selbst am Flügel und brächte seine Musik zum Singen.


Bei Edwin Fischer klingt es fast nach Improvisation, als ob die Musik gerade frisch komponiert worden sei. Mitunter ist auch ein ganz herrliches Legato-Spiel zu vernehmen. Wenn man sich vorstellt, daß eigentlich Schnabel für diese Aufnahmen vorgesehen war ...

Der beste derzeitige Transfer ist wahrscheinlich der von Pristine Audio. Ab EUR 7 als Download ...

Gruß, Zelenka
Cosima (10.02.2008, 17:42):
Ich meine, dass die Impromptus auch als einzelne Klavierstücke gut zu hören sind, es muss nicht immer die ganze Vierergruppe sein. Dafür spricht, dass viele Pianisten die Stücke einzeln (oder zu mehreren, aber eben nicht als GA) gespielt haben, es finden sich bei mir Aufnahmen mit Lipatti, S. Richter, Rubinstein, Sofronitsky, Serkin, Horowitz, Curzon etc. Nicht zu vergessen Claudio Arrau mit einer herrlichen D 899!

Besonders gern höre ich die Impromptus D 899 Nr. 3 und 4.

Mein ziemlich altes Fachwörterbuch der Musik gibt als Definition für Impromptu an: (franz., von lat. in promptu = in Bereitschaft), eine Form der freien Fantasie, ähnlich dem Charakterstück, von einer musikalisch einheitlichen Haltung (seit etwa 1820). - Nun gut.

An Gesamtaufnahmen habe ich jene mit Radu Lupu (träumerisch, ruhig, innig) und Artur Schnabel (frisch, lebhaft). So unterschiedlich sie sind, ich höre beide Aufnahmen sehr gern. Edwin Fischer möchte (und werde) ich mir noch zulegen.

Gruß, Cosima
Zelenka (10.02.2008, 19:01):
Original von Cosima

Mein ziemlich altes Fachwörterbuch der Musik gibt als Definition für Impromptu an: (franz., von lat. in promptu = in Bereitschaft), eine Form der freien Fantasie, ähnlich dem Charakterstück, von einer musikalisch einheitlichen Haltung (seit etwa 1820). - Nun gut.

Gruß, Cosima

Es sollte vielleicht auch der improvisierende Charakter betont werden, den etwa Edwin Fischer so gut darstellen konnte. "Impromptu" ist vielleicht eher mit "aus dem Stegreif", "ohne Vorbereitung/Vorlauf" zu übersetzen. Der erste Beleg im musikalischen Sinn soll aus dem Jahr 1817 stammen, der erste Komponist, der Impromptus komponierte, war wohl Vorísek, vom ich gerade eines kenne. Später folgten nach Schubert u.a. Chopin mit vier einschlägigen Versuchen, Schumann mit seltenst gespielten 10 Impromptus über ein Thema von Clara Wieck op. 5 und auch Liszt in ein oder zwei Fällen. So recht hat sich die Bezeichnung nicht durchsetzen können ...

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (12.02.2008, 08:58):
Original von daniel5993
Aber eine Lieblingseinspielung hab ich trotzdem (Mit Abstand): Alfred Brendel (D.899 & D.935) vom Juli 1988.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942223721.jpg


@Daniel,

auf youtube und diverse Hörproben habe ich mir nun einen Eindruck von Brendel und seinen Impromptu Aufnahmen gemacht. Typisch Brendel, man hört ein paar Töne, die klingen zunächst auch recht angenehm. Hört man dann weiter so stellt man fest, daß Brendel keinerlei Aussage vermittelt, unverbindlich bleibt und kaum im Anschlag zu differenzieren geneigt ist. Tänterischer oder Improvisation ist ihm völlig fremd. So komme ich wiedereinmal bei Brendel zu dem Schluß, daß er außer vermeidliche Rührseligkeiten zu nichts im Stande ist außer jede Menge Langeweile zu verbreiten...
Jeremias (12.02.2008, 09:55):
Sie Impromptus sind in zwei wunderbare Zyklen aufgeteilt. Ich kann mich nie entscheiden, welche ich lieber mag. Angeblich war der zweite Teil D935 einst als Sonate angelegt. Besonders mag ich hieraus die Nr.3 mit den herrlichen Variationen..... ich erinnere an den legendären Horowitz in Moskau! Darüber hinaus gehört aber auch der andere Zyklus zu meinen Favoriten, zumal ich ihn selbst im Repertoire habe.

Neben Zimerman bevorzuge ich v.a. die Aufnahme mit Perahia!
Rachmaninov (12.02.2008, 13:22):
Original von Jeremias
Sie Impromptus sind in zwei wunderbare Zyklen aufgeteilt. Ich kann mich nie entscheiden, welche ich lieber mag. Angeblich war der zweite Teil D935 einst als Sonate angelegt. Besonders mag ich hieraus die Nr.3 mit den herrlichen Variationen..... ich erinnere an den legendären Horowitz in Moskau! Darüber hinaus gehört aber auch der andere Zyklus zu meinen Favoriten, zumal ich ihn selbst im Repertoire habe.

Neben Zimerman bevorzuge ich v.a. die Aufnahme mit Perahia!

Jeremias,

die Zimerman Aufnahme kenne ich!
Was schätzt Du bei Perahia?
Zelenka (12.02.2008, 18:16):
Original von Rachmaninov
Original von daniel5993
Aber eine Lieblingseinspielung hab ich trotzdem (Mit Abstand): Alfred Brendel (D.899 & D.935) vom Juli 1988.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942223721.jpg


@Daniel,

auf youtube und diverse Hörproben habe ich mir nun einen Eindruck von Brendel und seinen Impromptu Aufnahmen gemacht. Typisch Brendel, man hört ein paar Töne, die klingen zunächst auch recht angenehm. Hört man dann weiter so stellt man fest, daß Brendel keinerlei Aussage vermittelt, unverbindlich bleibt und kaum im Anschlag zu differenzieren geneigt ist. Tänterischer oder Improvisation ist ihm völlig fremd. So komme ich wiedereinmal bei Brendel zu dem Schluß, daß er außer vermeidliche Rührseligkeiten zu nichts im Stande ist außer jede Menge Langeweile zu verbreiten...

Lieber Rachmaninov:

Ich will mich hier nur kurz einschalten: Ich finde Brendels Impromptus durchaus sehr hörenswert, auch wenn er nicht mein pianistischer Hausgott ist. Wie Lupu, Perahia, Zimerman, Schnabel oder Fischer hat er hier auch einiges mitzuteilen. Vielleicht ist sein insgesamt dramatischerer, vielleicht auch mehr improvistatorischer, weniger schönklingender, weniger durchgehend lyrischer Ansatz gar nicht fehl am Platze. Ich gehe davon aus, daß kein Pianist allein alles aus diesen Stücklein herausholen kann, das in ihnen steckt.

Gruß, Zelenka
daniel5993 (12.02.2008, 19:17):
Guten Abend,

Ich hab nicht so die Ahnung vom Klavierspielen, was mir bei Brendel jedoch auffält ist, dass er sehr druckvoll spielt. Jeder Schlag wird stark aufgesetzt. Dadurch gewinnt ein Stück enorm an Ausdruck. Ich mag das zwar nicht immer und überall, z.B bei Beethovens Sturmsonate find ichs recht am Platz. Weniger dafür bei der Mondscheinsonate. Nach einer meiner längeren Phasen, in der ich langsam ausgespielte Stücke sehr langezogen mochte, sehr betont. Brendel war "damals" nicht der Richtige für mich! Jetzt ziehe ich diese eher nüchterne, schnellere, aber Ausdrucksstärkere Art Brendels vor. Um noch einmal auf die Impromptus zurrückzukommen: Besonders bei den Impromptus D.935 hört man bei Brendel eine wunderbare klare Brilliants, welche einen großen Eindruck auf mich macht. Flink, sicher, ...ja, schwungvoll, weniger die ruhige und Phantasievolle Art, sondern eine Stürmisch bewegte Art, ja so würd ichs beschreiben und das mag ich! Aber ich versteife mich nicht auf Alfred, auch Kempff, Schnabel, haben eine wertvolle, aber andere Art die Impromptus wiederzugeben. Gehör finden diese Interpretationen bei mir, je nach (meiner) Stimmunglage. Das wechselt.

Was mich interessieren würde, wäre eine Empfehlung für eine Aufnahme, welche sich "anders" von Kempff und Brendel absetzt. Von mir aus eine sogenannte "eigenwillige" Interpretation, welche ich nach eurer Meinung hören, kennen müsste!

Dankeschön!

Gruß
Daniel
HenningKolf (12.02.2008, 19:41):
Original von daniel5993
Guten Abend,

Ich hab nicht so die Ahnung vom Klavierspielen, was mir bei Brendel jedoch auffält ist, dass er sehr druckvoll spielt. Jeder Schlag wird stark aufgesetzt. Dadurch gewinnt ein Stück enorm an Ausdruck.

Ich hab genausowenig Ahnung vom Klavierspielen. Aber: Wenn wirklich JEDER Anschlag stark ist würde etwas fehlen, weil es völlig undifferenziert und belanglos klingen würde oder aber recht aufgesetzt und vordergründig. Allerdings glaube ich nicht, dass Brendel - dessen Schubert ich nicht kenne und dessen Beethoven ich schätze, teilweise auch sehr schätze - wirklich so spielt.

Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)


Gruß
Henning
daniel5993 (12.02.2008, 19:59):
Original von HenningKolf
Original von daniel5993
Guten Abend,

Ich hab nicht so die Ahnung vom Klavierspielen, was mir bei Brendel jedoch auffält ist, dass er sehr druckvoll spielt. Jeder Schlag wird stark aufgesetzt. Dadurch gewinnt ein Stück enorm an Ausdruck.

Ich hab genausowenig Ahnung vom Klavierspielen. Aber: Wenn wirklich JEDER Anschlag stark ist würde etwas fehlen, weil es völlig undifferenziert und belanglos klingen würde oder aber recht aufgesetzt und vordergründig. Allerdings glaube ich nicht, dass Brendel - dessen Schubert ich nicht kenne und dessen Beethoven ich schätze, teilweise auch sehr schätze - wirklich so spielt.

Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)


Gruß
Henning

Guten Abend Henning,

Du hast meine Worte ganz genau genommen. Verbessert drücke ich das so aus. Brendel spielt meist sehr druckvoll. Natürlich auch mal weniger, sonst würds wie du schon sagtest langweilig werden, denn der Kontrast muss ja auch rüberkommen, Vielfalt, Veränderung im Ausdruck. Also: kein bloses Gehämmer, aber doch stärker in die Tasten drückend.

Gruß
Daniel
daniel5993 (12.02.2008, 20:07):
Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)

So ist es auch! Er spielt nicht auf der Basis der "Gefühlsduseligkeit", er spielt direkt, ohne sich zu verrennen (in romantischen Gegenden) jedoch spielt er auch nicht völlig kalt! Ein Ansatz von "Romantik (hoffentlich sind wir uns bei der definition "Romantik" einig) ist da, er lässt genug Platz zum Träumen, für Romantik, Phantasie, letztendlich spielt er "diese" aber nicht voll aus...... und bleibt damit auf dem Boden.

:hello
HenningKolf (12.02.2008, 20:31):
Original von daniel5993
Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)

Ein Ansatz von "Romantik (hoffentlich sind wir uns bei der definition "Romantik" einig) ist da
:hello

Wahrscheinlich nicht, weil Romantik zunächst mal ein Zeitraum ist...Schubert wäre demnach wohl "Frühromantiker"...aber der Begriff heute in vielfältiger Weise auch von Rezensenten verwendet wird....da heißt dann romantisierende Spielweise soviel wie "passt nicht, gefällt mir nicht", so jedenfalls mein Eindruck...und keiner sagt wirklich genau, was für ihn "romantisierende" Spielweise ist (so scheint es mir). Ich jedenfalls gebrauche diesen Begriff nicht (und wenn doch ist das recht unüberlegt und ungenau...)

Aber egal: Ich versteh schon was Du meinst (weil ich halt Brendel kenne und zumindest eine wohl vage Vorstellung habe wie er wohl Schubert spielen dürfte)

:beer
ab (12.02.2008, 21:58):
Original von daniel5993
Was mich interessieren würde, wäre eine Empfehlung für eine Aufnahme, welche sich "anders" von Kempff und Brendel absetzt. Von mir aus eine sogenannte "eigenwillige" Interpretation, welche ich nach eurer Meinung hören, kennen müsste!


Maria Yudina! unvergleichlich und einzigartig, die Grande Dame Russlands!

:hello
ab (12.02.2008, 22:38):
Original von HenningKolf
Original von daniel5993
Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)

Ein Ansatz von "Romantik (hoffentlich sind wir uns bei der definition "Romantik" einig) ist da
:hello

Wahrscheinlich nicht, weil Romantik zunächst mal ein Zeitraum ist...Schubert wäre demnach wohl "Frühromantiker"...aber der Begriff heute in vielfältiger Weise auch von Rezensenten verwendet wird....da heißt dann romantisierende Spielweise soviel wie "passt nicht, gefällt mir nicht", so jedenfalls mein Eindruck...und keiner sagt wirklich genau, was für ihn "romantisierende" Spielweise ist (so scheint es mir). Ich jedenfalls gebrauche diesen Begriff nicht (und wenn doch ist das recht unüberlegt und ungenau...)

Aber egal: Ich versteh schon was Du meinst (weil ich halt Brendel kenne und zumindest eine wohl vage Vorstellung habe wie er wohl Schubert spielen dürfte)


Was es heißt, eine romantische oder eine romantisierende Interpretation zu sein, das wäre einmal ein Thema für sich wert!
HenningKolf (12.02.2008, 23:02):
Original von ab
Was es heißt, eine romantische oder eine romantisierende Interpretation zu sein, das wäre einmal ein Thema für sich wert!

da wäre ich auf das Ergebnis sehr gespannt ohne selbst viel Fundiertes beitragen zu können....

Gute Nacht!
ab (12.02.2008, 23:07):
Original von HenningKolf
da wäre ich auf das Ergebnis sehr gespannt ohne selbst viel Fundiertes beitragen zu können....


Nur keine falsche Bescheidenheit. Bei solchen Versuchen, die Begriffe etwas weniger vage zu machen, sitzen wir alle im selben Boot und - um beim Bild zu bleiben - ein Fundament ist oft tief unten höchstens zu erahnen.
Rachmaninov (13.02.2008, 07:03):
Thema hier: Schubert: Impromptu D899 und D935
Rachmaninov (13.02.2008, 08:53):
Gestern und heute hörte ich die Aufnahme von Schubert Impromptu D935 in der Aufnahme mit C. Arrau.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947579472.jpg

Wenn ich mich recht erinnere war Arrau zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits ein alter Mann und hatte zuvor noch Schubert Sonaten eingespielt. Es wurde ja hier und da in diesem Thread bereits darauf hingewiesen, daß D935 ggf. sogar ursprünglich als Sonate bzw. als Vorlage zu einer Sonate angedacht war. Arrau's Spiel zeigt diese Sichtweise nach meinem Verständnis auf. Er spielt die Impromptu D935 eher wie eine Sonate denn als eine Improvisation. Mir persönlich fehlt es dabei allerdings an dieser gewissen Leichtigkeit, die in diesem Werk steckt. Außerdem kann ich mich dem Eindruck nicht verwehren, daß Arrau zwar noch beachtenswerte Fähigkeiten im hohem Alter besaß, es aber dennoch immer wieder Stellen gibt bei denen ich den Eindruck habe sein Spiel bzw. sein Anschlag ist nicht wirklich exakt so gewollt. Dadurch erscheinen manche Anschläge unvermeidlich eher zu hart. Das paßt oft nicht. So bleibt sie für mich eher eine interessante Aufnahme des Pianisten Arrau's. Aber sie gehört für mich nicht zu den Aufnahmen, die ich aus meiner subjektiven Sicht her empfehlen würde.
Rachmaninov (13.02.2008, 09:08):
Original von Zelenka
Der erste Beleg im musikalischen Sinn soll aus dem Jahr 1817 stammen, der erste Komponist, der Impromptus komponierte, war wohl Vorísek, vom ich gerade eines kenne.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

so weit ich es in der Literatur lesen konnte kannte Schubert die Vorisek Arbeiten und schätzte sie.
HenningKolf (13.02.2008, 09:35):
Original von Rachmaninov
Thema hier: Schubert: Impromptu D899 und D935

wir waren ja schon fertig (zumal Ausgangspunkt eine bestimmte CD zum Thema war....)

:engel
Rachmaninov (13.02.2008, 09:43):
Original von Zelenka
Ich will mich hier nur kurz einschalten: Ich finde Brendels Impromptus durchaus sehr hörenswert, auch wenn er nicht mein pianistischer Hausgott ist. Wie Lupu, Perahia, Zimerman, Schnabel oder Fischer hat er hier auch einiges mitzuteilen. Vielleicht ist sein insgesamt dramatischerer, vielleicht auch mehr improvistatorischer, weniger schönklingender, weniger durchgehend lyrischer Ansatz gar nicht fehl am Platze. Ich gehe davon aus, daß kein Pianist allein alles aus diesen Stücklein herausholen kann, das in ihnen steckt.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

Du, wie auch bereits Jeremias, sprichst die Perahia Aufnahme an. Wie schätzt Du diese Aufnahme ein?
Rachmaninov (05.02.2008, 21:32):
Hallo Forianer,

zunächsteinmal möchte ich auf die allgemeine Erklärung des Begriffs IMpromtu auf Wikipedia.de verweisen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Impromptu

Die Impromptu gehören zu den Charakterstücken im Gegensatz zur Programmmusik und stellen wohl das, oder zumindestens eins, der meistgespielten Klabierwerke Schuberts dar. Der Anspruch an den Pianisten ist nicht sonderlich hoch und so wurden die beiden Impromptus auch als "gehobene Hausmusik" bezeichnet und behinderten dadurch die Wertschätzung Schuberts als Komponisten hochwertiger Sonaten. Gemeint sind bei dieser Bemerkung vor allem D899,4, D899 #3, sowie D935 #2.

Insgesamt scheint Schubert immer wieder im Schatten des großen L.v.Beethoven zu stehen. Sein Klavierwerk verdient aber sicherlich große Würdigung und daher möchte ich heute einen Thread zu seinen beiden Impromptu D899 und D935 starten.

Impromtu D899

#1 - c-moll Allegro molto moderatoHörprobe
#2 - ES-dur Allegro Hörprobe
#3 - Ges-dur Andante Hörprobe
#4 - As-dur Allegretto - Trio Hörprobe

Impromtu D935

#1 - f-moll Allegro moderato
#2 - As-dur Allegretto - Trio
#3 - B-dur Thema: Andante Var. I-V
#4 - f-moll Allegro scherzando

Noten und Klangbeispiele findet man übrigends hier = http://www.fluegel-klavier.de/schubert/Impromptus.htm


Der erfahrene Schubert-Freund wird sicherlich gleich erkannt haben, daß die Impromptus D899 und D935 zwischen den

Sonatenzyklen D840,D845, D850 & D894 sowie D958,D959 & D960 entstanden sind. Also zwei der großen Zyklen in Schuberts Schaffen für die Gattung der Klaviersonaten.
D899 entstand Herbst 1827 und D935 im Dezember 1827. Erstdruck waren für D899 #1 und #2 1827, D899 #3 und #4 1857, sowie für D935 1839 mit der op.. post. Anngabe 142.
Die Bezeichnung Impromtu schrieb der Verleger Tobias Haslinger über die 1827 veröffentlichten D899 #1 und #2. Bei D935 schrieb Schubert persönlich diesen Titel über die von ihm durchnummerierten Impromtus #5-#8.

Die Impromtus lassen sich als aufgrund des Aufbaus als komplette Hefte spielen oder aber auch Auszüge einzelner Impromptu sind denkbar und werden gespielt. Allerdings muss ich gestehen, daß ich sie lieber als komplette Hefte höre, da sie für mich eben nicht gänzlich unabhängig sind und dadurch eine noch interessante Wirkung auf mich haben.

D899 #1, D935 #1 sowie D899 #3 können an gewisse Formen erinnern, die auch in Sonaten vorkommen. Alle anderen klingen für mich eher tänzerisch und beschwingt.

Für mich zählen diese "einfachen" Werke zu den ganz großen Kompositionen, die zeigen mit welch einfachen Mitteln Schubert in der Lage war großartige ergeifende Werke zu komponieren.

Wie gefallen euch diese Werke?
Welchen Stellenwert haben sie für euch?
Seht ihr sie auch eher als Zyklus oder als Einzelstücksammlung?
Welche Impromptu liebt ihr besonders?
Zelenka (06.02.2008, 17:01):
Lieber Rachmaninov:

Herzlichen Dank für einen sicher schon lange überfälligen Faden zu Schuberts Impromptus im etwas ruhigen Klavier-Unterforum. Und ich habe gern gelesen, daß es demnächst mit der Sonate D 894 weitergehen soll.

Zu den Impromptus: Die Ansprüche an den Pianisten mögen nicht besonders hoch sein, sie sind aber keineswegs ganz niedrig, die Impromptus D 935 sind immerhin Franz Liszt gewidmet. Und im Prinzip waren natürlich alle Kompositionen für Soloklavier zu Schuberts Zeiten Hausmusik und nicht für den Konzertsaal gedacht ...

Beide Vierergruppen kann man mit etwas Recht als verkappte viersätzige Sonaten betrachten, Robert Schumann hat es im Falle von D 935 auch so gehalten: "Doch glaub' ich kaum, daß Schubert diese Sätze wirklich "Impromptus" überschrieben; der erste ist so offenbar der erste einer Sonate, so vollkommen ausgeführt und abgeschlossen, daß gar kein Zweifel aufkommen kann. Das zweite Impromptu halte ich für den zweiten Satz derselben Sonate ... man könnte vielleicht das vierte Impromptu als Finale betrachten ..." Bei genauerem Hinsehen ist die Annahme, daß man es mit einer Sonate zu tun haben könnte, für D 899 weniger wahrscheinlich, die Abfolge der verwendeten Tonarten spricht dagegen. Soll man also die beiden Vierergruppen immer vollständig spielen? Nicht unbedingt, finde ich. Ich höre meine Lieblinge D 899, No. 2 und 4 auch gerne einmal allein und für sich, auch andere Impromptus.

Nach Aufnahmen und ihrer Einschätzung hast Du noch nicht gefragt, was auch ganz richtig ist.

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (06.02.2008, 17:21):
Original von Zelenka
Nach Aufnahmen und ihrer Einschätzung hast Du noch nicht gefragt, was auch ganz richtig ist.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

aufgrund meiner geringen Zeit nur kurz hierzu etwas.
Diese Entscheidung hatte ich bewußt getroffen, da für mich zunächst das Werk und das Werkverständnis im Vordergrund steht und dann erst die existierenden Aufnahmen und deren Einschätzung.
Zelenka (06.02.2008, 17:30):
Original von Rachmaninov
Original von Zelenka
Nach Aufnahmen und ihrer Einschätzung hast Du noch nicht gefragt, was auch ganz richtig ist.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

aufgrund meiner geringen Zeit nur kurz hierzu etwas.
Diese Entscheidung hatte ich bewußt getroffen, da für mich zunächst das Werk und das Werkverständnis im Vordergrund steht und dann erst die existierenden Aufnahmen und deren Einschätzung.

Lieber Rachmaninov:

Ich finde auch, daß man erst einmal das Werk in den Vordergrund stellen sollte! Obwohl ich sicher schon oft genug gegen dieses Prinzip verstoßen habe und mit Aufnahmen ins Haus bzw. ins Forum gefallen bin ...

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (07.02.2008, 08:14):
Original von Zelenka

Beide Vierergruppen kann man mit etwas Recht als verkappte viersätzige Sonaten betrachten, Robert Schumann hat es im Falle von D 935 auch so gehalten: "Doch glaub' ich kaum, daß Schubert diese Sätze wirklich "Impromptus" überschrieben; der erste ist so offenbar der erste einer Sonate, so vollkommen ausgeführt und abgeschlossen, daß gar kein Zweifel aufkommen kann. Das zweite Impromptu halte ich für den zweiten Satz derselben Sonate ... man könnte vielleicht das vierte Impromptu als Finale betrachten ..." Bei genauerem Hinsehen ist die Annahme, daß man es mit einer Sonate zu tun haben könnte, für D 899 weniger wahrscheinlich, die Abfolge der verwendeten Tonarten spricht dagegen. Soll man also die beiden Vierergruppen immer vollständig spielen? Nicht unbedingt, finde ich. Ich höre meine Lieblinge D 899, No. 2 und 4 auch gerne einmal allein und für sich, auch andere Impromptus.

@Zelenka,

ließt man die Beschreibung zum Impromtu auf Wikipedia und hört man die Impromptu so stellt man fest, daß es hier bei Schuberts Impromtu wohl nicht so einfach ist eine eindeutige Gattungszuordnung zu finden. Wie Du auch schon schreibst sind deutliche Anzeichen von Klaviersonaten zu erkennen. Wahrscheinlich hat Schubert D899 eben daher nicht mit diesem Titel bedacht.
Vielleicht hat Schubert auch Entwürfe für Sonaten hier verwendet oder zumindestens einfließen lassen. Muss ich mich nochmals tiefer einlesen. Meine irgendwo eine entsprechende Bemerkung gelesen zu haben.

Wie ich lese sind Deine Favoriten eher aus D899. Interessant, meine Lieblinge sind aus D899. Aber so oder so. Schuberts Klaviermusik ist einfach großartig :leb
daniel5993 (07.02.2008, 11:37):
Hallo Rachmaninov, Zelenka,

Ein schöner Thread!
Gerade in den letzten 2 Monaten hab ich mich stärker auf Schuberts Klavierwerke gewagt und stoße überall auf Gold :engel. Mehr oder weniger schnell, aber ich hab gemerkt suchen und nachhaken lohnt sich. Zumal ich ja kein Spezialist bei Klaviermusik bin.


Wie gefallen euch diese Werke?
Sie gehören zu meinen Lieblingen in der Klaviermusik, dem Inhalt nach, nahe den 3 Klavierstücken D.946


Welchen Stellenwert haben sie für euch?
Einen sehr Hohen, wie Schuberts Klavierwerke sowieso (Obwohl ich noch nicht alles verinnerlicht habe)


Seht ihr sie auch eher als Zyklus oder als Einzelstücksammlung?
Ich höre diese beiden Impromptus Werke (D.899 & 935) NUR am Stück. Die gehören Zusammen. Keine Einzelgeschichten! Zumal es keine Schwachstellen (für mich) in diesem Werk gibt, gibts auch keinen Grund, langweilige Nummern zu überspringen.


Welche Impromptu liebt ihr besonders?
Eine ganz schwere Frage! Jedes einzelne ist Brilliant! Auch ändert das "mein Liebstes" je nach Stimmung.
Aber ein Impromptu hab ich doch am Liebsten: D.935 No. 1 (Eine Weltentrückende Schönheit unter den anderen Impromptus)

Wenn ich zwischen D.899 und D. 935 wählen müsste?
Schweren Herzens würd ich mich für das Werk D.935 entscheiden.

Gruß
Daniel
Zelenka (07.02.2008, 17:43):
Original von Rachmaninov

Schuberts Klaviermusik ist einfach großartig :leb

Lieber Rachmaninov:

Da sind wir zur Abwechslung mal einer Meinung! :D - Es ist sicher nicht ganz einfach, eine klare Definition für das Impromptu zu geben. Bei seinem ungeheueren melodischen Einfallsreichtum konnte wohl auch nicht alles zu formal strengeren Sonaten ausgebaut werden ...

Gruß, Zelenka
Amadé (07.02.2008, 20:33):
Der Anspruch an den Pianisten ist nicht sonderlich hoch und so wurden die beiden Impromptus auch als "gehobene Hausmusik" bezeichnet

So einfach sind sie gerade doch nicht. Beim Ges-dur Impromptus D.889,3 musste ich auf Grund einer drohenden Sehnenscheidenentzündung das Üben aufgeben. Da spielt die rechte Hand 6 - 7 Minuten lang immer zur Oktave gespreizt, das erfordert schon eine vollkommen durchtrainierte Hand, das lässt sich nicht so einfach vom Blatt spielen. Auch das As-dur Stück hat seine Tücken.

Insgesamt präferiere ich wegen Nr.1 und 3 den zweiten Zyklus D.935.

Auf Lieblingsaufnahmen möchte ich mich jetzt nicht festlegen, sehr gut gefallen mir Lupu

http://ecx.images-amazon.com/images/I/318NN0F28KL._AA240_.jpg

Zimerman

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41W1PFTSWPL._AA240_.jpg

sowie die alte, aber immer noch junge EMI-Einspielung mit Edwin Fischer, jetzt bei Testament:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0749677114527.jpg

Da sollte man als erstes zugreifen!

Grüße Amadé
Zelenka (07.02.2008, 20:43):
Original von Amadé

Auf Lieblingsaufnahmen möchte ich mich jetzt nicht festlegen, sehr gut gefallen mir Lupu

http://ecx.images-amazon.com/images/I/318NN0F28KL._AA240_.jpg

Zimerman

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41W1PFTSWPL._AA240_.jpg

sowie die alte, aber immer noch junge EMI-Einspielung mit Edwin Fischer, jetzt bei Testament:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0749677114527.jpg

Da sollte man als erstes zugreifen!

Grüße Amadé

Eigentlich sollte ja noch nicht von Aufnahmen gesprochen werden ...

Gruß, Zelenka
Amadé (07.02.2008, 20:45):
Ach ja!

:ignore
Rachmaninov (07.02.2008, 20:57):
Original von Zelenka
Eigentlich sollte ja noch nicht von Aufnahmen gesprochen werden ...

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

das Unvermeidliche läßt sich doch eh kaum abwenden :wink
daniel5993 (07.02.2008, 21:36):
das Unvermeidliche läßt sich doch eh kaum abwenden :wink

Juhuuu.
Ich fasse das als einen Startschuss auf :D
_____________________________________________

Guten Abend,

Wie ich zu dem Werk stehe, hab ich ja oben schon geschrieben.
Jetzt zu meinen Einspielungen.

Kempff (1966)
Brendel (D.899 - 1972, D.935 - 1974)
Brendel (1988)
Schnabel (1939 & 1950)

Ich hör jede dieser Einspielungen gern.
Aber eine Lieblingseinspielung hab ich trotzdem (Mit Abstand): Alfred Brendel (D.899 & D.935) vom Juli 1988.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942223721.jpg

So sollen diese Stücke für mich klingen......so müssen sie für mich klingen.....Ich kann das Besondere dieser Aufnahme nicht beschreiben, nicht erklären. Es funkt einfach gewaltig! Aber jeder wird wissen was ich meine, wenn er in diese Aufnahme reinhört :engel! Auch Klanglich erfüllt diese Aufnahme die Höchsten Wünsche.

Weiter empfehlen würd ich noch die Imprumptus mit Wilhelm Kempff,
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028945941226.jpg
welche mir ebenfalls sehr Gut gefallen.


Gruß
Daniel
:W
HenningKolf (07.02.2008, 21:38):
Gut, da Aufnahmen außen vor bleiben sollen kurz und knapp:

Ich beschäftige mich noch nicht lange mit Klaviermusik und noch kürzer mit Schubert. Ich schätze D 899 und D 935 ( wenn auch mein derzeitiges Lieblingsklavierstück von Schubert die D 960 ist ) und höre die Zyklen immer ganz. Ein Bedürfnis, immer beide Zyklen zu hören habe ich jedoch nicht.

Gruß
Henning
Rachmaninov (08.02.2008, 09:46):
Original von Amadé

http://ecx.images-amazon.com/images/I/318NN0F28KL._AA240_.jpg

sowie die alte, aber immer noch junge EMI-Einspielung mit Edwin Fischer, jetzt bei Testament:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0749677114527.jpg

Da sollte man als erstes zugreifen!

Grüße Amadé

@Amade,

Du hast hier zwei Aufnahmen genannt, die ich mir ggf. auch noch kaufen würde. Mich würde interessieren warum Du gerade diese beiden Aufnahmen im Bezug auf die Gestallt der Werke als empfehlenswert ansiehst?
Amadé (08.02.2008, 18:32):
@ Rachmaninov

Bei Edwin Fischer habe ich immer den Eindruck, als säße Schubert selbst am Flügel und brächte seine Musik zum Singen.

Lupu liebe ich vor allem deshalb, weil er eine große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, hier soll nichts vorgeführt oder demonstriert werden. Der Blick wird eher ins Werk hinein gerichtet. Z.B. Ges-dur: Die Klangebenen Diskant und Bass sind wunderbar austariert, die rasche filigrane Mittelstimme drängt sich nirgends vor, As-dur: Kein Glitzerstück, tieftrauriges Trio in cis-moll. Dies bedeutet jedoch nicht, das Lupu, wo gefordert, auch die Klavierpranke zeigt. Mir gefällt die Aufnahme, gerade als Alternative.

@ alle Schubert- speziell Impromptu-Freunde

Chopin hat gewiss Schuberts Impromptus sowie die Moments musicaux gekannt. Seine 4 Impromptus sind nicht so gewichtig und so lang wie die von Schubert, sondern, wie der Name sagt, eher Einfälle, aus dem Stegreif entstanden. Aber ich glaube, das Schuberts Werke Pate gestanden haben bei einigen Nocturnes oder sogar Balladen, ohne jetzt konkret sagen zu können bei welchen. Ich denke es war die Stimmung, die auf Chopin stumulierend gewirkt hat.
Wie seht ihr das?

Grüße Amadé
Rachmaninov (09.02.2008, 08:41):
Original von Amadé
@ Rachmaninov

Bei Edwin Fischer habe ich immer den Eindruck, als säße Schubert selbst am Flügel und brächte seine Musik zum Singen.


Die Klangbeispiele auf JPC klangen vielversprechend. Aber wie istr der KLang?
#
Lupu liebe ich vor allem deshalb, weil er eine große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, hier soll nichts vorgeführt oder demonstriert werden. Der Blick wird eher ins Werk hinein gerichtet. Z.B. Ges-dur: Die Klangebenen Diskant und Bass sind wunderbar austariert, die rasche filigrane Mittelstimme drängt sich nirgends vor, As-dur: Kein Glitzerstück, tieftrauriges Trio in cis-moll. Dies bedeutet jedoch nicht, das Lupu, wo gefordert, auch die Klavierpranke zeigt. Mir gefällt die Aufnahme, gerade als Alternative.


Genau so spielt Lupu Schubert, genau das ist seine KUNST!


@ alle Schubert- speziell Impromptu-Freunde

Chopin hat gewiss Schuberts Impromptus sowie die Moments musicaux gekannt. Seine 4 Impromptus sind nicht so gewichtig und so lang wie die von Schubert, sondern, wie der Name sagt, eher Einfälle, aus dem Stegreif entstanden. Aber ich glaube, das Schuberts Werke Pate gestanden haben bei einigen Nocturnes oder sogar Balladen, ohne jetzt konkret sagen zu können bei welchen. Ich denke es war die Stimmung, die auf Chopin stumulierend gewirkt hat.
Wie seht ihr das?

Grüße Amadé

Naja, Schubert hat sich ja auch von Vorisek inspirieren lassen. Muss mal die Chopin Balladen genauer hören hinsichtlich dieser Stimmungsvergleiche.
Amadé (09.02.2008, 20:17):
Lieber Richard,

die Impromptus wurden 1938 aufgezeichnet, sie klingen schon etwas besser als Schnabels Beethoven-Sonaten. Aber das macht eigentlich nichts aus. Das menschliche Ohr gewöhnt sich schnell an die Klangverhältnisse, insofern dürfte der Hörgenuss nicht sonderlich beeinträchtigt werden. Die Moments musicaux wurden 1950 aufgenommen.

Gruß Bernd
Zelenka (10.02.2008, 13:00):
Original von Amadé


Bei Edwin Fischer habe ich immer den Eindruck, als säße Schubert selbst am Flügel und brächte seine Musik zum Singen.


Bei Edwin Fischer klingt es fast nach Improvisation, als ob die Musik gerade frisch komponiert worden sei. Mitunter ist auch ein ganz herrliches Legato-Spiel zu vernehmen. Wenn man sich vorstellt, daß eigentlich Schnabel für diese Aufnahmen vorgesehen war ...

Der beste derzeitige Transfer ist wahrscheinlich der von Pristine Audio. Ab EUR 7 als Download ...

Gruß, Zelenka
Cosima (10.02.2008, 17:42):
Ich meine, dass die Impromptus auch als einzelne Klavierstücke gut zu hören sind, es muss nicht immer die ganze Vierergruppe sein. Dafür spricht, dass viele Pianisten die Stücke einzeln (oder zu mehreren, aber eben nicht als GA) gespielt haben, es finden sich bei mir Aufnahmen mit Lipatti, S. Richter, Rubinstein, Sofronitsky, Serkin, Horowitz, Curzon etc. Nicht zu vergessen Claudio Arrau mit einer herrlichen D 899!

Besonders gern höre ich die Impromptus D 899 Nr. 3 und 4.

Mein ziemlich altes Fachwörterbuch der Musik gibt als Definition für Impromptu an: (franz., von lat. in promptu = in Bereitschaft), eine Form der freien Fantasie, ähnlich dem Charakterstück, von einer musikalisch einheitlichen Haltung (seit etwa 1820). - Nun gut.

An Gesamtaufnahmen habe ich jene mit Radu Lupu (träumerisch, ruhig, innig) und Artur Schnabel (frisch, lebhaft). So unterschiedlich sie sind, ich höre beide Aufnahmen sehr gern. Edwin Fischer möchte (und werde) ich mir noch zulegen.

Gruß, Cosima
Zelenka (10.02.2008, 19:01):
Original von Cosima

Mein ziemlich altes Fachwörterbuch der Musik gibt als Definition für Impromptu an: (franz., von lat. in promptu = in Bereitschaft), eine Form der freien Fantasie, ähnlich dem Charakterstück, von einer musikalisch einheitlichen Haltung (seit etwa 1820). - Nun gut.

Gruß, Cosima

Es sollte vielleicht auch der improvisierende Charakter betont werden, den etwa Edwin Fischer so gut darstellen konnte. "Impromptu" ist vielleicht eher mit "aus dem Stegreif", "ohne Vorbereitung/Vorlauf" zu übersetzen. Der erste Beleg im musikalischen Sinn soll aus dem Jahr 1817 stammen, der erste Komponist, der Impromptus komponierte, war wohl Vorísek, vom ich gerade eines kenne. Später folgten nach Schubert u.a. Chopin mit vier einschlägigen Versuchen, Schumann mit seltenst gespielten 10 Impromptus über ein Thema von Clara Wieck op. 5 und auch Liszt in ein oder zwei Fällen. So recht hat sich die Bezeichnung nicht durchsetzen können ...

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (12.02.2008, 08:58):
Original von daniel5993
Aber eine Lieblingseinspielung hab ich trotzdem (Mit Abstand): Alfred Brendel (D.899 & D.935) vom Juli 1988.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942223721.jpg


@Daniel,

auf youtube und diverse Hörproben habe ich mir nun einen Eindruck von Brendel und seinen Impromptu Aufnahmen gemacht. Typisch Brendel, man hört ein paar Töne, die klingen zunächst auch recht angenehm. Hört man dann weiter so stellt man fest, daß Brendel keinerlei Aussage vermittelt, unverbindlich bleibt und kaum im Anschlag zu differenzieren geneigt ist. Tänterischer oder Improvisation ist ihm völlig fremd. So komme ich wiedereinmal bei Brendel zu dem Schluß, daß er außer vermeidliche Rührseligkeiten zu nichts im Stande ist außer jede Menge Langeweile zu verbreiten...
Jeremias (12.02.2008, 09:55):
Sie Impromptus sind in zwei wunderbare Zyklen aufgeteilt. Ich kann mich nie entscheiden, welche ich lieber mag. Angeblich war der zweite Teil D935 einst als Sonate angelegt. Besonders mag ich hieraus die Nr.3 mit den herrlichen Variationen..... ich erinnere an den legendären Horowitz in Moskau! Darüber hinaus gehört aber auch der andere Zyklus zu meinen Favoriten, zumal ich ihn selbst im Repertoire habe.

Neben Zimerman bevorzuge ich v.a. die Aufnahme mit Perahia!
Rachmaninov (12.02.2008, 13:22):
Original von Jeremias
Sie Impromptus sind in zwei wunderbare Zyklen aufgeteilt. Ich kann mich nie entscheiden, welche ich lieber mag. Angeblich war der zweite Teil D935 einst als Sonate angelegt. Besonders mag ich hieraus die Nr.3 mit den herrlichen Variationen..... ich erinnere an den legendären Horowitz in Moskau! Darüber hinaus gehört aber auch der andere Zyklus zu meinen Favoriten, zumal ich ihn selbst im Repertoire habe.

Neben Zimerman bevorzuge ich v.a. die Aufnahme mit Perahia!

Jeremias,

die Zimerman Aufnahme kenne ich!
Was schätzt Du bei Perahia?
Zelenka (12.02.2008, 18:16):
Original von Rachmaninov
Original von daniel5993
Aber eine Lieblingseinspielung hab ich trotzdem (Mit Abstand): Alfred Brendel (D.899 & D.935) vom Juli 1988.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942223721.jpg


@Daniel,

auf youtube und diverse Hörproben habe ich mir nun einen Eindruck von Brendel und seinen Impromptu Aufnahmen gemacht. Typisch Brendel, man hört ein paar Töne, die klingen zunächst auch recht angenehm. Hört man dann weiter so stellt man fest, daß Brendel keinerlei Aussage vermittelt, unverbindlich bleibt und kaum im Anschlag zu differenzieren geneigt ist. Tänterischer oder Improvisation ist ihm völlig fremd. So komme ich wiedereinmal bei Brendel zu dem Schluß, daß er außer vermeidliche Rührseligkeiten zu nichts im Stande ist außer jede Menge Langeweile zu verbreiten...

Lieber Rachmaninov:

Ich will mich hier nur kurz einschalten: Ich finde Brendels Impromptus durchaus sehr hörenswert, auch wenn er nicht mein pianistischer Hausgott ist. Wie Lupu, Perahia, Zimerman, Schnabel oder Fischer hat er hier auch einiges mitzuteilen. Vielleicht ist sein insgesamt dramatischerer, vielleicht auch mehr improvistatorischer, weniger schönklingender, weniger durchgehend lyrischer Ansatz gar nicht fehl am Platze. Ich gehe davon aus, daß kein Pianist allein alles aus diesen Stücklein herausholen kann, das in ihnen steckt.

Gruß, Zelenka
daniel5993 (12.02.2008, 19:17):
Guten Abend,

Ich hab nicht so die Ahnung vom Klavierspielen, was mir bei Brendel jedoch auffält ist, dass er sehr druckvoll spielt. Jeder Schlag wird stark aufgesetzt. Dadurch gewinnt ein Stück enorm an Ausdruck. Ich mag das zwar nicht immer und überall, z.B bei Beethovens Sturmsonate find ichs recht am Platz. Weniger dafür bei der Mondscheinsonate. Nach einer meiner längeren Phasen, in der ich langsam ausgespielte Stücke sehr langezogen mochte, sehr betont. Brendel war "damals" nicht der Richtige für mich! Jetzt ziehe ich diese eher nüchterne, schnellere, aber Ausdrucksstärkere Art Brendels vor. Um noch einmal auf die Impromptus zurrückzukommen: Besonders bei den Impromptus D.935 hört man bei Brendel eine wunderbare klare Brilliants, welche einen großen Eindruck auf mich macht. Flink, sicher, ...ja, schwungvoll, weniger die ruhige und Phantasievolle Art, sondern eine Stürmisch bewegte Art, ja so würd ichs beschreiben und das mag ich! Aber ich versteife mich nicht auf Alfred, auch Kempff, Schnabel, haben eine wertvolle, aber andere Art die Impromptus wiederzugeben. Gehör finden diese Interpretationen bei mir, je nach (meiner) Stimmunglage. Das wechselt.

Was mich interessieren würde, wäre eine Empfehlung für eine Aufnahme, welche sich "anders" von Kempff und Brendel absetzt. Von mir aus eine sogenannte "eigenwillige" Interpretation, welche ich nach eurer Meinung hören, kennen müsste!

Dankeschön!

Gruß
Daniel
HenningKolf (12.02.2008, 19:41):
Original von daniel5993
Guten Abend,

Ich hab nicht so die Ahnung vom Klavierspielen, was mir bei Brendel jedoch auffält ist, dass er sehr druckvoll spielt. Jeder Schlag wird stark aufgesetzt. Dadurch gewinnt ein Stück enorm an Ausdruck.

Ich hab genausowenig Ahnung vom Klavierspielen. Aber: Wenn wirklich JEDER Anschlag stark ist würde etwas fehlen, weil es völlig undifferenziert und belanglos klingen würde oder aber recht aufgesetzt und vordergründig. Allerdings glaube ich nicht, dass Brendel - dessen Schubert ich nicht kenne und dessen Beethoven ich schätze, teilweise auch sehr schätze - wirklich so spielt.

Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)


Gruß
Henning
daniel5993 (12.02.2008, 19:59):
Original von HenningKolf
Original von daniel5993
Guten Abend,

Ich hab nicht so die Ahnung vom Klavierspielen, was mir bei Brendel jedoch auffält ist, dass er sehr druckvoll spielt. Jeder Schlag wird stark aufgesetzt. Dadurch gewinnt ein Stück enorm an Ausdruck.

Ich hab genausowenig Ahnung vom Klavierspielen. Aber: Wenn wirklich JEDER Anschlag stark ist würde etwas fehlen, weil es völlig undifferenziert und belanglos klingen würde oder aber recht aufgesetzt und vordergründig. Allerdings glaube ich nicht, dass Brendel - dessen Schubert ich nicht kenne und dessen Beethoven ich schätze, teilweise auch sehr schätze - wirklich so spielt.

Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)


Gruß
Henning

Guten Abend Henning,

Du hast meine Worte ganz genau genommen. Verbessert drücke ich das so aus. Brendel spielt meist sehr druckvoll. Natürlich auch mal weniger, sonst würds wie du schon sagtest langweilig werden, denn der Kontrast muss ja auch rüberkommen, Vielfalt, Veränderung im Ausdruck. Also: kein bloses Gehämmer, aber doch stärker in die Tasten drückend.

Gruß
Daniel
daniel5993 (12.02.2008, 20:07):
Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)

So ist es auch! Er spielt nicht auf der Basis der "Gefühlsduseligkeit", er spielt direkt, ohne sich zu verrennen (in romantischen Gegenden) jedoch spielt er auch nicht völlig kalt! Ein Ansatz von "Romantik (hoffentlich sind wir uns bei der definition "Romantik" einig) ist da, er lässt genug Platz zum Träumen, für Romantik, Phantasie, letztendlich spielt er "diese" aber nicht voll aus...... und bleibt damit auf dem Boden.

:hello
HenningKolf (12.02.2008, 20:31):
Original von daniel5993
Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)

Ein Ansatz von "Romantik (hoffentlich sind wir uns bei der definition "Romantik" einig) ist da
:hello

Wahrscheinlich nicht, weil Romantik zunächst mal ein Zeitraum ist...Schubert wäre demnach wohl "Frühromantiker"...aber der Begriff heute in vielfältiger Weise auch von Rezensenten verwendet wird....da heißt dann romantisierende Spielweise soviel wie "passt nicht, gefällt mir nicht", so jedenfalls mein Eindruck...und keiner sagt wirklich genau, was für ihn "romantisierende" Spielweise ist (so scheint es mir). Ich jedenfalls gebrauche diesen Begriff nicht (und wenn doch ist das recht unüberlegt und ungenau...)

Aber egal: Ich versteh schon was Du meinst (weil ich halt Brendel kenne und zumindest eine wohl vage Vorstellung habe wie er wohl Schubert spielen dürfte)

:beer
ab (12.02.2008, 21:58):
Original von daniel5993
Was mich interessieren würde, wäre eine Empfehlung für eine Aufnahme, welche sich "anders" von Kempff und Brendel absetzt. Von mir aus eine sogenannte "eigenwillige" Interpretation, welche ich nach eurer Meinung hören, kennen müsste!


Maria Yudina! unvergleichlich und einzigartig, die Grande Dame Russlands!

:hello
ab (12.02.2008, 22:38):
Original von HenningKolf
Original von daniel5993
Von meiner Kenntnis seiner Art Beethoven zu spielen würde ich eher eine zurückhaltende nicht übermäßig emotionale Spielweise erwarten.....(?)

Ein Ansatz von "Romantik (hoffentlich sind wir uns bei der definition "Romantik" einig) ist da
:hello

Wahrscheinlich nicht, weil Romantik zunächst mal ein Zeitraum ist...Schubert wäre demnach wohl "Frühromantiker"...aber der Begriff heute in vielfältiger Weise auch von Rezensenten verwendet wird....da heißt dann romantisierende Spielweise soviel wie "passt nicht, gefällt mir nicht", so jedenfalls mein Eindruck...und keiner sagt wirklich genau, was für ihn "romantisierende" Spielweise ist (so scheint es mir). Ich jedenfalls gebrauche diesen Begriff nicht (und wenn doch ist das recht unüberlegt und ungenau...)

Aber egal: Ich versteh schon was Du meinst (weil ich halt Brendel kenne und zumindest eine wohl vage Vorstellung habe wie er wohl Schubert spielen dürfte)


Was es heißt, eine romantische oder eine romantisierende Interpretation zu sein, das wäre einmal ein Thema für sich wert!
HenningKolf (12.02.2008, 23:02):
Original von ab
Was es heißt, eine romantische oder eine romantisierende Interpretation zu sein, das wäre einmal ein Thema für sich wert!

da wäre ich auf das Ergebnis sehr gespannt ohne selbst viel Fundiertes beitragen zu können....

Gute Nacht!
ab (12.02.2008, 23:07):
Original von HenningKolf
da wäre ich auf das Ergebnis sehr gespannt ohne selbst viel Fundiertes beitragen zu können....


Nur keine falsche Bescheidenheit. Bei solchen Versuchen, die Begriffe etwas weniger vage zu machen, sitzen wir alle im selben Boot und - um beim Bild zu bleiben - ein Fundament ist oft tief unten höchstens zu erahnen.
Rachmaninov (13.02.2008, 07:03):
Thema hier: Schubert: Impromptu D899 und D935
Rachmaninov (13.02.2008, 08:53):
Gestern und heute hörte ich die Aufnahme von Schubert Impromptu D935 in der Aufnahme mit C. Arrau.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947579472.jpg

Wenn ich mich recht erinnere war Arrau zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits ein alter Mann und hatte zuvor noch Schubert Sonaten eingespielt. Es wurde ja hier und da in diesem Thread bereits darauf hingewiesen, daß D935 ggf. sogar ursprünglich als Sonate bzw. als Vorlage zu einer Sonate angedacht war. Arrau's Spiel zeigt diese Sichtweise nach meinem Verständnis auf. Er spielt die Impromptu D935 eher wie eine Sonate denn als eine Improvisation. Mir persönlich fehlt es dabei allerdings an dieser gewissen Leichtigkeit, die in diesem Werk steckt. Außerdem kann ich mich dem Eindruck nicht verwehren, daß Arrau zwar noch beachtenswerte Fähigkeiten im hohem Alter besaß, es aber dennoch immer wieder Stellen gibt bei denen ich den Eindruck habe sein Spiel bzw. sein Anschlag ist nicht wirklich exakt so gewollt. Dadurch erscheinen manche Anschläge unvermeidlich eher zu hart. Das paßt oft nicht. So bleibt sie für mich eher eine interessante Aufnahme des Pianisten Arrau's. Aber sie gehört für mich nicht zu den Aufnahmen, die ich aus meiner subjektiven Sicht her empfehlen würde.
Rachmaninov (13.02.2008, 09:08):
Original von Zelenka
Der erste Beleg im musikalischen Sinn soll aus dem Jahr 1817 stammen, der erste Komponist, der Impromptus komponierte, war wohl Vorísek, vom ich gerade eines kenne.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

so weit ich es in der Literatur lesen konnte kannte Schubert die Vorisek Arbeiten und schätzte sie.
HenningKolf (13.02.2008, 09:35):
Original von Rachmaninov
Thema hier: Schubert: Impromptu D899 und D935

wir waren ja schon fertig (zumal Ausgangspunkt eine bestimmte CD zum Thema war....)

:engel
Rachmaninov (13.02.2008, 09:43):
Original von Zelenka
Ich will mich hier nur kurz einschalten: Ich finde Brendels Impromptus durchaus sehr hörenswert, auch wenn er nicht mein pianistischer Hausgott ist. Wie Lupu, Perahia, Zimerman, Schnabel oder Fischer hat er hier auch einiges mitzuteilen. Vielleicht ist sein insgesamt dramatischerer, vielleicht auch mehr improvistatorischer, weniger schönklingender, weniger durchgehend lyrischer Ansatz gar nicht fehl am Platze. Ich gehe davon aus, daß kein Pianist allein alles aus diesen Stücklein herausholen kann, das in ihnen steckt.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

Du, wie auch bereits Jeremias, sprichst die Perahia Aufnahme an. Wie schätzt Du diese Aufnahme ein?
daniel5993 (13.02.2008, 16:23):
Original von ab
Original von daniel5993
Was mich interessieren würde, wäre eine Empfehlung für eine Aufnahme, welche sich "anders" von Kempff und Brendel absetzt. Von mir aus eine sogenannte "eigenwillige" Interpretation, welche ich nach eurer Meinung hören, kennen müsste!


Maria Yudina! unvergleichlich und einzigartig, die Grande Dame Russlands!

:hello

Hallo ab,

Danke für den Tipp!

Ich habe mich mal auf die Suche gemacht, kann auch so manche Schubert CD mit Maria Yudina finden, jedoch keine CD, auf welcher die Impromptus zu hören sind.

Wie bist du an diese CD gekommen?
Wo soll ich noch suchen?

Gruß
Daniel
Zelenka (13.02.2008, 18:42):
Original von Rachmaninov
Original von Zelenka
Ich will mich hier nur kurz einschalten: Ich finde Brendels Impromptus durchaus sehr hörenswert, auch wenn er nicht mein pianistischer Hausgott ist. Wie Lupu, Perahia, Zimerman, Schnabel oder Fischer hat er hier auch einiges mitzuteilen. Vielleicht ist sein insgesamt dramatischerer, vielleicht auch mehr improvisatatorischer, weniger schönklingender, weniger durchgehend lyrischer Ansatz gar nicht fehl am Platze. Ich gehe davon aus, daß kein Pianist allein alles aus diesen Stücklein herausholen kann, das in ihnen steckt.

Gruß, Zelenka

@Zelenka,

Du, wie auch bereits Jeremias, sprichst die Perahia Aufnahme an. Wie schätzt Du diese Aufnahme ein?

Imsgesamt sehr hoch! Perahias Spiel ist filigran, Brendel im Gegensatz dazu zupackender. Vielleicht spielt Perahia sogar etwas zu schön ...

Gruß, Zelenka
ab (14.02.2008, 11:56):
Original von daniel5993
Maria Yudina! unvergleichlich und einzigartig, die Grande Dame Russlands!
Wie bist du an diese CD gekommen?
Wo soll ich noch suchen?


Ich hab sie im Abverkauf des Schwedischen Labels Jimmy Classics (Jimmy 1997) in der Maria Yudina Edition Vol I bekommen, die eine Melodyia-Linzenzausgabe ist, wo sie als 1965 erstmals herausgegeben angegeben ist. Aufgenommen in Moskau 1964. Sie ist in Stereo, ADD mit der Nummer OM 03-108.

Es gab auch in Italien eine Yudina-Edition bei Arlecchino; und in Russland bei vista vera gibts auch eine. Bei Melodyia leider nur eine CD mit Brahms.

Zu ihrer The great Piansits-Ausgabe mit Bach und Beethoven war zu lesen:
Wow! As Jimmy Durante (to whom she came to bear more than a passing resemblance) might have said: "Can that lady play the pianner!" Her playing is so devoid of frills or personal interpretive baggage, yet so full of conviction, so vivid, so utterly honest. I can't even imagine nodding off to such astoundingly verile work.
Zelenka (14.02.2008, 16:47):
Dem, der nicht auf HiFi-Klangqualität besteht, seien auch Curzons vollständige Aufnahmen von D 899 und D 935 aus den Jahren 1941 und 1952 (Decca) dringlichst empfohlen. Perfekter gespielt wird man Schuberts Impromptus kaum hören.

Gruß, Zelenka
Cosima (14.02.2008, 20:16):
Original von Zelenka
Dem, der nicht auf HiFi-Klangqualität besteht, seien auch Curzons vollständige Aufnahmen von D 899 und D 935 aus den Jahren 1941 und 1952 (Decca) dringlichst empfohlen. Perfekter gespielt wird man Schuberts Impromptus kaum hören.


Stimmt, die hatte ich oben unterschlagen; ich habe die Great Pianists-Ausgabe. Die Interpretationen sind wirklich sehr gut. Die Klangqualität von D 899 ist leider arg verrauscht.

Gruß, Cosima
Amadé (14.02.2008, 20:22):
Eigentlich Schnee von gestern,

auf LP habe ich die Judina nur mit D.899 (1964). Ariola-Eurodisc brachte damals 2 Kassetten a 4 LPs heraus, Mozart KV 511, Beethoven Sonaten und op.120, Brahms Intermezzi, Berg-Sonate, Strawinsky....

Grüße Bernd
Rachmaninov (15.02.2008, 07:05):
Original von Zelenka
Dem, der nicht auf HiFi-Klangqualität besteht, seien auch Curzons vollständige Aufnahmen von D 899 und D 935 aus den Jahren 1941 und 1952 (Decca) dringlichst empfohlen. Perfekter gespielt wird man Schuberts Impromptus kaum hören.

Gruß, Zelenka

warum bezeichnest Du diese Aufnahmen als "perfekt"?
Zelenka (15.02.2008, 16:44):
Original von Rachmaninov
Original von Zelenka
Dem, der nicht auf HiFi-Klangqualität besteht, seien auch Curzons vollständige Aufnahmen von D 899 und D 935 aus den Jahren 1941 und 1952 (Decca) dringlichst empfohlen. Perfekter gespielt wird man Schuberts Impromptus kaum hören.

Gruß, Zelenka

warum bezeichnest Du diese Aufnahmen als "perfekt"?

Ich hätte das wohl nciht so schreiben dürfen, weil es eine perfekte Aufnahme der Impromptus kaum je geben wird. Beeindruckend ist Curzons Notentexttreue, die u.a. Tempoverminderungen zugunsten eines gesteigerten lyrischen Effekts à la Lupu nicht zuläßt. Curzon hilft Schubert nicht nach.

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (18.02.2008, 17:27):
@Amade, @Schubert-Freunde,

ich schließe mich Amade's Empfehlung an und möchte alle unbedingt auf die Aufnahme K. Zimerman's aufmerksam machen.
http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942361225.jpg

Diese Aufnahme ist für mich derzeit eine der top Empfehlungen, wenn nicht sogar DIE Empfehlung.
Allerdings kenne ich ja einige der hier angesprochenen Aufnahmen noch nicht.
Dies schmälert alleridngs nicht im geringsten die Klasse von Zimerman's Aufnahme, die für sich,
also absolut betrachtet, wohl zum Feinsten gehört was man sich kaufen kann für das gepflegte Klassikregal.

Die phänomenalen Möglichkeiten seines Spiel's läßt Zimerman voll zur Geltung kommen.
Er nutzt alle Möglichkeiten des ausdruck, der Anschlagvariation und dadurch entsteht ein unglaubliches Erlebnis.

Zimerman gilt als Perfektionist, ist auch hier sicherlich mit diesem anspruch ans Werk gegangen,
aber er spielt als wäre alles aus einem imrpovisiertem Spiel, einem Impuls heraus entstanden.

Da funkelt es, da ist es dramatisch, da singt er regelrecht.

Ach, man höre sich das einfach einmal an. Beispielhaft möchte ich hier das von vielen angesprochene D899 #3 nennen.
Da fließt diese wundervolle Musik einfach, kein störendes Rubato, keine aufgesetzten Effekte. Was ein Genuß.
Oder den Anfang von D899 #4. Diese Geläufigkeit, das klingt so unglaublich locker, völlig entspannt.

Glanzstück für mich ist allerdings die darbietung des D935. Man höre mal den Anfang von D935 #1.
Das klingt schon fast jazzig wie leicht und frisch Zimerman da spielt.

Und einen Spannungsbogen baut er auf, so wie es einer ausgewachsenen Sonate gut zu Geischt stünde. :down

:times10
Zelenka (18.02.2008, 17:55):
Original von Rachmaninov

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028942361225.jpg

Diese Aufnahme ist für mich derzeit eine der top Empfehlungen, wenn nicht sogar DIE Empfehlung.

Dies schmälert allerdings nicht im geringsten die Klasse von Zimerman's Aufnahme, die für sich,
also absolut betrachtet, wohl zum Feinsten gehört was man sich kaufen kann für das gepflegte Klassikregal.

:times10

Ich weiß zwar nicht, wie gepflegt mein Klassikregal ist, aber langsam ahne ich, daß ich Zimermans Einspielung wohl auch noch kaufen muß ... Im Mai 1991 war man auch im "Gramophone" recht angetan, auch wenn man sich Hinweise auf Brendel, Lupu und Perahia nicht verkneifen konnte. Und dann ist da auch noch eine neuerschienene Gesamtaufnahme der Impromptus mit Philippe Cassard (Accord), die in diesem Monat bei "Classica-Répertoire" CD des Monats geworden ist:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41zdPDnWLBL._AA240_.jpg

Schubert ist ein teures Hobby.

Gruß, Zelenka
Rachmaninov (18.02.2008, 17:57):
Original von Zelenka
Ich weiß zwar nicht, wie gepflegt mein Klassikregal ist, aber langsam ahne ich, daß ich Zimermans Einspielung wohl auch noch kaufen muß ... Im Mai 1991 war man auch im "Gramophone" recht angetan, auch wenn man sich Hinweise auf Brendel, Lupu und Perahia nicht verkneifen konnte.

@Zelenka,

da ich weiß, daß Du Zimermangegenüber ein wenig "skeptisch" bist würde ich Dir zunächst eine Anhörung empfehlen :hello
Dieter (19.02.2008, 19:11):
Ich muss Zelenka und Amadé recht geben. Sooo einfach sind die Impromptus wirklich nicht. Es spielt ja nicht nur das Technische eine Rolle, sondern auch die Interpretation, Melodieführung usw. Eigentlich gibt es keine "leichten" Stücke.
Gruss Dieter
Rachmaninov (20.02.2008, 09:09):
Original von Dieter
Ich muss Zelenka und Amadé recht geben. Sooo einfach sind die Impromptus wirklich nicht. Es spielt ja nicht nur das Technische eine Rolle, sondern auch die Interpretation, Melodieführung usw. Eigentlich gibt es keine "leichten" Stücke.
Gruss Dieter

Hallo Dieter,

willkommen im Forum. :hello
Wenn ich Dein Posting richtig versteh hast Du Dich selber schon an diesen Stücken versucht?!
Dieter (20.02.2008, 10:43):
Rachmaninoff, danke für Deine Begrüßung.
"Versucht" ist gut, ich bin Konzertpianist. Ich habe alle Impromptus gespielt. Mit dem "leicht" und "schwer" eines Stückes ist es so eine Sache. Nehmen wir die Mondscheinsonate. Pianisten empfinden nicht den 3. Satz als den schwereren, sondern den 1. Der 3. ist technisch schwerer, aber der 1. im Ausdruck. Selbst ein kleines Stück wie die Träumerei kann in der Wiedergabe Schwierigkeiten bereiten. Gerade die langsamen Klavierstücke sind die schweren.
Amadé muss langsam an ein solches Stück herangehen. Die Finger müssen warm sein und erst einmal Dehnübungen machen. Ich hatte auch einmal ein Überbein an der linken Hand als ich "Bilder einer Ausstellung" geübt habe. Die Hand war durch die großen Intervalle der Promenade überfordert. Ich konnte ein halbes Jahr nicht spielen.
Gruss Dieter
Rachmaninov (20.02.2008, 11:33):
Original von Dieter
Rachmaninoff, danke für Deine Begrüßung.
"Versucht" ist gut, ich bin Konzertpianist. Ich habe alle Impromptus gespielt. Mit dem "leicht" und "schwer" eines Stückes ist es so eine Sache.

Oh, dann bitte ich um Entschuldigung Dich hier so "reduziert" zu haben und freue mich schon auf Deine Hinweise in den verschiedenen Threads zu Klavierwerken! :hello
HenningKolf (20.02.2008, 11:49):
Auch von meiner Seite ein "Herzliches Willkommen" für Dieter.

Schön dass wir neben Satie nun einen weiteren Komponisten in unseren Reihen haben (wie ich auf Dieters website erfahren habe).

Falls ich übersehen habe dass hier noch jemand komponiert bitte ich übrigens schon jetzt um Verzeihung.........


Gruß Henning
Dieter (20.02.2008, 12:59):
Original von Rachmaninov
Original von Dieter
Rachmaninoff, danke für Deine Begrüßung.
"Versucht" ist gut, ich bin Konzertpianist. Ich habe alle Impromptus gespielt. Mit dem "leicht" und "schwer" eines Stückes ist es so eine Sache.

Oh, dann bitte ich um Entschuldigung Dich hier so "reduziert" zu haben und freue mich schon auf Deine Hinweise in den verschiedenen Threads zu Klavierwerken! :hello

Kein Problem !
Ich bin auch nicht mehr so fit, da ich seit 25 Jahren nicht mehr auftrete, wegen des lästigen Lampenfiebers :-( Da war auch nichts mehr zu machen und habe ich mich mehr der Komposition und der Malerei zugewandt. Jetzt unterrichte ich nur noch.
Gruss Dieter
HenningKolf (27.02.2008, 21:44):
Da der Admin vorgestern darum gebeten hatte, ich möchte zu dieser CD http://www.deyanova.com/_wp_generated/pp8ce9f3a7.jpg Höreindrücke schildern will ich dass an dieser Stelle versuchen obwohl mir das nicht so leicht fällt weil für mich die Impromptus relatives Neuland sind und ich zudem mangels eines entsprechenden Archivs derzeit nur noch diese weitere Aufnahme von Freire http://www.arkivmusic.com/graphics/covers/full/03/39289.JPG mein eigen nenne. Überschneidungen gibt es insoweit nur bei D 899-3, während Dejanowa nämlich neben den Moments den 935er Zyklus komplett einspielt und von D 899 lediglich die Nummer 3, spielt Freire (nur) den 899er Zyklus komplett ein.
Unterschiedlicher könnten beide Interpretationen nicht sein. Freire spielt virtuos, sicher, aber es klingt irgendwie wenig engagiert, so als ob Freire mehr oder weniger eine Pflichtübung absolviert. Emotional spricht mich das wenig an, sodass hier irgendwann eine andere Aufnahme her muss (wobei die Wandererfantasie und D664 unter Fleisher ebenfalls sehr entäuschen, btw).
Dejanowa spielt recht kraftvoll und neigt dazu, die tiefen Töne recht breit und lang klingend auszubreiten (Pedaleinsatz?, ich habe da zugegebenermaßen als Nichtmusiker wenig Erkenntnishintergrund, aber es wird kaum nur an der Aufnahmetechnik liegen), so dass ein nicht transparenter "Klangteppich" entsteht. Eigentlich mag ich so eine Spielweise nicht sehr. Aber es gelingt ihr auf diese Weise, die Melodieführung mit der anderen Hand zu betonen. Diese wiederum ist manchmal - ich glaube absichtsvoll - nicht sehr exakt, manches hört sich an wie in plötzlicher Eingebung gleichsam dahingeworfen. Das ist dann schon interessant weil spontan klingend, spricht vor allem emotional an. Wie das nun im Verhältnis zu Zimmermann, Lupu, Brendel und den anderen bereits Genannten einzuordnen ist kann ich natürlich nicht feststellen.

Gruß
Henning
Absolut (29.02.2008, 11:55):
Hallo zusammen,

darf ich mich als "Neuling" in diese interessante Diskussion einschalten?

Eine allgemeine Bemerkung: Es wurde sehr richtig bemerkt (ich glaube von Rachmaninow), daß Schubert zeitlebens im Schatten Beethovens stand. Ich persönlich finde es außerordentlich faszinierend, daß zeitgleich zu einem Giganten wie Beethoven Musik geschrieben wurde, die auf so aufregende, ja schockierende Art und Weise anders ist. Gerade die Impromptus scheinen doch, stellt man sie neben die Musik Beethovens, wie von einem anderen Stern!

Ich persönlich habe die Impromptus (soweit ich sie nicht selber gespielt habe) in einer Aufnahme mit Andrej Gawrilow kennengelernt, die ich - also ich formuliere es einmal so - überraschend gut fand (ansonsten sehe ich Gawrilow eher als Interpreten von Rachmaninow und Co). Die Aufnahme mit Curzon möchte ich jedoch ebenfalls als "perfekt" bezeichnen, so genau und differenziert ist sie ausgehört. Eine wahrhafte Referenzaufnahme, die man nur mögen kann oder nicht.

Gruß Absolut
Rachmaninov (29.02.2008, 12:11):
Original von Absolut
Hallo zusammen,

darf ich mich als "Neuling" in diese interessante Diskussion einschalten?

Natürlich und ein herzliches Willkommen :hello
ab (29.02.2008, 13:57):
Schön, nun absolute Ansichten im Forum zu bekommen :D

Herzlich Willkommen im Forum!
:hello
HenningKolf (29.02.2008, 15:01):
Original von Absolut
darf ich mich als "Neuling" in diese interessante Diskussion einschalten?



absolut!


:)

Herzlich willkommen,

Du hast als Beruf Musiker angegeben. Ich bin von Natur aus unverschämt neugierig: Pianist?


Gruß
Henning
Jeremias (29.02.2008, 17:26):
Von Natur aus oder von Amts wegen? :engel

Aber auch von mir ein herzliches Willkommen! :hello
Rachmaninov (04.03.2008, 08:31):
Es ist so eine Sache mit Uchida’s Impromptu. Sie hat sehr starke Stellen, spielt gefällig mit sonorem Anschlag und man könnte sich einfach hinsetzten und dieser Darbietung voller Genuß folgen. Aber dann wird dieser Eindruck gar zu unsanft verändert. Uchida neigt zu Rubato Einsätzen im Spiel, die für mich die Rhythmik zerstören und den Fluß der Musik auf „unnatürliche“ Weise stören.
Diese kurzen Pausen stören mich persönlich und wirken auch nicht wirklich wie eine Improvisation.

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947562825.jpg

So bleibt ein eher durchwachsenes Gefühl und ich würde diese Aufnahme zwar als eine durchaus ordentliche – gute bezeichnen, sie aber sicherlich nicht als Empfehlung anpreisen.
Absolut (04.03.2008, 11:03):
Oje, da muß ich mich wohl outen! :wink

@HenningKolf: Ich bin zwar kein "hauptberuflicher" Pianist, habe aber Schulmusik mit Hauptfach Klavier studiert und werde im Sommer meinen Abschluß in Musiktheorie machen.

@Jeremias: Kleines Rätsel: Absolut sowohl von Natur als auch von Amts wegen. :D

An alle, die ich jetzt nicht namentlich erwähnt habe: Vielen Dank für die Willkommensgrüße!

Gruß Absolut
Zelenka (25.07.2008, 19:26):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ZY8K5RS7L._SL500_AA240_.jpg

Ein kurzes Vergleichshören der für mich neuen Transfers der Impromptus Edwin Fischers in der abgebildeten Andante-Sammlung mit jenen von Pristine Audio hat ergeben, daß letztere nicht unbedingt besser sind. Pristine Audio hat das Rauschen ein wenig mehr unterdrückt, allerdings ohne daß daurch der Klang dumpfer und hohler ist.

Gruß, Zelenka
Gamaheh (25.07.2008, 23:11):
Original von Zelenka
Pristine Audio hat das Rauschen ein wenig mehr unterdrückt, allerdings ohne daß daurch der Klang dumpfer und hohler ist.


Lieber Zelenka,

für mich klingt das ein wenig so, als wolltest Du sagen, daß ein dumpfer und hohler klang erstrebenswert sei; für mich sind das jedoch eher negative Attribute. Meinst Du das wirklich so ?

Grüße,
Gamaheh
Zelenka (26.07.2008, 13:39):
Original von Gamaheh
Original von Zelenka
Pristine Audio hat das Rauschen ein wenig mehr unterdrückt, allerdings ohne daß daurch der Klang dumpfer und hohler ist.


Lieber Zelenka,

für mich klingt das ein wenig so, als wolltest Du sagen, daß ein dumpfer und hohler klang erstrebenswert sei; für mich sind das jedoch eher negative Attribute. Meinst Du das wirklich so ?

Grüße,
Gamaheh

Liebe Gamaheh:

Das meine ich natürlich nicht so! In der Regel klingt es hohl, wenn man das Rauschen unterdrückt (als ob z.B. in einem großen Kleiderschrank gespielt würde). Die hohe Kunst von Pristine Audio besteht darin, das Rauschen ein wenig reduziert zuhaben, ohne daß es hohl klingt.

Gruß, Zelenka
Sarastro (04.11.2008, 01:18):
Hallo,
da ich mir jetzt wieder einmal, einer plötzlichen Anwandlung folgend, aktiv und passiv die Schubert-Impromptus vorgenommen habe, war es höchste Zeit, diesen Faden durchzulesen.
Von den zwei mal vier Stücken mag ich vor allem die folgenden:
D 899, Nr. 1 (mit schönen dramatischen Passagen); Nr. 3 (bei entsprechender Stimmung wunderschön und mit etwas Üben durchaus spielbar; die sechs b verleihen dem Ganzen eben eine eigene typische Klangfarbe, man darf es nur nicht verkitschen), und D 935, Nr. 1 (wirklich be- und entrückend, wenngleich – ich weiß, das ist jetzt das unqualifizierte Urteil eines "zu" großen Verehrers der Wiener Klassik – für mein Empfinden etwas zu lang, da das Stück nach dem Schema A-B-A´-B´+Coda aufgebaut ist) und Nr. 3 (ein sehr schöner Variationssatz)

Nr. 2 des ersten Zyklus (Es-Dur) läßt mich dagegen eher kalt, vielleicht liegt das an den ewigen Triolenläufen in der rechten Hand (den h-Moll-Mittelteil ausgenommen) und dem gleichbleibenden Rhythmus in der linken. Im Trio von Nr. 2 des zweiten Zyklus (As-Dur) dominiert übrigens dieselbe rhythmische Konstellation wie im A-Teil des Es-Dur-Stückes, da gefällt es mir aber besser.
Nr. 4 des ersten Zyklus (das bekannte Impromptu in as-Moll/As-Dur) macht mit relativ wenig spieltechnischem Aufwand viel her und klingt für manchen nach virtuosem Paradestück, berührt mich aber inzwischen nicht mehr sonderlich. Da gibt es von Schubert eben weit Gehaltvolleres.

Mir ist übrigens aufgefallen (da bin ich aber sicher nicht der erste!), daß die vier Impromptus jedes Zyklus hinsichtlich der Taktart in Parallele zueinander stehen: In beiden Zyklen ist jeweils
Nr. 1 Viervierteltakt; Nr. 2 Dreivierteltakt; Nr. 3 Vierertakt alla breve; Nr. 4 Dreiertakt (Dreiviertel bzw. beim zweiten Zyklus Dreiachtel).
Das wird natürlich kein Zufall sein.

Wenn ich die Impromptus passiv genieße, höre ich mir sie schon alle an (ich habe im Moment nur eine einzige Einspielung mit Sylvia Capova; kein verlinkbares Cover gefunden, gefällt mir jedenfalls recht gut). Wenn ich selber spiele, beschränke ich mich natürlich auf einige Stücke und halte mich auch nicht an die Reihenfolge der Edition.

Herzliche Grüße,
Sarastro
Dieter (04.11.2008, 11:11):
Hallo Sarastro,
danke für die interessanten Ausführungen zu den einzelnen Impromptus.
Nun ist natürlich jeder Geschmack verschieden - zum Glück.
Ich persönlich spiele das Es-Dur Impromptu immer wieder gerne und mir gefällt es sehr gut.Wenn man die "Läufe" schön leise und nicht zu langsam spielt, klingt es sehr schön.Ich denke, hier spielt die Interpretation eine wichtige Rolle. Die fü rmich beste Interpretation habe ich in einem Konzert mit Alexei Volodin gehört. Noch nie zuvor habe ich das Impromptu so spielerich leicht gehört.
Auch finde das Ges-Dur als eines der schönsten, aber mir gefällt auch das B-Dur Op. 142 sehr gut, dass ich gerade mal wieder spiele.
Aber wie gesagt, es ist alles Geschmackssache.
Gruß Dieter
daniel5993 (18.03.2009, 19:35):
Guten Abend,

Heute Nachmittag habe ich die Impromptus D.899 mehrmals mit dem alten Arrau gehört......
Claudio Arrau spielt diese Impromptus langsamer und "ausgefeilter" als Brendel (in seinem Rausch) oder Kempff, aber mit brilliantem, verzögertem Gespür. Er fängt den Fluss der Musik immer rechtzeitig ein. Ich höre bei seinem Ansatz viel mehr Takte als bei vielen anderen. Aus meiner Sicht eine große Leistung und eine große Aufnahme von D.899 des alten Arraus, welche es zu würdigen gilt!

:times10

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41V12CJECZL._SL500_AA240_.jpg

Grüße
Daniel
Rachmaninov (23.03.2009, 21:07):
Original von daniel5993
Guten Abend,

Heute Nachmittag habe ich die Impromptus D.899 mehrmals mit dem alten Arrau gehört......
Claudio Arrau spielt diese Impromptus langsamer und "ausgefeilter" als Brendel (in seinem Rausch) oder Kempff, aber mit brilliantem, verzögertem Gespür. Er fängt den Fluss der Musik immer rechtzeitig ein. Ich höre bei seinem Ansatz viel mehr Takte als bei vielen anderen. Aus meiner Sicht eine große Leistung und eine große Aufnahme von D.899 des alten Arraus, welche es zu würdigen gilt!

:times10

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41V12CJECZL._SL500_AA240_.jpg

Grüße
Daniel

So unterschiedlich koennen Eindruecke sein.
Mir erscheint Arrau dch deutlich ueber den Zenit wenn ich mich recht an diese Aufnahme erinnere. Altersweisheit ist nicht immer der Weg zur guten Interpretation IMHO.
daniel5993 (23.03.2009, 22:38):
Original von Rachmaninov
Original von daniel5993
Guten Abend,

Heute Nachmittag habe ich die Impromptus D.899 mehrmals mit dem alten Arrau gehört......
Claudio Arrau spielt diese Impromptus langsamer und "ausgefeilter" als Brendel (in seinem Rausch) oder Kempff, aber mit brilliantem, verzögertem Gespür. Er fängt den Fluss der Musik immer rechtzeitig ein. Ich höre bei seinem Ansatz viel mehr Takte als bei vielen anderen. Aus meiner Sicht eine große Leistung und eine große Aufnahme von D.899 des alten Arraus, welche es zu würdigen gilt!

:times10

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41V12CJECZL._SL500_AA240_.jpg

Grüße
Daniel

So unterschiedlich koennen Eindruecke sein.
Mir erscheint Arrau dch deutlich ueber den Zenit wenn ich mich recht an diese Aufnahme erinnere. Altersweisheit ist nicht immer der Weg zur guten Interpretation IMHO.

Guten Abend Richard,

ich glaube Arrau zieht diese Impromptus extra in die Länge und spielt sie weit aus. Wahrscheinlich verändern sich im Hohen Alter die Interpretation eines Künstlers. Das beobachte ich immer wieder. Und irgendwie habe ich einen Hang zu solch "sich in der Musik ausschweifenden Herren". Claudio Arrau liebe ich ganz besonders, weil im Hohen Alter bei ihm eine herrliche Melancholie zu hören ist. Darin gehe ich auf! :engel

Grüße
Daniel
:hello
Rachmaninov (14.04.2009, 19:31):
Original von Amadé
sowie die alte, aber immer noch junge EMI-Einspielung mit Edwin Fischer, jetzt bei Testament:

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0749677114527.jpg

Da sollte man als erstes zugreifen!

Grüße Amadé

@Amade. @Schubert-Freunde,

durch die Edition Klassik der Süddeustchen, die man glücklicherweise bei mir in der Stadtbibliothek im nahegelegenen Ort ausleihen kann, bin ich nun auch zu dem Genuß gekommen die o.g. Fischer Aufnahme zu hören.

Die Aufnahme offenbart leider doch einige klangtechnische Schwächen, die einfach offensichtlich sind und Interessierten durchaus bekannt sein sollten. Etwas direkt und hallig wirkt das Klangbild.

Fischer's Spiel überzeugt mich vor allem dort wo die Musik fließt, wie z.B. D899 #2. Dort läßt er die Musik einfach so entstehen. Das gefällt mir. Jedoch fehlt ihm IMHO doch die Souveränität eines K. Zimerman's, dessen Aufnahme für mich weiterhin klar erste Wahl ist und bleibt.
steppenhund (06.03.2011, 16:22):
Original von Dieter
Rachmaninoff, danke für Deine Begrüßung.
"Versucht" ist gut, ich bin Konzertpianist. Ich habe alle Impromptus gespielt. Mit dem "leicht" und "schwer" eines Stückes ist es so eine Sache. Nehmen wir die Mondscheinsonate. Pianisten empfinden nicht den 3. Satz als den schwereren, sondern den 1. Der 3. ist technisch schwerer, aber der 1. im Ausdruck. Selbst ein kleines Stück wie die Träumerei kann in der Wiedergabe Schwierigkeiten bereiten. Gerade die langsamen Klavierstücke sind die schweren.
Amadé muss langsam an ein solches Stück herangehen. Die Finger müssen warm sein und erst einmal Dehnübungen machen. Ich hatte auch einmal ein Überbein an der linken Hand als ich "Bilder einer Ausstellung" geübt habe. Die Hand war durch die großen Intervalle der Promenade überfordert. Ich konnte ein halbes Jahr nicht spielen.
Gruss Dieter

Toll, einmal eine solche Aussage zu lesen. Ich selbst bin kein Konzertpianist, aber ich habe oft dasselbe von meinem Vater (kein Pianist, aber toller Musiker) und von Pianisten gehört, mit denen ich im Laufe meines Lebens zu tun hatte.
Es müssen die "unguten" Akkorde bei der Promenade gewesen sein. Die Vierklänge gehen ja nicht über Oktaven, aber die Spreizungen sind unangenehm. Dass aber ein Profi darunter so leiden kann, ist sehr überraschend für mich.
Danke für diesen Beitrag
steppenhund (06.03.2011, 16:30):


Ein schöner Thread!
Gerade in den letzten 2 Monaten hab ich mich stärker auf Schuberts Klavierwerke gewagt und stoße überall auf Gold :engel. Mehr oder weniger schnell, aber ich hab gemerkt suchen und nachhaken lohnt sich. Zumal ich ja kein Spezialist bei Klaviermusik bin.


Wenn ich zwischen D.899 und D. 935 wählen müsste?
Schweren Herzens würd ich mich für das Werk D.935 entscheiden.

Gruß
Daniel

Ich sehe das auch so, dass die Preferenzen sich mit der Zeit verändern. 935/1 ist für mich das Schwerste.
Ich habe einzelne immer wieder in meinem Leben gespielt, für mich zum Vergnügen. Im Juni feiere ich meinen 60. Geburtstag und mache das mit einem Konzert für Verwandte und Freunde. Und derzeit übe ich alle 8. 935/1 ist eines, dass ich nie gespielt habe. Ich "verstehe" das Impromptu, aber es ist sauschwer, es so zu spielen, wie ich es im inneren Ohr habe.
Aber es ist mir ein großes Anliegen, genau diese Impromptus zu spielen, weil jedes eine andere Geschichte und Bedeutung in meinem Leben und in meiner Beziehung zu Schubert hat.
Das weitere Programm wird Sposalizio / Liszt und die Bilder einer Ausstellung sein.
Doch der Schubert wird das Hauptprogramm darstellen.
Rachmaninov (13.10.2011, 14:29):
Soeben habe ich mehrfach D899 #3 mit Brendel gehört.

Also WENN überhaupt würde ich bei Brendel zu alten Alto Aufnahme greifen als zur Philips Aufnahme.

Deutlich mehr "Charakter" als die weichgespülte sinnverklärte Philipsaufnahme IMHO.

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51TkMXQvZnL._SL500_AA300_.jpg
Amadé (13.10.2011, 17:52):
Hallo Rach,
welches Label verbirgt sich hinter alto?
Ist es etwa die VOX Aufnahme, die auch in der Brilliant-Box steckt, dort wird als Aufnahmedatum 1962 angegeben?

Gruß Amadé
Rachmaninov (13.10.2011, 19:13):
Original von Amadé
Hallo Rach,
welches Label verbirgt sich hinter alto?
Ist es etwa die VOX Aufnahme, die auch in der Brilliant-Box steckt, dort wird als Aufnahmedatum 1962 angegeben?

Gruß Amadé

Ich vermut es handelt sich um eine VOX Aufnahme!
Wooster (13.10.2011, 23:21):
Original von Rachmaninov
Original von Amadé
Hallo Rach,
welches Label verbirgt sich hinter alto?
Ist es etwa die VOX Aufnahme, die auch in der Brilliant-Box steckt, dort wird als Aufnahmedatum 1962 angegeben?

Gruß Amadé

Ich vermut es handelt sich um eine VOX Aufnahme!

Das müssten die auf diesem Set enthaltenen Aufnahmen sein (ca. 1960 eingespielt), lohnt sich für Interessenten evtl. auch wg. der vierhändigen Stücke:

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0047163304125.jpg
Rachmaninov (12.01.2012, 19:10):
Original von Amadé
Lupu liebe ich vor allem deshalb, weil er eine große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, hier soll nichts vorgeführt oder demonstriert werden. Der Blick wird eher ins Werk hinein gerichtet. Z.B. Ges-dur: Die Klangebenen Diskant und Bass sind wunderbar austariert, die rasche filigrane Mittelstimme drängt sich nirgends vor, As-dur: Kein Glitzerstück, tieftrauriges Trio in cis-moll. Dies bedeutet jedoch nicht, das Lupu, wo gefordert, auch die Klavierpranke zeigt. Mir gefällt die Aufnahme, gerade als Alternative.

Grüße Amadé

Die Aufnahme von Radu Lupu habe ich in den letzten Tagen auch mehrfahc gehört.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/61NAAP941AL._SL500_AA300_.gif

Die aufnahme ist für mich eine glatte :times10 in der Interpretation.
Amades KOmmentaren ist kaum etwas zu zufügen.
Vllt. ist es noch erwähnenswert, dass hier nur das Werk im Vordergrung steht!!
Keinerlei Selbstdarstellung :down :down
AcomA (12.01.2012, 21:32):
Zitat:
Original von Amadé
Lupu liebe ich vor allem deshalb, weil er eine große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, hier soll nichts vorgeführt oder demonstriert werden. Der Blick wird eher ins Werk hinein gerichtet. Z.B. Ges-dur: Die Klangebenen Diskant und Bass sind wunderbar austariert, die rasche filigrane Mittelstimme drängt sich nirgends vor, As-dur: Kein Glitzerstück, tieftrauriges Trio in cis-moll. Dies bedeutet jedoch nicht, das Lupu, wo gefordert, auch die Klavierpranke zeigt. Mir gefällt die Aufnahme, gerade als Alternative.

Grüße Amadé


Die Aufnahme von Radu Lupu habe ich in den letzten Tagen auch mehrfahc gehört.



Die aufnahme ist für mich eine glatte in der Interpretation.
Amades KOmmentaren ist kaum etwas zu zufügen.
Vllt. ist es noch erwähnenswert, dass hier nur das Werk im Vordergrung steht!!
Keinerlei Selbstdarstellung

Kann ich ebenfalls unterschreiben !

LG, Siamak
Amadé (04.02.2013, 15:27):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51-wkms0P6L._SL500_AA300_.jpg

# D. 935

Schuchters Interpretation der 4 Impromptus stellt sich bei mir im Vergleich als bisher absoluter Tiefpunkt heraus: zu langsam, zu vorsichtig, zu bemüht, ohne jegliche Gestaltungskraft, die Musik zerfällt unter seinen Händen, nichts Wienerisches.

Gruß Amadé
Fairy Queen (05.02.2013, 17:14):
Möchte mich wärmstens den Empfehlungen für Radu Lupu und Krystian Zimmermann anschliessen. Lupu habe ich eine zeitlang in Dauerschleife gehört und hatte nie genug. Ich habe ausserdem noch Brendel und Andras Schiff mit den Impromptus, die ja gewiss gute Pianisten sind, aber den Zauber den Lupu bei mir entfacht nicht erreichen kônnen.
Ich finde die Impromptus ganz und gar bezaubernd und kann sie sogar in jeder noch so vetrackten Lebenssituation als "Therapie" hören. Nach dieser Musik geht es mir immer besser, egal was passiert ist. Das Schubert'sche Talent, mit scheinbar einfachen Tönen das Tiefste zu berühren, wird in diesen Stûcken fûr mich besonders deutlich. Eine Sonate ist manchmal schon arg anspruchsvoll für mich als Hörerin, ein Impromptu geht dagegen immer.
schubertselige Grüsse an Alle in nah und fern
F.Q.
Amadé (01.03.2016, 17:38):
http://media3.jpc.de/image/w440/front/0/0028947954262.jpg
4 Impromptus D. 899
neu gehört - neu erschlossen - neu entdeckt - größtmöchliche Differenzierung - eine Alternative zu Lupu, Zimerman u. a.
Wichtig: Beim Hören sich unbedingt auf das Werk und Sokolovs Spiel konzentrieren.

Gruß Amadé
satie (02.03.2016, 10:50):
Original von Amadé
Wichtig: Beim Hören sich unbedingt auf das Werk und Sokolovs Spiel konzentrieren.


Da frag ich mich natürlich: worauf sonst? ?(
Amadé (02.03.2016, 19:55):
Original von Satie
Da frag ich mich natürlich: worauf sonst?

Haha,
ich wollte sagen, dass man die von Sokolov herausgestellten Feinheiten verpasst, wenn man durch irgendwelche Kleinigkeiten abgelenkt ist, also nicht unbedingt beim Bügeln auflegen. Am besten man hört die Impromptus bei Kerzenschein. :cool

Bei den drei nachgelassenen Klavierstücken D. 946 brauche ich allerdings noch Zeit, ich kenne sie genau, habe die ersten beiden früher gespielt und mir so meine "richtige" Interpretation zurechtgelegt.

Gruß Amadé
satie (02.03.2016, 21:43):
Ach so... Na das verstehe ich natürlich. Die Betonung lag auf der Konzentration.
Ich werde mir seine Interpretation auch noch zu Gemüte führen, sobald ich die entsprechende Zeit zur Konzentration habe!

Herzliche Grüße
Satie