ab (07.03.2007, 11:33): Im Radio war vorhin ein Interpretationsvergleich: Robert Schumanns Klavierquartett op. 47 mit dem Quartetto Michelangelo (chandos), dem Juilliard String Quartet (sony), dem FlorestanTrio (hyperion) und dem Trio Parnassus (mdg).
Mir ist (neben gerade dieser Auswahl) schleierhaft, weshalb der Moderator das erstegenannte so lobte. Das Florestan Trio aber spielt wirklich sehr schön romantisch! Mein Favorit ist immer noch die Aufnahme mit Glenn Gould, der ja auf dem modernen Flügel einen Klang herausholt wie bei einem Hammerklavier. Schade, dass er sich dabei so mit den Juilliards überworfen hat, so dass die geplante Klavierquintettaufnahme dann nicht mehr mit Gould, sondern mit Bernstein gemacht wurde (so großartig diese auch ist!). Was ist denn eure Lieblingsaufnahme?
Nun zu meiner eigentlichen Frage: Kennt eigentlich jemand von euch eine Aufnahme, bei der der zweite Satz , gespenstisch vorüberhuschend interpretiert wird? Gewöhnlich hört man ihm nämlich immer in dramatischer Direktheit statt geistig flüchtig, wie von selbst laufend gespielt.
Danke!
Amadé (11.03.2007, 10:28): Lieber ab, das Klavierquartett op.47 ist eindeutig mein Favorit unter Schumanns Kammermusikwerken. Es steht leider im Schatten des kurz zuvor entstandenen Quintetts op.44 in derselben Tonart, das mehr Effekt macht und deshalb auch mehr gespielt und aufgenommen wird. Beim Quintet stehen sich oft KLavierklang und Streicherklang gegenüber, da kann der Pianist glänzen, bei op.47 hat Schumann das Klavier integriert, hier wird also eher Kammermusik gespielt. Zur Aufführungen treffen sich ein Streichquartett mit einem Pianisten (2.Vl. pausiert), ein Klaviertrio + Viola oder eine Klavierquartett-Formation, die eher selten zu finden sind und auch dann nicht sehr lange zusammen spielen, wahrscheinlich auch deshalb, weil das Repertoire doch begrenzt ist: hauptsächlich Mozart, Schumann, Brahms, Reger. Die Beschäftigung mit dem Werk lohnt sich, sehr schön der 3.SAtz (Andante cantabile), außerdem lernen wir einen Schumann kennen, der nicht, wie so oft, knapp gefasste, präzise umrissene Musik schreibt, sondern größer entworfene Einheiten und Zusammenhänge schafft, wie z.B. in seiner Fantasie oder in den Orchesterwerken. Ich möchte hier keine Aufnahmen besonders empfehlen, aber eine ausgesprochen misslungene ist mir noch nicht auf dem Plattenteller gegegnet. GEstern hörte ich mal wieder die Aufnahme mit Pressler und Mitgl. des Emerson Quartetts. Gruß Amadé
Jeremias (06.11.2007, 10:38): Ich muss sagen, dass es v.a. zwei Aufnahmen sind, die mich bei diesem Werk immer wieder faszinieren. Die eine ist Martha Argerich mit ihren Freunden, die andere - für mich DIE Referenz - Menahem Pressler mit dem Emerson Quartett..... :down
ab (07.03.2007, 11:33): Im Radio war vorhin ein Interpretationsvergleich: Robert Schumanns Klavierquartett op. 47 mit dem Quartetto Michelangelo (chandos), dem Juilliard String Quartet (sony), dem FlorestanTrio (hyperion) und dem Trio Parnassus (mdg).
Mir ist (neben gerade dieser Auswahl) schleierhaft, weshalb der Moderator das erstegenannte so lobte. Das Florestan Trio aber spielt wirklich sehr schön romantisch! Mein Favorit ist immer noch die Aufnahme mit Glenn Gould, der ja auf dem modernen Flügel einen Klang herausholt wie bei einem Hammerklavier. Schade, dass er sich dabei so mit den Juilliards überworfen hat, so dass die geplante Klavierquintettaufnahme dann nicht mehr mit Gould, sondern mit Bernstein gemacht wurde (so großartig diese auch ist!). Was ist denn eure Lieblingsaufnahme?
Nun zu meiner eigentlichen Frage: Kennt eigentlich jemand von euch eine Aufnahme, bei der der zweite Satz , gespenstisch vorüberhuschend interpretiert wird? Gewöhnlich hört man ihm nämlich immer in dramatischer Direktheit statt geistig flüchtig, wie von selbst laufend gespielt.
Danke!
Amadé (11.03.2007, 10:28): Lieber ab, das Klavierquartett op.47 ist eindeutig mein Favorit unter Schumanns Kammermusikwerken. Es steht leider im Schatten des kurz zuvor entstandenen Quintetts op.44 in derselben Tonart, das mehr Effekt macht und deshalb auch mehr gespielt und aufgenommen wird. Beim Quintet stehen sich oft KLavierklang und Streicherklang gegenüber, da kann der Pianist glänzen, bei op.47 hat Schumann das Klavier integriert, hier wird also eher Kammermusik gespielt. Zur Aufführungen treffen sich ein Streichquartett mit einem Pianisten (2.Vl. pausiert), ein Klaviertrio + Viola oder eine Klavierquartett-Formation, die eher selten zu finden sind und auch dann nicht sehr lange zusammen spielen, wahrscheinlich auch deshalb, weil das Repertoire doch begrenzt ist: hauptsächlich Mozart, Schumann, Brahms, Reger. Die Beschäftigung mit dem Werk lohnt sich, sehr schön der 3.SAtz (Andante cantabile), außerdem lernen wir einen Schumann kennen, der nicht, wie so oft, knapp gefasste, präzise umrissene Musik schreibt, sondern größer entworfene Einheiten und Zusammenhänge schafft, wie z.B. in seiner Fantasie oder in den Orchesterwerken. Ich möchte hier keine Aufnahmen besonders empfehlen, aber eine ausgesprochen misslungene ist mir noch nicht auf dem Plattenteller gegegnet. GEstern hörte ich mal wieder die Aufnahme mit Pressler und Mitgl. des Emerson Quartetts. Gruß Amadé
Jeremias (06.11.2007, 10:38): Ich muss sagen, dass es v.a. zwei Aufnahmen sind, die mich bei diesem Werk immer wieder faszinieren. Die eine ist Martha Argerich mit ihren Freunden, die andere - für mich DIE Referenz - Menahem Pressler mit dem Emerson Quartett..... :down
Dulcamara (20.09.2008, 12:44): Noch bis zum 30. September kann man hier die Aufzeichnung einer aus meiner Sicht sehr spannenden Live-Aufnahme mit Menahem Pressler, Gautier Capucon, Salvatore Accardo sowie Antoine Tamestit sehen:
http://www.medici.tv/#/performance/379/
Als Zugabe spielen die vier noch den 3. Satz aus Brahms c-moll Klavierquartett.
Für mich besonders beeindruckend Menahem Pressler am Klavier, toll, wie dezent und kammermuiskalisch er hier brilliert.