Geboren: * 28. Juni 1912 in Roman/Rumänien Gestorben: † 14. August 1996 in La Neuville-sur-Essonne bei Paris
Sergiu Celibidache war ein deutscher Dirigent, rumänischer Abstammung. Eigentlich hieß er Sergiu Celibidachi, jedoch wurde in seinem deutsch Pass der letzte Buchstabe falsch eingetragen. Diesen Fehler führte er sein Ganzes Leben mit sich. Er studierte in Bukarest und Berlin, Philosophie und Musik. Sein Einstieg zum Erfolg, waren die Berliner Philharmoniker, welche er direkt nach dem Krieg zum ersten mal dirigiert hatte. Und auch im Nu hatte er die Herzen der Berliner Bevölkerung erobert und leitete von nun an die Berliner Philharmoniker als Ersatz für Wilhelm Furtwängler, welcher aufgrund seiner Vergangenheit im dritte Reich, gesperrt wurde. Celibidache wurde der Lichtblick der Berliner Nachkriegsjahre. Von 1945 bis 1952 leitete er Die Berliner Philharmoniker mit großem Erfolg, bis er 1952 von Furtwängler, welcher das Entnazifizierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen hatte wieder an der Spitze des Orchesters abgelöst, stand aber weiterhin dem Orchester als Gastdirigent zur Verfügung. In Celibidaches Vetrag stand, dass er solange der Chefdirigent der Berliner ist, bis Furtwängler "Entnazifiziert" war und wieder die Erlaubnis zum Führen eines Orchesters besaß. Zur großen Enttäuschung kam es nach dem Tod Furtwänglers, 1954, als er von den Berliner Philharmonikern nicht zum Chefdirigent und Nachfolger Furtwänglers gewählt wurde. Er konnte diese Abweisung, diese Enttäuschung sein Leben lang nicht überwinden! Mit ein Grund dafür war die Ablehnung von Plattenaufnahmen, zudem stellte er weitere Vorderungen wie z.B wollte er die älteren Mitglieder des Orchesters entlassen. Auch seine Verrenkungen, sein Auftreten war nicht jedermanns Sache. All dem Gegenüber stand Herbert von Karajan mit seine Galanten Art und seinem großen Interesse an Schallplattenaufnahmen. Nach seiner Ablehnung in Berlin, reiste Celibidache durch die Welt, in der er über Berlin von sich hat reden machen lassen. Er feierte weltweit große Erfolge. Aber erst 1979 band er sich wieder fest an ein Orchester, die Münchener Philharmoniker, welche er von da an 17 Jahre lang dirigierte, bis zu seinem Tod am 14. August 1996. Besonders in dieser Zeit wurde Celibidache das, für das man Ihn Heute kennt. Ein Mann für exrem Breite Tempi! In diesen 17 Jahren mit dem Münchenern, knüpfte er an die erfolgreiche Berliner Zeit an und feierte einen großen Erfolg nach dem anderen. Der Beweis dafür waren die nahezu immer ausverkauften Vorstellungen!
??? Warum war Celibidache gegen Studioaufnahmen, Konzertmitschnitte usw...? Warum kämpfte er Zeitlebens gegen die Veröffentlichung von Konzertmittschnitten?
"Celi" meinte, dass keine Platte wiedergeben könnte was im Raum war, auch die heutigen Digitalaufnahmen nicht. Schallplatten sind bestenfalls Fotographien eines lebendigen Geschehens.
"Die Schallplatte hat jede Schöpferrische und spontane Initiative getötet, der größten Teils ärmliche, ja katastrophale Zustand des Heutigen Musiklebens geht auf Ihr Konto. Der junge Musiker, speziell der junge Dirigent kriegt auf Ihr alles vorgekaut. Ich habe eine Haydn - Symphonie, 2 - 3 Monate lang intensiv studiert und zu entdecken versucht! Heute legen sich die jungen Herren ein Paar Platten auf und danach entscheiden sie: Ja, so mach ich das auch, wie der und der - Fürchterlich! Das Ende jeder Musikkultur!"
Neben dieser "Gefahr" war für Celi die technische Wiedergabe völlig unzulänglich.
"Die Mikrophone können ja nich einmal die Obertöne des Menschlichen Ohres aufnehmen. Man hört deshalb auf der Platte ganz andere Harmonien, eine ganz andere Instrumentation, ganz andere Kontrapunkte"
Weiter bezeichnete Celi die Schallplatte als tönende Pfandkuchen.
Der Schwierige Celibidache! Er hasste Kompromisse! Seine Ideen sollten von der Orchesterleitung stehts respektiert und vollkommen umgesetzt werden. Bei Celibidache waren Wutausbrüche an der Tagesordnung, auch nahm er kein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging sich über berühmte Musiker, Dirigenten, Kollegen zu äußern. Er führte zudem eine Schwarze Liste von Musikern, mit denen er auf keinen Fall mehr zusammenarbeiten wollte, wie Anne Sophie Mutter, Maurizio Pollini, Jessey Norman, Frank Peter Zimmermann. Zimmermann erzählte nach einer Zusammenarbeit, dass er schon nach der ersten Probe mit Celibidache, nicht mehr wusste, ob er die Geige rechts oder links herum halten sollte. Ich hab mal ein Paar Zitate rausgesucht, wie sich Celibidache gegenüber anderen musikalischen Persöhnlichkeiten verhielt und was er allgemein so von sich gab!
"Musik kommt aus der Stille und kehrt in die Stille zurück." (Sergiu Celibidache)
„Zu der Persönlichkeit des darstellenden Menschen gehört auch die Intelligenz. Man kann einen dummen Geiger von einem intelligenten Geiger unterscheiden. Wollen Sie, daß ich Ihnen Namen nenne? Nun, vielleicht wäre das ein wenig gefährlich. Es gibt schreckliche, wunderbare Instrumentalisten, die ganz dämliche, dumme Köpfe sind.“
„Eine wundervolle Konzertspielerin, geistvoll, charmant, durch und durch musikalisch. Viel Humor, viel Lebensfreude.“ (Celibidache über Clara Haskil)
„Ein großartiger Klavierspieler und ein wunderbar tiefgründiger Musiker.“ (Celibidache über Dinu Lipatti)
„Er phrasiert genauso wie ich, er behandelt das Klavier wie ein Orchester, er spielt absolut sinfonisch. Er verwandelt Tasten zu Flöten und Klarinetten.“
„Wie er es spielt, ist es richtig, nur so.“
„Es traf mich wie ein Blitz. Ich dankte Gott, daß er mich nicht zum Pianisten gemacht hatte. Wie sollte man gegen diesen genialen Musiker bestehen?“
„Er ist ein Genius.“
(Celibidache über Arturo Benedetti Michelangeli) Quelle: http://conbrio.de/musikbuch/celibidache/Celibidache.pdf
„Ich hasse die Solisten, die nicht nachdenken, die alles an den Haaren herbeiziehen und völlig willkürlich machen, was sie wollen.“
"Ich schimpfe nicht. Ich ziehe nicht her. Wenn ich zu einer Situation befragt werde, sage ich das, was ich denke und dabei lege ich offensichtlich den Nerv des modernen Musiklebens bloß mit seinen üblen Auswüchsen. (Sergiu Celibidache) Quelle:http://hiller-neuenbuerg.de/celibueinh.htm
"Was steht in der Partitur? Alles, nur das wesentliche nicht!"
Weiter bezeichnete er:
Sawallisch bezeichnete er als einen Hochschuldirektorder der ein langstreckenspezialist in Mezzoforte sei Karajan begeistere die Massen wie Coca Cola Lorin Maazel sei ein zweijähriges Kind, dass von Kant redet Toscanini habe überhaupt keine Musik gemacht, er sei eine Notenfabrik gewesen Karl Böhm habe in seinem leben noch keinen Takt Musik gemacht. Gern wurde er von Celibidache als "Kartoffelsack" bezeichnet Carlos Kleiber würde Musik viel zu schnell dirigieren, er habe daher niemals erfahren, was Musik wirklich sei
Hier ein Paar Videomittschnitte verschiedener Konzerte:
Beethoven: Egmont Ouvertüre Celibidache/LSO Musics from "Pictures at an Exhibition" 1/2 Celibidache/LSO Musics from "Pictures at an Exhibition" 2/2 Young Celibidache in 1946 Celibidache Rehearses Bruckner's Ninth Ravel - Bolero (Teil 1) Ravel - Bolero (Teil 2) Ravel - Bolero (Teil 3)
Zudem hatte "Nordolf" mal unter "Videoclips - online" ein sechteiligen Probemittschnitt "veröffentlicht, welcher hier ganz unten auf der Seite zu finden ist.
Celi war gegen die Oper, niemals hat er eine Oper dirigiert. Er war gegen die Oper als Kunstform, weil er davon überzeugt war, dass Wort und Musik verschiedene Kräfte besäßen und grundsätzlich unvereinbar seien. Weiter meinte "Celi", dass das bei Geistlicher Musik anders sei, da der Text im Wesentlichen bekannt sei und eine bestimmte Aura trage.
??? Was ist meine Meinung zu Sergiu Celibidache?
Habe mich bisher nur wenig mit Ihm beschäftigt. Ich liebe seine langsamen Tempi! Der Mensch Celibidache ist mir überhaupt nicht Sympatisch, aber seine Strickte Einstellung, "keine Kompromisse" finde ich bemerkenswert, dieser "freche" "Dickkopf" Celibidache, der seine Musikalischen Forderungen zu 100 % durchzubringen wusste, den Celibidache bewundere ich, eine Starke Einstellung. Ein Mann der keinen Schritt zurrück ging, der das Wort Kompromiss wohl nicht kannte. Ein Mann der zu 100% wusste was er wollte! Er wird wohl in Zukunft in meiner Sammlung eine besondere Rolle spielen. Mozarts Requiem 626 konnte ich Probehören. Es ist dermaßen Auseinandergezogen und verbreitert und doch! Wer diesen langen Atem hat und liebt, für den ist es ein Segen und eine Aufnahme zum :down:down!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/1830851.jpg
Zudem ist die große C-dur Symphonie von Schubert unter Celibidache der Wahnsinn! Noch nie soo schön gehört! Oder die "Bilder einer Ausstellung", langsam aber Gewaltig und Kraftvoll - Herrlich und zum :down. Oder Beethovens 9! Diese drei Beispiele haben sich bei mir eingebrannt!
Auch habe ich viele Bruckner Mitschnitte gehört und kann nur sagen es ist tolle Musik, aber die Leistungen Celi's und der Münchener Philharmoniker kann ich aufgrund von fehlenden Vergleichen nicht einschätzen, beurteilen.
Ein größeres Hindernis ist der Preis seiner von der EMI verkauften CD's! Viel zu teuer und wohl der wichtigste Grund, warum ich mich noch nicht vollkommen auf Celibidache eingelassen habe! Nach und nach werde ich mich vereinzelten Werken unter Celi zuwenden und dann nach und nach hier in diesem Thread meinen Eindruck kundtun.
??? Warum zog "Celi" die Musik in die Breite?
Den Ausdruck, den er lebte, besonders in späteren Jahren war der, dass er die Musik "Interpretation" in die Breite zog, da wie er meinte so viel schönes auf einmal, das Ohr nicht fassen könnte und damit all diese Herrlichkeiten doch erfassbar fürs Ohr gemacht werden, zog er die Musik mit all Ihrer Tiefe in die Breite, damit auch das verstanden wird, was einfach verloren geht im Zuge der Schnelligkeit.
Durch den Celibidache Zyklus "Die großen Stars der Musik" im Oktober habe ich einen großen (tiefen) Einblick in die Musik, sowie des Lebens des Herrn Sergiu Celibidache bekommen. Abschließend kann ich eines sagen, das der Mensch Celibidache in meinen Augen ein unangenehmer, herrischer Diktator, ein eher "Widerlicher" Mensch war, was man aus Interviews und Zitaten deutlich raushören konnte.
? Was könnt Ihr über Sergiu Celibidache sagen? Vereinzelt sieht man ja in "Was höre ich jetzt" Aufnahmen mit Celibidache! ? Mögt Ihr die Art, wie er Musik fabriziert, was er durch die Breiten Tempi von Musik versteht? ? Er war ja besonders ein Dirigent für Bruckner! Wie schätzt Ihr seinen Bruckner ein, liebt Ihr Ihn? ? Und zuletzt, was muss auch ein nicht Celibidache - Fan von seinen Aufnahmen besitzen?
Gruß Daniel :cool
HenningKolf (04.12.2007, 22:02): Zunächst vielen Dank für die sicherlich arbeitsintensive Erstellung der Fadeneröffnung.
"Ein größeres Hindernis ist der Preis seiner von der EMI verkauften CD's! Viel zu teuer und wohl der wichtigste Grund, warum ich mich noch nicht vollkommen auf Celibidache eingelassen habe! Nach und nach werde ich mich vereinzelten Werken unter Celi zuwenden und dann nach und nach hier in diesem Thread meinen Eindruck kundtun."
Wohl wahr. Deshalb habe ich mich mit Celi noch nicht intensiv beschäftigt. Was ich von ihm kenne, kenne ich aus dem Radio!
Beeindruckt war ich von einer Aufnahme von R.-Korsakows Scheherazade. Keine Ahnung, ob das von einer CD oder etwas Rundfunkeigenes war..Jedenfalls brummte und summte der Dirigent nicht überhörbar mit. Hat mich aber überhaupt nicht gestört, fand das überaus gelungen
Das was ich an Bruckneraufnahmen von ihm gehört habe, fand ich zwar - insbesondere die Tempi betreffend - stets sehr speziell, aber auch stets gut. Weil es Radio-Gelegenheitshören war, kann ich aber noch nicht mal sagen, ob ich nur die Münchner auf EMI gehört habe oder auch ältere Einspielungen.
Da 2008 bei mir ein Brucknerjahr werden soll, überleg ich mir schon, Geld zu investieren. Immerhin hat EMI die Geldschraube ja etwas gelockert, weil es die komplette Celibidache-Edition - nicht nur Bruckner, sondern alles was er für EMI eingespielt hat betreffend - gibt. Ich hoffe, dass die 200 Euro, die im marketplace bei amazon stehen, nicht zementiert sind (handelt sich immerhin um 33 CDs, der Stückpreis ist dann durchaus im Rahmen). Sicherlich müßte ich dann in Kauf nehmen, dass einiges mir gar nicht gefällt, das würde bei den extremen Tempi nicht ausbleiben. Was bei Bruckner passt muss nicht zu Beethoven passen. Was ich an Bruckneraufnahmen gehört habe ist auch schon eine Gratwanderung mit Absturzgefahr. In meinen Ohren ist er aber nicht abgestürzt.
Bin gespannt, ob sich hier jemand eingehender mit Celi auskennt...
Gruß Henning
daniel5993 (04.12.2007, 22:33): Abend Henning!
Beeindruckt war ich von einer Aufnahme von R.-Korsakows Scheherazade. Keine Ahnung, ob das von einer CD oder etwas Rundfunkeigenes war..Jedenfalls brummte und summte der Dirigent nicht überhörbar mit. Hat mich aber überhaupt nicht gestört, fand das überaus gelungen
Das ist schön zu hören! Das war wohl diese mit den Münchenern.
https://www.jpc.de/image/w300/front/0/4521820.jpg
Das was ich an Bruckneraufnahmen von ihm gehört habe, fand ich zwar - insbesondere die Tempi betreffend - stets sehr speziell, aber auch stets gut. Weil es Radio-Gelegenheitshören war, kann ich aber noch nicht mal sagen, ob ich nur die Münchner auf EMI gehört habe oder auch ältere Einspielungen.
Da stellt sich mir eine weitere Frage: Kann jemand eventuelle Unterschiede zwischen diesen beiden Bruckner "fast Gesamtaufnahmen" nennen? Außer dem Preislichen Unterschied?
https://www.jpc.de/image/w300/front/0/3996063.jpg
Symphonien Nr. 3-5, 7-9 Swedish RSO, RSO Stuttgart, Sergiu Celibidache
https://www.jpc.de/image/w300/front/0/8627121.jpg
Bruckner Symphonien Nr. 3-9;Messe Nr. 3; Te Deum;Proben zur Symphonie Nr. 9 Price, Soffel, München PO & Chor, Celibidache
Diese Gesamten EMI Einspielung hätte ich mir längst gegönnt, wenn ich wüsste, ob Sie in echten CD-Hüllen verpackt sind! Eigentlich spricht ja alles dagegen, aber bei einem Ausländischen Händler, gibts diese Edition, abgelichtet mit CD-Hüllen, was mich wieder hoffen lässt! Rachmaninov hatte diese Gesamtedition irgentwo mal kurz erwähnt! Wie dankbar wäre ich doch demjenigen, der mir sagt, dass diese Edition tatsächlich in echten CD-Hüllen verpackt ist :D!
Bin gespannt, ob sich hier jemand eingehender mit Celi auskennt... Bei "Liegnitz" sieht man des öffteren Celibidache Cover, ansonsten wäre ich doch sehr überrascht, wenn sich hier einer mit Celibidache auskennt! Derjenige konnte das dann gut verbergen!
Gruß Daniel
daniel5993 (04.12.2007, 22:34): "Dass es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes." (Sergiu Celibidache)
Pollux (04.12.2007, 23:30): Hallo Daniel, auskennen ist wohl zu viel gesagt, doch habe ich immerhin folgende EMI-CD's aus Celibidaches Münchener Zeit:
Brahms: 1.Sinfonie, Deutsches Requiem Schumann: Sinfonien 3 und 4 Tschaikowski: Pathétique Beethoven: Sinfonien 3 und 9 Bruckner: Sinfonien 3, 4, 5, 6, 7, 9 sowie das Te Deum
Außer bei Bruckner habe ich von allen genannten Werken mindestens zwei alternative Einspielungen, denen ich auch durchweg den Vorzug vor Celis Interpretationen gebe. Bei Bruckner fehlt mir mit Ausnahme der Sinfonien 4 und 7 der Vergleich, zudem bin ich noch dabei, die Werke überhaupt erst kennenzulernen, und ich habe nicht oft Lust dazu, mir 80 bis 90 Minuten lange Bruckner-Sinfonien anzuhören.
Um Genaueres zu sagen, müsste ich mir die Celi-CD's mal wieder anhören, dann berichte ich gerne von meinen Eindrücken. Für jetzt nur so viel: das Schneckentempo bekommt für meinen Geschmack weder Brahms, noch Schumann und schon gleicih gar nicht Beethoven.
daniel5993 (05.12.2007, 00:03): Abend Pollux,
Brahms: 1.Sinfonie, Deutsches Requiem Schumann: Sinfonien 3 und 4 Tschaikowski: Pathétique Beethoven: Sinfonien 3 und 9 Bruckner: Sinfonien 3, 4, 5, 6, 7, 9 sowie das Te Deum
Ganz besonders interessieren würde mich bei deiner Aufzählung, deine Meinung zu Tschaikowsky's "Pathetique" unter Celibidache, wenn möglich im Vergleich zu anderen Aufnahmen.
Gruß Daniel
Pollux (05.12.2007, 00:35): Hallo Daniel, dazu habe ich mich bereits im Pathétique/Bernstein-Thread geäußert, wenn auch nur oberflächlich. Das nächste Pathétique-Vergleichshören wird wohl noch etwas warten müssen, dann werde ich gerne ausführlkicher.
Gruß, Pollux
cellodil (05.12.2007, 09:08): ... ich hatte das große Glück, Celibidache im Konzert zu erleben. Mir ist der Abend - obwohl er ziemlich lange zurückliegt - immer noch sehr präsent. War ganz sicher eine meiner großen Sternstunden am Konzerthimmel.
Ich war lange hin und her gerissen, ob ich mir wirklich Aufnahmen mit Celibidache kaufen soll. Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat. Aber, wenn ich eine der CDs höre, dann bin ich doch wieder dankbar, dass es diese Mitschnitte gibt. Naja: "Entweder man lebt, oder man ist konsequent" (Erich Kästner)
Liebe Grüße
Sabine
ab (05.12.2007, 09:10): Original von daniel5993
Da stellt sich mir eine weitere Frage: Kann jemand eventuelle Unterschiede zwischen diesen beiden Bruckner "fast Gesamtaufnahmen" nennen? Außer dem Preislichen Unterschied?
In Stuttgart interpretierter er noch wesentlich straffer und rascher. In München wurde er immer langsamer und ließ die Musik ganz von sich heraus schließlich ganz aus dem Moment heraus entstehen. Das ist ein völlig anti-dramatischer Zugang par excellence. Die langsamen Tempi bewirken aber auch, dass in manchen Aufnahmen die Obertöne und die Räumlichkeit einfach nicht mehr zu hören sind und daher der Eindruck entsteht, Celi habe die Spannung nicht halten können, was wohl im Konzert nicht der Fall war. Aus eben diesem Grund kann ich eigentlich nur die 4. Bruckners bei der EMI wirklich empfehlen.
Es lohnt sich, Celibidache zunächst nicht über seine Aufnahmen, sondern anfangs über seine Filme wie "Der Garten des Celebidache" kennen zu lernen! Man muss nämlich bei ihm lernen, ganz anders zu hören - sozusagen richtig zu-hören - als sonst gemeinhin üblich.
Aus der EMI-Zeit fand ich noch besonders interessant den Debussy. Da hoffe ich schon lange auf einen vernünftigen Preis...
Ich lernte vor Jahren einmal einen jungen Rezensenten einer großen Münchner Tageszeitung kennen, der mir berichtete, man sei irgendwie süchtig nach den Celi-Klang geworden und hätte schon sehnsüchtig der nächsten monatliche Dosis entgegengeharrt; selbst wenn man eigentlich nicht so von dem Konzept angetan gewesen sei.
Wer - übrigens - wirklich gegen Aufnahmen ist, lässt nicht nebenher die Micros mitlaufen. Oder? Da dachter er womöglich doch auch an den Nachruhm?! :ignore
HenningKolf (05.12.2007, 09:24): Original von ab Die langsamen Tempi bewirken aber auch, dass in manchen Aufnahmen die Obertöne und die Räumlichkeit einfach nicht mehr zu hören sind und daher der Eindruck entsteht, Celi habe die Spannung nicht halten können, was wohl im Konzert nicht der Fall war. Aus eben diesem Grund kann ich eigentlich nur die 4. Bruckners bei der EMI wirklich empfehlen.
so ganz verstehe ich nicht, inwieweit die langsamen Tempi Obertöne und Räumlichkeit so beeinflussen, dass das Konzept auf CD nicht mehr funktioniert..........oder ist das eine Frage der Wiedergabetechnik??
Gruss Henning
ab (05.12.2007, 09:32): Original von HenningKolf
so ganz verstehe ich nicht, inwieweit die langsamen Tempi Obertöne und Räumlichkeit so beeinflussen, dass das Konzept auf CD nicht mehr funktioniert..........oder ist das eine Frage der Wiedergabetechnik??
Gruss Henning
Es ist eine Frage der Wiedergabetechnik, was zu hören ist. Celi spielte so langsam, damit sich die einzelnen Töne im Raum sozusagen ausbreiten konnten. Dies ist auf Aufnahme kaum mehr herauszuhören, sondern muss fast hineindenkend hinzu-gehört werden. Das besagt nichts darüber, ob sein Konzept auf CD nicht mehr funktioniert.
Rachmaninov (05.12.2007, 10:41): Original von ab
Es ist eine Frage der Wiedergabetechnik, was zu hören ist. Celi spielte so langsam, damit sich die einzelnen Töne im Raum sozusagen ausbreiten konnten.
Kenne bisher keine seiner Aufnahmen, frage mich aber, ob ich dies überhaupt hören will bei Deiner Beschreibung.
daniel5993 (05.12.2007, 10:49): Original von ab Es lohnt sich, Celibidache zunächst nicht über seine Aufnahmen, sondern anfangs über seine Filme wie "Der Garten des Celebidache" kennen zu lernen! Man muss nämlich bei ihm lernen, ganz anders zu hören - sozusagen richtig zu-hören - als sonst gemeinhin üblich.
Guten Morgen ab,
Daran hatte ich auch schon gedacht, da ich das selbst kenne, das über hören und sehen der "Einstieg" viel einfacher ist und aufregender. In dieser Sendung von der ich oben gesprochen hatte, wurde kurz über diesen Film (Dokumentation) berichtet. Aber so weit ich richtig gesehen habe, liegt das günstigste und einzige Angebot bei 65 €!
daniel5993 (05.12.2007, 10:56): Original von Rachmaninov Original von ab
Es ist eine Frage der Wiedergabetechnik, was zu hören ist. Celi spielte so langsam, damit sich die einzelnen Töne im Raum sozusagen ausbreiten konnten.
Kenne bisher keine seiner Aufnahmen, frage mich aber, ob ich dies überhaupt hören will bei Deiner Beschreibung.
Hallo Sergej,
Ausprobieren! Man sollte sich aber von vorn herein im Klaren sein, was einen in etwa erwartet in Bezug auf die Langsamkeit!
Du kannst ja oben in die Musikbeispiele reinhören und dir selbst ein Bild machen, ich denke, das man das bei den "Bildern einer Ausstellung" sehr Gut raushört (ich meine seinen Stil). Und dort kann man ja selbst mithören, ob diese Töne wirklich im Raum verschwinden, oder ob man es überhaupt hört.
Gruß Daniel
daniel5993 (05.12.2007, 13:34): Original von ab Wer - übrigens - wirklich gegen Aufnahmen ist, lässt nicht nebenher die Micros mitlaufen. Oder? Da dachter er womöglich doch auch an den Nachruhm?! :ignore
Hallo ab,
Das hab ich auch nicht verstanden! Von "heimlichen Konzertmittschnitten" kann man ja wohl nicht ausgehen! Aber was trotzdem verrückt ist, dass Celibidache in seinem Testament geschrieben hat, das keine Seiner Aufnahmen nach seinem Tod veröffentlicht werden sollten! Sein Sohn hatte ja die Macht, die Konzertmittschnitte freizugeben! Celibidache wusste das und meinte nur, das sein Sohn seinen Willen kenne, jedoch muss er selbst wissen was richtig ist, nach seinem Tod! Und als der Markt von Aufnahmetechnisch schlechtesten Aufnahmen "überflutet" wurde und die "nicht Celibidache Fans" nur diesen Schund hörten und daraufhin Sergiu Celibidache als vorsichtig ausgedrückt schlechten Dirigenten abstempelten, war die Geduld des Sohnes (Serge Celibidachi) Celibidaches am Ende und um die Künste seines Vaters ins Richtige, wahrhaftige Licht zu stellen, hat er gegen den Willen seines Vaters, einen Konzertmittschnitt nach dem anderen freigegeben. Und um sein Gewissen zu beruhigen und der Sache einen Guten Kern zu geben, welches auch sein Vater gewünscht hätte, geht der volle Erlös dieser Aufnahmen in eine Humanitäre und eine Musikalische Stiftung. Deswegen weiß ich nicht, wie und warum solche Konzertmittschnitte überhaupt aufgenommen wurden, wo Celi doch die Macht hatte, dieses zu unterbinden! Eine wohl unlösbare Frage? Ich denke nicht! Vielleicht erfahren wir es irgentwann einmal.
"Da das Geldverdienen mit Tonträgern gegen die Prinzipien meines Vaters verstößt, haben meine Mutter und ich beschlossen, den Verkaufserlös der Editionen, anderen Menschen zu Gute kommen zu lassen. Anderen zu Helfen war stehts ein wichtiges Anliegen meines Vaters. In diesem Sinne werden wir mit diesen Einkünften zwei größere Stiftungen gründen, eine Musikalische und eine Humanitäre. Zu guterletzt möchten wir alle Käufer einer Celibidache CD darum Bitten, inne zu halten und kurz zu bedenken in was für einer Welt wir leben und wie diese Welt zu verbessern wäre. Dieser Gedanke braucht nicht mehr Zeit in Anspruch zu nehmen als es dauert, eine CD aus Ihrer Verpackung zu nehmen und in das Abspielgerät zu legen." (Serge Ioan Celibidachi, Sohn von Sergiu Celibidache)
Die eine Stiftung wurde "Die Sergiu Celibidache Stifftung" genannt Die andere heißt "Essy Help" , welche sich um soziale Notstände kümmert, bei Umweltkatastrophen hilft, Waisenhäuser und Krankenhäuser in Tibet Rumänien und anderen Ländern baut und unterhällt.
Ich finde, dass er bei all seiner "manchmal" "draufgängerischen" "Rücksichtslosen" und "frechen" Art, sein Herz doch auf der Richtigen Seite hatte!
Original von cellodil ... ich hatte das große Glück, Celibidache im Konzert zu erleben. Mir ist der Abend - obwohl er ziemlich lange zurückliegt - immer noch sehr präsent. War ganz sicher eine meiner großen Sternstunden am Konzerthimmel.
Ich war lange hin und her gerissen, ob ich mir wirklich Aufnahmen mit Celibidache kaufen soll. Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat. Aber, wenn ich eine der CDs höre, dann bin ich doch wieder dankbar, dass es diese Mitschnitte gibt. Naja: "Entweder man lebt, oder man ist konsequent" (Erich Kästner)
Liebe Grüße
Sabine
Wenn du irgendwann einmal Zeit und Ruhe findest, könntest du ja vielleicht noch genauer auf "deinen" Celibidache-Abend eingehen (z.B. Was gespielt wurde usw.. :thanks Das würd mich sehr interessieren und außerdem würde das diesem Thread Gut bekommen, wenn jemand mal etwas genauer über ein Erlebnis mit "Celi" berichtet, damit wir vielleicht ein wenig nachfühlen können, was bei solch einem Konzert im Raum war, mit Blick auf dieses Zitat"
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat.
Und was macht dann unser eins, der Celibidache nicht erlebt hat. Sollen wir uns an Erlebnissen anderer nähren? "Celi" hätte in dieser Hinsicht auch an uns denken sollen, die aus welchen Gründen auch immer ihn nicht live erleben konnten und außerdem ist es auch für die, die Ihn Live erlebt hatten nur Positiv! Sie können durch Aufnahmen, die Erlebnisreichen Abende wieder ans Licht holen, sich zurrückversetzten in "Sternstunden" der Musik! Ich finde, das Celi mehr an seine "Fans" hätte denken sollen, denn ohne Aufnahmen, wird man schnell vergessen! Vielleicht war er ja manchmal wankelmütig und hat desshalb ab und zu ein Konzert mitschneiden lassen, in Gedanken an seine Nachwelt?! Das wäre doch eine Lösung auf die Frage, warum so manches mal doch ein Konzert mitgeschnitten wurde, obwohl Celibidache die Macht besaß, jedes Mikrophon aus den Säälen zu verbannen?!
Ich muss sagen, dass ich kein Celibidache Fan bin (vielleicht sollte ich sagen noch nicht), aber dieses "Phänomen" Celibidache macht mich sehr neugierig!
Gruß Daniel
Rachmaninov (05.12.2007, 14:17): Original von daniel5993
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Also, das sind doch irgendwie Phrasen wenn man das mal kritisch betrachtet. Völlig klare Wahrheiten. Darf ich dann nur noch ins Konzert, spezielle Konzertshallen oder was?
daniel5993 (05.12.2007, 14:31): Original von Rachmaninov Original von daniel5993
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Also, das sind doch irgendwie Phrasen wenn man das mal kritisch betrachtet. Völlig klare Wahrheiten. Darf ich dann nur noch ins Konzert, spezielle Konzertshallen oder was?
Völlig klare Wahrheiten. Richtig, auch ich als Nicht-Konzertbesucher kann mir das denken! Aber nur die Sprüche der "Großen" werden irgendwie berühmt, so einfach Sie auch sind.
Da hab ich noch einen :D
"Wo findet Musik statt? Nicht auf der Bühne, nicht auf dem Instrument, sondern im Bewusstsein" (Sergiu Celibidache)
Gruß Daniel :rofl
PS: Die Hauptsache ist doch, das wir uns mit Ihm beschäftigen :J
ab (05.12.2007, 15:11): Original von daniel5993 Aber was trotzdem verrückt ist, dass Celibidache in seinem Testament geschrieben hat, das keine Seiner Aufnahmen nach seinem Tod veröffentlicht werden sollten!
Das Kafka-Syndrom halt. Dort hieß der Unhold Max Brod, hier halt Serge.
( Nun das Werk Kafkas hätte man wirklich lieber verbrennen sollen :ignore besser gesagt, er selbst hätte es tun müssen/sollen. )
Nordolf (05.12.2007, 17:30): Hallo Daniel!
Danke für Deinen mal wieder sehr persönlichen Text!
Ich habe auf dem ZDF-Theaterkanal vor längerer Zeit eine spannende Sendung über ihn und seine Interpretation der Ravel'schen "Daphnis und Chloe"-Suite gesehen. Außerdem will ich alle hier auf die Dokumentation über Celibidache und die Berliner Philharmoniker hinweisen, die ich im "Videos Online"-Thread verlinkt habe.
Auf CD besitze ich die Tschaikowsky-Pathetique von EMI und einen Bootleg mit der 9. Symphonie von Dvorak.
Seine Herangehensweise an Tschaikowsky will mir nicht einleuchten. Es ist gar nicht mal die Langsamkeit - ein Bernstein brannte mit solchen Tempi im Jahre 1986 emotionale Feuerwerke ab. Es ist das völlig unnötige Zerdehnen der Melodien und Harmonien - für Celibidache durfte Tschaikowsky wohl auf jeden Fall nicht schön klingen. Diese Schönheit hat er einer Zähheit geopfert, von der ich auch nicht zu glauben bereit bin, das sie live funktionieren soll. Einzelne Momente transportieren eine gewisse Tiefe - ein Hinein-Gehen in die Musik. Insgesamt aber würde ich diese 6. nur Hörern empfehlen, die sowieso schon Aufnahmen der Symphonie haben, mit denen sie glücklich sind und die mal was ganz Anderes hören wollen.
Celibidache finde ich von seinen Auffassungen her sehr interessant - zumindest reflektierte er die eigene Arbeit als Dirigent. Seine spirituelle Einstellung zur Musik gefällt mir sehr gut. Aber diese Reflexionen konnten nicht verhindern, das er schlicht ein Ideologe mit teilweise festgefahrenen Ansichten war. Ob irgendwelche Obertöne im Konzertraum erklingen oder nicht - ob die CD diese nicht wiedergeben kann - all das bleibt Glaubenssache! Es gibt genug Obertonsänger, die CDs aufnehmen, und wohl glauben, das die Aufnahme jene Obertöne enthält. Es bleiben Behauptungen, die keiner wirklich nachprüfen kann. Interessant erscheint mir daran, das ein charismatischer Dirigent mit seinen Ideosynkrasien ein Orchester wie die Münchner Philharmoniker so dominieren konnte, das zu Lebzeiten keine CD-Aufnahmen des Orchesters mit Celibidache erschienen!
Die Aufnahmen seines Vorgängers Furtwängler in Mono geben die Faszination dieser Interpretationsweise trotz aller klanglichen Nachteile wieder. Auch Celibidache wird sich nun an den nachgelassenen Aufnahmen messen lassen müssen und nicht an mystischen Konzepten (so sympathisch mir diese manchmal sind!).
Herzliche Grüsse! Jörg
ab (05.12.2007, 18:24): Original von Nordolf Die Aufnahmen seines Vorgängers Furtwängler in Mono geben die Faszination dieser Interpretationsweise trotz aller klanglichen Nachteile wieder. Auch Celibidache wird sich nun an den nachgelassenen Aufnahmen messen lassen müssen und nicht an mystischen Konzepten (so sympathisch mir diese manchmal sind!).
Also, Furtwänglers Interpretationsweise in einen Topf mit Celibidaches werfen zu wollen kommt mir etwa so vor, wie zu behaupten, es gäbe keinen klanglichen Unterschied zwischen den Goldbergvariationen am Klavier oder gar Cembalo gespielt und in der Streichtriofassung. Beide Interpretationsweisen und Herangehensweise unterscheiden sich doch fundamental!
Nordolf (05.12.2007, 18:58): Original von ab Original von Nordolf Die Aufnahmen seines Vorgängers Furtwängler in Mono geben die Faszination dieser Interpretationsweise trotz aller klanglichen Nachteile wieder. Auch Celibidache wird sich nun an den nachgelassenen Aufnahmen messen lassen müssen und nicht an mystischen Konzepten (so sympathisch mir diese manchmal sind!).
Also, Furtwänglers Interpretationsweise in einen Topf mit Celibidaches werfen zu wollen kommt mir etwa so vor, wie zu behaupten, es gäbe keinen klanglichen Unterschied zwischen den Goldbergvariationen am Klavier oder gar Cembalo gespielt und in der Streichtriofassung. Beide Interpretationsweisen und Herangehensweise unterscheiden sich doch fundamental!
Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Mir ging es nicht darum diese beiden Zugänge in einen Topf zu werfen. Ich wollte sagen: - egal, was an Konzertatmosphäre oder Charisma oder Obertönen oder sonst was eine Rolle gespielt haben mag - im Endeffekt bleiben der Nachwelt die Aufnahmen. Und an diesen wird der Dirigent nun mal gemessen. Und ich denke, danach sollte man auch Celibidache beurteilen... Genauso wie man eben Furtwängler nach den Aufnahmen beurteilt - mögen sein Charisma oder die Konzertstimmung noch eine so große Rolle gespielt haben. Mit Celi gibt es für mich da keine Ausnahme...
Original von Nordolf Außerdem will ich alle hier auf die Dokumentation über Celibidache und die Berliner Philharmoniker hinweisen, die ich im "Videos Online"-Thread verlinkt habe.
Das hab ich schon gestern, beim überarbeiten des Textes oben angesprochen, da mir diese Serie in Guter Erinnerung geblieben war :wink (siehe Anfangsbeitrag)
Interessant erscheint mir daran, das ein charismatischer Dirigent mit seinen Ideosynkrasien ein Orchester wie die Münchner Philharmoniker so dominieren konnte, das zu Lebzeiten keine CD-Aufnahmen des Orchesters mit Celibidache erschienen!
Er hatte Anfangs viele Probleme mit dem Orchester, hauptsächlich, weil sie seine langen Probezeiten nicht in Kauf nehmen wollten. Immer wieder großen Krach und das nicht nur mit einzelnen des Orchesters! Als aber die Sääle regelmäßig brechend voll waren, "Celi" und Orchester mit Beifallsstürmen überrollt wurde, da war nachher Große Versöhnung zwischen Orchester und Sergiu! Und seitdem, machten Sie mehr oder weniger mit, was Celi mit Ihnen vorhatte. Trotz weiteren Wutausbrüchen und ungebührliches Betragen seitens Celi, auch in kommenden Jahren, verstanden SIe sich Gut! Die Vollen und Triumpfahlen Vorstellungen versöhnten das Orchester und Celi immer wieder, da sie letztendlich sahen, das Celi mit seiner Art Erfolg hatte.
Gruß Daniel
ab (05.12.2007, 21:35): Original von Nordolf Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Mir ging es nicht darum diese beiden Zugänge in einen Topf zu werfen. Ich wollte sagen: - egal, was an Konzertatmosphäre oder Charisma oder Obertönen oder sonst was eine Rolle gespielt haben mag - im Endeffekt bleiben der Nachwelt die Aufnahmen. Und an diesen wird der Dirigent nun mal gemessen. Und ich denke, danach sollte man auch Celibidache beurteilen... Genauso wie man eben Furtwängler nach den Aufnahmen beurteilt - mögen sein Charisma oder die Konzertstimmung noch eine so große Rolle gespielt haben. Mit Celi gibt es für mich da keine Ausnahme...
Da sind wir ja ganz einer Meinung! Wir können ihn ja leider nicht mehr nach Konzerten beurteilen... :I
cellodil (08.12.2007, 14:42): Original von ab
Wer - übrigens - wirklich gegen Aufnahmen ist, lässt nicht nebenher die Micros mitlaufen. Oder? Da dachter er womöglich doch auch an den Nachruhm?! :ignore
Lieber ab,
vielleicht dachte er ja an seine Erben, beziehungsweise die Nutznießer der Stiftung, denn die freuen sich ganz bestimmt... :haha
Meines Wissens sind das aber - abgesehen von illegalen und späterhin legalisierten Mitschnitten (habe ich mal einen gehört, der aber ziemlich grausige Aufnahmequalität hatte) - doch größtenteils Radio-Aufnahmen, bzw. -Übertragungen, die mitgeschnitten wurden... Kann aber auch sein, dass ich mich täusche.
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (08.12.2007, 15:09): Original von daniel5993 Hallo Sabine :hello,
Original von cellodil ... ich hatte das große Glück, Celibidache im Konzert zu erleben. Mir ist der Abend - obwohl er ziemlich lange zurückliegt - immer noch sehr präsent. War ganz sicher eine meiner großen Sternstunden am Konzerthimmel.
Ich war lange hin und her gerissen, ob ich mir wirklich Aufnahmen mit Celibidache kaufen soll. Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat. Aber, wenn ich eine der CDs höre, dann bin ich doch wieder dankbar, dass es diese Mitschnitte gibt. Naja: "Entweder man lebt, oder man ist konsequent" (Erich Kästner)
Liebe Grüße
Sabine
Wenn du irgendwann einmal Zeit und Ruhe findest, könntest du ja vielleicht noch genauer auf "deinen" Celibidache-Abend eingehen (z.B. Was gespielt wurde usw.. :thanks Das würd mich sehr interessieren und außerdem würde das diesem Thread Gut bekommen, wenn jemand mal etwas genauer über ein Erlebnis mit "Celi" berichtet, damit wir vielleicht ein wenig nachfühlen können, was bei solch einem Konzert im Raum war, mit Blick auf dieses Zitat"
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Lieber Daniel,
ich fürchte, ich kann über diesen Abend nicht schreiben, weil ich dem nicht einmal annähernd gerecht werden könnte. Und vielleicht auch, weil ich es nicht möchte, weil manches nicht in Worte zu fassen ist, ohne dass man dabei auch etwas kaputt macht.
Sorry...
Original von daniel5993 Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat.
Und was macht dann unser eins, der Celibidache nicht erlebt hat.
Da könnte ich jetzt mal frech zurückfragen, ob das mit CDs möglich ist, Celibidache zu "erleben".... Ich finde, das ist der entscheidende Punkt. Vielleicht fehlt mir ja die Phantasie, aber erleben kann ich persönlich Musik nur live und nicht von der Konserve.
Original von daniel5993 Ich finde, das Celi mehr an seine "Fans" hätte denken sollen, denn ohne Aufnahmen, wird man schnell vergessen!
Da wäre ich mir nicht so sicher...
Herzliche Grüße
Sabine
karajan (09.12.2007, 01:15): Original von daniel5993
Weiter bezeichnete er:
Sawallisch bezeichnete er als einen Hochschuldirektorder der ein langstreckenspezialist in Mezzoforte sei Karajan begeistere die Massen wie Coca Cola Lorin Maazel sei ein zweijähriges Kind, dass von Kant redet Toscanini habe überhaupt keine Musik gemacht, er sei eine Notenfabrik gewesen Karl Böhm habe in seinem leben noch keinen Takt Musik gemacht. Gern wurde er von Celibidache als "Kartoffelsack" bezeichnet Carlos Kleiber würde Musik viel zu schnell dirigieren, er habe daher niemals erfahren, was Musik wirklich sei
Hallo Daniel :hello
Wieder einmal hast du dir viel Mühe gemacht. Der Dirigent Celibidache hat keinen Platz bei mir im Schrank. Ich habe die 8.Bruckner auf Classica schon einigemale mir angehört aber die Interpretation liegt mir garnicht. Celibidache spielt so getragen, langsam wie eine Großmutter mit 90. Jedem das seine aber ich kann ihm nichts abgewinnen.
Zweitens das gerede über Dirigentenkollegen finde ich unglaublich. Wenn er über die wirklich großen Dirigenten sich äußert ist das nur Neid. Die Berliner Philharmoniker haben gewusst das auf Dauer Celibidache ihnen als Chefdirigent nicht behagt. Gott sei Dank haben sie ihn nicht als Chefdirigent genommen. Das hat nichts mit dem Maestro zu tun, denn Karajan hätte auch ohne Berlin und die Philharmoniker Karriere gemacht. Die Berliner wären heute nicht das was sie sind aber auch ihr Kurs geht langsam nach unten. Seit Karajans Tod sind die WP den BPO weit vorraus und die Lücke wird immer größer. Aber er war immer sehr sauer das er als Chef von den Berlinern abgelehnt wurde. Ein Carlos Kleiber und Dr Böhn und auch die anderen haben das nicht verdient. Gruß Andreas
Geboren: * 28. Juni 1912 in Roman/Rumänien Gestorben: † 14. August 1996 in La Neuville-sur-Essonne bei Paris
Sergiu Celibidache war ein deutscher Dirigent, rumänischer Abstammung. Eigentlich hieß er Sergiu Celibidachi, jedoch wurde in seinem deutsch Pass der letzte Buchstabe falsch eingetragen. Diesen Fehler führte er sein Ganzes Leben mit sich. Er studierte in Bukarest und Berlin, Philosophie und Musik. Sein Einstieg zum Erfolg, waren die Berliner Philharmoniker, welche er direkt nach dem Krieg zum ersten mal dirigiert hatte. Und auch im Nu hatte er die Herzen der Berliner Bevölkerung erobert und leitete von nun an die Berliner Philharmoniker als Ersatz für Wilhelm Furtwängler, welcher aufgrund seiner Vergangenheit im dritte Reich, gesperrt wurde. Celibidache wurde der Lichtblick der Berliner Nachkriegsjahre. Von 1945 bis 1952 leitete er Die Berliner Philharmoniker mit großem Erfolg, bis er 1952 von Furtwängler, welcher das Entnazifizierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen hatte wieder an der Spitze des Orchesters abgelöst, stand aber weiterhin dem Orchester als Gastdirigent zur Verfügung. In Celibidaches Vetrag stand, dass er solange der Chefdirigent der Berliner ist, bis Furtwängler "Entnazifiziert" war und wieder die Erlaubnis zum Führen eines Orchesters besaß. Zur großen Enttäuschung kam es nach dem Tod Furtwänglers, 1954, als er von den Berliner Philharmonikern nicht zum Chefdirigent und Nachfolger Furtwänglers gewählt wurde. Er konnte diese Abweisung, diese Enttäuschung sein Leben lang nicht überwinden! Mit ein Grund dafür war die Ablehnung von Plattenaufnahmen, zudem stellte er weitere Vorderungen wie z.B wollte er die älteren Mitglieder des Orchesters entlassen. Auch seine Verrenkungen, sein Auftreten war nicht jedermanns Sache. All dem Gegenüber stand Herbert von Karajan mit seine Galanten Art und seinem großen Interesse an Schallplattenaufnahmen. Nach seiner Ablehnung in Berlin, reiste Celibidache durch die Welt, in der er über Berlin von sich hat reden machen lassen. Er feierte weltweit große Erfolge. Aber erst 1979 band er sich wieder fest an ein Orchester, die Münchener Philharmoniker, welche er von da an 17 Jahre lang dirigierte, bis zu seinem Tod am 14. August 1996. Besonders in dieser Zeit wurde Celibidache das, für das man Ihn Heute kennt. Ein Mann für exrem Breite Tempi! In diesen 17 Jahren mit dem Münchenern, knüpfte er an die erfolgreiche Berliner Zeit an und feierte einen großen Erfolg nach dem anderen. Der Beweis dafür waren die nahezu immer ausverkauften Vorstellungen!
??? Warum war Celibidache gegen Studioaufnahmen, Konzertmitschnitte usw...? Warum kämpfte er Zeitlebens gegen die Veröffentlichung von Konzertmittschnitten?
"Celi" meinte, dass keine Platte wiedergeben könnte was im Raum war, auch die heutigen Digitalaufnahmen nicht. Schallplatten sind bestenfalls Fotographien eines lebendigen Geschehens.
"Die Schallplatte hat jede Schöpferrische und spontane Initiative getötet, der größten Teils ärmliche, ja katastrophale Zustand des Heutigen Musiklebens geht auf Ihr Konto. Der junge Musiker, speziell der junge Dirigent kriegt auf Ihr alles vorgekaut. Ich habe eine Haydn - Symphonie, 2 - 3 Monate lang intensiv studiert und zu entdecken versucht! Heute legen sich die jungen Herren ein Paar Platten auf und danach entscheiden sie: Ja, so mach ich das auch, wie der und der - Fürchterlich! Das Ende jeder Musikkultur!"
Neben dieser "Gefahr" war für Celi die technische Wiedergabe völlig unzulänglich.
"Die Mikrophone können ja nich einmal die Obertöne des Menschlichen Ohres aufnehmen. Man hört deshalb auf der Platte ganz andere Harmonien, eine ganz andere Instrumentation, ganz andere Kontrapunkte"
Weiter bezeichnete Celi die Schallplatte als tönende Pfandkuchen.
Der Schwierige Celibidache! Er hasste Kompromisse! Seine Ideen sollten von der Orchesterleitung stehts respektiert und vollkommen umgesetzt werden. Bei Celibidache waren Wutausbrüche an der Tagesordnung, auch nahm er kein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging sich über berühmte Musiker, Dirigenten, Kollegen zu äußern. Er führte zudem eine Schwarze Liste von Musikern, mit denen er auf keinen Fall mehr zusammenarbeiten wollte, wie Anne Sophie Mutter, Maurizio Pollini, Jessey Norman, Frank Peter Zimmermann. Zimmermann erzählte nach einer Zusammenarbeit, dass er schon nach der ersten Probe mit Celibidache, nicht mehr wusste, ob er die Geige rechts oder links herum halten sollte. Ich hab mal ein Paar Zitate rausgesucht, wie sich Celibidache gegenüber anderen musikalischen Persöhnlichkeiten verhielt und was er allgemein so von sich gab!
"Musik kommt aus der Stille und kehrt in die Stille zurück." (Sergiu Celibidache)
„Zu der Persönlichkeit des darstellenden Menschen gehört auch die Intelligenz. Man kann einen dummen Geiger von einem intelligenten Geiger unterscheiden. Wollen Sie, daß ich Ihnen Namen nenne? Nun, vielleicht wäre das ein wenig gefährlich. Es gibt schreckliche, wunderbare Instrumentalisten, die ganz dämliche, dumme Köpfe sind.“
„Eine wundervolle Konzertspielerin, geistvoll, charmant, durch und durch musikalisch. Viel Humor, viel Lebensfreude.“ (Celibidache über Clara Haskil)
„Ein großartiger Klavierspieler und ein wunderbar tiefgründiger Musiker.“ (Celibidache über Dinu Lipatti)
„Er phrasiert genauso wie ich, er behandelt das Klavier wie ein Orchester, er spielt absolut sinfonisch. Er verwandelt Tasten zu Flöten und Klarinetten.“
„Wie er es spielt, ist es richtig, nur so.“
„Es traf mich wie ein Blitz. Ich dankte Gott, daß er mich nicht zum Pianisten gemacht hatte. Wie sollte man gegen diesen genialen Musiker bestehen?“
„Er ist ein Genius.“
(Celibidache über Arturo Benedetti Michelangeli) Quelle: http://conbrio.de/musikbuch/celibidache/Celibidache.pdf
„Ich hasse die Solisten, die nicht nachdenken, die alles an den Haaren herbeiziehen und völlig willkürlich machen, was sie wollen.“
"Ich schimpfe nicht. Ich ziehe nicht her. Wenn ich zu einer Situation befragt werde, sage ich das, was ich denke und dabei lege ich offensichtlich den Nerv des modernen Musiklebens bloß mit seinen üblen Auswüchsen. (Sergiu Celibidache) Quelle:http://hiller-neuenbuerg.de/celibueinh.htm
"Was steht in der Partitur? Alles, nur das wesentliche nicht!"
Weiter bezeichnete er:
Sawallisch bezeichnete er als einen Hochschuldirektorder der ein langstreckenspezialist in Mezzoforte sei Karajan begeistere die Massen wie Coca Cola Lorin Maazel sei ein zweijähriges Kind, dass von Kant redet Toscanini habe überhaupt keine Musik gemacht, er sei eine Notenfabrik gewesen Karl Böhm habe in seinem leben noch keinen Takt Musik gemacht. Gern wurde er von Celibidache als "Kartoffelsack" bezeichnet Carlos Kleiber würde Musik viel zu schnell dirigieren, er habe daher niemals erfahren, was Musik wirklich sei
Hier ein Paar Videomittschnitte verschiedener Konzerte:
Beethoven: Egmont Ouvertüre Celibidache/LSO Musics from "Pictures at an Exhibition" 1/2 Celibidache/LSO Musics from "Pictures at an Exhibition" 2/2 Young Celibidache in 1946 Celibidache Rehearses Bruckner's Ninth Ravel - Bolero (Teil 1) Ravel - Bolero (Teil 2) Ravel - Bolero (Teil 3)
Zudem hatte "Nordolf" mal unter "Videoclips - online" ein sechteiligen Probemittschnitt "veröffentlicht, welcher hier ganz unten auf der Seite zu finden ist.
Celi war gegen die Oper, niemals hat er eine Oper dirigiert. Er war gegen die Oper als Kunstform, weil er davon überzeugt war, dass Wort und Musik verschiedene Kräfte besäßen und grundsätzlich unvereinbar seien. Weiter meinte "Celi", dass das bei Geistlicher Musik anders sei, da der Text im Wesentlichen bekannt sei und eine bestimmte Aura trage.
??? Was ist meine Meinung zu Sergiu Celibidache?
Habe mich bisher nur wenig mit Ihm beschäftigt. Ich liebe seine langsamen Tempi! Der Mensch Celibidache ist mir überhaupt nicht Sympatisch, aber seine Strickte Einstellung, "keine Kompromisse" finde ich bemerkenswert, dieser "freche" "Dickkopf" Celibidache, der seine Musikalischen Forderungen zu 100 % durchzubringen wusste, den Celibidache bewundere ich, eine Starke Einstellung. Ein Mann der keinen Schritt zurrück ging, der das Wort Kompromiss wohl nicht kannte. Ein Mann der zu 100% wusste was er wollte! Er wird wohl in Zukunft in meiner Sammlung eine besondere Rolle spielen. Mozarts Requiem 626 konnte ich Probehören. Es ist dermaßen Auseinandergezogen und verbreitert und doch! Wer diesen langen Atem hat und liebt, für den ist es ein Segen und eine Aufnahme zum :down:down!
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/1830851.jpg
Zudem ist die große C-dur Symphonie von Schubert unter Celibidache der Wahnsinn! Noch nie soo schön gehört! Oder die "Bilder einer Ausstellung", langsam aber Gewaltig und Kraftvoll - Herrlich und zum :down. Oder Beethovens 9! Diese drei Beispiele haben sich bei mir eingebrannt!
Auch habe ich viele Bruckner Mitschnitte gehört und kann nur sagen es ist tolle Musik, aber die Leistungen Celi's und der Münchener Philharmoniker kann ich aufgrund von fehlenden Vergleichen nicht einschätzen, beurteilen.
Ein größeres Hindernis ist der Preis seiner von der EMI verkauften CD's! Viel zu teuer und wohl der wichtigste Grund, warum ich mich noch nicht vollkommen auf Celibidache eingelassen habe! Nach und nach werde ich mich vereinzelten Werken unter Celi zuwenden und dann nach und nach hier in diesem Thread meinen Eindruck kundtun.
??? Warum zog "Celi" die Musik in die Breite?
Den Ausdruck, den er lebte, besonders in späteren Jahren war der, dass er die Musik "Interpretation" in die Breite zog, da wie er meinte so viel schönes auf einmal, das Ohr nicht fassen könnte und damit all diese Herrlichkeiten doch erfassbar fürs Ohr gemacht werden, zog er die Musik mit all Ihrer Tiefe in die Breite, damit auch das verstanden wird, was einfach verloren geht im Zuge der Schnelligkeit.
Durch den Celibidache Zyklus "Die großen Stars der Musik" im Oktober habe ich einen großen (tiefen) Einblick in die Musik, sowie des Lebens des Herrn Sergiu Celibidache bekommen. Abschließend kann ich eines sagen, das der Mensch Celibidache in meinen Augen ein unangenehmer, herrischer Diktator, ein eher "Widerlicher" Mensch war, was man aus Interviews und Zitaten deutlich raushören konnte.
? Was könnt Ihr über Sergiu Celibidache sagen? Vereinzelt sieht man ja in "Was höre ich jetzt" Aufnahmen mit Celibidache! ? Mögt Ihr die Art, wie er Musik fabriziert, was er durch die Breiten Tempi von Musik versteht? ? Er war ja besonders ein Dirigent für Bruckner! Wie schätzt Ihr seinen Bruckner ein, liebt Ihr Ihn? ? Und zuletzt, was muss auch ein nicht Celibidache - Fan von seinen Aufnahmen besitzen?
Gruß Daniel :cool
HenningKolf (04.12.2007, 22:02): Zunächst vielen Dank für die sicherlich arbeitsintensive Erstellung der Fadeneröffnung.
"Ein größeres Hindernis ist der Preis seiner von der EMI verkauften CD's! Viel zu teuer und wohl der wichtigste Grund, warum ich mich noch nicht vollkommen auf Celibidache eingelassen habe! Nach und nach werde ich mich vereinzelten Werken unter Celi zuwenden und dann nach und nach hier in diesem Thread meinen Eindruck kundtun."
Wohl wahr. Deshalb habe ich mich mit Celi noch nicht intensiv beschäftigt. Was ich von ihm kenne, kenne ich aus dem Radio!
Beeindruckt war ich von einer Aufnahme von R.-Korsakows Scheherazade. Keine Ahnung, ob das von einer CD oder etwas Rundfunkeigenes war..Jedenfalls brummte und summte der Dirigent nicht überhörbar mit. Hat mich aber überhaupt nicht gestört, fand das überaus gelungen
Das was ich an Bruckneraufnahmen von ihm gehört habe, fand ich zwar - insbesondere die Tempi betreffend - stets sehr speziell, aber auch stets gut. Weil es Radio-Gelegenheitshören war, kann ich aber noch nicht mal sagen, ob ich nur die Münchner auf EMI gehört habe oder auch ältere Einspielungen.
Da 2008 bei mir ein Brucknerjahr werden soll, überleg ich mir schon, Geld zu investieren. Immerhin hat EMI die Geldschraube ja etwas gelockert, weil es die komplette Celibidache-Edition - nicht nur Bruckner, sondern alles was er für EMI eingespielt hat betreffend - gibt. Ich hoffe, dass die 200 Euro, die im marketplace bei amazon stehen, nicht zementiert sind (handelt sich immerhin um 33 CDs, der Stückpreis ist dann durchaus im Rahmen). Sicherlich müßte ich dann in Kauf nehmen, dass einiges mir gar nicht gefällt, das würde bei den extremen Tempi nicht ausbleiben. Was bei Bruckner passt muss nicht zu Beethoven passen. Was ich an Bruckneraufnahmen gehört habe ist auch schon eine Gratwanderung mit Absturzgefahr. In meinen Ohren ist er aber nicht abgestürzt.
Bin gespannt, ob sich hier jemand eingehender mit Celi auskennt...
Gruß Henning
daniel5993 (04.12.2007, 22:33): Abend Henning!
Beeindruckt war ich von einer Aufnahme von R.-Korsakows Scheherazade. Keine Ahnung, ob das von einer CD oder etwas Rundfunkeigenes war..Jedenfalls brummte und summte der Dirigent nicht überhörbar mit. Hat mich aber überhaupt nicht gestört, fand das überaus gelungen
Das ist schön zu hören! Das war wohl diese mit den Münchenern.
https://www.jpc.de/image/w300/front/0/4521820.jpg
Das was ich an Bruckneraufnahmen von ihm gehört habe, fand ich zwar - insbesondere die Tempi betreffend - stets sehr speziell, aber auch stets gut. Weil es Radio-Gelegenheitshören war, kann ich aber noch nicht mal sagen, ob ich nur die Münchner auf EMI gehört habe oder auch ältere Einspielungen.
Da stellt sich mir eine weitere Frage: Kann jemand eventuelle Unterschiede zwischen diesen beiden Bruckner "fast Gesamtaufnahmen" nennen? Außer dem Preislichen Unterschied?
https://www.jpc.de/image/w300/front/0/3996063.jpg
Symphonien Nr. 3-5, 7-9 Swedish RSO, RSO Stuttgart, Sergiu Celibidache
https://www.jpc.de/image/w300/front/0/8627121.jpg
Bruckner Symphonien Nr. 3-9;Messe Nr. 3; Te Deum;Proben zur Symphonie Nr. 9 Price, Soffel, München PO & Chor, Celibidache
Diese Gesamten EMI Einspielung hätte ich mir längst gegönnt, wenn ich wüsste, ob Sie in echten CD-Hüllen verpackt sind! Eigentlich spricht ja alles dagegen, aber bei einem Ausländischen Händler, gibts diese Edition, abgelichtet mit CD-Hüllen, was mich wieder hoffen lässt! Rachmaninov hatte diese Gesamtedition irgentwo mal kurz erwähnt! Wie dankbar wäre ich doch demjenigen, der mir sagt, dass diese Edition tatsächlich in echten CD-Hüllen verpackt ist :D!
Bin gespannt, ob sich hier jemand eingehender mit Celi auskennt... Bei "Liegnitz" sieht man des öffteren Celibidache Cover, ansonsten wäre ich doch sehr überrascht, wenn sich hier einer mit Celibidache auskennt! Derjenige konnte das dann gut verbergen!
Gruß Daniel
daniel5993 (04.12.2007, 22:34): "Dass es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes." (Sergiu Celibidache)
Pollux (04.12.2007, 23:30): Hallo Daniel, auskennen ist wohl zu viel gesagt, doch habe ich immerhin folgende EMI-CD's aus Celibidaches Münchener Zeit:
Brahms: 1.Sinfonie, Deutsches Requiem Schumann: Sinfonien 3 und 4 Tschaikowski: Pathétique Beethoven: Sinfonien 3 und 9 Bruckner: Sinfonien 3, 4, 5, 6, 7, 9 sowie das Te Deum
Außer bei Bruckner habe ich von allen genannten Werken mindestens zwei alternative Einspielungen, denen ich auch durchweg den Vorzug vor Celis Interpretationen gebe. Bei Bruckner fehlt mir mit Ausnahme der Sinfonien 4 und 7 der Vergleich, zudem bin ich noch dabei, die Werke überhaupt erst kennenzulernen, und ich habe nicht oft Lust dazu, mir 80 bis 90 Minuten lange Bruckner-Sinfonien anzuhören.
Um Genaueres zu sagen, müsste ich mir die Celi-CD's mal wieder anhören, dann berichte ich gerne von meinen Eindrücken. Für jetzt nur so viel: das Schneckentempo bekommt für meinen Geschmack weder Brahms, noch Schumann und schon gleicih gar nicht Beethoven.
daniel5993 (05.12.2007, 00:03): Abend Pollux,
Brahms: 1.Sinfonie, Deutsches Requiem Schumann: Sinfonien 3 und 4 Tschaikowski: Pathétique Beethoven: Sinfonien 3 und 9 Bruckner: Sinfonien 3, 4, 5, 6, 7, 9 sowie das Te Deum
Ganz besonders interessieren würde mich bei deiner Aufzählung, deine Meinung zu Tschaikowsky's "Pathetique" unter Celibidache, wenn möglich im Vergleich zu anderen Aufnahmen.
Gruß Daniel
Pollux (05.12.2007, 00:35): Hallo Daniel, dazu habe ich mich bereits im Pathétique/Bernstein-Thread geäußert, wenn auch nur oberflächlich. Das nächste Pathétique-Vergleichshören wird wohl noch etwas warten müssen, dann werde ich gerne ausführlkicher.
Gruß, Pollux
cellodil (05.12.2007, 09:08): ... ich hatte das große Glück, Celibidache im Konzert zu erleben. Mir ist der Abend - obwohl er ziemlich lange zurückliegt - immer noch sehr präsent. War ganz sicher eine meiner großen Sternstunden am Konzerthimmel.
Ich war lange hin und her gerissen, ob ich mir wirklich Aufnahmen mit Celibidache kaufen soll. Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat. Aber, wenn ich eine der CDs höre, dann bin ich doch wieder dankbar, dass es diese Mitschnitte gibt. Naja: "Entweder man lebt, oder man ist konsequent" (Erich Kästner)
Liebe Grüße
Sabine
ab (05.12.2007, 09:10): Original von daniel5993
Da stellt sich mir eine weitere Frage: Kann jemand eventuelle Unterschiede zwischen diesen beiden Bruckner "fast Gesamtaufnahmen" nennen? Außer dem Preislichen Unterschied?
In Stuttgart interpretierter er noch wesentlich straffer und rascher. In München wurde er immer langsamer und ließ die Musik ganz von sich heraus schließlich ganz aus dem Moment heraus entstehen. Das ist ein völlig anti-dramatischer Zugang par excellence. Die langsamen Tempi bewirken aber auch, dass in manchen Aufnahmen die Obertöne und die Räumlichkeit einfach nicht mehr zu hören sind und daher der Eindruck entsteht, Celi habe die Spannung nicht halten können, was wohl im Konzert nicht der Fall war. Aus eben diesem Grund kann ich eigentlich nur die 4. Bruckners bei der EMI wirklich empfehlen.
Es lohnt sich, Celibidache zunächst nicht über seine Aufnahmen, sondern anfangs über seine Filme wie "Der Garten des Celebidache" kennen zu lernen! Man muss nämlich bei ihm lernen, ganz anders zu hören - sozusagen richtig zu-hören - als sonst gemeinhin üblich.
Aus der EMI-Zeit fand ich noch besonders interessant den Debussy. Da hoffe ich schon lange auf einen vernünftigen Preis...
Ich lernte vor Jahren einmal einen jungen Rezensenten einer großen Münchner Tageszeitung kennen, der mir berichtete, man sei irgendwie süchtig nach den Celi-Klang geworden und hätte schon sehnsüchtig der nächsten monatliche Dosis entgegengeharrt; selbst wenn man eigentlich nicht so von dem Konzept angetan gewesen sei.
Wer - übrigens - wirklich gegen Aufnahmen ist, lässt nicht nebenher die Micros mitlaufen. Oder? Da dachter er womöglich doch auch an den Nachruhm?! :ignore
HenningKolf (05.12.2007, 09:24): Original von ab Die langsamen Tempi bewirken aber auch, dass in manchen Aufnahmen die Obertöne und die Räumlichkeit einfach nicht mehr zu hören sind und daher der Eindruck entsteht, Celi habe die Spannung nicht halten können, was wohl im Konzert nicht der Fall war. Aus eben diesem Grund kann ich eigentlich nur die 4. Bruckners bei der EMI wirklich empfehlen.
so ganz verstehe ich nicht, inwieweit die langsamen Tempi Obertöne und Räumlichkeit so beeinflussen, dass das Konzept auf CD nicht mehr funktioniert..........oder ist das eine Frage der Wiedergabetechnik??
Gruss Henning
ab (05.12.2007, 09:32): Original von HenningKolf
so ganz verstehe ich nicht, inwieweit die langsamen Tempi Obertöne und Räumlichkeit so beeinflussen, dass das Konzept auf CD nicht mehr funktioniert..........oder ist das eine Frage der Wiedergabetechnik??
Gruss Henning
Es ist eine Frage der Wiedergabetechnik, was zu hören ist. Celi spielte so langsam, damit sich die einzelnen Töne im Raum sozusagen ausbreiten konnten. Dies ist auf Aufnahme kaum mehr herauszuhören, sondern muss fast hineindenkend hinzu-gehört werden. Das besagt nichts darüber, ob sein Konzept auf CD nicht mehr funktioniert.
Rachmaninov (05.12.2007, 10:41): Original von ab
Es ist eine Frage der Wiedergabetechnik, was zu hören ist. Celi spielte so langsam, damit sich die einzelnen Töne im Raum sozusagen ausbreiten konnten.
Kenne bisher keine seiner Aufnahmen, frage mich aber, ob ich dies überhaupt hören will bei Deiner Beschreibung.
daniel5993 (05.12.2007, 10:49): Original von ab Es lohnt sich, Celibidache zunächst nicht über seine Aufnahmen, sondern anfangs über seine Filme wie "Der Garten des Celebidache" kennen zu lernen! Man muss nämlich bei ihm lernen, ganz anders zu hören - sozusagen richtig zu-hören - als sonst gemeinhin üblich.
Guten Morgen ab,
Daran hatte ich auch schon gedacht, da ich das selbst kenne, das über hören und sehen der "Einstieg" viel einfacher ist und aufregender. In dieser Sendung von der ich oben gesprochen hatte, wurde kurz über diesen Film (Dokumentation) berichtet. Aber so weit ich richtig gesehen habe, liegt das günstigste und einzige Angebot bei 65 €!
daniel5993 (05.12.2007, 10:56): Original von Rachmaninov Original von ab
Es ist eine Frage der Wiedergabetechnik, was zu hören ist. Celi spielte so langsam, damit sich die einzelnen Töne im Raum sozusagen ausbreiten konnten.
Kenne bisher keine seiner Aufnahmen, frage mich aber, ob ich dies überhaupt hören will bei Deiner Beschreibung.
Hallo Sergej,
Ausprobieren! Man sollte sich aber von vorn herein im Klaren sein, was einen in etwa erwartet in Bezug auf die Langsamkeit!
Du kannst ja oben in die Musikbeispiele reinhören und dir selbst ein Bild machen, ich denke, das man das bei den "Bildern einer Ausstellung" sehr Gut raushört (ich meine seinen Stil). Und dort kann man ja selbst mithören, ob diese Töne wirklich im Raum verschwinden, oder ob man es überhaupt hört.
Gruß Daniel
daniel5993 (05.12.2007, 13:34): Original von ab Wer - übrigens - wirklich gegen Aufnahmen ist, lässt nicht nebenher die Micros mitlaufen. Oder? Da dachter er womöglich doch auch an den Nachruhm?! :ignore
Hallo ab,
Das hab ich auch nicht verstanden! Von "heimlichen Konzertmittschnitten" kann man ja wohl nicht ausgehen! Aber was trotzdem verrückt ist, dass Celibidache in seinem Testament geschrieben hat, das keine Seiner Aufnahmen nach seinem Tod veröffentlicht werden sollten! Sein Sohn hatte ja die Macht, die Konzertmittschnitte freizugeben! Celibidache wusste das und meinte nur, das sein Sohn seinen Willen kenne, jedoch muss er selbst wissen was richtig ist, nach seinem Tod! Und als der Markt von Aufnahmetechnisch schlechtesten Aufnahmen "überflutet" wurde und die "nicht Celibidache Fans" nur diesen Schund hörten und daraufhin Sergiu Celibidache als vorsichtig ausgedrückt schlechten Dirigenten abstempelten, war die Geduld des Sohnes (Serge Celibidachi) Celibidaches am Ende und um die Künste seines Vaters ins Richtige, wahrhaftige Licht zu stellen, hat er gegen den Willen seines Vaters, einen Konzertmittschnitt nach dem anderen freigegeben. Und um sein Gewissen zu beruhigen und der Sache einen Guten Kern zu geben, welches auch sein Vater gewünscht hätte, geht der volle Erlös dieser Aufnahmen in eine Humanitäre und eine Musikalische Stiftung. Deswegen weiß ich nicht, wie und warum solche Konzertmittschnitte überhaupt aufgenommen wurden, wo Celi doch die Macht hatte, dieses zu unterbinden! Eine wohl unlösbare Frage? Ich denke nicht! Vielleicht erfahren wir es irgentwann einmal.
"Da das Geldverdienen mit Tonträgern gegen die Prinzipien meines Vaters verstößt, haben meine Mutter und ich beschlossen, den Verkaufserlös der Editionen, anderen Menschen zu Gute kommen zu lassen. Anderen zu Helfen war stehts ein wichtiges Anliegen meines Vaters. In diesem Sinne werden wir mit diesen Einkünften zwei größere Stiftungen gründen, eine Musikalische und eine Humanitäre. Zu guterletzt möchten wir alle Käufer einer Celibidache CD darum Bitten, inne zu halten und kurz zu bedenken in was für einer Welt wir leben und wie diese Welt zu verbessern wäre. Dieser Gedanke braucht nicht mehr Zeit in Anspruch zu nehmen als es dauert, eine CD aus Ihrer Verpackung zu nehmen und in das Abspielgerät zu legen." (Serge Ioan Celibidachi, Sohn von Sergiu Celibidache)
Die eine Stiftung wurde "Die Sergiu Celibidache Stifftung" genannt Die andere heißt "Essy Help" , welche sich um soziale Notstände kümmert, bei Umweltkatastrophen hilft, Waisenhäuser und Krankenhäuser in Tibet Rumänien und anderen Ländern baut und unterhällt.
Ich finde, dass er bei all seiner "manchmal" "draufgängerischen" "Rücksichtslosen" und "frechen" Art, sein Herz doch auf der Richtigen Seite hatte!
Original von cellodil ... ich hatte das große Glück, Celibidache im Konzert zu erleben. Mir ist der Abend - obwohl er ziemlich lange zurückliegt - immer noch sehr präsent. War ganz sicher eine meiner großen Sternstunden am Konzerthimmel.
Ich war lange hin und her gerissen, ob ich mir wirklich Aufnahmen mit Celibidache kaufen soll. Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat. Aber, wenn ich eine der CDs höre, dann bin ich doch wieder dankbar, dass es diese Mitschnitte gibt. Naja: "Entweder man lebt, oder man ist konsequent" (Erich Kästner)
Liebe Grüße
Sabine
Wenn du irgendwann einmal Zeit und Ruhe findest, könntest du ja vielleicht noch genauer auf "deinen" Celibidache-Abend eingehen (z.B. Was gespielt wurde usw.. :thanks Das würd mich sehr interessieren und außerdem würde das diesem Thread Gut bekommen, wenn jemand mal etwas genauer über ein Erlebnis mit "Celi" berichtet, damit wir vielleicht ein wenig nachfühlen können, was bei solch einem Konzert im Raum war, mit Blick auf dieses Zitat"
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat.
Und was macht dann unser eins, der Celibidache nicht erlebt hat. Sollen wir uns an Erlebnissen anderer nähren? "Celi" hätte in dieser Hinsicht auch an uns denken sollen, die aus welchen Gründen auch immer ihn nicht live erleben konnten und außerdem ist es auch für die, die Ihn Live erlebt hatten nur Positiv! Sie können durch Aufnahmen, die Erlebnisreichen Abende wieder ans Licht holen, sich zurrückversetzten in "Sternstunden" der Musik! Ich finde, das Celi mehr an seine "Fans" hätte denken sollen, denn ohne Aufnahmen, wird man schnell vergessen! Vielleicht war er ja manchmal wankelmütig und hat desshalb ab und zu ein Konzert mitschneiden lassen, in Gedanken an seine Nachwelt?! Das wäre doch eine Lösung auf die Frage, warum so manches mal doch ein Konzert mitgeschnitten wurde, obwohl Celibidache die Macht besaß, jedes Mikrophon aus den Säälen zu verbannen?!
Ich muss sagen, dass ich kein Celibidache Fan bin (vielleicht sollte ich sagen noch nicht), aber dieses "Phänomen" Celibidache macht mich sehr neugierig!
Gruß Daniel
Rachmaninov (05.12.2007, 14:17): Original von daniel5993
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Also, das sind doch irgendwie Phrasen wenn man das mal kritisch betrachtet. Völlig klare Wahrheiten. Darf ich dann nur noch ins Konzert, spezielle Konzertshallen oder was?
daniel5993 (05.12.2007, 14:31): Original von Rachmaninov Original von daniel5993
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Also, das sind doch irgendwie Phrasen wenn man das mal kritisch betrachtet. Völlig klare Wahrheiten. Darf ich dann nur noch ins Konzert, spezielle Konzertshallen oder was?
Völlig klare Wahrheiten. Richtig, auch ich als Nicht-Konzertbesucher kann mir das denken! Aber nur die Sprüche der "Großen" werden irgendwie berühmt, so einfach Sie auch sind.
Da hab ich noch einen :D
"Wo findet Musik statt? Nicht auf der Bühne, nicht auf dem Instrument, sondern im Bewusstsein" (Sergiu Celibidache)
Gruß Daniel :rofl
PS: Die Hauptsache ist doch, das wir uns mit Ihm beschäftigen :J
ab (05.12.2007, 15:11): Original von daniel5993 Aber was trotzdem verrückt ist, dass Celibidache in seinem Testament geschrieben hat, das keine Seiner Aufnahmen nach seinem Tod veröffentlicht werden sollten!
Das Kafka-Syndrom halt. Dort hieß der Unhold Max Brod, hier halt Serge.
( Nun das Werk Kafkas hätte man wirklich lieber verbrennen sollen :ignore besser gesagt, er selbst hätte es tun müssen/sollen. )
Nordolf (05.12.2007, 17:30): Hallo Daniel!
Danke für Deinen mal wieder sehr persönlichen Text!
Ich habe auf dem ZDF-Theaterkanal vor längerer Zeit eine spannende Sendung über ihn und seine Interpretation der Ravel'schen "Daphnis und Chloe"-Suite gesehen. Außerdem will ich alle hier auf die Dokumentation über Celibidache und die Berliner Philharmoniker hinweisen, die ich im "Videos Online"-Thread verlinkt habe.
Auf CD besitze ich die Tschaikowsky-Pathetique von EMI und einen Bootleg mit der 9. Symphonie von Dvorak.
Seine Herangehensweise an Tschaikowsky will mir nicht einleuchten. Es ist gar nicht mal die Langsamkeit - ein Bernstein brannte mit solchen Tempi im Jahre 1986 emotionale Feuerwerke ab. Es ist das völlig unnötige Zerdehnen der Melodien und Harmonien - für Celibidache durfte Tschaikowsky wohl auf jeden Fall nicht schön klingen. Diese Schönheit hat er einer Zähheit geopfert, von der ich auch nicht zu glauben bereit bin, das sie live funktionieren soll. Einzelne Momente transportieren eine gewisse Tiefe - ein Hinein-Gehen in die Musik. Insgesamt aber würde ich diese 6. nur Hörern empfehlen, die sowieso schon Aufnahmen der Symphonie haben, mit denen sie glücklich sind und die mal was ganz Anderes hören wollen.
Celibidache finde ich von seinen Auffassungen her sehr interessant - zumindest reflektierte er die eigene Arbeit als Dirigent. Seine spirituelle Einstellung zur Musik gefällt mir sehr gut. Aber diese Reflexionen konnten nicht verhindern, das er schlicht ein Ideologe mit teilweise festgefahrenen Ansichten war. Ob irgendwelche Obertöne im Konzertraum erklingen oder nicht - ob die CD diese nicht wiedergeben kann - all das bleibt Glaubenssache! Es gibt genug Obertonsänger, die CDs aufnehmen, und wohl glauben, das die Aufnahme jene Obertöne enthält. Es bleiben Behauptungen, die keiner wirklich nachprüfen kann. Interessant erscheint mir daran, das ein charismatischer Dirigent mit seinen Ideosynkrasien ein Orchester wie die Münchner Philharmoniker so dominieren konnte, das zu Lebzeiten keine CD-Aufnahmen des Orchesters mit Celibidache erschienen!
Die Aufnahmen seines Vorgängers Furtwängler in Mono geben die Faszination dieser Interpretationsweise trotz aller klanglichen Nachteile wieder. Auch Celibidache wird sich nun an den nachgelassenen Aufnahmen messen lassen müssen und nicht an mystischen Konzepten (so sympathisch mir diese manchmal sind!).
Herzliche Grüsse! Jörg
ab (05.12.2007, 18:24): Original von Nordolf Die Aufnahmen seines Vorgängers Furtwängler in Mono geben die Faszination dieser Interpretationsweise trotz aller klanglichen Nachteile wieder. Auch Celibidache wird sich nun an den nachgelassenen Aufnahmen messen lassen müssen und nicht an mystischen Konzepten (so sympathisch mir diese manchmal sind!).
Also, Furtwänglers Interpretationsweise in einen Topf mit Celibidaches werfen zu wollen kommt mir etwa so vor, wie zu behaupten, es gäbe keinen klanglichen Unterschied zwischen den Goldbergvariationen am Klavier oder gar Cembalo gespielt und in der Streichtriofassung. Beide Interpretationsweisen und Herangehensweise unterscheiden sich doch fundamental!
Nordolf (05.12.2007, 18:58): Original von ab Original von Nordolf Die Aufnahmen seines Vorgängers Furtwängler in Mono geben die Faszination dieser Interpretationsweise trotz aller klanglichen Nachteile wieder. Auch Celibidache wird sich nun an den nachgelassenen Aufnahmen messen lassen müssen und nicht an mystischen Konzepten (so sympathisch mir diese manchmal sind!).
Also, Furtwänglers Interpretationsweise in einen Topf mit Celibidaches werfen zu wollen kommt mir etwa so vor, wie zu behaupten, es gäbe keinen klanglichen Unterschied zwischen den Goldbergvariationen am Klavier oder gar Cembalo gespielt und in der Streichtriofassung. Beide Interpretationsweisen und Herangehensweise unterscheiden sich doch fundamental!
Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Mir ging es nicht darum diese beiden Zugänge in einen Topf zu werfen. Ich wollte sagen: - egal, was an Konzertatmosphäre oder Charisma oder Obertönen oder sonst was eine Rolle gespielt haben mag - im Endeffekt bleiben der Nachwelt die Aufnahmen. Und an diesen wird der Dirigent nun mal gemessen. Und ich denke, danach sollte man auch Celibidache beurteilen... Genauso wie man eben Furtwängler nach den Aufnahmen beurteilt - mögen sein Charisma oder die Konzertstimmung noch eine so große Rolle gespielt haben. Mit Celi gibt es für mich da keine Ausnahme...
Original von Nordolf Außerdem will ich alle hier auf die Dokumentation über Celibidache und die Berliner Philharmoniker hinweisen, die ich im "Videos Online"-Thread verlinkt habe.
Das hab ich schon gestern, beim überarbeiten des Textes oben angesprochen, da mir diese Serie in Guter Erinnerung geblieben war :wink (siehe Anfangsbeitrag)
Interessant erscheint mir daran, das ein charismatischer Dirigent mit seinen Ideosynkrasien ein Orchester wie die Münchner Philharmoniker so dominieren konnte, das zu Lebzeiten keine CD-Aufnahmen des Orchesters mit Celibidache erschienen!
Er hatte Anfangs viele Probleme mit dem Orchester, hauptsächlich, weil sie seine langen Probezeiten nicht in Kauf nehmen wollten. Immer wieder großen Krach und das nicht nur mit einzelnen des Orchesters! Als aber die Sääle regelmäßig brechend voll waren, "Celi" und Orchester mit Beifallsstürmen überrollt wurde, da war nachher Große Versöhnung zwischen Orchester und Sergiu! Und seitdem, machten Sie mehr oder weniger mit, was Celi mit Ihnen vorhatte. Trotz weiteren Wutausbrüchen und ungebührliches Betragen seitens Celi, auch in kommenden Jahren, verstanden SIe sich Gut! Die Vollen und Triumpfahlen Vorstellungen versöhnten das Orchester und Celi immer wieder, da sie letztendlich sahen, das Celi mit seiner Art Erfolg hatte.
Gruß Daniel
ab (05.12.2007, 21:35): Original von Nordolf Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Mir ging es nicht darum diese beiden Zugänge in einen Topf zu werfen. Ich wollte sagen: - egal, was an Konzertatmosphäre oder Charisma oder Obertönen oder sonst was eine Rolle gespielt haben mag - im Endeffekt bleiben der Nachwelt die Aufnahmen. Und an diesen wird der Dirigent nun mal gemessen. Und ich denke, danach sollte man auch Celibidache beurteilen... Genauso wie man eben Furtwängler nach den Aufnahmen beurteilt - mögen sein Charisma oder die Konzertstimmung noch eine so große Rolle gespielt haben. Mit Celi gibt es für mich da keine Ausnahme...
Da sind wir ja ganz einer Meinung! Wir können ihn ja leider nicht mehr nach Konzerten beurteilen... :I
cellodil (08.12.2007, 14:42): Original von ab
Wer - übrigens - wirklich gegen Aufnahmen ist, lässt nicht nebenher die Micros mitlaufen. Oder? Da dachter er womöglich doch auch an den Nachruhm?! :ignore
Lieber ab,
vielleicht dachte er ja an seine Erben, beziehungsweise die Nutznießer der Stiftung, denn die freuen sich ganz bestimmt... :haha
Meines Wissens sind das aber - abgesehen von illegalen und späterhin legalisierten Mitschnitten (habe ich mal einen gehört, der aber ziemlich grausige Aufnahmequalität hatte) - doch größtenteils Radio-Aufnahmen, bzw. -Übertragungen, die mitgeschnitten wurden... Kann aber auch sein, dass ich mich täusche.
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (08.12.2007, 15:09): Original von daniel5993 Hallo Sabine :hello,
Original von cellodil ... ich hatte das große Glück, Celibidache im Konzert zu erleben. Mir ist der Abend - obwohl er ziemlich lange zurückliegt - immer noch sehr präsent. War ganz sicher eine meiner großen Sternstunden am Konzerthimmel.
Ich war lange hin und her gerissen, ob ich mir wirklich Aufnahmen mit Celibidache kaufen soll. Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat. Aber, wenn ich eine der CDs höre, dann bin ich doch wieder dankbar, dass es diese Mitschnitte gibt. Naja: "Entweder man lebt, oder man ist konsequent" (Erich Kästner)
Liebe Grüße
Sabine
Wenn du irgendwann einmal Zeit und Ruhe findest, könntest du ja vielleicht noch genauer auf "deinen" Celibidache-Abend eingehen (z.B. Was gespielt wurde usw.. :thanks Das würd mich sehr interessieren und außerdem würde das diesem Thread Gut bekommen, wenn jemand mal etwas genauer über ein Erlebnis mit "Celi" berichtet, damit wir vielleicht ein wenig nachfühlen können, was bei solch einem Konzert im Raum war, mit Blick auf dieses Zitat"
"Keine Platte kann wiedergeben, was im Raum war, auch heute in digital nicht!"(Sergiu Celibidache)
Lieber Daniel,
ich fürchte, ich kann über diesen Abend nicht schreiben, weil ich dem nicht einmal annähernd gerecht werden könnte. Und vielleicht auch, weil ich es nicht möchte, weil manches nicht in Worte zu fassen ist, ohne dass man dabei auch etwas kaputt macht.
Sorry...
Original von daniel5993 Denn eigentlich finde ich, dass er mit seiner Haltung gegen die Konserve völlig recht hat.
Und was macht dann unser eins, der Celibidache nicht erlebt hat.
Da könnte ich jetzt mal frech zurückfragen, ob das mit CDs möglich ist, Celibidache zu "erleben".... Ich finde, das ist der entscheidende Punkt. Vielleicht fehlt mir ja die Phantasie, aber erleben kann ich persönlich Musik nur live und nicht von der Konserve.
Original von daniel5993 Ich finde, das Celi mehr an seine "Fans" hätte denken sollen, denn ohne Aufnahmen, wird man schnell vergessen!
Da wäre ich mir nicht so sicher...
Herzliche Grüße
Sabine
karajan (09.12.2007, 01:15): Original von daniel5993
Weiter bezeichnete er:
Sawallisch bezeichnete er als einen Hochschuldirektorder der ein langstreckenspezialist in Mezzoforte sei Karajan begeistere die Massen wie Coca Cola Lorin Maazel sei ein zweijähriges Kind, dass von Kant redet Toscanini habe überhaupt keine Musik gemacht, er sei eine Notenfabrik gewesen Karl Böhm habe in seinem leben noch keinen Takt Musik gemacht. Gern wurde er von Celibidache als "Kartoffelsack" bezeichnet Carlos Kleiber würde Musik viel zu schnell dirigieren, er habe daher niemals erfahren, was Musik wirklich sei
Hallo Daniel :hello
Wieder einmal hast du dir viel Mühe gemacht. Der Dirigent Celibidache hat keinen Platz bei mir im Schrank. Ich habe die 8.Bruckner auf Classica schon einigemale mir angehört aber die Interpretation liegt mir garnicht. Celibidache spielt so getragen, langsam wie eine Großmutter mit 90. Jedem das seine aber ich kann ihm nichts abgewinnen.
Zweitens das gerede über Dirigentenkollegen finde ich unglaublich. Wenn er über die wirklich großen Dirigenten sich äußert ist das nur Neid. Die Berliner Philharmoniker haben gewusst das auf Dauer Celibidache ihnen als Chefdirigent nicht behagt. Gott sei Dank haben sie ihn nicht als Chefdirigent genommen. Das hat nichts mit dem Maestro zu tun, denn Karajan hätte auch ohne Berlin und die Philharmoniker Karriere gemacht. Die Berliner wären heute nicht das was sie sind aber auch ihr Kurs geht langsam nach unten. Seit Karajans Tod sind die WP den BPO weit vorraus und die Lücke wird immer größer. Aber er war immer sehr sauer das er als Chef von den Berlinern abgelehnt wurde. Ein Carlos Kleiber und Dr Böhn und auch die anderen haben das nicht verdient. Gruß Andreas
Zweitens das gerede über Dirigentenkollegen finde ich unglaublich.
Ja, er hatte wahrlich ein großes Maul!
Die Berliner Philharmoniker haben gewusst das auf Dauer Celibidache ihnen als Chefdirigent nicht behagt.
Ich muss trotz Achtung vor Ihm sagen, dass es mir so wie es gelaufen ist auch lieber ist (Hinblick auf ein Festamt bei den Berlinern)
Gruß und Gute Nacht Daniel :hello
Heike (11.07.2012, 19:52): HAPPY BIRTHDAY zum heutigen 100. Geburtstag!
Ich lege mal zur Feier des Tages was von ihm auf, natürlich mit den BPhils, die er eine gute Zeit lang leitete:
Debussy: Jeux Mendelssohn: Symphonie Nr. 4 Milhaud: Suite francaise
abendroth (03.08.2012, 21:06): Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit eine Aufnahme des 5. Beethovenkonzertes mit Celibidache, Benedetti Michelangeli und dem frz. Nationalorchester zu hören. Es war eine traumhaft gut gelungene Aufnahme, obwohl das frz. Nationalorchester nicht gerade zur Spitze zählt. Unvergessen, obwohl ich nur noch vage Erinnerungen habe, ist mir auch eine Aufnahme desselben Konzerts in derselben Kombination, aber mit einem schwedischen Orchester. Celibidache schätzte Benedetti Michelangeli mehr als alle anderen Pianisten und beide passten perfekt zusammen. freundliche Grüsse abendroth