Spielzeitvorschau 2013/14

Severina (26.03.2013, 14:39):
http://www.theater-wien.at/index.php/de/spielplan/124873

Das ThadW hat heute die Saisonvorschau 2013/14 herausgerückt, und ehrlich gesagt bin ich alles andere als begeistert. Bisher stand dieses Haus für ein Programm abseits des Mainstreams, und nun zweimal Mozart und zweimal Verdi? Und ausgerechnet "Traviata", das nun alle drei Wiener Opernhäuser auf dem Plan haben. OK, es handelt sich um die Grazer Konwitschny-Inszenierung, auf die ich schon gespannt bin, aber trotzdem....
Erstaunt bin ich, dass Claus Guth seinen Monteverdi-Zyklus nicht vollendet, die Poppea fehlt doch noch!

Auch bei den Regisseuren ist ein gewisser Stillstand eingetreten, es tauchen immer die gleichen Namen auf, und bei aller Liebe zu Claus Guth, Carsen & Co, so würde ich mir einmal Herheim, Castorf, Bieito oder einen von den "jungen Wilden" :wink wünschen. Trotzdem hat das ThadW punkto Regie natürlich nach wie vor das Interessanteste von allen drei Wiener Häusern anzubieten.

Die Besetzungen sind sehr gut bis gut, hoffentlich ist Frau Damrau endlich einmal nicht schwanger, wenn sie am ThadW angesetzt ist :wink.

So richtig freue ich mich eigentlich nur auf zwei Serien: Rameaus "Platée" (Einer meiner Lieblingskomponisten mit einem Lieblingswerk!) und die Wiederaufnahme von "The Rake's Progress".

lg Severina :hello
Schweizer (26.03.2013, 20:21):
Liebe Severina, ich empfehle Dir nach Zürich auszuwandern, denn am dortigen Opernhaus kommst Du in der nächsten Spielzeit puncto Regisseure bestimmt auf die Rechnung:

Die neu inszenierten Opern sind:
1) Die Soldaten von Bernd A. Zimmermann unter
Dirigent Marc Albrecht, in der Regie von Calixto Bieito
2) Faust / Dir: Patrick Lange / Reg: Jan Philipp Gloger (das
ist derjenige, der letztes Jahr in Bayreuth den neuen Holländer
mit all den Kartonschachteln herausgebracht hat); es
singen in de Hauptrollen: Pavol Breslik als Faust, Kyle Ketelsen als
Mephisto und Amanda Majeski als Marguerite.
3) Fidelio / Dir: Fabio Luisi / Reg: Andreas Homoki / mit Anja Kampe als Leonore/ Brandon Jovanvich als Florestan / Martin Gantner als Pizarro / Christof Fischesser als Rocco
4) Alcina / Dir: Giovanni Antonini / Reg: Christof Loy / mit
Cecilia Bartoli als Alcina, Malena Ernman als Ruggiero
5) Aida / Dir: Fabio Luisi / Reg: Tatjana Gürbaca / mit Latonia Moore als Aida, Iano Tamar als Amneris, Aleksandrs Antonenko als Radames, Andrzej Dobber als Amonasro
6) Pique Dame / Dir: Jiri Belohlavek / Reg: Robert Carsen / mit Misha Didyk als Hermann, Tatiana Monogarova als Lisa, Alexej Markov als Tomski, Doris Soffel als Gräfin
7) Il ritorno d'Ulisse in patria / Dir: Ivor Bolton / Reg: Willy Decker / mit Sara Mingardo als Penelope, Kurt Streit als Ulisse
8) La fanciulla de West / Dir: Marco Armiliato / Reg: Barrie Kosky /
Catherine Naglestad als Minnie, Zoran Todorovich als Dick Johnson, Scott Hendricks als Jack Rance
Gruss vom Schweizer
Severina (27.03.2013, 15:03):
Lieber Schweizer,

stimmt, punkto Regie dürfte es interessant werden bei Euch, auf jeden Fall interessanter als an der WSO, was aber nicht wirklich eine Kunst ist. :( Aber die PR und Besetzungen hauen mich nun auch nicht wirklich um. "Die Soldaten" allerdings wären eine Reise wert, mal sehen.

Wie bewertest Du eigentlich die Intendanz Homoki nach einem Jahr? Wurden Deine Erwartungen erfüllt, enttäuscht, oder hattest Du gar keine? Von meinen Freunden höre ich nämlich ziemlich Unterschiedliches: Die im Haus sind mehrheitlich vom neuen Führungsstil und frischen Wind sehr angetan, die Nur-Besucher hingegen konstatieren teilweise einen Niveauverfall speziell bei den Besetzungen.
Und wenn ich mir den gesamten Spielplan so anschaue, muss ich schon auch sagen, dass ich weniger intensiv als früher das Verlangen verspüre: "Auf nach Zürich!" Natürlich gibt's einige super besetzte Repertoirevorstellungen (z.B. "Don Carlo"), aber die sind doch wesentlich dünner gesät als früher.

lg Severina :hello
Schweizer (27.03.2013, 21:46):
Liebe Severina,
"Wie bewertest Du eigentlich die Intendanz Homoki nach einem Jahr?" ...
ich habe noch keine Bilanz gezogen, da ich von den bisherigen fünf Neuinszenierungen dieser Spielzeit nur deren zwei gesehen habe. "Jenufa" unter Luisi in der Regie von Tscherniakov mit Opolais, Martens (euere STOP-Ortrud in spe), Schwarz, Breslik, Ventris DAS WAR SCHLICHT GROSSARTIG und "Holländer" unter Altinoglu, in der Regie von Homoki mit Kampe, Terfel, Salminen SPANNEND, ABER NICHT DURCHWEGS GEGLÜCKT.
Das Händel-Projekt *Sale* habe ich bewusst aussen vor gelassen da mir Marthaler mit seinen ewiggleichen running-gags auf den Keks geht.
Beim Rigoletto unter Luisi in der absolut reduzierten Regie von Gürbaca war ich gesundheitlich nicht auf dem Damm, habe sehr unterschiedliche Echos gehört, von grossartig bis schauderhaft verfehlt!?!
Im April werde ich im Rahmen meines slawischen Abos Eötvös *Drei Schwestern* und *Lady Macbeth of Mzensk* sehen/hören.
Habe aber einige Repertoirevorstellungen gesehen:
1) Salome zur Saisoneröffnung mit einer grossartigen Nicola Beller Carbone in der Titelpartie, die die Premièren-Salome der Gun-Brit Barkmin glatt an die Wand spielte/sang.
2) Roberto Devereux nicht besucht, da ich Gruberova in guter Erinnerung behalten will.
3) Tosca mit Nagelstadt, Massimo Giordani, Lucio Gallo: sie ein Gewinn, wie der Tenor zu seiner Karriere kommt, ist mir schleierhaft, Gallo stimmlich gut, aber auf Grund seines kleinen Wuchses hab ich ihm den Bösewicht keine Sekunde abgenommen.
4) Lucia: keine Zeit und Lust auf ein Wiedersehen gehabt, da ich diese Michieletto-Regie nicht mag.
5) Le nozze di Figaro: Maltman ein neuer Graf (hat mir eher besser als Volle gefallen), Rachel Harnisch anstelle Hartelius als Gräfin (die neue singt technisch hervorragend, aber ist für das Zürcher Haus etwas zu schmalstimmig, Jankova und Drole das hochbewährte Dienerpaar, Anna Stephany ein neuer Cherubin ... ein schöner Abend.
6) ballo in maschera: trotz Vargas weggelassen
7) Entführung aus dem Serail: diese Produktion kannte ich noch nicht ... Camarena als Belmonte eine wahre Freude, setzte mit einer brillanten Baumeisterarie seiner Leistung das Sahnehäubchen auf!!! Jane Archibald eine kühle, aber hochvirtuose Konstanze, Rebeca Olvera ein hübsches, soubrettiges Blondchen (sie wird neben Bartoli in der Salzburger Light-Norma die Adalgisa singen), Michael Laurenz als Pedrillo und Thorsten Grümbel als Osmin komplettierten auf ordentlichem Niveau.
8) Cavalleria/Pagliacci: Todorovich (statt Cura) in beiden Tenorrollen, Gallo in beiden Baritonpartien, Waltraud Meier die Santuzza, Elena Mosuc die Nedda. Todorovich besser als von mir erwartet, Gallo überzeugend, Meier mit souveränen Wagner'schen Sopranraketen die Hochtöne der Partie blendend meisternd, darstellerisch mir aber viel zu verhalten, kein Bühnentier (da kommen mir eben die Erinnerungen an Cosotto und Bumbry in die Quere), Mosuc (Partiedébut) als Spinto mit Koloratur das Vogellied natürlich viel besser singend als in der Premièrenserie F.Cedolins
erstaunlicherweise ging sie im stimmlich viel dramatischeren Finale des Werks nicht unter.
9) Tannhäuser: Seiffert, Harteros waren beide in Hochform (wer singt ihnen das nach?), Kasarova als Venus seit der Prmière in die Partie hineingewachsen, Rootering als Landgraf schwach, Markus Eiche ein hervorragender Wolfram.
10) + 11) Scala di seta und Bohème ... ausgelassen
12) Carmen: Kate Aldrich eine sexy Zigeunerin, stimmlich für Zürich okay
(vor 30-40 Jahren hätte man gesagt die Partie kommt 5 Jahre zu früh),
bin aber erstaunt dass sie die Partie auch an der Bayerischen STOP in München, einem viel grösseren Haus, singt? Harnisch als Michaela schon wieder zu dünnstimmig, Simone Alberghini ein fescher Escamillo mit blendenden Höhen und einem kleinen Manko wenns runter geht, Brandon Jovanovich für Yonghoon Lee als José eingesprungen: der hat mich überzeugt.
13) + 14) Madama Butterfly und Parsifal: ausgelassen da beides Werke, mit denen ich wenig bis nichts am Hut habe.

Resumé zu den Repertoire-Vorstellungen: weniger ganz berühmte Namen als zu Pereira's Zeiten, aber da hatte ich ja manchmal auch meine Einwände wenn er sie bis über den Zenith hinaus immer wieder ansetzte!
Immerhin hat Homoki mit Beller-Carbone, Breslik, Opolais, Terfel, Nagelstad, Pirgu, Kurzak doch einige neue Namen mit internationalem Renommé nach Zürich gebracht. Auffallend dabei ist, dass es sich vornehmlich um jüngere, spielfreudige SängerInnen handelt, Gruberova ist da die Ausnahme.
Natürlich gehen mir der eine oder die andere der ehemaligen Sänger ab (natürlich wieder mal Geschmacksache), aber mal frischer Wind mit neuen Künstlern in den Repertoirvorstellungen bringt Abwechslung.

Im Gegensatz zu Dir finde ich einige Besetzungen der kommenden Saison II unter Homoki sehr vielversprechend/spannend, den Carlo aber gerade nicht, da Harteros leider nicht mehr dabei ist, Pape für mich kein Ersatz für Salminen ist (es werden mich einige für diese Aussage steinigen wollen), Volle zwar immer gut singt, mich aber meist spielerisch nicht zu überzeugen weiss, Sartori in seiner Wohlgenährtheit ein Stehtenor ohne Ausstrahlung ist (immerhin nicht ganz so unmöglich/unbedarft wie Botha)
bleibt nur gerade die Eboli der mir nicht bekannten Veronica Simeoni, die höchstwahrscheinlich die in dieser Partie grenzwertige V.Kasarova ausstechen wird.
Gruss vom Schweizer
Severina (28.03.2013, 14:47):
Lieber Schweizer,
vielen Dank, dass Du Dir die Mühe genommen hast, so detailiert auf meine Frage einzugehen. Das kann ich alles sehr gut nachvollziehen, auch in der Abneigung gegen "Butterfly" und "Parsifal" stimmen wir überein. Nicht einmal Jonas Kaufmann konnte mich dazu bringen, eine Karte für den österlichen "Parsifal" zu bestellen, obwohl diese Partie die einzige ist, die er in dieser Saison an der WSO singt. Oder besser gesagt singen SOLLTE, denn für heute hat er schon einmal abgesagt! Irgendwie scheint ihm die Wiener Luft nicht so zu bekommen....

Richtig, Pereira hat immer wieder "ausgeleierten" Sängern die Züricher Oper als eine Art Ausgedinge angeboten, wo sie immer noch auf die Bühne durften, während sie anderswo längst nicht mehr engagiert wurden. (Ich sage nur Araiza, Zancanaro.....) Aber Kaufmann und Beczala würden mir schon abgehen als Züricher Opernfan, weil die doch sehr viel bei Euch gesungen haben. An der WSO gastierten sie ja immer nur für wenige Vorstellungen.
Dafür habt Ihr immer noch Camarena, der bei uns in der nächsten Saison gar nichts macht, obwohl jede Menge Partien für ihn im Repertoire aufscheinen. Nach seinem tollen Almaviva bedaure ich das umso mehr.

Interessant, ich fand Volle eigentlich auch als Schauspieler immer überzeugend, habe ihn allerdings nicht sooo oft erlebt. Aber gerade sein Figaro-Graf hat sich mir sehr eingeprägt. Martina Jankova würde ich nur zu gerne einmal im ThadW hören, die WSO ist wohl zu groß für ihre Stimme.

Bei der Grubsi halte ich es wie Du, ich lasse ihre Hardcore-Fans jubeln und begnüge mich mit den schönen Erinnerungen an unvergessliche Sternstunden. Das gleiche gilt für Domingo und Villazón.

Welche Vorstellungen der kommenden Saison sind für Dich interessant? (Pirgu hat aber doch schon früher bei Euch gesungen, wenn ich mich recht erinnere. War er nicht auch der Rodolfo in der Baseler Hochhaus-Bohème??)

lg Severina :hello
Schweizer (28.03.2013, 17:36):
Liebe Severina,
- bei Gruberova, Villazon, Domingo komplette Übereinstimmung.
- *Richtig, Pereira hat immer wieder "ausgeleierten" Sängern ... Ich sage nur Araiza, Zancanaro*...
und ich füge, zwar nicht ganz so schlimm, Nucci und Raimondi hinzu: G.Groissböck, der zum Zürcher Ensemble gehörte, bekam von Pereira nie was Anständiges zu singen und so zog er dann die Konsequenz und wurde an der Bayerischen Staatsoper mit offenen Armen empfangen und auch eingesetzt. Raimondi's Bass wurde irgendwann eben schon eher spröde, verlor sein ehemals samtenes Timbre. Bei Nucci stellte sich das etwas anders dar: da gab es altershalber ab und an neben fulminanten Abenden eben auch schwache Nummern (Gerüchte wollen wissen, dass er in der übernächsten Spielzeit in einer Verdi-Reprise nochmals zum Zuge kommen soll!)
- zu Volle: da war ich vielleicht im letzten Beitrag etwas ungerecht: er hat auch tolle Rollenportraits abgeliefert, ich erinnere mich beispielsweise an seinen fabelhaften Barak; den Zaubertrick-Grafen mochte ich nicht so sehr, aber das müsste ich wohl eher der Bechtolf-Regie anlasten. Bei Maltman in der Figaro-Reprise waren die Zaubereien "etwas eingeebnet", nicht so vordergründig und das war für mein Empfinden positiver.
- ad Don Carlo: da hab ich auf hohem Niveau gemeckert, natürlich ist diese Besetzung aller Ehren wert.
- ad Jankova: Du magst recht haben, dass sie in der STOP nicht reüssieren würde ... aber man kann sich enorm täuschen: Malin Hartelius fiel in Zürich auch nie durch eine grosse Röhre auf und offensichtlich sind ihre Donna Elvira und ihre Figaro-Gräfin durchaus STOP-tauglich.
- Pirgu: Du liegst richtig, der hat schon bei uns am Opernhaus gesungen, aber ohne dass ich ihn gehört/erlebt hätte. Die Hochhaus-Bohème war aus Bern, aus Basel gab es eine Rhein-Aida zu sehen.
Zur kommenden Spielzeit in Zürich:
a) von den Neuinszenierungen interessieren mich Faust wegen Breslik (début in der Titelrolle) und Ketelsen, Fidelio weil ich eine weitere Regiearbeit von Homoki sehen will, Aida wegen dieser Latonia Moore (habe auf youtube eine Arie just aus Aida gehört und da ist es mir heiss und kalt den Rücken rauf und runter gelaufen, da wurden Erinnerungen an Leontyne Price und Martina Arroyo wach, Pique Dame wegen Misha Didyk und der Bolshoi-Lisa Monogarova und schliesslich La fancuilla del West wegen Naglestad.
Bestimmt nicht hingehen werde ich zum Monteverdi (ich bin Ponnelle-geschädigt resp begeistert) und bei der Alcina werde ich wegen Bartoli passen, ich bin ihr auf Grund ihres immer gleichen Augenrollens temporär überdrüssig ... ihre letzte Zürcher Partie, die Rossini-Desdemona war zwar wahrlich gut gesungen, aber vom Charakter her war sie völlig neben den Desdemona-Schuhen, machte sie doch aus dem Intrigenopfer ein starkes, emanzipiertes Weib!
b) Reprisen:
- Don Giovanni (kommt in dieser Saison noch als Première raus), Rebekka/Anna, Kleiter/Elvira, Breslik/Ottavio, Drole/Leporello garantieren Niveau und dazu Markus Werba als Verführer ... bin gespannt auf Deinen Landsmann.
- Otello mit Seiffert, Agresta und Lucic. von der Sopranistin hört man ja Wunderdinge.
- Jenufa war so grossartig (aus Mähren in die heutige Zeit transferiert, dass ich mir das nochmals anhören/ansehen will ... (echt was für Dich!)
- Perlenfischer mit Rebeka, Breslik, Volle.
- Così mi Rebeka, Stéphany, Jankova, Camarena, Madore (hab ihn als weit besseren Silvio als Bermudez in der Cavalleria erstmals gehört).
- eventuell Les contes d'Hoffmann, zum Kennenlernen von Bryan Hymel
- Andrea Chénier mit Lee, Martina Serafin, Lucio Gallo
- Salome mit Stemme, Schwarz, Nikitin,

Da liegen meines Erachtens doch viele spannende Abende vor mir: klar, werden nicht alle Erwartungen erfüllt werden, aber ich freue mich auf die kommende Spielzeit.
Gruss vom Schweizer
Severina (28.03.2013, 18:59):
Lieber Schweizer,

Asche auf mein Haupt, ich habe beim ersten, wohl ziemlich flüchtigen Stöbern in Eurer Jahresvorschau in der Tat so manches Schmankerl übersehen. Vor allem, dass Marina Rebeka so oft eingesetzt wird, denn die hat mich unlängst als Donna Anna wirklich begeistert. Mit ihr, Kleiter, Breslik und Drole wird das sicher ein ausgezeichneter Giovanni, nur Markus Werba als Don wäre sicher nicht meine erste Wahl. Da bin ich wirklich neugierig, was Du berichtest.

Jaaa, und die Perlenfischer, die wären natürlich eine Überlegung wert!!

Groissböck hätte ich auch mit offenen Armen aufgenommen, leider konnte wohl auch Holender nichts mit ihm anfangen. Dafür aber o Wunder Monsieur Meyer, denn in der nächsten Saison ist er gleich in zwei PR angesetzt, in der "Rusalka" und im "Lohengrin". Als Wassermann habe ich ihn aber auch schon in Zürich erlebt!

Lucic als Jago?? Das kann ich mir nun gar nicht vorstellen. Der Mann besitzt eine der schönsten Baritonstimmen, wunderbar weich, anziehend timbriert, damit begnügt er sich aber auch in der Regel. Dass man eine Rolle nicht nur singen, sondern auch gestalten muss, hat sich zu ihm noch nicht durchgesprochen, und als Jago geht das gar nicht. Der MUSS einfach eine starke Bühnenpersönlichkeit, Wohlklang alleine reicht da nicht.
Daher fand ich Lucic auch als Macbeth (TV-Übertragung) voll daneben, auch als Simon Boccanegra (live) stand er Großteils neben der Rolle. Schauspielerisch überzeugt hat er mich bisher nur als Giorgio Germont, wo man seine Passivität in "nobles, würdevolles Auftreten" umetikettieren konnte.

Bartoli macht sich in Wien so rar, dass sich im Unterschied zu ihrem Stammhaus Zürich das Gefühl der Übersättigung nicht einstellen kann. Alle drei Jahre ein Auftritt im ThadW ("Semele", heuer "Comte Ory") -, die WSO meidet sie klugerweise, denn dafür ist ihre Stimme defintiv zu klein - und hin und wieder ein Konzert, aber da streike ich meistens wegen der für mich exorbitant hohen Kartenpreise. Und so alle paar Jahre ist das Augenrollen dann recht niedlich :wink!

lg Severina :hello
Schweizer (28.03.2013, 21:19):
Liebe Severina,
habe Lucic bisher zweimal live gehört: a) beim Dresdener Rigoletto mit Damrau und Juan Diego Florez ... da war meine Aufmerksamkeit ganz extrem auf JDF konzentriert und ich kann mich an Lucic gar nicht mehr so richtig erinnern (was natürlich auch eine Aussage ist) und dann im Berliner Otello: und ich gebe Dir voll recht ... er begann als ein gemütlicher, ungefährlicher Saufkumpan und obwohl er grossartig sang, konnte er mich nicht begeistern, da er den Charakter der Partie nicht wirklich vermittelte; Star des Abends war eh die Desdemona der Anja Harteros und Cura als Otello war nun so ein intensiv-eifersüchtiger Mohr, unglaublich präsent in der Darstellung, dass ich ihm einige *seltsame Töne* glatt verzieh, denn im Gegensatz zu Lucic's Jago war sein Otello packend!
ad Bartoli: da ist mir genau dasselbe geschehen wie vor ca 15 Jahren mit Gruberova ... jedes Jahr praktisch eine neue Partie und irgendwann wird es für mich zuviel und es beginnt sich schleichend ein Überdruss breit zu machen. Ich bin mit dieser Aussage sowohl von Grubsi- wie Bartoli-Fans schon mehrfach gesteinigt worden.
ad Don Giovanni: den Werba kenne ich eben überhaupt noch nicht, aber der scheint Karriere zu machen, singt den Don in Paris, den Beckmesser diesen Sommer in Salzburg etc etc etc. und ein kurzes Googlen zeigt mir einen ordentlich feschen Typ, den ich mir als DG durchaus vorstellen kann? Hast Du denn mit ihm schlechte oder mittelprächtige Vorstellungen erlebt?
Schweizer (01.04.2013, 11:59):
Nachtrag zu Markus Werba: per Zufall bin ich darauf gekommen, dass ich diesen Künstler doch schon mal gehört habe, nämlich am TV als Papageno in der letztjährigen Salzburger Zauberflöte ... und entgegen den seine Leistung sehr positiv bewertenden Medien war ich gar nicht beeindruckt, fand im Gegenteil besonders sein Papageno-Spiel etwas zu forciert "lustig,
volkstümlich" etc.
Severina (02.04.2013, 23:48):
Lieber Schweizer,

ich habe Markus Werba bisher als Papageno und Figaro (beide!) an der WSO gehört. Es war immer OK, aber nie so, dass ich mir gedacht hätte "Wow! was für ein toller Sänger!" Ob er genug Persönlichkeit für den Don hat, wirst Du uns dann ja hoffentlich berichten! (Sollte er absagen und Ildar Abdrazakov für ihn einspringen, komme ich notfalls zu Fuß nach Zürich :D!)

Aber wir sind schon ziemlich verwöhnt in Wien und Zürich, denn ich musste gerade schmunzeln, als ich von Deiner "Pein" las, jedes Jahr eine neue Partie von Gruberova bzw. Bartoli über Dich ergehen lassen zu müssen. Ich verstehe sehr gut, was Du meinst, aber so mancher Opernfan irgendwo in der Provinz (Oder überhaupt fern jeder Möglichkeit, Oper live zu genießen) wird Dich um diese Pein glühend beneiden :D :D

lg Severina :hello
Jeremias (27.06.2013, 16:00):
Ooooohhhhh.....!!!! Ich habe im März 2014 was ganz tolles vor mir! Das wird mein Geburtstagsgeschenk! Das Concertgebouworchester unter Mariss Jansons und dem 5. KlaKo von Beethoven sowie Bruckner 9. Solist ist Krystian Zimerman und das ganze findet statt im Salle Pleyel in Paris :D :D :D :D :cool :cool :cool :cool :down :down :down :down :down :haha :haha :haha :haha :haha :times10 :times10 :times10 :times10 :times10
Maurice inaktiv (27.06.2013, 16:24):
Ganz ruhig,sonst bekommst Du mir noch einen Infarkt.Das können wir nicht verantworten!!! :D

Viel Spaß aber schon mal vorab!!

:hello

VG,Maurice
Jeremias (27.06.2013, 16:35):
Das wird toll! Zimerman ist MEIN Gott am Klavier :D Am Tag vorher gewinne ich den Wettbewerb in paris und dann das... :D :D :D :D :D