Sinfonien mit Chor.... mehr als nur Instrumentalimusik
Jeremias (25.07.2006, 10:16): Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich hier oder im Vokal-Forum richtig bin mit diesem Thema, aber ich denke, unser Admin macht das schon.
Beethoven war mit seiner 9. Sinfonie der erste Komponist, der die Elemente der Vokalmusik und der Sinfonik miteinander verbunden hat. Es folgten Komponisten wie Mendelssohn, Mahler oder auch Vaughan Williams mit großen Werken. Kennt Ihr noch weitere? Welche Aufnahmen bevorzugt Ihr? meine Favoriten sind u.a.
hieraus die "Sea-Symphony", nr.1: http://images.amazon.com/images/P/B0002IVMIO.01._SCMZZZZZZZ_.jpg
Carola (25.07.2006, 10:55): Hallo Jeremias,
ein schönes Thema!
Außer Beethovens Neunter kenne ich die von Dir gezeigten Werke leider nicht. Ich kann die kleinen Cover auch nur teilweise entziffern.
Hauptsächlich interessiert mich dabei Mendelssohn. Kannst Du das bitte etwas genauer erklären? Geht es um eine Sinfonie?
fragt Carola
Jeremias (25.07.2006, 11:18): Also, Mendelssohns 2. ist überschrieben mit dem Titel "Lobgesang" und gehört zu meinen Lieblingswerken überhaupt. Ich hörte sie erstmals vor 7 Jahren im ARD-Nachtkonzert und bin noch bis um 2 Uhr im Auto sitzengeblieben, um zu erfahren, wer dieses tolle Werk schrieb. zunächst folgen 2 (oder 3, darüber wird gestritten) ineinander übergehende, klassische sinfonische Sätze, bevor dann nach ca. 25 Min. der Chor einsetzt. es folgen insgesamt 9 "Vokalnummern". Eigentlich sollte dieses Werk eine Kantate werden.
Wenn Du Dir eine gute und preisgünstige Aufnahme anschaffen willst, so empfehle ich diese hier:
oder wenn Du sie bekommen solltest, Kurt Masur bei Teldec
Carola (25.07.2006, 11:22): Man lernt eben nie aus, vielen Dank!
Von Mendelssohn kenne ich bisher nur die "schottische" und die "italienische" Sinfonie. Das wird sich bald ändern!
Mit Gruß von Carola
Jeremias (25.07.2006, 11:26): Dann solltest Du Dir aber auch direkt die 5. holen, die "Reformationssymphonie"!
Rachmaninov (31.07.2006, 08:53): @Jeremias,
hier fehlen natürlich noch die Sinfonien von Dimitri Schostakowitsch.
Was die Sinfonien mit Chor angeht muss ich allerdings feststellen, daß mir der Zugang zu diesen Sinfonien doch ungleich schwerer fällt als bei den reinen instrumentalen Sinfonien!
R
Wotan (31.07.2006, 10:21): Ebenfalls zu erwähnen wäre die 3te Sinfonie von Mikis Theodorakis für Orchester, Chor und Solisten.
Engelbert (31.07.2006, 12:38): @ Jeremias Die gleichen Gedanken sind mir auch schon durch den Kopf gegangen und bin zu dem Schluss gekommen, dass Beethoven mit seiner Neunten der Erste war.
Dann wäre in jedem Fall die Romeo und Julia-Sinfonie von Berlioz zu nennen und die Kullervo-Sinfonie von Sibelius
Die gewaltigste Chor-Sinfonie ist die Frühlungs-Sinfonie von Theodorakis. In meiner Einspielung von 1984 ist gleichzeitig der lettische und der littauische Chor vertreten. Dimitrei Kitaienko dirigiert die Moskauer Phiharmonie. Die Namen der Solistinnen sind Zungenbrecher: Austa Stasiounaite und Jolanta Couirilaite. Neben dem gewaltigen Solisteneinsatz ist die Sinfonie sehr percussion-betont.
Auf CD im Moment leider nicht zugänglich
:engel
ab (01.08.2006, 20:19): Mir fällt sofort ein:
Bartók: Der Wunderbare Mandarin
Debussy: Ibéria
Sibelius: Kullervo-Sinfonie
alle drei sind ganz wunderbare Musik!!!
Welche Aufnahmen davon empfehlt ihr mir? Danke!
Jürgen (02.08.2006, 07:48): Die Mahlersinfonien Nr.2 3 und 8 sind auch alle wundervolle Musik.
Allerdings hat der Chor bei der Dritten nur einen kurzen Auftritt (ca.4 min) und wenn ich ehrlich sein soll, gefallen mir die instrumentalen Sätze dieser Sinfonie deutlich besser.
Bei der Zweiten hat der Chor einige wunderschöne Sequenzen, harmonisch eingebettet in den über halbstündigen Finalsatz. Beinahe überirdisch klingt dabei das Zusammenspiel des Chores mit der Sopranstimme (Meine Referenz: Bernstein DGG).
In der Achten Sinfonie übernimmt der Chor den tragenden Part. Eigentlich müßte ich die Chöre sagen, weil mehrere Chöre vorgeschrieben sind. Ich weis nicht, wie viele. Aber es sind so viele, daß die Sinfonie den Untertitel "Sinfonie der Tausend" trägt. Ich glaube es sind nicht ganz tausend Musiker (inkl.Orchester), aber die Größenordnung stimmt. Dieser Umstand ist wohl auch Schuld daran, daß die Achte seltener aufgeführt wird, als mir lieb ist. So viele Akteure wollen nicht nur bezahlt werden, sie beanspruchen auch noch Platz. Und wenn dann die Halle nicht sehr groß ist, können nur noch hundert zahlende Zuhörer platz nehmen.
Grüße Jürgen
Carola (12.08.2006, 18:48): Original von Jeremias Also, Mendelssohns 2. ist überschrieben mit dem Titel "Lobgesang" und gehört zu meinen Lieblingswerken überhaupt. Ich hörte sie erstmals vor 7 Jahren im ARD-Nachtkonzert und bin noch bis um 2 Uhr im Auto sitzengeblieben, um zu erfahren, wer dieses tolle Werk schrieb. zunächst folgen 2 (oder 3, darüber wird gestritten) ineinander übergehende, klassische sinfonische Sätze, bevor dann nach ca. 25 Min. der Chor einsetzt. es folgen insgesamt 9 "Vokalnummern". Eigentlich sollte dieses Werk eine Kantate werden.
Wenn Du Dir eine gute und preisgünstige Aufnahme anschaffen willst, so empfehle ich diese hier:
oder wenn Du sie bekommen solltest, Kurt Masur bei Teldec
Ich habe mir inzwischen die weiter oben gezeigte Aufnahme mit Abbado geholt, die sich unter anderem in dieser sehr empfehlenswerten Box befindet.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4146151.jpg
Das ist wirklich eine ziemlich seltsame "Sinfonie", wohl eher eine Kantate mit sinfonisch stark ausgeweiteter Einleitung - oder wie immer man es bezeichnen will. Mir gefällt jeder einzelne Satz dieses Werkes ausgesprochen gut. Allerdings, das Gesamtkonzept vermag mir nicht so recht einzuleuchten; ich frage mich, ob es über das Stichwort "Lobgesang" hinaus überhaupt eines gibt.
Positiv finde ich in diesem Zusammenhang, dass schon im ersten Satz, gleich zu Beginn, die Posaunen das Thema von "Alles, was Odem hat" einführen und mit diesem Thema dann die "Sinfonie" auch endet - eine gemeinsame Klammer, ohne die das Werk vermutlich noch mehr auseinanderfallen würde. Dennoch, vor allem die Aneinanderreihung der Vokalsätze scheint mir doch recht beliebig zu sein, übrigens auch theologisch. Eine große Linie, eine Dramaturgie, eine "Geschichte", vermag ich darin jedenfalls nicht zu erkennen. Ganz stark macht sich das nach dem (eigentlich typischen Schluss)Choral "Nun danket alle Gott" bemerkbar, auf den noch zwei weitere Sätze folgen. Das wirkt seltsam zerfasert und irgendwie beliebig auf mich, ein Sammelsurium schöner Vokalstücke.
Andererseits: Jeder einzelne dieser Sätze ist so wunderbar, so anrührend, so - schlicht und ergreifend - schön, dass ich das Werk sicher noch oft anhören werde. Vor allem das Duett der beiden Sopranistinnen "Ich harrete des Herrn" ist hervorzuheben, aber auch die instrumentalen Sätze zu Beginn, dann das "Alles, was Odem hat..." und und und.
Mit Gruß von Carola
Jeremias (25.07.2006, 10:16): Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich hier oder im Vokal-Forum richtig bin mit diesem Thema, aber ich denke, unser Admin macht das schon.
Beethoven war mit seiner 9. Sinfonie der erste Komponist, der die Elemente der Vokalmusik und der Sinfonik miteinander verbunden hat. Es folgten Komponisten wie Mendelssohn, Mahler oder auch Vaughan Williams mit großen Werken. Kennt Ihr noch weitere? Welche Aufnahmen bevorzugt Ihr? meine Favoriten sind u.a.
hieraus die "Sea-Symphony", nr.1: http://images.amazon.com/images/P/B0002IVMIO.01._SCMZZZZZZZ_.jpg
Carola (25.07.2006, 10:55): Hallo Jeremias,
ein schönes Thema!
Außer Beethovens Neunter kenne ich die von Dir gezeigten Werke leider nicht. Ich kann die kleinen Cover auch nur teilweise entziffern.
Hauptsächlich interessiert mich dabei Mendelssohn. Kannst Du das bitte etwas genauer erklären? Geht es um eine Sinfonie?
fragt Carola
Jeremias (25.07.2006, 11:18): Also, Mendelssohns 2. ist überschrieben mit dem Titel "Lobgesang" und gehört zu meinen Lieblingswerken überhaupt. Ich hörte sie erstmals vor 7 Jahren im ARD-Nachtkonzert und bin noch bis um 2 Uhr im Auto sitzengeblieben, um zu erfahren, wer dieses tolle Werk schrieb. zunächst folgen 2 (oder 3, darüber wird gestritten) ineinander übergehende, klassische sinfonische Sätze, bevor dann nach ca. 25 Min. der Chor einsetzt. es folgen insgesamt 9 "Vokalnummern". Eigentlich sollte dieses Werk eine Kantate werden.
Wenn Du Dir eine gute und preisgünstige Aufnahme anschaffen willst, so empfehle ich diese hier:
oder wenn Du sie bekommen solltest, Kurt Masur bei Teldec
Carola (25.07.2006, 11:22): Man lernt eben nie aus, vielen Dank!
Von Mendelssohn kenne ich bisher nur die "schottische" und die "italienische" Sinfonie. Das wird sich bald ändern!
Mit Gruß von Carola
Jeremias (25.07.2006, 11:26): Dann solltest Du Dir aber auch direkt die 5. holen, die "Reformationssymphonie"!
Rachmaninov (31.07.2006, 08:53): @Jeremias,
hier fehlen natürlich noch die Sinfonien von Dimitri Schostakowitsch.
Was die Sinfonien mit Chor angeht muss ich allerdings feststellen, daß mir der Zugang zu diesen Sinfonien doch ungleich schwerer fällt als bei den reinen instrumentalen Sinfonien!
R
Wotan (31.07.2006, 10:21): Ebenfalls zu erwähnen wäre die 3te Sinfonie von Mikis Theodorakis für Orchester, Chor und Solisten.
Engelbert (31.07.2006, 12:38): @ Jeremias Die gleichen Gedanken sind mir auch schon durch den Kopf gegangen und bin zu dem Schluss gekommen, dass Beethoven mit seiner Neunten der Erste war.
Dann wäre in jedem Fall die Romeo und Julia-Sinfonie von Berlioz zu nennen und die Kullervo-Sinfonie von Sibelius
Die gewaltigste Chor-Sinfonie ist die Frühlungs-Sinfonie von Theodorakis. In meiner Einspielung von 1984 ist gleichzeitig der lettische und der littauische Chor vertreten. Dimitrei Kitaienko dirigiert die Moskauer Phiharmonie. Die Namen der Solistinnen sind Zungenbrecher: Austa Stasiounaite und Jolanta Couirilaite. Neben dem gewaltigen Solisteneinsatz ist die Sinfonie sehr percussion-betont.
Auf CD im Moment leider nicht zugänglich
:engel
ab (01.08.2006, 20:19): Mir fällt sofort ein:
Bartók: Der Wunderbare Mandarin
Debussy: Ibéria
Sibelius: Kullervo-Sinfonie
alle drei sind ganz wunderbare Musik!!!
Welche Aufnahmen davon empfehlt ihr mir? Danke!
Jürgen (02.08.2006, 07:48): Die Mahlersinfonien Nr.2 3 und 8 sind auch alle wundervolle Musik.
Allerdings hat der Chor bei der Dritten nur einen kurzen Auftritt (ca.4 min) und wenn ich ehrlich sein soll, gefallen mir die instrumentalen Sätze dieser Sinfonie deutlich besser.
Bei der Zweiten hat der Chor einige wunderschöne Sequenzen, harmonisch eingebettet in den über halbstündigen Finalsatz. Beinahe überirdisch klingt dabei das Zusammenspiel des Chores mit der Sopranstimme (Meine Referenz: Bernstein DGG).
In der Achten Sinfonie übernimmt der Chor den tragenden Part. Eigentlich müßte ich die Chöre sagen, weil mehrere Chöre vorgeschrieben sind. Ich weis nicht, wie viele. Aber es sind so viele, daß die Sinfonie den Untertitel "Sinfonie der Tausend" trägt. Ich glaube es sind nicht ganz tausend Musiker (inkl.Orchester), aber die Größenordnung stimmt. Dieser Umstand ist wohl auch Schuld daran, daß die Achte seltener aufgeführt wird, als mir lieb ist. So viele Akteure wollen nicht nur bezahlt werden, sie beanspruchen auch noch Platz. Und wenn dann die Halle nicht sehr groß ist, können nur noch hundert zahlende Zuhörer platz nehmen.
Grüße Jürgen
Carola (12.08.2006, 18:48): Original von Jeremias Also, Mendelssohns 2. ist überschrieben mit dem Titel "Lobgesang" und gehört zu meinen Lieblingswerken überhaupt. Ich hörte sie erstmals vor 7 Jahren im ARD-Nachtkonzert und bin noch bis um 2 Uhr im Auto sitzengeblieben, um zu erfahren, wer dieses tolle Werk schrieb. zunächst folgen 2 (oder 3, darüber wird gestritten) ineinander übergehende, klassische sinfonische Sätze, bevor dann nach ca. 25 Min. der Chor einsetzt. es folgen insgesamt 9 "Vokalnummern". Eigentlich sollte dieses Werk eine Kantate werden.
Wenn Du Dir eine gute und preisgünstige Aufnahme anschaffen willst, so empfehle ich diese hier:
oder wenn Du sie bekommen solltest, Kurt Masur bei Teldec
Ich habe mir inzwischen die weiter oben gezeigte Aufnahme mit Abbado geholt, die sich unter anderem in dieser sehr empfehlenswerten Box befindet.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4146151.jpg
Das ist wirklich eine ziemlich seltsame "Sinfonie", wohl eher eine Kantate mit sinfonisch stark ausgeweiteter Einleitung - oder wie immer man es bezeichnen will. Mir gefällt jeder einzelne Satz dieses Werkes ausgesprochen gut. Allerdings, das Gesamtkonzept vermag mir nicht so recht einzuleuchten; ich frage mich, ob es über das Stichwort "Lobgesang" hinaus überhaupt eines gibt.
Positiv finde ich in diesem Zusammenhang, dass schon im ersten Satz, gleich zu Beginn, die Posaunen das Thema von "Alles, was Odem hat" einführen und mit diesem Thema dann die "Sinfonie" auch endet - eine gemeinsame Klammer, ohne die das Werk vermutlich noch mehr auseinanderfallen würde. Dennoch, vor allem die Aneinanderreihung der Vokalsätze scheint mir doch recht beliebig zu sein, übrigens auch theologisch. Eine große Linie, eine Dramaturgie, eine "Geschichte", vermag ich darin jedenfalls nicht zu erkennen. Ganz stark macht sich das nach dem (eigentlich typischen Schluss)Choral "Nun danket alle Gott" bemerkbar, auf den noch zwei weitere Sätze folgen. Das wirkt seltsam zerfasert und irgendwie beliebig auf mich, ein Sammelsurium schöner Vokalstücke.
Andererseits: Jeder einzelne dieser Sätze ist so wunderbar, so anrührend, so - schlicht und ergreifend - schön, dass ich das Werk sicher noch oft anhören werde. Vor allem das Duett der beiden Sopranistinnen "Ich harrete des Herrn" ist hervorzuheben, aber auch die instrumentalen Sätze zu Beginn, dann das "Alles, was Odem hat..." und und und.
Mit Gruß von Carola
Maurice inaktiv (17.03.2013, 21:15): Es gibt da noch einige mehr.So ist Havergal Brian's "Sinfonie No.1,"Gothic" auch als die "Sinfonie der Tausend" bekannt,und im Guiness-Buch der Rekorde,als die Sinfonie,die den größten Personalaufwand in der Musikgeschichte hat.
Siegmund von Hausegger hat eine wirklich exzellente "Natursymphonie" geschrieben,die auch als CD-Einspielung einen ausgezeichneten Eindruck hinterlässt.
Hier handelt es sich zwar nicht um eine Sinfonie,aber auch diese Aufnahme stellt eine bestimmt sehr interessante Auseinandersetzung zwischen Chor und Orchester da.
Der britische Komponist Edmund Rubbra hat in seiner Neunten Sinfonie ebenfalls einen Chor eingesetzt.
Auch im spanischsprachigen Bereich dürften noch einige Sinfonien oder Werke existieren,die den Chor mit zum Orchester hinzugezogen haben dürften.Manuel de Falla gehört hier zu :
Sein "La Vida Breve" ist ein Beispiel dafür,aber das ist natürlich ekine Chorsinfonie,wie wir sie kennen.
Hans Pfitzner hat mit "Das Dunkle Reich" ebenfalls eine spätromantisch geprägte Chor-Orchester-Sinfonie im weitesten Sinne geschrieben.